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Pontifical Council for the Pastoral Care of Migrants and Itinerant People
People
on the Move
N° 110 (Suppl.), August 2009
SCHLUSSDOKUMENT
I. Der
Ablauf
Vom 1. – 4. September 2008 fand im Bildungszentrum
Kardinal-Döpfner-Haus in Freising (Deutschland) der VI. Weltkongress
der Zigeuner-Seelsorge statt, veranstaltet vom Päpstlichen Rat der
Pastoral für die Migranten
und Menschen unterwegs in Zusammenarbeit mit der Deutschen
Bischofskonferenz. Die 150 Delegierten (Erzbischöfe, Bischöfe,
Geistliche, Diakone, Ordensleute, Laienseelsorger und Vertreter der
Zigeuner) kamen aus 26 europäischen Ländern, aus Lateinamerika und
Asien, um das Thema: „Die jungen Zigeuner in der Kirche und in der
Gesellschaft“ zu diskutieren.
Mit diesem Thema hat der Kongress die Bedeutung der
Rolle unterstreichen wollen, die die junge Zigeunergeneration bei der
menschlichen und christlichen Förderung ihres eigenen Volkes spielen
kann. Während der vier Arbeitstage haben sich die Teilnehmer mit den
geistigen und materiellen Bedürfnissen der jungen Zigeuner
auseinandergesetzt, auch in der Absicht, die unvorteilhaften Bedingungen
anzuklagen, die objektiv auf ihnen lasten, und um eine wahre Integration
und ihre stärkere Beteiligung an jenen Projekten, Entscheidungen und
Aktivitäten zu fördern, die sie selbst betreffen. Darüber hinaus hat man
sich bemüht, geeignetere Methoden zu finden, wie man ihre menschliche,
berufliche und religiöse Bildung unterstützen kann.
Der Eröffnung des Kongresses am 1. September ging
eine Pressekonferenz voraus, in der Erzbischof Agostino Marchetto,
Sekretär des Päpstlichen Rates, und Bischof Norbert Trelle,
Bischöflicher Beauftragter der Zigeuner-Seelsorge in Deutschland, das
Thema der Versammlung vorstellten.
Die Eröffnungssitzung, während der sehr herzliche
Grußworte und gute Wünsche von kirchlichen und zivilen Stellen verlesen
wurden, leitete Bischof Norbert Trelle. Erzbischof Marchetto hatte zuvor
das Grußtelegramm, dass der Heilige Vater zu diesem Anlass geschickt
hatte, vorgelesen, in dem der Papst den Wunsch aussprach, dass „das
Treffen ein erneuertes Engagement zur Unterstützung der Integration der
jungen Zigeuner in der Kirche und in der Gesellschaft wecken möge.“ Dann
ergriff der Apostolische Nuntius in Deutschland, S.E. Jean-Claude
Périsset, das Wort und erinnerte die Kongressteilnehmer vor allem daran,
dass die Arbeit, die sie sich vorbereitet haben zu leisten, auf der
Anerkennung der Menschenwürde gründen muss. Er hat sodann auch an die
hervorragende Stellung erinnert, die Christus im Leben jedes einzelnen
Gläubigen und in der Seelsorge der Kirche einnimmt.
Den an die Kongressteilnehmer gerichteten
Willkommensgruß von Erzbischof Robert Zollitsch, Vorsitzender der
Deutschen Bischofskonferenz, der selbst nicht anwesend sein konnte, las
Bischof Norbert Trelle vor. Es folgten die Grüße von Dr. Wolfgang
Schäuble, MdB, Innenminister der Bundesrepublik Deutschland, die von
einem Stellvertreter vorgelesen wurden. Dann hat Herr Bernd Sibler,
Staatssekretär im Bayrischen Staatsministerium für Unterricht und
Kultus, die Teilnehmer begrüßt. Herr Dieter Thalhammer,
Oberbürgermeister von Freising, gab schließlich der Hoffnung Ausdruck,
dass die Besonderheit des Ortes, der für diesen Kongress ausgewählt
wurde, zum Erfolg der Arbeit des Kongresses beitragen möge.
