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 X .   O R D E N T L I C H E   V O L L V E R S A M M L U N G

  

Der Bischof als Diener
des Evangeliums Jesu Christi
fr die Hoffnung der Welt
 

 

I N S T R U M E N T U M   L A B O R I S 

 

Vatikanstadt  2001
Copyright 2001 - Generalsekretariat der Bischofssynode und vatikanische Verlagsanstalt.

Dieser Text darf nur den Bischofskonferenzen oder mit ihrer Genehmigung gedrckt oder verbeitet werden und unter der Bedinung, da゚ der Inhalt in keinster Weise ver舅dert wird und da゚ zwei Kopien dem Generalsekretariat der Bischofssynode zugestellt werden, 00120 Vatikanstadt.

einleitung

 

Beim Anbrechen des neuen Jahrtausends

1.         Jesus Christus, unsere Hoffnung (1 Tim 1,1), derselbe gestern, heute und in Ewigkeit (Hebr 13,8), der oberste Hirt (1 Petr 5,4), fhrt seine Kirche zur Flle der Wahrheit und des Lebens bis zum Tag seiner Wiederkunft in Herrlichkeit, an dem alle Verhei゚ungen und die Hoffnungen der Menschheit erfllt sein werden.

            Die Menschheit und die Kirche gehen im beginnenden dritten christlichen Jahrtausend einer Zukunft entgegen, die mit dem Erbe eines Jahrhunderts mit Licht- und Schattenseiten belastet ist.

            Wir stehen an einem Wendepunkt der menschlichen Geschichte. Viele Menschen machen sich Gedanken darber, welche Ziele die Menschheit anstreben soll und welche Zukunft die Welt hat. Denn diese scheint einerseits vom Fortschrittstaumel der wachsenden Globalisierung der Wirtschaft, Kultur und Kommunikation ergriffen; anderseits gibt es vielerorts Konflikte und weite Gebiete, in denen Hunger, Krankheit und Armut zunehmen.

            Dem Weltgewissen ist zu Beginn eines neuen Jahrtausends die Aufgabe gestellt, eine Zukunft zu bauen und sie mit Hoffnung zu fllen, denn sie ist fr den homo viator und den Christen, der die Verwirklichung der gttlichen Verhei゚ungen erwartet, lebensnotwendig. Es ist eine Hoffnung, die auch als Fackel des Glaubens und als Ansporn zur N臘hstenliebe im Hinblick auf eine Zukunft mit unvorhersehbarem Ausgang zu verstehen ist.

2.         Zum Zeitpunkt dieses neuen Aufbruchs findet die Feier der 10. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode statt, die ursprnglich im Jubil舫msjahr 2000 vorgesehen war, aber jetzt fr den Monat Oktober des Jahres 2001 geplant ist.

            Johannes Paul II. hat dieser Versammlung in prophetischer Weitsicht ein bedeutsames Thema gestellt: Episcopus minister Evangelii Iesu Christi propter spem mundi.

            Fr das Leben der Kirche und der Menschheit von heute ist dieses Thema aus verschiedenen und wichtigen Grnden besonders aktuell, die vor allem theologischer und ekklesiologischer Natur, aber auch anthropologischer und sozialer Ordnung sind.

In den Fu゚stapfen der vorhergehenden Synodenversammlungen

3.         Es gibt vor allem theologische Grnde. Die ganze Kirche hat voll Freude das Gro゚e Jubil舫m des Jahres 2000 gefeiert, um der Geburt unseres Herrn Jesus Christus vor zweitausend Jahren zu gedenken. Sie wollte nicht nur dankbar sein Kommen zu uns, sondern auch seine lebendige Gegenwart in der Kirche w臧rend ihrer zweitausendj臧rigen Geschichte und sein Werk als einziger Erlser der Welt, der die Mitte des Kosmos und der Geschichte ist, in Erinnerung rufen.

            In der unauflslichen Einheit Christi mit seinem Evangelium will das Thema der Synode unterstreichen, da゚ er, Jesus Christus, der Sohn Gottes, der vom Vater Gesandte und vom Heiligem Geist Gesalbte (vgl. Joh 10,36), die Hoffnung der Welt und des Menschen, jedes Menschen und des ganzen Menschen, ist.[1]

            Christus ist das endgltige Wort und totale Geschenk des Vaters, das wahre Evangelium Gottes, in dem sich alle Verhei゚ungen erfllen und in dem auch das Amen Gottes (vgl. 2 Kor 1,20) ist, die Vollendung der Hoffnung der Welt. Sein Evangelium ist die immer neue und gute Nachricht, die st舅dige Lebenskraft, die der Welt den Weg in die Zukunft weist, wie sie es zweitausend Jahre lang getan hat. Seine Lehre und seine Person, sein Werk und seine Weisung, seine Botschaft und seine Kirche, in der er weiter gegenw舐tig ist, sind nicht voneinander zu trennen. Die Kirche verkndet der ganzen Menschheit zu Beginn des dritten Jahrtausend voll Freude seine Botschaft des Lebens und der Hoffnung.[2]

4.         Au゚erdem gibt es ekklesiologische Grnde: festehende und zeitbedingte. Jesus, der Herr, hat am Ende seines Verweilens unter uns die Apostel als seine Zeugen und Boten bis an die Grenzen der Erde und bis zum Ende der Zeiten ausgesandt. Auch auf dieser Weisung beruht die anspruchsvolle Aufgabe, der Welt seine Person und seine Lehre als hchste Hoffnung anzubieten: "Darum geht zu allen Vlkern, und macht alle Menschen zu meinen Jnger; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewi゚: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt" (Mt 28,20). Den Bischfen zusammen mit dem Papst und allen Gliedern der Kirche ist die Aufgabe gestellt, Zeugen des Evangeliums Christi in der Welt zu sein. Als Nachfolger der Apostel sind sie "als erste beauftragt, 'jedem Rede und Antwort zu stehen, der nach der Hoffnung fragt' (1 Petr 3,15): der Hoffnung, die in den Verhei゚ungen Gottes verankert ist und auf seiner Treue zu seinem Wort grndet, das als unmi゚verst舅dliche Gewi゚heit die Auferstehung Christi, seinen endgltigen Sieg ber das Bse und die Snde hat".[3]

            Die gro゚e Bedeutung der 10. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode, die den Bischof und sein Amt als Diener des Evangeliums fr die Hoffnung der Welt zum Thema hat, wird offenbar, wenn man sich vor Augen h舁t, da゚ die vorhergegangenen ordentlichen Versammlungen die Berufung und Sendung der Laien in der Kirche und Welt (1978), die Priesterausbildung heute (1990) und das geweihte Leben und seine Sendung in Kirche und Welt (1994) behandelt haben. Frucht der Synodenversammlungen waren die nachsynodalen Apostolischen Schreiben Johannes Pauls II., Christifideles laici, Pastores dabo vobis und Vita consecrata.

            Deshalb schien es angebracht, als zusammenfassenden thematischen Hhepunkt den Dienst des Bischofs unter dem Aspekt der Verkndigung des Evangeliums und der Hoffnung anzugehen. In der Tat haben die Ordentlichen Synodenversammlungen im einzelnen neue Impulse zur Erneuerung der verschiedenen Berufungen im Volk Gottes gegeben; das hat den Austausch untereinander und die gegenseitige Vervollkommnung im Rahmen einer Ekklesiologie von Communio und Missio verst舐kt, die auf die hierarchische und charismatische Natur der Kirche geachtet hat. Nun zeigt die spezifische Behandlung des Themas dieser Versammlung, da゚ es notwendig ist, die Sendung des ganzen Volkes Gottes in Gemeinschaft mit seinen Hirten auf die Zukunft hin zu orientieren.

5.         Hinzuzufgen ist auch, da゚ im letzten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts, am Ende des zweiten Jahrtausends christlicher Zeitrechnung, die Bischfe der einzelnen Kontinente vom Papst zu mehreren synodalen Sonderversammlungen zusammengerufen wurden, um ber die Kirche in Europa (1991 und 1999), in Afrika (1994), in Amerika (1997), in Asien (1998) und in Ozeanien (1998) zu beraten. Frucht dieser Begegnungen sind die jeweiligen nachsynodalen Dokumente, die verffentlicht wurden oder in Vorbereitung sind.

            Die kommende ordentliche Versammlung wird in ihrer besonderen Thematik auf das Ergebnis einer Erfahrung zurckgreifen knnen, die wie nie zuvor von der synodalen Communio gepr臠t war.

            Alle Synoden in den vergangenen Jahrzehnten waren fr den Dienst des Bischofs von Bedeutung. Nicht nur weil es Bischofssynoden waren, sondern weil sie alle in gewisser Weise dazu beigetragen haben, das bischfliche Leitungsamt in den letzten Jahrzehnten herauszusch舁en im Hinblick auf die Evangelisierung (1974), die Katechese (1977), die Familie (1981), die Vershnung und Bu゚e (1983), die Laien (1987), die Priester (1990), das gottgeweihte Leben (1994) und die Umsetzung des II. Vatikanischen Konzils (au゚erordentliche Synode 1985).

6.         Der besondere lehramtliche und pastorale Aspekt des Synodenthemas konzentriert sich auf die Verkndigung des Evangeliums Christi fr die Hoffnung der Welt. In dieser Perspektive ist die Thematik der n臘hsten ordentlichen Versammlung auch in anthropologischer und gesellschaftspolitischer Hinsicht au゚erordentlich bedeutsam. Die Kirche, die "die Freude und Hoffnung, Trauer und Angst der Menschen von heute"[4] teilen will, wird sich die Frage stellen, auf welchem Weg die heutige Menschheit vorangeht, in die sie selbst als Salz der Erde und Licht der Welt eingetaucht ist (vgl. Mt 5,13-14). Und sie wird sich fragen mssen, wie sie heute die wahre Hoffnung fr die Welt, die Christus und sein Evangelium ist, verknden soll.

            Wir stehen am Anfang eines neuen Jahrtausends christlicher Zeitrechnung, das besondere soziale und kulturelle Situationen aufweisen kann, sozusagen vor einer "誥as nova", einer neuen Epoche, die manchmal als Postmoderne bezeichnet wird. Es ist notwendig, da゚ die Heilsbotschaft in der Welt erneut ein starkes Echo auslst, so da゚ sie die dem Evangelium innewohnende gttliche Dynamik in Schwung bringt, damit die ganze Menschheit "im Hren auf die Botschaft des Heiles glaubt, im Glauben hofft und in der Hoffnung liebt".[5]

            Die christliche Hoffnung ist eng mit der mutigen und unverkrzten Verkndigung des Evangeliums verbunden, die unter den Hauptaufgaben der Bischfe herausragt. Deshalb mu゚ ber ihren vielf舁tigen Pflichten und Aufgaben, "ber allen Sorgen und Schwierigkeiten, die mit der t臠lichen treuen Arbeit im Weinberg des Herrn unvermeidlich verbunden sind, vor allem die Hoffnung stehen".[6]

 

Kontinuit舩 und Neuheit

7.         In diesen Gnadenstrom ist die Vorbereitung und kommende Feier der 10. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode hineingestellt.

            Der 1998 verffentlichte Text der Lineamenta hat Interesse und Beifall gefunden. Er gab auch den Ansto゚, die mit dem bischflichen Dienst verbundene Thematik zu vertiefen. Aus den Antworten der Bischofskonferenzen und brigen Organismen sowie vieler Bischfe und anderer Glieder des Volkes Gottes ist das vorliegende Instrumentum laboris entstanden. Es will das vom Papst gew臧lte Thema vorstellen und ausfalten, wobei den Lineamenta kontinuierlich entsprechende Fragen und Vorschl臠e eingearbeitet wurden, um den Weg fr einen geordneten und transparenten Verlauf der Synodendebatte zu bereiten.

            Die reiche Erfahrung, die die Bischfe aus aller Welt bei den vergangenen ordentlichen und au゚erordentlichen Synodenversammlungen machen konnten, und das wertvolle Lehrgut, das daraus entstanden ist, bilden deshalb die Grundlage fr eine eingehende Vorbereitung der kommenden Versammlung. Das Instrumentum laboris will deshalb keine weitschweifige Beschreibung der Weltlage anstellen; noch will es die Aufmerksamkeit auf spezifische oder rtlich begrenzte Fragen lenken, die bereits in den vorhergehenden kontinentalen Versammlungen behandelt wurden.

8.         Die gesonderte Behandlung des Amtes des Bischofs als Diener des Evangeliums Jesu Christi fr die Hoffnung der Welt steht in lehramtlicher Kontinuit舩, die auf die Dokumente des II. Vatikanischen Konzils zurckgeht, ganz besonders hinsichtlich der Lehre der Dogmatischen Konstitution Lumen gentium und des Konzilsdekrets Christus Dominus.

            Das Pastorale Direktorium der Kongregation fr die Bischfe, Ecclesi imago vom 22. Februar 1973, bewahrt wegen seiner vollst舅digen und konkreten Beschreibung der Rolle und des Dienstes des Bischofs in seiner Teilkirche auch heute seine volle Gltigkeit.[7] In kanonisch-theologischer Hinsicht mu゚ man sich auf den Codex iuris canonici (CIC) von 1983 und auf den Codex canonum Ecclesiarum Orientalium (CCEO) von 1990 wegen der entsprechenden Neuerungen beziehen.

            Au゚erdem gibt es zahlreiche dokumentierte Aussagen des nachkonziliaren Lehramtes, die insbesondere den Hirtendienst der Bischfe betreffen; unter ihnen vor allem die Ansprachen der P舊ste an die einzelnen Bischofskonferenzen anl葹lich der "ad limina"-Besuche oder der apostolischen Pastoralreisen in den vergangenen Jahrzehnten.

            Unter den jngeren Dokumenten, die spezifische Fragen des Hirtendienstes der Bischfe in der universalen Kirche und in den Teilkirchen betreffen, ist in ekklesiologischer Hinsicht auf den Brief der Kongregation fr die Glaubenslehre, Communionis notio vom 28. Mai 1992 ber einige Aspekte der Kirche als Communio,[8] hinzuweisen; zuletzt ist noch das Apostolische Schreiben in Form von Motu proprio von Johannes Paul II., Apostolos suos vom 21. Mai 1998, ber die theologische und juristische Natur der Bischofskonferenzen[9] zu nennen.

9.         Das von Papst Johannes Paul II. fr die n臘hste Synodenversammlung bestimmte Thema bezieht sich auf den Bischof und soll hier n臧er erkl舐t werden. Es handelt sich um das Bischofsamt, wie es in der dogmatischen Konstitutuion Lumen gentium und vom Konzilsdekret Christus Dominus in seinem ganzen Umfang von Subjekten und Pastoralaufgaben dargestellt wird. In der Tat haben alle Bischfe die Gnade der Bischofsweihe gemeinsam; sie sind Nachfolger der Apostel, und in Gemeinschaft mit dem Papst bilden sie das Bischofskollegium.

            Das II. Vatikanische Konzil hat die Wirklichkeit des Bischofskollegiums neu herausgestellt, das dem Apostelkollegium nachfolgt und bevorzugte Ausdrucksform des Hirtendienstes ist, der von den Bischfen in Gemeinschaft untereinander und mit dem Nachfolger Petri geleistet wird. Als Glieder dieses Kollegiums haben alle Bischfe "nicht nur fr eine bestimmte Dizese, sondern fr das Heil der ganzen Welt die Weihe empfangen".[10] Sie sind "aufgrund von Christi Stiftung und Vorschrift zur Sorge fr die Gesamtkirche gehalten. Diese wird zwar nicht durch einen hoheitlichen Akt wahrgenommen, tr臠t aber doch im hchsten Ma゚e zum Wohl der Gesamtkirche bei".[11]

            Jeder in der katholischen Kirche rechtm葹ig geweihte Bischof hat an der Flle des Weihesakraments teil. Als Diener des Herrn und Nachfolger der Apostel mu゚ er durch die Gnade des Beistands in dem dreifachen Amt, zu lehren, zu heiligen und zu leiten, mit dem er beauftragt ist, dahin wirken, da゚ die ganze Kirche als Familie des Vaters, als Leib Christi und Tempel des Heiligen Geistes w臘hst.

            Aber die Synode nimmt noch konkreter Bezug auf den Dizesanbischof in der Flle seines Dienstes in der Teilkirche. Er ist lebendige und zeitgem葹e Gegenwart Christi, des "Hirten und Bischofs" unserer Seelen (1 Petr 2,25); er ist in der ihm anvertrauten Teilkirche sein Stellvertreter, nicht nur in seinem Wort, sondern sogar in seiner Person.[12]

            Andererseits wird klar, wie wichtig das Synodenthema ist, wenn man bedenkt, da゚ sich das Bild des Bischofs in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt hat. Er ist in den Augen der Gl舫bigen erfahrungsgem葹 volksn臧er und erscheint mehr in der Rolle des Vaters, Bruders und Freunds, er ist einfacher und zug舅glicher. Und dennoch sind seine pastoralen Verantwortlichkeiten gewachsen, und die Amtsaufgaben haben sich ausgeweitet, denn die Kirche wird immer aufmerksamer fr die Bedrfnisse der Welt. Das geht so weit, da゚ der Bischof heute mit vielen Aufgaben belastet wird und um der Wahrheit willen oft ein Zeichen des Widerspruchs wird. Er ist deshalb immer offen fr ein Aggiornamento seines Hirtendienstes, wobei die Gemeinschaft und die Zusammenarbeit mit den Priestern, den gottgeweihten Personen und den Laien vertieft und verst舐kt werden .

            Die 10. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode wird zweifellos ein Anla゚ zur Festellung sein, da゚ sich die Einheit der Bischfe mit dem Papst, untereinander und mit dem Volk Gottes um so mehr festigt, je mehr die Communio und Missio der Kirche dadurch bereichert werden und je mehr ihr Dienstamt dadurch gesttzt und gesichert wird.

 

 

 

Neue Verkndigung des Evangeliums der Hoffnung

10.       Fr die Kirche gibt es viele Grnde zur Hoffnung im Hinblick auf die Feier der n臘hsten Synode. Nach einer drei-j臧rigen Vorbereitungszeit unter dem Leitbild der Dreifaltigkeit wurde das Gro゚e Jubil舫m des Jahres 2000 fr das ganze Volk Gottes eine Zeit der Gnade, ein Heiliges Jahr der Umkehr, Vershnung und geistlichen Erneuerung.

            Die Gl舫bigen konnten in Rom und im Heiligen Land, an der Seite des Nachfolgers Petri und in den Teilkirchen mit ihren Hirten die Freude eines Jahres der Barmherzigkeit und Heiligkeit erfahren. Jetzt stellen sich viele die Frage, wie die gnadenreichen positiven Erfahrungen des Gro゚en Jubil舫ms fortgesetzt werden knnten.

            Die Kirche hat sich der Welt erneut als Zeichen der Hoffnung vorgestellt, besonders durch das Zeugnis der vielf舁tigen Gruppen des Volkes Gottes wie die Jugend und die Familien, aber auch durch die kumenischen Gesten, die Reinigung des Ged臘htnisses, die Vergebungsbitte und das Ged臘htnis der Glaubenszeugen des 20. Jahrhunderts.

            Stark und bedeutsam waren die Anst゚e, gegenber den Gefangenen Gnade walten zu lassen und den internationalen Schuldenberg, der auf vielen Nationen lastet, zu reduzieren oder vllig aufzuheben.

            Auch die Bischfe hatten Gelegenheit, w臧rend ihrer Heilig-Jahr-Feier mit dem Papst und vereint mit der Jungfrau Maria so wie die Jnger im Abendmahlssaal am Pfingsttag Momente intensiver Gemeinschaft und geistlicher Erneuerung zu erleben.

            Das Evangelium Christi erweist sich heute noch als Lebenskraft und als das Wort, das die Vlker humanisiert und zu einer Familie werden l葹t; es frdert ber sprachliche, rassische oder religise Unterschiede hinaus das Wohl aller.

11.       Auf dem Fundament der christlichen Hoffnung, "die nicht zugrunde gehen l葹t" (Rm 5,5), will die Kirche auf ihrem Weg in die Zukunft mit neuem Schwung ihren Evangelisierungsauftrag durchfhren.

