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Pontifical Council for the Pastoral Care of Migrants and Itinerant People
People on the Move -
N°
88-89, April - December 2002
Globalisierte Fachkraft und Diaspora
- ein neues Paradigma für kirchliche
Stipendien- und Entwicklungspolitik?
Dr. Hermann WEBER
Generalsekretär KAAD, Bonn
[Italian
summary, English summary]
Die weltweit intensivierte Vernetzung und Mobilität von Studierenden,
Wissenschaftlern und (hochqualifizierten) Fachkräften provoziert die Frage, ob
und bis zu welchem Grad es bereits einen wirklich globalen Arbeits- und
Wissenschaftsmarkt gibt. Auch wenn er noch auf ein kleines Segment der
Weltwirtschaft beschränkt und weitgehend von der Nachfrage der
Industrienationen nach Hochqualifizierten gesteuert wird, während für breite
Bereiche des Arbeitsmarktes nach wie vor nationale Abschottungsmechanismen
greifen oder zumindest greifen sollen, so stellt sich für die „Personalpolitik“
der Akteure in der kirchlichen Entwicklungszusammenarbeit doch die Aufgabe,
die faktische Rückwirkung eines globalen Arbeitsmarktes auf ihre Fachkräfteförderung
zu analysieren und auf mögliche Veränderungen im „Anforderungsprofil“ zu
achten, ob sie nun gewollt oder etwa gar vor dem Hintergrund eines christlichen
Menschenbildes als Zielvorgaben abgelehnt werden.
Dieser Beitrag möchte diese Fragen im Teilbereich der Stipendienpolitik näher
beleuchten und dabei auf Erfahrungen und Praxis des Katholischen Akademischen
Ausländer-Dienstes (KAAD) zurückgreifen, der die Förderung insbesondere
postgraduierter Studierender und Wissenschaftler aus Entwicklungsländern und
Osteuropa für die katholische Kirche in Deutschland koordiniert. Im Mittelpunkt
soll die Frage nach einer bleibenden entwicklungspolitischen Bedeutung der Rückkehr
der Stipendiaten in ihre Heimatländer stehen, wobei Begriffe wie „globalisierte
Fachkraft“ und „Diaspora“ gewissermassen vorauseilend entmythifiziert
werden, um dann nach Konsequenzen für Stipendienauswahl, Studienbegleitung und
Nachkontaktarbeit zu fragen.
1.„Globalisierte Fachkraft“, aber wie?
Im Jahr 1998 warb eine Sprachenschule in der brasilianischen Zeitschrift Veja
mit einer grossformatigen Anzeige und dem Slogan „Globalisieren Sie Ihr Kind“.
Zu sehen war ein surfender Winzling, der sich offenbar bereits mühelos durch
reale und virtuelle Welten bewegte. Kein Wunder: früh erworbene Englisch- und
Computerkenntnisse sind Schlüsselkompetenzen, die in einer globalisierten Welt
viele Türen öffnen. Auch eine kirchliche Stipendienpolitik kann sich einer
solchen Einsicht nicht entziehen und wird neben diesen Schlüsselkompetenzen
auch internationale und interkulturelle Erfahrung von ihren Stipendiatinnen und
Stipendiaten erwarten und fördern, insgesamt eine Flexibilität, die sich in
allen Sektoren des (post)modern, transnational geprägten Lebens zu bewegen
weiss. Wird man es dann auch für selbstverständlich halten, dass diese Fachkräfte
unter dem Imperativ eines „lifelong learning“ frei in der Welt als Bildungs-
und Arbeitsmigranten zirkulieren, um sich eine bunte Palette von Modulen zu
erwerben, die in einer Wissensgesellschaft je neu wettbewerbsfähig machen?
