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 GEDENKTAG DES SEL. LUIGI ORIONE

BESUCH VON KARDINALSTAATSSEKRETÄR ANGELO SODANO
BEIM VATIKANISCHEN POSTAMT 

Dienstag, 12. März 2002 

 

Liebe Ordensleute von Don Orione, Brüder im Herrn! 

Unter den Schriften des sel. Luigi Orione wurde die schöne Seite ausgewählt, die wir soeben gehört haben. 

Dort sagt er uns: 

»Die vollkommene Freude kann nur in der vollkommenen Selbsthingabe an Gott und an die Menschen, an alle Menschen bestehen …Unser Leben soll ein Lied und Opfer der umfassenden Brüderlichkeit in Jesus Christus sein.« 

An diesem Tag, an dem wir Don Oriones gedenken, sehen wir sein freundliches, lächelndes Gesicht gleichsam vor uns, und es scheint uns, seine Stimme zu hören, die uns wie einst Franz von Assisi aufzeigt, wo die vollkommene Freude zu finden ist. Die vollkommene Freude besteht in der Liebe, im Dienst, in der Hochherzigkeit. Es scheint uns, seine wohlbekannten Worte unter uns zu hören: »Brüder, Gutes tun ist nie ein Irrtum.« 

Mit dieser inneren Haltung sollen auch wir im Vatikan im Dienst des Hl. Stuhls und folglich zum Wohl der gesamten Kirche arbeiten. 

Wir sollen mit der Gelassenheit arbeiten, die uns die Heiligen lehren. Wir sollen mit großer Liebe zur ganzen Kirche, angefangen vom Hirten der universalen Kirche, dem Papst, arbeiten und dann unsere Liebe allen unseren Brüdern und Schwestern in Christus erweisen.

Seit dem Tod von Don Orione sind 62 Jahre vergangen. Wie man weiß, hatte Don Orione zwei Monate vor seinem Tod, am 12. März 1940, hier im Vatikan die ersten fünf Brüder eingesetzt. Bei einem »Gute-Nacht-Gruß« in der Kapelle in Tortona am 31. Januar 1940 sagte er zu seinen Söhnen: »Heute ist Don Sterpi nach Rom gefahren, um im Vatikan eure fünf Brüder vorzustellen, die morgen ihren Dienst antreten werden … Als ich das erfuhr, sagte ich mir: Jetzt kann ich sagen ›Nunc dimittis‹, weil der Tag gekommen ist, an dem die Söhne der Göttlichen Vorsehung gerufen werden, einen Akt großer Treue, des Dienstes und der Verbundenheit mit dem Stellvertreter Christi vorzunehmen.« 

Ich meinerseits habe festgestellt, daß Don Oriones geistliche Söhne immer mit diesem Antrieb zum frohen Dienen im Vatikan gearbeitet haben. Unter ihnen begrüßen wir heute gern unseren lieben Frater Francesco Giai Baudissard, der 1942 hierhergekommen ist und folglich das 60. Dienstjahr im Vatikan feiert. Insbesondere ihm gelten heute unsere brüderlichen Grüße und unser Dank für das Beispiel, das er uns durch seinen hochherzigen und treuen Dienst beim Hl. Stuhl und durch das Zeugnis seines Ordenslebens gegeben hat, das sich an der Spiritualität von Don Orione inspiriert. Es ist die Spiritualität eines Dienstes der Liebe zum Nächsten, die Spiritualität einer vollkommenen Treue zur Heiligen Kirche Christi und zu seinem sichtbaren Stellvertreter auf Erden, dem Nachfolger des Petrus. 

Liebe Freunde, 

Don Oriones Botschaft klingt immer aktuell für uns alle, die wir zur Mitarbeit an der Seite des Papstes berufen wurden. 

Die Einladung, die der Selige uns hinterlassen hat, ist bekannt: »Wir müssen es als einzigartige Gnade des Himmels empfinden, uns zu Füßen der Kirche und für die Heilige Kirche, für die Bischöfe und für den Papst zu verzehren, aufzubrauchen und das Leben demütig und treu hinzugeben« (vgl. Don Orione, Nel nome della Divina Provvidenza, Ed. Piemme, Casale Monferrato, 1995, S. 60). 

So lesen wir auch in den Konstitutionen der Söhne der Göttlichen Vorsehung: »Besonderes Ziel der Kongregation ist es, die Erkenntnis und die Liebe Jesu Christi, der Kirche und des Papstes besonders unter dem Volk zu verbreiten; die Söhne und Töchter des Volkes und die Arbeiterklassen durch ein liebevolles und enges Band der ganzen Gesinnung und des Herzens zum Apostolischen Stuhl hinzuziehen und mit ihm zu vereinen« (vgl. Kap. I der Konstitutionen, 22. Juli 1936). 

In diesem Geist nehmen wir uns vor, unseren täglichen Dienst in den verschiedenen Bereichen zu versehen. Und wir tun es mit jener inneren Freude, die uns Don Oriones Gestalt vermittelt. Er möge im Himmel für uns und für die ganze Heilige Kirche eintreten!

 

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