            Die Welt hat die neue Jahrtausendschwelle berschritten und wartet auf ein Wort der Hoffnung, auf ein Licht, das sie in die Zukunft fhrt. Das Evangelium war, ist und wird in der zeitlichen Geschichte der Menschen ein Ferment der Freiheit und des Fortschritts, der Brderlichkeit, der Einheit und des Friedens sein.[13]

            Die n臘hste Bischofssynode will der Kirche und der Welt die mutige und zuversichtliche Verkndigung des Evangeliums Christi anbieten, das die Herzen fr die Hoffnung in dieser Zeit und fr die Ewigkeit ffnet. Zur Bekr臟tigung mchte die Bischofssynode mit den Nachfolgern der Apostel in Gemeinschaft mit dem Papst, denen der Herr selbst seinen Beistand bis an das Ende der Zeiten verhei゚en hat (vgl. Mt 28,20), ein Zeichen der Einheit, der Freude und Sorge fr die heutige Menschheit setzen.



1. Kapitel

Dienst der Hoffnung

Mit dem Herzen des guten Hirten die Welt sehen

 

 

12.       Wie disponiert sich der Bischof heute, um Diener des Evangeliums Jesu Christi fr die Hoffnung der Welt zu sein?

            Er bedarf vor allem einer kontemplativen Weltsicht gegenber der Wirklichkeit, aber in der Konkretheit seines Dienstamtes und in Gemeinschaft mit der universalen Kirche und der Teilkirche, die seiner Hirtensorge anvertraut ist. Dann braucht er ein mitleidvolles Herz, das Gemeinschaft bilden kann mit den M舅nern und Frauen von heute, fr die er Zeuge und Diener der Hoffnung sein soll.

            Ein Gleichnis aus dem Evangelium macht die fr den Bischof erforderliche Haltung deutlich. Zu Beginn seines Wirkens stellt sich Jesus als der Bote der guten Nachricht des Vaters vor und bekr臟tigt es, indem er den Nten der Menschen abhilft: "Als er die vielen Menschen sah, hatte er Mitleid mit ihnen; denn sie waren mde und erschpft wie Schafe, die keinen Hirten haben" (Mt 9,36).

            Durch die Gnade des Heiligen Geistes, die die Augen seines Glaubens sch舐ft, fhlt der Bischof wie Christus, der gute Hirt, die トngste und Fragen der Welt von heute. Er verkndet das Wort der Wahrheit und des Lebens und frdert eine Wirksamkeit, die das Herz der Menschheit erreicht. Nur auf diese Weise, vereint mit Christus, treu gegenber seinem Evangelium, mit realistischer Weltoffenheit und von Gott geliebt, wird er Prophet der Hoffnung.

            Der Bischof wird es fr die M舅ner und Frauen von heute, die nach dem Zusammenbruch der Ideologien und Utopien oft die Vergangenheit au゚er Acht lassen und nur in der Gegenwart leben wollen. Sie planen meist nur oberfl臘hlich und begrenzt und werden oft von wirtschaftlichen und politischen M臘hten manipuliert. Deshalb ist es notwendig, da゚ sie wieder die Tugend der Hoffnung erlangen; da゚ sie einen wahren Zugang zum Glauben und zur Hoffnung finden und dann auch ber das allt臠liche Mittelma゚ hinaus lieben; da゚ sie handeln und dabei gelassen auf die Vergangenheit schauen und zuversichtlich in die Zukunft blicken.

            Die Kirche und in ihr der Bischof als Hirt der Herde kontinuierlich mit Jesu Verhaltensweise stellen sich als Zeuge der Hoffnung vor, die nicht zugrunde gehen l葹t (vgl. Rm 5,5); eingedenk der Antriebskraft, die auf die Erfllung der gttlichen Verhei゚ungen ausgerichtet ist: "denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist" (ebd.).

            Der Kirche und ihren Hirten ist das Evangelium der Hoffnung anvertraut. Sie sttzt sich auf die Gewi゚heit der gttlichen Verhei゚ungen, die die lebendige Hoffnung, zu der der Vater uns durch die Auferstehung Christi neu geboren hat (vgl. 1 Petr 1,3), und der Sieg ber Tod und Snde ist. Und als logische Folge sttzt sie sich auf die Gewi゚heit der immerw臧renden Gegenwart Christi, des Herrn der Geschichte, des Vaters des kommenden Jahrhunderts (vgl . Jes 9,6).

            Deshalb ist es notwendig, das dritte Jahrtausend des Christentums mit der Verkndigung des Evangeliums der Verhei゚ungen Gottes im Zeichen der gttlichen Zuversicht zu beginnen und zu leben.

            In der Heiligen Schrift und in der Tradition der Kirche finden wir das verborgene Samenkorn des gttlichen Plans, das keimen und Frucht bringen mu゚ in der Zukunft der Menschen und Vlker, weil es dem Wirken des Heiligen Geistes anvertraut ist, der mit unserer Mitarbeit das Netz der Geschichte weise webt.

 

Im Zeichen der gttlichen Hoffnung

13.       Die gttliche Hoffnung, die ganz auf die Verhei゚ungen Gottes ausgerichtet ist, spielt auch heute, am Anfang eines neuen Jahrhunderts und Jahrtausends, eine wichtige Rolle. Die Erwartung und Vorbereitung der letzten Jahrzehnte auf einen so wichtigen Zeitpunkt der menschlichen Geschichte, wie es das Jahr 2000 mit dem Ged臘htnis der Geburt Jesu vor 2000 Jahren war, sind jetzt auf die Zukunft gerichtet. Nicht mehr auf ein bestimmtes Ziel, sondern auf einen weiten Horizont mit der Aufgabe, geduldig die Zukunft zu bauen.

            Die Hoffnung ist die Antriebskraft des Neuen, die F臧igkeit, Zukunftspl舅e zu entwerfen und feste Spuren in der Zeit zu hinterlassen durch neuartige Werke; die Geschichte mit der Kraft des Evangeliums zu steuern, oder zumindest der Geschichte Sinn zu geben, bevor die M臘hte der Welt eine Sinngebung fr die Zukunft festlegen oder ihre Abl舫fe programmieren.

            Das soll in Treue zur unverkennbaren Aufgabe der Christen geschehen, die darin besteht, der Welt eine Seele zu geben: "Was die Seele im Leibe ist, das sollen in der Welt die Christen sein", hei゚t es im Brief an Diognet.[14] Die Kirche Jesu Christi ist berufen, die Geschichte zu inspirieren und voranzutreiben; dabei achtet sie auf die tiefsten Erwartungen und deutlichsten Hoffnungen der Menschen von heute.

            Die Hoffnung, die der Bischof bezeugen mu゚, um Diener des Evangeliums Christi zu sein, ist die gttliche Tugend der Hoffnung, verbunden mit dem lebendigen Glauben und der t舩igen Liebe.

            Das Pastorale Direktorium Ecclesi imago hatte die besonderen Merkmale des bischflichen Dienstes in einer Zusammenfassung dargestellt. Es lohnt sich, an diese zu erinnern, weil dort von der Hoffnung auf Gott, der seinen Verhei゚ungen treu bleibt, die Rede ist: "Das Evangelium, aus dem der Bischof durch den Glauben lebt und das er den Menschen auf das Wort Christi hin verkndet, ist 'Feststehen in dem, was man erhofft, ワberzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht' (Hebr 11,1). Indem er sich auf diese Hoffnung sttzt, erwartet der Bischof mit fester Gewi゚heit nur von Gott das Gute und setzt sein ganzes Vertrauen auf die gttliche Vorsehung. Er spricht mit Paulus: 'Alles vermag ich durch ihn, der mir Kraft gibt' (Phil 4,13), eingedenk der heiligen Apostel und auch der frhen Bischfe, die trotz Schwierigkeiten und Hindernissen aller Art, die sie zu berwinden hatten, das Evangelium Gottes 'mit allem Freimut' predigten (vgl. Apg 4,29.31; 19,8; 28,31). Die Hoffnung, die 'nicht zugrunde gehen l葹t' (Rm 5,5), weckt im Bischof den missionarischen Geist und damit den kreativen, das hei゚t unternehmerischen Geist. Der Bischof wei゚ sich von Gott, dem Herrn der Geschichte (vgl. 1 Tim 1,17), gesandt, um die Kirche an dem Ort, in der Zeit und zu dem Zeitpunkt aufzubauen, die 'der Vater in seiner Macht festgesetzt hat' (Apg 1,7). Daher kommt auch der gesunde Optimismus, den der Bischof hat und der auch auf die anderen bergehen soll, besonders auf seine Mitarbeiter".[15]

14.       Von dieser gttlichen Hoffnung getragen, versucht der Bischof die Zukunft zu planen, er versucht sie zu erahnen und sogar zu ertr舫men. Er deutet das Wort Gottes unter dem Einflu゚ der Gnade des Heiligen Geistes und in Gemeinschaft mit der Kirche.

            Das Wort Gottes, befruchtet vom Heiligen Geist im Herzen des Bischofs, der mit seinen Priestern und Gl舫bigen vereint ist, wird immer Quelle der Inspiration und Kraft sein, um den Herausforderungen der Zukunft zu begegnen. Wie Paul VI. treffend sagte: "Die Kirche braucht ihr ewiges Pfingsten, sie braucht brennende Herzen, Worte auf den Lippen und einen prophetischen Blick".[16]

            Der Papst, das Bischofskollegium, die Bischfe der nationalen oder regionalen Bischofskonferenzen und das ganze Volk Gottes haben auch die Berufung zur Hoffnung gemeinsam (vgl. Eph 4,4).

            Diese Gemeinschaft der Hoffnung sichert die lebendige Gegenwart Christi und die Inspiration des Heiligen Geistes, dem es aufgegeben ist, das Verst舅dnis und die Verwirklichung des Evangeliums Jesu Christi in der menschlichen Geschichte zur Flle und Vollendung zu bringen.[17]

            Die Gemeinschaft in der Hoffnung mu゚ vertieft und geteilt werden als Quelle der Inspiration; sie mu゚ befruchtet werden durch das Gebet des Bischofs, durch den Dialog der Liebe mit dem ganzen Volk Gottes, besonders mit seinen engsten Mitarbeitern; sie mu゚ zur Reflexion und zu konkreten und von allen geteilten Programmen fhren.

            Die Hoffnung der Christen ist die Antriebskraft der Zukunft. Sie ist die Hoffnung, die im Leben der Menschheit nicht nur Spuren hinterl葹t, sondern auch neue Furchen in der Geschichte erffnet, um das Samenkorn der gttlichen Verhei゚ungen einzupflanzen und die knftigen Wege mit der Kraft Gottes zu lenken. Die Kirche wird wirklich Zeichen der Hoffnung sein, wenn sie auf den Plan Gottes achtet, der eine Zukunft der Flle garantiert; wenn sie seinen Willen treu befolgt und die tiefsten Erwartungen der Menschheit zu unterschieden wei゚, die sie interpretieren und steuern mu゚.

 

Zwischen Vergangenheit und Zukunft

15.       Die Kirche berschreitet die Schwelle der Hoffnung zu Beginn des dritten Jahrtausends mit besonderer Aufmerksamkeit fr die Menschheit von heute. Sie teilt die Freude und Hoffnung, die Trauer und Angst in dem Bewu゚tsein, da゚ sie das Wort des Heils besitzt.[18] Dennoch ist es notwendig, darber nachzudenken, zu welcher Welt die Bischfe gesandt sind, das Evangelium zu verknden.

            Die gttliche Hoffnung, die als Vertrauen auf die gttlichen Verhei゚ungen w臘hst und sich entfaltet, wird oft durch die Erwartung gereinigt. Sie wird um so wahrhaftiger, als sie geprft wird. Sie wurzelt in den positiven Zeichen, die aufkeimen in dem Reich, das im Werden, aber noch nicht da ist: das in dieser Welt gegenw舐tig, aber auf seine endgltige Vollendung in der Herrlichkeit ausgerichtet ist.

            Die Hoffnung ist Ged臘htnissttze, die in der Offenbarung feststeht, die nicht nur die Heilsgeschichte, sondern auch das Projekt und den Plan Gottes fr die Zukunft deutlich macht. Das letzte Buch der Heiligen Schrift tr臠t nicht umsonst den Titel Apokalypse, Offenbarung. Die Hoffnung erzeugt in den Herzen eine aktive Dynamik, die imstande ist, sich im Alltag immer wieder zu entznden.

            Es handelt sich um jenes treue "Ausharren", von dem in der Apostelgeschichte die Rede ist (vgl. Apg 1,14; 2,42) und das als besondere Haltung der Jnger Jesu bezeichnet wird, die jeden Tag in das Glaubensleben eingetaucht sind. Es ist das feste Vertrauen auf Gott, den Vater unseres Herrn Jesus Christus, der durch die Auferstehung seines Sohnes das t臠liche Heute auf die sichere Erfllung der Verhei゚ungen ausrichtet.

16.       Mehrmals, vor allem im vergangenen Jahrzehnt, wurde vom Lehramt ein ワberblick ber die Wirklichkeit der heutigen Welt gegeben.

            Diese Analyse wurde auch von der Bischofssynode erstellt w臧rend der kontinentalen Sonderversammlungen fr Europa, Afrika, Amerika, Asien und Ozeanien sowie von den jeweiligen bisher verffentlichten nachsynodalen Apostolischen Schreiben.[19]

            Es ist jetzt nicht der Moment fr einen solchen ワberblick. Aber auf Grund der wachsenden Globaslisierung mssen die Probleme und Lsungen vor Ort aufmerksam beobachtet werden.

            Auch im Text der Lineamenta wurde die allgemeine Situation beschrieben, die zum Teil von den Antworten der Bischofskonferenzen best舩igt und vervollst舅digt wird.

Die Welt mit ihren Licht und Schattenseiten

17.       Das Bild, das unsere Welt heute bietet, ist 舫゚erst vielfarbig. Mit dem wachsamen Auge und dem mitleidsvollen Herzen des guten Hirten (vgl. Mt 9,36) nimmt die Kirche, ber die politischen, sozioloigschen und wirtschaftlichen Analysen hinaus, mit Realismus die Zeichen der Entmutigung oder sogar der Verzweiflung in der Welt wahr. Die Kirche will als trstliches Heilmittel die Zuversicht und Befreiung in Christus anbieten. Es ist kein vorbergehender und schwacher Trost, der schwindet, sondern die Gewi゚heit des Glaubens, die von menschlichen Herzen wiederentdeckt wird, die zu lieben und zu dienen f臧ig sind. Die Gewi゚heit grndet auf der einheitlichen und realistischen Sicht der persnlichen und gesellschaftlichen Lebensaspekte ohne pessimistische oder optimistische Verkrzungen. Das alles kann das Evangelium der Hoffnung bieten.

            Es bestehen weiterhin problematische Situationen, die den Dienst der Kirche als letzte Hoffnung auf eine fortgesetzte Erneuerung der Welt und der Gesellschaft erfordern und anregen, auch als konkreten Dienst des Bischofs in seiner Teilkirche.

18.       Die Notlage, der Mangel an Freiheit, die geschm舁erte Ausbung der Menschenrechte, die ethnischen Konflikte und die Unterentwicklung, die die Armut der Unterschichten noch erhht, bewirken in der heutigen Welt Situationen des Leidens und der mangelnden Hoffnung auf eine bessere Zukunft.

            Die Massenmedien zeigen uns t臠lich Bilder der Verzweiflung: Bilder von Kindern, denen die notwendige Nahrung fehlt und die oft erniedrigt und ausgebeutet werden; Bilder von Jugendlichen, denen man die Bildung verweigert und die zur Arbeit gezwungen werden; Bilder von jungen Menschen ohne Arbeit, die der Verzweiflung und Gleichgltigkeit anheimfallen und eine leichte Beute der ideologischen Manipulierung werden oder auf dem Weg der moralischen und geistigen Erniedrigung sind; Bilder von Frauen, die ihre Wrde verloren haben; Bilder von alten Menschen, die Hilfe brauchen; Scharen von Armen, die in der Emigration einen Funken Hoffnung fr die Zukunft zu erhaschen suchen, und Flchtlinge auf der Suche nach einem Vaterland; Bilder von Aborigines, die ihres angestammten Bodens beraubt wurden.

            Noch sind die Konflikte nicht berwunden, die am Ende des vorherigen Jahrhunderts und Jahrtausends Tod und Zerstrung, Emigration, Armut, ethnische Auseinandersetzungen und Stammesfehden erzeugt und Tod und tiefe Wunden an Leib und Seele hinterlassen haben.

            Noch sind die Wunden mancher jngerer rtlicher Konflikte nicht geheilt, die Kulturen und Nationen tief gespalten haben, die sich zum Dialog des Friedens zusammenfinden sollten. Immer wieder gibt es Zeichen des religsen Fundamentalismus, der ein Feind des Dialogs und des Friedens ist.

            Auch in den hochentwickelten Nationen finden sich oft Grauzonen wirtschaftlichen und moralischen Tiefstands. Und im politischen Bereich nehmen Korruption und Illegalit舩 st舅dig zu.

19.       Die Auswirkungen der Globalisierung sind auf Grund der Unerbittlichkeit wirtschaftlicher Programme zu spren, die von einem zgellosen Freihandel inspiriert sind. Auf diese Weise werden die Reichen immer reicher und die Armen immer 舐mer, weil sie aus den Entwicklungsprogrammen ausgeschlossen sind. Das geht so weit, da゚ man bereits von einer neuen Weltunordnung spricht. Denn die Zukunft erscheint zu Recht besorgniserregend, wenn ganzen Vlkern, die auch zur Familie Gottes gehren und die gleichen Rechte haben, die Teilhabe am Gemeinwohl verweigert wird. Die Ureinwohner werden oft des Reichtstums der Rohstoffe und der natrlichen Ressourcen ihrer L舅der beraubt infolge unehrlicher Ausbeutung des Territoriums und der Bevlkerung.

            Wie nie zuvor in der Menschheitsgeschichte und trotz wachsender Sensibilit舩 gegenber der ヨkologie erleidet die Erde sogar klimatische Ver舅derungen des ヨkosystems, die schwere Fragen im Hinblick auf die Zukunft unseres Planeten aufwerfen. Die Umweltverschmutzung ist besorgniserregend. Die Kirche macht sich zum Wortfhrer der tiefsten Bestrebungen nach einem kologischen Gleichgewicht, das unsere Erde und die ganze Schpfung nicht aufs Spiel setzt. Die Welt ist aus den formenden H舅den des Schpfers hervorgegangen und der Menschheit als Wohnst舩te der Schnheit und des Gleichgewichts angeboten, als Geschenk und grundlegender Reichtum des menschlichen Daseins.

 

Zwischen einer Rckkehr zum Heiligen und der Gleichgltigkeit

20.       Obwohl es nicht an Zeichen des religisen Erwachens, des neuen Interesses fr die geistlichen Werte und einer gewissen Rckkehr zur Religion fehlt, sorgen sich die Hirten auf Grund des sogenannten schweigenden und ruhigen Auszugs der Massen aus der kirchlichen Praxis. Es breitet sich immer mehr eine immanente, dem ワbernatrlichen sich verschlie゚ende Kultur aus. Auch unter den Christen verbreitet sich wachsende Gleichgltigkeit gegenber dem eschatologischen und bernatrlichen Ausblick in die Zukunft, der das Leben auf Erden erst lebenswert macht.

            Das drckt sich aus in einem Individualismus ohne kirchliche Gemeinschaft und ohne sakramentale Praxis. Deshalb f舁lt man manchmal in das Extrem und sucht bei den alternativen religisen Bewegungen und Sekten spirituelle Befriedigung; oder man nimmt religse Verhaltensweisen an, die zum Teil aszetische ワbungen nichtchristlicher Religionen nachahmen. Viele Menschen geben sich heute mit einer zweifelhaften Religisit舩 zufrieden, ohne persnliche Beziehung zum wahren Gott Jesu Christi und zur kirchlichen Gemeinschaft.