Die entwicklungspolitische Schwerpunktsetzung, die die kirchliche
Stipendienpolitik prägt und weiter prägen soll, setzt allerdings andere
Akzente. Die Vorstellung einer Neutralität des Raumes, die die Metapher der
Globalisierung nahelegt, ist trügerisch. Es ist nach wie vor, auch bei
fortgeschrittener wirtschaftlicher Globalisierung, nicht gleichgültig,
wo, in welchem geographischen Koordinatenkreuz eine Fachkraft arbeitet. Zur
Globalisierung gehört eben auch - als ihr Schatten - die Marginalisierung, ja
Exklusion von Ländern, ganzen Regionen oder Teilbereichen einer Gesellschaft.
Nur allzu deutlich lässt sich das am weltweiten „Wissenschaftsmarkt“
beobachten, wenn man etwa auf die Bedingungen für wissenschaftliche Forschung
und die entsprechende Produktivität in Regionen wie Afrika, die arabische Welt
und Südostasien schaut. Der weltweite Wettbewerb um die besten Köpfe (in
Technologie und Wissenschaft) ist weitgehend von den nationalen Interessen der
hochentwickelten Industrieländer gesteuert und erzeugt nach wie vor einen
beachtlichen brain drain zu ihren Gunsten. Dazu kommt freilich auch, dass
transnationale Unternehmen diesen brain drain dann als „internen“ - z.B. aus
dem öffentlichen in einen vom Ausland gesteuerten Privatsektor - in die Länder
des Südens und die Transformationsländer selbst tragen.
Ein weiteres Argument dafür, dass trotz der weitgespannten Kommunikations- und
Informationsnetze die (geographische) Verortung eben nicht gleichgültig oder
neutral ist, kommt wieder aus einem Teilbereich der Globalisierungsforschung: In
ihren Analysen zur Rolle der global city zeigt Saskia Sassen immer wieder,
dass für ein kreatives und innovatives Arbeiten auf hohem Niveau die räumliche
Nähe, ja Dichte der Fachkräfte und Entscheidungsträger wichtig ist (das macht
u.a. die Bedeutung der sog. global cities aus); für die
hochspezialisierten Wissenschaften ist sie übrigens zur Weitergabe des nicht
publizierbaren tacit knowledge der Forscher ebenso unumgänglich.
Für Stipendienprogramme, die sich weltkirchlich und entwicklungspolitisch
verstehen, ist daher der konkrete Ort, der Lebensmittelpunkt, wo ihre
Intentionen umgesetzt werden, wesentlich. Vor einem christlichen Menschenbild
gehören zu den Kompetenzen einer globalisierten Fachkraft, wie sie eingangs
skizziert wurden, die Verwurzelung in der Kultur eines Volkes und einer
christlichen Gemeinschaft und deren Spiritualität sowie ein konkretes, „parteiisches“
Engagement im Kontext des Gemeinwohls eines Landes hinzu, das die „Option für
die Armen“ als multiplikatorisches Wirken für mehr soziale Integration
versteht. Übrigens ist wohl auch nur über eine solche „Verortung“ ein
Standort für einen echten interkulturellen und interreligiösen Dialog zu
gewinnen, der ja nicht in einem neutralen Raum eines allzu leichten
globalisierten Einverständnisses leben kann. Eine Position „über“ oder „zwischen“
den Kulturen steht leicht in der Gefahr eines Semikulturalismus, der von allem
etwas, aber nichts wirklich vertritt. Global orientierte Kompetenzen zusammen
mit lokal orienterter Verwurzelung, dies wäre die Persönlichkeitsformel, die
kirchliche Stipendienpolitik im Rahmen personenbezogener
Entwicklungszusammenarbeit (weiterhin) prägen sollte.
Damit verbindet sich also eine bleibende Option auf die Reintegration unserer
Stipendiatinnen und Stipendiaten. Sie ergibt sich schon aus der Verantwortung
gegenüber unseren Partnerinstitutionen, seien sie wissenschaftlicher oder
kirchlicher Art. Nur so kann auch ein langfristiger Beitrag zum Aufbau von
Institutionen in Entwicklungs- und Transformationsländern geleistet werden, die
stabil sind und zugleich die Basis für eine Partnerschaft in vollem Sinne - auf
Augenhöhe - erst schaffen.
