B I S C H O F S S Y N O D E
X . O R D E N T L I C H E V O L L V E R S A M M L U N G
DER BISCHOF
ALS DIENER DES EVANGELIUMS JESU CHRISTI
FÜR DIE HOFFNUNG DER WELT
L I N E A M E N T A
Vatikanstadt
1998
Dieser Text der Lineamenta findet sich im
vatikanischen Internet unter
http:// www.vatican.va
© Copyright 1998 - Generalsekretariat der Bischofssynode und
Vatikanische Verlagsanstalt
Dieser Text darf nur den Bischofskonferenzen oder mit ihrer Genehmigung
gedrukt oder verbeitet werden und unter der Bedinung, dab der Inhalt in
keinster Weise verändert wird und dab zwei Kopien dem
Generalsekretariat der Bischofssynode zugestellt werden, 00120 Città
del Vaticano
EINFÜHRUNG
Die im Jubiläumjahr 2000 anberaumte 10. Ordentliche
Generalversammlung der Bischofssynode wird auf Anweisung des Heiligen
Vaters Johannes Paul II. unter dem Thema »Episcopus minister
Evangelii Iesu Christi propter spem mundi« stehen, das eine
zweifache Zielsetzung hat: den Abschluß eines »Weges« und
die Feier der Gemeinschaft.
Mit der Synode, die im Jahr 1987 über die Berufung und Sendung
der Laien in der Kirche und Welt stattfand, wurde ein Weg beschritten, den
man unter der Bezeichnung »Das Leben der kirchlichen Glieder nach dem
II. Vatikanischen Konzil« zusammenfassen könnte.
Die aus diesem Konzil hervorgegangene Synode ist eine zuverlässige
»Traditio Concilii« geworden, dadurch daß sie in
gewisser Weise dessen Struktur, Methode und Geist nachahmt, aber vor allem
die Themen und Zielsetzungen des Konzils vermittelt, vertieft und
weiterentwickelt.
Deshalb konnte in der 7. Synodenversammlung von 1997 der »corpus
laicorum«, »christifideles scilicet qui, utpote baptismate
Christo concorporati« (Lumen gentium, 31), besonders deutlich
herausgestellt werden. Ihm werden zunächst durch die Taufe, die sie
zum Volk Gottes macht, alle Söhne und Tóchter der Kirche
eingegliedert.
1990, in der achten Versammlung, befaßte sich die Synode mit
der Ausbildung der Priester, das heißt mit dem »corpus
presbyterorum«, in dem »die Priester ... in inniger
sakramentaler Bruderschaft miteinander verbunden (sind) und »das eine
Presbyterium« bilden (Presbyterorum ordinis, 8).
Die 9. Versammlung behandelte dann das Thema des geweihten Lebens
jener Personen, die als »corpus vitae consecratae« durch
die Befolgung der evangelischen Räte Christus in größerer
Freiheit nachfolgen und ihn ausdrücklicher nachzuahmen verlangen
(vgl. Perfectae caritatis, 1).
Die zehnte Synodenversammlung hat nun die Rolle des Bischofs als
Verkünder des Evangeliums mit allen anderen Bischöfen zum Thema,
mit denen er ein »collegium seu corpus episcoporum« bildet (Lumen
gentium, 22).
Der synodale Weg, der mit der Reflexion über die Berufung und
Sendung der Laien begann, dann über den Priester- und Ordensstand führte,
behandelt nun in der zehnten Vollversammlung, die dem Bischof als Apostel
des Evangeliums Jesu Christi (vgl. Röm 1.9) gewidmet ist, ein
ergänzendes Thema.
Weil der mystische Leib Christi eins ist, kann die Vielfalt der
Glieder nur in einer höheren Einheit, die dem ganzen Leib Festigkeit
und Lebenskraft verleiht, und das ist die Kirche, wirksam bestehen. Denn »die
geweihten Hirten ... wissen ja, daß sie von Christus nicht bestellt
sind, um die ganze Heilsmission der Kirche an der Welt allein auf sich zu
nehmen« (Lumen gentium, 30).
Deshalb haben Laien, Priester, geweihte Personen und Bischöfe
ein einziges Ziel und dienen einem einzigen Zweck: den einen Leib des
Herrn bis zur Vollreife in der Gemeinschaft wachsen zu lassen (vgl.
Eph 4,13), so daß »in den verschiedenen Verhältnissen
und Aufgaben des Lebens ... die eine Heiligkeit von allen entfaltet
(wird), die sich vom Geist Gottes leiten lassen und, der Stimme des Vaters
gehorsam, ... dem armen, demütigen, das Kreuz tragenden Christus
folgen und so der Teilnahme an seiner Herrlichkeit würdig werden«
(Lumen gentium, 41).
Der synodale Weg, der »Weggemeinschaft« ist (Johannes
Paul II. an die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen von Europa,
L'Osservatore Romano, 2.12.1992, S. 5), beginnt in der Gemeinschaft,
entfaltet sich in der Gemeinschaft und zeitigt Früchte in der
Gemeinschaft.
Dieses Dokument »Lineamenta« soll alle diejenigen
zum Nachdenken anregen, die bereits in den Ortskirchen diesen gemeinsamen
synodalen Weg begonnen haben und durch Gebet und Meditation den Bitten und
Anliegen ihrer Gemeinschaft Ausdruck verleihen wollen.
Entsprechende Anträge, Hinweise und Erwartungen sollen von den
Bischöfen in den Bischofskonferenzen oder in ähnlichen
Organismen erarbeitet, verfaßt und dem Generalsekretariat der
Bischofssynode zugestellt werden. Der Fragebogen dient dazu, die
Aufmerksamkeit auf spezielle Blickpunkte der Lehre und Praxis der Kirche
zu lenken.
Wenn es in konkreten Fällen notwendig ist, Themen
anzuschneiden, die nicht im Fragebogen enthalten sind, besteht ohne
weiteres die Möglichkeit, das zu tun. Ja, jede Initiative ist
willkommen, die zur Vertiefung und Bereicherung in der Behandlung des
synodalen Themas beiträgt.
Die Antworten auf den Fragebogen sollen bis 30. September 1999 dem
Generalsekretariat der Bischofssynode zugesandt werden, um die Abfassung
des Instrumentum laboris zu ermöglichen, das die
Arbeitsvorlage für die Väter der »Jubiläumsversammlung«
der Bischofssynode bilden wird, eines Ereignisses, das ein Höhepunkt
der christlichen Zeitrechnung und kirchlichen Gemeinschaft sein wird.
Jan P. Kardinal SCHOTTE, C.I.C.M.
Generalsekretär der Bischofssynode
EINLEITUNG
1. Der unendliche Reichtum des Geheimnisses Christi wird im Geheimnis
der Kirche lebendig und offenbart sich in der Vielfalt der Berufungen und
der Verschiedenheit der Lebensstände, in die die kirchliche
Gemeinschaft gegliedert ist. In der Konkretheit ihrer vielfachen
Erscheinungsformen entsprechen sie insgesamt den Gaben, die der Heilige
Geist über die Getauften ausgegossen hat (vgl. 1 Kor 12,4-6).
Aus dem einen und gemeinsamen dreifaltigen Ursprung erwachsen, sind die
verschiedenen Lebensstände eng miteinander verbunden, so daß
sie einander zugeordnet sind und - wenn sie in ihrer jeweiligen Identität
und Komplementarität bewußt gelebt werden - sich gegenseitig
auferbauen. Jeder einzelne und alle zusammen sind auch auf die Förderung
und das Wachstum der Kirche ausgerichtet, so daß sie durch ihre
organische Entfaltung zur Verwirklichung der Sendung der Kirche in der
Welt beitragen.(1)
Nachdem das II. Vatikanische Konzil die großartige Wirklichkeit
der kirchlichen Gemeinschaft verdeutlicht hatte, die keine Gleichförmigkeit
ist, sondern Geschenk des Geistes, der auch durch die Vielfalt der
Charismen und der Lebensstände wirkt, spürte man die
Notwendigkeit, deren Identität, Berufung und besondere Sendung in der
Kirche deutlicher herauszustellen.(2) Deshalb standen sie im Mittelpunkt
der drei vorhergegangenen Ordentlichen Versammlungen der Bischofssynode,
denen die drei Apostolischen Schreiben Johannes Pauls II. folgten: Christifideles
laici über die Berufung und Sendung der Laien in Kirche und Welt,
Pastores dabo vobis über das Priesteramt und Vita
consecrata über diejenigen Männer und Frauen, die Christus näher
sein wollen und ihm im Bekenntnis der evangelischen Räte Keuschheit,
Armut und Gehorsam nachfolgen. Daraus hat sich, dem Willen des Herrn gemäß,
ein verstärktes Bewußtsein von ihrer Bedeutung und vom Wert
ihrer konstitutiven Gegenwart im Leben der Kirche entwickelt.(3) In der
Kirche sind also, wie das II. Vatikanische Konzil in Erinnerung rief,
sowohl das hierarchische als auch das charismatische Element lebendig und
tragen zu ihrer Erneuerung bei, wenn auch in unterschiedlicher Weise, so
doch immer im ständigen gegenseitigen Austausch.(4)
2. Die nachkonziliare Erfahrung hat auch gelehrt, wie sehr die vom
Konzil gewünschte Erneuerung von den Bischöfen abhängig war
und es noch ist. Es konnte auch nicht anders sein auf Grund ihres Amtes
als Baumeister, Garanten und Wächter der christlichen Gemeinschaft,
zu deren Hirten sie im Namen Christi eingesetzt sind. Jeder von ihnen ist
in seiner Teilkirche der wirksame Förderer des Lebens der Laien und
der aufmerksame Wächter des geweihten Lebens; die Priester sind dann
seine »notwendigen Helfer und Ratgeber im Dienstamt der Belehrung,
der Heiligung und der Leitung des Volkes Gottes«.(5)
Deshalb ist es wie in der Vergangenheit so auch heute, wo die Kirche an
der Schwelle des dritten Jahrtausend angelangt ist, dringend notwendig, daß
die Bischöfe sich in ihrem Amt mit Entschlossenheit und Mut um deren
Erneuerung gemäß den Weisungen des II. Vatikanischen Konzils
bemühen, damit durch sie die Welt ihrer Bestimmung entspricht: »umgestaltet
zu werden nach Gottes Heilsratschluß und zur Vollendung zu kommen«.(6)
3. Aus diesem Grund hat Johannes Paul II. für die X. Ordentliche
Versammlung der Bischofssynode das Thema gewählt: »Der
Bischof als Diener des Evangeliums Jesu Christi für die Hoffnung der
Welt.« Es will vor allem herausstellen, daß Jesus Christus
die Hoffnung des Menschen, jedes Menschen und des ganzen Menschen ist.(7)
Das Thema selbst legt weiter nahe, daß der ganze Dienst eines
jeden Bischofs Dienst an der Hoffnung ist; er ist Dienst der Verkündigung
und des Zeugnisses der Hoffnung, weil er Verkündigung Christi ist.
Jeder Bischof muß sich die Worte des hl. Augustinus zu eigen machen:
»Wer wir auch sein mögen, von uns dürft ihr nichts
erhoffen. Als Bischof sage ich sogar: Ich möchte mich über euch
freuen, aber ich möchte nicht gerühmt werden. Ich beglückwünsche
keinen, von dem ich merke, daß er seine Hoffnung auf mich setzt: er
muß zurechtgewiesen, nicht bestärkt werden; er muß sich ändern,
er darf nicht ermutigt werden ... Ihr sollt eure Hoffnung nicht auf uns
setzen. Ihr sollt nicht auf die Menschen hoffen. Ob wir gut sind oder
schlecht, wir sind immer Diener. Aber wenn wir gute, treue Diener sind,
sind wir wirkliche Diener«.(8)
Die Vorbereitung auf die X. Ordentliche Versammlung der Bischofssynode
und ihre Arbeiten können sich nur im Licht dessen entfalten, was das
II. Vatikanische Konzil in bezug auf die Bischöfe als Nachfolger der
Apostel gelehrt hat, »die mit dem Nachfolger Petri, dem
Stellvertreter Christi und sichtbaren Haupt der ganzen Kirche, zusammen
das Haus des lebendigen Gottes leiten«.(9)
4. Jeder Bischof hat an der Fülle des Weihesakramentes teil; er ist
Urheber und sichtbares Fundament der Einheit in der Kirche, die seinem
Hirtendienst anvertraut ist; er handelt so, daß sie sich als Familie
des Vaters, Leib Christi und Tempel des Geistes voll entfaltet. Er tut es
durch die dreifache Funktion, die auszuüben er berufen ist, das heißt
durch Lehre, Heiligung und Leitung. Er ist lebendige und aktuelle
Gegenwart Christi, des »Hirten und Bischofs« unserer Seelen (1
Petr 2,25), und in der Teilkirche Stellvertreter nicht nur seines
Wortes, sondern seiner Person selbst.(10) Weil die Kirche außerdem
die Gemeinschaft aller Teilkirchen ist, trägt der Bischof, indem er
seineTeilkirche aufbaut, zum Bau der Gesamtkirche bei, die »in
Christus gleichsam das Sakrament, das heißt Zeichen und Werkzeug für
die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen
Menschheit« ist.(11) Durch das Wachstum der Kirche wächst also
auch jener »Leib der neuen Menschenfamilie«, der uns schon »eine
umrißhafte Vorstellung von der künftigen Welt geben kann«.(12)
Das II. Vatikanische Konzil selbst hat auch die Wirklichkeit des
Bischofskollegiums herausgestellt, das dem Apostelkollegium nachfolgt und
bevorzugter Ausdruck des Hirtendienstes ist, den die Bischöfe in
Gemeinschaft untereinander und mit dem Nachfolger des Petrus ausüben.
Als Glieder des Kollegiums haben alle Bischöfe »nicht nur für
eine bestimmte Diözese, sondern für das Heil der ganzen Welt die
Weihe empfangen«(13) und sind »aufgrund von Christi Stiftung und
Vorschrift zur Sorge für die Gesamtkirche gehalten. Diese wird zwar
nicht durch einen hoheitlichen Akt wahrgenommen, trägt aber doch im höchsten
Maße zum Wohl der Gesamtkirche bei«.(14)
Diese Lehraussage ist als einer der Hauptimpulse in allen Dokumenten des
II. Vatikanischen Konzils präsent und wird im Dekret Christus
Dominus in bezug auf die pastorale Sendung der Bischöfe näher
beschrieben. Der 1983 veröffentlichte Codex des kanonischen
Rechtes hat dann diese Darstellung aufgegriffen und auch den
rechtlichen Status umrissen. Um das Idealbild des zeitnahen Bischofs
darzustellen und seine moralische, asketische und mystische Figur
eingehend zu beschreiben, hatte die Kongregation für die Bischöfe
schon zehn Jahre zuvor das Direktorium Ecclesiae imago (22.
Februar 1973) veröffentlicht, das auch heute noch seine Gültigkeit
hat.(15)
5. Als die erste Außerordentliche Versammlung der Bischofssynode,
die im Oktober 1969 stattfand, das Thema der Kollegialität der Bischöfe
in der Kirche behandelte, hatte sie die Möglichkeit, eingehend über
die Lehre des Konzil in bezug auf die sakramentale Communio unter
den Bischöfen nachzudenken. Die Wirklichkeit der Bischofssynode
selbst ist deshalb auch ein bedeutsames Instrument der Communio.
In der Synode cum Petro et sub Petro versammelt, bringen die Bischöfe
ihre Erfahrung als Hirten der Teilkirchen ein und »machen jene
coniunctio deutlich und wirksam, die die theologische Grundlage und die
kirchliche und pastorale Rechtfertigung bildet, sich synodal zu versammeln«.(16)
Die X. Ordentliche Versammlung der Bischofssynode wird ohne Zweifel
Gelegenheit zu der Feststellung geben: Je gefestigter die Communio
der Bischöfe ist, um so mehr wird die Communio der Kirche
durch sie bereichert. Ihr Amt selbst wird dann durch den gegenseitigen
Erfahrungsaustausch bekräftigt und unterstützt. Indem die
kommende ordentliche Synodenversammlung im Zusammenhang mit dem Großen
Jubiläum des Jahres 2000 steht und den Bischof als Diener des
Evangeliums für die Hoffnung der Welt in das Zentrum ihrer
Aufmerksamkeit rückt, will sie besonders hervorheben, daß den
Bischöfen »die edle Aufgabe zukommt, die ersten zu sein, die
bereit sind, über die Hoffnung 'Rede und Antwort zu stehen' (vgl.
1 Petr 3,15); diese Hoffnung, die auf den Verheißungen
Gottes, auf der Treue zu seinem Wort gründet und als unvergleichliche
Gewißheit die Auferstehung Christi, seinen endgültigen Sieg über
das Böse und die Sünde hat«.(17) Die Ankunft des dritten
Jahrtausends drängt mit allen Christen insbesondere die Bischöfe,
im kirchlichen und zivilen Bereich die »Anzeichen von Hoffnung«
hervorzuheben und zu vertiefen, »die trotz der Schatten, die sie oft
vor unseren Augen verbergen, ... vorhanden sind«.(18)
Die christliche Hoffnung ist eng mit der mutigen und unverkürzten
Verkündigung des Evangeliums verbunden, die unter den Hauptaufgaben
der Bischöfe herausragt. Deshalb muß über ihren vielfältigen
Pflichten und Aufgaben, ȟber allen Sorgen und Schwierigkeiten,
die mit der täglichen treuen Arbeit im Weinberg des Herrn
unvermeidlich verbunden sind, vor allem die Hoffnung stehen«.(19)
1. KAPITEL
HEUTIGER KONTEXT DER SENDUNG DES BISCHOFS
6. Als sie nach Beendigung des II. Vatikanischen Konzils in ihre
Teilkirchen, zu den Priestern, ihren engsten Mitarbeitern, und zu den
anderen Gliedern des Volkes Gottes zurückkehrten, brachten die
Konzilsväter neben den lehramtlichen und pastoralen Texten auch die
Forderung nach einer neuen Rolle des Bischofs mit, die dem Communio-Bild
der Kirche entsprechen sollte, das das Konzil selbst deutlich gemacht
hatte, indem es ihren tiefsten Ursprung und ihr transzendentales Urbild im
göttlichen Geheimnis der trinitarischen Gemeinschaft in Erinnerung
rief.(20) Gleichzeitg brachten sie nicht nur die Lehre in bezug auf das
Wesen und die kollegiale Natur der bischöflichen Weihe, sondern auch
die Bereicherung durch eine wertvolle Lebenserfahrung der Kollegialität
mit. Es verstand sich von selbst, daß die Rolle des Bischofs danach
nicht mehr dieselbe sein konnte.
Ein neues Rollenverständnis des Bischofs
7. In der Tat zeigte sich die Notwendigkeit einer neuen, anderen
Vorstellung von der Aufgabe und der Vollmacht des Bischofs. Und dies nicht
nur im äußeren Erscheinungsbild, für das der Apostolische
Stuhl auch sehr bald sorgte, zum Beispiel durch das Schreiben Pontificalia
insignia Pauls VI. (21. Juni 1968) oder auch durch die Instruktion
Ut sive sollicite (31. März 1969), die die päpstlichen Würdezeichen
und die bischöflichen Gewänder zu mehr Einfachheit und Anpassung
an den einfachen und schlichten Geist führten, der immer in denen
wohnen soll, die besondere Verantwortung im Dienst an den Gläubigen
tragen.
Das neue Rollenverständnis des Bischofs betraf aber vor allem seine
geistliche und moralische Bedeutung, weil er das Erstcharisma der
Apostolizität besitzt. Er ist der Verwalter der Gnade des höchsten
Priestertums; er ist der authentische Lehrer, der mit Vollmacht das Wort
Gottes in bezug auf Glaube und Sitten verkündet.
8. Im Apostolischen Schreiben zur Vorbereitung auf das Jubeljahr 2000
erinnert Johannes Paul II. daran, daß es für die Kirche recht
und gut ist, ihre Söhne und Töchter einzuladen, die Heilige
Pforte zu überschreiten und sich durch Reue von Irrtümern,
Treulosigkeiten, und mangelnder Entschlossenheit zu reinigen. Ja, die
Kirche will selbst die Sünden ihrer Söhne und Töchter auf
sich nehmen.(21)
Deshalb ist es angebracht, daß die X. Ordentliche Bischofssynode
am Ausgang des zweiten Jahrtausends in einem demütigen Reueakt
bekennt, daß auch der bischöfliche Dienst in seinem
geschichtlichen Erscheinungsbild mehr als Form von Macht und Prestige denn
als Ausdruck von Dienst verstanden wurde.
9. Das II. Vatikanische Konzil hat bei mehreren Anlässen die Lehre
des heiligen Bischofs Cyprian von Karthago in Erinnerung gerufen, von dem
es den Gedanken des gegenseitigen Einschlusses der Kirche im Bischof und
des Bischofs in der Kirche aufgegriffen hat: Die Kirche ist das mit seinem
Priestertum verbundene Volk, die um ihren Hirten versammelte Herde.(22)
Derselbe Gedanke war das Leitmotiv des Dekrets Christus Dominus,
das die Teilkirche als Teil (portio) des Volkes Gottes, das seinem
Hirten anhängt, der es mit Unterstützung des Presbyteriums durch
das Evangelium und die Eucharistie im Heiligen Geist zusammenführt.(23)
Der lebhafte Wunsch und das wachsende Verlangen von seiten vieler Gläubigen,
die Gemeinschaft mit ihrem Bischof zu verstärken, ihr Interesse an
einer persönlichen Begegnung mit ihm, am Dialog, am Gedankenaustausch
bei der Analyse und Prüfung der Situationen vor Ort, bei der
pastoralen Planung, das alles sind gewiß positive Anzeichen. In der
dringenden Bitte derer, die einen lebendigen Sinn für die Kirche
haben, liegt tatsächlich das Bedürfnis, daß der Bischof
ein noch leuchtenderes Zeichen jener Liebesgemeinschaft werde,(24) deren
Sakrament in der Welt die Kirche selbst ist.
Neue Herausforderungen und Schwierigkeiten des bischöflichen
Dienstes
10. Diese Tatsache, die ihre institutionelle Antwort in der Schaffung
besonderer Möglichkeiten, sich am Leben der Teilkirche zu beteiligen,
findet (z.B. Priester- und Pastoralräte sowie die Feier von Diözesansynoden),
bringt außer den normalen auch weitere Schwierigkeiten für die
Ausübung des Bischofsamtes mit sich. Es besteht die Gefahr, daß
eine Reihe verschiedenartiger und aufeinanderfolgender Verpflichtungen den
Tagesablauf eines Bischofs ausfüllt und daß besondere Umstände,
die nicht zuletzt mit der Rolle zusammenhängen, die ihm in
verschiedenen Ländern im öffentlichen Leben der Gesellschaft
zuerkannt wird, ihn von seinem vorrangigen Auftrag entfernen. Dann
geschieht es, daß er so mit Terminen überhäuft wird, daß
er dem administrativen und bürokratischen Aspekt den Vorrang gibt zum
Nachteil der geistlichen und persönlichen Beziehung des Hirten zu
seiner Herde. Auch die Rolle eines Bischofs im öffentlichen Leben muß
genau überprüft werden.
Dazu kommen andere Schwierigkeiten, die zum Beispiel von der
territorialen Ausdehung der Diözese oder der Vielzahl der Gläubigen
oder auch in einigen Gebieten von der ständigen Meinung herrühren,
daß der Bischof eine wichtige und einflußreiche Persönlichkeit
sei, an die man sich wenden könne, um Gefälligkeiten und Vergünstigungen
verschiedener Art zu bekommen.
11. Es handelt sich jedoch um die Schwierigkeit, wirklich »allen
alles« zu sein. In jedem Fall soll der Bischof in seinen täglichen
Verpflichtungen das rechte Gleichgewicht zwischen der Leitung innerhalb
einer Gemeinschaft und der missionarischen Pflicht, den Menschen das
Evangelium zu verkünden, zu verwirklichen suchen.
Weil die Bischofswürde tatsächlich eine schwere und mühevolle
Bürde ist, wird die Bedeutung der Mitarbeit der Priester noch
offensichtlicher. Es handelt sich in diesem Fall nicht um eine einfache
praktische Angelegenheit, weil die notwendige Mitarbeit der Priester im
sakramentalen Geschehen selbst wurzelt.(25) Andererseits haben alle
Christen das Recht und die Pflicht, sowohl in persönlicher als auch
gemeinschaftlicher Form an der Sendung der Kirche gemäß der
eigenen Berufung und den Gaben des Geistes mitzuarbeiten. Es steht also
dem Bischof zu, diesen gesunden Pluralismus der Verantwortlichkeit mit
pastoraler Klugheit zu erkennen und zu achten, ihn anzunehmen, zu erschließen
und zu koordinieren, so daß unnütze und schädliche
Kraftverschwendung vermieden wird.(26) Wenn er das tut, ist er in der
Teilkirche nicht nur durch die Wirkung seiner Einzelpersönlichkeit,
sondern mehr noch durch das Vorbild einer Amtsperson gegenwärtig, die
durch ihre Anwesenheit Gemeinschaft stiftet.
Dringlichkeiten in der christlichen Gemeinschaft
12. Das II. Vatikanum war für die Kirche eine wahre Gnade Gottes
und ein großes Geschenk des Heiligen Geistes. Aus diesem Konzil sind
viele geistliche Früchte für die Gesamtkirche und für die
Teilkirchen wie auch für die Menschen unserer Zeit hervorgegangen. Es
war vor allem ein großer Akt der Liebe zu Gott, zur Menschheit und
zur Kirche; es beschrieb in seinen Texten deren Wesen und ihre
grundlegende Struktur, wie sie der Herr gewollt hat, ihre ökumenische
Berufung und ihre apostolische und missionarische Tätigkeit .