            Der Mangel an Priester- und Ordensberufen ist fr viele Hirten Grund tiefer Besorgnis um die Zukunft, nicht nur im Hinblick auf eine gesicherte Evangelisierungspastoral und ein angemessenes sakramentales und eucharistisches Leben, verbunden mit der entsprechenden Pflege des lebendigen Glaubens und der christlichen Praxis.

 

Neue ethische Probleme am Horizont

21.       Grund zur Sorge bietet der wachsende moralische Relativismus, eine bestimmte Kultur, die das Leben weder schtzt noch achtet; eine Entheiligung des Anfangs und des Endes des menschlichen Daseins, die mit dem gttlichen Geheimnis des Lebens aufs engste verbunden sind.

            Die Weitergabe des physischen Lebens, die Erziehung der Kinder, der Einsatz fr die Frderung der menschlichen Werte des Daseins in seiner Sinnflle und seiner Bestimmung sind Zeichen der Hoffnung auf Gott den Schpfer.

            Erstmals in der Geschichte hat die schleichende Gleichsetzung dessen, was wissenschaftlich mglich und zugleich ethisch recht ist, zu einer wirklichen biologischen Manipulierung gefhrt. Daraus ergeben sich schwerwiegende Folgen fr den Menschen, der als Bild und Gleichnis Gottes in Christus, unserem Leben (vgl. Joh 1,4; 14,16), geschaffen ist. Daher kommen die neuen Probleme, die in den vergangenen Jahren entstanden sind und die Zukunft berschatten.

            Die leidenschaftliche Verteidigung der Wrde jedes menschlichen Lebens - von seinem Anfang bis zu seinem Ende - seitens des kirchlichen Lehramts beeinflu゚t die ffentliche Meinung und tr臠t auch Frucht im Bereich der Weltethik. Die Zukunft der Menschheit und die Wrde der menschlichen Person mit ihren unantastbaren und unver舫゚erlichen Rechten stehen auf dem Spiel.

22.       Die Krise der Familie und ihrer Stabilit舩 sowie die schleichende Aushhlung der Familieninstitution sind heute eine schwere Bedrohung fr das Leben und die Erziehung der Kinder.

            Die Lehraussagen der Kirche zugunsten des Lebens und der Ehe und Familie sind heute sehr vielf舁tig. Manche bedeutsamen Dokumente des p舊stlichen Lehramts und anderer Dikasterien des Heiligen Stuhls[20] bilden feste Bezugspunkte, so auch die internationalen Familientage, die fr die Eheleute im Hinblick auf eine angemessene Ehe- und Familienspiritualit舩 sehr hilfreich sind.

 

Neue kirchliche Situationen

23.       Eine neue kirchliche Situation ist in den L舅dern zu erkennen, die lange unter der Herrschaft von totalit舐en Regimen standen. Diese Kirchen erleben eine neue Freiheit der Religionsausbung und eine neue apostolische Pr舖enz. Sie erfahren das Aufblhen von Berufungen und eine anf舅gliche missionarische T舩igkeit, die ber die eigenen Teilkirchen hinausgeht. Die Mhe und Freude eines Neuanfangs, das h舫fige Zeugnis einer frohen katholischen Lebenskraft und eines in anderen L舅dern unbekannten Glaubenseifers lassen in diesen Kirchen auf eine fruchtbringende Zukunft hoffen.

            Es gibt aber noch strukturelle und organisatorische Probleme wie die Schwierigkeit, einen brderlichen Dialog und eine konkrete Gemeinschaft und kumenische Zusammenarbeit mit den anderen Kirchen, besonders den orthodoxen zu verwirklichen.

            Dennoch verzichtet die Kirche nicht auf ihre Aufgabe, das Evangelium in diesen L舅dern zu verknden, in denen die Kultur der totalit舐en Regime die innere Leere hinterlassen haben. Ja, sie mu゚ die Erziehung zur Freiheit und eine neue Gemeinschaft unter allen Christen frdern. Die notwendige Glaubensbildung kann zur ワberwindung einer gewissen nichtfundierten Frmmigkeitsform und zu neuem Evangelisierungseifer beitragen. Deshalb ist die Frderung eines reifen Glaubens und einer berzeugten sittlichen Lebensfhrung notwendig, besonders angesichts der nachdr舅genden Sekten und der Gefahr eines bertriebenen Konsumverhaltens, wie manche beklagen.

24.       Die Zukunft der Kirche des dritten Jahrtausends zeigt allm臧lich das Bild einer Dezentralisierung der Pr舖enz der Katholiken in Richtung der afrikanischen und asiatischen L舅der. Dort und in Lateinamerika entstehen junge Kirchen voll Glaubenskraft, reich an Priester- und Ordensberufen, die oft dem Personalmangel im Westen abhelfen.

            Nicht zu vergessen sind die weiten und dicht bevlkerten Gebiete Asiens. Dort knnen viele Gl舫bige ihren katholischen Glauben in Gemeinschaft mit der universalen Kirche und ihrem obersten Hirten noch nicht voll und ffentlich bekennen. Die Kirche schaut auch auf diese L舅der mit gro゚er Hoffnung und vertraut auf das verborgene Wirken des Heiligen Geistes, damit die Gl舫bigen endlich die Flle der sichtbaren kirchlichen Gemeinschaft und der gegenseitigen Hilfe zum Ausdruck bringen knnen, um allen Christus den Erlser bekannt zu machen.

 

Zeichen der Lebenskraft und Hoffnung

25.       Unter den positiven Zeichen, die am Jahrhundert- und Jahrtausendende auch in den jngsten Synodenversammlungen sprbar waren, sind die Sorge um den Frieden, der Wunsch einer solidarischen Teilhabe der Nationen an der Lsung eventueller rtlicher Konfikte, das wachsende Bewu゚twerden der Menschenrechte, die gleiche Wrde aller Nationen, die Suche nach einer verst舐kten Einheit auf dem Planeten, verbunden mit einer effektiven Solidarit舩 auf Weltebene zwischen den armen und den reichen L舅dern. Ein Samenkorn der Hoffnung ist der zunehmende Freiwilligen-Einsatz vieler im Dienst an den Armen und den 舐msten L舅dern. Es w臘hst die Hochsch舩zung des Genius der Frau: Es ist eine zunehmende Verantwortlichkeit der Frauen in der Gesellschaft und in der Kirche zu verzeichnen.

            Es fehlt nicht an ernsten Warnungen vor einer berspitzten Globalisierung. Aber dafr gibt es heilsame Reaktionen in Form von Solidarit舩, erhhter Sensibilit舩 fr den Schutz der kulturellen Werte der Vlker und Nationen und das Bewu゚tsein, da゚ ethische und religise Werte gegenber den wirtschaftlichen und politischen Werten den Vorrang haben. Es gibt in der heutigen Welt eine verst舐kte Suche nach wahrer Freiheit und einen wachsenden Gemeinsinn gegenber dem Individualismus.

            Die angekndigte Verffentlichung des Kompendiums der Soziallehre der Kirche l葹t Gutes erhoffen im Hinblick auf den Einsatz im sozialen und wirtschaftlichen Bereich zugunsten aller Vlker.

            Bei wechselnden Licht- und Schattenseiten wird auch auf Weltebene ein Meinungswandel im Bezug auf manche Aspekte erkennbar, die bedroht schienen. Gegenber der genetischen Manipulierung und der Mi゚achtung des werdenden Lebens zeigt sich eine erhhte Aufmerksamkeit fr das menschliche Leben und seinen transzendenten Wert, der es mit dem Gott des Lebens verbindet. Man sucht deutlich nach einer ワbereinstimmung in den ethischen Werten auf internationaler Ebene, w臧rend aus der drohenden Gefahr eines gestrten kologischen Gleichgewichts ein gesch舐fter Sinn fr den Wert der Schpfung erw臘hst.

 

Ein neuer Humanismus

26.       Die Vermassung und Globalisierung erzeugen als Reaktion den heftigen Wunsch nach Personalismus und Innerlichkeit. Heute wird ein Gleichgewicht zwischen Einheit und Pluralismus angestrebt: Die Einheit gehrt zum Plan Gottes, der die eine Menschennatur geschaffen hat als Fundament der Einheit der Vlkerfamilie, ihrer Herkunft und ihrer Bestimmung. Der Pluralismus der Nationen, Sprachen und Kulturen spiegelt den Reichtum der vielf舁tigen Weisheit Gottes wider (vgl. Eph 3,10). Festzustellen ist in diesem Zusammenhang auch ein Wiedererwachen der Kulturen als Gegenreaktion auf die weltumspannende Globalisierung, die sie einebnet und entleert. Hingegen ist die kulturelle Identit舩 auch durch den Gteraustausch eine gegenseitige Bereicherung.

            Fr viele Menschen, die in einer verzweifelten Lage sind (z.B. Einsamkeit, Egoismus und menschliche Vorhaben ohne transzendente Ziele, die aber die Egozentrik von Personen und Gruppen versch舐fen), ffnet die Hoffnung neue Wege der Gemeinschaft, der Zusammenarbeit, der gemeinsamen Unternehmungen und des hochherzigen und unentgeltlichen freiwilligen Einsatzes. Diese Werte integrieren sich in den allumfassenden gttlichen Plan durch das persnliche, kirchliche und famili舐e Leben, in dem jeder Einzelne im Bewu゚tsein seiner eigenen Berufung antwortet.

            Auch heute gibt es die Suche nach dem Sinn und der Qualit舩 des Lebens auf allen Ebenen, auch der geistlichen. Es zeigt sich eine erhhte Sensibilit舩 fr das Personsein und fr den Gemeinsinn in den zwischenmenschlichen Beziehungen, die auf einer wahren Verbundenheit der Personen grnden.

            Die Welt von heute und die Kirche spren den Drang zur Einheit, obwohl die volle und authentische "Kultur" der Einheit und Gemeinschaft oft gef臧rdet sind.

 

Die Frchte des Jubil舫ms

27.       Auf kirchlicher Ebene wird vor allem nach dem Gro゚en Jubil舫m des Jahres 2000 die Erneuerung des christlichen Lebens und die solidarische Teilhabe aller an der Neuevangelisierung fortgesetzt.

            Das Jubil舫m der Menschwerdung wurde weltweit durch entsprechende Katechesen und intensives sakramentales Leben gem葹 dem von Johannes Paul II. in Tertio millennio adveniente vorgezeichneten geistlichen und pastoralen Programm vorbereitet. Die drei Jahre, die der Betrachtung des Geheimnisses des Sohnes, des Heiligen Geistes und des Vaters gewidmet waren, tragen jetzt Frucht. Sie hatten als besondere Schwerpunkte die Sakramente (Erneuerung der Taufe, Firmung und Bu゚e), das gttliche Leben (Glaube, Hoffnung und Liebe) und die Sozialethik.

            Das Jubil舫m des Jahres 2000 wurde nach dem Vorbild der biblischen Einfhrung des 50. Jubeljahres (vgl. Lev 25) mit seiner vollen Verwirklichung in Jesus von Nazaret (vgl. Lk 4,16 ff.) gelebt und war tats臘hlich ein Jahr geistlichen Fortschritts. Die Gnade der Umkehr hat sich vervielfacht und hat die Hoffnung auf einen kontinuierlichen Neuanfang gen臧rt, der mit dem Beginn des dritten Jahrtausends zusammenf舁lt.

28.       Einige Feiern des Jubil舫ms waren fr die Kirche und Welt von besonderer Bedeutung. Der Weltjugendtag bot ein Zeugnis des Glaubens, der Frmmigkeit und kirchlichen Lebendigkeit durch die frohe Anwesenheit und Teilnahme so vieler Jugendlicher aus der ganzen Welt, die sich in Rom um den Papst versammelt hatten. Ihre kirchliche Pr舖enz ist eine Herausforderung; deshalb ist die Jugendpastoral der Schwerpunkt fr die kommenden Jahrzehnte. Unter den jungen Christen ist der Anspruch auf eine klare Entscheidung fr das Leben nach dem Evangelium sprbar.

 

Unter der Fhrung des Heiligen Geistes

29.       Wie sich bei den verschiedenen kontinentalen Synodenver-sammlungen und besonders am Pfingstfest 1998 gezeigt hat, fhlt die Kirche deutlich, da゚ der Heilige Geist, wie er es in anderen geschichtlichen Epochen getan hat, neue geistliche und apostolische Kr臟te, authentische Charismen des Lebens nach dem Evangelium und missionarischen Eifers geweckt hat, die den Bedrfnissen der Welt von heute entsprechen; das gilt besonders fr die kirchlichen Bewegungen und neuen Gemeinschaften. Dieses Samenkorn l葹t auf eine reiche Ernte hoffen, besonders fr die Priester- Ordens- und Laienberufungen vieler junger Menschen, die ihr Leben dem Dienst des Evangeliums weihen wollen.

            Neben den bereits bestehenden sind diese neuen Wirklichkeiten, wenn sie den vom Lehramt[21] vorgezeichneten Kriterien der Kirchlichkeit und ihrem eigenen Charisma entsprechen, die Gegenwart und die Zukunft der Kirche in der Welt.[22]

 

Auf dem Weg der Einheit einander n臧er kommen

30.       Zu Beginn des neuen Jahrhunderts und Jahrtausends stehen die Gl舫bigen und Hirten der christlichen Kirchen und Gemeinschaften durch die unbestreitbaren Fortschritte des kumenischen Dialogs, einer im vergangenen Jahrhundert gereiften Frucht des Heiligen Geistes, einander n臧er. Der verst舐kte kumenische Kontakt in den vergangenen Jahren soll zu dieser unwiderruflichen Verpflichtung der katholischen Kirche und der anderen christlichen Kirchen und Gemeinschaften ermutigen.

            Manche Jubil舫msfeiern wie die ヨffnung der Heiligen Pforte in der Basilika St. Paul vor den Mauern, die kumenische Gedenkfeier der Glaubenszeugen des 20. Jahrhunderts, die Reise des Papstes ins Heilige Land sowie andere jngere Initiativen sind Anzeichen eines festen Willens seitens der Christen, gemeinsam den Weg des Herrn zu gehen.

            Auch der interreligise Dialog hat zu neuen Ergebnissen gefhrt in der Suche nach dem Frieden und in der Anerkennung der religisen und transzendenten Werte. An erster Stelle sind die Beziehungen mit den Vertretern des Volkes Gottes des ersten Bundes zu nennen. Diese Treffen erffnen einen hoffnungsvollen Weg zu Beginn eines Jahrtausends, das viele Menschen als die Zeit des gro゚en Dialogs zwischen den Weltreligionen betrachten, die die Werte des Geistes bewahren.

            Der Dialog, verstanden als Begegnung von Personen und Gruppen, wobei die unterschiedliche Identit舩 geachtet und jeder Irenismus und Synkretismus vermieden wird, ist nicht nur der neue Name der Liebe, wie Paul VI. formulierte,[23] sondern ist heute auch der neue Name der Hoffnung in einem neuen Weltszenarium.

 

Ein starkes Verlangen nach Spiritualit舩

31.       Ein Zeichen der Hoffnung ist das Verlangen nach Spiritualit舩, das heute unter verschiedenen Formen als Anspruch zutage tritt.

            In erster Linie zeigt es sich durch ein Verlangen nach der ursprnglichen christlichen Erfahrung, die Begegnung mit einem Lebendigen ist. Das bedeutet notwendigerweise den ワbergang von der Glaubensverkndigung zum gelebten Glauben. Es setzt auch eine lebendige Liturgie in der Begegnung mit der Gte des barmherzigen Gottes voraus, der uns als der "Arzt fr Leib und Seele"[24] Erlsung und Heil anbietet.

            Im moralischen Bereich hat man das Bedrfnis, die christliche Erfahrung in den ethischen Ansprchen mit Hilfe des Anhauchs des Heiligen Geistes "zu beleben". Denn die christliche Moral "verstrmt gleichzeitig ihre ganze missionarische Kraft, wenn sie sich durch das Geschenk nicht nur des verkndeten, sondern auch des gelebten Wortes vollzieht. Insbesondere ist es das Leben in Heiligkeit, das in so vielen demtigen und oft vor den Blicken der Menschen verborgenen Gliedern des Volkes Gottes erstrahlt, was den schlichtesten und faszinierendsten Weg darstellt, auf dem man unmittelbar die Schnheit der Wahrheit, die befreiende Kraft der Liebe Gottes, den Wert der unbedingten Treue, selbst unter schwierigsten Umst舅den, angesichts aller Forderungen des Gesetzes des Herrn wahrzunehmen vermag".[25]

            Daraus folgt der dringende Bedarf an einer Pastoral mit mehr Spiritualit舩, die den Anforderungen der Neuevangelisierung entspricht. Deshalb wird es notwendig sein, die Pastoral so zu gestalten, da゚ sie zur persnlichen und mystischen Begegnung mit Christus hinfhrt, wie sie die Apostel vor und nach der Auferstehung Jesu und die ersten Christen erlebt haben.

 

Die Bischfe als Zeugen der Hoffnung

32.       Durch diese Sicht auf die Kirche in der Welt mit ihren Licht- und Schattenseiten zu Beginn des dritten christlichen Jahrtausends mu゚ jeder Bischof das Evangelium Christi fr die Hoffnung der Welt im ganzen Bereich der universalen Kirche und in den einzelnen Teilkirchen bezeugen.

            Daraus erw臘hst die konkrete geistliche und pastorale Verantworlichkeit in der Teilkirche in einer Gesellschaft, die im Weltdorf der Kommunikation lebt und an allen Geschehnissen auf dem Planeten teilhat.

            Nicht zu vergessen ist, da゚ diese Situation eine geordnete Sicht der Kirche, die in der Welt lebt, erforderlich macht und von den Bischfen das notwendige Wort und Wirken im Hinblick auf das Gemeinwohl verlangt.

 



[1] Cf. conc. 彡um. vat. ii, Const. past. de Ecclesia in mundo huius temporis Gaudium et spes, 45 ; Paulus VI, Litt. Enc. Populorum progressio (26.03.1967), 14: AAS 59 (1967) 264.

[2] Cf. Congregatio pro Doctrina Fidei, Decl. Dominus Iesus (6.08.2000), 1-2: AAS 92 (2000) 742-744.

[3] Ioannes Paulus ii, Ansprache an die kolumbianische Bischofskonferenz (2.07.1986),  8: AAS 79 (1987) 80.

[4] Conc. 慶um. Vat. ii, Const. past. de Ecclesia in mundo huius temporis Gaudium et spes, 1.

[5] Conc. 慶um. Vat. ii, Const. dogm. de Divina revelatione Dei Verbum, 1.

[6] Ioannes Paulus ii, Ansprache an die sterreichischen Bischfe beim ad limina Besuch (6.07.1982), 2: AAS 74 (1982) 1123.

[7] Cf. Congregatio pro Episcopis, Directorium de pastorali ministerio episcoporum Ecclesi imago (22.02.1973).

[8] Cf. Congregatio pro Doctrina Fidei, Litt. Communionis notio (28.05.92): AAS 85 (1993) 838-850.

[9] Cf. Ioannes Paulus ii, Motu proprio Apostolos suos (21.05.98): AAS 90 (1998) 641-658.

[10] Conc. 慶um. Vat. ii, Decr. de activ. mission. Ecclesi Ad gentes, 38.

[11] Conc. 慶um. Vat. ii, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 23.

[12] Cf. ibid., 27.

[13] Cf. Conc. 慶um. Vat. ii, Decr. de activ. mission. Ecclesi Ad gentes, 8.

[14] Epist. ad Diognetum 6: Patres Apostolici I, Ed. F.X. Funk, Tubing 1901, 400; cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesi Lumen gentium, 38.

[15] Sacra Congregatio pro Episcopis, Direct. Ecclesi imago (22.02.1973), 25.

[16] Paulus VI, Der Heilige Geist beseelt und heiligt die Kirche: Ansprache bei der Generalaudienz am Mittwoch (29.11.1972): L丹sservatore Romano (30.11.72) S. 1.

[17] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Divina revelatione Dei Verbum, 8.

[18] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. past. de Ecclesia in mundo huius temporis Gaudium et spes, 1.