Die Argumente gegen eine solche Reintegrationsoption, gerade aus dem Mund
ehemaliger Stipendiatinnen und Stipendiaten, die ihr nicht nachgekommen sind,
sind vielfältig, müssen ernst genommen werden und spiegeln ihrerseits noch
einmal das enorme Gefälle zwischen Industrie- und Entwicklungsländern, etwa
bezogen auf die Wissenschaftskulturen. Mit der These, dass durch die immer
dichteren globalen Netzwerke der konkrete Ort des Arbeitens und Wirkens ohnehin
zweitrangig oder gleichgültig sei, haben wir uns bereits auseinandergesetzt.
Der oft gehörte Hinweis, dass man vom „Norden“ aus im Grunde eine
wirksamere Hilfe für das eigene Land leisten könne, muss gleich noch im
Zusammenhang der Diasporafrage diskutiert werden. Als Reintegrationshindernisse
solch struktureller Art - von persönlichen/ familiären Gründen soll hier
abgesehen werden - zeigen sich oft auch Blockaden seitens heimischer
Institutionen, die hoch ausgebildeten Neuankömmlinge aufzunehmen und sich ihnen
adäquat zu öffnen, eine Übersättigung des heimischen Arbeitsmarktes in
bestimmten Sektoren (z.B. Ärzte in Metropolen, im Sinne eines sektoralen brain
overflow) oder eine desolate Forschungsausstattung, angesichts derer das
Potential begabter Forscher geradezu ins Ausland gerettet werden muss (brain
save). All dies kann stimmen und sogar zusammenkommen, spricht aber nicht
dagegen, dass der Aufbau nachhaltiger innovativer Strukturen in Wissenschaft und
Arbeitsmarkt generell des konkreten Engagements multiplikatorisch arbeitender
Fachkräfte vor Ort dringend bedarf.
2. Traditionelle und neue Rolle der Diaspora
Kommt in Zeiten globaler intensiver Vernetzung der Diaspora, den in der Regel
dauerhaft im Ausland lebenden Landsleuten aus Entwicklungs- und Transformationsländern,
eine gesteigerte Bedeutung für die Entwicklung dieser Länder zu? Soll man hier
gar im Blick auf die Zukunft von einem möglichen „Königsweg der
Entwicklungspolitik“ reden, wie Konrad Melchers dies tut (vgl. epd 23-24/01,
S. 20; in diesem Heft auch die Analyse einiger Beispiele, besonders bezogen auf
den Äthiopien-Eritrea-Konflikt)? Dies hätte wichtige Konsequenzen für die
Beurteilung unserer These vom Vorrang der Reintegration der Fachkräfte.
Der Begriff stammt nicht nur aus der griechischen Sprache und bedeutet ja ursprünglich
das Ausstreuen eines fruchtbaren Samens, sondern bezieht sich auch auf die frühe
Kolonisationstätigkeit der antiken hellenischen Stämme im gesamten
Mittelmeerraum und darüber hinaus, übrigens auch schon im Blick auf das
Entstehen von Philosophenschulen gerade in diesen Kolonien. Er wird dann auf
Religionen, insbesondere das Judentum nach der Zerstörung Jerusalems durch die
Römer, und später auf Nationen übertragen. Erst in den achtziger Jahren des
zwanzigsten Jahrhunderts kommt spezifisch das (wissenschaftliche) Fachkräftepotential
in den Blick, als man etwa die Rückkehr ganzer Diasporagemeinschaften vor allem
in die nunmehr boomenden „Tigerstaaten“ Asiens wie Südkorea und Taiwan
feststellen konnte. In diesem Sinne deutet sich eine Begriffsbestimmung an, die
in den Diasporas einen brain pool sieht, der für die Entwicklung eines
Landes, wenn auch z.T. erst nach Jahrzehnten, reaktiviert werden kann.