Die II. Außerordentliche Versammlung der Bischofssynode von 1985
stellte mit Befriedigung und voll Hoffnung fest, daß der Großteil
der Gläubigen, dem Antrieb des Geistes folgend, das Lehramt des II.
Vatikanums mit Eifer und starker Zustimmung des Herzens aufgenommen hatte,
so daß der sensus Ecclesiae sichtlich zugenommen hatte.
Durch ihn, der eine tiefere Erkenntnis der Kirche, eine größere
Liebe zur Kirche und ein lebendigeres sentire in Ecclesia mit sich
bringt, werden auch die missionarische Dynamik und der Einsatz im ökumenischen
Dialog gestärkt, damit die sichtbare Einheit unter den Christen
wiederhergestellt wird.
In den Laien erwachte vor allem der Sinn der Mitverantwortung und der
Wille zur Teilnahme am Leben und an der Sendung der Kirche. Nach dem
Konzil entwickelten sich neben den traditionellen Vereinigungen auch neue
zusammengeschlossene Wirklichkeiten, die mit besondereren und
unterschiedlichen Erscheinungsformen und Zielsetzungen an der Sendung der
Kirche teilhaben und das Evangelium als Quelle der Hoffnung und der
Erneuerung für die Gesellschaft verkünden.(27) Auch die
Forderung, den »Genius« der Frau zu erschließen,
wird in der Gemeinschaft der Gläubigen immer spürbarer. Weltweit
verbreitet und in einigen Kirchen mit überraschender Kraft erblüht
auch das geweihte Leben, über das die letzte Ordentliche Versammlung
der Bischofssynode eingehend nachgedacht hat, auf die dann das
Apostolische Schreiben Vita consecrata folgte. Es handelt sich um
ermutigende Zeichen, denn mit ihnen ist die neue Lebenskraft eng
verbunden, die an Christus hängt, der das Licht der Völker und
die Hoffnung des Menschen ist.
Verminderung des Eifers und Subjektivierung des Glaubens
13. Das Wachstum war aber nicht immer so geartet, daß es vor allem
bei den alten christlichen Völkern dem Druck des Säkularismus
standhalten konnte, der seit langem die religiösen Wurzeln des
Menschenherzen bedroht. Im kirchlichen Bereich fehlt es nicht an anderen
besorgniserregenden und negativen Phänomenen wie die leider unter
vielen Gläubigen anhaltende und wachsende religiöse
Unwissenheit; die geringe Bedeutung der Katechese, die von den weiter
verbreiteten und verführerischen Botschaften der Massenmedien
erstickt wird; der mißverstandene theologische, kulturelle und
pastorale Pluralismus; das Fortbestehen eines Gefühls des Mißtrauens,
ja beinahe der Unduldsamkeit dem hierarchischen Lehramt gegenüber;
die einseitigen und den Reichtum der Frohbotschaft einschränkenden
Anstöße.(28)
Unter den Auswirkungen sind aufzuzählen: das Entstehen eines »Mangels
an Eifer, der um so schwerwiegender ist, weil er aus dem Innern
entspringt. Er zeigt sich in der Müdigkeit, in der Enttäuschung,
in der Bequemlichkeit und vor allem im Mangel an Freude und Hoffnung«.(29)
Dazu kommen auch der Bruch zwischen Glaube und Leben, zwischen Annahme des
Evangeliums und seiner konkreten Umsetzung in die Verhaltensweisen und täglichen
Entscheidungen sowie das Entstehen eines manchmal übersteigerten
Subjektivismus unter den Gläubigen, der sich vor allem im sittlichen
und moralischen Bereich, aber auch in den Glaubensinhalten manifestiert.
Das Phänomen der Subjektivierung des Glaubens, begleitet von
zunehmendem Individualsmus, ist leider in einer großen Anzahl von
Christen präsent mit dem Ergebnis einer verringerten Sensibilität
gegenüber der Glaubenslehre insgesamt und im einzelnen. Im Gegensatz
dazu wächst die subjektive Anhänglichkeit an das, was gefällt
und der eigenen »Erfahrung« entspricht. Derartige
Schwierigkeiten erfordern es, daß vor allem die Bischöfe
zusammen mit ihrem Presbyterium die Anstrengungen verstärken, damit
das Wort Gottes unverkürzt zu den Gläubigen gelange und ihnen
ohne jede Verfälschung die Schönheit und die Lebenskraft der
Liebe »zur Wahrheit , die rettet« (vgl. 2 Thess 2,10),
gezeigt werde.
Die Notwendigkeit, das Licht des Evangeliums und das Lehramt der Kirche über
die Prinzipien zu bringen, die grundlegend sind und das moralische Leben
stützen, zeigt sich im Apostolischen Schreiben Veritatis splendor
(25. März 1995), in dem Johannes Paul II. die Grundsätze des
christlichen Handelns und die wesentliche Beziehung dargelegt hat, die
zwischen Wahrheit und Freiheit besteht.
14. Es ist jedoch anzumerken, daß die Ausübung des
Bischofsamtes verhältnismäßig leicht war, als das Leben
der Kirche unter anderen Bedingungen verlief und leicht die Kulturen
inspirieren und an ihren Erscheinungsformen teilhaben konnte. In der
derzeitigen Krise, die den Sprachgebrauch und das Denken erfaßt hat,
ist das alles zweifellos härter und schwieriger geworden; ja, sogar
in der Verkündigung der Wahrheit sehen die Bischöfe sich oft
herausgefordert und ihren Glauben und ihren Mut auf eine harte Probe
gestellt.
Ihnen hauptsächlich kommt aber die unausweichliche Pflicht zu, Hüter
der Wahrheit zu sein, und zwar ohne die vielen Probleme zu verkennen,
denen ein Glaubender heute begegnet, der zu Recht im Glaubensverständnis
wachsen möchte. An jeden Bischof richtet der Apostel die Mahnung,
immer die Kraft aus der Gnade zu schöpfen, die in Jesus Christus ist
(vgl. 2 Tim 2,1), und das Wort bei jeder Gelegenheit, ob gelegen
oder ungelegen, zu verkünden, wachsam zu bleiben im Ertragen der
Leiden und das Werk des Verkünders des Evangeliums zu vollbringen
(vgl. 2 Tim 4, 1-5) .
Sehr wichtig ist zu diesem Zweck, die hierarchische Communio mit
dem Bischof von Rom lebendig und sichtbar zu erhalten und die kollegiale
Liebe zu den anderen Bischöfen, besonders in den verschiedenen
Bischofsversammlungen, zu stärken.(30)
Das Ehe- und Familienleben
15. Zu den wichtigsten »Wegen« der Kirche an der Schwelle des
dritten Jahrtausends, wie Johannes Paul II. in seinem Schreiben vom 2.
Februar 1994 sagte, gehört die Familie. Ein Blick auf das Leben der
Kirche in unseren Tagen zeigt, daß unter den Christen die Überzeugung
vorherrscht, die christlichen Eheleute und die christliche Familie seien
Quelle der Heiligung. Besonders in den Eheleuten hat sich das Bewußtsein
der eigenen Berufung zur Heiligkeit und der positiven und christlichen
Bedeutung der Sexualität verstärkt. Dazu kam in den letzten
Jahrzehnten vom Lehramt des II. Vatikanums eine wesentliche Hilfe, die in
der Pastoralkonstitution Gaudium et spes dargelegt wurde und der
vom Apostolischen Stuhl viele weitere Aussagen hinzugefügt wurden,
angefangen von der Enzyklika Humanae vitae Pauls VI. bis zum
Apostolischen Schreiben Familiaris consortio Johannes Pauls II.
Die Familie ist aber heute auch von zahllosen Gefahren bedroht, die von
der konsumistischen Mentalität bis zum weitverbreiteten Hedonismus,
von der moralischen Permissivität bis zur schädlichen
Verbreitung abartiger Formen der Sexualität reichen. Die Medien
stellen Verhaltensweisen, die die Würde der Person degradieren und
folglich dem vom Evangelium aufgezeigten und von der Kirche gelehrten
moralischen Leben entgegenstehen, nicht selten auf die Ebene sozialer
Lebensentwürfe. Hinzu kommen der Mythos einer »Bevölkerungs-explosion«
und die Furcht vor einer Übervölkerung, die für die
Menschheit ein Hindernis in der Befriedigung ihrer lebensnotwendigen Bedürfnisse
darstelle. Diese Phänomene und Ängste machen den Weg frei für
die Geißel der Abtreibung und der Euthanasie, vor allem weil sie von
einer aggressiven und manchmal schleichenden »Kultur des Todes«
genährt werden, gegen die Johannes Paul II. mit der Enzyklika Evangelium
vitae (25. März 1995) seine Stimme erhob.
Im Bereich des menschlichen Lebens haben schließlich die Biologie
und Biotechnik ihr Augenmerk auf die geheimsten Kräfte der Natur
gerichtet. Indem sie sich der kühnsten Methodologien zu ihrer
Beherrschung und Nutzung bedienten, verzeichnen sie riesige Fortschritte.
Dennoch sind die schwerwiegenden Gefahren der Ausuferung und des Mißbrauchs
sowie die tiefgreifenden anthropologischen und moralischen Fragen bekannt,
die aus Handlungen erwachsen, die, weil sie das Leben und die Würde
des Menschen in Gefahr bringen, unannehmbare Formen der Manipulation und
Abartigkeiten sind.
All das allarmiert und versetzt in erster Linie die Bischöfe in
Sorge, denen sehr wohl bewußt ist, daß die Familie nur dann
gestärkt wird, wenn sie der Berufung des himmlischen Vaters
entspricht, der seine Söhne und Töchter auffordert, in der Treue
des Ehebundes zu leben, die Fortpflanzung verantwortlich auszuüben
und sich voll Liebe der Erziehung der Nachkommenschaft zu widmen.
In einer Stunde, in der vielen Menschen der Zusammenhang zwischen
Wahrheit, Wohl und Freiheit abhanden gekommen zu sein scheint, empfinden
die Bischöfe die dringende Pflicht, mit den Worten des heiligen
Bischof Irenäus von Lyon darauf hinzuweisen, daß »die Ehre
Gottes der lebendige Mensch und das Leben des Menschen die Schau Gottes
ist«.(31) Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, daß der Mensch
gemäß den Erfordernissen seiner Würde als Geschöpf
Gottes und als Sohn im Sohn, dem Erlöser des Menschen, lebt.
Herausragende Form der Liebe zu den Menschen ist, die heilsame Lehre
Christi in nichts zu schmälern, während die Verkündigung
der Wahrheit Hand in Hand geht mit der Geduld und der Güte, die uns
Jesus, der Herr, vorgelebt hat.
Die Berufungen zum Priestertum und zum geweihten Leben
16. Die Aufmerksamkeit der Bischöfe für die Bildung der zukünftigen
Priester und ihre Sorge um den Priestermangel waren immer in den Debatten
der verschiedenen Versammlungen der Bischofssynode, besonders in der von
1990, lebendig. Damals konnte man feststellen, daß es in vielen
Teilkirchen ein hoffnungsvolles Wiedererwachen und eine Zunahme der
Berufungen zum priesterlichen Dienst gibt, wofür alle dem Herrn
danken sollen; in anderen Kirchen hingegen, vor allem in Westeuropa und
Nordamerika, dauert eine spürbare Verringerung an, die erschwert wird
durch die Erhöhung des Durchschnittsalters der in der Seelsorge tätigen
Priester. Andererseits bleibt auch dort, wo eine spürbare Zunahme von
Berufungen zu verzeichnen ist, immer die Kluft zwischen dem zahlenmäßigen
Wachstum und den Ansprüchen der Gläubigen.
Das bringt offensichtliche Schwierigkeiten für das Bischofsamt mit
sich und ist ein Grund zu großer Sorge für viele Bischöfe.
Denn jede christliche Gemeinschaft hat ihre unerschöpfliche Quelle im
Sakrament der Eucharistie, dessen Verwalter der Priester ist. Der Bestand
von Priesterberufen ist auch die notwendige Voraussetzung für das
Wachstum der Kirche und ein Prüfstein für ihre geistliche
Lebenskraft.
Auch die Zunahme der Berufungen zum geweihten Leben stellt sich als eine
dringende Notwendigkeit für die Kirche dar, die immer dieser Zeugen
der »zukünftigen Zeit« bedarf. Ihre Präsenz ist unerläßliche
Voraussetzung für das Werk der Neuevangelisierung. Aus diesem Grund müssen
die Förderung der Berufe zum geistlichen Amt und zum geweihten Leben
wie auch ihre angemessene Bildung eine Verpflichtung für das ganze
Volk Gottes bedeuten. Diese Sorge muß für alle Bischöfe
Vorrang haben, damit der Weg der Hoffnung für die Verbreitung des
Evangeliums und der ständige Aufbau des Leibes Christi, der die
Kirche ist, gewährleistet werden.
Die Herausforderung der Sekten und der neuen religiösen Bewegungen
17. Die Subjektivierung des Glaubens und die moralische Permissivität,
aber auch die mangelnde religiöse Bildung und geringe Erfahrung im
liturgischen und kirchlichen Leben führen dazu, daß die Gläubigen
nicht weniger christlicher Gemeinschaften in Europa, in Amerika und in
Afrika von der Verbreitung der Sekten oder »neuen Formen der Religiösität«
angezogen werden, wie man sie heute gewöhnlich nennt. Mit ihnen hat
sich die II. Außerordentliche Versammlung der Bischofssynode von
1985 befaßt. Bei dieser Gelegenheit hat man sich gefragt, ob auch im
katholischen Bereich der Sinn für das Heilige genügend Ausdruck
finde.(32)
Zu diesem Thema hat dann der Heilige Stuhl Stellung genommen in einem
entsprechend deutlichen Dokument, das von mehreren römischen
Dikasterien verfaßt worden war.(33) Auch die Bischofskonferenzen,
vor allem die Generalversammlungen des lateinamerikanischen Episkopats,
dachten über dieses Thema nach. Johannes Paul II. weist häufig
darauf hin, wenn er die Bischöfe zum Besuch ad limina empfängt,
ebenso im Verlauf seiner vielen apostolischen Reisen.
Es ist klar, daß diese »neuen religiösen Bewegungen«
wenig mit einer wahren Suche nach Gott zu tun haben und deshalb sich
sowohl in ihrer Lehre als auch in ihren Methoden als Alternative im
Gegensatz nicht nur zur katholischen Kirche, sondern auch zu den anderen
Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften darstellen.
Auf die Ausbreitung dieser neuen religiösen Bewegungen muß
mit einem pastoralen Wirken geantwortet werden, das die Person, ihre
gemeinschaftliche Dimension und ihre Sehnsucht nach einer wahren persönlichen
Beziehung zu Gott ins Zentrum rückt. Diese Elemente machen es
notwendig, die Katechese auf allen Ebenen neu zu beleben, sie der
Mentaltität und der Sprache des Volkes anzupassen und dabei den
unerschöpflichen Reichtum Christi, des einzigen Erlösers des
Menschen, immer in den Mittelpunkt zu stellen. Es ist in erster Linie
Pflicht der Bischöfe, in deren Teilkirchen das Phänomen
auftritt, die Pastoral in diese Richtung zu lenken wie auch die Werte der
Volksfrömmigkeit zu schützen. Auf diese Weise wird es möglich
sein, den Proselytismus der Sekten einzudämmen, ohne persönliche
Angriffe und Haltungen, die dem Geist des Evangeliums widersprechen,
sondern immer mit der liebenden Haltung dessen, der die Person annimmt, um
sie zu evangelisieren.
Kontext der Gesellschaft der Menschen
18. Die heute im Leben der Kirche bestehenden Dringlichkeiten, von denen
nur einige sehr symbolhafte kurz aufgezeigt wurden, sind mit der
Geschichte der Menschen, in der die Kirche lebt, verbunden und werden
sogar von ihr beeinflußt. Die Kirche ist in der Tat das pilgernde
Volk Gottes auf der Suche nach der künftigen bleibenden Stadt (vgl.
Hebr 13,14). Obwohl sie ihrer Berufung nach die Zeiten und Grenzen
der Nationen überschreitet, weil sie sich über die ganze Erde
ausbreiten muß, tritt die Kirche, wie das II. Vatikanische Konzil
lehrt, in die Geschichte der Menschen ein,(34) sie hat teil an ihren
wechselvollen Ereignissen und teilt Freude und Hoffnung, Trauer und Angst
der Menschen, besonders der Armen und all derer, die leiden.(35)
Es ist aber wahr, daß sich im Vergleich zur Konzilszeit die gegenwärtige
Weltbühne sich tiefgehend verändert hat. Anderseits waren viele
der derzeitigen Wandlungen von den Vätern des II. Vatikanums nicht
ganz vorauszusehen, wenigsten nicht in der Form, in der sie sich
entwickelt haben.
Die gewandelte Weltbühne
19. Gewandelt hat sich in der Tat die Ordnung der Nationen und der
internationalen Gleichgewichte; der Fortschritt von Wissenschaft und
Technik hat in allen Bereichen neue Probleme aufgeworfen; in den Bereichen
Biotechnik und Kommunikation haben wahre technologische Revolutionen
stattgefunden, die neue Möglichkeiten für die Kontrolle der
Natur, der sozialen Entwicklungen und des menschlichen Lebens selbst eröffnet
haben. Auch der heutige Atheismus ist verschieden, weil er nicht mehr die
vorwiegende Form des wissenschaftlichen Atheismus oder des humanistischen
Atheismus, sondern die des praktischen Atheismus und der religiösen
Gleichgültigkeit annimmt. Er war im Laufe der Geschichte immer in
dieser Form präsent, ist aber heute auf eine agressivere und
subtilere Weise Wirklichkeit, vor allem in den alten christlichen Teilen
der Welt.
Mit den enormen Möglichkeiten sind daraus auch neue Gefahren für
das Leben der Menschen entstanden. Die Herausforderungen, die sich der
Kirche durch die tiefgreifenden Wandlungen des menschlichen Handelns
stellen, sind vielfältig, und es ist unmöglich, sie alle zu
nennen: Sie betreffen die menschliche Person und ihr Leben, von seinem
allerersten Anfang bis zu seinem Ende durch den Tod; die in ihrem
grundlegenden Gleichgewicht bedrohte Umwelt, das bürgerliche
Zusammenleben und die Entwicklung der Völker; die geheime Macht der
neuen Kommunikationsmittel, die eine Kultur schaffen oder verändern
und die wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen beeinflussen kann.
In dieser Situation stellte die Enzyklika Centesimus annus die
dreifache Forderung nach einer Ökologie der Umwelt, des Menschen und
der Gesellschaft auf.(36)
20. Auch das große Thema des Friedens in der Welt in der zweiten Hälfte
des ausgehenden Jahrhunderts stellt sich in unterschiedlichen Formen dar.
Es drängt sich im neuen Rahmen der »Globalisierung« auf.
Die Welt wird vor allem durch den Einfluß der Kommunikationsmittel
immer mehr ein »Weltdorf«. Im Gegensatz dazu entwickelt sich
aber eine Tendenz zur Zersplitterung, die von einer verschärften und
manchmal fragwürdigen Bekräftigung kultureller, politischer,
sozialer und religiöser Identität gekennzeichnet ist.
So geschah es, daß neue Barrieren errichtet wurden, während
man alte Mauern einstürzen sah. Und obwohl es heute keine umfassenden
Konflikte gibt, dauern örtliche und inländische Kriege an, die
an das Gewissen ganzer Völker in allen Teilen der Welt appellieren.
Der Verlust so vieler Menschenleben und die riesige Zahl der Flüchtlinge,
der Vertriebenen und der an Leib und Seele geschädigten Überlebenden
sind ein äußerst negatives Ergebnis, das die Entfaltung der
Menschenrechte blockiert, die Friedensentwicklungen ständig gefährdet
und die Verwirklichung des Gemeinwohls der Gesellschaft behindert.
Es ist ein großer Irrtum, wenn man häufig vorgibt, durch
religiöse Beweggründe die Kämpfe und Konflikte mit den
anderen zu rechtfertigen. Das Phänomen des Fundamentalismus oder
religiösen Fanatismus ist zweifellos zu verurteilen. Dieses Phänomen
muß man aber von seinen Beweggründen her studieren, da es fast
nie ausschließlich religiös ist. Vielmehr wird das religiöse
Gefühl in einigen Fällen zu anderen, politischen oder
wirtschaftlichen Zwecken mißbraucht.
21. Ebenso schwer ist die Last der Armut und des Elends, die auf ganzen
Völkern liegt, während in den wirtschaftlich fortgeschrittenen Ländern
der Sinn für die Solidarität schwindet. Die Schranken zwischen
Reich und der Arm schneiden nicht nur die reichen von den ärmeren
Nationen ab, sondern spalten auch das Innenleben der Gesellschaften.
Die soziale Frage ist heute noch komplexer aufgrund der Unterschiede in
der Kultur und in den Wertsystemen zwischen den einzelnen Bevölkerungsgruppen,
die nicht immer mit dem wirtschaftlichen Entwicklungsgrad übereinstimmen
und größere Abstände schaffen. Hinzukommen die Geißeln
des Analphabetismus, die verschiedenen Formen der Ausbeutung und
wirtschaftlichen, sozialen, politischen und auch religiösen Unterdrückung
der menschlichen Person und ihrer Rechte, die Diskriminierungen aller Art,
vor allem die widerwärtigsten, weil sie auf dem Rassenunterschied gründen.
Andere Formen der Armut sind der schwierige oder unmögliche Zugang zu
einem höheren Bildungsgrad, die Unfähigkeit, sich an der
Konstitutierung der eigenen Nation zu beteiligen, die Verweigerung oder
Einschränkung der Menschenrechte und damit auch des Rechtes auf
Religionsfreiheit.
Die Reihe kann zweifellos fortgesetzt werden, indem man andere Faktoren
hinzufügt, die Müdigkeit der Herzen und Geister verbreiten und
die Hoffnungen auf eine bessere Zukunft ernsthaft gefährden. Diese
sind zum Beispiel die Korruption des öffentlichen Lebens, die in
verschiedenen Ländern zu verzeichnen ist; der Markt der Droge und
Pornographie, die die morale Verfaßtheit, den Widerstand und die
Hoffnungen der Völker noch weiter aushöhlen; die ungeheuren
Ausgaben für die Rüstung nicht nur zum Schutz, sondern auch zur
Tötung; eine in den internationalen Beziehungen und im
wirtschaftlichen Handelsaustausch unkorrekte Verhaltensweise zum Nachteil
der Entwicklungsländer sowie die in einigen Nationen noch bestehenden
Einschränkungen der freien Religionsausübung.
Einige Zielsetzungen der menschlichen Hoffnungen
22. Während die Kirche, die sich anschickt, ins dritte christliche
Jahrtausend einzutreten, diese Dringlichkeiten aufzählt und prüft,
hält sie an dem auf der christlichen Hoffnung gründenden
Optimismus fest, der die Pastoralkonstitution Gaudium et spes des
II. Vatikanischen Konzils inspiriert hat. Dabei verkennt sie den Ernst und
die Schwere der Probleme nicht. Wer die Geschichte der Menschen an der
Schwelle des neuen Jahrtausends eingehender betrachtet, dem entgehen nicht
die Anzeichen der Hoffnung; ja, sie scheint wie von einer warmen Strömung
der Freiheit erfaßt zu sein, die die Männer und Frauen aus
aller Welt bewegt.
Johannes Paul II. hat in seiner Rede an die Organisation der Vereinten
Nationen vom 5. Oktober 1995 diese Strömung aufgegriffen und ihren
Sinn angesichts der unumgänglichen Erfordernisse des universalen
Moralgesetzes verdeutlicht. Er hat auch die Nationen aufgefordert, das
Risiko der Freiheit auf sich zu nehmen durch die Bekräftigung der
fundamentalen Menschenrechte und der Würde und des Wertes der
menschlichen Person in den neuen Gesellschaftssystemen vieler ethnischer
Gruppen und Rassen und der Globalisierung der Wirtschaft sowie durch die
Suche nach einem gerechten Gleichgewicht zwischen den beiden Polen des
Partikularismus und des Universalismus. Denn die Rechte der Nationen sind
nichts anderes als die auf der spezifischen Ebene des Gemeinschaftslebens
kultivierten Menschenrechte. Daraus entsteht auch die Achtung der »Unterschiede«
als Quelle eines tieferen Verständnisses des Geheimnisses des
Menschen.(37)
Am Übergang vom zweiten zum dritten christlichen Jahrtausend
scheint das Leben der Menschen auch durchdrungen von einem verheißungsvollen
und spürbaren Interesse für die geistlichen Werte, das zwar im
Vergleich zu den Ängsten und Sorgen gering erscheint. Es ist aber
verbunden mit einem weitverbreiteten Verlangen nach Innerlichkeit, einer
größeren Aufmerksamkeit für die Verantwortung des Menschen
gegenüber der Natur und einem wachsenden Bewußtsein für
die große Chance, eine neue und bessere Gesellschaft und eine Welt
aufzubauen, in der alle Menschen gemeinsam und mutig die Ziele des
Friedens und der Gerechtigkeit und eine moralische Erneuerung unter
Achtung der Würde und der Rechte des Menschen anstreben.
Die Bischöfe als Zeugen und Diener der Hoffnung
23. Die Kirche spürt im Innern ihres Leibes die Spannungen und
Gegensätze, die die Menschen von heute bedrängen, und will in
all ihren Gliedern durch den Schutz der Würde des Menschen und seiner
ganzheitlichen Förderung präsent sein. Jesus selbst hat darauf
hingewiesen, daß er sich mit allen Armen dieser Welt identifiziert
und aufgrund dieser Identifizierung am Ende der Zeiten Gericht halten wird
(vgl. Mt 25,31-46).