[19] Cf. Synodus Episcoporum, C徼us Specialis pro Europa (1991), Declaratio Ut testes simus Christi qui nos liberavit (13.12.1991); Ioannes Paulus II, Adhort. apost. postsyn. Ecclesia in Africa (14.09.95), 46-52; Adhort. apost. postsyn. Ecclesia in America (22.01.1999), 13-25; Adhort. apost. postsyn. Ecclesia in Asia (6.11.1999), 5-9.

[20] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. past. de Ecclesia in mundo huius temporis Gaudium et spes; Paulus VI, Litt. enc. Human vit (25.07.1968): AAS 60 (1968) 481-503; Ioannes Paulus II, Adhort. apost. Familiaris consortio (22.11.1981): AAS 74 (1982) 81-191 et Litt. enc. Evangelium vit (25.03.1995): AAS 87 (1995) 401-522, wie andere Interventionen, z.B. Brief an die Familien (2.2.1994) und andere Dokumente des  P舊stlichen Rat fr die Familie und der P舊stlichen Akademie fr das Leben.

[21] Cf. Ioannes Paulus II, Adhort. apost. postsyn. Christifideles laici (30.12.1988), 30: AAS 81 (1989) 446.

[22] Cf. Ioannes Paulus II, Botschaft an die Teilnehmer des 4. Weltkongresses der kirchlichen Bewegungen und neuen Gemeinschaften (27.05.1998): L丹sservatore Romano (28.5.1998) S. 6.

[23] Cf. Paulus VI, Litt. enc. Ecclesiam suam III (6.08.1964): AAS 56 (1964) 639.

[24] S. Ignatius Antiochenus, Ad Ephesios 7,2: Patres Apostolici I, Ed. F.X. Funk, Tubing 1901, 218; cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. de Sacra liturgia Sacrosanctum concilium, 5.

[25] Ioannes Paulus II, Litt. enc. Veritatis splendor (6.08.1993), 107: AAS 85 (1993) 1217.

Wie die Jungfrau Maria den Erwartungen und Verhei゚ungen Gottes treu

33.       Die Hoffnung der Kirche kommt von Christus, dem Auferstandenen, der schon gesiegt hat und die eschatologische Vorwegnahme der Verhei゚ungen Gottes in der knftigen Herrlichkeit ist.

            Angesichts der t臠lichen Prfungen in einem Lebensgeflecht, das ein Erwarten auf etwas Neues wird, das von Gott kommen mu゚, ist der Bischof fr seine Kirche wie Abraham, der "gegen alle Hoffnung voll Hoffnung geglaubt hat" und von der Treue Gottes und der Erfllung seiner Verhei゚ungen berzeugt war (vgl. Rm 4,18-22). Er vertraut voll dem Wort und dem Plan Gottes wie Maria, die Frau der Hoffnung, die die Erfllung der Verhei゚ungen des treuen Gottes erwartet hat - in Nazaret, in Betlehem, auf Golgota und im Abendmahlssaal.

            Die Geschichte der Kirche ist eine Geschichte des Glaubens und der Liebe, aber auch eine Geschichte der Hoffnung und des Mutes. Der Bischof, der 臧nlich dem W臘hter in der Nacht (vgl. Jes 21,11) ein wachsamer Prophet der Hoffnung ist, kann seiner Herde Zuversicht geben, indem er in der Welt neue Wege einschl臠t.

            W臧rend er an Gott glaubt und auf ihn hofft (1 Petr 1,21), soll sich jeder Bischof die Worte von Augustinus zu eigen machen: "Wer wir auch sein mgen, von uns drft ihr nichts erhoffen. Als Bischof sage ich sogar: Ich mchte mich ber euch freuen, aber ich mchte nicht gerhmt werden. Ich beglckwnsche keinen, von dem ich merke, da゚ er seine Hoffnung auf mich setzt: er mu゚ zurechtgewiesen, nicht best舐kt werden; er mu゚ sich 舅dern, er darf nicht ermutigt werden ... Ihr sollt eure Hoffnung nicht auf uns setzen. Ihr sollt nicht auf die Menschen hoffen. Ob wir gut sind oder schlecht, wir sind immer Diener. Aber wenn wir gute, treue Diener sind, sind wir wirkliche Diener".[1]

34.       In diesen weiten Horizont ist der Dienst der Kirche im neuen Jahrtausend eingebettet, ganz besonders die Sendung des Bischofs als Zeuge und Frderer der christlichen Hoffnung.

            Fr den Hirten der Kirche geht es darum, da゚ er Gottes Gegenwart im Lebensalltag mutig und einfallsreich bezeugt. Der ganze bischfliche Dienst hat zum Ziel, da゚ das Volk Gottes und jeder Mensch "eine lebendige Hoffnung haben" (1 Petr 1,3). Deshalb ist es notwendig, da゚ der Bischof das ganze Evangelisierungswerk insbesondere auf die Hoffnung der jungen Menschen ausrichtet, die von illusorischen Mythen und von pessimistischen Tr舫men bedroht sind, die verflchten; ebenso auf die Hoffnung all derer, die unter vielfachen Armutsformen leiden und auf die Kirche als einzigen Schutz dank ihrer bernatrlichen Hoffnung schauen.

            Jeder Bischof mu゚ die Hoffnung in seinem Innern treu bewahren, denn sie ist das sterliche Geschenk des auferstandenen Herrn. Sie grndet in der Tatsache, da゚ das Evangelium, dem der Bischof dient, ein allumfassendes Gut und der Mittelpunkt ist, um den sich der bischfliche Dienst dreht. Ohne die Hoffnung bliebe seine ganze pastorale T舩igkeit ohne Widerhall. Das Geheimnis seiner Sendung hingegen ist die konstante Festigkeit seiner gttlichen und eschatologischen Hoffnung. Von ihr sagt Paulus: "Schon frher habt ihr davon gehrt durch das wahre Wort des Evangeliums, das zu euch gelangt ist" ( Kol 1, 5-6).

            Die christliche Hoffnung beginnt mit Christus und n臧rt sich von Christus; sie ist Teilhabe an seinem Ostergeheimnis und Unterpfand fr ein Geschick, das dem Los Christi gleicht, denn der Vater "hat uns mit Christus auferweckt und uns zusammen mit ihm einen Platz im Himmel gegeben" (Eph 2,6).

            Der Bischof ist Zeichen und Diener dieser Hoffnung geworden. Jeder Bischof kann sich die Worte Johannes Pauls II. zu eigen machen: "Ohne Hoffnung w舐en wir nicht nur unglckliche und beklagenswerte Menschen, unser ganzes seelsorgliches Wirken wrde unfruchtbar; wir wrden berhaupt nichts mehr zu unternehmen wagen. In der Unbeugsamkeit unserer Hoffnung liegt das Geheimnis unserer Sendung. Sie ist st舐ker als die wiederholten Entt舫schungen und ermdenden Zweifel, denn sie schpft ihre Kraft aus einer Quelle, die weder unsere Unachtsamkeit noch unsere Nachl舖sigkeit zum Versiegen bringen knnen. Die Quelle unserer Hoffnung ist Gott selber, der durch Christus fr uns die Welt ein fr allemal berwunden hat und heute durch uns seine Heilssendung unter den Menschen fortsetzt".[2]



2. Kapitel

Geheimnis, Dienst und geistlicher Weg

 des Bischofs

 

 

Die Ikone Christi des guten Hirten

35.       Es gibt viele Schriftstellen, die die geistliche Figur des Bischofs im Licht Christi des Hohenpriesters und Hirten unserer Seelen zeichnen. Sie stammen aus dem Alten und Neuen Testament und handeln vom Bild des Hohenpriesters oder des Hirten.

            Alle Texte gehen auf das Urbild, das Christus ist, zurck. Er hat sich in den Gleichnissen des Evangeliums als Hirt vorgestellt, der nach den verirrten Schafen sucht (vgl. Lk 15,4-7). Er hat sich als der "gute" Hirt der Herde bezeichnet (vgl. Joh 10,11.14.16; Mt 26,31; Mk 14,27). Die apostolische Gemeinde bezeichnete ihn als "Hirt und Bischof eurer Seelen" (1 Petr 2,25), als "oberster Hirt" (1 Petr 5,4), als "erhabenen Hirten seiner Schafe", der vom Vater auferweckt wurde. In der Vision der Geheimen Offenbarung ist der auferstandene Herr das Lamm als Hirt (vgl. Offb 7,17), der in sich die Wirklichkeit des sterlichen Opfertodes und der Erlsung, die Rolle des Priesters und Hirten des Alten und des Neuen Testaments, vereint.

            Die frhchristliche Ikonografie stellte Christus gern als guten schnen Hirten im Glanz seiner Auferstehung dar, der von der Liturgie als der Auferstandene, der gute Hirt, besungen wird, der sein Leben fr seine Schafe gibt.[3]

            Jesus Christus ist also der Hirt, der in sich die Wahrheit, die Gte und die Schnheit seines Selbstopfers fr die Herde vereint. Die Schnheit des guten Hirten besteht in der Liebe, mit der er sich fr jedes seiner Schafe opfert und mit ihm eine persnliche Beziehung, eine Bekannschaft und Liebe, anknpft.

            Ort der Begegnung mit dem guten Hirten ist die Kirche, wo er sich gegenw舐tig macht, wo er seine Herde durch das Wort und die Sakramente weidet, sie auf die Weiden des ewigen Lebens fhrt durch diejenigen, die Christus selbst mit Hilfe des Heiligen Geistes als Hirten derr Herde eingesetzt hat. Die Schnheit des Hirten spiegelt sich in der Schnheit einer liebenden und dienenden Kirche wider und ist fr die ganze Menschheit ein Grund zur Hoffnung, weil sie auch vom gttlichen Verlangen, das er im Herzen tr臠t, zu einer Schnheit angetrieben wird, die heilt und die im Antlitz des Hirten und Lammes aufscheint.

36.       Nur Christus ist der gute Hirt. Von ihm, der Quelle, geht in der Kirche das Hirtenamt aus, das Jesus Petrus bertragen hat (vgl. Joh 21,15.17). Es ist eine Gnade, die als Kontinuit舩 des apostolischen Dienstes zu leiten und Sorge zu tragen verstanden wird: "Sorgt als Hirten fr die euch anvertraute Herde Gottes, nicht aus Zwang, sondern freiwillig, wie Gott es will" (1 Petr 5,2).

            Die Gestalt des Bischofs als Hirt ist der christlichen Tradition durch die Worte, Gesten und Zeichen der Bischofswrde vertraut, aber immer in der Betrachtung des einen Hirten und in der Nachahmung seiner Gefhle mit Hilfe der von ihm empfangenen Gnade.

            "Jesus der gute Hirt hat ihm (dem Bischof) durch das Weihesakrament dieselben Vollmachten anvertraut: Deshalb ist es fr den Bischof eine Pflicht der Liebe, die Herde des Herrn zu weiden, und es ist fr ihn eine Antwort der Liebe, den Dienst mit derselben Bereitschaft zu leisten, wie es Christus, der oberste Hirt (vgl. 1 Petr 5,4), der Bischof unserer Seelen (vgl. 1 Petr 2,25) getan hat".[4]

            Der bischfliche Dienst wird - nach den Worten von Augustinus[5] - in der Kirche ein amoris officium, ein Dienst der Einheit in der Gemeinschaft und in der Sendung. Auf dieses hchste Urbild, das Christus ist, geht die Bezeichnung Hirt und alle daraus abgeleiteten Formen zurck

 

I. Geheimnis und Gnade des Episkopats

Die Gnade der Bischofsweihe

37.       Mit der Bischofsweihe "wird die Flle des Weihesakraments verliehen, das hei゚t das hchste geweihte Amt, das Hohepriestertum, wie es in der Liturgie der Kirche und von den Kirchenv舩ern gewhnlich genannt wird".[6] Der Wesenskern des Geheimnisses und Dienstes des Bischofs wird durch die Worte und Gesten der Bischofsweihe in der Liturgie des Sakraments ausgedrckt, das seit altersher "natalis Episcopi" genannt wird.

            Das kirchliche Bild des Bischofs wird seit frhchristlicher Zeit in den verschiedenen Liturgien der Bischofsweihe im Osten und im Westen als der Moment dargestellt, in dem durch die Handauflegung und den Weihespruch die Gnade des Heiligen Geistes auf den Erw臧lten herabkommt und durch das heilige Pr臠emal das lebendige Bild Christi, des Lehrers, Hirten und Priesters, in Flle verliehen wird und damit die Aufgabe, an seiner Statt und in seiner Person zu handeln.[7]

            Der Bischof wird auch durch die Salbung mit dem heiligen Chrisam geweiht, um an dem Hohepriestertum Christi teilzuhaben, so da゚ er den Dienst am Wort, der Heiligung und der Leitung voll ausben kann. Als Hoherpriester wird er aus den Menschen ausgew臧lt und fr die Menschen eingesetzt zum Dienst vor Gott (vgl. Hebr 5,1). Das Bischofsamt, sagt man, bezeichnet nicht in erster Linie eine hohe Wrde, sondern einen Dienst; es zielt dahin, Gutes zu wirken und keinen Vorrang zu beanspruchen. Denn auch fr den Bischof gelten die Worte des Herrn: "... der Gr゚te unter euch soll werden wie der Kleinste, und der Fhrende soll werden wie der Dienende" (Lk 22,26).[8]

 

In Gemeinschaft mit der Dreifaltigkeit

38.       Die dreifaltige Dimension des Lebens Jesu, die ihn als Gesalbten und in die Welt Gesandten mit dem Vater und dem Heiligen Geist verbindet und in seinem ganzen Denken und Handeln deutlich wird, formt auch die Persnlichkeit des Bischofs als guten Hirten und Nachfolger der Apostel.

            Diese Teilhabe am Leben und an der trinitarischen Sendung vollzieht sich zuerst an den Aposteln als ersten Teilhabern an der Gemeinschaft und Sendung: "Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt. Bleibt in meiner Liebe!" (Joh 15,9; 17,23). "Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch" (Joh 20,21). Jesus bittet auch fr die Jnger, da゚ sie in die gleiche dreifaltige Liebe eingebunden seien: Wie der Vater und der Sohn eins sind, so sollen die Jnger eins sein (vgl. Joh 17,21 ).

            Dieser Bezug auf die Dreifaltigkeit macht deutlich, von wo sich das Bischofsamt herleitet. Die apostolische Nachfolge ist dann nicht nur physisch und zeitlich, sondern durch die Gnade der Bischofsweihe auch ontologisch und geistlich. Denn die Bischfe wurden von den Aposteln als ihre Nachfolger gesandt; die Aposteln wurden von Christus gesandt; Christus wurde vom Vater gesandt.[9]

39.       Das dreifaltige Pr臠emal der Gnade des Bischofsamtes findet in der Liturgie der Bischofsweihe angemessenen Aufsdruck: "Gib also acht auf die ganze Herde, in welcher dich der Heilige Geist bestellt, die Kirche Gottes zu leiten. Im Namen des Vaters, den du in der Kirche darstellst, im Namen Jesu Christi, seines Sohnes, dessen Amt als Lehrer, Priester und Hirte du ausben wirst, im Namen des Heiligen Geistes, welcher der Kirche Christi Leben verleiht und unsere Schwachheit durch seine Kraft st舐kt und festigt".[10]

            Es wird auch deutlich durch die Worte und Gesten der Weihe mit der Handauflegung, eine Geste, die nach Iren舫s von Lyon an die beiden H舅de des Vaters, den Sohn und den Heiligen Geist, erinnert.[11] Sie formt und kennzeichnet den Erw臧lten mit der Flle des Priestertums, wie das Geschenk des "Geistes des Hohenpriestertums" auf Christus ausgegossen und den Aposteln weitergegeben ist, die berall die Kirche gegrndet haben.[12]

 

Vom Vater durch Christus im Heiligen Geist

40.       Die Tradition, die den Bischof als Bild des Vaters darstellt, ist sehr alt. Sie geht vor allem auf die Briefe des Ingatius von Antiochien zurck. Denn der Vater ist gleichsam der unsichtbare Bischof, der Bischof aller.[13] Der Bischof seinerseits soll von allen geehrt werden, weil er das Bild des Vaters ist.[14] In 臧nlicher Weise mahnt ein frhchristlicher Text: Liebt die Bischfe, die nach Gott Vater und Mutter sind.[15]

            Auch heute wird bei der Bischofsweihe auf diese v舩erliche Dimension hingewiesen. Der Bischof ist gerufen, fr das heilige Volk Gottes wie ein wahrer Familienvater mit v舩erlicher Liebe Sorge zu tragen, um es mit Hilfe der Priester und Diakone auf dem Heilsweg zu leiten.[16] Das bereits im II. Vatikanum erwachte neue Verst舅dnis von Kirche als Familie Gottes, macht das v舩erliche Bild des Bischofs noch deutlicher.[17]

            In Kontinuit舩 mit der Person Christi, der die ursprngliche Ikone des Vaters und die Offenbarung seiner Gegenwart und seines Erbarmens ist, wird auch der Bischof durch die sakramentale Gnade lebendiges Bild des Herrn Jesus als Haupt und Br舫tigam der ihm anvertrauten Kirche. In ihr vollzieht er als Priester den Dienst der Heiligung, des Gottesdienstes und des Gebets; als Lehrer den Dienst der Verkndigung, der Katechese und Lehre; als Hirt die Aufgabe, das Volk zu fhren und zu leiten. Diese Dienste mu゚ er mit den Charaktereigenschaften des guten Hirten ausben: die N臘hstenliebe, das Erkennen der Herde, die Sorge fr alle, die caritative T舩igkeit fr die Armen, die Pilger, die Notleidenden, die Suche der verirrten Schafe, um sie zu dem einen Schafstall der Kirche zurckzufhren.[18]

            Das alles ist mglich, weil der Bischof in seiner Weihe in Flle die Salbung des Heiligen Geistes empf舅gt, der am Pfingsttag auf die Apostel herabgekommen ist. Dieser Geist des Hohenpriestertums bef臧igt den Bischof innerlich - indem er ihn Christus gleichgestaltet -, die lebendige Fortfhrung seines Geheimnisses fr seinen mystischen Leib zu sein.

            Dieses trinitarische Verst舅dnis des Lebens und Dienstes des Bischofs kennzeichnet auch in ganzer Tiefe seine st舅dige Beziehung zum Geheimnis, das auch in der Kirche, dem Bild der Dreifaltigkeit, aufscheint, in dem von der Einheit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes in Frieden und Eintracht versammelten Volk.[19]

 

Die kirchliche Ikone des Bischofs

41.       Die bischflichen Aufgaben und Insignien, die der Bischof in seiner Bischofsweihe als Zeichen der Gnade und des Amtes empf舅gt, haben wegen ihrer kirchlichen Symbolik eine gro゚e Aussagekraft.

            Das Evangeliumbuch, das dem Bischof auf das Haupt gelegt wird, ist Zeichen eines ganz dem Wort Gottes untergeordneten Lebens, das der geduldigen Verkndigung des Evangeliums mit der vollst舅digen Lehre gewidmet ist.

            Der Ring ist das Symbol der Treue zur Kirche, die er in der Integrit舩 des Glaubens und der Reinheit des Lebens als die Braut Christi bewahren mu゚. Die Mitra verweist auf die bischfliche Heiligkeit und auf die Krone der Herrlichkeit, die der oberste Hirt seinen treuen Dienern verleihen wird. Der Bischofsstab ist das Symbol der Aufgabe des guten Hirten, der fr die ihm vom Heiligen Geist anvertraute Herde Sorge tragen und sie leiten mu゚.[20]

            Auch das Pallium, das die Bischfe im Orient seit je und einige Bischfe jetzt im Westen empfangen, hat verschiedene und vielf舁tige Bedeutung. Fr die Metropoliten, die es im Westen empfangen, ist es Zeichen der Gemeinschaft mit dem Papst, Symbol der Einheit, Verpflichtung der Gemeinschaft mit dem Apostolischen Stuhl, Band der Liebe und Ansporn zur Standhaftigkeit im Bekenntnis und Schutz des Glaubens. Das Pallium hatte aber als omophorion der Bischfe in den orientalischen Kirchen in frhchristlicher Zeit und jetzt noch andere Bedeutungen von gro゚em geistlichen und kirchlichen Wert. Es ist aus Wolle gewebt und mit Kreuzen geschmckt. Es ist das Emblem des Bischofs, der mit Christus, dem guten Hirten, der sich geopfert und das Leben fr die Herde hingegeben hat, das verirrte Lamm auf die Schultern nimmt; es bedeutet die Sorge fr alle, besonders fr diejenigen, die sich vom Schafstall entfernt haben. So hei゚t es nach stlicher[21] und westlicher[22] Tradition.