Im Anschluss las Erzbischof Marchetto den an die
Kongressteilnehmer gerichteten Willkommensgruß von S. Em. Kardinal
Renato Raffaele Martino vor, Präsident des Vatikanischen Dikasteriums,
das sich mit der Zigeunerseelsorge beschäftigt. Nach einem aufrichtigen
Dank an alle Persönlichkeiten und Kongressteilnehmer für ihr zahlreiches
Erscheinen, wandte sich der Kardinal mit einer ermunternden Botschaft an
die Jugendlichen, mit der er sie daran erinnerte, dass sie einen
Reichtum für die Kirche und für die Gesellschaft darstellen. Zugleich
unterstrich er, dass sie sich auf Grund ihrer unsicheren
Lebensbedingungen und der geringen Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten
wohl entwurzelt und ungleich behandelt fühlen, dass sie das Vertrauen in
sich selbst verlieren, in die Kernfamilie, in die politischen,
juristischen und erzieherischen Einrichtungen, seien sie nun sozialer
oder kirchlicher Natur. Aus diesem Grunde, so fuhr der Kardinal fort,
rufe die Kirche alle Menschen, besonders aber die Christen dazu auf,
Verantwortung im Dienste der Gesellschaft zu übernehmen und sich
politisch zu engagieren, mit dem Ziel dafür zu sorgen, dass die Würde
und die Rechte jedes Menschen in jeder Hinsicht und in Liebe, Frieden,
Gerechtigkeit und Solidarität respektiert werden. Was die Staaten
betreffe, so betonte der Kardinal, so sei es ihre Aufgabe, all jenen
Erziehungseinrichtungen und Sammelstätten, wo sich Zigeuner treffen, die
nötige Unterstützung zu garantieren, den einzelnen Familien (Clans), den
Schulen und Vereinen, wo sich unter Beachtung der Normen und der Regeln
des zivilen Zusammenlebens ausgeglichene und verantwortungsbewusste
Menschen entwickeln und wo sich Personen herausbilden, die geeignet
sind, uneingeschränkt am Leben der Gemeinschaft teilzuhaben.
Schließlich, erinnerte Kardinal Martino daran, dass auf den
vorhergehenden Kongressen das Bedürfnis nach einer Zentralstelle
innerhalb der Kirche hervorgehoben wurde, der die Zusammenarbeit und den
Dialog mit den internationalen und nationalen Organen sowie mit den
verschiedenen christlichen Konfessionen fördere, um jede Art der
Diskriminierung und der Gewalt gegen die Zigeuner abzuschaffen.
Nach der Verlesung der Grußworte S.E. des
Präsidenten, dem es nicht möglich war, selbst teilzunehmen, trug
Erzbischof Agostino Marchetto seine Eröffnungsrede zum Thema „Die jungen
Zigeuner, ein wichtiger Teil von Gesellschaft und Kirche“ vor. Bevor er
zum eigentlichen Kern des Themas kam, erläuterte der Erzbischof kurz,
wie er den Begriff „Zigeuner“ verwendet, der auf internationaler Ebene
zutreffender erscheint, als die Begriffe „Roma-Sinti“, die zumindest in
Teilen Europas allgemein benutzt werden, um von diesen Volksgruppen zu
sprechen. Nach einer kurzen Einleitung über das Lehramt der Kirche
gegenüber den Jugendlichen, hat Erzbischof Marchetto die fünf tragenden
Elemente seines Beitrags vorgestellt: den erzieherischen Hintergrund,
die Herausforderungen, denen sich die Zigeuner heute gegenüber sehen,
die Faktoren und Normen für eine echte soziale Inklusion, die Maßnahmen
der Organisationen und Institutionen zugunsten der Zigeuner, und
schließlich die Beziehung zwischen der Kirche und den jungen Zigeunern.
Mit besonderem Nachdruck wies Erzbischof Marchetto auf die
Schwierigkeiten hin, die die jungen Zigeuner im Bereich des
Erziehungswesens und der Arbeit überwinden müssen, was nicht selten auf
das Fehlen von Normen und Regelungen gegen die Diskriminierung
zurückzuführen ist. Er hat die Diskriminierungen im Bereich der
Unterbringung und des Zugangs zu medizinischer Pflege aufgezeigt, unter
denen die Zigeuner leider noch immer leiden. Zu den Herausforderungen,
denen sich die junge Generation gegenübersieht, hat Msgr. Marchetto auch
den Mangel an Objektivität vonseiten der Massenmedien gezählt, an die er
darum den Appell richtet, sich für eine Sensibilisierung einzusetzen, um
Vorurteile und negative Klischees zu bekämpfen, die in der Gesellschaft
verwurzelt sind. Zu dem Thema ‚Kirche-junge Zigeuner’ wies der
Erzbischof auf eine Reihe von Initiativen hin, die bereits tätig sind,
und er ließ es nicht an Vorschlägen fehlen, wie eine bessere
Eingliederung der Jugendlichen in das Leben der Kirche und der
Gesellschaft aussehen könnte. Zum Abschluss hat er die
Kongressteilnehmer an ihre Pflicht erinnert, sich der neuen Generation
von Christen unter den Zigeunern seelsorgerisch anzunehmen.
Am Ende der Eröffnungssitzung begaben sich die 14
Erzbischöfe und Bischöfe, die über 70 Geistlichen und zahlreichen
Kongressteilnehmer in einer Prozession in die Kathedrale von Freising,
wo eine feierliche eucharistische Konzelebration unter Leitung von S.E.
Reinhardt Marx, Erzbischof von München-Freising, stattfand.
Der erste Tag endete mit einem ‚Abend der
Freundschaft’, an dem man kulturelles und geselliges Erleben in einer
Atmosphäre der Brüderlichkeit und in großer Herzlichkeit miteinander
teilte.