An der Schwelle des dritten Jahrtausends ist sich die Kirche dessen bewußt,
daß ihre soziale Botschaft zuerst durch das Zeugnis ihrer Werke und
dann erst durch ihre Folgerichtigkeit und innere Logik glaubwürdig
erscheint. Aus diesem Bewußtsein erwächst auch ihre vorrangige
Liebe für die Armen, die aber die anderen Gruppen weder ausschließt
noch benachteiligt.(38) Dieser Auftrag muß in erster Linie von den
Bischöfen wahrgenommen werden nach dem Vorbild Jesu, der, »als
er die vielen Menschen sah, Mitleid mit ihnen hatte, denn sie waren müde
und erschöpft wie Schafe, die keinen Hirten haben« (Mt
9,36).
24. Die Kirchengeschichte ist voll von Bischofsgestalten, die sich dem
Auftrag gemäß, der aus ihrer bischöflichen Sendung erwächst,
voll und ganz in der Förderung und mutigen Verteidigung der Menschenwürde
engagiert haben. Die Menschenwürde stellt nämlich einen Wert des
Evangeliums dar, der nie ohne schwere Beleidigung des Schöpfers
verletzt werden darf. Diese Gestalten gab es nicht nur in vergangenen
Epochen. Man findet sie auch in unseren Tagen. Von einigen wird auch das
Blutzeugnis inmitten ihrer Teilkirchen und der Gesamtkirche bewahrt. Zu
den vielen Bischöfen, die zusammen mit ihren Priestern, Ordensleuten
und Laien unter den totalitären Regimen des Ostens und des Westens in
den vergangenen Jahrzehnten Kerkerhaft und Ausgrenzung erlitten haben,
kommen heute andere hinzu, die wie der gute Hirt ihr Leben für ihre
Herde gegeben haben.
Ihr Lebensopfer, verbunden mit dem vieler Gläubigen, aktualisiert
und verlängert das Märtyrerverzeichnis einer Kirche, die am Ende
des zweiten Jahrtausends »erneut zur Märtyrerkirche geworden«
ist;(39) sie zeigt deutlich, daß die soziale Botschaft des
Evangeliums keine abstrakte Theorie, sondern ein Leben ist, das sich
verschenkt.
25. Sämann der Hoffnung sein heißt, eine unausweichliche
Sendung der Kirche erfüllen. Der ganze bischöfliche Dienst dient
der Hoffnung, er ist ein Dienst am Volk Gottes und an jedem Menschen,
damit wir »eine lebendige Hoffnung haben« (1 Petr 1,3).
Deshalb ist es notwendig, daß der Bischof seinen ganzen Dienst der
Evangelisierung auf die Hoffnung hin ausrichtet, vor allem für die
Jugendlichen, die von falschen Mythen und pessimistischen Vorstellungen
bedroht sind, und für alle, die unter vielfältigen Formen der
Armut leiden und auf die Kirche wegen ihrer übernatürlichen
Hoffnung als ihren einzigen Schutz schauen.
Als Diener der Hoffnung muß jeder Bischof sie auch in sich selbst
festigen und bewahren, denn sie ist das österliche Geschenk des
auferstandenen Herrn und beruht auf der Tatsache, daß das
Evangelium, in dessen Dienst der Bischof zuallererst steht, ein
vollkommenes Gut und der entscheidende Punkt ist, auf den sich der bischöfliche
Dienst konzentriert. Ohne die Hoffnung bliebe seine ganze seelsorgliche Tätigkeit
unfruchtbar. Das Geheimnis seiner Sendung beruht hingegen auf seiner
unerschütterlichen Hoffnung.
2. KAPITEL
KENNZEICHEN UND EIGENSCHAFTEN
DES BISCHOFSAMTES
26. Die II. Außerordentliche Versammlung der Bischofssynode
erkannte in der Koinonia-Communio den Schlüsselbegriff der
Ekklesiologie des II. Vatikanums. Diese Ekklesiologie, die in der
lebendigen Tradition der Kirche und im allgemeinen Erbe des Ostens und des
Westens beinahe während des ganzen ersten Jahrtausends der
christlichen Zeitrechnung vorhanden war, bildet den Leitfaden der
Erneuerung des kirchlichen Lebens und auch das Fundament des ganzen
Hirtendienstes auf dem Weg der pilgernden Kirche in der
Menschheitsgeschichte.(40)
Die Bekräftigung, daß die Kirche Geheimnis der Communio
ist, betrifft nicht nur ihre äußeren Strukturen, sondern in
erster Linie ihr inneres Wesen und ihre tiefere Wirklichkeit, die den Kern
des Geheimnisses der Heiligen Dreifaltigkeit berührt. Denn die Kirche
ist, wie das Konzil betont hat, das von der Einheit des Vaters und des
Sohnes und des Heiligen Geistes her geeinte Volk;(41) sie geht hervor aus
der Heiligen Dreifaltigkeit, sie subsistiert in der Dreifaltigkeit, und
sie ist auf dem Weg zur Dreifaltigkeit. Dieses Wesen und diese Sendung der
Kirche, »so wie sie Christus, ihr Stifter und Fundament, gegründet
hat, bedingen und bestimmen das Wesen und die Sendung des Bischofsamtes«.(42)
Der Dienst des Bischofs in bezug auf die Heilige Dreifaltigkeit
27. Jede christliche Identität offenbart sich im Geheimnis der
Kirche als ein Geheimnis der dreifaltigen Communio mit
missionarischer Spannung. Auch der Sinn und Zweck des Bischofsamtes muß
in der Ecclesia de Trinitate verstanden werden, die zu allen Völkern
gesandt ist, um sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des
Heiligen Geistes zu taufen (vgl. Mt 28,18-20).
Deshalb müssen sich in der Beziehung zwischen jedem Bischof und den
seiner Hirtensorge anvertrauten Gläubigen der Teilkirche die
Beziehungen zwischen den göttlichen Personen der Dreifaltigkeit in
der Einheit widerspiegeln: im Vater ist die Quelle der Vollmacht, im Sohn
ist die Quelle des Dienstes und im Geist ist die Quelle der Gemeinschaft.
So führt uns »das Wort 'Communio' zur Urquelle des
dreifaltigen Lebens selbst, das in der Gnade und im Dienst des
Bischofsamtes zusammenfließt. Der Bischof ist Bild des Vaters, setzt
Christus als guten Hirten gegenwärtig und empfängt die Fülle
des Heiligen Geistes, aus dem die lehramtlichen Weisungen und Initiativen
erwachsen, damit er nach dem Bild der Dreifaltigkeit und durch das Wort
und die Sakramente diese Kirche bauen kann, den Ort, wo sich Gott den der
bischöflichen Hirtensorge anvertrauten Gläubigen schenkt«.(43)
Das Bischofsamt in bezug auf Christus und die Apostel
28. Das Bischofsamt gestaltet sich in der Kirche als Amt der
apostolischen Nachfolge. Das ununterbrochene Zeugnis der Tradition erkennt
in den Bischöfen diejenigen, die »Ableger apostolischer
Pflanzung«(44) besitzen und als Hirten der Kirche in der Nachfolge
der Apostel stehen.
Gewiß sind die Zwölf die einzigen Zeugen des Geheimnisses des
menschgewordenen, gekreuzigten und auferstandenen Wortes. Aber in dem
Zeitraum zwischen dem Ostern des Herrn und seiner Wiederkunft in
Herrlichkeit übernehmen die Bischöfe nach dem Tod der Apostel
deren Sendung als Erbe. Verwurzelt im apostolischen Eph'apax durch
das Weihesakrament, sind sie mit einer exousia bekleidet, die, in
Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri gelebt, das Ziel hat, »dem
Antlitz des Herrn, das von der ganzen Kirche gebildet wird, zeitliche
Kontinuität zu verleihen und insbesondere darauf zu achten, daß
seine Wesenzüge und seine besondere Beschaffenheit, die es unter
allen irdischen Erscheinungsformen einmalig und einzigartig machen, nicht
verändert werden«.(45)
29. Als Diener der Apostolizität der ganzen Kirche durch den Willen
des Herrn und mit der Kraft des Geistes des Vaters ausgestattet, der lebt
und herrscht (Spiritus principalis), sind die Bischöfe nicht
nur in der Autorität und in der sacra potestas Nachfolger der
Apostel, sondern auch in der apostolischen Lebensform, in den
apostolischen Leiden für die Verkündigung und Verbreitung des
Evangeliums, in der liebevollen Sorge und Barmherzigkeit für die
ihnen anvertrauten Gläubigen, im Schutz der Benachteiligten und in
der ständigen Aufmerksamkeit für das Volk Gottes.
Indem sie in besonderer Weise Christus durch die Fülle des
Weihesakramentes gleichförmig und seiner Sendung teilhaftig wurden,
setzen die Bischöfe ihn in den Sakramenten gegenwärtig und
werden deshalb in den Teilkirchen, die sie in seinem Namen leiten, »Stellvertreter
und Gesandte Christi« genannt.(46) Denn durch ihren Dienst verkündet
Jesus, der Herr, weiter das Evangelium, gießt durch die Sakramente
des Glaubens über die Menschen die Heiligkeit und Gnade und leitet
das pilgernde Volk Gottes auf Erden bis zur ewigen Glückseligkeit.
Das Bischofsamt in bezug auf die Kirche
30. Als Geschenk des Geistes an die Kirche ist der Bischof vor allem wie
jeder andere Christ Sohn und Glied der Kirche. Von dieser heiligen Mutter
hat er im Taufsakrament das Geschenk des göttlichen Lebens im
Taufsakrament und die erste Glaubensunterweisung. empfangen. Mit allen
anderen Gläubigen teilt er die unvergleichliche Würde der
Gotteskindschaft, die in der Gemeinschaft und im Geist dankbarer Brüderlichkeit
zu leben ist. Indem er inmitten der anderen Christus treu bleibt, ist er
auch kraft der Fülle des Weihesakramentes derjenige, der vor den Gläubigen
Lehrer, Heiligmacher und Hirt ist und im Namen und in persona Christi
handelt. Es geht offensichtlich nicht um zwei einfach nebeneinander
bestehende Beziehungen, sondern um eine gegenseitige und enge Verbindung;
sie sind einander zugeordnet, weil beide aus dem Reichtum Christi, des
einzigen Hohenpriesters, schöpfen.(47) Ein Bischof wird doch »Vater«,
weil er ganz »Sohn« der Kirche ist.
Deshalb muß der Bischof, wie das Direktorium Ecclesiae imago
betonte, »in sich selbst die Züge des Bruders und Vaters, des Jüngers
Christi und des Glaubenslehrer, des Sohnes der Kirche und in gewissem Sinn
ihres Vaters vereinen, denn er ist der Verwalter der übernatürlichen
Wiedergeburt der Christen«.(48)
Das Band, das den Bischof mit der Kirche verbindet, wurde oft auch als
ein mystisches, bräutliches Band beschrieben. Christus ist wahrhaft
der einzige Bräutigam der Kirche. Als sakramentales Zeichen Christi,
des Hauptes, stellt der Bischof auch Christus, den Bräutigam, dar.
Indem er in sichtbarer und besonderer Weise das Bild des Bräutigams
widerspiegelt, muß der Bischof auch der glaubwürdige Zeuge in
der Gemeinschaft sein. Mit der bräutlichen Liebe des Erlösers
ausgestattet, bemüht er sich, in der Kirche »die Länge und
Breite, die Höhe und Tiefe« der Liebe Christi erblühen und
als »die ganze Fülle Gottes« erscheinen zu lassen (Eph
3,18 f).
So erfüllt der Bischof seinen Auftrag, die Herde des Herrn zu
weiden, das heißt als Antwort auf die Liebe und als amoris
officium.(49) Auf diese Weise läßt er auch die Hoffnung in
seiner Teilkirche wachsen, damit sie durch seinen Dienst die Gewißheit
bewahrt, daß es ihr nie an der Hirtenliebe Jesu Christi
mangeln wird, an der jeder Bischof teilhat.
Der Bischof in bezug auf sein Presbyterium
31. Das Bischofsamt wird in bezug auf die verschiedenen Berufungen der
Glieder des Volkes Gottes bestimmt und vor allem in bezug auf die
Priester, auch die Ordenspriester, und auf das von ihnen in seiner
Teilkirche gebildete Presbyterium.(50) Die Dokumente des II.
Vatikanums (51) haben die althergebrachte Wirklichkeit des
Presbyterkollegiums als Organismus neu beleuchtet; das Presbyterium wird
von allen Priestern gebildet, die in eine Teilkirche inkardiniert sind
oder in ihrem Dienst stehen, und ist um den Bischof in der seelsorglichen
Leitung jeder Kirche vereint. Dieses tiefe Band gründet auf der
Teilhabe - wenn auch in unterschiedlichem Maß - an demselben und
einzigen Priestertum Christi und an der gleichen apostolischen Sendung,
die dieses Priestertum verleiht. Auf Grund seines Wesens und seiner
Sendung erscheint das Amtspriestertum in der Kirchenstruktur als ein
Geschenk des Geistes, als ein Charisma, als »Zeichen für den
absoluten Vorrang und die Unentgeltlichkeit der Gnade, die der Kirche vom
auferstandenen Christus als Geschenk zuteil wird«.(52)
Das II. Vatikanische Konzil hat die gegenseitigen Beziehungen zwischen
dem Bischof und den Priestern in verschiedenen Gleichnissen und Ausdrücken
beschrieben. Es hat den Bischof als »Vater« der Priester
bezeichnet,(53) hat aber auch mit dem Hinweis auf die geistliche
Vaterschaft den auf die Brüderlichkeit, die Freundschaft, die
notwendig Mitarbeit und die Beratung verbunden. Es ist aber so, daß
die sakramentale Gnade durch den Bischof auf den Priester übertragen
wird und daß sie ihm im Hinblick auf die untergeordnete Mitarbeit
mit dem Bischof an der apostolischen Sendung verliehen wird. Dieselbe
Gnade verbindet die Priester mit den verschiedenen Aufgaben des bischöflichen
Dienstes. Kraft dieses sakramentalen und hierarchischen Bandes übernehmen
die Priester als seine notwendigen Mitarbeiter und Ratgeber, Gehilfen und
Werkzeuge zum Teil die Amtsaufgaben und die Hirtensorge des Bischofs und
machen ihn in den einzelnen Gemeinden gegenwärtig.(54)
32. Die sakramentale und hierarchische Beziehung setzt sich in eine ständig
zu bildende und zu pflegende affektive und effektive Communio des
Bischofs mit den Gliedern seines Presbyteriums um und verleiht der inneren
und äußeren Haltung des Bischofs seinen Priestern gegenüber
Festigkeit und Gewicht. Forma factus gregis ex animo (vgl. 1
Petr 5,3), der Bischof muß es vor allem für seinen Klerus
sein, dem er gutes Beispiel gibt durch das Gebet, den sensus Ecclesiae,
den apostolischen Eifer, die Hingabe in der Pastoral insgesamt und die
Zusammenarbeit mit allen anderen Gläubigen.
Der Bischof hat dann in erster Linie die Verantwortung der Heiligung
seiner Priester und ihrer ständigen Weiterbildung. Angesichts dieser
geistlichen Notwendigkeiten, der Begabungen der einzelnen und der
Anforderungen, die durch die Pastoral insgesamt und das Wohl der Gläubigen
gestellt werden, handelt der Bischof so, daß er den Dienst der
Priester in möglichst angemessener Weise abruft.
33. Mit der Haltung des Bischofs jedem einzelnen Priester gegenüber
verbindet sich das Bewußtsein, vor sich einen Diözesanpriester
zu haben. Deshalb darf er nicht versäumen, in ihnen die Brüderlichkeit
zu nähren, die sie sakramental vereint, und unter allen den Geist der
Zusammenarbeit in einer wirksamen und umfassenden Pastoral zu fördern.
Der Bischof muß sich sogar täglich darum bemühen, daß
alle Priester wissen und konkret spüren, daß sie nicht allein
oder sich selbst überlassen sind, sondern Glieder und Teile des »einen
einzigen Presbyteriums, das freilich mit unterschiedlichen Aufgaben
betraut ist.(55) In diesem Sinn schätzt der Bischof den Priesterrat
und alle anderen formellen und informellen Organe des Dialogs und der
Zusammenarbeit mit seinen Priestern, denn er ist sich dessen bewußt,
daß das Zeugnis der affektiven und effektiven Communio
zwischen Bischof und Priestern wirksame Impulse für die Gemeinschaft
in der Teilkirche auf allen anderen Ebenen gibt.
34. In der amtlichen und hierarchischen Communio der Kirche gibt
es neben den Priestern auch die Diakone, die nicht zum Priestertum,
sondern zum Dienst geweiht sind. Indem sie den Geheimnissen Gottes und der
Kirche in der Diakonie des Wortes, der Liturgie und der Caritas dienen,
sind die Diakone auf Grund ihres Ranges in der heiligen Weihe eng mit dem
Bischof und seinem Presbyterium verbunden.(56) Deshalb ist es richtig, zu
bekräftigen, daß der Bischof der Hauptverantwortliche in der
Auswahl der Berufung der Kandidaten(57) und ihrer geistlichen,
theologischen und pastoralen Ausbildung ist. Der Bischof ist immer
derjenige, der ihnen unter Berücksichtigung der pastoralen Bedürfnisse
und der familiären und beruflichen Lage die Dienste überträgt,
und zwar so, daß sich ihre Präsenz harmonisch in das Leben der
Teilkirche eingliedert und ihre ständige Fortbildung nicht vernachlässigt
wird.
Das Bischofsamt in bezug auf die Gott Geweihten
35. Das gottgeweihte Leben ist bevorzugte Ausdrucksform der Kirche als
Braut des Wortes und sogar, wie es schon am Anfang des Apostolischen
Schreibens Vita consecrata heißt, ihr »entscheidendes
Element für die Sendung der Kirche in deren Herz und Mitte«.(58)
In ihm und in seinen vielfältigen Ausdrucksformen werden, indem sie
eine typische und ständige Sichtbarkeit angenommen haben, die
charakteristischen Züge des jungfräulichen, armen und gehorsamen
Jesus in der Welt gegenwärtig gemacht und als absoluter und
eschatologischer Wert ausgewiesen. Die ganze Kirche ist der Heiligsten
Dreifaltigkeit dankbar für das Geschenk des geweihten Lebens. Es
zeigt, daß sich das Leben der Kirche nicht in der hierarchischen
Struktur erschöpft, als sei sie gleichsam nur von geweihten Dienern
und Laien zusammengesetzt. Vielmehr ist der Bezug auf eine weitergefaßte,
reichere und differenziertere Grundstruktur hergestellt, die
institutionell-charismatisch ist und dem Willen Christi selbst entspricht.
Dazu gehört das gottgeweihte Leben.(59)
Die geweihte Lebensform ist also ein für das Leben und die
Heiligkeit der Kirche unverzichtbares und grundlegendes Geschenk des
Geistes. Sie steht notwendigerweise in einer hierarchischen Beziehung zum
geweihten Amt, besonders dem des römischen Papstes und der Bischöfe.
Im nachsynodalen Apostolischen Schreiben verwies Johannes Paul II. auf das
besondere Band der Communio, das die verschiedenen Formen des
geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens mit dem
Nachfolger des Petrus verbindet. Darin wurzeln auch ihre Eigenschaften,
weltkirchlich angelegt zu sein und die Grenzen der Diözesen zu übergreifen.
36. Weil das geweihte Leben eng mit dem Geheimnis der Kirche und dem
bischöflichen Amt - kollegial vereint in hierarchischer Communio
mit dem Nachfolger Petri - verbunden ist, besteht ihm gegenüber eine
Verantwortung des gesamten Bischofskollegiums. Dem Bischof in Einheit mit
dem römischen Papst überträgt Christus, das Haupt, wie die
richtungweisenden Mutuae relationes hervorheben, die Aufgabe, »sich
der Ordenscharismen anzunehmen, um so mehr als die Unteilbarkeit des
Hirtenamtes selbst sie zu Vervollkommnern der ganzen Herde macht. Indem
die Bischöfe das geweihte Leben fördern und schützen, erfüllen
sie eine echte Hirtenaufgabe.(60)
Im Rahmen der in diesem Dokument enthaltenen Aussagen sowie der
Ergebnisse der IX. Ordentlichen Versammlung der Bischofssynode und des päpstlichen
Lehramtes, das sich im nachsynodalen Apostolischen Schreiben Vita
consecrata geäußert hat, wird ständig die Forderung
erhoben, die gegenseitigen Beziehungen zwischen den Bischofs-konferenzen,
den höheren Oberen und deren Konferenzen zu verstärken mit dem
Ziel, den Reichtum der Charismen zu fördern und für das Wohl der
Welt- und der Teilkirche zu wirken.
Weil die Teilkirchen, wie das Konzil lehrt, »nach dem Bild der
Gesamtkirche gestaltet sind und in ihnen und aus ihnen die eine und
einzige katholische Kirche besteht«,(61) leben die geweihten
Personen, wo immer sie sich befinden, ihre Berufung für die
universale Kirche innerhalb einer bestimmten Teilkirche, in der sie ihre
kirchliche Präsenz verwirklichen und besondere Aufgaben erfüllen.
Sie sind auf Grund ihres dem geweihten Leben innewohnenden prophetischen
Charakters in jeder Teilkirche vor allem gelebte Verkündigung des
Evangeliums der Hoffnung und beredte Zeugen des Primates Gottes im
christlichen Leben und der Macht seiner Liebe in der Hinfälligkeit
der menschlichen Existenz.(62) Daraus ergibt sich die Wichtigkeit der
Zusammenarbeit zwischen jedem Bischof und den geweihten Personen, um die
Pastoral auf diözesaner Ebene harmonisch weiterzuentwickeln.(63)
37. Die Kirche ist den vielen Bischöfen dankbar, die im Laufe ihrer
Geschichte bis heute das geweihte Leben als besonderes Geschenk des
Geistes für das Volk Gottes so hochgeschätzt haben, daß
sie selbst Ordensfamilien gründeten, von denen heute noch viele aktiv
im Dienst der Weltkirche und der Teilkirchen sind. Auch die Tatsache, daß
der Bischof sich schützend dafür einsetzen soll, daß die
Institute ihrem Charisma treu beleiben, ist ein Grund zur Hoffnung für
die Institute, besonders für jene, die in Schwierigkeiten sind.
Der Dienst des Bischofs in bezug auf die Laien
38. Das II. Vatikanische Konzil, die Ordentliche Versammlung der
Bischofssynode von 1987 und das nachfolgende Apostolische Schreiben Christifideles
laici von Johannes Paul II. haben die Berufung und Sendung der Laien
in der Kirche und in der Welt eingehend dargelegt.(64) Die Taufwürde,
die sie des Priestertums Christi teilhaftig macht, und eine besondere Gabe
des Geistes verleihen ihnen eine besondere Stellung im Leib der Kirche und
berufen sie, ihrer Bestimmung entsprechend, zur Teilhabe an der
Heilssendung, die die Kirche im Auftrag Christi bis zum Ende der Zeiten
entfaltet. Besonders in bezug auf sie würdigt und betont die Kirche
den Heilswert der weltlichen Beschaffenheit des Großteils ihrer Tätigkeiten.
Denn die Laien üben die eigene kennzeichnende christliche
Verantwortlichkeit in vielen Bereichen aus, darunter die des Lebens und
der Familie, der Politik, der beruflichen und gesellschaftlichen Welt, der
Wirtschaft, der Kultur, der Wissenschaft, der Künste, des
internationalen Lebens und der Massenmedien.
In all ihren vielfältigen Tätigkeiten sind die Laien gerufen,
das eigene persönliche Talent und die erworbene Kompetenz mit dem
klaren Zeugnis des eigenen Glaubens an Jesus Christus zu verbinden. In die
zeitlichen Wirklichkeiten eingebunden, sind die Laien und ist jeder Christ
gerufen, Rede und Anwort zu stehen über die göttliche Hoffnung,
die ihn erfüllt (vgl. 1 Petr 3,15), und auf dieser Erde
eifrig zu arbeiten, gerade weil sie von der Erwartung der »neuen Erde«
angespornt werden.(65)
Wegen ihrer Stellung in der Welt können die Laien großen
Einfluß auf die Kultur ausüben, indem sie deren Perspektiven
und Horizonte auf Hoffnung hin erweitern. Dadurch leisten sie auch einen
besonderen Beitrag zur Evangelisierung der Kultur, der um so notwendiger
ist, als in unserer Zeit die Spaltung zwischen Evangelium und Kultur noch
fortdauert. Im Bereich der Kommunikationsmittel, die die Mentalität
der Personen stark beeinflussen, obliegt den Laien eine besondere
Verantwortung vor allem im Hinblick auf eine korrekte Verbreitung der
moralischen Werte.
39. Obwohl die Laien auf Grund der Berufung vorwiegend weltliche Tätigkeiten
ausüben, sollte man nicht vergessen, daß sie zu einer
kirchlichen Gemeinschaft gehören und darin die Mehrheit ausmachen.
Nach dem II. Vatikanischen Konzil haben sich glücklicherweise neue
Formen der verantwortlichen Teilhabe der Laien, Männer und Frauen, am
Leben der einzelnen Diözesen und Pfarrgemeinden entwickelt. Sie sind
nunmehr in verschiedenen Pastoralräten vertreten, spielen eine immer
größere Rolle in verschiedenen Diensten wie in der Gestaltung
der Liturgie oder der Katechese; sie sind im katholischen
Religionsunterricht in den Schulen eingesetzt usw.