            Das Kreuz, das der Bischof sichtbar auf der Brust tr臠t, ist sprechendes Zeichen seiner Zugehrigkeit zu Christus, des Bekenntnisses seines Vertrauens in ihm und der Kraft, die st舅dig aus dem Kreuz des Herrn fr das Geschenk des Lebens geschpft wird. Es ist keineswegs ein Juwel oder ein 舫゚erer Schmuck, sondern stellt das siegreiche Kreuz Christi dar, das Zeichen der Hoffnung, nach dem Wort des Apostels: "Ich aber will mich allein des Kreuzes Jesu Christi, unseres Herrn, rhmen, durch das mir die Welt gekreuzigt ist und ich der Welt" (Gal 6,14).

            Diese einfachen Hinweise sollen die der Feier der Bischofsweihe innewohnende tiefe Symbolik deutlich machen.

            All dies ist gekennzeichnet von der Universalit舩 derer, die die Bischofsweihe empfangen haben und in Gemeinschaft mit dem Papst dem Bischofskollegium angehren und mit ihm die Sorge fr die ganze Kirche teilen.[23]

 

 Der Geist der Heiligkeit

42.       Aus der Rolle des Bischofs, wie sie in den Worten und Riten der Weihe Ausdruck findet, erw臘hst die Berufung zur Heiligkeit, seine besondere Spiritualit舩, sein Weg zur Heiligkeit und Vollkommenheit gem葹 dem Evangelium. Diese Tradition wird vom west- und ostkirchlichen Riten bekr臟tigt, die dem Bischof die Flle der Heiligkeit zuschreiben, die dieser vor Gott und in Gemeinschaft mit den Gl舫bigen leben mu゚.

            Das alte Eucologium von Serapion bringt diesen Gedanken im Gebet der Bischofsweihe zum Ausdruck: "Gott der Wahrheit, mach deinen Diener zu einem lebendigen Bischof, einem heiligen Bischof in der Nachfolge der heiligen Apostel. Und gib ihm die Gnade des gttlichen Geistes, den du den treuen Dienern, den Propheten und Patriarchen verliehen hast".[24]

            Es handelt sich um einen Ruf zur Heiligkeit, der in der Hirtenliebe, im st舅digen Dienst des Herrn, in der Darbringung der heiligen Gaben, im Dienst der Sndenvergebung gelebt wird, Ihm durch Milde und Reinheit, in der Selbsthingabe als wohlriechendes Opfer, wohlgef舁lig.[25]

            Aus diesen Voraussetzungen erw臘hst fr den Bischof der Ruf zur eigenen Heiligkeit kraft des empfangenen Geschenkes und des ihm aufgetragenen Heiligungsdienstes.

 

II. Die Heiligung im eigenen Dienstamt

Das geistliche Leben des Bischofs

43.       Das geistliche Leben des Bischofs als Leben in Christus gem葹 dem Heiligen Geist wurzelt in der Gnade der Sakramente der Taufe und Firmung, wo er als "christifidelis", in Christus wiedergeboren, bef臧igt wurde, an Gott zu glauben, auf ihn zu hoffen und ihn mit Hilfe der gttlichen Tugenden zu lieben und unter dem Antrieb des Heiligen Geistes kraft seiner heiligen Gaben zu handeln. Denn der Bischof unterscheidet sich von den anderen Jngern des Herrn, die in ihn eingegliedert und Tempel des Heiligen Geistes wurden. Der Bischof lebt seine christliche Berufung als Jnger und Apostel im Bewu゚tsein seiner persnlichen Beziehung zu Christus. Augustinus hat das in dem bekannten Ausspruch, auf seine Gl舫bigen bezogen, gut ausgedrckt: "Fr euch bin ich Bischof, mit euch bin ich Christ".[26]

            Auch der Bischof ist getauft und gefirmt, er wird gen臧rt von der heiligen Eucharistie und bedarf der Vergebung des Vaters auf Grund der menschlichen Schwachheit. Er mu゚ auch zusammen mit den Priestern seines Presbyteriums bestimmte geistliche Wege gehen, da er auf Grund der neuen Wrde, die ihm mit dem Weihesakrament verliehen wurde, zur Heiligkeit berufen ist.[27]

44.       Es handelt sich um eine "eigene" Spiritualit舩, die dazu anleitet, in Glaube, Hoffnung und Liebe in der Gemeinschaft das Amt als Verkndiger, Liturge und Fhrer zu leben. Es ist eine kirchliche Spiritualit舩, weil jeder Bischof Christus, dem Hirten, nachgebildet ist, um die Kirche mit der Liebe Christi, des Br舫tigams, zu lieben und ihr zu dienen.

            Es ist nicht mglich, Christus zu lieben und in der Vertrautheit mit ihm zu leben, ohne die Kirche zu lieben, die von Christus geliebt wird. Denn man hat den Geist Gottes in dem Ma゚, in dem man die Kirche liebt, "eins in allen und ganz in allen; einfach in der Pluralit舩 durch die Einheit des Glaubens, vielfach in jedem auf Grund des Bandes der Liebe und der Vielfalt der Charismen".[28] Nur aus der Liebe zur Kirche, die Christus so sehr geliebt hat, da゚ er sein Leben fr sie hingab (Eph 5,25), geht eine Spiritualit舩 in so vollendetem Ma゚ hervor wie das, in dem der Herr die Menschen geliebt hat, das hei゚t bis zum Tod am Kreuz.

            Es ist eine Spiritualit舩 kirchlicher Gemeinschaft mit dem Ziel, die Kirche mit wachsamer Aufmerksamkeit aufzubauen, so da゚ die mit dem Hirtendienst verbundenen Worte und Werke, Gesten und Entscheidungen die Zeichen der dreifaltigen Dynamik von Communio und Missio sind.


[1] S. Augustinus, Serm. 340/A,9: PLS 2,644.

[2] Ioannes Paulus II, Ansprache an die sterreichischen Bischfe beim ad limina Besuch (6.07.1982), 2 : AAS 74 (1982) 1123.

[3] Cf. Missale Romanum, Dominica IV Pasch, Antif. ad communionem: ォSurrexit Pastor bonus qui animam suam posuit pro ovibus suis et pro grege suo mori dignatus estサ.

[4] Sacra Congregatio Pro Episcopis, Direct. Ecclesi imago (22.02.1973), 22.

[5] Cf. s. Augustinus, Tractatus 123 in Ioannem: PL 35, 1967.

[6] Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 21.

[7] Cf. ibid.

[8] Cf. Pontificale Romanum, De ordinatione episcopi, 39, Homilia.

[9] Cf. Clemens Romanus, Epist. ad Corinthos, 42-44: Patres apostolici I, Ed. F. X. Funk, Tubing 1901, 154-159.

[10] Pontificale Romanum, De ordinatione episcopi,39, Homilia.

[11] Cf. s. Ir誅eus, Adversus h誡eses, IV, 20, 1.3: PG 7, 1032; Demonstratio pr訶icationis apostolic, 11, Sources Chr騁. 62, 48-49; cf. Catechismus Ecclesi Catholic, 704.

[12] Cf. Pontificale Romanum, De ordinatione episcopi, 47, Prex ordinationis.

[13] Cf. s. Ignatius Antiochenus, Ad Magnesios, 6, 1; 3, 1: Patres apostolici I, ed. F.X. Funk, Tubing 1901, 232-233; 234-235.

[14] Cf. s. Ignatius Antiochenus, Ad Trallianos 3, 1: ibid., p. 244-245.

[15] Didascalia apostolorum II, 33, 1, in Didascalia et Constitutiones apostolorum, II, ed. F.X. Funk, Paderborn 1905, 114-105.

[16] Cf. Pontificale Romanum, De ordinatione episcopi, 40, p. 13: Promissio electi. ォPlebem Dei sanctam [] ut pius pater fovere et in viam salutis dirigereサ.

[17] Cf. Conc. 慶um. Vat. ii, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 6.28; ioannes paulus ii, Adhort. apost. postsyn. Ecclesia in Africa (14.09.1995), 65: AAS 88 (1996) 41.

[18] Cf. Pontificale Romanum, De ordinatione episcopi, 40, p. 14: Promissio electi.

[19] Cf. Cyprianus Episcopus, De oratione dominica, 23: PL 4, 553: ォSacrificium Deo maius est pax nostra et fraterna concordia, et de unitate Patris, et Filii et Spiritus Sancti, plebs adunataサ; (cf. Conc. 慶um. Vat. ii, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 4).

[20] Cf. Pontificale Romanum, De ordinatione episcopi, 50-54, p. 26-27: Unctio capitis et traditio Libri Evangeliorum atque insignum.

[21] Cf. Isidorus Pelusiota Erminio comiti, Epistularum lib. I, 136: PG 78, 271-272: ォId autem amiculum, quod sacerdos humeris gestat, atque ex lana, non ex lino contextum est, ovis illius, quam Dominus aberrantem qusivit inventamque humeris suis sustulit, pellem designat. Episcopus enim qui Christi typum gerit, ipsius munere fungiturサ.

[22] Cf. Benedictus xiv, Const. Rerum ecclesiasticarum (12.08.1748): De pallii benedictione et traditione in S.D.N. Benedicti Pap XIV Bullarum, tom. II, 494-497: ォUt quam mystic repr誑entant pastoralis offici plenitudinem, atque excellentiam, pleno quoque operentur effectu [] Sit boni magnique illius imitator pastoris, qui errantem ovem humeris suis impositam adunavit, pro quibus animam posuitサ.

[23] Cf. Pontificale Romanum, De ordinatione episcopi, 49-45, p. 26-27: Unctio capitis et traditio Libri Evangeliorum atque insignum.

[24] Sacramentarium Serapionis, 28, in Didascalia et Constitutiones Apostolorum, II, Ed. F.X. Funk, Paderborn 1905, 191.

[25] Cf. Pontificale Romanum, De ordinatione episcopi, 47, p. 24-25: Prex ordinationis.

[26] S. Augustinus, In natale episcopi: CCL 104, 919, 1: ォVobis enim sum episcopus; vobiscum sum christianus. Illud est nomen suscepti officii, hoc grati; illud periculi est, hoc salutisサ.

[27] Cf. Conc. 慶um. Vat. ii, Presbyterorum ordinis, cap. III; cf. Ioannes Paulus ii, Adhort. apost. postsyn. Pastores dabo vobis (25.03.1992) cap. III.

[28] Cf. S. Petrus Damianus, Opusc. XI (Liber qui appellatur Dominus vobiscum) 5: PL 145, 235; cf. s. Augustinus, In Ioann. 32, 8: PL 35, 1645.

Eine authentische Hirtenliebe

45.       Angelpunkt der besonderen Spiritualit舩 des Bischofs ist die Ausbung seines Amtes, das innerlich vom Glauben, von der Hoffnung und insbesondere von der Hirtenliebe inspiriert wird; sie ist die Seele seines Apostolates in einer pastoralen Dynamik "pro -existentia", ein Leben fr Gott und fr die anderen wie Christus, zum Vater hin und ganz im Dienst der Brder und Schwestern, in der t臠lichen Selbsthingabe eines unentgeltlichen Dienstes der Liebe in Gemeinschaft mit der Dreifaltigkeit. "Die Hirten der Herde Christi mssen nach dem Bild des ewigen Hohenpriesters - bekr臟tigt Lumen gentium - heilig und freudig, demtig und kraftvoll ihr Amt ausben, das auch fr sie, wenn sie es so erfllen, das hervorragende Mittel der Heiligung ist. Sie wurden zur Flle des Priestertums erw臧lt und sind mit sakramentaler Gnade beschenkt, damit sie durch Gebet, Opfer und Verkndigung, durch jede Weise ihres bischflichen Sorgens und Dienens vollkommen das Amt der Hirtenliebe ausben, nicht frchten, ihr Leben fr ihre Schafe einzusetzen, und als Vorbild fr die Herde (vgl. 1 Petr 5,3) die Kirche auch durch ihr Beispiel zu t臠lich gr゚erer Heiligkeit voranfhren".[1]

            Schon das Pastoraldirektorium Ecclesiae imago hatte ein ganzes und ausfhrliches Kapitel den fr einen Bischof notwendigen Tugenden gewidmet.[2] Au゚er den Hinweisen auf die bernatrlichen Tugenden des Gehorsams, der vollkommenen Enthaltsamkeit aus Liebe zum Reich Gottes, der Armut, der pastoralen Klugheit und der Beharrlichkeit findet sich in diesem Kontext auch ein Hinweis auf die gttliche Tugend der Hoffnung, auf die sich der Bischof mit fester Gewi゚heit sttzt, dadurch von Gott alles  Gute erwartet und sein ganzes Vertrauen auf die gttliche Vorsehung setzt, "eingedenk der heiligen Apostel und der altehrwrdigen Bischfe, die auch gro゚e Schwierigkeiten und Hindernisse aller Art erfuhren und doch das Evangelium Gottes mit aller Unerschrockenheit predigten".[3]

            Viele Bischfe waren Vorbilder theologischer Weisheit und der Hirtenliebe von den ersten Jahrhunderten des Christentums an bis zum 20. Jahrhundert. Sie haben in ihrem Leben den Dienst der Verkndigung und Katechese, die Feier der heiligen Geheimnisse und das Gebet, den apostolischen Eifer und die tiefe Liebe zum Herrn miteinander verbunden. Sie haben Kirchen gegrndet, die Sitten reformiert, die Wahrheit geschtzt. Sie waren mutige Zeugen im Martyrium und pr臠ten die Gesellschaft durch Initiativen der N臘hstenliebe und Gerechtigkeit, durch mutige Gesten zugunsten des eigenen Volkes angesichts der M臘htigen der Welt.[4]

 

Der Verkndigungsdienst

46.       Der Bischof soll seine Spiritualit舩, die in der Hirtenliebe wurzelt und im dreifachen Dienstamt der Lehre, Heiligung und Leitung Ausdruck findet, nicht nebenbei, sondern in enger Verbindung mit seinen Amtsaufgaben leben.

            Der Bischof ist vor allem Diener der Wahrheit, die rettet, nicht nur um die Menschen zu lehren und zu informieren, sondern auch um sie zur Hoffnung und damit zum Fortschreiten auf dem Weg der Hoffnung anzuleiten. Wenn also ein Bischof wirklich als Zeichen, Zeuge und Diener der Hoffnung vor sein Volk treten will, mu゚ er sich in ganzer Anh舅glichkeit und voller Verfgbarkeit vom Wort der Wahrheit n臧ren nach dem Vorbild der heiligen Gottesmutter Maria, "die geglaubt hat, da゚ sich erfllt, was der Herr ihr sagen lie゚" (Lk 1,45).

            Weil dieses gttliche Wort auch in der Heiligen Schrift enthalten ist und darin zum Ausdruck kommt, mu゚ ein Bischof st舅dig durch h舫figes Lesen und eifriges Studium auf sie zurckgreifen.[5] Er tut es nicht nur deshalb, weil er, wrde er es nicht im Innern hren,[6] sonst nach au゚en ein nutzloser Prediger des Wortes Gottes w舐e, sondern auch, weil er seinen Dienst fr die Hoffnung aushhlen wrde. Der Bischof schpft aus der Schrift tats臘hlich Nahrung fr seine Spiritualit舩 der Hoffnung, um seinen Dienst als Verkndiger des Evangeliums wirklich zu erfllen. Nur so kann er sich wie der Apostel Paulus an seine Gl舫bigen mit den Worten wenden: "Alles, was einst geschrieben worden ist, ist zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch Geduld und durch den Trost der Schrift Hoffnung haben" (Rm 15,4).

            Im bischflichen Dienst wird die Option der Apostel vom Beginn der Kirche an erneuert: "Wir aber wollen beim Gebet und beim Dienst am Wort bleiben" (Apg 6,4). Wie Origenes schrieb: "Der Papst hat zwei Dinge zu tun: zum Einen: von Gott lernen, indem er die gttlichen Schriften liest und immer wieder ber sie nachdenkt; zum zweiten, das Volk unterweisen. Aber er mu゚ die Dinge lehren, die er selbst von Gott gelernt hat!".[7]

 

Beter und Lehrer des Gebets

47.       Der Bischof ist auch ein Mann des Gebets, der fr sein Volk eintritt durch die treue Feier des Stundengebets, dem er auch unter seinem Volk vorstehen mu゚.

            Im Bewu゚tsein, da゚ er nur durch sein eigenes persnliches Beten Lehrer des Gebets fr seine Gl舫bigen sein kann, wendet sich der Bischof an Gott, um mit dem Psalmisten die Worte zu wiederholen: "Ich warte auf dein Wort" (Ps 119,114). Denn das Gebet ist bevorzugte Ausdrucksform der Hoffnung, wie Thomas von Aquin schreibt, es ist "die ワbersetzerin der Hoffnung".[8]

            Aufgabe des Bischofs ist der Dienst des pastoralen und apostolischen Gebets vor Gott und fr sein Volk nach dem Vorbild Jesu, der fr die Apostel bittet (vgl. Joh 17) und des Apostels Paulus, der fr seine Gemeinden bittet (vgl. Eph 3,14-21; Phil 1,3-10). Denn der Bischof mu゚ in sein Gebet die ganze Kirche einschlie゚en, wobei er in besonderer Weise fr das ihm anvertraute Volk betet. Indem er Jesus in der Wahl seiner Apostel nachahmt (vgl. Lk 6,12-13), unterbreitet er dem Vater durch Christus im Heiligen Geist alle seine pastoralen Initiativen, Erwartungen und Hoffnungen. Und der Gott der Hoffnung erfllt ihn mit aller Freude und mit allem Frieden im Glauben, damit er reich wird an Hoffnung in der Kraft des Heiligen Geistes (vgl. Rm 15,13).

            Ein Bischof mu゚ auch Gelegenheiten suchen, in denen er das gemeinsame Hren des Wortes Gottes und das Gebet zusammen mit dem Presbyterium pflegt, gegebenenfalls auch mit den st舅digen Diakonen, mit den Seminaristen und mit den Ordensleuten der Teilkirche und, wo und wann es mglich ist, auch mit den Laien, insbesondere mit denen, die ihr Apostolat gemeinschaftlich leben.

            Auf diese Weise frdert er den Geist der Communio, er sttzt ihr geistliches Leben und erweist sich als "Fhrer der Vollkommenheit" in seiner Teilkirche. Er bemht sich, "die Heiligkeit der Kleriker, Ordensleute und Laien nach der Berufung eines jeden zu frdern".[9] Zugleich st舐kt er in sich auch die Bande der kirchlichen Beziehungen, in die er als sichtbarer Mittelpunkt der Einheit eingegliedert wurde.

            Er nutzt auch die Gelegenheit, um mit den bischflichen Mitbrdern, vor allem den benachbarten der gleichen Kirchenprovinz oder Region 臧nliche Augenblicke der geistlichen Begegnung zu verbringen. Bei diesen Begegnungen kann man die Freude erleben, die aus dem Zusammensein unter Brdern erw臘hst (vgl. Ps 133,1). Au゚erdem kommt die kollegiale Liebe zum Ausdruck und wird gest舐kt.

Von der Gnade der Sakramente gen臧rt

48.       Die Wirksamkeit der pastoralen Leitung eines Bischofs und seines Zeugnisses fr Christus, die Hoffnung der Welt, h舅gt zum gro゚en Teil von der Authentizit舩 der Nachfolge des Herrn und von seiner gelebten Freundschaft mit Ihm ab.