Dienstag, den 2. und Mittwoch, den 3. September waren
in zwei Hauptabschnitte unterteilt. Die Vormittagsstunden waren den
Ausführungen der Redner und der anschließenden Diskussion in der
Versammlung gewidmet, während an den Nachmittagen zwei Gespräche am
runden Tisch stattfanden, eines zwischen den Nationaldirektoren und das
andere zwischen den jungen Zigeunern, die jeweils von zwei Experten in
Jugendfragen koordiniert wurden: S.E. Bischof Josef Clemens, Sekretär
des Päpstlichen Laienrates, und S.E. Bischof Domenico Sigalini,
kirchlicher Generalassistent der Azione Cattolica Italiana.
Am Vormittag des 2. September wurden die realen
religiösen Gegebenheiten und die gesellschaftlich-politische Situation
der jungen Zigeuner erläutert. Rev. P. Denis Membrey, ehemaliger
Nationaldirektor der Zigeunerseelsorge in Frankreich, der sich mit dem
Thema „Die religiöse Situation der Zigeuner-Jugend - eine
Herausforderung für die Kirche“ befasste, stellte die Tatsache in den
Vordergrund, dass die Zigeunerjugend eine Realität mit sehr
unterschiedlichen Aspekten darstellt. Zahlreiche Fragen über den
Glauben, die Religion und die Kirche werden von den Jugendlichen immer
wieder an die Seelsorger gerichtet, und - so betonte P. Membrey - in
ihnen erkennt man den Wunsch und das Verlangen nach Glauben. Eine
Antwort der Seelsorge erfordert daher eine genaue Kenntnis der Welt der
Zigeuner in ihrer Gesamtheit, mit ihrer Geschichte und den
verschiedenen Besonderheiten ihrer Kultur und ihrer Mentalität. Der
Redner hat sodann die Kongressteilnehmer aufgefordert, sich Gedanken
über die Notwendigkeit zu machen, gemeinsam eine Kirche-Kommunion
aufzubauen, und die Art und Weise, wie man das erreichen kann.
Frau Dr. Eva Rizzin, eine junge Sinta und Mitglied
des Vereins Roma und Sinti Gemeinsam und des Forschungs- und
Aktionszentrums gegen die Diskriminierung der Roma und Sinti –
OsservAzione, hat über „Die sozialpolitische Lage der
Zigeuner-Jugend, insbesondere im Hinblick auf Europa, und Perspektiven
für die Zukunft“ berichtet. Die Referentin begann ihren Beitrag mit
einer Anklage der Gewalttätigkeiten, der Aufhetzung zum Rassenhass und
anderer Formen des Missbrauchs gegenüber den Roma und Sinti. Im Übrigen
machte sie sich zum Sprecher der Mehrheit der jungen Zigeuner und
versicherte mit Bestimmtheit, dass das Bewusstsein, die Schulausbildung
und der Wille zu politischer Beteiligung nunmehr fester Bestandteil
ihres Lebens sind. Doch ist es nach Ansicht der Rednerin nun
erforderlich, Aktivisten/Vermittler unter den Roma und Sinti
auszubilden. Darüber hinaus hat die Referentin die Ausbildung als ein
Element von ganz besonderer Bedeutung für die Jugendlichen und den
Schulbesuch als ein Instrument ihrer besseren Selbstvertretung und einer
verstärkten Emanzipation herausgestrichen. Sie lenkte sodann die
Aufmerksamkeit auf die Anerkennung des Minderheitenstatus des
Zigeunervolkes und betonte im Hinblick auf die Strategien zugunsten
dieser Völker, dass es sich hierbei nur um integrierte und kulturelle
Strategien handeln kann, die allgemein geteilt werden.
Am Nachmittag fand das Gespräch der
Nationaldirektoren am runden Tisch statt, koordiniert von S.E. Bischof
Josef Clemens, Sekretär des Päpstlichen Laienrates. Sechs
Nationaldirektoren nahmen in Vertretung für drei Kontinente teil. Sie
diskutierten über das Thema „Evangelisierung und Förderung der jungen
Zigeuner angesichts der Herausforderungen des religiösen, kulturellen
und ethischen Pluralismus“. Pater Wallace do Carmo Zanon hat für
Südamerika die Situation in Brasilien erläutert, während Frau Dr. Jaya
Peter vor dem Hintergrund Indiens die indische Realität darstellte. Die
übrigen vier National-Direktoren, P. Jozef Lančarič, SDB (Deutschland),
P. Federico Schiavon, SDB (Italien), Schwester Karolina Miljak
(Kroatien), P. Francisco Sales Diniz, OFM (Portugal) haben im Hinblick
auf Europa über die Probleme und die mit diesem Thema in Verbindung
stehenden Aussichten vom Standpunkt ihrer jeweiligen Länder aus
gesprochen.
Am Abend wurden die Kongressteilnehmer vom
stellvertretenden Bürgermeister von Freising im historischen
Asamtheater empfangen. In dem malerischen Rahmen des „Asamsaals“ hat
Dr. Rudolf Schwaiger die Anwesenden kurz mit der Geschichte der Stadt,
die den Titel „das Herz des alten Bayerns“ trägt, und mit ihren
kulturellen, sozialen und geistlichen Schätzen vertraut gemacht.