Eine bestimmte Anzahl von Laien ist auch bereit, sich in solchen
Aufgaben ständig und manchmal für immer zu engagieren. Diese
Mitarbeit der Laien ist für die Erfordernisse der »Neuevangelisierung«
gewiß wertvoll, besonders dort, wo eine ungenügende Anzahl von
geweihten Amtsträgern zu verzeichnen ist.
40. Auch die Entwicklung des Vereinswesens stellt eine große
Bereicherung der nachkonziliaren Kirche dar. Durch ihre unterschiedlichen
geistigen Ausrichtungen bieten diese neuen Zusammenschlüsse mit den
althergebrachten Vereinigungen vielen Gläubigen eine unersetzliche Stütze,
um in ihrem christlichen Leben voranzuschreiten. Außerdem fördern
sie das Wachstum der gesamten Kirche. Das Nachsynodale Apostolische
Schreiben Christifideles laici hat betont, daß alle diese
Verbände, Bewegungen und Gruppen trotz ihrer berechtigten
Unterschiedlichkeit von der gleichen Zielsetzung getragen werden müssen,
das heißt von der verantwortlichen Teilhabe an der Sendung der
Kirche, das Licht des Evangeliums zu bringen.(66)
Der pastoralen Sendung des Bischofs steht es zu, die gegenseitige Ergänzungsbedürftigkeit
zwischen Vereinigungen mit unterschiedlicher Ausrichtung zu akzeptieren
und zu fördern sowie über ihre Begleitung, die theologische und
geistliche Ausbildung ihrer Leiter und die gute Eingliederung aller in die
Diözesangemeinschaft zu wachen.
41. Die Bischöfe müssen vor allem für die Laien, die
inmitten der vielen Probleme der Welt und der Schwierigkeiten des täglichen
Lebens stehen und der Verunsicherung und dem Leiden ausgesetzt sind,
Zeichen Gottes sein, das zur Hoffnung einlädt (vgl. Eph 4,4).
Es kommt auch vor, daß sie auf Grund ihrer spezifisch christlichen
Optionen sich unter den anderen isoliert fählen oder isoliert werden.
Unter diesen Umständen muß die pastorale Präsenz des
Bischofs mit seinem Presbyterium sie stützen, damit sie als Christen
Hoffnungsträger sind, und ihnen helfen, in der Gewißheit zu
leben, daß der Herr seinen Söhnen und Töchtern immer nahe
ist.
Nicht selten veranlassen auch die verschiedenen Schwierigkeiten des
Lebens manche Laien zu einer Art »Flucht aus der Welt« und zur
privaten Abkapselung in die eigenen religiösen Überzeugungen.
Deshalb ist es wichtig, daß sie im Bischof und in seinem
Presbyterium einen festen Halt für die Stimmigkeit ihres Lebens und für
die Festigkeit ihres Glaubens finden. Nicht zuletzt müssen die Bischöfe
in ihrem pastoralen Dienst ihr besonderes Augenmerk auf die Katholiken
richten, die in die Irre gehen oder »fern stehen«, indem sie
sich auch mit Hilfe der anderen Laien um sie bemühen und ihnen zu
helfen suchen, damit sie von neuem eine lebendige Teilnahme am Leben der
Kirche pflegen.
42. Das Nachdenken über die Laien muß auch ihre angemessene
Ausbildung einschließen. Es ist anderseits klar, daß der
Bischof besonders auf geistlicher Ebene darauf achten soll, die engsten
Mitarbeiter in der kirchlichen Sendung zu stützen. Deshalb ist es
immer notwendig, die Laien durch eine systmatische Katechese zum Wort
Gottes hinzuführen, das in den Heiligen Schriften Ausdruck findet und
vom Lehramt der Kirche authentisch ausgelegt wird.
Einen besondere Rolle in der Bildung der Laien muß der Soziallehre
der Kirche zukommen. Sie soll die Laien in ihrer Tätigkeit erleuchten
und anspornen, wie es den dringenden Erfordernissen der Gerechtigkeit und
des Gemeinwohls entspricht, für die sie ihren entscheidenden Beitrag
in den notwendigen Werken und Diensten leisten, die die Gesellschaft
beansprucht. Ebenso wichtig ist die Formung der Jugendlichen zum Ehe- und
Familienleben, indem ihre Hoffnungen und Erwartungen nach einer tiefen und
wahren Liebe, wie sie dem Plan Gottes für die Ehe und Familie
entspricht, gestärkt werden. In dem Maß, in dem ihr Wirken von
der Nächstenliebe getragen wird und sie ihren Stand als Laien leben,
dienen die Laien dem Kommen des Reiches Gottes.
Der Bischof in bezug auf das Bischofskollegium und dessen Haupt
43. Im Namen Christi als Hirt zu einer Teilkirche gesandt, trägt
der Bischof Sorge für den Anteil des Volkes Gottes, der ihm
anvertraut ist, und läßt diese Communio im Heiligen
Geist mit Hilfe des Evangeliums und der Eucharistie wachsen. Deshalb ist
sein Auftrag, als einzelner sichtbares Prinzip und Fundament der Einheit
des Glaubens, der Sakramente und der kirchlichen Ordnung in der ihm
anvertrauten Teilkirche zu sein und sie mit der empfangenen Vollmacht zu
vertreten und zu leiten.(67)
Dennoch ist jeder Bischof Hirt einer Teilkirche, insofern er Mitglied
des Bischofskollegiums ist. In dieses Kollegium ist jeder Bischof
eingegliedert auf Grund der Bischofsweihe und durch die hierarchische Communio
mit dem Haupt und den Gliedern des Kollegiums.(68) Daraus erwachsen für
das Bischofsamt einige wichtige Konsequenzen, über die es, wenn auch
in geraffter Form, nachzudenken gilt.
44. Die erste lautet: Der Bischof ist nie allein. Das gilt nicht nur,
wie schon gesagt, in bezug auf seine Stellung in der eigenen Teilkirche,
sondern auch innerhalb der Universalkirche, die, dem Wesen des Episkopats
uno e indiviso(69) entsprechend, mit dem ganzen Bischofskollegium,
das auf das Apostelkollegium folgt, in Beziehung steht.
Aus diesem Grund steht jeder Bischof in Beziehung zur Teilkirche und
gleichzeitig zur Universalkirche. Als sichtbares Prinzip und Fundament der
Einheit der eigenen Teilkirche ist jeder Bischof auch das sichtbare Band
der kirchlichen Communio zwischen seiner Kirche und der
Universalkirche. Alle Bischöfe, auch wenn sie in den verschiedenen
Teilen der Welt ihren Sitz haben, aber immer die hierarchische Communio
mit dem Haupt des und den Gliedern des Bischofskollegiums bewahren, geben
deshalb der Katholizität der Kirche Festigkeit und Gestalt;(70)
zugleich verleihen sie der Teilkirche, die sie leiten, dasselbe Merkmal
der Katholizität.
So ist jeder Bischof gleichsam Bindeglied zwischen seiner Teilkirche und
der Universalkirche und sichtbares Zeichen der Gegenwart der einen Kirche
Christi in seiner Teilkirche. In der Communio der Kirchen vertritt
also der Bischof seine Teilkirche, und in dieser vertritt er die Communio
der Kirchen. Denn durch das Bischofsamt leben die portiones Ecclesiae
die Gesamtheit der Una-Sancta, und in ihnen ist die Gesamtheit der
Catholica-Apostolica präsent.(71)
45. Die zweite Folgerung, über die es nachzudenken gilt, besteht
darin, daß gerade diese kollegiale Einheit oder - wie das Konzil sie
nennt - brüderliche Liebesgemeinschaft oder kollegiale Verbundenheit
die Quelle der Hirtensorge ist, die jeder Bischof durch Einsetzung und
Gebot Christi für die ganze Kirche und für die anderen
Teilkirchen haben muß, auch für »jene Gegenden der Erde,
in denen das Wort Gottes noch nicht verkündet ist oder in denen die
Gläubigen, besonders wegen der geringen Anzahl der Priester, in der
Gefahr schweben, den Geboten des christlichen Lebens untreu zu werden, ja
den Glauben selbst zu verlieren«.(72)
Andererseits sind schon die göttlichen Gaben, durch die jeder
Bischof seine Teilkirche aufbaut, das heißt das Evangelium und die
Eucharistie, dieselben. Sie machen nicht nur jede neue Teilkirche als
Versammlung im Heiligen Geist aus, sondern öffnen sie auch, jede
einzelne für sich, auf die Gemeinschaft mit allen anderen Kirchen
hin. Denn die Verkündigung des Evangeliums ist weltumspannend und,
wie der Herr es gewollt hat, an alle Menschen gerichtet und für alle
Zeiten unveränderlich. Auch die Feier der Eucharistie ist von ihrem
Wesen her und wie alle anderen liturgischen Handlungen ein Akt der ganzen
Kirche, sie gehört zum ganzen Leib der Kirche, verdeutlicht ihn und
bezieht ihn mit ein.(73) Auch daraus ergibt sich für jeden Bischof
als rechtmäßigen Nachfolger der Apostel und Mitglied des
Bischofskollegiums die Pflicht, eine Art »Garant« der ganzen
Kirche zu sein (sponsor Ecclesiae).(74)
Unter dieser Voraussetzung wird offensichtlich, daß innerhalb des
Bischofskollegiums jeder Bischof in seiner Amtsausübung mit dem
Bischof von Rom, dem Nachfolger des Petrus und Haupt des Kollegiums, und
mit allen anderen bischöflichen Mitbrüdern aus aller Welt
zusammentrifft und in lebendiger und dynamischer Communio steht.
46. Die Bischöfe finden sowohl als einzelne als auch mit ihren
bischöflichen Mitbrüdern vereint zusammen mit der ganzen Kirche
im Stuhl Petri das Prinzip und sichtbare Fundament der Einheit im Glauben
und der Communio. Die hierarchische Communio mit dem
Bischof von Rom erfordert auch, daß die Bischöfe in ihrem
Lehramt in der eigenen Diözese der treuen Verbundenheit auch mit dem
ordentlichen Lehramt des Papstes Ausdruck verleihen, es in möglichst
geeigneter Form vermitteln, es in verschiedener Weise sowohl persönlich
als auch durch die eigene Bischofskonferenz fördern und, wenn nötig,
es verteidigen.
Eine besondere Form dieser Zusammenarbeit mit dem Papst ist die
Bischofssynode, in der ein fruchtbarer Austausch von Informationen und
Anregungen stattfindet. Dabei werden, erhellt vom Evangelium und der Lehre
der Kirche, die allgemeinen Zielsetzungen aufgezeigt, die nach Approbation
durch den Nachfolger des Petrus wiederum den Ortskirchen zugute kommen.
Auf diese Weise wird die ganze Kirche wirksam unterstützt, um die
Communio in der Pluralität der Kulturen und der Situationen
aufrechtzuerhalten. Einer ähnlichen Zielsetzung dient auch der ad
limina Besuch.
47. Was die Mitarbeit der Bischöfe betrifft, hat das II.
Vatikanische Konzil auch lebhaft die verstärkte Wiederaufnahme der
ehrwürdigen Institution der Provinzial- und Plenarkonzilien
empfohlen(75) wie auch die Nützlichkeit der jüngeren
Bischofskonferenzen unterstrichen.(76) Insbesondere diese erfassen das
allgemeine Erbe, das die Kirche vom Herrn durch die Offenbarung empfangen
hat, und sind bestrebt, es der Ausdrucksform der Völker anzupassen,
in denen die Universalkirche lebt, ohne dabei je die Universalität
aus den Augen zu verlieren, deren Garant der Stuhl Petri ist.
Bezugspunkt der Tätigkeit jeder Bischofskonferenz bleiben die persönliche
Identität und Verantwortung jedes beteiligten Bischofs wie auch die
Gemeinschaft, die er dazu anleitet, sich gegenseitig in der
Evangelisierungsarbeit zu unterstützen und den allgemeinen pastoralen
Schwierigkeiten wirksam zu begegnen. Vom gemeinsamen Zeugnis der
jeweiligen Bischöfe hängen die Glaubwürdigkeit der Verkündigung,
die Wirksamkeit des Hirtenamtes und die Communio ab, der der
Bischof seiner Berufung entsprechend unter seinen Gläubigen dient.
48. Die wechselseitigen Beziehungen zwischen den Bischöfen gehen
jedoch weit über ihre amtlichen Begegnungen hinaus. Das lebendige
Bewußtsein der bischöflichen Kollegialität muß sie
dazu drängen, untereinander vor allem im Bereich der gleichen
Kirchenprovinz oder Region die vielfältigen Ausdrucksformen der
sakramentalen Brüderlichkeit zu verwirklichen, die von der
gegenseitigen Annahme und Hochschätzung bis zu den verschiedenen
Zeichen liebender Wertschätzung reichen. Das DirektoriumEcclesiae
imago deutet auch auf andere Formen der Zusammenarbeit hin, wie die
gegenseitige Hilfe durch den Austausch von bereitwilligen Priestern, die
Zusammenlegung der Priesterseminare und anderer apostolischer Dienste,
wenn es nötig ist.(77)
Die Communio unter den Bischöfen muß sich auch in
jenen Fällen ausdrücken, wo besondere Bedürfnisse der
Teilkirche die Anwesenheit eines Bischofskoadjutors oder eines
Weihbischofs erfordern. In bezug auf diese Bischöfe, die unter
bestimmten Umständen dem Diözesanbischof für den Dienst der
Teilkirche als Hilfe zugeteilt werden, empfiehlt das Konzil, daß sie
dem Diözesanbischof als seine ersten Mitarbeiter immer Gehorsam und
Achtung erweisen und daß dieser sie wie Brüder liebt und ihnen
Hochschätzung entgegenbringt.(78)
Besondere Aufmerksamkeit und außerordentliche Sorge sollen die
Bischöfe schließlich ihren ärmsten bischöflichen
Mitbrüdern schenken, vor allem jenen, die unter Isolierung, Unverständnis
und auch unter Einsamkeit leiden. Dies gilt auch für die alten und
kranken Bischöfe, die zum Wohl der Teilkirche gemäß der
geltenden kirchlichen Ordnung beim Papst ihren Rücktritt eingereicht
und die Leitung der Diözese abgegeben haben. Diese Bischöfe, die
weiterhin dem Bischofskollegium angehören, geben der Kirche viel
durch Gebet, Erfahrung und Rat.
In der Wirklichkeit des Bischofskollegiums findet also jeder Bischof mit
Unterstützung des Papstes und seiner Mitbrüder im Bischofsamt
neben den notwendigen Hilfen für die Erfüllung seiner Sendung
auch eine wirksame Nahrung für seine Hoffnung, um mutig die vielen
Probleme in Angriff zu nehmen, die im Leben der Kirche entstehen können,
und um die Hoffnung der seiner Hirtensorge anvertrauten Gläubigen zu
stärken.
Diener der Communio für die Hoffnung
49. Im Zentrum dieser vielfältigen Beziehungen, die dem Geheimnis
der trinitarischen Communio entspringen und die Communio
der Gläubigen in der Teilkirche berühren - je nach ihrer Ordnung
und ihren unterschiedlichen Charismen und daraus folgenden Diensten
betrachtet - und schließlich in der Communio der Bischöfe
und der Kirchen münden, bekommt der Bischof die Fülle seiner
Bedeutung als Mann der Communio, um den herum konkret die Einheit
der Gläubigen entsteht. Dieser Dienst an der Communio wird
getragen von der Hoffnung, die das Bemühen jedes Bischofs täglich
nähren muß, wenn er Tag für Tag die Kirche, an deren
Spitze ihn der Heilige Geist gestellt hat, als Communio des
Glaubens und der Liebe unter den Menschen aufbaut. Die Tugend der Hoffnung
des Bischofs gründet in Christus und wird dem Teil des Volkes Gottes
vermittelt, der ihm anvertraut ist, und sie wird von der Communio
mit dem römischen Papst und mit allen anderen Bischöfen gestützt.
Die Communio ihrerseits öffnet den Weg für die
Hoffnung, weil das Wort, das durch das Zeugnis der Communio zu
jedem Menschen gelangt, Botschaft der Hoffnung ist und weil, wie der
Apostel geschrieben hat, die Liebe jene Tugend ist, die »alles hofft«
(1 Kor 13,7). Gegen die zersetzenden Fermente, die das Leben der
Kirche und der Welt bedrohen, ist der Bischof Diener, Baumeister,
Initiator, Gewährsmann, Verteidiger und Schützer der Kirche als
Communio, die gerade deshalb Samenkorn, Prinzip und Sauerteig der
Communio in der Menschheit ist.
3. KAPITEL
DAS HIRTENAMT DES DIÖZESANBISCHOFS
50. Als Jesus seine Apostel berief, sandteer sie, wie das Konzil
die Angaben des Evangeliums zusammenfaßt, zuerst zu den Kindern
Israels und dann zu allen Völkern, »damit sie in Teilhabe an
seiner Gewalt alle Völker zu seinen Jüngern machten und sie
heiligten und leiteten«.(79) Auch den Gläubigen, die er in der
Kirche zu Nachfolgern der Aposteln beruft, das heißt den Bischöfen,
verleiht Christus das dreifache Dienstamt (triplex munus), der
Lehre, Heiligung und Leitung.
Diese drei in der Bischofsweihe empfangenen Ämter üben die
Bischöfe an Christi Statt und in seinem Namen aus, indem sie in
herausragender und sichtbarer Form die dreifache Rolle Christi, des
Lehrers, Brückenbauers und Hirten, übernehmen.(80) Mit Hilfe
ihres erhabenen Amtes ist Christus selbst inmitten der Gläubigen
gegenwärtig, und durch die Bischöfe verkündet er selbst
Gottes Wort, spendet er die Sakramente des Glaubens, leitet und ordnet er
das Volk des Neuen Testamentes auf seinem Weg zur ewigen Glückseligkeit.(81)
51. Diese drei Aufgaben, die die Sendung des Bischofs formen und das
Geflecht seines täglichen Lebens bilden, müssen, weil sie in
Christus nur drei verschiedene Aspekte seiner einzigen Mittlerrolle und
drei Aspekte einer einzigen Heilstat sind, auch im Bischofsamt als eine
Einheit betrachtet werden: während er lehrt, heiligt und leitet er
auch den seiner Hirtensorge anvertrauten Teil des Volkes Gottes; und während
er heiligt, lehrt und leitet der Bischof; wenn er schließlich seine
Leitungsaufgabe wahrnimmt, lehrt und heiligt er. Das Fundament dieses
dreifachen Auftrags, zu lehren, zu heiligen und zu leiten und »alles
aufzuwenden und sich aufzureiben (vgl. 2 Kor 12,15), ist die Seele
des Hirten«. Seine höchste Regel ist dabei das Vorbild und die
Lehre Jesu, des guten Hirten,(82) der der Weg zum Vater ist, weil er
selbst die Wahrheit und das Leben ist.
So sehr die drei Aufgaben als Einheit zu betrachten sind, muß man
auch die Absicht des Konzils berücksichtigen. Wenn die Lehraussagen
des Konzils diese tria munera in bezug auf den Bischof und die Priester
aufzählen, dann stellen sie das der Lehre den anderen beiden voran.
Hier steht das II. Vatikanum in der gedanklichen Nachfolge dessen, was der
Auferstandene zu seinen Jüngern sagte: »Mir ist alle Macht
gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern, und
macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie ... und lehrt
sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe« (Mt
28,19-20). In diesem Vorzug, der dem bischöflichen Auftrag zur Verkündigung
des Evangeliums zukommt und der ein Merkmal der Ekklesiologie des Konzils
ist, kann jeder Bischof die Bedeutung jener geistlichen Vaterschaft
entdecken, die den Apostel Paulus veranlaßte zu schreiben: »Hättet
ihr nämlich auch ungezählte Erzieher in Christus, so doch nicht
viele Väter. Denn in Christus Jesus bin ich durch das Evangelium euer
Vater geworden« (1 Kor 4,15).
Der Bischof, gesandt zu lehren
52. Die Aufgabe, die mehr als alle anderen den Bischof kennzeichnet und
die in gewisser Weise sein ganzes Amt zusammenfaßt, ist nach der
Konzilslehre die des Stellvertreters und Gesandten Christi in der ihm
anvertrauten Teilkirche.(83) Der Bischof vollzieht seinen sakramentalen
Auftrag als lebendigen Ausdruck Christi, gerade indem er den Dienst am
Wort ausübt. Als Diener des Wortes Gottes, das in der Kraft des
Geistes und durch das Charisma des bischöflichen Dienstes handelt,
stellt er der Welt Christus vor Augen, macht ihn in der Gemeinschaft
gegenwärtig und teilt ihn denen wirksam mit, die ihm in ihrem Leben
Raum geben.
Unter den Hauptpflichten der Bischöfe, die »Glaubensboten ...
und authentische, das heißt mit der Autorität Christi ausgerüstete
Lehrer« sind und »dem ihnen anvertrauten Volk die Botschaft zum
Glauben und zur Anwendung auf das sittliche Leben« verkünden,(84)
hat die Verkündigung des Evangeliums einen herausragenden Platz.
Daraus folgt, daß alle Tätigkeiten des Bischofs auf die Verkändigung
des Evangeliums abzielen müssen, das »eine Kraft Gottes (ist),
die jeden rettet, der glaubt« (Röm 1,16), darauf
ausgerichtet, »dasVolk Gottes zum Gehorsam des Glaubens (Röm
1,16) gegenüber dem Wort Gottes zu führen« und die Lehre
Christi unverkürzt anzunehmen.
Daß der Bischof auch Magister fidei und doctor
veritatis ist, heißt nicht, daß er der Herr der Wahrheit
ist. Wie man aus dem Zeichen des geöffneten Evangelienbuches
entnimmt, das während des Weihegebets aufs Haupt gelegt wird, ist der
Bischof Diener der Wahrheit. Weit davon entfernt, diese zu manipulieren
und nach seinem Belieben zu verkündigen, teilt er sie in strenger
Treue mit und bietet sie allen an, ob gelegen oder ungelegen, nicht anmaßend,
sondern schlicht, mutig und fest, immer im Vertrauen auf das Wort des
Herrn (vgl. Ps 119,114).
53. Was Gegenstand des bischöflichen Lehramts ist, wird vom II.
Vatikanischen Konzil klar ausgesprochen, wenn es ihn einmütig als
Glaubenswahrheit bezeichnet, die anzunehmen und im Leben anzuwenden
ist.(85) Denn der Kernpunkt der Verkündigung ist Christus, gerade der
gekreuzigte und auferstandene Christus, den der Bischof verkündigen
muß: Christus, der einzige Erlöser des Menschen, derselbe
gestern, heute und in Ewigkeit (vgl. Hebr 13,8), das Herz der
Geschichte und die Lebensmitte der Gläubigen.
Von dieser Mitte aus, die das Geheimnis Christi, des ewigen Sohnes des
Vaters, ist, der durch den Heiligen Geist im jungfräulichen Schoß
Marias Mensch geworden und der für unser Heil gestorben und
auferstanden ist, haben alle anderen Glaubenswahrheiten ihren Ursprung.
Davon geht auch die Hoffnung für jeden Menschen aus. Christus ist das
Licht, das jeden Menschen erleuchtet, und wer in ihm wiedergeboren wird,
empfängt die Erstlingsgaben des Heiligen Geistes, die ihn dazu befähigen,
das neue Liebesgebot zu erfüllen.(86)
54. Die Aufgabe der lebensnotwendigen Verkündigung, der treuen
Bewahrung des Glaubensgutes, das vom Bischof in Gemeinschaft mit dem Papst
und mit allen anderen Brüdern im Bischofsamt ausgeübt wird, ist
verbunden mit der Pflicht, unter Anwendung der geignetsten Mittel das Wort
Gottes vor allem zu schützen, was seine Unversehrtheit und Ganzheit
verletzen könnte. Dabei ist jedoch eine gerechte Freiheit für
die weitere Erforschung der Glaubenswahrheiten anzuerkennen.(87)
Diese Pflicht darf kein Bischof vernachlässigen, auch wenn es ihn
Opfer kostet oder ihm Unverständnis einbringt. Wie der Apostel Paulus
ist sich der Bischof seiner Sendung bewußt, das Evangelium zu verkänden,
»aber nicht mit gewandten und klugen Worten, damit das Kreuz Christi
nicht um seine Kraft gebracht wird« (1 Kor 1,17); wie er verkündet
auch der Bischof »das Wort vom Kreuz« (1 Kor 1,18),
nicht um menschliche Zustimmung zu finden, sondern als göttliche
Offenbarung. Dem Bischof müssen die Einheit in der Liebe wie auch die
Einheit in der Wahrheit ein Herzensanliegen sein. Denn das Evangelium,
dessen Verwalter er geworden ist, ist das Wort der Wahrheit.
Diese Pflicht, das Wort Gottes zu schützen, muß mit
ausgewogenem Realismus wahrgenommen werden, ohne vorhandenen Irrtum und
Unwahrheit zu vergrößern oder zu verkleinern, was die pastorale
Verantwortlichkeit des Bischofs zu ermitteln gebietet; er darf aber nicht
überrascht sein, wenn er in der heutigen Generation der Kirche wie in
der Vergangenheit nicht nur Sünde, sondern bis zu einem gewissen Grad
auch Irrtum und Unwahrheit vorfindet. Es bleibt immer wahr, daß
sowohl das häufige Studium und Hören des Wortes Gottes als auch
das Amt, das offenbarte Glaubensgut zu bewahren und die Unversehrtheit des
ganzen Glaubens zu schützen, gleichbedeutend mit der Hirtenliebe
sind.(88)
55. Als Lehrer des Glaubens ist der Bischof auch Erzieher zum Glauben,
zum Licht des Wortes Gottes und des Lehramtes der Kirche. Die
Verpflichtung, zum Glauben zu erziehen, ist eng mit derjenigen verbunden,
den Glauben des Volkes Gottes durch eine wirkliche Katechese zu nähren.