            Nur die Heiligkeit ist prophetische Verkndigung der Erneuerung, ddie der Bischof im eigenen Leben durch die Ann臧erung an jenes Ziel vorwegnimmt, zu dem er seine Gl舫bigen fhrt. Dennoch sprt auch er wie jeder Christ auf seinem geistlichen Weg die Notwendigkeit zur Umkehr, weil er sich der eigenen Schw臘hen, der eigenen Mutlosigkeit und der eigenen Snde bewu゚t ist. Aber - so lehrte der hl. Augustinus - wem die Snde nicht verwehrt wurde, der kann sich auch die Hoffnung nicht verwehren,[10] und deshalb nimmt der Bischof das Sakrament der Bu゚e und der Vershnung zu Hilfe. Wer die Hoffnung hat, Kind Gottes zu sein und ihn zu sehen, wie er ist, heiligt sich, so wie der himmlische Vater heilig ist (vgl. 1 Joh 3,3).

            Auch die Apostel, denen der auferstandene Jesus das Geschenk des Heiligen Geistes fr die Sndenvergebung mitgeteilt hat (vgl. Joh 20,22-23), mu゚ten vom Herrn das Wort des Friedens empfangen, das vershnt, und die Bitte der Liebesreue, die heilt (vgl. Joh 20, 19.21; 21, 15 f.).

            Zweifellos ist es ermutigend fr das Volk Gottes, an erster Stelle den eigenen Bischof das Sakrament der Vershnung empfangen zu sehen, wenn dieses bei besonderen Anl舖sen in Gemeinschaft unter seiner Leitung gefeiert wird.

            Auch aus der Feier der heiligen Liturgie bezieht der Bischof zusammen mit dem ganzen Volk Gottes Nahrung fr die Hoffnung. Denn wenn sie ihre irdische Liturgie feiert, hat die Kirche durch die Hoffnung vorauskostend an der Liturgie des himmlischen Jerusalem teil, zu dem sie pilgernd unterwegs ist, wo Christus sitzt zur Rechten Gottes, "der Diener des Heiligtums und des wahren Zeltes, das der Herr selbst aufgeschlagen hat, nicht etwa ein Mensch" (Hebr 8,2).[11]

49.       Alle Sakramente der Kirche, besonders die Eucharistie, sind Ged臘htnis der Worte, der Werke und der Geheimnisse des Herrn; sie sind erneute Darstellung der von Christus ein fr allemal gewirkten Erlsung und Vorwegnahme der vollen Inbesitznahme, die das Geschenk der Endzeit sein wird.[12] Bis dahin feiert die Kirche die Sakramente als wirksame Zeichen der Erwartung, der Bitte und der Hoffnung.

            Die Spiritualit舩 des bischflichen Dienstes ist im Orient wie im Okzident mit der Feier der heiligen Geheimnisse verbunden, die der Bischof leitet und zusammen mit seinem Presbyterium, den Diakonen und dem heiligen Volk Gottes feiert.

            Die Vielfalt der Riten der Kirche und ihre Besonderheit im Orient wie im Okzident pr臠t das Leben des Volkes Gottes, verleiht ihm Identit舩 und ist Quelle einer reichen kirchlichen Spiritualit舩. Deshalb mu゚ der Bischof als der Hohepriester seines Volkes nicht nur sorgf舁tig die heiligen Geheimnisse feiern, sondern ihre Feier zu einer authentischen Schule der Spiritualit舩 fr das Volk machen. Dabei ist es hilfreich, da゚ er in der Theologie und bischflichen Liturgie Bescheid wei゚, wie sie im C誡emoniale episcoporum dargelegt ist.[13]

            Indem sie die liturgischen Feiern beibehalten, knnen die Bischfe der orientalischen Kirchen, dem eigenen reichen liturgischen Erbe getreu, in voller ワbereinstimmung mit den geistlichen Werten der eigenen Riten in Gemeinschaft leben und handeln.[14]

 

Als Hoherpriester unter seinem Volk

50.       Unter den liturgischen Handlungen gibt es einige, in denen die Anwesenheit des Bischofs eine besondere Bedeutung hat. Vor allem die Chrisammesse, w臧rend der das Katechumenen- und das Krankenl gesegnet sowie der heilige Chrisam geweiht werden: Sie ist der Hhepunkt, in dem die Ortskirche sich darstellt, weil der Herr sie feiert, der ewige Hohepriester seines eigenen Opfers. Fr einen Bischof ist sie ein Augenblick gro゚er Hoffnung, denn er findet die Dizesanpriester um sich versammelt, um gemeinsam vor dem freudvollen Horizont von Ostern auf den Hohenpriester zu blicken und so die Gnade des Weihesakramentes durch die Erneuerung der Versprechen wiederzubeleben, die den Dienst der Priester in der Kirche vom Weihetag an besonders kennzeichnen. Bei dieser einmaligen Gelegenheit im liturgischen Jahr sind die gefestigten Bande der kirchlichen Communio gleichsam ein berzeugter Ausdruck der Hoffnung fr das Volk Gottes, das doch von vielerlei トngsten bedr舅gt wird.

            Hinzukommt die feierliche Liturgie der Weihe der neuen Priester und Diakone. W臧rend er die neuen Mitarbeiter des bischflichen Amtes und die neuen Mitarbeiter fr seinen Dienst von Gott empf舅gt, sieht der Bischof, da゚ der Heilige Geist, der donum Dei und dator munerum, seine Bitte um eine Flle von Berufungen und seine Hoffnungen fr eine Kirche erfllt hat, die noch reicher an Diensten geworden ist.

            Gleiches gilt fr die Spendung des Sakramentes der Firmung, deren ursprnglicher Spender der Bischof ist; im lateinischen Ritus ist er der ordentliche Spender.

            Auch in diesem Sakrament der Ausgie゚ung des Heiligen Geistes, das oft viel Zeit von den Hirten erfordert und ihnen Gelegenheit zum Pfarreibesuch bietet, lebt der Bischof einen Augenblick intensiver Spiritualit舩 und Gemeinschaft mit seinen Gl舫bigen, besonders mit den Jugendlichen. Die Tatsache, da゚ dieses Sakrament vom Dizesanbischof gespendet wird, zeigt, da゚ er die Empf舅ger enger mit dem Pfingstgeheimnis, mit der Kirche Gottes, mit ihren apostolischen Ursprngen und ihrer Sendung zum Zeugnis fr Christus und mit der Ortsgemeinschaft verbindet.[15]

 

Eine Spiritualit舩 der Communio

51.       Zeichen einer ausgepr臠ten Spiritualit舩 der Communio und wichtige Grundlage fr die Heiligkeit und Heiligung des Bischofs ist die Gemeinschaft mit dem Presbyterium, mit den Diakonen, den Ordensleuten und Laien sowohl im persnlichen Kontakt als auch bei den verschiedenen Anl舖sen. Sein ermutigendes Wort und seine geistliche Botschaft soll die aktive und heiligende Gegenwart Christi inmitten seiner Kirche und den Gnadenstrom des Heiligen Geistes sicherstellen, der ein besonderes Zeugnis der Einheit und Liebe bewirkt.

            Deshalb ist es angebracht, da゚ der Bischof auch durch seine Anwesenheit und sein Wort "Momente des Heiligen Geistes" anregt und frdert, die das Wachstum des geistlichen Lebens begnstigen, wie z. B. die Einkehrtage, die geistlichen Exerzitien und besondere Tage der Spiritualit舩. Dabei sind die sozialen Kommunikationsmittel zu nutzen, um auch die Menschen zu erreichen, die weiter entfernt leben.

            Der Bischof soll sich auch der gewohnten Mittel des geistlichen Lebens bedienen, wie Suche nach geistlichem Beistand und Rat, Freundschaft und brderliche Gemeinschaft, um der Gefahr der Vereinsamung und der Entmutigung angesichts der Schwierigkeiten zu entgehen.

            Er pflegt und frdert eine Spiritualit舩 der Communio mit den Pastoralassistenten durch Zuhren, Zusammenarbeit und ワbertragung von Aufgaben und Zust舅digkeiten.

            Ein besonderes Mittel zur Erhaltung und Belebung dieser Spiritualit舩 ist die affektive und effektive Gemeinschaft des Bischofs mit dem Papst und den brigen Bischfen durch das eigene Gebet und die persnlichen Beziehungen.

            Der Bischof ist in seinem Dienst nicht allein: Er mu゚ den Strom bderlicher Liebe schenken und empfangen, der aus der Beziehung mit den bischflichen Mitbdern in einem wahren ワben gegenseitiger Liebe erw臘hst, wie es Jesus von seinen Jnger forderte (vgl. Joh 13,34; 15, 12-13). So entsteht auch das Teilen von Gebet, der geistliche und pastorale Erfahrungsaustausch, die Unterscheidungshilfe.

            Darum sind die Gelegenheiten zu Dialog und Teihabe, die geistlichen Einkehrtage, die Zeiten der Entspannung und Ruhe wichtig, in denen auch die Bischfe die Communio und die Hirtenliebe ben knnen.

 

Frderer einer pastoralen Spiritualit舩

52.       Er selbst ist gerufen, durch seinen Lebensstil und die Glaubwrdigkeit seiner Worte und Werke inmitten des Volkes der Frderer, der eine Pastoral der Heiligkeit anregt, und geistlicher Fhrer seiner Dizesanen zu sein. Die Berufung zur Heiligkeit verpflichtet den Bischof, auch Frderer der allgemeinen Berufung zur Heiligkeit in seiner Kirche zu sein. Zu diesem Zweck mu゚ er die Spiritualit舩 und Heiligkeit des Volkes durch entsprechende Initiativen frdern, indem er alte und neue Charismen als Zeichen des Reichtums des Heiligen Geistes anerkennt.

 

 

In Gemeinschaft mit der heiligen Gottesmutter

53.       In seinem geistlichen Leben wird der Bischof durch die besondere mtterliche Gegenwart Marias gesttzt, wenn er die Gottesmutter wie ein wahrer Sohn liebt und verehrt.

            Jeder Bischof ist gerufen, dieses besondere Anempfehlen Marias und des Jngers Johannes unter dem Kreuz (vgl. Joh 19,26-27) zu leben. Er ist auch gerufen, die Haltung des einmtigen und beharrlichen Betens der Jnger mit Maria, der Mutter Jesu, das von der Himmelfahrt bis Pfingsten anhielt (vgl. Apg 1,14), anzunehmen. Jeder Bischof und alle Bischfe in bderlicher Gemeinschaft sind im Hinblick auf ihren Dienst, ihre Gemeinschaft und ihre Hoffnung der mtterlichen Sorge Marias anvertraut.

            Das fhrt zu einer Marienverehrung in rechter Weise, die enge Verbindung mit der heiligen Gottesmutter im liturgischen Heiligungs- und Gottesdienst, in der Unterweisung der Glaubenslehre, im Leben und im Leitungsdienst bedeutet. Dieser marianische Stil in der Ausbung des bischflichen Dienstes ergibt sich aus dem marianischen Profil der Kirche.

 

III. Der geistliche Weg des Bischofs

Ein geistlicher Weg ist notwendig

54.       Die christliche Spiritualit舩 ist ein Weg mit Etappen, Prfungen und ワberraschungen in fortgesetzter Treue zur eigenen Berufung. Die Lebensabschnitte, das st舅dige Streben nach persnlicher Vollkommenheit und Heiligkeit gem葹 dem Plan Gottes helfen auch dem Bischof, in seinem Dienst einen echten geistlichen Weg zu sehen. In Freuden und Prfungen, die im Leben des Hirten nicht fehlen, lebt er seine eigene Geschichte und die seines Volkes. Ein Weg, den er seiner Schar voran in Treue zu Christus durch sein Zeugnis - wenn ntig auch ffentlich - bis zu Ende gehen mu゚.

            Er kann und und mu゚ ihn gehen in frohem Vertrauen und beseelt von der gttlichen Hoffnung, auch wenn er um seinen Rcktritt wird ansuchen mssen. Aber er darf nicht aufhren, bis zum Ende im Geist des Dienstes durch Gebet oder andere Aufgaben in entsprechender Form zu leben.

 

 

Mit dem geistlichen Realismus des Allt臠lichen

55.       Der geistliche Realismus lehrt auch zu erkennen, wie der Bischof seine Berufung zur Heiligkeit trotz seiner menschlichen Schwachheit und unter vielf舁tigen Verpflichtungen, Alltagschwierigkeiten und vielen persnlichen und institutionellen Problemen leben soll. Manchmal ger舩 der Bischof, von so vielen Verpflichtungen berlastet, in die Gefahr, von den Problemen erdrckt zu werden, ohne da゚ er gltige Antworten und Lsungen gefunden hat.

            Jeder Bischof erf臧rt t臠lich die Last des Lebens und der Geschichte. Auch auf ihm lasten die Verantwortung und die Anteilnahme an den Problemen und Freuden seiner Leute. Manchmal wird er dem Druck der Medien ausgesetzt angesichts von Ph舅omenen, die die Kirche und die Verteidigung der wahren Glaubenslehre und der Moral betreffen; er mu゚ ungerechten Anschuldigungen entgegentreten oder soziale Probleme bew舁tigen.

            Deshalb mu゚ er eine ausgewogene Lebensweise haben, die das geistliche, psychische und affektive Gleichgewicht und die Neigung zu zwischenmenschlichen Beziehungen frdert, so da゚ er die Personen anhrt und ihre Probleme teilt, an den traurigen oder frohen Ereignissen im Leben seiner Leute teilnimmt, die in ihm die Reife und Gte eines Vater und eines geistlichen Fhrers finden wollen.

            Der Bischof braucht Mut zu seinem mhevollen Dienst, wenn er sein Kreuz und die ruhmvolle Aufgabe, vereint mit dem gekreuzigten und verherrlichten Christus dienen zu drfen, t臠lich auf sich nimmt.

 

In Harmonie mit dem Gttlichen und Menschlichen

56.       Der Bischof ist gerufen, eine Spiritualit舩 zu pflegen, die der humanitas Jesu entspricht, in der er den gttlichen und menschlichen Aspekt seiner Weihe und Sendung zum Ausdruck bringen kann. Auf diese Weise bleibt er ausgewogen in seinen Verpflichtungen: die liturgische Feier und das persnliche Gebet, das Pastoralprogramm, die Sammlung und Ruhe, die rechte Entspannung und die erholsamen Ferien, das Studium und die theologische und pastorale Weiterbildung.

            Die Pflege der eigenen physischen, psychischen und geistigen Gesundheit und ein ausgewogener Lebensstil sind fr den Bischof auch ein Akt der Liebe gegenber den Gl舫bigen, eine Garantie gr゚erer Verfgbarkeit und ヨffnung fr die Eingebungen des Heiligen Geistes.

            Mit diesen Hilfen der Spiritualit舩 ausgerstet, findet er den Frieden des Herzens und vertieft die Gemeinschaft mit der Dreifaltigkeit, die ihn erw臧lt und geweiht hat. In der Gnade, die Gott ihm zusichert, kann er jeden Tag seinen Dienst erfllen, wobei er als Zeuge der Hoffnung auf die Bedrfnisse der Kirche und der Welt achtet.

            In der Tat erneuert der Bischof jeden Tag sein Vertrauen auf Gott und rhmt sich wie der Apostel seiner "Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes", denn er wei゚: "Bedr舅gnis bewirkt Geduld, Geduld aber Bew臧rung, Bew臧rung Hoffnung" (Rm 5, 2-4). Aus der Hoffnung erw臘hst auch die Freude. Denn christliche Freude bedeutet: frhlich in der Hoffnung sein (vgl. Rm 12,12); sie ist auch das Ziel der Hoffnung. Der Bischof, Zeuge der christlichen Freude, die aus dem Kreuz hervorgeht, mu゚ nicht nur von der Freude sprechen, sondern auch "die Freude erhoffen" und sie vor seinem Volk bezeugen.[16]

 

Treue bis zum Ende

57.       Der Bischof soll geduldig in der Hoffnung ausharren, wenn er in seiner Amtsausbng durch Krankheit geprft oder vom Herrn so gefhrt wird, da゚ er sein Hinscheiden als Opfergabe fr die ihm anvertrauten Gl舫bigen leben mu゚; oder wenn er berufen ist, unter den schwierigen Umst舅den der Verfolgung und des Martyriums fr Christus Zeugnis zu geben, wie es nicht selten geschehen ist, und wie es heute noch geschieht.

            Auch das sind wertvolle Gelegenheiten, damit das ganze ihm anvertraute Volk wei゚, da゚ sein Hirt wie Christus am Kreuz die totale Selbthingabe lebt.

            Deshalb ist es auch schn zu sehen, wenn dem Bischof, der um seine schwere Krankheit weiβ, das Sakrament der Krankensalbung und die Wegzehrung im Beisein des Klerus und des Volkes feierlich gespendet werden.[17]

            Mit diesem letzten Zeugnis seines irdischen Lebens hat er Gelegenheit, seine Gl舫bigen zu lehren, da゚ man nie die Hoffnung verlieren darf und da゚ alles Leid des gegenw舐tigen Augenblicks von der Hoffnung auf die zuknftigen Wirklichkeiten gelindert wird. Im letzten Akt seines Fortgehens aus dieser Welt zum Vater kann er die Zielsetzung seines Dienstes in der Kirche umfassend vorleben: die Shne und Tchter der Kirche auf das eschatologische Ziel hinzuweisen, wie Mose dem Volk Israel das verhei゚ene Land gezeigt hat (vgl. Dt 34,1 f.).

            Folglich mssen auch das Ende seines geistlichen Weges, der Tod, und die feierliche Beisetzung in der Bischofskirche ein bedeutender geistlicher Moment fr das Leben der Gl舫bigen sein, ein Hymnus der Auferstehung des Herrn, der seine treuen Diener aufnimmt. Es ist eine gnstige Gelegenheit, der Kirche die Niederschrift eines geistlichen Testaments als Erinnerung an einen Freund und Nachbarn neben der Schar von Hirten, die ihm in der Teilkirche vorangegangen sind, zu hinterlassen.

 

Das Vorbild heiliger Bischfe

58.       Der geistliche Weg des Bischofs wird von der gro゚en Schar kirchlicher Hirten erhellt, die seit der Zeit der Apostel das Leben der Kirche immer und allerorts durch ihre Vorbildlichkeit gepr臠t haben. Es ist unmglich, alle diese Vorbilder zu nennen, die in der Kirche herausragen und deren Heiligkeit von der Kirche anerkannt wurde oder noch anerkannt werden wird. Aber ihre Namen und Gesichter sind im Leben der Weltkirche und der Ortskirchen gegenw舐tig, auch in der Feier des liturgischen Jahreskreises und in den Schriftlesungen des Stundengebets.

            Wir denken an die heiligen Hirten, die vom Anfang der Kirche an die Heiligkeit des Lebens mit der Verkndigung und Weisheit und mit dem pastoralen und auch sozialen Gehalt der Botschaft des Evangeliums verbunden haben. Manche von ihnen haben ihr Leben durch das Blutzeugnis hingegeben. Es gibt Hirten, die Kirchengrnder sind und als heilige Schutzpatrone verehrt werden.

            Es gab Hirten, die durch ihre Lehre hervorgetreten sind und einen besonderen Beitrag zu den kumenischen Konzilien geleistet haben; sie haben mit Weisheit Reformen und Erneuerungen durchgefhrt. Viele Missionare sind heilige Bischfe, die das Evangelium in neue Erdteile getragen und das Leben der jungen Ortskirchen gestaltet haben. Bis in unsere Tage fehlt es nicht an Glaubenszeugen, die durch Kerkerhaft, Exil und andere Leiden ihre Treue zur katholischen Kirche und zur Gemeinschaft mit dem Stuhl Petri bezahlt haben. Andere Hirten haben als Verteidiger der Religions- und Menschenrechte unter schwierigen Umst舅den das Leben fr ihr Volk hingegeben.

            Die geistliche Gemeinschaft mit diesen Hirten ist Grund zur Hoffnung und Quelle apostolischen Eifers. Jeder Bischof sieht darin den Ausdruck der Gnade und Kraft des Heiligen Geistes und das Ma゚ der Treue, zu der er im eigenen Hirtendienst berufen ist.