Am Vormittag des 3. September haben Herr Nicolae
Gheorghe, früherer Berater der OSCE-ODIHR in Fragen der Roma und
Sinti, und Schwester Maria Belén Carreras Maya, eine spanische
Missionarin, zum Thema „Möglichkeit der Einbeziehung der Zigeuner in
Erziehung, Beruf und Gesellschaft – Zusammenarbeit zwischen kirchlichen
und zivilen Institutionen” gesprochen. Herr Gheorghe hat diese
Gelegenheiten von einem politischen Standpunkt her erläutert, während
Schwester Carrera Maya die Bedeutung der Ausbildung hervorhob und die
Notwendigkeit einer beruflichen Qualifizierung als unerlässliche
Voraussetzung betonte, um eine würdige Lebensqualität zu erreichen.
Schwester Carreras Maya hat sodann auf die Kirche hingewiesen, die als
Experte in Humanität und als unermüdliche Verteidigerin der
Menschenwürde, also auch zu einem offenen und konstruktiven Dialog mit
den Zigeunern fähig ist, einem Dialog, der unbedingt in der gleichen
Sprache geführt werden muss.
Der Nachmittag stand unter dem Zeichen der jungen
Zigeuner, denen ein Runder Tisch gewidmet war, den S.E. Bischof Domenico
Sigalini moderierte. Zum Thema: „Was Jugendliche antreibt – Motivationen
und Zielsetzungen, Erwartungen und Bedürfnisse äußerten“ sich Remo
Allgäuer (Deutschland), Ange Garcy (Frankreich), Savic Branislav
(Italien), Mădălina Burtea (Rumänien) und Gyözö Balogh (Ungarn). Ihre
besonders ergreifenden Zeugenaussagen, die Schmerzen und Erfahrungen der
Vergangenheit, Sicherheiten der Gegenwart und Hoffnungen für die Zukunft
bloß legten, haben zahlreiche Fragen und Erwartungen an die Kirche und
die Gesellschaft aufgeworfen. Unter anderem wurde von “dem Traum einer
Welt ohne Barrieren zwischen den Menschen, ohne Diskriminierung zwischen
den Rassen” gesprochen, dem Wunsch “die Kirche durch den Haupteingang
betreten zu können”, “die gleichen Ausbildungs- und Arbeitsmöglichkeiten
wie die Gağé zu haben” und nicht mehr als “anders” betrachtet zu werden.
Die Hoffnungen der Jugendlichen basieren zudem auf der Möglichkeit, eine
adäquate Ausbildung bekommen zu können, darauf, die Wahrnehmung der
Zigeuner vonseiten der Mehrheitsgesellschaft zu ändern, sowie auf dem
Wunsch der jungen Zigeuner selbst, das Misstrauen und die Angst in den
Beziehungen zu den Gağé überwinden zu lernen. Was die Kirche
betrifft, so entscheiden sich die Jugendlichen für ein stärkeres
religiöses Bewusstsein, das es auf assoziativer Ebene möglich macht,
ihre Rechte zu verteidigen und am kirchlichen Leben aktiv teilzunehmen.
Die Arbeiten des Kongresses wurden von Gebeten und
ganz besonders von der Heiligen Messe unterstützt, die jeden Tag zu
früher Stunde in der Kappelle des Bildungszentrums konzelebriert
wurde. Der Hauptzelebrant am Dienstag, den 2. September, war Erzbischof
Agostino Marchetto, während am Tag darauf S.E. Bischof José Edson
Santana Oliveira, der bischöfliche Promotor Brasiliens, die
eucharistische Konzelebration leitete. Am Donnerstag, den 4. September
leitete S.E. Bischof Leo Cornelio, Erzbischof von Bhopal und Präsident
der Pastoral Care of Nomads in India (PACNI), die Heilige Messe.
Die Bischöfe hielten jeweils auch die Homelie.
Der Kongress hat den Teilnehmern ausgiebig
Möglichkeiten geboten, die Problematik der jungen Zigeuner in ihren
verschiedenen Aspekten, im Rahmen von Arbeitsgruppen, in Debatten und in
den Diskussionen zu erörtern, deren Ergebnisse in einer Reihe von
Schlussfolgerungen und Empfehlungen zusammengefasst sind. Donnerstag,
der 4. September, Tag der Beendigung des Kongresses, war der Verlesung
und der allgemeinen Billigung der Schlussfolgerungen und der
Empfehlungen gewidmet, die hier im Anschluss dargestellt werden.
II.
Schlussfolgerungen
Eine Gewissheit: die Zukunft gehört den Jugendlichen.
Seien sie nun Zigeuner oder Gağé, man muss sie in ihrer Würde
sehen und ihnen die Gelegenheit bieten, eine Quelle des Reichtums für
die Kirche und die Gesellschaft zu sein. Die jungen Zigeuner bleiben
Träger von Werten, die wir entdecken müssen, um uns an ihnen zu
bereichern, auch wenn sie gerade eine tiefgreifende Veränderung
durchmachen.