Der traditionelle Begriff meint indes die Auswanderergemeinden, und die
bisherige Diskussion ist auch auf die Wirksamkeit solcher Gruppen aus der
Distanz bezogen. Eine positive Rückwirkung solcher Auswanderergemeinschaften
wird vornehmlich im wirtschaftlichen Bereich, durch Rücküberweisung von
Kapital (remittances), gesehen, sekundär auch im politischen Sektor, wenn etwa
Exilgemeinschaften ihre im Ausland erworbenen demokratischen Erfahrungen oft
nach langer Zeit in einen Transformationsprozess ihrer Heimatländer einbringen.
Geben diese positiven Rückwirkungen Anlass, diese traditionelle Diaspora als
Entwicklungsfaktor aufzuwerten oder gar zu idealisieren? Sind solche
Gemeinschaften wirklich demokratieerfahren, kosmopolitisch denkend und frei,
sich wirtschaftlich und politisch für ihr Heimatland zu engagieren? Ein
Heimatland übrigens, das vielfach nur noch „virtuell“ erlebt wird (die
Internetverbindungen spielen natürlich eine zunehmende Rolle; vgl. die Analysen
im epd-Heft).
Schon der letzte Aspekt führt uns zur Formulierung von Vorbehalten gegenüber
einer echten entwicklungspolitischen Rolle der Diaspora. Es ist im Einzelfall zu
prüfen, wie weit die kulturelle Entwurzelung dieser Gruppen bereits
vorangeschritten ist und wie partikulär und einseitig ihr Bild von der Heimat
sich darstellt. Man kann auch bei Bildungsmigranten nach etwa fünf Jahren
Auslandsaufenthalt von einer starken Entkoppelung gegenüber den Vorgängen in
ihren Heimatländern ausgehen, die weit über eine blosse Desaktualisierung
hinaus reicht und in bestimmten Fällen auch zu holzschnittartigen bzw.
Polarisierenden Bildern von der Heimat führen kann. Die oft ins Feld geführten
Vorteile von Rücküberweisungen reduzieren sich in den meisten Fällen auf
partikuläre (Familen-)Interessenszusammenhänge und sind nur ein weiterer
Faktor der allseits zunehmenden Privatisierung aller Wirtschafts-und sozialen
Bereiche. Wichtiger erscheint noch der Vorbehalt, dass anstatt nachhaltiger
Entwicklungsinvestitionen, die die Selbsthilfekompetenzen der Empfängergruppen
stärken, ein Entmündigungseffekt durch solche finanziellen Zuwendungen
forciert werden kann.
Dennoch zeichnet sich aus unserer Sicht ein für die Entwicklungszusammenarbeit
deutlich positiver Begriff der Diaspora in dem Sinne ab, wie er oben bereits am
Beispiel der asiatischen Schwellenländer (NIC’s) angedeutet wurde. Es handelt
sich um eine im wissenschaftlich-technologischen Migrationskontext angesiedelte
Diaspora, wie sie Gaillard konzipiert („Diaspora Science et Technologie,
S&T“; vgl. Jacques und Anne Marie Gaillard: Fuite des cerveaux, retours et
diasporas, in: futuribles 2/1998 S. 25-49, insbes. S. 39ff). Dies ist eine als
temporär und flexibel einzustufende Diaspora, die im Rahmen der internationalen
Zirkulation und Netzwerkbildung von Wissenschaftlern und Fachkräften zumindest
partiell steuerbar, auf jeden Fall aber für eine Nationalökonomie der
Entsendeländer reaktivierbar ist. Basis einer solchen Reaktivierung für die
nationalen Entwicklungsziele kann ein virtuelles Netzwerk sein, jedoch ist dies
ohne eine reale Rückkehr für längere Zeiträume nicht wirkungsvoll. Unter
diesem Gesichtspunkt wäre etwa das Netzwerk CALDAS der kolumbianischen
Wissenschaftler zu analysieren. Die Stipendiatengemeinschaften des KAAD zielen
bei vorrangiger Option auf die dauerhafte Reintegration letztlich auch auf ein
solches Konzept einer temporären Diaspora.
