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CONVENTIONES*
I
INTER APOSTOLICAM SEDEM ET FOEDERATAS CIVITATES
SAXONIAE-ANHALTINI, BRANDEBURGI ET LIBERI STATUS SAXONIAE
De erectione dioecesis Magdeburgensis
Vertrag zwischen dem Heiligen Stuhl
und
den Ländern
Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Freistaat Sachsen
über die Errichtung des
Bistums Magdeburg Vom 13. April 1994
wird unter
Berücksichtigung des in Geltung stehenden Konkordats zwischen dem Heiligen Stuhl
und dem Deutschen Reich vom 20. Juli 1933, soweit es die Länder bindet, und in
Würdigung des Vertrages des Freistaates Preußen mit dem Heiligen Stuhl vom 14.
Juni 1929 der folgende Vertrag geschlossen:
Artikel 1
(1) In Magdeburg wird ein
Bistum mit einem Bischöflichen Stuhl und einem Kathedralkapitel errichtet.
Bischof und Kathedralkapitel erhalten bei St. Sebastian in Magdeburg ihren Sitz.
(2) Bistum, Bischöflicher Stuhl und Kathedralkapitel sind Körperschaften des
öffentlichen Rechts. Das Bistum Magdeburg ist Rechtsnachfolger des
Bischöflichen Amtes Magdeburg. (Schlußprotokoll)
Artikel 2
Das Gebiet des
Bistums Magdeburg, nach der derzeitigen pastoralen Organisation gegliedert in
die Dekanate Magdeburg, Bernburg, Burg, Dessau, Egeln, Eisleben, Halberstadt,
Halle, Naumburg-Zeitz, Oschersleben, Stendal, Torgau und Wittenberg, erstreckt
sich auf Teile der Länder Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Freistaat Sachsen.
Diese Gebiete werden aus dem Erzbistum Paderborn ausgegliedert. Die im Bereich
des Bistums Magdeburg gelegenen Gebietskörperschaften ergeben sich aus dem
Schlußprotokoll. (Schlußprotokoll)
Artikel 3
Die Besetzung des Bischöflichen
Stuhles erfolgt entsprechend Artikel 6 des Vertrages des Freistaates Preußen
mit dem Heiligen Stuhl vom 14. Juni 1929. (Schlußprotokoll)
Artikel 4
(1) Das Kathedralkapitel wird gebildet aus dem Dompropst, vier residierenden und drei
nichtresidierenden Domkapitularen.
(2) Der Diözesanbischof ernennt den
Dompropst abwechselnd nach Anhörung und auf Ansuchen des Kathedralkapitels. Die
Besetzung der Kanonikate erfolgt entsprechend Artikel 8 Abs. 2 des Vertrages
des Freistaates Preußen mit dem Heiligen Stuhl vom 14. Juni 1929. (Schlußprotokoll)
Artikel 5
Das Bistum Magdeburg ist der Kirchenprovinz Paderborn zugeordnet.
Artikel 6
(1) Ein vom Bischof gemäß dem kirchlichen Recht errichtetes
Diözesanseminar (Hochschule im Sinne des Kirchenrechts und Priesterseminar)
zur wissenschaftlichen Vorbildung der Geistlichen kann die Eigenschaft einer
staatlich anerkannten Hochschule erhalten.
(2) Diese Anerkennung richtet sich
nach dem Recht des Landes, in dem die Ausbildungsstätte ihren Sitz hat.
Artikel
7
Die Regelung der Staatsleistungen an das Bistum Magdeburg bleibt weiteren
Verträgen zwischen den jeweils beteiligten Ländern Sachsen-Anhalt, Brandenburg
und Freistaat Sachsen und der Katholischen Kirche vorbehalten.
Artikel 8
Die
Vertragschließenden werden zwischen ihnen etwa entstehende
Meinungsverschiedenheiten über die Auslegung oder Anwendung einer Bestimmung
dieses Vertrages auf freundschaftliche Weise beilegen.
Artikel 9
(1) Dieser
Vertrag einschließlich des Schlußprotokolls, dessen deutscher und italienischer
Text gleichermaßen verbindlich ist, bedarf der Ratifizierung. Die
Ratifikationsurkunden sollen möglichst bald in Bonn ausgetauscht werden.
(2)
Der Vertrag einschließlich des Schlußprotokolls, das Bestandteil des Vertrages
ist, tritt am Tage nach dem Austausch der Ratifikationsurkunden in Kraft.
Geschehen in vierfacher Urschrift
Magdeburg, am 13. April 1994
Für den Heiligen Stuhl
Dr. Lajos Kada Dr. Lajos Kada Apostolischer Nuntius in Deutschland
Für das Land Sachsen-Anhalt
Christoph Bergner Der Ministerpräsident Des Landes Sachsen-Anhalt
Für das Land Brandenburg
Frank E. Portz Der Ministerpräsident Vertreten durch den Staatssekretär Im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Frank E. Portz
Für den Freistaat Sachsen
Steffen Heitmann Der Ministarpräsident Vertreten durch den Staatsminister der Justiz Steffen Heitmann
Schlußprotokoll
Die Vertragschließenden streben den Abschluß von Verträgen
zwischen der Katholischen Kirche und den einzelnen Ländern an, um noch offene
Grundfragen ihres Verhältnisses partnerschaftlich zu regeln.
Zu Artikel 1 Absatz
2
Das Bistum Magdeburg übernimmt innerhalb seiner Grenzen als Rechtsnachfolger
alle Einrichtungen des Erzbistums Paderborn einschließlich des Erzbischöflichen
Kommissariats Magdeburg.