3. Kapitel

Das Bischofsamt Dienst der Gemeinschaft

und Sendung in der universalen Kirche

 

Freunde Christi, von Ihm erw臧lt und ausgesandt

59.       Jesu Worte beim letzten Abendmahl, besonders im 15. Kapitel des Johannesevangeliums betreffen die Berufung der Apostel im Hinblick auf die Gemeinschaft und Sendung. Jesus spricht vom Weinstock und den Reben in einem biblischen Gleichnis, das ganz deutlich die Notwendigkeit der Gemeinschaft und die Fruchtbarkeit der Sendung zum Ausdruck bringt. Obwohl Jesu Wort eine kirchliche und eucharistische Bezugnahme hat, die alle Gl舫bigen umfa゚t, so ist es doch in erster Linie fr den Kreis der Apostel und deren Nachfolger bestimmt.

            In Jesu Bildrede vom Weinstock und den Reben wird die dreifaltige Dynamik der Gemeinschaft und Sendung verdeutlicht. Der Vater ist der Winzer; Christus ist der wahre Weinstock; der Lebenssaft der Gemeinschaft und Fruchtbarkeit ist der Heilige Geist, der die mit dem Weinstock verbundenen Reben lebendig macht, die dazu bestimmt sind, reiche und dauerhafte Frucht zu bringen. Im Mittelpunkt dieses Gleichnisses steht eine Grundlehre: Die Jnger Jesu sind zur Lebensgemeinschaft mit Christus, mit seinem Wort und seinen Geboten berufen, um durch Gottes "Rebenschnitt" zu wachsen und reiche Frucht zu bringen (Joh 15,1-10).

            Daraus folgt die Notwendigkeit der Gemeinschaft mit Christus und in ihm mit dem Vater und dem Heiligen Geist im mystischen Weinstock, in den die Kirche eingebettet ist.

            "... getrennt von mir knnt ihr nichts vollbringen" (Joh 15,5). Das Gleichnis vom Weinstock im Johannesevangelium will sagen, da゚ Jesus seinen Jngern die Gemeinschaft mit ihm als treue gttliche Freundschaft anbietet: "Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch auftrage" (Joh 15,14). Die Freundschaft Christi schlie゚t die Teilhabe am Wissen um die Geheimnisse des Vaters ein, das Geschenk des Lebens bis zum Tod, die Gemeinschaft in gegenseitiger Liebe. Sie setzt von seiten Jesu und in Kontinuit舩 mit seiner Sendung, die vom Vater kommt, die Wahl und die missionarische Aussendung der Jnger voraus: "Nicht ihr habt mich erw臧lt, sondern ich habe euch erw臧lt und dazu bestimmt, da゚ ihr euch aufmacht und Frucht bringt und da゚ eure Frucht bleibt" (Joh 15,16). Vom Jnger wird die Treue zum Wort und zur Sendung verlangt.

60.       Der Bischof tr臠t als lebendiger Rebzweig, der im Weinstock, in Christus, bleibt und sein Freund, Jnger und Apostel ist, in seinem Innern die persnliche und dienstliche Berufung zur Communio und Missio.

            In der Dynamik der apostolischen Nachfolge, nicht nur als Autorit舩str臠er, sondern als trinitarische Ausdehnung von Communio und Missio verstanden, wurzelt die Identit舩 des Bischofs in der Kirche. Vom Herrn erw臧lt und zur st舅digen Gemeinschaft mit ihm berufen und in die Welt gesandt, identifiziert er sich mit der Person Jesu in der Weitergabe des gttlichen Lebens, in der Gemeinschaft der Liebe und im Opfer seines Lebens.

 

I. Der bischfliche Dienst in einer Ekklesiologie der Communio

In der Kirche Ikone der Dreifaltigkeit

61.       Das II. Vatikanische Konzil hat in seiner theologischen Reflexion der Kirche als Ort der Glaubensgeheimnisse den Vorrang gegeben mit besonderem Augenmerk auf das Hauptthema Communio. Denn die Kirche wurde schon am Anfang der Konstitution Lumen gentium "Sakrament, das hei゚t Zeichen und Werkzeug fr die innigste Vereinigung mit Gott wie fr die Einheit der ganzen Menschheit" genannt.[18]

            Zu Recht hat das Schlu゚dokument der Sonderversammlung der Bischofssynode von 1985 bekr臟tigt: "Die Communio -Ekklesiologie ist der Grundgedanke und das Hauptanliegen in den Dokumenten des Konzils.[19] Der Begriff "Communio" trifft "den Kern der Selbsterkenntnis der Kirche".[20] Sie ist vertikal und horizontal, Gemeinschaft mit Gott und unter den Menschen,Geschenk der Dreifaltigkeit, sichtbarer und unsichtbarer Einsatz des Glaubens und der Liebe.[21]

            Die auf dem Wort Gottes und den Sakramenten, besonders der Eucharistie grndende kirchliche Communio, die im Glauben Ausdruck findet, in der Hoffnung grndet, von der Liebe beseelt wird und in der Einheit des Lehr- und Leitungsdienstes des Nachfolgers Petri und der Bischfe wurzelt, hat gleichzeitig Einigungskraft und missionarische Dynamik. トhnlich dem Geheimnis der Dreifaltigkeit, die Communio und Missio fr das Heil der Welt ist, ist die Kirche als lebendige Ikone der Dreifaltigkeit mit derselben Kraft des Heiligen Geistes Versammlung (ekklesa) und missionarische Offenbarung (Epiphanie) fr das Heil der Welt.

            Die Kirche mu゚ immer und berall in wachsendem Ma゚ Teilhabe und Sakrament der dreifaltigen Liebe zum Heil der Welt sein. Sie hat deshalb dieselbe Kraft des Heiligen Geistes, der in der Dreifaltigkeit das Prinzip der Communio und Missio in der Liebe ist.

62.       Die Kirche ist das Geheimnis und Sakrament, in dem die Evangelisierung und Katechese, die Feier der Geheimnisse, die kirchliche Spiritualit舩, die gelebte N臘hstenliebe der Christen, das Handeln und das missionarische Zeugnis konvergieren. Nur in einer authentischen kirchlichen Perspektive sind die moralischen Verpflichtungen, die pastoralen Pl舅e und Vorgehensweisen und die Wege der gelebten Spiritualit舩 verst舅dlich.

            Communio und Missio erfordern einander. Die Kraft der Communio l葹t die Kirche in der Ausdehnung und Tiefe wachsen. Aber die Missio l葹t auch die Communio wachsen, die sich wie in konzentrischen Kreisen ausdehnt, bis sie alle erreicht. In der Tat verbreitet sich die Kirche in den verschiedenen Kulturen und fhrt sie in das Reich,[22] so da゚ alles, was von Gott ausgegangen ist, zu Gott zurckkehren kann. Deshalb wurde bekr臟tigt: "Die Communio weitet sich zur Sendung aus, ja, sie wird selbst Sendung".[23]

            Die Communio entspricht dem Wesen der Kirche, sie erinnert daran, da゚ die Bestimmung aller Charismen die agape, die Gemeinschaft in der Einheit, in demselben Heilsplan und in demselben kirchlichen Projekt ist.

            Die Einheit der Kirche als Communio und Missio gehrt nicht nur zum Wesen ihres Geheimnisses und ihrer Aufgabe in der Welt; sie ist auch die Garantie und das Pr臠emal ihres gttlichen Handelns: Alles geht aus dem Plan des dreifaltigen Gottes hervor, der in seiner Einheit der Urgrund von allem und auch das Endziel von allem ist entsprechend der Sicht der Heilsgeschichte, in die die Menschheit und der Kosmos einbezogen sind.

 

In einer Ekklesiologie von Communio und Missio

63. Auch in unserer Zeit ist die Einheit Zeichen der Hoffnung, wenn es sich um die Vlker handelt und wenn vom menschlichen Einsatz fr eine vershnte Welt die Rede ist. Aber die Einheit ist auch Zeichen und glaubwrdiges Zeugnis der Authentizit舩 des Evangeliums. Hieraus erw臘hst auch in unserer Welt die Dringlichkeit der Einheit der Kirche und insbesondere der Einheit aller Jnger Christi, damit die Welt glaubt (vgl. Joh 17,21).

            Das dreifaltige Geheimnis, ein Geheimnis der Gemeinschaft in der Gegenseitigkeit, ist gleichsam das Bild der Lebensbeziehungen der Kirche, ihrer Sendung, ihrer Dienste und damit auch des bischflichen Dienstes.

 Diese Sicht ist ein Zeichen der Hoffnung fr die Welt angesichts der Spaltungen der Einheit, der Kontrapositionen, der Konflikte. Die St舐ke der Kirche ist die Gemeinschaft, ihre Schw臘he ist die Spaltung und Kontraposition.

64.       Der bischfliche Dienst ist in diese Ekklesiologie von Communio und Missio eingeordnet, die ein Handeln in Gemeinschaft, eine Spiritualit舩 und einen Lebensstil der Gemeinschaft erzeugt.

            Denn in diesem Dienst findet die Einheit der apostolischen Nachfolge im Bischofskollegium unter dem Petrusamt Ausdruck. Der Bischof ist die Mitte, in der die Teilkirche, die Gemeinschaft des Volkes Gottes, mit dem Presbyterium, den Diakonen, den Gott geweihten Personen und den Laien, konvergiert.

            Diese Gemeinschaft in der Einheit wird von der Hirtenliebe und der bernatrlichen Hoffnung auf die Verwirklichung des gttlichen Plans mit der Kraft des Heiligen Geistes gesttzt.

 



[1] Conc. 慶um. Vat. ii, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 41.

[2] Cf. Sacra Congregatio Pro Episcopis, Direct. Ecclesi imago (22.2.1973), pars I, cap. IV, 21-31.

[3] Ibid., 25.

[4] Cf. Ioannes Paulus ii, Predigt bei der Heilig-Jahr-Feier der Bischfe  (8.10.2000), 4: L丹sservatore Romano (8.-9.10. 2000) S. 5.

[5] Cf. Isidorus Hispalensis, De ecclesisticis officiis, lib. II, 16-17: PL 83, 785.

[6] Cf. s. Augustinus, Serm. 179, 1: PL 38, 966.

[7] Origenes, In Leviticum Hom. VI: PG 12, 474 C.

[8] Cf. S. Thoma aq., S. Th. II-II, q. 17, a. 4, 3: ォPetitio est interpretative speiサ.

[9] Conc. 慶um. Vat. ii, Decret. de past. Episcoporum munere in Ecclesia Christus Dominus, 15.

[10] Cf . S. Augustinus, Enarr. in psalm., 50, 5: PL 36, 588.

[11] Conc. 慶um. Vat. ii, Const. de Sacra liturgia Sacrosanctum concilium, 8.

[12] Cf. S. Thoma Aq., S. Th. III, q. 60, a. 3.

[13] Cf. C誡emoniale episcoporum, Editio typica, Typis Polyglottis Vaticanis, 1984.

[14] Cf. Ioannes Paulus ii, Epist. ap. Orientale lumen (2.05.1995): AAS 87 (1995) 745-794; cf. Congregatio pro Ecclesiis Orientalibus, Instruction pour l'application des prescriptions liturgiques du C.C.E.O (6.01.1996).

[15] Cf. Catechismus Ecclesi Catholic, 1313.

[16] Cf. Paulus vi, Adhort. ap. Gaudete in Domino (9.05.1975), I: AAS 67 (1975) 293.

[17] Cf. Sacra Congregatio Pro Episcopis, Direct. Ecclesi imago (22.02.1973), 89.

[18] Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 1.

[19] Cf. Relatio finalis, Exeunte c徼u II,C,1.

[20] Congregatio Pro Doctrina Fidei, Litt. Communionis notio (28.05.1992), 3: AAS 85 (1993) 839.

[21] Cf. ibid.

[22] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 13.

[23] Ioannes Paulus II, Adhort. apost. postsyn. Christifideles laici (30.12.1988), 31: AAS 81 (1989) 448

Einheit und Katholizit舩 des Bischofsamtes

65.       Im Namen Christi als Hirt einer Teilkirche gesandt, tr臠t der Bischof Sorge fr den Anteil des Volkes Gottes, der ihm anvertraut ist, und l葹t diese Communio im Heiligen Geist mit Hilfe des Evangeliums und der Eucharistie wachsen. Deshalb ist sein Auftrag, als einzelner sichtbares Prinzip und Fundament der Einheit des Glaubens, der Sakramente und der kirchlichen Ordnung in der ihm anvertrauten Teilkirche zu sein und sie mit der empfangenen Vollmacht zu vertreten und zu leiten.[1]

            Dennoch ist jeder Bischof Hirt einer Teilkirche, insofern er Mitglied des Bischofskollegiums ist. In dieses Kollegium ist jeder Bischof eingegliedert auf Grund der Bischofsweihe und durch die hierarchische Gemeinschaft mit dem Haupt und den Gliedern des Kollegiums.[2] Daraus erwachsen fr das Bischofsamt einige wichtige Konsequenzen, ber die es, wenn auch in geraffter Form, nachzudenken gilt.

            Die erste lautet: Der Bischof ist nie allein. Das gilt nicht nur, wie schon gesagt, in Bezug auf seine Stellung in der eigenen Teilkirche, sondern auch innerhalb der Universalkirche, die, dem Wesen des einen und ungeteilten Episkopats[3] entsprechend, mit dem ganzen Bischofskollegium, das auf das Apostelkollegium folgt, in Beziehung steht. Aus diesem Grund steht jeder Bischof gleichzeitig in Beziehung zur Teilkirche und zur Universalkirche.

            Als sichtbares Prinzip und Fundament der Einheit der eigenen Teilkirche ist jeder Bischof auch das sichtbare Band der ekklesialen Communio zwischen seiner Kirche und der Universalkirche. Alle Bischfe, auch wenn sie in den verschiedenen Teilen der Welt ihren Sitz haben, aber immer die hierarchische Communio mit dem Haupt des Bischofskollegiums und mit dessen Gliedern bewahren, geben deshalb der Katholizit舩 der Kirche Festigkeit und Gestalt. Zugleich verleihen sie der Teilkirche, die sie leiten, dasselbe Merkmal der Katholizit舩.

            "In Wirklichkeit ist der Bischof sichtbares Prinzip und Fundament der Einheit in der Teilkiche; aber damit jede Teilkirche im Vollsinn Kirche ist, das hei゚t Teilgegenwart der universalen Kirche mit allen ihren wesentlichen Elementen, mu゚ in ihr als eigenes Element die oberste Autorit舩 der Kirche gegenw舐tig sein: das Bischofskollegium zusammen mit seinem Haupt, dem Papst, und niemals ohne dieses".[4]

            In der Communio der Kirchen vertritt also der Bischof seine Teilkirche, und in dieser vertritt er die Communio der Kirchen. Denn durch das Bischofsamt lebt jede Teilkirche, die auch portio Ecclesi universalis ist,[5] die Gesamtheit der Una-Sancta, und in ihr ist die Gesamtheit der Catholica-Apostolica pr舖ent.[6]

66.       Die zweite Folgerung, ber die es nachzudenken gilt, besteht darin, da゚ gerade diese kollegiale Einheit oder brderliche Liebesgemeinschaft oder kollegiale Verbundenheit die Quelle der Hirtensorge ist, die jeder Bischof durch Einsetzung und Gebot Christi fr die ganze Kirche und fr die anderen Teilkirchen haben mu゚. So erstreckt sich diese Hirtensorge auch auf "jene Gegenden der Erde, in denen das Wort Gottes noch nicht verkndet ist oder in denen die Gl舫bigen, besonders wegen der geringen Anzahl der Priester, in der Gefahr schweben, den Geboten des christlichen Lebens untreu zu werden, ja den Glauben selbst zu verlieren".[7]

            Anderseits sind schon die gttlichen Gaben, durch die jeder Bischof seine Teilkirche aufbaut, das hei゚t das Evangelium und die Eucharistie, dieselben. Sie machen nicht nur jede andere Teilkirche als Versammlung im Heiligen Geist aus, sondern ffnen sie auch, jede einzelne fr sich, auf die Gemeinschaft mit allen anderen Kirchen hin. Denn die Verkndigung des Evangeliums ist weltumspannend und, wie der Herr es gewollt hat, an alle Menschen gerichtet und fr alle Zeiten unver舅derlich.

            Auch die Feier der Eucharistie ist von ihrem Wesen her und wie alle anderen liturgischen Handlungen ein Akt der ganzen Kirche, sie gehrt zum ganzen Leib der Kirche, macht ihn sichtbar und wirkt auf ihn ein.[8] Auch daraus erw臘hst fr jeden Bischof als rechtm葹igen Nachfolger der Apostel und Mitglied des Bischofskollegiums die Pflicht, eine Art Garant der ganzen Kirche zu sein (sponsor Ecclesi).[9]

 

In Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri

67.       Die Ekklesiologie der besonderen Communio der katholischen Kirche verdeutlicht die vielf舁tigen Beziehungen der Einheit nicht nur im gleichen Glauben, in der gleichen Hoffnung und Liebe, in derselben Glaubenslehre und in den Sakramenten unter allen Teilkirchen, sondern auch in der konkreten Gemeinschaft mit dem Papst, dem sichtbaren Prinzip und Fundament der Einheit der Kirche. Diese Wirklichkeit wird offenbar in der Heiligung, im Gottesdienst, in der Glaubenslehre und in der Leitung gem葹 dem gttlichen Plan Christi, der Petrus und seine Nachfolger als Prinzip der sichtbaren Einheit haben wollte, damit sie die Brder im Glauben st舐ken.[10]

            Die Einheit der Kirche in Gemeinschaft und unter der Fhrung des Nachfolgers Petri ist auch Quelle der Hoffnung fr die Zukunft. Der Plan Gottes ist die Einheit der ganzen Menschheitsfamilie, und die katholische Kirche bewahrt in ihrer Struktur dieses wertvolle Geschenk.

            Diese Einheit ist Quelle des Vertrauens und der Hoffnung fr die Zukunft der Sendung der Christen in der Welt. Denn sie ist die Garantie fr die Kontinuit舩 der Wahrheit und des Lebens des Evangeliums: die Flle einer Kirche, die nach dem Willen Christi eine, heilig, katholisch und apostolisch ist und die "in der katholischen Kirche subsistiert und vom Nachfolger Petri und von den Bischfen in Gemeinschaft mit ihm geleitet wird".[11]

68.       Die einzelnen Bischfe sind mit dem Petrusamt vielfach verbunden. Vor allem durch die Gemeinschaft im gttlichen Leben bei der Feier der Eucharistie, dem Fundament der Einheit der Kirche in Christus.[12] Jede Eucharistiefeier ist Zeichen der "sanctorum communio", das hei゚t der Gemeinschaft der Heiligen und der heiligen Dinge, nach einem in frhchristlicher Zeit beliebten Ausspruch[13] und wird in Gemeinschaft nicht nur mit dem Dizesanbischof, sondern vor allem mit dem Papst und mit dem Episkopat und folglich mit dem Klerus und dem ganzen Volk Gottes vollzogen, wie es in den verschiedenen Eucharistischen Gebeten hei゚t.[14]

            Hinzukommt die Gemeinschaft in der Verkndigung des Evangeliums und in der rechten Glaubenslehre in Treue zum Lehramt der Kirche, das der Papst ausbt, besonders in Glaubens- und Sittenfragen. Die herzliche Aufnahme und Verbreitung des p舊stlichen Lehramtes ist Zeichen einer authentischen Gemeinschaft und Garantie der Einheit in der Kirche, auch um das Volk Gottes auf den Weg der Wahrheit zu fhren, besonders im Bereich der Glaubenslehre, der auch aufmerksames und spezifiziertes Studium der neuen Problemkreise erfordert.[15]

            Schlie゚lich ist die notwendige Einheit in der kirchlichen Disziplin auch Zeichen der Gemeinschaft in der Wahrheit und im Leben, wenn auch in berechtigter Vielfalt, wie es dem Recht entspricht.

 

Mitwirken mit dem Petrusamt

69.       Die Zugehrigkeit zum Bischofskollegium, die ohne die Gemeinschaft mit seinem sichtbaren Haupt, dem Bischof von Rom, nicht denkbar ist, hat verschiedene Formen der Teilhabe und Ausbung der Kollegialit舩.