3. Konsequenzen für die Stipendienpolitik
Es dürfte deutlich geworden sein, dass es zumindest aus der Sicht des KAAD als
Clearingstelle der Stipendienpolitik für die katholische Kirche in Deutschland
keiner grundsätzlich neuen Diskussion um die Schlüsselkompetenzen und das
„Profil“ der Stipendiatinnen und Stipendiaten bedarf (die Diskussionen darüber
im Dialog mit den Partnern sind z.B. in unserer Jubiläumspublikation „Das
Volk Gottes in den Herausforderungen einer Weltgesellschaft“, Bonn 1998
dokumentiert). Es geht allerdings darum, im Kontext von Stipendiatenauswahl,
Studienbegleitung und Nachkontakten Rahmenbedingungen zu suchen und zu schaffen,
die erlauben, positive Effekte aus der Mobilität und globalen Vernetzung mit
einer prioritär reintegrations- bzw. heimatorientierten Stipendienpolitik zu
verbinden.
So bieten etwa erleichterte Möglichkeiten der Zirkulation von Wissenschaftlern,
eine Bildungsmigration, die „Pendelcharakter“ haben kann, und generell die
Orientierung auf ein lebenslanges, jeweils neu ansetzendes Lernen im
internationalen und interkulturellen Austausch bedeutende Chancen, gerade für
die Entwicklungs- und Transformationsländer, in erhöhtem Masse an Wissen und
Forschung teilzuhaben. Dies gilt allerdings nur, wenn Bildungsmigranten aus
diesen Ländern nicht Teil eines brain drain sind, sondern sich im Sinne einer
temporären, rückkehrorientierten Diaspora verstehen, deren Ziel der
langfristige Aufbau von Institutionen im Dienst der wissenschaftlichen und
allgemeinen Entwicklung ihrer Heimatländer ist.
Wenn der brain drain durch eine gezielte Einwerbungspoltik von
Hochqualifizierten seitens der Industrienationen in Zeiten des globalen
Wettbewerbs gerade steigt - dafür ist die Greencard-Regelung in Deutschland nur
ein Anfang -, dann müssen die Stipendienorganisationen, sofern es in ihrer
Macht steht, versuchen, als Gegengewicht ein von ihren Partnerorganisationen
gestütztes Netzwerk zu bilden, das ein attraktives Betätigungsfeld für einen
Lebensmittelpunkt ihrer Absolventen und Rückkehrer im heimischen Umfeld
darstellt. Für den KAAD heisst das konkret die Intensivierung der
Zusammenarbeit mit den wissenschaftlichen und kirchlichen Partnerorganisationen
in den Zielländern, aber auch in Deutschland, Aufbau von Verbindungen zur
Wirtschaft und natürlich die motivierende Betreuung der Arbeit unserer eigenen
Alumnivereine in der ganzen Welt.
Neben solchen positiv-motivierenden Reintegrationshilfen, zu denen natürlich
auch die staatlichen bzw. kirchlichen finanziellen incentives gehören, sind
aber auch transparente rechtliche Rahmenbedingungen zu schaffen oder zu verstärken,
die die entwicklungspolitischen Intentionen der Stipendienprogramme schützen.
Dies gilt für den einzelnen Stipendienvertrag (Rückkehrklausel) genau so wie für
eine rechtlich-vertragliche Ausgestaltung der Beziehungen zwischen
Stipendienwerk und Partnerinstitutionen (Arbeitsplatzzusage für die Rückkehrer!).