Die Kirche
1. Wenn man von den jungen Zigeunern spricht,
greift man gerne zu Verallgemeinerungen, die in Wirklichkeit übertrieben
sind. Auf der einen Seite hängt das Bild, das man sich von ihnen macht,
oft von unseren eigenen Vorstellungen ab; selten werden die Jugendlichen
selbst in ihrer Originalität und in ihrer Fülle beurteilt. Auf der
anderen Seite sehen die Tatsachen sehr unterschiedlich aus: es gibt
Nomaden und es gibt Sesshafte, der Grad der Ausgrenzung ist jeweils
unterschiedlich, die soziologischen und kulturellen Gruppen sind sehr
unterschiedlich, gleiches gilt für die familiäre Situation (einige
Jugendlich sind bereits verheiratet und Familienvater oder Mutter). Die
Jugendlichen stehen einem doppelten Konflikt gegenüber:
- den
Generationenkonflikten, die entsprechend den Gebräuchen gelöst werden
(zum Beispiel durch eine Verkürzung der Zeit der Adoleszenz durch
vorzeitige Heirat);
- den
Kulturkonflikten, die durch die Modernität noch verstärkt werden.
Wie die
jungen Gağé sind sie Gegenstand von Anforderungen der
Gesellschaft denen gegenüber sie verwundbar und wenig vorbereitet sind.
2.
Aus dieser Perspektive ergeben sich ‚zwei goldene Regeln’, die von den
Jugendlichen selbst vorgeschlagen wurden:
- zuhören
können: sich die Zeit nehmen, sie zu verstehen, um sie besser kennen zu
lernen;
- ‚für sie,
aber vor allen Dingen mit ihnen’ handeln.
3. Gott hat für jeden der jungen Zigeuner wie
für die jungen Gağé einen Plan, den man entdecken und auf den man
trotz der unsicheren Lage und der etwaigen Ausgrenzung antworten muss.
Die Jugendlichen stellen ‚die Hoffnung der Kirche’,
die Hoffnung der Welt dar. Sie sind ‚Propheten der Hoffnung’, die
‚Urheber einer Erneuerung’. ‚Für sie, aber vor allen Dingen mit ihnen
handeln’ bedeutet für die Kirche, sie dazu zu ermutigen, an der
Durchführung von Pilotprogrammen zu arbeiten, an Initiativen und
Projekten mit dem Ziel, ihre Beteiligung an der Evangelisierung und an
der menschlichen Förderung ihrer Brüder und Schwestern zu verstärken.
4. Die Säkularisierung,
wie auch immer man sie beurteilen mag, ist heutzutage in vielen Ländern
eine Tatsache; die derzeitige grenzüberschreitende Mobilität der
Zigeuner bringt nie zuvor da gewesene Begegnungen zwischen Jugendlichen
verschiedener Religionen und Kulturen mit sich. Außerdem verändern sich
die familiären Verhaltensweisen. Diese Umstände stellen die Jugendlichen
vor neue Fragestellungen, vor neue Herausforderungen, die ihre Eltern
nicht kannten. Gott war für sie eine Offensichtlichkeit, das ist für die
Jugendlichen nicht immer mehr so. Darum besteht die unbedingte
Notwendigkeit, eine neue Form der Begleitung zu entwickeln, eine
Pastoral, die stärker in der direkten Auseinandersetzung mit der
Realität, der Aktualität und der Andersartigkeit steht.
5. Eine spezifische Seelsorge, die in der
Kirche als normal und nicht als periodisch angesehen werden muss, setzt
die Ausbildung von Seelsorgern, Zigeunern und Gağé, voraus. Sie
müssen die schon vorgesehenen Anpassungen der Liturgie an die
Zigeunerkultur ausnutzen: man darf nicht standardisieren, was lebendig
ist! Die Kirche denkt im übrigen, darüber nach, die Strukturen der
Seelsorge besser zu nutzen, um sie näher an die Menschen zu rücken und
persönlicher zu gestalten.
6. Die Pfarrgemeinden müssen sich auch
intensiv um die Situation der Zigeuner am Ort kümmern. Sie müssen den
missionarischen und prophetischen Wagemut besitzen, die jungen Zigeuner
als Kinder Gottes brüderlich aufzunehmen. Diese Begegnungen müssen die
Hindernisse, Vorurteile und rassistische Einstellungen niederreißen und
es den Zigeunern und den Gağé erlauben, sich als Brüder und
Schwestern zu treffen, gemeinsam zu Werkzeugen des Friedens und der
Versöhnung in der Begegnung zwischen den Kulturen zu werden und sich
gegen die unmäßigen Verhaltensweisen der Verursacher der Gewalt zu
verschwören.