Zu Artikel 2 Satz 3
Im Bistum Magdeburg sind gelegen
a) die Gebietskörperschaften des Landes Sachsen-Anhalt, jedoch mit Ausnahme der
Stadt Havelberg, der Gemeinden Nitzow, Jederitz und Vehlgast-Kümmernitz sowie
der Gemeindeteile Boßdorf und Assau der Gemeinde Boßdorf;
b) im Land Brandenburg
– die Gemeinden Ahlsdorf, Altenau, Arnsnesta, Bad Liebenwerda, Bahnsdorf,
Beiersdorf, Bernsdorf, Beutersitz, Beyern, Bönitz, Borken, Brandis, Brottewitz,
Buckau, Döllingen, Domsdorf, Drasdo, Dubro, Elsterwerda, Falkenberg/Elster,
Fermerswalde, Fichtenberg, Frankenhain, Freileben, Friedersdorf, Gorden,
Gräfendorf, Grassau, Gröden, Großrössen, Großthiemig, Haida, Herzberg/Elster,
Hillmersdorf, Hirschfeld, Hohenbucko, Hohenleipisch, Jagsal, Jeßnigk, Kahla,
Kauxdorf, Knippelsdorf, Kölsa, Körba, Kolochau, Koßdorf, Langennaundorf,
Lebusa, Löhsten, Mandel, Malitschkendorf, Martinskirchen, Marxdorf, Merzdorf,
Mühlberg/Elbe, Naundorf, Ölsig, Osteroda, Plessa, Polzen, Prestewitz, Prösen,
Proßmarke, Rahnisdorf, Rehfeld, Reichenhain, Rothstein, Saathain, Saxdorf,
Schlieben, Schmerkendorf, Schönewalde Schraden, Stechau, Stolzenhain,
Stolzenhain a. d. Röder, Uebigau, Wahrenbrück, Wainsdorf, Wehrhain, Werchau,
Wiederau, Wiepersdorf, Wildenau, Wildgrube, Winkel, Züllsdorf
im Landkreis
Elbe-Elster,
— die Gemeinden Böhne, Bützer, Göttlin, Großwudicke, Grütz,
Jerchel, Milow, Möthlitz, Nitzahn, Steckelsdorf, Vieritz, Zollchow und der
Ortsteil Neue Schleuse der Gemeinde Rathenow
im Landkreis Havelland,
— die
Gemeinden Großkmehlen, Grünewald, Lauchhammer und Ortrand im Landkreis
Oberspreewald-Lausitz,
— die Gemeinden Bensdorf, Boeke, Buckau, Bücknitz,
Dretzen, Feldheim, Glienecke, Görzke, Gräben, Hohenlobbese, Köpernitz,
Marzahna, Rogäsen, Rottstock, Steinberg, Viesen, Warchau, Wenzlow, Werbig,
Wollin, Wusterwitz, Ziesar und Zitz
im Landkreis Potsdam-Mittelmark,
— die
Gemeinden Blönsdorf, Danna, Oehna, Schönefeld, Seehausen, Wergzahna, Zellendorf
und der Ortsteil Gölsdorf der Gemeinde Niedergörsdorf
im Landkreis
Teltow-Fläming und
– der Ortsteil Kirchmöser der kreisfreien Stadt Brandenburg
an der Havel;
c) im Freistaat Sachsen
– die Landkreise Delitzsch, Eilenburg und
Torgau,
– die Stadt Schkeuditz und die Gemeinden Großlehna, Kitzen, Kursdorf,
Raepitz, Scheidens und Schkorlopp
im Landkreis Leipzig,
– die Gemeinde Schirmenitz im Landkreis Oschatz und
– die Gemeinde Paußnitz im Landkreis Riesa.
Diese Zuordnung erfolgt unter Zugrundelegung der zum Zeitpunkt der
Vertragsunterzeichnung bestehenden staatlichen Gliederung der
Gebietskörperschaften.
Zu Artikel 3
Die Ernennung eines Koadjutors erfolgt
entsprechend Artikel 7 des Vertrages des Freistaates Preußen mit dem Heiligen
Stuhl vom 14. Juni 1929.
Die Länder Brandenburg und Freistaat Sachsen wenden
Artikel 16 des Konkordats zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich
vom 20. Juli 1933 nicht an.
Zu Artikel 3 und 4
Die Länder Sachsen-Anhalt, Brandenburg und
Freistaat Sachsen erklären, daß Artikel 140 des Grundgesetzes in Verbindung mit
Artikel 137 Abs. 3 Satz 2 der Verfassung des Deutschen Reichs vom 11. August
1919 sowie die entsprechenden Bestimmungen der Verfassungen der Länder
unberührt bleiben.
Magdeburg, am 13. April 1994
Für den Heiligen Stuhl
Dr. Lajos
Kada Dr. Lajos Kada Apostolischer Nuntius in Deutschland
Für das Land
Sachsen-Anhalt
Christoph Bergner Der Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt
Für das Land Brandenburg
Frank E. Portz
Der Ministerpräsident vertreten durch
den Staatssekretär im Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kultur Frank
E. Portz
Für den Freistaat Sachsen
Steffen Heitmann Der Ministerpräsident
vertreten durch den Staatsminister der Justiz Steffen Heitmann
Instrumenta ratihabitionis Conventionis inter Apostolicam Sedem et Foederatas
Civitates Saxoniae-Anhaltini, Brandenburgi et Liberi Status Saxoniae
constitutae, accepta et reddita mutuo fuerunt Bonnae in urbe die VII mensis
Iulii anno MCMXCIV. Quae quidem Conventio insequenti die ipsius mensis Iulii
vigere coepit ad normam eiusdem Pactionis.
*A.A.S., Bd. LXXXVII (1995), Nr. 2, S. 129-137
© Copyright 1994 - Libreria Editrice Vaticana
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