Die Politik muss im Rahmen ihrer Zuwanderungsgesetzgebung entwicklungspolitisch
relevante Bereiche der Bildungsmigration vor einer Einwerbepolitik der deutschen
Wirtschaft und Wissenschaft schützen. So sahen im Anschluss an die Ausführungen
der Süssmuth-Kommission zur Wohlfahrt anderer Staaten die Entwürfe zum
Zuwanderungsgesetz (Begründung § 16, Bes. Teil) ja auch eine Nichtverlängerung
der Aufenthaltserlaubnis bzw. eine Nichtüberführung in eine „Niederlassungserlaubnis“
für entwicklungspoltisch intendierte Stipendienprojekte vor. So sehr man eine
Berufserfahrung unserer Stipendiatinnen und Stipendiaten von bis zu zwei Jahren
in Deutschland nach ihrem Stipendium auch in manchen Fällen für sinnvoll
halten mag, so sollte doch - durch positive und negative incentives - vermieden
werden, dass diese potentielle Dienst- und Verantwortungselite ihrer Heimatländer
von kurzfristigen wirtschaftlichen Interessen der Gastländer aufgesogen wird.
L'esperto 'globalizzato' e la diaspora - un paradigma nuovo per la
“politica” ecclesiale delle borse di studio e dell'aiuto allo sviluppo.
Riassunto
L'intensificazione, a livello mondiale, della mobilità degli studenti,
scienziati ed esperti solleva erroneamente l'idea che esista già un mercato
globale del lavoro e delle scienze. Il fenomeno, però, è ancora limitato a
questo piccolo gruppo di personale altamente qualificato e il flusso è
unidirezionale, cioè i paesi industrializzati attirano gli esperti.
L'articolo, che si basa sull'esperienza del KAAD, studia le conseguenze di
questa situazione per l'aiuto ecclesiale allo sviluppo, particolarmente
nell'ambito delle borse di studio. L'approfondimento dell'importanza del rientro
degli studenti nei loro paesi, alla fine di uno sviluppo durevole, smaschera i
termini "esperti globalizzati" e "diaspora"; in conclusione,
l'Autore trae alcune conseguenze nell'ambito della selezione dei borsisti, il
loro accompagnamento e i contatti con gli ex-borsisti.
1. "Esperti globalizzati", chi sono?
Nonostante il fatto che la globalizzazione prometta un movimento libero a tutti,
e ovunque, alcuni paesi e intere regioni ne sono esclusi. Questo è più che
chiaro nell'ambito del "mercato della scienza", dove esiste un'enorme
divergenza fra la produttività scientifica dei paesi industrializzati e di
quelli africani, asiatici o arabi. Esiste, in più, da parte dei primi, una vera
competizione per attirare i cervelli migliori, con il fenomeno del "brain
drain", come conseguenza.
La “politica” borsistica della Chiesa dovrebbe opporsi a questa tendenza e
scegliere la parte dei più poveri. Lo studente, ben formato (a livello
scientifico, ma anche culturale e religioso), che torna nel suo paese può
diventare un "moltiplicatore" di questa scelta preferenziale e una
fonte di sviluppo durevole. Quest'ideale si ripercuota sulla selezione dei
borsisti e sui programmi di reintegrazione!
2. La funzione tradizionale e nuova della diaspora.
Ci si può chiedere se l'influsso della diaspora, vale a dire l'insieme dei
compatrioti viventi all'estero, visibile soprattutto nell'ambito economico
(rimesse finanziarie), e in piccoli trasformazioni nella politica interna, sia
veramente e totalmente positivo. Queste comunità non sono veramente interessate
ad impegnarsi nello sviluppo del loro paese. Dopo tanto tempo, sono troppo
staccate dalle realtà attuali del loro paese.
Più positiva per lo sviluppo durevole dei paesi emergenti è la diaspora
temporanea e flessibile degli scienziati e degli esperti. È stata l'esperienza
dei "paesi tigre" asiatici che, negli anni ottanta, hanno conosciuto
un "boom" economico causando un ritorno massiccio dei loro esperti
che, a sua volta, ha dato una spinta supplementare all'economia.
3. Conseguenze per la “politica” delle borse di studio.
Nel contesto della selezione dei borsisti, dei programmi di accompagnamento e
dei contatti con gli ex-borsisti, il KAAD vuole cercare mezzi e metodi per
approfittare al massimo dei vantaggi della globalizzazione.