Es handelt sich um einen grundlegenden Moment des ganzen Werkes der
Evangelisierung, der die volle Aufmerksamkeit der Bischöfe als Hirten
und Lehrer, als »Katecheten schlechthin«, verdient. Denn als
solche wirken die Bischöfe zusammen mit dem Heiligen Geist an der
Heranbildung eines Volkes mit, das das Evangelium verkündet,
Katechese erteilt und mit der Begeisterung und der Kraft ausgestattet ist,
die aus dem treu verkündeten und froh gelebten Glauben entstehen.
Verschieden und vielfältig sind die Formen, durch die der Bischof
seinen Dienst am Gotteswort ausübt. Das Direktorium Ecclesiae
imago erinnerte dabei an die besondere Form der Verkündigung an
die Gemeinschaft, die das Evangelium schon kennt, das heißt an die
Homilie, die unter allen anderen Formen durch ihren liturgischen Kontext
und ihre Verbindung mit der Verkündigung des Wortes in den
Schriftlesungen herausragt. Eine andere Form der Verkündigung ist
jene, die ein Bischof durch seine Hirtenbriefe wählt.(89) Jeder
Bischof muß sich fragen, wie er seine Pflicht zu lehren umsetzt..
56. In seiner Verkündigung muß der Bischof persönlich
seine Verpflichtung spüren und zeigen. Dies betrifft besonders den
großen Weg des vom II. Vatikanischen Konzil begonnenen ökumenischen
Dialogs, der im Hinblick auf die Wiederherstellung der sichtbaren Einheit
unter den Christen weitere Fortschritte machen soll.
Zuerst predigt er das Evangelium und bemüht sich, das Geheimnis der
Einheit der Kirche hervorzuheben in Übereinstimmung mit den
katholischen Prinzipien des Ökumenismus, die im Konzilsdekret Unitatis
redintegratio aufgezeigt und von Johannes Paul II. in der Enzyklika
Ut unum sint bekräftigt wurden.
57. Das lehramtliche Charisma der Bischöfe ist wegen seiner
Verantwortung einzigartig und darf in keiner Weise delegiert werden.
Dennoch steht es in der Kirche nicht allein. Jeder Bischof übt den
eigenen Hirtendiest in einer Teilkirche aus, in der die Priester tief mit
seinem Amt verbunden und unter seiner Vollmacht seine ersten Mitarbeiter
sind, wobei die Diakone noch hinzukommen. Eine wertvolle Hilfe leisten
auch die Ordensleute und eine wachsende Anzahl von Laien, die der
Verfassung der Kirche entsprechend bei der Verkündigung und Umsetzung
des Wortes Gottes mitarbeiten.
Dank der Bischöfe wird der authentische katholische Glaube an die
Eltern weitergegeben, damit sie ihn ihrerseits an die Kinder weitergeben,
wie auch die Lehrer und Erzieher auf allen Ebenen ihren Glauben (durch die
Bischöfe) sichergestellt sehen können. Der ganze Laienstand legt
Zeugnis ab von der Einheit des Glaubens, die die Bischöfe
unerschrocken zu bewahren sich bemühen; es ist wichtig, daß
kein Bischof nachläßt, die Laien zu unterstützen und ihnen
die Mittel für eine angemessene Grund- und Weiterbildung durch
entsprechende Bildungseinrichtungen bereitstellt.
58. Besonders nützlich für die Verkündigung ist auch die
Zusammenarbeit mit den Theologen, die bestrebt sind, mit ihrer eigenen
Methode den unerschöpflichen Reichtum des Geheimnisses Christi zu
ergründen. Das Lehramt der Hirten und die theologische Arbeit haben
zwar unterschiedliche Aufgaben, sie sind aber beide abhängig von dem
einen Wort Gottes und haben dasselbe Ziel: das Volk Gottes in der Wahrheit
zu bewahren, die frei macht. Auch daraus erwächst die Beziehung
zwischen dem Lehramt und der Theologie und für die Bischöfe die
Aufgabe, den Theologen die Ermutigung und Unterstützung zukommen zu
lassen, die ihnen helfen, ihre Arbeit in Treue zur Tradition und mit
Aufmerksamkeit für die Herausforderungen der Geschichte zu
vollbringen.(90)
Im Dialog mit all seinen Gläubigen wird der Bischof es verstehen,
ihren Glauben anzuerkennen und hochzuschätzen, seine Eingebungen zu
erfassen, ihn zu stärken, ihn von überflüssigen Anhängseln
zu befreien und ihm einen angemessenen Lehrinhalt zu geben. Aus diesem
Grund und auch deshalb, um auf Ortsebene Katechismen zu erstellen, die die
unterschiedlichen Situationen und Kulturen berücksichtigen, soll der
Katechismus der Katholischen Kirche Bezugspunkt dafür sein, daß
die Einheit des Glaubens und die Treue zur katholischen Lehre gewahrt
werden.(91)
59. Da der Bischof berufen ist, das Heil in Jesus Christus zu verkünden,
muß er durch seine Predigt unter dem Volk Gottes das Zeichen der
Glaubensgewißheit sein. Wenn er auch, wie die Kirche, keine bereits
vorgefertigten Lösungen für die Probleme des Menschen hat, ist
der Bischof dennoch Diener der Schönheit einer Wahrheit, die deren
Wege zu erhellen vermag.(92) Wenn er auch keine besonderen Sachkenntnisse
hat, um die irdische Ordnung zu fördern, formt der Bischof dennoch
die Laien, indem er sein Lehramt ausübt und die ihm anvertrauen
Personen und Gemeinschaften zum Glauben erzieht; innerlich gewandelt,
werden die Laien ihrerseits die Welt durch jene Lösungen verändern,
die sie ihren jeweiligen Zuständigkeiten entsprechend anbieten
sollen.
In der Welt die Macht des heilbringenden Wortes gegenwärtig zu
machen, ist ein bedeutender Akt der Hirtenliebe, die ein Bischof den
Menschen anbietet. In Anlehnung an die Gestalt des guten Hirten, dessen
Bild er widerspiegeln soll, sorgt er dafür, daß das Wort Gottes
zu allen Gläubigen gelangt, auch zu denen, die den christlichen
Glauben theoretisch oder praktisch verloren haben. Das ist der erste
Grund, weswegen er ins Bischofsamt gerufen und zu einem Teil des Volkes
Gottes gesandt wurde, denn die Macht des Gotteswortes vermag den Menschen
den tiefsten Grund zur Hoffnung zu erschließen.
Der Bischof, gesandt zu heiligen
60. Die Verkündigung des Wortes Gottes steht am Anfang der
Versammlung des Volkes Gottes in Ekklesia, das heißt in
heiliger Zusammenkunft. Sie erreicht und findet aber ihre Fülle im
Sakrament. Denn Wort und Sakrament bilden eine Einheit, sie sind nicht
voneinander zu trennen und als zwei Aspekte oder Momente eines einzigen
Heilswerkes zu betrachten. Er selbst, das ewige, menschgewordene Wort, ist
die Wurzel des inneren Bandes, das Wort und Sakrament miteinander verknüpft
und auch besonders der gegenseitigen Ergänzung entspricht, die im
menschlichen Leben zwischen Reden und Handeln besteht. Das gilt für
alle Sakramente, aber in besonderer und einzigartiger Weise für die
heilige Eucharistie, die Quelle und Höhepunkt der ganzen
Evangelisierung ist.(93)
Wegen dieser Einheit von Wort und Sakrament und wie die Apostel vom
Auferstandenen zu allen Völkern gesandt wurden, um sie zu lehren und
zu taufen (vgl. Mt 28,19), so empfängt auch jeder Bischof als
Nachfolger der Apostel kraft der Fülle des Weihesakramentes, mit der
er ausgestattet wurde, zusammen mit der Sendung als Glaubensbote die eines
»Verwalters der Gnade des höchsten Priestertums«.(94) Der
Dienst der Verkündigung des Evangeliums ist nämlich »dem
Dienst der Gnade der Sakramente der Kirche zugeordnet. Als Diener der
Gnade verwirklicht der Bischof das munus sanctificandi, auf das
das munus docendi abzielt, das er unter dem ihm anvertrauten Volk
Gottes ausübt.(95)
61. Diese Heiligungsaufgabe wohnt der Sendung des Bischofs inne. Gerade
in bezug auf die Sakramente, von denen einige der Vollkommenheit der
Einzelperson und andere der Vollkommenheit der Allgemeinheit zugeordnet
sind, nannte der heilige Thomas von Aquin den Bischof perfector.(96)
Denn er ist in seiner Teilkirche der Hauptspender der Geheimnisse Gottes:
vor allem der Eucharistie, die im Mittelpunkt des sakramentalen Dienstes
des Bischofs steht und durch deren Leitung er vor den Augen seines Volkes
als der Mann des neuen und ewigen von Jesus Christus durch das
Kreuzesopfer eingesetzten Gottesdienstes erscheint. Er ordnet die Spendung
der Taufe, durch die die Gläubigen am königlichen Priestertum
Christi Anteil erhalten; er ist erstberufener Firmspender, erteilt die
heiligen Weihen und regelt die Bußdisziplin.(97)
Auch das II. Vatikanische Konzil wiederholt, daß die Bischöfe
perfectores sind, beschränkt aber diese Rolle nicht auf den
sakramentalen Dienst; es dehnt ihn auf ihre ganze Sendung aus, da die
Bischöfe durch ihre Hirtenliebe persönlich lebendiges Zeichen
der Heiligkeit werden, das zur Annahme des Evangeliums anleitet. Deshalb
mahnt es sie, alle Gläubigen entsprechend der besonderen Berufung des
einzelnen auf dem Weg der Heiligkeit fortschreiten zu lassen, ihnen als
erste das Beispiel der Heiligkeit in Liebe, Demut und Einfachheit des
Lebens zu geben und »die ihnen anvertrauten Kirchen ... so (zu)
heiligen, daß in ihnen der Sinn für die ganze Kirche Christi
voll aufleuchtet«.(98)
62. Der Bischof ist Liturge der Teilkirche insbesondere dann, wenn er
der Eucharistiefeier vorsteht.(99) Hier, wo das Leben der Kirche seinen Höhepunkt
findet, verwirklicht sich auch der Höhepunkt des munus
sanctificandi, das der Bischof in der Person Christi, des ewigen
Hohenpriesters, ausübt. Aus diesem Grund und auch deshalb, weil die
Eucharistie im Mittelpunkt seines sakramentalen Dienstes steht und er sich
gerade in der Leitung der Eucharistiefeier als erster Diener des neuen und
ewigen Gottesdienstes zeigt, will der Bischof die göttlichen
Geheimnisse so oft wie möglich zusammen mit seinen Gläubigen
feiern; obwohl er nicht versäumt, dies häufig an anderen Orten
seiner Diözese zu tun, liebt er es besonders in der Bischofskirche zu
zelebrieren.
Denn sie ist die Mutterkirche und der Mittelpunkt der Diözese; in
ihr hat die Kathedra ihren Platz, von wo aus der Bischof sein Volk durch
die authentische Lehre des Wortes Gottes unterweist. Im Dom, unter der
Leitung des Bischofs, haben die Teilkirchen ein Zeichen ihrer Einheit,
ihrer übernatürlichen Lebenskraft und - besonders in der
Eucharistiefeier - ihrer Teilhabe an der einen katholischen Kirche.
63. Eine der wichtigsten Aufgaben des Bischofs besteht in der Sorge dafür,
daß die Gläubigen in den Gemeinden der Teilkirche die Möglichkeit
haben, zum Tisch des Herrn zu treten, vor allem am Sonntag, dem Tag, an
dem die Kirche das Ostergeheimnis feiert und die Gläubigen in Freude
und Muße Gott Dank sagen, denn »er hat uns in seinem großen
Erbarmen neu geboren, damit wir durch die Auferstehung Jesu Christi von
den Toten eine lebendige Hoffnung haben« (1 Petr 1,3).(100)
In vielen Gebieten, nicht nur in den neuen und jüngeren Kirchen,
sondern auch in den Gebieten mit alter christlicher Tradition wird es
wegen des Priestermangels oder aus anderen schwerwiegenden Gründen
immer schwieriger, für die Eucharistiefeier zu sorgen. Das verstärkt
die Pflicht des Bischofs, ein stets aufmerksamer Verwalter der Gnade zu
sein, der die wirklichen Nöte und den Ernst der Situationen
unterscheidet, die Mitglieder seines Presbyteriums klug verteilt und dahin
wirkt, daß in ähnlichen Notfällen die Gemeinden der Gläubigen
nicht lange ohne Eucharistie bleiben. Dies gilt auch im Hinblick auf die
Gläubigen, die durch Krankheit oder Alter oder aus anderen verständlichen
Gründen die Eucharistie nur zuhause oder dort, wo sie gepflegt
werden, empfangen können.
64. Die Liturgie ist die höchste Form des Lobpreises an die Heilige
Dreifaltigkeit. In der Liturgie, vor allem durch die Feier der Sakramente,
manifestiert und realisiert das vor Ort versammelte Volk Gottes sein
heiliges und organisch verfaßtes Wesen als priesterliche
Gemeinschaft.(101) Durch die Ausübung des munus sanctificandi
bewirkt der Bischof, daß die ganze Teilkirche eine Gemeinschaft
von Betern wird, eine Gemeinschaft von einmütig im Gebet verharrenden
Gläubigen (vgl. Apg 1,14).
Als erster zusammen mit seinem Presbyterium vom Geist und von der Kraft
der Liturgie durchdrungen, bemüht sich der Bischof, in der eigenen Diözese
eine gute Bildung zu fördern und zu entfalten, damit die Schätze
entdeckt werden, die in der Liturgie enthalten sind, die gemäß
den approbierten Texten gefeiert und vor allem als geistliche Handlung
gelebt wird. Während er als Verantwortlicher für den
Gottesdienst in der Teilkirche das liturgische Leben der Diözese
leitet und schützt und zusammen mit den Bischöfen derselben
Bischofskonferenz und in Treue zum gemeinsamen Glauben handelt, unterstützt
er auch das Bemühen, die Liturgie entsprechend den Erfordernissen von
Zeit und Ort in den Kulturen zu verwurzeln und dabei das zu berücksichtigen,
was kraft göttlicher Einsetzung unveränderlich ist, und das, was
dem Wandel unterliegt.(102)
65. In diesem Kontext richtet der Bischof sein Augenmerk auch auf die
verschiedenen Formen der christlichen Volksfrömmigkeit und auf ihren
Beitrag zum liturgischen Leben. Insofern sie die religiöse Haltung
des Menschen ausdrückt, darf diese Volksfrömmigkeit weder
ignoriert noch mit Gleichgültigkeit oder Geringschätzung
behandelt werden, denn sie ist, wie Paul VI. schrieb, reich an
Werten.(103) Aber sie bedarf stets der Evangelisierung, damit der Glaube,
den sie ausdrückt, ein immer reiferer Akt wird. Eine authentische,
biblisch geformte, liturgische Pastoral wird sich auf die Schätze der
Volksfrömmigkeit zu stützen wissen, sie reinigen und sie auf die
Liturgie als Darbringung der Völker ausrichten.(104)
66. Das Gebet selbst in seinen verschiedenen Formen ist ein Ort, an dem
die Hoffnung der Kirche Ausdruck findet. Jedes Gebet der Braut Christi,
die sich nach der vollkommenen Vereinigung mit dem Bräutigam sehnt,
wird in dem Ruf zusammengefaßt, den der Geist eingibt: »Komm!«.(105)
Der Geist spricht dieses Gebet mit der Kirche und in der Kirche. Es ist
die eschatologische Hoffnung, die Hoffnung der endgültigen Vollendung
in Gott, die Hoffnung des ewigen Reiches, die sich in der Teilnahme am
dreifaltigen Leben verwirklichen wird. Der Heilige Geist, der den Aposteln
als Tröster gegeben wird, ist Hüter und Seele dieser Hoffnung im
Herzen der Kirche. Im Blick auf das dritte Jahrtausend nach Christus, da »der
Geist und die Braut zum Herrn Jesus sagen: Komm!, ist dieses ihr Gebet wie
immer voller eschatologischer Tragweite, die dazu bestimmt ist, auch der
Feier des großen Jubiläums ihre volle Bedeutung zu geben. Es
ist ein Gebet, das auf die Heilsziele ausgerichtet ist, für die der
Heilige Geist mit seinem Wirken durch die ganze Geschichte des Menschen
auf der Erde die Herzen öffnet«.(106)
In diesem Bewußtsein bemüht sich der Bischof täglich,
den Gläubigen durch sein persönliches Zeugnis, durch das Wort,
das Gebet und die Sakramente die Fülle des Lebens in Christus zu
vermitteln.
Der Bischof gesandt, das Volk Gottes zu führen und zu leiten
67. Die amtliche Aufgabe des Bischofs vervollständigt sich in der
Rolle, Anführer des ihm anvertrauten Teils des Volkes Gottes zu sein.
Die Tradition der Kirche hat diese Aufgabe immer mit zwei Gestalten
verglichen, die Jesus nach dem Zeugnis der Evangelien auf sich selbst
anwendet: dem Hirten und dem Knecht. Das Konzil beschreibt die Aufgabe der
Bischöfe, die Gläubigen zu leiten, mit den Worten: »Die
Bischöfe leiten die ihnen zugewiesenen Teilkirchen als Stellvertreter
und Gesandte Christi durch Rat, Zuspruch, Beispiel, aber auch in Autorität
und heiliger Vollmacht, die sie indes allein zum Aufbau ihrer Herde in
Wahrheit und Heiligkeit gebrauchen, eingedenk, daß der Größere
werden soll wie der Geringere und der Vorsteher wie der Diener (vgl. Lk
22,26-27)«.(107)
Johannes Paul II. betont, daß »man auf den Begriff Dienst,
der für jedes kirchliche Amt gilt, angefangen von dem der Bischöfe,
Gewicht legen muß. Ja, das Bischofsamt ist mehr ein Dienst als eine
Würde. Und auch wenn es eine Würde ist, gilt es für den
Bischof, den Nachfolger der Apostel, wenn er im Geist der Demut, dem
Evangelium gemäß, nach dem Beispiel des Menschensohnes dient
... Im Licht des Dienstes als gute Hirten ist die Vollmacht zu verstehen,
die der Bischof besitzt, auch wenn sie immer der des Papstes unterstellt
ist«.(108) Deshalb und aus gutem Grund bezeichnet der Codex des
kanonischen Rechts diesen Dienst als munus pastoris und verbindet mit
ihm die Eigenschaft der Sorge.(109)
68. Sie ist nichts anderes als die caritas pastoralis. Es
handelt sich um die Tugend, mit der man Christus, der durch die Hingabe
seines Lebens der »gute« Hirt ist, nachfolgt. Deshalb
verwirklicht man sie nicht nur durch die Ausübung der Amtshandlungen,
sondern noch mehr durch die Selbsthingabe, die die Liebe Christi zu seiner
Herde deutlich macht.
Eine der Formen, in denen die Hirtenliebe zum Ausdruck kommt, ist das
Mitleid in der Nachahmung Christi, des Hohenpriesters, der die menschliche
Schwäche mitfühlen kann, weil er selbst in allem wie wir geprüft
wurde, aber nicht gesündigt hat (vgl. Hebr 4,15). Dieses
Mitleid, das der Bischof als Zeichen des Mitleids Christi bezeigt und
lebt, darf aber nicht vom Zeichen der Wahrheit Christi getrennt werden.
Denn ein weiterer Ausdruck der Hirtenliebe ist die Verantwortung vor Gott
und vor der Kirche.
In der Leitung der Diözese sorgt der Bischof auch dafür, daß
die Bedeutung des kanonischen Rechtes anerkannt wird, dessen Ziel das Wohl
der Personen und der kirchlichen Gemeinschaft ist.(110)
69. Die Hirtenliebe bewirkt, daß der Bischof besorgt ist, dem
Gemeinwohl seiner Diözese zu dienen, das dem der ganzen Kirche zwar
untergeordnet ist, aber gleichzeitig das ist, worin das Wohl der einzelnen
Gemeinden der Diözese zusammenfließt. Das Direktorium Ecclesiae
imago betonte diesbezüglich die Grundprinzipien für die
Einheit, die verantwortliche Mitarbeit und die Koordinierung.(111)
Dank der Hirtenliebe, die inneres und einigendes Prinzip aller
Amtshandlungen ist, »kann der wesentliche und dauernde Anspruch einer
Einheit zwischen dem inneren Leben und den vielen Aktivitäten und
Veranwortlichkeiten des priesterlichen Dienstes realisiert werden; es
handelt sich um ein äußerst dringendes Erfordernis in einem
sozio-kulturellen und ekklesialen Kontext, der stark von Kompliziertheit,
Bruchstückhaftigkeit und Zersplitterung gezeichnet ist«.(112)
Sie muß also die Denk- und Handlungsweise des Bischofs und seine
Kontakte mit allen, denen er begegnet, bestimmen.
Die Hirtenliebe erfordert deshalb Lebensstile und -formen, die es in
Nachahmung des armen und demütigen Christus ermöglichen, allen
Gliedern der Herde vom kleinsten bis zum größten nahe zu sein
und gleichzeitig bereit, ihre Freuden und Leiden nicht nur in Gedanken und
im Gebet, sondern auch zusammen mit ihnen zu teilen, damit alle Gottes
Liebe zum Menschen erfahren können durch die Gegenwart und den Dienst
des Bischofs, der sich ohne Scham allen zuwendet und dabei andere nicht in
Verlegenheit bringt.(113)
70. Die kirchliche Tradition kennt einige spezifische Formen, durch die
der Bischof in seiner Teilkirche den Hirtendienst ausübt.
Insbesondere zwei sind zu erwähnen, die erste ist die sogenannte Form
des persönlichen Einsatzes. Die zweite hingegen ist die synodale
Form.
Die Pastoralvisitation ist weder eine dem Bischof von der kirchlichen
Disziplin vorgeschriebene rein rechtliche Institution noch eine Art
Ermittlungsinstrument.(114) Durch die Pastoralvisitation tritt der Bischof
konkret in Erscheinung als sichtbares Prinzip und Fundament der Einheit in
der Teilkirche, und sie »spiegelt in gewisser Weise das Bild dieser
einzigartigen und wunderbaren Visitation wider, durch die der 'oberste
Hirt' (1 Petr 5,4) und Bischof unserer Seelen (vgl. 1 Petr
2,25), Jesus Christus, sein Volk besucht und erlöst hat (vgl. Lk
1,68)«.(115) Weil die Diözese, bevor sie ein territoriales
Gebiet ist, ein der Hirtensorge eines Bischofs anvertrauter Teil des
Gottesvolkes ist, schreibt das Direktorium Ecclesiae imago dazu,
daß die Personen in der Pastoralvisitation die Hauptrolle spielen.
Um sich ihnen also besser widmen zu können, ist es angebracht, daß
der Bischof die Prüfung der Verwaltungsangelegenheiten anderen überträgt.
Die Feier der Diözesansynode, dessen rechtliches Profil der Codex
des kanonischen Rechts vorzeichnet,(116) hat zweifellos Vorrang
unter den pastoralen Pflichten des Bischofs. Denn die kirchliche Disziplin
nennt die Synode als ersten der Organismen, mit deren Hilfe das Leben
einer Teilkirche abläuft und sich entfaltet. Ihre Struktur entspricht
wie die der anderen sogenannten Organismen »der Teilnahme«
grundlegenden ekklesiologischen Erfordernissen und ist institutioneller
Ausdruck theologischer Wirklichkeiten, zum Beispiel der notwendigen
Mitarbeit des Presbyteriums beim Dienst des Bischofs, der Teilhabe aller
Getauften am prophetischen Amt Christi, der Pflicht der Hirten, die Würde
der Laien anzuerkennen und zu fördern, indem sie sich gern deren
kluger Beratung bedienen.(117) In ihrer Wirklichkeit reiht die Diözesansynode
sich in den Kontext der Mitverantwortung aller um ihren Bischof vereinten
Diözesanen ein. Im Hinblick auf das Wohl der Diözese und in
ihrer Zusammensetzung, wie sie von der geltenden kanonischen Disziplin
gewollt ist, ist sie bevorzugter Ausdruck der Communio in der
Teilkirche. In der Synode handelt es sich letztlich darum, zu hören,
was der Geist der Teilkirche eingibt, indem man fest im Glauben steht,
treu in der Gemeinschaft, offen für die Missionstätigkeit, verfügbar
für die geistlichen Bedürfnisse der Welt und voller Hoffnung
angesichts ihrer Herausforderungen.
71. Durch sein Hirtenamt ist der Bischof der Vorsitzende und der Diener
der Liebe in seiner Teilkirche. Indem er sie durch das Wort und die
Eucharistie aufbaut, öffnet er ihr auch die bevorzugten und absolut
unverzichtbaren Wege, um das Evangelium der Liebe zu leben und zu
bezeugen. Schon in der apostolischen Kirche sorgten die Zwölf für
die Einsetzung von »sieben Männern von gutem Ruf und voll Geist
und Weisheit«, denen sie »den Dienst an den Tischen«
zuwiesen (vgl. Apg 6,2-3). Selbst der heilige Paulus hatte als
festen Bezugspunkt seines Apostolats die Zuwendung zu den Armen und
hinterließ uns den Hinweis auf ein grundlegendes Zeichen der Communio
unter den Christen. So ist der Bischof auch heute gerufen, die Caritas
in seiner Diözese persönlich zu leben und durch entsprechende
Strukturen zu organisieren.
