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6. Mai: Die Vereidigung der
Rekruten:
Der 6. Mai, der Tag des »Sacco di Roma« (Plünderung Roms), ist ein Datum, das für die Schweizergarde im Vatikan eine
ganz besondere Bedeutung hat und gleichzeitig eng mit der Geschichte der Kirche
verknüpft ist, da es mit dem Blut von 147 ihrer Söhne geschrieben worden ist. 1527 bedeutete dieses Datum Tod, heute bedeutet es Leben, denn jedes Jahr
leisten an diesem Tag die neuen Rekruten ihren feierlichen Eid. Es ist eine
eindrucksvolle Feier, die in einem besonderen Rahmen, dem Cortile di San Damaso (Damasushof), stattfindet und der wichtige Persönlichkeiten des Vatikans
beiwohnen. Hunderte von Personen nehmen daran teil, politische und militärische
Vertreter der Schweizerischen Eidgenossenschaft, Verwandte, Freunde und
Sympathisanten. Die Garde, vom Kommandanten bis zum Hellebardier, tritt in
Galauniform an und zieht die Blicke aller auf sich: Das Musikkorps mit seinen
ausgezeichneten Trommlern bekommt einen langen Applaus. Der Kaplan der Garde
liest den ungekürzten Text des Eides vor:
»Ich schwöre, treu, redlich und ehrenhaft zu dienen dem regierenden Papst
Johannes Paul II. und seinen rechtmäßigen Nachfolgern, und mich mit ganzer
Kraft für sie einzusetzen, bereit, wenn es erheischt sein sollte, selbst mein
Leben für sie hinzugeben. Ich übernehme dieselbe Verpflichtung gegenüber dem Heiligen Kollegium der
Kardinäle während der Sedis-Vakanz des Apostolischen Stuhls. Ich verspreche überdies dem Herrn Kommandanten und meinen übrigen Vorgesetzten
Achtung, Treue und Gehorsam. Ich schwöre, alles das zu beobachten, was die Ehre
meines Standes von mir verlangt.«
Dann treten die neuen Rekruten, die
namentlich aufgerufen werden, hervor und jeder schwört, die linke Hand an die
Gardefahne gelegt und die rechte mit drei gespreizten Fingern, die die
Dreifaltigkeit symbolisieren, zum Schwur erhoben:
»Ich, . . ., schwöre, alles das,
was mir soeben vorgelesen wurde, gewissenhaft und treu zu halten, so wahr mir
Gott und seine Heiligen helfen.«
Dazu muß bemerkt werden, daß hierbei ganz besonders die Schutzheiligen der
Schweizergarde, St. Martin (11. November), St. Sebastian (20. Januar) und der
heilige Niklaus von Flüe (25. September), »Defensor Pacis et Pater Patriae«, gemeint sind.
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