Die Gesellschaft
7. Die Zigeunerfrage wird immer stärker
institutionalisiert, insbesondere auf der Ebene der zuständigen
europäischen Stellen. Diese Institutionalisierung berührt auch die
Probleme der Ausbildung und der Arbeit; sie betrifft gleichermaßen die
Jugendlichen. Sie hat also den Vorteil, eine stärkere Bewusstmachung und
ein stärkeres Verantwortungsbewusstsein vonseiten der Staaten mit sich
zu bringen und die Entwicklung von internationalen Projekten anzuregen.
Aber sie birgt die Gefahr in sich, rein verwaltungstechnisch zu werden
und die Wärme der zwischenmenschlichen Beziehungen zu ignorieren,
unangemessene Entscheidungen in konkreten Situationen hervorzurufen und
auf eine Anpassung der Zigeuner zu zielen, ohne dabei ihrer Besonderheit
Rechnung zu tragen.
8. Es muss ein Prozess der Inklusion in
Bewegung gebracht werden, damit die Jugendlichen eine entscheidende
Rolle spielen und Verantwortung übernehmen, ein gutes Ausbildungsniveau
erreichen und sich in politischen und gesellschaftlichen Aktivitäten in
gemeinsamer Verantwortung und aktiver Solidarität engagieren können.
9. Die jungen Zigeuner finden sich ohne
Übergang von der familiären Tradition in eine Welt versetzt, die von der
Technologie beherrscht wird. Auch sie sind nicht gefeit gegen bestimmte
Ausflüsse gesellschaftlicher Phänomene: Drogen, Alkohol, usw.
10. Auch heute noch sind die Zigeuner, und
darunter die Jugendlichen, Opfer von Vorurteilen und negativen
Klischees; sie gehören zu der sozialen Gruppe mit den geringsten
Chancen, sie müssen sich mit dem Problem der Diskriminierung und der
Ungleichheit im Erziehungssystem, dem Problem der Arbeit, der Unterkunft
und der Gesundheit auseinandersetzen. Aktuellen Untersuchungen in Europa
zufolge stellen sie die Gruppe dar, “die am wenigsten als Nachbarn
gewünscht” wird. Sie unterliegen einer vor allem territorialen
Segregation. Diskriminierung, Xenophobie und sogar Rassismus führen
manchmal zu Gewalttätigkeiten, die sich ganz besonders gegen die
Schwächsten richten: Kinder, Jugendliche und Frauen, und die
Auswirkungen auch auf die Sozialstrukturen haben.
III.
Empfehlungen
1. Die Situation der jungen Zigeuner
unterscheidet sich je nach dem Land, in dem sie leben; eine gewisse
Flexibilität ist daher erforderlich, wenn wir uns auf eine Art mit ihr
befassen wollen, die einen echten Prozess der Integration begünstigt.
Gewisse Prinzipien müssen in diesem Prozess in Betracht gezogen werden.
2. Vor allen Dingen ist die Übertragung
von Verantwortung an jeden einzelnen für die Integration der jungen
Zigeuner nach den Normen und Regeln gegen die Diskriminierung von
entscheidender Bedeutung, um Chancengleichheit für alle zu garantieren.
Die Regierungen müssen das Recht auf volle Teilnahme an der Gesellschaft
garantieren, sie müssen den Ausländern und den Staatenlosen den Zugang
zur Staatsbürgerschaft erleichtern und Gelegenheiten schaffen, die
Nationalsprache zu erlernen und zu beherrschen. Die Frage eines klaren
Minderheitenstatus muss ins Auge gefasst werden.
3. Außerdem ist es nötig, dass den
Jugendlichen eine Unterstützung, die Mittel und die Gelegenheiten
garantiert werden, die ihnen ein unabhängiges und selbständiges Leben
und eine vollständige Beteiligung an Gesellschaft und Politik
garantieren. Fehlender Zugang zu den grundlegenden Leistungen wie
Sozialschutz, medizinische Fürsorge, und eine gesunde und sichere
Umgebung zum Leben, ist ein Faktor, der die Jugendlichen der
Selbständigkeit berauben kann, die sie brauchen, und damit auch der
effektiven Verantwortung.
4. Die Ausbildung ist der
ausschlaggebende Prozess zur Realisierung der persönlichen Möglichkeiten
und sie ist erforderlich für eine Integration in die Gesellschaft.
Aus diesem Grund sollte die Einschulung von Zigeunern in „Sonderschulen“
verboten werden, denn das führt zu Demütigungen, indessen sollten
bestimmte Projekte zu ihren Gunsten gefördert werden.
Eine besondere Bedeutung muss
einführenden und vorbereitenden Maßnahmen eingeräumt werden.
Die Ausbildung ist die Voraussetzung, um von einer
Position der Gleichberechtigung den anderen gegenüber am politischen,
sozialen und wirtschaftlichen Leben teilzunehmen. Sie muss daher
berechtigtes kritisches Denken und Verantwortlichkeit fördern, die
ihrerseits nötig sind, um eine zunehmend menschenwürdige Gesellschaft zu
errichten, die auf den Prinzipien der Gerechtigkeit, der Gleichheit und
der Brüderlichkeit basiert.