Auf diese Weise bezeugt er, daß die Trauer und Angst der Menschen,
vor allem der Armen und Bedrängten, auch die Sorgen der Jünger
Christi sind.(118) Natürlich sind die Armutsformen verschieden, und
zu den alten traten neue Formen hinzu. In diesen Situationen steht der
Bischof an vorderster Front, um neue Formen des Apostolats und der Nächstenliebe
dort zu finden, wo die Not sich unter neuem Gesicht zeigt. Diesem Einsatz
von Solidarität und Nähe zum Wohl des Menschen dienen, dazu
ermutigen und Menschen dafür zu schulen, indem Tag für Tag das
Gleichnis vom barmherzigen Samariter erneuert wird, ist schon für
sich ein Zeichen der Hoffnung für die Welt.
4. KAPITEL
DER BISCHOF ALS DIENER DES EVANGELIUMS
FÜR ALLE MENSCHEN
72. Das Leben und Hirtenamt des Bischofs müssen immer von der
Hoffnung durchdrungen sein, die in der Verkündigung der Evangeliums
enthalten ist, für die er der Erstverantwortliche in der Teilkirche
ist. Trotzdem sind in seinen Dienst nicht nur die Gläubigen seiner
Teilkirche eingeschlossen. Auch ist nicht nur seine Kirche als ganze
Adressatin seiner Hirtensorge. Die Stellung des Bischofs innerhalb der
Kirche und die Sendung, die zu erfüllen er berufen ist, machen ihn
zum Erstverantwortlichen seines ständigen Auftrags, das Evangelium
all denen zu bringen, die Christus, den Erlöser des Menschen, noch
nicht kennen.
Dieses Kapitel erläutert die Sendung des Bischofs in ihrer
prophetischen Beziehung zur Wirklichkeit, in der die Gemeinschaft, die er
im Namen Christi, des Hirten, leitet, auf ihrem Pilgerweg auf Erden zur
himmlischen Stadt fortschreitet. Die Aufmerksamkeit richtet sich also auf
den Missionsauftrag, den der Herr seiner Kirche erteilt hat, und auf
einige andere Bereiche der Evangelisierung, wie zum Beispiel den Dialog
mit den nichtchristlichen Religionen, die Verantwortung des Bischofs gegenüber
der Welt in Fragen des politischen, sozialen und wirtschaftlichen Lebens
und des Friedens. Denn auch in diesen Bereichen ist er gerufen, die
Hoffnung der transzendenten und eschatologischen Wirklichkeiten zu
erwecken.
Die missionarische Verpflichtung des Bischofs
73. Der Auftrag, den der auferstandene Herr seinen Aposteln anvertraut
hat, betrifft alle Völker. Ja, »mit den Aposteln erhielt die
Kirche eine weltweite Sendung, die keine Grenzen kennt und die das Heil in
seiner ganzen Fülle betrifft, entsprechend jener Fülle des
Lebens, die die Ankunft Christi gebracht hat (vgl. Joh 10,10)«.(119)
Auch für die Nachfolger der Apostel beschränkt sich der
Auftrag, das Evangelium zu verkünden, nicht auf den kirchlichen
Bereich. Das Evangelium ist immer für alle Menschen da. Die Kirche
selbst ist Sakrament des Heiles für alle Menschen, und ihre Tätigkeit
beschränkt sich nicht nur auf jene, die ihre Botschaft annehmen. Sie
ist vielmehr »treibende Kraft auf dem Weg der Menschheit auf das
eschatologische Reich hin, ist Zeichen und Förderin der evangelischen
Werte unter den Menschen«.(120) Deshalb kommt den Nachfolgern der
Apostel immer die Verantwortung zu, das Evangelium auf der ganzen Erde
auszubreiten.
Wie die Bischöfe in ihren Teilkirchen persönliche Zeichen
Christi sind, so sind sie auch berufen, in der Welt Zeichen der Kirche zu
sein, die in der Geschichte aller Menschen gegenwärtig ist. Nicht nur
für eine Diözese, sondern für das Heil der ganzen Welt
geweiht,(121) sind die Bischöfe sowohl als Mitglieder des
Bischofskollegiums wie auch als einzelne Hirten der Teilkirchen zusammen
mit dem Bischof von Rom unmittelbar verantwortlich für die
Evangelisierung derer, die in Christus noch nicht den einzigen Erlöser
erkennen und ihre Hoffnung noch nicht auf ihn richten.
In diesem Kontext dürfen die vielen Missionsbischöfe nicht
vergessen werden, die heute wie gestern das Leben der Kirche durch
Hochherzigkeit und Heiligkeit erhellen. Einige von ihnen waren auch Gründer
von Missionsinstituten.
74. Als Hirt einer Teilkirche obliegt es dem Bischof, ihre Missionstätigkeit
zu lenken, zu leiten und zu koordinieren. Er erfüllt seine Pflicht,
den Eifer zur Evangelisierung in seiner Teilkirche von innen heraus zu
wecken, wenn er das missionarische Werk in seiner Diözese anregt, fördert
und leitet. Dadurch »läßt er den missionarischen Geist und
Eifer des Gottesvolkes gegenwärtig und gleichsam sichtbar werden, so
daß die ganze Diözese missionarisch wird«.(122)
In seinem Eifer für die Missionstätigkeit erweist sich der
Bischof auch hier als Diener und Zeuge der Hoffnung. Denn die Mission wird
vom Glauben motiviert und ist »ein unbestechlicher Gradmesser unseres
Glaubens an Christus und an seine Liebe zu uns«.(123) Weil aber die
frohe Botschaft für den Menschen aller Zeiten das neue Leben ist, zu
dem jeder Mensch berufen und bestimmt ist, wird die Mission auch von der
Hoffnung angeregt und ist selbst Frucht der christlichen Hoffnung.
Wenn sie den auferstandenen Christus verkünden, verkünden die
Christen den, der ein neues geschichtliches Zeitalter eröffnet. Sie
verkünden der Welt die frohe Botschaft von einer ganzheitlichen und
allumfassenden Erlösung, die in sich das Unterpfand einer neuen Welt
birgt, in der Leid und Ungerechtkeit sich in Freude und Schönheit
verwandeln. Deshalb bitten die Christen, wie Jesus sie gelehrt hat: »Dein
Reich komme« (Mt 6,10). Die Missionstätigkeit strebt
letztlich in ihrer äußersten Zielsetzung dahin, jedem Menschen
das von Christus ein für allemal geschenkte Heil anzubieten. Sie
zielt aus sich heraus auf die eschatologische Fülle ab. Ihr ist es zu
verdanken, daß sich das Volk Gottes ausbreitet, der Leib Christi
ausweitet und der Tempel des Heiligen Geistes ausspannt bis zum Ende der
Zeiten.(124)
Der interreligiöse Dialog
75. Als Lehrer des Glaubens müssen die Bischöfe auch dem
interreligiösen Dialog große Aufmerksamkeit schenken. Denn es
ist allen klar, daß er unter den derzeitigen geschichtlichen
Bedingungen eine neue, unmittelbare Dringlichkeit erlangt hat. Für
viele christliche Gemeinschaften, zum Beispiel in Afrika und Asien, gehört
der interreligiöse Dialog gleichsam zum täglichen Leben der
Familien, der Ortsgemeinden, der Arbeitswelt und der öffentlichen
Dienste. In anderen Ländern hingegen, wie zum Beispiel in Westeuropa
und in den Ländern der älteren Christenheit handelt es sich um
ein neues Phänomen. Auch hier kommt es immer häufiger vor, daß
Glaubende verschiedener Religionen und Kulte mit Leichtigkeit Berührungspunkte
haben und oft zusammenleben Dafür sind die Völkerbewegungen, der
Reisetätigkeit, die Medien und persönliche Entscheidungen
verantwortlich.
Man muß also eine Pastoral entwickeln, die die Aufnahme und das
Zeugnis fördert mit dem Hinweis auf die Prinzipien, die das Konzil im
Dekret Nostra aetate über die Achtung der nichtchristlichen
Bekenntnisse dargelegt hat; dazu gehört auch das, was sie an Möglichkeiten
Positives mitbringen, um mit ihren Gläubigen einige Grundwerte des
Daseins zu schützen; es gilt auch im Hinblick auf das Bemühen,
mit diesen Männern und Frauen zusammenzutreffen, um gemeinsam die
Wahrheit zu suchen.
76. Der interreligiöse Dialog ist - wie Johannes Paul II. betonte -
Teil des Evangelisierungsauftrages der Kirche und gehört zu den
Ausblicken des Jubiläumsjahres 2000.(125) Unter die Hauptgründe
reiht das Dekret Nostra aetate diejenigen ein, die vom Bekenntnis
der christlichen Hoffnung vorgegeben sind. Denn alle Menschen haben einen
gemeinsamen Ursprung in Gott, weil sie von ihm geliebte und gewollte Geschöpfe
sind, und sie haben eine gemeinsame Bestimmung in seiner ewigen Liebe. Das
endgültige Ziel jedes Menschen liegt in Gott.
In diesem Dialog müssen die Christen immer von der eigenen Hoffnung
in Christus, den einzigen Erlöser des Menschen, Zeugnis ablegen; aber
sie haben auch allerhand zu lernen. Das kann und darf aber keineswegs die
Pflicht und die Entschlossenheit der Christen mindern, ohne Vorbehalte die
Einmaligkeit und Absolutheit Christi, des Erlösers, zu verkünden.
Denn auf niemanden sonst setzt der Christ seine Hoffnung, und Christus ist
die Erfüllung all seiner Erwartungen. Er ist »die Erwartung all
derer, jedes Volkes, die die Offenbarung der göttlichen Güte
erwarten«.(126) In gleicher Weise muß auch der Dialog von den
katholischen Gläubigen in der Überzeugung geführt und
realisiert werden, daß die einzige wahre Religion »in der
katholischen, apostolischen Kirche verwirklicht ist, die von Jesus dem
Herrn den Auftrag erhalten hat, sie unter allen Menschen zu verbreiten«.(127)
77. Alle Gläubigen und alle christlichen Gemeinschaften sind
berufen, den interreligiösen Dialog zu führen, wenn auch nicht
immer in derselben Intensität und auf derselben Ebene. Aber wo die
Situationen es erfordern oder erlauben, ist es Pflicht eines jeden
Bischofs, in seiner Teilkirche durch seine Weisungen und durch die
Seelsorge allen Gläubigen zu helfen, die Werte, Traditionen und Überzeugungen
der Andersgläubigen zu achten und hochzuschätzen sowie eine
solide und angemesse religiöse Bildung der Christen zu fördern,
damit sie ein glaubwürdiges Zeugnis des großen Geschenkes des
christlichen Glaubens zu geben wissen.
Der Bischof muß auch auf die theologische Dimension des
interreligiösen Dialogs achten, wenn er in seiner Teilkirche
praktiziert wird, damit nie die Universalität und Einmaligkeit der
Erlösung verschwiegen oder nicht bekräftigt wird, die Christus,
der einzige Erlöser des Menschen und Mittler des Geheimnisses Gottes,
gewirkt hat.(128) Nur in Übereinstimmung mit dem eigenen Glauben ist
es möglich, auch die geistlichen Erfahrungen und Gebetsformen als
Begegnungen mit Gott zu teilen, zu vergleichen und zu bereichern.
Der interrreligiöse Dialog betrifft aber nicht nur den
theologischen Bereich, sondern erweitert sich zu einer Vielseitigkeit von
täglichen Beziehungen zwischen den Glaubenden, die zur gegenseitigen
Achtung und zum gemeinsamen Kennenlernen aufgerufen sind. Es handelt sich
um den sogenannten »Dialog des Lebens« dort, wo die Glaubenden
der verschiedenen Religionen einander gegenseitig die jeweiligen
menschlichen und geistlichen Werte bezeugen, um das friedliche
Zusammenleben und die Zusammenarbeit für eine gerechtere und
geschwisterliche Gesellschaft begünstigen. Indem er diesen Dialog fördert
und aufmerksam verfolgt, wird der Bischof die Gläubigen immer darauf
hinweisen, daß dieser Einsatz aus den göttlichen Tugenden des
Glaubens, der Liebe und der Hoffnung entspringt und mit ihnen wächst.
Verantwortung gegenüber der Welt
78. Die Christen erfüllen den von Christus empfangenen
prophetischen Auftrag, indem sie in der Welt als Hoffnungsträger präsent
sind. Deshalb erinnert das Konzil daran, daß die Kirche, die »zugleich
'sichtbare Versammlung und geistliche Gemeinschaft' ist, den Weg mit der
ganzen Menschheit gemeinsam geht, das gleiche irdische Geschick mit der
Welt erfährt und gewissermaßen der Sauerteig und die Seele der
in Christus zu erneuernden und in die Familie Gottes umzugestaltenden
menschlichen Gesellschaft ist«.(129)
Die Übernahme der Verantwortung für die ganze Welt und ihre
Schwierigkeiten, ihre Fragen und Erwartungen gehört ebenfalls zum
Evangelisierungseinsatz, zu dem die Kirche vom Herrn gerufen ist. Sie
betrifft in erster Linie jeden Bischof, indem sie ihn aufmerksam die »Zeichen
der Zeit« lesen läßt, um in die Menschen neue Hoffnung
einzupflanzen. Dabei handelt er als Diener des Geistes, der auch heute an
der Schwelle des dritten Jahrtausends nicht aufhört, Großes zu
vollbringen, damit das Antlitz der Erde erneuert wird. Nach dem Beispiel
des guten Hirten zeigt er dem Menschen den Weg, den er gehen muß,
und als barmherziger Samariter beugt er sich über jeden, um seine
Wunden zu heilen.
79. Der Mensch ist grundsätzlich auch ein »Wesen der Hoffnung«.
Aber in nicht wenigen Teilen der Welt können die Geschehnisse zu
Skeptik und Mutlosigkeit verleiten: so zahlreich und so verschieden sind
die Herausforderungen an die Hoffnung. Aber die Kirche findet im Geheimnis
des Kreuzes und der Auferstehung ihres Herrn den Grund der »seligen
Hoffnung«. Daraus schöpft sie die Kraft, den Dienst an der
Menschheit und an jedem Menschen zu leisten und weiterzuführen.
Das Evangelium, dessen Dienerin die Kirche ist, ist eine Botschaft der
Freiheit und eine Kraft der Befreiung, die in der Enthüllung und
Verurteilung der falschen und fragwürdigen Hoffnungen die tiefsten
Bestrebungen des Menschen erfüllt. Der Wesenskern dieser guten
Nachricht liegt darin, daß Christus durch sein Kreuz und seine
Auferstehung und durch das Geschenk des Heiligen Geistes für die
Menschheit neue Wege zur Freiheit und zur Befreiung eröffnet hat.
Von den Bereichen, in denen der Bischof berufen ist, seine Gemeinschaft
zu leiten, indem er Aufgaben darstellt und sich so verhält, daß
darin die erneuernde Kraft des Evangeliums und wirkungsvolle Zeichen der
Hoffnung zum Ausdruck kommen, werden einige besonders wichtige
hervorgehoben, die die Soziallehre der Kirche betreffen. Sie kommt nämlich
nicht zur christlichen Botschaft hinzu, sondern ist einer ihrer
wesentlichen Teile, weil sie die unmittelbaren Konsequenzen des
Evangeliums für das Leben der Gesellschaft darlegt. Über sie hat
sich auch das Lehramt mehrmals ausgesprochen und sie im Licht des
Ostergeheimnisses entfaltet, aus dem die Kirche immer die Wahrheit über
Geschichte und Menschheit schöpft; es hat auch daran erinnert, daß
es den Teilkirchen in Gemeinschaft mit dem Stuhl Petri und untereinander
zukommt, diese Lehre in konkrete Wirklichkeit umzusetzen.
80. Ein erster Bereich betrifft die Beziehung zur bürgerlichen und
politischen Gesellschaft. In diesem Fall ist es augenscheinlich, daß
die Sendung der Kirche eine religiöse und die bevorzugte Zielsetzung
ihres Handelns die Verkündigung Jesu Christi an alle Menschen ist;
die Verkündigung des einzigen Namens, der uns Menschen »unter
dem Himmel gegeben (ist), durch den wir gerettet werden sollen« (Apg
4,12). Daraus ergibt sich u.a. der vom Konzil hervorgehobene Unterschied
zwischen politischer Gemeinschaft und Kirche. Autonom und unabhängig
voneinander auf dem je eigenen Gebiet, dienen sie der persönlichen
und gesellschaftlichen Berufung derselben menschlichen Personen.(130)
Die gemäß dem Auftrag des Herrn für alle Menschen guten
Willens offene Kirche ist also niemals Konkurrentin des politischen Lebens
und darf es nie sein, aber sie steht den sozialen Problemen des Lebens
auch nicht gleichgültig gegenüber. Deshalb kann die Kirche im
eigenen Zuständigkeitsbereich der ganzheitlichen Förderung des
Menschen auch Lösungen für die Probleme zeitlicher Ordnung
suchen, vor allem dort, wo die Würde des Menschen verletzt wird und
seine Grundrechte mit Füßen getreten werden.
81. In diesen Rahmen gehört auch die Tätigkeit des Bischofs,
der die Autonomie des Staates anerkennt und deshalb jede Verwicklung
zwischen Glaube und Politik vermeidet, sondern der Freiheit aller dient.
Weit entfernt von Formen, die dazu verleiten, den Glauben mit einer
bestimmten politischen Richtung zu identifizieren, sucht er vor allem das
Reich Gottes; in glaubwürdiger und echter Liebesgesinnung mit dem
Ziel, seinen Brüdern und Schwestern zu helfen sowie unter dem Antrieb
der Liebe die Werke der Gerechtigkeit zu vollbringen, tritt er als Hüter
der transzendenten Natur der menschlichen Person und als Zeichen der
Hoffnung ein.(131) Der eigene Beitrag, den ein Bischof auf diesem Gebiet
leistet, ist derselbe, den die Kirche leistet, das heißt »die
Sicht von der Würde der Person, die sich im Geheimnis des
menschgewordenen Wortes in ihrer ganzen Fülle offenbart«.(132)
Die Eigenständigkeit der politischen Gemeinschaft schließt
nicht ihre Unabhängigkeit von den moralischen Prinzipien ein; im
Gegenteil, eine Politik ohne moralische Bezugspunkte führt
unweigerlich zum Niedergang des gesellschaftlichen Lebens, zur Verletzung
der Würde und der Rechte der menschlichen Person. Deshalb liegt es
der Kirche am Herzen, daß in der Politik das Bild des Dienstes, der
am Menschen und an der Gesellschaft zu leisten ist, bewahrt oder
wiederhergestellt wird. Weil es gerade Aufgabe der Laien ist, sich in der
Politik zu engagieren, ist es Sorge des Bischofs, seinen Gläubigen zu
helfen, damit sie ihre Fragen diskutieren und ihre Entscheidungen im Licht
des Wortes der Wahrheit treffen; ihre Bildung so zu fördern und zu
festigen, daß sie in der Entscheidungsfindung motiviert werden von
einer echten Sorge um das Gemeinwohl der Gesellschaft, in der sie leben,
das heißt von der Sorge um das Wohl aller Menschen und des ganzen
Menschen; dafür einzutreten, daß die öffentliche und die
private Moral in Einklang sind.
82. Eine besondere Rolle in der Evangelisierung und ein bevorzugte Möglichkeit
für die Verkündigung der Hoffnung ist die Sorge um die Armen.
Damit öffnet sich der wirtschaftliche und soziale Lebensbereich,
dessen Ursprung, Mittelpunkt und Ziel der Mensch ist, wie das Konzil
betont hat.(133) Daher rührt die Sorge der Kirche, daß der
Fortschritt nicht nur im wirtschaftlichen, sondern auch im ganzheitlichen
Sinn zugunsten des Menschen zu verstehen ist.
Die christliche Hoffnung ist gewiß auf das himmlische Reich und
das ewige Leben ausgerichtet. Diese eschatologische Bestimmung verringert
aber nicht die Verpflichtung für den Fortschritt der irdischen Stadt.
Im Gegenteil, sie gibt ihr Sinn und Kraft. Ja, »der Schwung, den die
Hoffnung verleiht, bewahrt vor Selbstsucht und führt zum Glück
der christlichen Liebe«.(134) Die Unterscheidung zwischen irdischem
Fortschritt und Wachstum des Reiches Gottes bedeutet keine Trennung, weil
die Berufung des Menschen zum ewigen Leben diesen nicht davon entbindet,
sondern noch mehr in die Pflicht nimmt, um die vom Schöpfer für
die Entfaltung seines Lebens auf Erden empfangenen Kräfte
einzusetzen.
83. Es ist zwar nicht Aufgabe der Kirche, Lösungen für die
wirtschaftlichen und sozialen Fragen anzubieten, doch ihre Soziallehre
enthält eine Reihe von Grundsätzen, die für den Aufbau
eines gerechten sozialen und wirtschaftlichen Systems unerläßlich
sind. Auch darüber hat die Kirche ein »Evangelium« zu verkünden,
für das jeder Bischof in seiner Teilkirche Wortführer sein soll,
indem er die Seligpreisungen in die Mitte rückt.(135)
Weil schließlich das Gebot der Nächstenliebe sehr konkret
ist, muß der Bischof in seiner Diözese entsprechende
Initiativen entwickeln und zur Überwindung eventueller Haltungen von
Trägheit, Passivität und Selbstsucht oder Ausgrenzung aufrufen.
Ebenso wichtig ist es, daß der Bischof durch seine Verkündigung
das christliche Gewissen jedes Bürgers weckt, indem er ihn ermahnt,
in aktiver Solidarität und mit den verfügbaren Mitteln für
den Schutz seines Bruders gegen jeden Mißbrauch einzutreten, der die
Menschenwürde bedroht. Dabei muß er die Gläubigen immer
daran erinnern, daß in jedem Armen und jedem Bedürftigen
Christus gegenwärtig ist (vgl. Mt 25,31-46). Selbst das Bild
des Herrn als eschatologischer Richter ist die Verheißung einer endgültig
vollkommenen Gerechtigkeit für die Lebenden und für die Toten, für
die Menschen aller Zeiten und aller Orte.(136)
84. Die Themen von Gerechtigkeit und Nächstenliebe rufen spontan
die des Friedens in Erinnerung: »Wo Frieden herrscht, wird fär
die Menschen, die Frieden stiften, die Saat der Gerechtigkeit ausgestreut«
(Jak 3,18). Der Frieden, den die Kirche verkündet, ist der
Frieden Christi, des »Friedensfürsten«, der die
seliggepriesen hat, »die Frieden stiften, denn sie werden Söhne
Gottes genannt werden« (Mt 5,9). Es sind nicht nur
diejenigen, die auf Gewaltanwendung als gewohnheitsmäßige
Methode verzichten, sondern auch diejenigen, die den Mut haben, dafür
einzutreten, daß das ausgelöscht wird, was den Frieden
verhindert. Diese Friedensstifter wissen sehr gut, daß er im Herzen
des Menschen beginnt. Deshalb widersetzen sie sich dem Egoismus, der
verhindert, die anderen als Brüder und Schwestern einer einzigen
Menschheitsfamilie zu sehen. Sie werden darin von der Hoffnung auf Jesus
Christus, den unschuldigen Erlöser, bestärkt, dessen Leiden ein
unauslöschliches Zeichen der Hoffnung für die Menschheit ist.
Christus ist der Frieden (vgl. Eph 2,14), und der Mensch findet
erst dann Frieden, wenn er Christus begegnet.
Der Frieden ist eine allumfassende Verantwortung, die tausend kleine
Akte des Alltagslebens betrifft. Durch ihr Verhalten im täglichen
Zusammenleben mit den anderen entscheiden sich die Menschen für oder
gegen den Frieden. Der Frieden wartet auf seine Propheten und seine
Bauleute.(137) Diese Baumeister des Friedens müssen vor allem in den
kirchlichen Gemeinschaften wirken, deren Hirt der Bischof ist.
Es ist deshalb notwendig, daß er keine Gelegenheit vorübergehen
läßt, um in den Gewissen den Wunsch nach Eintracht zu wecken
und das Einvernehmen zwischen den Personen im Engagement für die
Sache der Gerechtigkeit und des Friedens zu begünstigen. Es handelt
sich um eine schwere Aufgabe, die Hingabe, neue Anstrengungen und
beharrliche Erziehung erfordert, vor allem in bezug auf die jungen
Generationen, damit sie sich mit neuer Freude und christlicher Hoffnung
bemühen, eine friedlichere und geschwisterlichere Welt aufzubauen.
Die Friedensarbeit ist auch in den bevorzugten Evangelisierungsauftrag
eingeschlossen. Deshalb gehört auch die Förderung einer wahren
Kultur des Dialogs und des Friedens zu den Grundpflichten der Pastoral
eines Bischofs.
85. Als Stimme der Kirche, die evangelisiert und alle Menschen
zusammenruft, versäumt es der Bischof nicht, sein kluges und
ausgewogenes Wort hören zu lassen, damit die Verantwortlichen des
politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Lebens die
gerechtesten realisierbaren Lösungen suchen, um die Probleme des bürgerlichen
Zusammenlebens zu bewältigen.
Die Umstände, unter denen die Hirten gerufen sind, ihre Sendung in
diesen Bereichen zu erfüllen, sind oft sehr schwierig, sowohl für
die Evangelisierung als auch für die Förderung des Menschen.
Hier zeigt sich vor allem, inwieweit auch die Bereitschaft zum Leiden in
den bischöflichen Dienst eingeschlossen ist. Aber ohne sie ist es
nicht möglich, daß sich die Bischöfe ihrem Sendungsauftrag
widmen. Ihr Vertrauen auf den Geist des auferstandenen Herrn muß
deshalb groß sein, und ihr Herz muß immer von »der
Hoffnung erfüllt sein, die nicht zugrunde gehen läßt«
(vgl. Röm 5,5).