La diaspora temporanea potrebbe essere un modello in grado di abbinare la
necessità di una formazione continua (lifelong learning) a uno scambio di
scienziati a livello mondiale.
Per opporsi a una politica che favorisce la migrazione unidirezionale verso i
paesi industrializzati, e crea un "brain drain" nei paesi poveri, il
KAAD propone di creare una rete mondiale con tutti i partner che dovrebbe
tentare di migliorare gli elementi che favoriscono il ritorno e l'impegno a
favore del loro paese da parte degli ex-borsisti (l'accompagnamento, il mercato
di lavoro, ecc.).
Accanto a queste iniziative, si dovrebbero formulare delle condizioni quadro per
salvaguardare e rafforzare lo scopo fondamentale dei programmi di borse, cioè
l'aiuto allo sviluppo. La “politica” dovrebbe proteggere gli ambiti di
formazione rilevanti per lo sviluppo rispetto al reclutamento di esperti esteri
da parte dell'economia.
The “Globalized” Expert and the Diaspora – a new paradigm for the Church
policy of scholarships and aid to development
Summary
The intensification of the mobility of students, scientists and experts, at a
world-wide level, erroneously gives the idea that there is already a world
market for labor and science. In reality, the phenomenon is limited only to a
small group of highly qualified persons and the flow is unidirectional, that is,
industrialized countries attract experts.
Using the experience of KAAD, the article studies the consequences of the
situation of Church aid to development, particularly in the field of
scholarships. A more profound examination of the importance for students to go
back to their countries, for the sake of lasting development, reveals the
reality behind terms like “globalized experts” and “diaspora”. As a
conclusion, the author points out some consequent action in the area of the
selection of scholars, their “accompaniment” and contacts with former
scholars.
1. “Globalized experts”: who are they?
In spite of the fact that globalization promises free movement to everyone,
everywhere, some countries and whole regions are excluded from this. This is
more than clear in the context of the “market of science”, where there is an
enormous gap between the scientific productivity of industrialized countries and
that of African, Asian or Arab countries. Moreover, there is a real competition
among the former to attract the best brains, resulting in the “drain brain”
phenomenon.
The scholarship “policy” of the Church should oppose this tendency and
choose the side of the poorest. The student, who is well-formed (scientifically,
but also culturally and religiously) and goes back to his country, could become
a “multiplier” of this preferential option and a source of lasting
development. This ideal he reflected on the selection of scholars and programs
of reintegration!
2. The traditional and new function of the
diaspora.
We may wonder whether the influence of the diaspora - meaning the totality of
our fellow-countrymen living abroad, visible especially in the economic sphere
(financial remittances) and in small changes in internal politics - is truly and
completely positive. These communities are not really interested in getting
involved in the development of their homeland. After quite a long period of time
abroad, they are too detached from the actual situation of their country to be
interested in it.
What is more positive for the lasting development of emerging countries is the
temporary and flexible diaspora of scientists and experts. This was the
experience of the “tiger countries” in Asia, which experienced an economic
“boom” in the 1980s, causing a massive return of their experts who, on their
part, gave a supplementary push to the economy.
3. Consequences of the scholarship “policy”.
In the context of the selection of scholars, programs for their
“accompaniment” and contacts with former scholars, KAAD wants to look for
ways and means to take the maximum advantage of globalization.
Temporary diaspora could be a model that is capable of combining the need to
have lifelong learning with a sharing among scientists, at a world-wide level.
To oppose a policy, that favors unidirectional migration towards industrialized
countries and creates “brain drain” in poor countries, KAAD proposes the
creation of a worldwide network of all the partners that should be involved in
improving the conditions that promote the return of scholars to their homeland
and encourage a commitment, on the part of the former scholars, in favor of
their country (accompaniment, labor market, etc.).
Along with these initiatives, frameworks should be formulated to safeguard and
strengthen the fundamental aim of scholarship programs, that is, the aid to
development. The “policy” should protect the area of formation necessary for
development against the recruitment of foreign experts on the part of economic
sector.
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