5. Die Arbeit ist einer der Schlüssel
zur vollen Integration in die Gesellschaft. Folglich muss man den
Jugendlichen die Möglichkeit garantieren, auf anständige Art zu
arbeiten. Die Berufsausbildung stellt insofern eine besonders große
Sorge dar, als es Hindernisse überwinden gilt, die auch den Schwächen
des Erziehungssystems zuzuschreiben sind und die den Zugang dieser
Jugendlichen zur Welt der Arbeit beeinträchtigen.
6. Der Zugang zu den einzelnen
Grundrechten (Recht auf anständige Unterkunft, auf Arbeit, Ausbildung
und medizinische Fürsorge) kann durch die Einrichtung und
Indienststellung von sozial-kulturellen Zigeunervermittlern gefördert
werden.
7. Die Massenmedien tragen eine große
Verantwortung dafür, die öffentliche Meinung zu informieren, ohne sich
die Klischees und die Verallgemeinerungen gegenüber den Zigeunern
anzueignen. Ihre Aufgabe muss in einer
Sensibilisierung und in der Verbreitung von Wissen bestehen, um den
Klischees entgegenzutreten und die Vorurteile zu bekämpfen. Im Interesse
der Meinungsfreiheit ist es auch notwendig, in die Ausbildung von
Journalisten aus dem Zigeunervolk zu investieren. Es wird daher
empfohlen, Gespräche und Rundtische zwischen den Vertretern der
Massenmedien und den Zigeunern zu organisieren.
8. Was die Frauen betrifft, so müssen die
Zwangssterilisierungen und Kampagnen mit der
Tendenz, das Konzept der Familie
bei den Zigeunern zu destabilisieren, verurteilt werden. Die Erziehung
der Frauen zu den Grundrechten muss gewährleistet sein, eben so wie der
interkulturelle Dialog, die Teilnahme der Jugendlichen an der
demokratischen Staatsbürgerschaft, der soziale Zusammenhalt und die
Entwicklung einer Jugendpolitik.
9. Die Kirche hat den Jugendlichen vieles zu
sagen und die Jugendlichen haben auch der Kirche vieles zu sagen. Dieser
auf Gegenseitigkeit beruhende Dialog, den man in großer Herzlichkeit,
Klarheit und mit Mut führen muss, wird die Begegnung zwischen den
Generationen und den Austausch fördern, er wird eine Quelle des
Reichtums und der Jugend für die Kirche und für die übrige Gesellschaft
sein.
10. Aufgrund der Mentalität der jungen Zigeuner
wird die seelsorgerische Tätigkeit einschneidender sein, wenn sie im
Rahmen kleinerer Gruppen stattfindet. Es ist dann einfacher, zu
personalisieren und die Glaubenserfahrungen und die Begegnungen, die man
individuell mit dem Herrn erlebt hat, mitzuteilen. In diesen Gruppen
sind die jungen Zigeuner unter sich und innerhalb ihrer Kultur. Man
darf jedoch nicht vergessen, dass die Pilgerfahrten von besonderer
Bedeutung sind und besonders wertvoll sind als Gelegenheiten der
Begegnung für die unterschiedlichen Gruppen.
11. In dieser besonderen Pastoral könnte den
Kirchenbewegungen und den neuen Gemeinden, die der Heilige Geist
innerhalb der Kirche erweckt hat, eine besondere Rolle zukommen. Mit
einem starken Empfinden für den Gemeinschaftscharakter, mit ihrer
Offenheit, Disponibilität und Herzlichkeit können auch sie einen
konkreten Ort bedeuten, wo sich die ‚emotive’ Religiosität der jungen
Zigeuner ausdrücken kann.
Desgleichen wäre es sehr nützlich, wenn die
religiösen Kongregationen, die katholischen Vereine und die kirchlichen
Basisgemeinden sich der spezifischen Pastoral der jungen Zigeuner
annehmen würden.
12. Ausgeschlossen, verbannt an den äußeren
Rand der Menschheit und gedemütigt in ihrer Würde brauchen die Zigeuner
eine lebendige Kirche, eine Kirche-Kommunion (vgl. Orientierungen für
eine Pastoral der Zigeuner, Nr. 96-98), die in der Lage ist,
auszubilden und dabei zu helfen, jene Schwierigkeiten zu überwinden, die
hinter sich zu lassen der großen Politik nicht gelingen will. Doch die
Tatsache, dass man sich in Liebe vorstellt und mit dem Wunsch, die Frohe
Botschaft zu verkünden, ist nicht ausreichend, um eine
Vertrauensbeziehung zwischen den Zigeunern und den Gağé nach all
dem Unrecht, das sie erlitten haben, herzustellen, denn die Geschichte
hat ihr eigenes Gewicht. Die Zigeunerbevölkerung bleibt daher gegenüber
den Initiativen all jener misstrauisch, die versuchen, in ihre Welt
einzudringen. Es ist nur möglich, diese Anfangshaltung zu überwinden,
wenn wir von konkreten Gesten der Solidarität ausgehen und wenn wir das
Leben miteinander teilen und menschengerechte Projekte entwickeln, die
eine Teilnahme und einen Beitritt der jungen Zigeuner fördern.