5. KAPITEL
DER GEISTLICHE WEG DES BISCHOFS
86. Die vorhergehenden Kapitel haben den allgemeinen Rahmen beschrieben,
in dem der Bischof heute seine Sendung in der Kirche als wahrer Lehrer des
Glaubens verwirklichen muß, der ohne Nachgiebigkeit und ohne
Kompromisse die Wahrheit verkündet, lehrt und schützt; seine
Sendung des Heiligmachers und treuen Verwalters der göttlichen Gaben;
als liebevoller Vater für alle, die in Schwierigkeiten sind und vor
allem Gottes bedürfen sowie für alle, die die Barmherzigkeit des
himmlischen Vaters seiner Hirtensorge anvertraut hat. Inmitten seines
Volkes ist der Bischof das lebendige Bild Jesu, des guten Hirten, der
seine Herde begleitet.
Es wurde auch daran erinnert, daß der Bischof seine Hirtensendung
dann lebt, wenn er mit dem Bischofskollegium verbunden und mit dem Bischof
von Rom und den anderen bischöflichen Mitbrüdern vereint ist, während
er sich aller kirchlichen Möglichkeiten bedient, die ihm in dem
Dienst helfen, der ihm vom Herrn und von der Kirche zugewiesen wurde.
Hervorgehoben wurde ferner, daß die Sendung des Bischofs so
weitreichend wie die Sendung der Kirche in der Welt ist.
Anspruch der Heiligkeit im Leben des Bischofs
87. Es handelt sich also um eine hohes und anspruchsvolles Amt mit einem
Ideal, vor dem jeder Berufene, wenn er seine Schwäche und
unzureichnenden Kräfte lebhaft spürt, von verständlicher
Furcht ergriffen wird. Deshalb muß der Bischof von derselben
Hoffnung erfüllt sein, durch die er als Diener in der Kirche und in
der Welt eingesetzt wurde. Er wiederholt mit dem Apostel Paulus die Worte:
»Alles vermag ich durch ihn, der mir Kraft gibt« (Phil
4,13), und ist sich mit ihm dessen bewußt, daß »die
Hoffnung nicht zugrunde gehen läßt; denn die Liebe Gottes ist
ausgegossen in unsre Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist«
(Röm 5,5).
Um einer so verantwortungsvollen Aufgabe auch gewachsen zu sein, muß
der Bischof in der Hirtensorge das Band der bischöflichen
Vollkommenheit als eine Art Frucht der Gnade und des vom Sakrament
empfangenen Charakters erkennen lassen. Deshalb muß er sich in ganz
besonderer Weise immer mehr Christus, dem guten Hirten, gleichförmig
machen - sowohl in seinem persönlichen Leben als auch in der Ausübung
des apostolischen Dienstes, so daß der Geist Christi (vgl. 1 Kor
2,16) ihn in allem und zu allem durchdringt, im Denken, Fühlen,
Entscheiden und Handeln.(138)
Zwanzig Jahre nach dem Abschluß des Konzils stellte die Außerordentliche
Versammlung der Bischofssynode 1985 fest, daß »die Heiligen in
den schwierigsten Zeiten des Lebens der Kirche immer Quelle und Urheber
der Erneuerung waren«.(139) Die Kirche braucht zweifellos immer
Hirten, die nicht nur durch ihre menschlichen Eigenschaften, sondern auch
durch ihre Heiligkeit hervorragen. Solche Hirten können auch heute
unter den jungen Menschen einen priesterlichen Lebensentwurf wecken.
Dieses Kapitel will einige Linien für den geistlichen Weg des
Bischofs als Weg der Evangelisierung und Heiligung des Volkes Gottes
ziehen, indem die enge Verbindung verdeutlicht wird, die zwischen der persönlichen
Heiligkeit des Bischofs und der Ausübung seines Amtes besteht. Auch
der Dienst ist, wenn er in Treue und Beharrlichkeit und in der Fügsamkeit
gegenüber dem Heiligen Geist erfüllt wird, eine Quelle der
Heiligkeit für den Bischof und der Heiligung für die seiner
Hirtensorge anvertrauten Gläubigen, indem verschiedene Wege der
Heiligkeit entsprechend den unterschiedlichen Charismen erschlossen
werden.
Dimensionen der Spiritualität des Bischofs
88. Dieser geistliche Weg des Bischofs wurzelt gewiß in der Gnade
der Sakramente von Taufe und der Firmung, in denen er wie jeder Gläubige
befähigt wurde, an Gott zu glauben, auf ihn zu hoffen und ihn mit
Hilfe der göttlichen Tugenden zu lieben und unter dem Antrieb des
Heiligen Geistes kraft seiner heiligen Gaben zu handeln. Unter diesem
Gesichtspunkt lebt er in einer Spiritualität, die sich von der aller
anderen Jünger des Herrn, die zum Leib Christi gehören und
Tempel des Heiligen Geistes geworden sind, nicht unterscheidet. Auch der
Bischof lebt also eine Spiritualität als Getaufter und Gefirmter, genährt
von der heiligen Eucharistie und der Vergebung des Vaters bedürftig
auf Grund der menschlichen Schwachheit. Auch muß er zusammen mit den
Priestern seines Presbyteriums bestimmte geistliche Wege gehen, da er auf
Grund der neuen Würde, die ihm mit dem Weihesakrament verliehen
wurde, zur Heiligkeit berufen ist.(140)
Dennoch muß er eine eigene »spezifische« Spiritualität
auf Grund des besonderen Geschenks der Fülle des Geistes der
Heiligkeit leben, die er in seiner Eigenschaft als Vater und Hirt in der
Kirche empfangen hat.
89. Es handelt sich um eine »eigene« Spiritualität, die
dazu anleitet, in Glaube, Hoffnung und Liebe in der Gemeinschaft das Amt
als Verkündiger, Liturge und Anführer zu leben; eine Spiritualität,
die den Bischof in Beziehung zum Vater sieht, dessen Abbild er ist; zum
Sohn, dem er durch die Hirtensendung gleichfrmig gemacht wird; zum
Heiligen Geist, der die Kirche durch verschiedene hierarchische und
charismatische Gaben lenkt.
Es handelt sich auch um eine kirchliche Spiritualität, weil jeder
Bischof Christus, dem Hirten, gleichförmig gemacht ist, um die Kirche
mit der Liebe Christi, des Bräutigams, zu lieben; um in der Kirche
Lehrer, Heiligmacher und Anführer zu sein und ihr zu dienen. So wird
er in der Kirche auf allen Ebenen Vorbild und Förderer einer
Spiritualität der Communio.
Es ist nicht möglich, Christus zu lieben und in der Vertrautheit
mit ihm zu leben, ohne die Kirche zu lieben, die von Christus geliebt
wird:Denn man hat den Geist Gottes in dem Maß, in dem man die Kirche
liebt, »eins in allen und ganz in allen; einfach in der Pluralität
durch die Einheit des Glaubens, vielfach in jedem auf Grund des Bandes der
Liebe und der Vielfalt der Charismen«.(141) Nur aus der Liebe zur
Kirche, die Christus so sehr geliebt hat, daß der sein Leben für
sie hingab (vgl. Eph 5,25), und die universales Heilssakrament
ist, gehen missionarische Spiritualität, missionarischer Eifer und
das Zeugnis des vollendeten Maßes hervor, mit dem der Herr die
Menschen geliebt hat, das heißt bis zum Tod am Kreuz.
Diener des Evangeliums der Hoffnung
90. Mit diesen Titel stellt sich der Bischof der Kirche vor, während
er die Worte des Apostels wiederholt: »Jetzt aber hat er euch durch
den Tod seines sterblichen Leibes versöhnt, um euch heilig, untadelig
und schuldlos vor sich treten zu lassen. Doch müßt ihr unerschütterlich
und unbeugsam am Glauben festhalten und dürft euch nicht von der
Hoffnung abbringen lassen, die euch das Evangelium schenkt ... und ich,
Paulus, diene ihm« (Kol 1,22-23; vgl. 1,5).
Schon das Pastoraldirektorium Ecclesiae imago hatte ein ganzes
und ausführliches Kapitel den für einen Bischof notwendigen
Tugenden gewidmet.(142) Außer den Hinweisen auf die übernatürlichen
Tugenden des Gehorsams, der vollkommenen Enthaltsamkeit aus Liebe zum
Reich Gottes, der Armut, der pastoralen Klugheit und der Beharrlichkeit
findet sich in diesem Kontext auch ein Hinweis auf die göttliche
Tugend der Hoffnung, auf die sich der Bischof mit fester Gewißheit
stützt, dadurch von Gott alles Gute erwartet und sein ganzes
Vertrauen auf die göttliche Vorsehung setzt, »eingedenk der
heiligen Apostel und der altehrwürdigen Bischöfe, die auch große
Schwierigkeiten und Hindernisse aller Art erfuhren und doch das Evangelium
Gottes mit aller Unerschrockenheit predigten«.(143)
Im Ausblick auf die X. Ordentliche allgemeine Versammlung der
Bischofssynode ist es dennoch angebracht, auf die dem Bischofsamt
innewohnende Hoffnung noch näher einzugehen, da sie Antrieb zur
Kreativität und Trägerin jenes gesunden Optimismus ist, den der
Bischof persönlich leben und den anderen voll Freude vermitteln soll.
91. Die christliche Hoffnung beginnt mit Christus und nährt sich
von Christus; sie ist Teilhabe an seinem Ostergeheimnis und Unterpfand für
ein Geschick, das dem Los Christi gleicht, denn der Vater »hat uns
mit Christus auferweckt und uns zusammen mit ihm einen Platz im Himmel
gegeben« (Eph 2,6).
Der Bischof ist Zeichen und Diener dieser Hoffnung geworden. Jeder
Bischof kann sich die Worte Johannes Pauls II. zueigen machen: »Ohne
Hoffnung wären wir nicht nur unglückliche und beklagenswerte
Menschen, unser ganzes seelsorgliches Wirken würde unfruchtbar; wir würden
überhaupt nichts mehr zu unternehmen wagen. In der Unbeugsamkeit
unserer Hoffnung liegt das Geheimnis unserer Sendung. Sie ist stärker
als die wiederholten Enttäuschungen und ermüdenden Zweifel, denn
sie schöpft ihre Kraft aus einer Quelle, die weder unsere
Unachtsamkeit noch unsere Nachlässigkeit zum Versiegen bringen können.
Die Quelle unserer Hoffnung ist Gott selber, der durch Christus für
uns die Welt ein für allemal überwunden hat und heute durch uns
seine Heilssendung unter den Menschen fortsetzt«.(144)
Die Hoffnung auf dem geistlichen Weg des Bischofs
92. Der Bischof ist Diener der Wahrheit, die rettet, nicht nur um die
Menschen zu lehren und zu informieren, sondern auch um sie zur Hoffnung
und damit zum Fortschreiten auf dem Weg der Hoffnung anzuleiten. Wenn also
ein Bischof wirklich als Zeichen, Zeuge und Diener der Hoffnung vor sein
Volk treten will, muß er sich in ganzer Anhänglichkeit und
voller Verfügbarkeit vom Wort der Wahrheit nähren nach dem
Vorbild der heiligen Gottesmutter Maria, »die geglaubt hat, daß
sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ« (Lk
1,45).
Weil dieses göttliche Wort auch in der Heiligen Schrift enthalten
ist und darin zum Ausdruck kommt, muß ein Bischof ständig durch
häufiges Lesen und eifriges Studium auf sie zurückgreifen. Er
tut es nicht nur deshalb, weil er, würde er es nicht im Innern hören,
sonst nach außen ein nutzloser Prediger des Wortes Gottes wäre,(145)
sondern auch, weil er seinen Dienst für die Hoffnung aushöhlen
und unmöglich machen würde.
Der Bischof schöpft aus der Schrift Nahrung für seine
Spirtualität der Hoffnung, um seinen Dienst als Verkündiger des
Evangeliums wahrhaft zu erfüllen. Nur so kann er sich wie der Apostel
Paulus an seine Gläubigen mit den Worten wenden: »Alles, was
einst geschrieben worden ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben, damit
wir durch Geduld und durch den Trost der Schrift Hoffnung haben« (Röm
15,4).
93. Ein bevorzugter Augenblick des Hörens des Wortes Gottes ist das
Gebet. Im Bewußtsein, daß er nur durch sein eigenes persönliches
Beten Lehrer des Gebets für seine Gläubigen sein kann, wendet
der Bischof sich an Gott, um mit dem Psalmisten die Worte zu wiederholen:
»Ich warte auf dein Wort« (Ps 119,114). Denn das Gebet
ist bevorzugte Ausdrucksform der Hoffnung, wie der hl. Thomas schreibt, es
ist »die Übersetzerin der Hoffnung«.(146)
Wenn aber niemand nur für sich allein betet, dann gilt das noch
mehr für den Bischof, der auch in sein Gebet die ganze Kirche
einschließen muß, wobei er in besonderer Weise für das
ihm anvertraute Volk betet. Indem er Jesus in der Wahl seiner Apostel
nachahmt (vgl. Lk 6,12-13), unterbreitet er im Geist durch
Christus dem Vater alle seine pastoralen Initiativen, seine Hoffnungen für
die Diözesanpriester, seine Ängste um die Berufungen zum
Priestertum und zum geweihten Leben, zum missionarischen Einsatz und zu
den anderen Diensten, seine Sorgen um die Ordensleute, die im Apostolat in
den Teilkirchen tätig sind, und seine Erwartungen an die Laien: damit
alle und jeder einzelne, indem sie der eigenen Berufung entsprechen und
die jeweiligen Dienste und Charismen ausüben, unter seiner Leitung in
der Auferbauung des Leibes Christi zusammenfließen. Und der Gott der
Hoffnung erfülle ihn mit aller Freude und mit allem Frieden im
Glauben, damit er reich werde an Hoffnung in der Kraft des Heiligen
Geistes (vgl. Röm 15,13).
94. Ein Bischof muß auch Gelegenheiten suchen, in denen er das
gemeinsame Hören des Wortes Gottes und das Gebet zusammen mit dem
Presbyterium pflegt, gegebenenfalls auch mit den ständigen Diakonen,
mit den Seminaristen und mit den Ordensleuten der Teilkirche und, wo und
wann es möglich ist, auch mit den Laien, insbesondere mit denen, die
ihr Apostolat gemeinschaftlich leben.
Auf diese Weise fördert er den Geist der Communio, er stützt
ihr geistliches Leben und erweist sich als »Führer zur
Vollkommenheit« in seiner Teilkirche. Er bemüht sich, »die
Heiligkeit der Kleriker, Ordensleute und Laien nach der Berufung eines
jeden zu fördern«.(147) Zugleich stärkt er in sich auch die
Bande der kirchlichen Beziehungen, in die er als sichtbarer Mittelpunkt
der Einheit eingegliedert wurde.
Auch versäumt er die Gelegenheiten nicht, um mit den bischöflichen
Mitbrüdern, vor allem den benachbarten der gleichen Kirchenprovinz
oder Region ähnliche Augenblicke der geistlichen Begegnung zu
verbringen. Bei diesen Begegnungen kann man die Freude erleben, die aus
dem Beisammensein unter Brüdern erwächst (vgl. Ps
133,1). Außerdem kommt die kollegiale Liebe zum Ausdruck und wird
gestärkt.
95. Auch aus der Feier der heiligen Liturgie bezieht der Bischof
zusammen mit dem ganzen Volk Gottes Nahrung für die Hoffnung. Denn
wenn sie ihre irdische Liturgie feiert, nimmt die Kirche durch die
Hoffnung vorauskostend an der Liturgie der heiligen Stadt Jerusalem teil,
zu der sie pilgernd unterwegs ist, wo Christus sitzt zur Rechten Gottes, »der
Diener des Heiligtums und des wahren Zeltes, das der Herr selbst
aufgeschlagen hat, nicht etwa ein Mensch« (Hebr 8,2).(148)
Alle Sakramente der Kirche, von allen besonders die Eucharistie, sind
Gedächtnis der acta et passa des Herrn, erneute Darstellung
der von Christus ein für allemal gewirkten Erlösung und
Vorwegnahme der vollen Inbesitznahme, die das Geschenk der Endzeit sein
wird.(149) Bis dahin feiert die Kirche die Sakramente als wirksame Zeichen
ihrer Erwartung, der Bitte und der Hoffnung.
96. Unter den liturgischen Handlungen gibt es einige, in denen die
Anwesenheit des Bischofs eine besondere Bedeutung hat. Vor allem die
Chrisammesse, während der das Katechumenen- und das Krankenöl
gesegnet sowie der heilige Chrisam geweiht werden: Sie ist der Höhepunkt,
in dem die Ortskirche sich darstellt, weil der Herr sie feiert, der ewige
Hohepriester seines eigenen Opfers. Für einen Bischof ist sie ein
Augenblick großer Hoffnung, denn er findet die Diözesanpriester
um sich versammelt, um gemeinsam vor dem freudigen Horizont von Ostern auf
den Hohenpriester zu blicken und so die Gnade des Weihesakramentes durch
die Erneuerung der Versprechen wiederzubeleben, die vom Weihetag an den
Dienst der Priester in der Kirche besonders kennzeichnen. Bei dieser
einmaligen Gelegenheit im liturgischen Jahr sind die gefestigten Bande der
kirchlichen Communio für das Volk Gottes, das doch von
vielerlei Ängsten bedrängt wird, ein lauter Hoffnungsruf.
Hinzukommt die feierliche Liturgie der Weihe der Neupriester und
-diakone. Während er die neuen Mitarbeiter des Bischofsstandes und
die neuen Mitarbeiter in seinem Amt von Gott empfängt, sieht der
Bischof vom Heiligen Geist, dem Donum Dei und dator munerum, seine Bitte
um eine Fülle von Berufungen und seine Hoffnungen für eine
Kirche erfüllt, die unter dem Aspekt des Weiheamtes noch heller
erstrahlt.
Gleiches gilt für die Spendung des Sakraments der Firmung, deren
ursprünglicher Spender der Bischof ist; im lateinischen Ritus ist er
ordentliche Spender. »Wenn die Bischöfe selbst die Firmung
spenden, wird treffend zum Ausdruck gebracht, daß diese ihre Empfänger
enger mit der Kirche, mit ihren apostolischen Ursprüngen und ihrer
Sendung zum Zeugnis für Christus verbindet«.(150)
97. Die Wirksamkeit der pastoralen Leitung eines Bischofs und seines
Zeugnisses für Christus, die Hoffnung der Welt, hängt zum großen
Teil von der Authentizität der Nachfolge des Herrn und von seiner
gelebten amicitia Iesu Christi ab. Nur die Heiligkeit ist prophetische
Verkündigung der Erneuerung, und ein Bischof darf sich nicht der
prophetischen Rolle der Heiligkeit entziehen, durch die er im eigenen
Leben die Annäherung an jenes Ziel vorwegnimmt, zu dem er seine Gläubigen
führt.
Dennoch spürt auch er wie jeder Christ auf seinem geistlichen Weg
die Notwendigkeit zur Umkehr, weil er sich der eigenen Schwächen, der
eigenen Mutlosigkeit und der eigenen Sünde bewußt ist. Aber -
so lehrte der hl. Augustinus - wem die Sünde nicht verwehrt wurde,
der kann sich auch die Hoffnung nicht verwehren,(151) und deshalb nimmt
der Bischof das Sakrament der Buße und der Versöhnung zu Hilfe,
in dem er in aller Offenheit ruft: »Herr, mein Gott, ich flüchte
mich zu dir; rette mich!« (vgl. Ps 7,2; 38,16). Wer die
Hoffnung hat, Kind Gottes zu sein und ihn zu sehen, wie er ist, heiligt
sich, so wie der himmlische Vater heilig ist (vgl. 1 Joh 3,3).
98. Zweifellos ist es ein Zeichen der Hoffnung für das Volk Gottes,
den eigenen Bischof dieses Sakrament der Heilung empfangen zu sehen, zum
Beispiel wenn dieses bei besonderen Anlässen in Gemeinschaft unter
seiner Leitung gefeiert wird; oder auch zu sehen, daß man ihm, wenn
er schwerkrank ist, das Sakrament der Krankensalbung und die Wegzehrung im
Beisein des Klerus und des Volkes feierlich spendet.(152)
Mit diesem letzten Zeugnis seines irdischen Lebens hat er Gelegenheit,
seine Gläubigen zu lehren, daß man nie die eigene Hoffnung
verlieren darf und daß alles Leid des gegenwärtigen Augenblicks
von der Hoffnung auf die zukünftigen Wirklichkeiten gelindert
wird.(153) Im letzten Akt seines Weggangs aus dieser Welt zum Vater kann
er die Zielsetzung seines Dienstes in der Kirche zusammenfassend
darstellen: die Söhne und Töchter der Kirche auf das
eschatologische Ziel hinzuweisen, wie Mose den Kindern Israels das verheißene
Land zeigte.
In der Hoffnung froh - wie die Jungfrau Maria
99. So rühmt sich der Bischof »seiner Hoffnung auf die
Herrlichkeit Gottes«, wie der Apostel Paulus schreibt und dann fortfährt:
»Wir rühmen uns ebenso unserer Bedrängnis; denn wir wissen:
Bedrängnis bewirkt Geduld, Geduld aber Bewährung, Bewährung
Hoffnung« (Röm 5,2-4). Aus der Hoffnung entsteht auch
die Freude. Die christliche Freude, die tatsächlich Feude in der
Hoffnung ist (vgl. Röm 12,12), ist auch Ziel der Hoffnung.
Der Christ darf nicht nur von der Freude sprechen, sondern muß auch »die
Freude erhoffen«.(154)
Für diese geistliche Verbindung zwischen Freude und Hoffnung ist
Maria erste Zeugin und Vorbild für die ganze Kirche. In ihrem Gesang
des Magnificat kommt die Freude aller Armen vor dem Herrn zum Ausdruck,
die auf sein Wort hoffen. Leiden wurde ihr nicht erspart, aber wie sie in
einzigartiger Weise mit dem Opfer ihres Sohnes vereinigt war und so unter
dem Kreuz »Mutter der Schmerzen« wurde, so wurde sie auch offen
für die grenzenlose Freude der Auferstehung.
Jetzt ist sie neben ihrem Sohn, der in Herrlichkeit zur Rechten des
Vaters sitzt, mit Leib und Seele, mit ihrer vollständigen Person, in
den Himmel aufgenommen; sie faßt alle Freuden in sich zusammen und
lebt in der vollkommenen Freude, die der Kirche verheißen ist. An
sie, die allen, die noch Pilger auf Erden sind, »bis zur Ankunft des
Tages des Herrn als Zeichen der sicheren Hoffnung und des Trostes«
voranleuchtet,(155) richtet die Kirche ihr Gebet mit der Anrufung: mater
spei, mater plena sanctae laetitiae e causa nostrae laetitiae.
100. Jeder Bischof vertraut sich Maria in kindlicher Weise an, indem er
den Lieblingsjünger nachahmt, der die Mutter des Herrn auf Golgota
annahm und sie in seinen gesamten inneren Lebensbereich einführte.(156)
Die Kirche ruft Maria oft als Regina Apostolorum an. »Die
seligste Jungfrau möge für alle Hirten der Kirche eintreten,
damit ihr oft nicht leichter Dienst immer mehr dem Bild des guten Hirten
gleichförmig werde«.(157)
FRAGEBOGEN
Fragen zum ersten Kapitel
1. Welche Bedeutung mißt der Bischof der Verkündigung des
Evangeliums bei? Wird diese Tätigkeit als vorrangig betrachtet?
Lenken die anderen Verpflichtungen davon ab? Welche Aspekte des diözesanen
Lebens erschweren den Evangelisierungsauftrag des Bischofs? Welche Aspekte
sind dagegen hilfreich?
2. Welche Vorstellungen haben die Leute vorwiegend von der Sendung des
Bischofs? Entspricht die Vorstellung, die die Leute vom Bischof haben, dem
Bild, das er sich von sich selbst macht?
3. Wie reagieren die Leute auf das, was der Bischof in bezug auf Fragen
des Glaubens oder der Moral lehrt? Unterscheidet man zwischen der
Lehraussage des Bischofs und der des Papstes?
4. Wie ist das Verhältnis des Bischofs zu den Theologen
gekennzeichnet? Von gegenseitiger Achtung? Mitarbeit in der Verkündigung
des Evangeliums? Mißtrauen? Widerspruch? In welchen Bereichen?
5. Welche sozialen und kulturellen Anforderungen werden an den Dienst
des Bischofs vor allem in bezug auf die Verkündigung des Evangeliums
gestellt? Inwieweit wird der Bischof diesen Anforderungen gerecht? Welche
Umstände begünstigen die Verkündigung? Welche Umstände
behindern sie?
Fragen zum zweiten Kapitel
6. Wie gestaltet der Bischof seine Beziehungen zum Presbyterium und zu
den einzelnen Priestern besonders in der Glaubensverkündigung? Welche
Aufgaben sollten in diesem Bereich den Vorrang haben?
7. Wie gestaltet der Bischof seine Beziehungen zu den Instituten des
geweihten Lebens besonders in der Glaubensverkündigung: in der
Katechese, im Lehramt usw.?
8. Unterstützt der Bischof die Laien bei ihrer Verkündigung
des Evangeliums im säkulären Bereich? Wie versteht der Bischof
den Beitrag der Laien, der Vereinigungen der Gläubigen und der
kirchlichen Bewegungen?
9. Wie bringt der Bischof seine Gemeinschaft mit dem römischen
Papst zum Ausdruck? Fühlt sich der Bischof vom Heiligen Stuhl unterstützt?