13. Die Kirche, so wie Christus sie gewünscht
hat, mit ihrer Entscheidung, die die Armen bevorzugt, muss den
Jugendlichen das Wort der Wahrheit und des Lebens anbieten können, auf
dem sie ihren Glauben errichten können. „Von
besonderer Wichtigkeit für die Jugendlichen“, so lesen wir unter der Nr.
65 in den Orientierungen, „ist die Vorbereitung auf die Firmung,
denn dieses Sakrament kennen Zigeunergemeinden praktisch nicht. Die
Vorbereitung erlaubt hier, nach dem Katechumen-Modell, die der
christlichen Initiation vorhergehenden Mängel aufzuarbeiten und die
Jugendlichen zu einer freien und verantwortungsbewussten Zugehörigkeit
zur Kirche zu erziehen. Die Firmung leitet den Getauften zur vollen
Teilnahme am Leben des Geistes, zur Gotteserfahrung und zum Zeugnis des
Glaubens, und enthüllt ihm die Bedeutung seiner Zugehörigkeit zur Kirche
und seiner missionarischen Verantwortung.“
14. „Das Wort Gottes, das
den Zigeunern in den verschiedenen Bereichen der pastoralen Tätigkeit
verkündet wird, wird von ihnen eher aufgenommen, wenn es von jemandem
verkündet wird, der sich ganz konkret solidarisch mit ihnen und mit den
Ereignissen in ihrem Leben gezeigt hat. Im konkreten Bereich der
Katechese erweist es sich zudem als wichtig, einen Dialog vorzusehen,
der den Zigeunern die Möglichkeit bietet, darzustellen wie sie Gott
wahrnehmen und wie sie ihre Beziehung zu Gott leben“. (Orientierungen,
Nr. 60) Besonders für die Jugendlichen sind gewisse bedeutende
Persönlichkeiten sehr wichtig: diejenigen, die ihr Vertrauen gewonnen
haben, dienen ihnen als Vorbild.
15. Die Jugendlichen
besitzen alle Eigenschaften, um in vorderster Linie den
Herausforderungen, die eine neue Evangelisierung - verbunden mit
menschlicher Förderung - in der Welt der Zigeuner stellt,
entgegenzutreten. Die jungen Menschen sind zu Erneuerung fähig und oft
gelingt es ihnen, neue Lösungen für traditionelle schematische Probleme
zu finden, indem sie von der Erfahrung und der Weisheit ihrer Kultur
profitieren und aus ihnen Nutzen ziehen, und auch wenn „dies in keinem
Buch geschrieben steht“, ist dies darum nicht weniger eloquent.
Profitieren wir also von ihren Tugenden!
16. Es sollte gelingen,
eine größere Zahl von vor allen Dingen kirchlichen Zentren zu schaffen,
die Möglichkeiten des Zeitvertreibs, zum Lernen und zur
Berufsvorbereitung anbieten. Ein weiterer Vorschlag betrifft die
Förderung von Aktivitäten zu einem Kulturaustausch zwischen den jungen
Zigeunern, um sie die Werte ihrer Umwelt entdecken zu lassen. Zu diesem
Zweck sollten kurze Studienbesuche (wenn und wo dies möglich ist) und
Treffen von Jugendlichen gefördert werden, die aus verschiedenen
Regionen und Ländern stammen, damit sie ein stärkeres Bewusstsein für
die anderen Kulturen entwickeln und gemeinsame Themenkreise (Geschichte,
Nachrichten, Identitätswahrnehmung, usw.) aus einer anderen Perspektive
betrachten lernen. Man muss „junge Aktionen“ anregen: Zusammenkünfte
außerhalb der Pilgerfahrten, Glaubensschulen für die Jugendlichen,
ebenso wie ihre Integration in größere Projekte der Solidarität zwischen
den Menschen.
17. Schließlich muss man
Aktivitäten vorschlagen können (Volontariat, Vereine, Sportgruppen), die
auch der Vorbeugung dienen, um die jungen Menschen aus ihrer Trägheit,
dem Interessenmangel, der Droge, dem Alkohol, usw. zu ‚reißen’. Es ist
sehr wichtig, Verantwortliche (Leaders) in ihren Gemeinschaften
auszumachen und auszubilden.
18. Es wäre auch sehr
nützlich, die humanitären Organisationen, die Caritas, aufzufordern,
Mikrokredite, die anschließend kontrolliert werden, für jene Familien
und Gemeinschaften freizustellen, die über die größten Fähigkeiten zu
verfügen scheinen, diese zugunsten ihres Volkes benutzen zu können.
Die Worte
eines jungen Zigeuners:
WIR DÜRFEN DEN RASSISMUS
NICHT MIT WAFFEN BEKÄMPFEN;
SONDERN NUR MIT LIEBE, ARBEIT UND DEMUT,
UM ZU BEWEISEN, DASS WIR NICHT NUR FEHLER,
SONDERN AUCH UNSERE WERTE HABEN.
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