Wie drückt der Bischof seine Zustimmung zum Dienst des Nachfolgers
Petri aus in der Förderung des wahren Glaubens, der Disziplin der
Kirche und der Neuevangelisierung?
10. Wie pflegt der Bischof seine Beziehungen zu den anderen Bischöfen:
im Bereich der universalen Kirche? Innnerhalb der Bischofskonferenz? Mit
den benachbarten Bischöfen? Fühlt sich der Bischof gestützt
von den Mitbrüdern im Bischofsamt?
Fragen zum dritten und vierten Kapitel
11. Mit wieviel Sorgfalt, Glaubenseifer und Liebe verkündet
der Bischof das Wort Gottes im Kontext der sozialen und kulturellen
Situation von heute?
12. In welcher Weise nimmt der Bischof die sozialen Kommunikationsmittel
zu Hilfe und verwendet sie, so daß sie wahre Instrumente der
Verbreitung des Wortes Gottes sind?
13. Wie wird die sakramentale Rolle des Bischofs als Verkündigung
des Evangeliums der Hoffnung verstanden? Mit welchem Vorrang?
14. Wie wird die Führungsrolle des Bischofs als Verkündigung
des Evangeliums der Hoffnung verstanden? Welche konkreten Schwierigkeiten
gibt es?
15. Fühlt sich der Bischof für die missio ad gentes in
der ganzen Welt mitverantwortlich? Inwieweit ist seine Diözese
miteinbezogen?
16. Wie bemüht sich der Bischof konkret um die Förderung des ökumenischen
und interreligiösen Dialogs und des Dialogs mit der Gesellschaft im
Hinblick auf die Verkündigung des Evangeliums?
17. Wird die Förderung des Menschen in seiner Würde und seinen
Rechten vom Bischof als Verkündigung der Hoffnung entsprechend dem
Evangelium empfunden? Auf welche Weise?
18. Stellt der Bischof die Verkündigung der Person Christi in den
Mittelpunkt seines Dienstes?
Fragen zum fünften Kapitel
19. Was ist die einigende Mitte der Spiritualität des Bischofs als
konkrete Form seiner Beziehung zu Gott und zu der ihn umgebenden
Wirklichkeit?
20. Welche konkreten Initiativen begünstigen die geistliche Einheit
des Bischofs vor allem mit den Priestern und Diakonen, mit den
Ordensleuten und Laien und insbesondere mit deren kirchlichen
Vereinigungen und Gründungen?
21. Welche Anregungen kann man geben, um dem Bischof auf seinem Weg des
geistlichen Wachstums zu helfen? Bei seinem Amtsantritt? Im Laufe der
Jahre?
22. Welche heiligen Bischöfe dienen dem Bischof als Vorbild oder können
ihm dazu dienen, um eine eigene Spiritualität zu entfalten?
Allgemeines
Welche weiteren wichtigen Punkte zum gewáhlten Thema sind der
Synode zum Nachdenken zu empfehlen?
I N H A L T
einführung
einleitung
1. KAPITEL: HEUTIGER KONTEXT DER SENDUNG DES BISCHOFS
Ein neues Rollenverständnis des Bischofs
Neue Herausforderungen und Schwierigkeiten des bischöflichen
Dienstes
Dringlichkeiten in der christlichen Gemeinschaft
Verminderung des Eifers und Subjektivierung des Glaubens
Das Ehe - und Familieleben
Die Berufungen zum Priestertum und zum geweihten Leben
Die Herausforderung der Sekten und der neuen religiösen Bewegungen
Kontext der Gesellschaft der Menschen
Die gewandelte Weltbühne
Einige Zielsetzungen der menschlichen Hoffnungen
Die Bischöfe als Zeugen ind Diener der Hoffnung
2. KAPITEL:KENNZEICHEN UND EIGENSCHAFTEN DES BISCHOFSAMTES
Der Dienst des Bischofs in bezug auf die Heilige Dreifaltigkeit
Das Bischofsamt in bezug auf Christus und die Apostel
Das Bischofsamt in bezug auf die Kirche
Der Bischof in bezug auf sein Presbyterium
Das Bischofsamt in bezug auf die Gott Geweihten
Der Dienst des Bischofs in bezug auf die Laien
Der Bischof in bezug auf das Bischofskollegium und dessen Haupt
Diener der Communio für die Hoffnung
3. KAPITEL: DAS HIRTENAMT DES DIÖZESANBISCHOFS
Der Bischof, gesandt zu lehren
Der Bischof, gesandt zu heiligen
Der Bischof gesandt, das Volk Gottes zu führen und zu leiten
4. KAPITEL: DER BISCHOF ALS DIENER DES EVANGELIUMS FÜR ALLE
MENSCHEN
Die missionarische Verpflichtung des Bischofs
Der interreligiöse Dialog
Verantwortung gegenüber der Welt
5. KAPITEL: DER GEISTLICHE WEG DES BISCHOFS
Anspruch der Heiligkeit im Leben des Bischofs
Dimensionen der Spiritualität des Bischofs
Diener des Evangeliums der Hoffnung
Die Hoffnung auf dem geistlichen Weg des Bischofs
In der Hoffnung froh - wie die Jungfrau Maria
FRAGEBOGEN
INHALT
Noten
(1) Vgl. Ioannes Paulus II, Adhort. Ap. postsynod. Christifideles
laici (30.XII.1988), 55: AAS 81 (1989) 503; Adhort. Ap.
postsynod. Vita consecrata (25.III.1996), 31: AAS 88
(1996) 404-405.
(2) Vgl. Ioannes Paulus II, Adhort. Ap. postsynod. Vita consecrata
(25.III.1996), 4: AAS 88 (1996) 380.
(3) Vgl. Ibidem , 29: AAS 88 (1996) 402.
(4) Vgl. Concilium Oecumenicum Vaticanum II., Const. dogm. de Ecclesia
Lumen gentium, 12.
(5) Conc. Oecum. Vat. II., Decret. de presbyterorum ministerio et vita
Presbyterorum ordinis, 7.
(6) Conc. Oecum. Vat. II., Const. past. de Ecclesia in mundo huius
temporis Gaudium et spes, 2.
(7) Vgl. ibidem, 45.
(8) S. Augustinus, Serm. 340 / A, 9: PLS 2, 644.
(9) Conc. Oecum. Vat. II., Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium,
18.
(10) Vgl. ibidem, 27.
(11) Ibidem, 1.
(12) Conc. Oecum. Vat. II., Const. past. de Ecclesia in mundo huius
temporis Gaudium et spes, 39.
(13) Conc. Oecum. Vat. II., Decretum de activ. mission. Ecclesiae Ad
gentes, 38.
(14) Conc. Oecum. Vat. II., Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium,
23.
(15) Vgl. Sacra Congregatio pro Episcopis, Directorium Ecclesiae
imago de pastorali ministerio episcoporum (22.II.1973), Typis
Polyglottis Vaticanis, 1973.
(16) Ioannes Paulus II, Allocutio ad Patres Cardinales, Familiam
domni Papae Romanamque Curiam, imminente Nativitate Domini Iesu Christi
habita (20.XII.1990), 6: AAS 83 (1991) 744.
(17) Ioannes Paulus II, Ansprache an die Kolumbianische
Bischofskonferenz (2.VII.1986), N. 8: Insegnamenti di Giovanni
Paolo II, IX, 2, S. 62-63.
(18) Ioannes Paulus II, Epist. Apost. Tertio millennio adveniente
(10.XI.1994), 46: AAS 87 (1995) 34.
(19) Ioannes Paulus II, Ansprache an die österreichischen Bischöfe
beim "ad Limina" Besuch (6.VII.1982), 2: AAS 74
(1982) 1123.
(20) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Const. dogm. de Ecclesia Lumen
gentium, 4 ; Decretum de oecumenismo Unitatis redintegratio,
2.
(21) Vgl. Ioannes Paulus II, Epist. Apost. Tertio millennio
adveniente (10.XI.1994), 33 : AAS 87 (1995) 25-26.
(22) Vgl. S. Cyprianus, Epist. 69, 8: PL 4, 419.
(23) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Decret. de past. Episc. mun. in
Ecclesia Christus Dominus, 11.
(24) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Const. dogm. de Ecclesia Lumen
gentium, 23.
(25) Vgl. ibidem, 28 ; Decret. de past. Episc. mun. in Ecclesia
Christus Dominus, 7.
(26) Vgl. Sacra Congregatio pro Episcopis, Directorium Ecclesiae
imago, 95-98.
(27) Vgl. Ioannes Paulus II, Adhort. Ap. postsynod. Christifideles
laici (30.XII.1988), 29: AAS 81 (1989) 443-445.
(28) Vgl. Ioannes Paulus II, Adhort. Ap. postsynod. Pastores dabo
vobis (25.III.1992), 7: AAS 84 (1992) 666-668.
(29) Paulus VI, Adhort. Ap. postsynod. Evangelii nuntiandi
(8.XII.1975), 80: AAS 68 (1976) 73.
(30) Conc. Oecum. Vat. II., Decret. de past. Episc. mun. in Ecclesia
Christus Dominus, 37.
(31) S. Irenaeus, Adv. Haer. IV, 20, 7: SCh 100/2, p.
648, lin. 180-181.
(32) Vgl. Synodi Episcoporum II Coetus Generalis Extraordinarius 1985,
Relat. finalis Ecclesia sub verbo Dei mysteria Christi celebrans pro
salute mundi (7.XII.1985), II, A. 1.
(33) Vgl. Sekretariat zur Förderung der Einheit der Christen -
Sekretariat für die Nichtchristen - Sekretariat für die
Nichtglaubenden - Päpstlicher Rat für die Kultur, Sekten und
neue religiöse Bewegungen - Eine Herausforderung für die
Seelsorge: L'Osservatore Romano, 13. Juni 1986.
(34) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Const. dogm. de Ecclesia Lumen
gentium, 9.
(35) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Const. past. de Ecclesia in mundo huius
temporis Gaudium et spes, 1.
(36) Vgl. Ioannes Paulus II, Litt. encycl. Centesimus annus
(1.V.1991), 38: AAS 83 (1991) 841.
(37) Vgl. Ioannes Paulus II, Ansprache an die UNO, N. 2-10: L'Osservatore
Romano 6.X.1995, S. 6.
(38) Ioannes Paulus II, Litt. encycl. Centesimus annus (1.V.1991),
57: AAS 83 (1991) 862 .
(39) Ioannes Paulus II, Epist. Apost. Tertio millennio adveniente
(10.XI.1994), 37 : AAS 87 (1995) 29.
(40) Vgl. Syn. Extr. Episc. 1985, Relat. finalis Ecclesia sub verbo
Dei mysteria Christi celebrans pro salute mundi, III.C.1.
(41) Vgl. S. Cyprianus, De orat. Dom. 23 : PL 4, 553 ; Const.
dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 4.
(42) Sacra Congregatio pro Episcopis, Directorium Ecclesiae imago,
1.
(43) Ioannes Paulus II, Ansprache an die Kolumbianische
Bischofskonferenz (2.VII.1986), N. 2 : Insegnamenti di Giovanni
Paolo II, IX/2, S. 58.
(44) Tertullianus, Praescr. Haeret. 32 :PL 2, 53; vgl.
Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 20.
(45) Ioannes Paulus II, Ansprache an die Bischöfe von
Nord-Brasilien: L'Osservatore Romano 29.X.1995, S. 7.
(46) Conc. Oecum. Vat. II., Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium,
27.
(47) Vgl. ibidem, 10.
(48) Sacra Congregatio pro Episcopis, Directorium Ecclesiae imago,14.
(49) Vgl. S. Augustinus, In Io. tr. 123, 5 : PL 35,
1967.
(50) Vgl. Sacra Congregatio pro Episcopis, Directorium Ecclesiae
imago n. 107-117.
(51) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia Lumen
gentium, 28; Decret. de presbyterorum ministerio et vita Presbyterorum
ordinis, 8 ; Ioannes Paulus II, Adhort. Ap. postsynod. Pastores
dabo vobis (25.III.1992) n. 17 : AAS 84 (1992) 683.
(52) Ioannes Paulus II, Adhort. Ap. postsynod. Pastores dabo vobis
(25.III.1992), 16 : AAS 84 (1992) 682.
(53) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Const. dogm. de Ecclesia Lumen
gentium, 28.
(54) Conc. Oecum. Vat. II., Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium,
28.
(55) Idem
(56) Vgl. ibidem, 29. 41.
(57) Vgl. Ioannes Paulus II, Adhort. Ap. postsynod. Pastores dabo
vobis (25.III.1992), 65 : AAS 84 (1992) 771.
(58) Ioannes Paulus II, Adhort. Ap. postynod. Vita consecrata (25.III.1996),
3: AAS 88 (1996) 379.
(59) Vgl. ibidem, 29: AAS 88 (1996) 402; Conc. Oecum. Vat. II, ,
Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 44.
(60) Sacra Congregatio pro religiosis et institutis Saecularibus et
sacra Congregatio pro Episcopis, Notae directivae Mutuae relationes
(14.V.1978), 9c : AAS 70 (1978) 479.
(61) Conc. Oecum. Vat. II., Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium,
23.
(62) Ioannes Paulus II, Adhort. Ap. postsynod. Vita consecrata (25.III.1996),
84.88: AAS 88 (1996) 461. 464.
(63) Vgl. ibidem, 48: AAS 88 (1996) 421-422; Sacra
Congregatio pro Episcopis, Directorium Ecclesiae imago, 207.
(64) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Const. dogm. de Ecclesia Lumen
gentium, cap. IV ; Decretum de apostol. laicor. Apostolicam
actuositatem ; Ioannes Paulus II, Adhort. Ap. postsynod. Christifideles
laici (30.XII.1988); Sacra Congregatio pro Episcopis, Directorium Ecclesiae
imago, 153-161.208.
(65) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Const. past. de Ecclesia in mundo huius
temporis Gaudium et spes, 39.
(66) Vgl. Ioannes Paulus II, Adhort. Ap. postsynod. Christifideles
laici (30.XII.1988), 30: AAS 81 (1989) 446-448.
(67) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Const. dogm. de Ecclesia Lumen
gentium, 23; CIC can. 381§1.
(68) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Const. dogm. de Ecclesia Lumen
gentium, 22; NEP 1-2 ; CIC can. 336.
(69) Vgl. S. Cyprianus, De cath. eccl. unit. 5: PL 4,
516; vgl. Conc. Oecum. Vat. I., Const. dogm. I Pastor aeternus de
Ecclesia Christi, Prologus: DS 3051; Conc. Oecum. Vat. II., Const. dogm.
de Ecclesia Lumen gentium, 18.
(70) Vgl. Paulus VI, Allocutio tertia Concilii periodo ineunte (14.IX.1964):
AAS 56 (1964), 813.
(71) Vgl. Congregatio pro Doctrina Fidei, Litterae Communionis notio
(28.V.1992), 9. 11-14.
(72) Conc. Oecum. Vat. II., Decret. de past. Episc. mun. in Ecclesia
Christus Dominus, 6; vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Const. dogm. de
Ecclesia Lumen gentium, 23; Decret. de past. Episc. mun. in
Ecclesia Christus Dominus, 3. 5.
(73) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Const. de sacra Liturgia Sacrosanctum
concilium, 26.
(74) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Decret. de past. Episc. mun. in
Ecclesia Christus Dominus, 6.
(75) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Decret. de past. Episc. mun. in
Ecclesia Christus Dominus, 36 ; CIC 439-446 ; Sacra
Congregatio pro Episcopis, Directorium Ecclesiae imago, 213.
(76) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Decret. de past. Episc. mun. in
Ecclesia Christus Dominus, 38 ; CIC can. 447 ; Sacra
Congregatio pro Episcopis, Directorium Ecclesiae imago, 210-212.
(77) Vgl. Sacra Congregatio pro Episcopis, Directorium Ecclesiae
imago, 53.
(78) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Decret. de past. Episc. mun. in
Ecclesia Christus Dominus, 5 ; CIC can. 403-411.
(79) Conc. Oecum. Vat. II., Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium,
19.
(80) Vgl. ibidem, 23.
(81) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Const. dogm. de Ecclesia Lumen
gentium, 21.
(82) Sacra Congregatio pro Episcopis, Directorium Ecclesiae imago,
concl.
(83) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Const. dogm. de Ecclesia Lumen
gentium, 27.
(84) Vgl. ibidem, 25. Vgl. Decret. de past. Episc. mun. in
Ecclesia Christus Dominus, 12-14; Sacra Congregatio pro Episcopis,
Directorium Ecclesiae imago, 55-65.
(85) Vgl. CIC can. 386.
(86) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Const. past. de Ecclesia in mundo huius
temporis Gaudium et spes, 22.
(87) Vgl. CIC can. 386 §2.
(88) Vgl. Ioannes Paulus II, Ansprache an die Bischöfe der
Vereinigten Staaten von Amerika beim "ad Limina" Besuch (22.X.1983),
4.-5 : AAS 76 (1984) 380.
(89) Sacra Congregatio pro Episcopis, Directorium Ecclesiae imago,59-60.
(90) Vgl. Congregatio de Doctrina Fidei, Instructio Donum veritatis
de ecclesiali theologi vocatione (24.V.1990), 21 : AAS 82
(1990) 1559.
(91) Vgl. Ioannes Paulus II, Const. apost. Fidei depositum
(11.X.1992), 4 : AAS 86 (1994) 113-118.
(92) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Const. past. de Ecclesia in mundo huius
temporis Gaudium et spes, 33.
(93) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Decret. de presbyterorum ministerio et
vita Presbyterorum ordinis, 5.
(94) Conc. Oecum. Vat. II., Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium,
26.
(95) Ioannes Paulus II, Ansprache bei der Generalaudienz am Mittwoch,
11.November 1992, 1: L'Osservatore Romano 12.XI.1992, S. 4.
(96) Vgl. S.Th. III, q. 65, a. 2 ; II-II, q. 185, a. 1.
(97) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Const. dogm. de Ecclesia Lumen
gentium, 26.
(98) Conc. Oecum. Vat. II., Decret. de past. Episc. mun. in Ecclesia
Christus Dominus, 15; vgl. CIC can. 387.
(99) Vgl. S. Ignatius Antioch. Ad Magn. 7 : Funk F., Opera
Patrum apostolicorum, vol. I, Tubingae 1897, p. 194-196; Conc. Oecum.
Vat. II, Const. de sacra Liturgia Sacrosanctum concilium, 41 ;
Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 26 ; Decretum de
oecumenismo Unitatis redintegratio, 15.
(100) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Const. de sacra Liturgia Sacrosanctum
concilium, 106.
(101) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Const. dogm. de Ecclesia Lumen
gentium, 11.
(102) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Const. de sacra Liturgica Sacrosanctum
concilium, 21.
(103) Vgl. Paulus VI, Adhort. Ap. postynod. Evangelii nuntiandi (8.XII.1975),
48 : AAS 58 (1976) 37-38.
(104) Vgl. Ioannes Paulus II, Ansprache an die Bischofskonferenz der
Region "Abruzzen-Molise" beim "ad limina" Besuch,
(24.IV.1986), 3 - 7: Insegnamenti di Giovanni Paolo II, IX / 1
(1986), S. 1123 ff.
(105) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Const. dogm. de Ecclesia Lumen
gentium, 4.
(106) Ioannes Paulus II, Litt. encycl. Dominum et vivificantem
(18.V.1986), 66 : AAS 78 (1986) 897.
(107) Conc. Oecum. Vat. II., Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium,27
; vgl. Decret. de past. Episc. mun. in Ecclesia Christus Dominus,
16.
(108) Ioannes Paulus II, Ansprache bei der Generalaudienz am
Mittwoch, 18 November 1992, 2.4: L'Osservatore Romano
19.XI.1992, S. 4.
(109) Vgl. CIC can. 383 §1 ; 384.
(110) Vgl. Ioannes Paulus II, Ansprache an die Bischöfe
von Nord-Brasilien beim "ad limina" Besuch (28.X.1995), 5: "L'Osservatore
Romano (4.XI.1995), S. 4.
(111) Vgl. Sacra Congregatio pro Episcopis, Directorium Ecclesiae
imago, 93-98.
(112) Vgl. Ioannes Paulus II, Adhort. Ap. postsynod. Pastores dabo
vobis (25.III.1992), 23 : AAS 84 (1992) 694.
(113) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Decret. de presbyterorum ministerio et
vita Presbyterorum ordinis, 17.
(114) Vgl. CIC can. 396 §1 ; vgl. can. 398.
(115) Sacra Congregatio pro Episcopis, Directorium Ecclesiae imago,
166 ; vgl. ibidem 166-170.
(116) Vgl. CIC can. 460-468. Vgl. Sacra Congregatio pro
Episcopis, Directorium Ecclesiae imago, 163-165.
(117) Vgl. CIC can 212 §2 e 3.
(118) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Const. past. de Ecclesia in mundo
huius temporis Gaudium et spes, 1.
(119) Ioannes Paulus II, Litt. Encycl. Redemptoris missio (7.XII.1990),
31 : AAS 83 (1991) 276.
(120) Ibidem, 20 : AAS 83 (1991) 267.
(121) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Decretum de activ. mission. Ecclesiae
Ad gentes, 38.
(122) Conc. Oecum. Vat. II., Decretum de activ. mission. Ecclesiae Ad
gentes, 38; vgl. Ioannes Paulus II, Litt. Encycl. Redemptoris
missio, 63 (7.XII.1990): AAS 83 (1991), 311.
(123) Ioannes Paulus II, Litt. Encycl. Redemptoris missio, 11 :
AAS 83 (1991) 259.
(124) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Decretum de activ. mission. Ecclesiae
Ad gentes, 9.
(125) Ioannes Paulus II, Litt. Encycl. Redemptoris missio, 55 :
AAS 83 (1991) 302; vgl. Epist. Apost. Tertio millennio
adveniente (10.XI.1994), 53 : AAS 87 (1995) 37.
(126) S. Iustinus, Dialogus cum Tryphone 11: PG 6, 499.
(127) Conc. Oecum. Vat. II., Declar. de libert. religiosa Dignitatis
humanae, 1.
(128) Vgl. Ioannes Paulus II, Litt. Encycl. Redemptoris missio,
5 : AAS 83 (1991) 254.
(129) Conc. Oecum. Vat. II., Const. past. de Ecclesia in mundo huius
temporis Gaudium et spes, 40.
(130) Conc. Oecum. Vat. II., Const. past. de Ecclesia in mundo huius
temporis Gaudium et spes, 76.
(131) Vgl. ibidem, 72. 76.
(132) Ioannes Paulus II, Litt. Encycl. Centesimus annus
(1.V.1991), 47: AAS 83 (1991) 852.
(133) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Const. past. de Ecclesia in mundo
huius temporis Gaudium et spes, 63.
(134) Catechismus Catholicae Ecclesiae, 1818.
(135) Vgl. Congregatio pro Doctrina Fidei, Instructio de libertate
christiana et liberatione, (22.III.1986) 62 : AAS 79 (1987)
580-581.
(136) Vgl. ibidem, 60 : AAS 79 (1987) 579.
(137) Vgl. Ioannes Paulus II, Ansprache beim Weltgebetstag für
den Frieden in Assisi (27.X.1986), 7: Insegnamenti di Giovanni
Paolo II, IX / 2, S. 1263.
(138) Vgl. Sacra Congregatio pro Episcopis, Directorium Ecclesiae
imago (22.II.1973), 21.
(139) Syn. Extr. Episc. 1985, Relat. finalis Ecclesia sub verbo Dei
mysteria Christi celebrans pro salute mundi, II, A, 4.
(140) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Presbyterorum ordinis, cap.
III ; Ioannes Paulus II, Adhort. Ap. postsynod. Pastores dabo vobis
(25.III.1992)cap. III.
(141) S. Petrus Damianus, Opusc. XI (Liber qui appellatur Dominus
vobiscum) 5 : PL 145, 235 ; vgl. S. Augustinus, In Jo. tr. 32,
8 : 35, 1645
(142) Vgl. Sacra Congregatio pro Episcopis, Directorium Ecclesiae
imago, pars I, cap.IV (n. 21-31).
(143) Vgl. ibidem, 25.
(144) Ioannes Paulus II, Ansprache an die österreichischen
Bischöfe beim "ad limina" Besuch (6.VII.1982), 2: AAS
74 (1982) 1123.
(145) Vgl. S. Augustinus, Serm. 179, 1 : PL 38, 966.
(146) Vgl. S. Thoma Aq., S. Th. II-II, q. 17, a. 2.
(147) Conc. Oecum. Vat. II., Decret. de past. Episc. mun. in Ecclesia
Christus Dominus, 15.
(148) Vgl. Conc. Oecum. Vat. II., Const. de sacra Liturgica Sacrosanctum
concilium, 8.
(149) Vgl. S. Thoma Aq., S. Th. III, q. 60, a. 3.
(150) Catechismus Catholicae Ecclesiae, 1313.
(151) Vgl. S. Augustinus, En. In Ps. 50, 5 : PL 36, 588.
(152) Vgl. Sacra Congregatio pro Episcopis, Directorium Ecclesiae
imago, 89.
(153) Vgl. S. Basilius, Homilia de gratiarum actione, 7: PG
31, 236.
(154) Paulus VI, Adhort. Ap. Gaudete in Domino (9.V.1975), p. I:
AAS 67 (1975) 293.
(155) Conc. Oecum. Vat. II., Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium,
68.
(156) Vgl. Ioannes Paulus II, Litt. Encycl. Redemptoris Mater
(25.III.1987), 45 : AAS 79 (1987) 423.
(157) Ioannes Paulus II, Angelus von 19. November 1995, 3: L'Osservatore
Romano 20-21.XI.1995, S. 1 und 5.