            Weil er dem Bischofskollegium angehrt, trifft jeder Bischof in seiner Amtsausbung mit dem Bischof von Rom, dem Nachfolger des Petrus und Haupt des Kollegiums, und mit allen anderen bischflichen Mitbrdern aus aller Welt zusammen und steht mit ihnen in lebendiger und dynamischer Communio. In dieser Communio verwirklicht sich auch die Hirtensorge fr die einzelnen Kirchen in aller Welt und die Dimension der Sendung, der missionarichen Zusammenarbeit und Mitarbeit, die dem Bischofsamt eigen ist.

            Eine besondere Form dieser Zusammenarbeit mit dem Papst ist die Bischofssynode, in der ein fruchtbarer Austausch von Informationen und Anregungen stattfindet. Dabei werden, erhellt vom Evangelium und der Lehre der Kirche, die allgemeinen Zielsetzungen aufgezeigt, die nach Approbation durch den Nachfolger des Petrus wiederum den Ortskirchen zugute kommen. Auf diese Weise wird die ganze Kirche wirksam unterstzt, um die Communio in der Pluralit舩 der Kulturen und der Situationen aufrechtzuerhalten.

            Frucht und Ausdruck dieser kollegialen Einheit ist die Mitarbeit der aus allen Teilen des katholischen Erdkreises stammenden Bischfe in den Organismen des Heiligen Stuhls, insbesondere in den Dikasterien der Rmischen Kurie und in verschiedenen Kommissionen, wo sie ihren spezifischen Beitrag als Hirten der Teilkirchen wirksam leisten knnen.

 

Die ad limina-Besuche und die Beziehungen zum Heiligen Stuhl

70.       Der ad limina-Besuch ist ein bedeutsamer Augenblick und Ausdruck der Gemeinschaft mit dem Papst und mit den Organismen des Heiligen Stuhls. Diese Besuche finden in der sakramentalen Gemeinschaft der Eucharistiefeier, im gemeinsamen Gebet und in der persnlichen Begegnung der Bischfe mit dem Papst und seinen Mitarbeitern statt. Sie bieten die Gelegenheit zu einer Bestandsaufnahme, die die wirkliche Lage, die トngste, Hoffnungen, Freuden und Probleme der Teilkirchen ins sichtbare Zentrum der Gemeinschaft einbringt zur Bereicherung der Katholizit舩 und als besondere Erfahrung der Einheit.

            In jngster Zeit konnten die Hirten anl葹lich dieser Besuche miteinander Zeiten des Gebets in Begleitung der engsten dizesanen Mitarbeiter und Gruppen von Gl舫bigen teilen und so den wirklichen Sinngehalt der ad limina apostolorum-Besuche der Hirten der Teilkirchen bekr臟tigen.[16]

            In den Antworten auf die Lineamenta geben viele Bischfe dem Wunsch Ausdruck, da゚ die Beziehung zwischen dem Nachfolger des Petrus und den Dizesanbischfen ber die Dikasterien des Heiligen Stuhls und die p舊stlichen Vertreter immer st舐ker vom Kriterium der gegenseitigen Zusammenarbeit und brderlichen Hochsch舩zung gepr臠t sein soll als konkrete Verwirklichung einer Communio-Ekklesiologie unter Achtung der Zust舅digkeiten.

 

Die Bischofskonferenzen

71.       Die Bischfe leben ihre Gemeinschaft mit den anderen Hirten in der Ausbung der bischflichen Kollegialit舩. Seit frhester christlicher Zeit hat diese Wirklichkeit der Communio besonders qualifizierten Ausdruck gefunden in der Feier der kumenischen Konzilien, in den Partikular-, d.h. Provinzial- und Plenarkonzilien, die auch heute noch von Nutzen sind bei gleichzeitiger Festigung der Bischofskonferenzen.

            Die Bischofskonferenzen enstanden Anfang des vergangenen Jahrhunderts; sie fanden im Dekret Christus Dominus besonderen Niederschlag und im CIC eine genaue Regelung.[17] Dem Wunsch der Au゚erordentlichen Synode von 1985 entsprechend, die ein vertieftes Studium der theologischen und rechtlichen Natur der Bischofskonferenzen erbat, hat Johannes Paul II. diesbezglich das Motu prprio Apostolos suos promulgiert, das die ganze Frage erhellt und klarstellt.[18]

            Im Direktorium Ecclesi imago wird die Natur der Bischofskonferenzen mit folgenden Worten beschrieben: "Die Bischofskonferenz wurde zu dem Zweck eingerichtet, Tag fr Tag einen vielf舁tigen und fruchtbaren Beitrag zur konkreten Anwendung der Kollegialit舩 zu leisten. Durch die Konferenzen wird der Geist der Gemeinschaft in der Gesamtkirche und in den einzelnen Teilkirchen untereinander in herausragender Weise entflammt".[19]

72.       Unter Beibehaltung der Autorit舩 des einzelnen Bischofs in seiner Teilkirche "ben die Bischfe in der Bischofskonferenz vereint den Hirtendienst an den Gl舫bigen des Gebietes der Konferenz aus; damit aber diese T舩igkeit fr die einzelnen Bischfe rechtm臺g und verbindlich ist, ist das Eingreifen der hchsten Autorit舩 der Kirche erforderlich, die durch das allgemeine Recht oder durch besondere Anordnungen bestimmte Entscheidungen der Bischofskonferenz berla゚t".[20]

            "Die vereinte Ausbung des Hirtenamtes betrifft auch das Lehramt".[21] Die in der Bischofskonferenz versammelten Bischfe mssen vor allem dafr sorgen, da゚ das universale Lehramt zu dem ihnen anvertrauten Volk gelangt.[22] Die Gl舫bigen haben die Pflicht, den lehramtlichen Erkl舐ungen der Bischofskonferenz mit frommer Ehrfurcht zuzustimmen, vorausgesetzt, sie wurden einstimmig angenommen oder sie haben nach ihrer Annahme durch eine qualifizierte Mehrheit die recognitio des Apostolischen Stuhls erhalten.[23]

            Die orientalischen Patriarchalkirchen oder Gro゚erzbischofskirchen haben ihre eigenen Institutionen synodalen Charakters, wie die Patriarchalsynode[24] und die Patriarchalversammlung, und eigene Gesetze. Der CCEO legt die Versammlungen der Hierarchien verschiedener Kirchen sui iuris fest.[25]

            Es gibt auch Organismen wie die Internationalen Vereinigungen der Bischofskonferenzen auf kontinentaler oder regionaler Ebene auf Grund ihrer Nachbarschaft. Sie besitzen zwar nicht die Zust舅digkeiten der Bischofskonferenzen im Vollsinn gem葹 den Normen des kanonischen Rechts, aber sie sind ntzliche Instrumente, durch die eine Zusammenarbeit zwischen den Bischfen im Hinblick auf das Gemeinwohl besteht.[26]

 

Die affektive und effektive Communio

73.       Die Beziehungen zwischen den Bischfen innerhalb der Patriarchalsynoden der orientalischen Kirchen und durch die Bischofskonferenzen oder durch andere Formen der Zusammenarbeit und Gemeinschaft, jede ihrer eigenen theologischen und rechtlichen Natur entsprechend, drfen nicht nur als Mittel zur brokratischen Erledigung interner und externer Fragen angesehen werden. Sie mssen im Geist der Gemeinschaft unter den Hirten der Kirchen und im affectus collegialis, der der sakramentalen Teilhabe an der Hirtensorge fr das ganze Volk Gottes eigen ist, eine echte Erfahrung von Spiritualit舩 darstellen, eine ワbung der affektiven und effektiven Communio.

            Die Bischofsversammlungen mssen also im gegenseitigen Anhren kraft der gemeinsamen Verantwortung und der Sorge fr die Kirche abgehalten werden. Sie sind ein Anla゚ zu pastoraler Verantwortung und Brderlicherkeit, wie es dem Evangelium entspricht. Dabei werden gemeinsam Probleme angegangen, und es findet ein kirchlicher und geistlicher Meinungsaustausch statt. Die Bischfe haben Gelegenheit, aktuelle Probleme im Licht des Evangeliums und mit gegenseitiger Hilfe zu erw臠en. Sie ffnen sich der Gnade des Herrn, der mitten unter denen ist, die in seinem Namen versammelt sind (vgl. Mt 18,20), und die sich dem Beistand des Heiligen Geistes anvertraut haben, der die Kirche fhrt.

74.       Diese gegenseitige Hilfe unter den Bischfen und insbesondere seitens der Metropoliten kann und mu゚ in Form von Ermutigung, Entscheidungsfindung, gegenseitigem Rat und gegebenenfalls einer dem Evangelium entsprechenden brderlichen Zurechtweisung in schwierigen Augenblicken Ausdruck finden.

            Manche wnschen, da゚ kraft der brderlichen Gemeinschaft im Bischofsamt und in der Einheit der Kirche zwischen gro゚en und kleinen Dizesen gegenseitige Beziehungen entstehen sollen durch angemessene Hilfen, wie der Austausch von Pastoralassistenten, wirtschaftliche und materielle Untersttzung sowie die Errichtung von gemeinsamen Strukturen und Bros, wenn es sich um Nachbardizesen handelt. Zu ermutigen sind auch die Partnerschaften zwischen den Dizesen als in der Welt verstreute Kirchen, besonders mit den bedrftigen und jungen Kirchen zum Zeichen der Hirtensorge fr die Universalkirche.

            In den Antworten auf die Lineamenta wird darum gebeten, die Beziehungen zu kl舐en, wenn aus verschiedenen Grnden und besonders auf Grund der unterschiedlichen Kirchen sui iuris oder der Existenz einer Personalpr舁atur oder eines Milit舐ordinariats verschiedene Bischfe innerhalb desselben territorialen Gebietes ihre jeweiligen Gl舫bigen leiten. Es ist notwendig, da゚ genaue Kriterien festgelegt werden, um das Zeugnis der Einheit zu begnstigen.

 

 II. Besondere Problemkreise

Das Bischofsamt in seinen verschiedenen Formen

75.       Aus den Antworten auf die Lineamenta gehen einige Fragen hervor, die besondere Aufmerksamkeit verdienen, um im Hinblick auf die Erfahrung der letzten Jahre besondere Aufgaben, Rechte und Pflichten unter Achtung der persnlichen Gaben der einzelnen Bischfe zu kl舐en.

            Die erste betrifft die Vielfalt des Bischofsamtes, wie es sich im Lauf der Geschichte und in den Traditionen der Kirche entwickelt hat.

            In der Kirche gibt es das Amt des Bischofs, der fr den Dienst in einer der Teilkirchen gew臧lt und geweiht wird. Dabei hat der Bischof von Rom eine besondere Aufgabe. Die Kirche von Rom fhrt den Vorsitz in der Liebe, hat einen besonderen primatialen Vorrang, und ihr Bischof ist Haupt und Hirt der Universalkrirche auf Grund seines besonderen Bandes mit dem Apostel Petrus.[27] Beseelt vom Geist des guten Hirten, weidet der Bischof von Rom die universale Herde Christi und st舐kt die Brder in der Wahrheit zum Zeichen der Gemeinschaft und Einheit angesichts aller anderen christlichen Kirchen und Bekenntnisse und angesichts der anderen Religionen und der ganzen Gesellschaft.

            Ein besonderes Amt bekleiden nach 舁tester kirchlicher ワberlieferung die Bischfe, die unter dem Titel Patriarchen die katholischen orientalischen Kirchen leiten. Dem Patriarchen gebhrt ein besonderer Ehrenvorzug als Vater und Haupt seiner Patriachalkirche.[28] In den orientalischen katholischen Kirchen sind Gro゚erzbischfe Metropoliten eines bestimmten von der hchsten kirchlichen Autorit舩 anerkannten Sitzes und leiten sui iuris eine gesamte orientalische Kirche, die nicht den Patriarchaltitel hat.[29]

            Die dizesanen oder eparchialen Erzbischfe und Bischfe sind als Hirten ihrer Teilkirchen eingesetzt.

            Es gibt au゚er den Erzbischfen und Bischfen, die eine Teilkirche mit einem Bischofssitz leiten, andere Erzbischfe und Bischfe, die, mit der Gnade und Bischofswrde bekleidet, im Dienst der ganzen Kirche stehen und mit dem Petrusamt in der Leitung der Kirche verbunden sind, darunter auch zu Kardin舁en erhobene Bischfe ohne Sitz einer Teilkirche. Andere arbeiten mit dem Papst in der Hirtensorge der Universalkirche zusammen und stehen im Dienst des Heiligen Stuhls; sie sind mit Aufgaben in der Rmischen Kurie, in den Nuntiaturen oder Apostolischen Delegationen betraut.

            Zu nennen sind auch die Metropoliten der orientalischen Kirchen, die eine Provinz innerhalb des Gebiets einer Patriarchalkirche leiten gem葹 dem jeweiligen Partikularrecht. Auch in der lateinischen Kirche finden wir Metropoliten, die eine Kirchenprovinz mit eigenen Rechten und Pflichten der Rechtsnorm entsprechend leiten.

            Die dizesanen und eparchialen Bischof-Koadjutoren und Weihbischfe stehen im Dienst der eigenen Dizesen oder Eparchien und untersttzen den Dizesanbischof oder Eparchen, wenn die Umst舅de es verlangen und entsprechend der eigenen Rechtsnorm.

            Alle diese verschiedenen Formen des Bischofsamtes in der Kirche erfordern seitens der Bischofssynode besondere Bercksichtigung hinsichtlich der wahren Natur des Bischofsamtes in der Universal- und Teilkirche.

            Diese einfache Aufz臧lung zeigt die reiche Vielfalt des Bischofsamtes in der universalen Kirche besonders unter theologischem und institutionellem Aspekt.

 

Die emeritierten Bischfe

76.       Die Anzahl der Bischfe, die aus rechtlich vorgesehenen Grnden ihres Hirtenamtes enthoben sind, hat heute betr臘htlich zugenommen. Wiederholt wurde die Frage nach ihrer verst舐kten Teilhabe am kirchlichen Leben gestellt.

            Die emeritierten Bischfe sind weiterhin Mitglieder des Bischofskollegiums und behalten das Recht, am Handeln des Kollegiums in der vom Recht vorgeschriebenen Weise teilzuhaben.[30]

            Auf Grund ihrer pastoralen Erfahrung werden sie auch in Fragen allgemeiner Natur konsultiert. Damit sie weiterhin ber die Hauptprobleme informiert sind, die Dokumente des Hl. Stuhls und vom Dizesanbischof die Dizesannachrichten und andere Verlautbarungen werden ihnen im voraus zugesandt. Auf Grund ihrer Kompetenz und Sachkunde in bestimmten Bereichen knnen sie als beigeordnete Mitglieder der Dikasterien der Rmischen Kurie eingegliedert und zu deren Beratern ernannt werden. Sie knnen in den von den Statuten der einzelnen Bischofskonferenzen vorgesehenen F舁len von den Bischofskonferenzen gew臧lt werden, diese in der Bischofssynode zu vertreten. Sie knnen sich, auch wenn ihre stimmberechtigte Teilnahme in den Statuten der Bischofskonferenzen nicht festgelegt ist, an den Sitzungen oder Studienkommissionen beteiligen.[31]

            In den Anworten auf die Lineamenta wird der Wunsch ausgesprochen, da゚ alles, was vom Recht vorgeschrieben ist, getreue Anwendung findet.

            Es wird auch darum gebeten, da゚ die emeritierten Bischfe mit einer angemessenen konomischen Grundlage versorgt werden und da゚ nach Mglichkeiten gesucht wird, sie aus ihrer Isolierung herauszuholen und ihre volle kirchliche Lebenskraft zu erhalten.

            Es ist notwendig, darber nachzudenken, wie die alten oder kranken Bischfe Zuwendung finden knnen, denn sie sind in der Kirche und inmitten der Gl舫bigen auch ein Bild der Liebe Christi und der Hingabe des Lebens in ihrem Dienst, im Gebet und im Leiden.

            Der Rat der bischflichen Mitbrder kann im Augenblick der Amtsniederlegung sehr hilfreich und trstlich sein. Aus der Weisheit, dem Verst舅dnis und der Ermutigung der anderen Bischfe kann auch die ntige Hilfe erwachsen, damit in dieser menschlich und geistlich schwierigen Zeit die Entscheidung ber die eigene Zukunft mit Gelassenheit und Vertrauen auf die gttliche Vorsehung getroffen wird.

 

Wahl und Ausbildung der Bischfe

77.       Manche Antworten auf die Lineamenta werfen die Frage der Beratungen auf, die der Bischofsernennungen vorausgehen sollten; dadurch sollte es mglich sein, denjenigen Kandidaten zu w臧len, der fr die bevorstehende Aufgabe am besten geeignet schiene.

            Auf Grund der hohen Verantwortung des Bischofsamtes scheinen besondere Initiativen fr die neuernannten Bischfe angebracht. Deshalb wurden in den vergangenen Jahren Bildungsmglichkeiten fr sie bereitgestellt, damit sie Gelegenheit haben, sich vorzubereiten, um den Anforderungen ihres Dienstes in theologischer, pastoraler, kanonistischer, geistlicher und verwaltungstechnischer Hinsicht besser entsprechen zu knnen.

            Durch angemessene Fortbildungsprogramme wird auch das notwendige lehrm葹ige, pastorale und geistliche Aggiornamento der Bischfe gefrdert. Das hat die St舐kung der kollegialen Gemeinschaft und pastoralen Wirksamkeit in ihren Dizesen zur Folge.

            Im Hinblick auf die zu treffenden allt臠lichen, manchmal auch schwerwiegenden Entscheidungen ist es besonders notwendig, den Bischfen nahezulegen, eine angemessene Zeitspanne der Meditation und Kontemplation im Terminkalender einzuplanen; das gilt besonders fr den Fall, da゚ schwierige Probleme zu lsen sind und die Hirtensorge eine Gebetspause verlangt, um zu hren, was der Geist im Innern des Herzens sagen will.


4. Kapitel

Der Bischof im Dienst seiner Kirche

 

Die biblische Ikone der Fu゚waschung: Joh 13,1-16

78.       Am Hhepunkt seines Lebens, als Jesus den letzten Abschnitt seines sterlichen Weges beginnt, um sich dem Vater zu unserem Heil freiwillig darzubringen, stellt er sich seinen Jngern als Diener aller vor.

            Jesus hat durch die Fu゚waschung die Ikone des Liebesdienstes bis zur Hingabe des Lebens als Vorbild fr die wahren Jnger des Evangeliums hinterlassen. Das Beispiel Christi verlangt eine Fortsetzung seiner Haltung: "Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe" (Joh 13,15). Diese Geste des demtigen Dienstes, die jeder Bischof gerufen ist, allj臧rlich am Grndonnerstag in der Feier des Herrenmahls als Ritus zu wiederholen, ist mit dem Dienst der Liebe, dem neuen Gebot der gegenseitigen Liebe (vgl. Joh 13,34-35), verbunden und offenbart sich als ein Zeichen, das in der Eucharistie und im Opfertod am Kreuz seine Vollendung findet. Dienst, Liebe zum N臘hsten, Eucharistie, Kreuz und Auferstehung sind im Leben Jesu, in seiner Lehre und seinem Beispiel fr die Kirche und im Ged臘htnis an ihn eng miteinander verbunden.

            Im Licht dieser johanneischen Ikone erscheint der Dienst des Bischofs in seiner Teilkirche als ein Dienst der Liebe und seine Figur als die Christi, des Dieners der Brder. Mit diesen Gefhlen hat Jesus diese Geste auch als Zeichen der Hoffnung vollbracht, wobei er wu゚te, da゚ der Vater alles in seine H舅de gelegt hatte und da゚ er vom Vater ausgegangen war und zum Vater zurckkehren sollte, in der Gewi゚heit, seine Jnger nach dem Paschafest wiederzusehen (vgl. Joh 13,3). So soll auch der Bischof in der Einfachheit seines Dienstes die Hoffnung durch das Wort verknden, sie durch die Sakramente feiern und sie inmitten seines Volkes und mit seinen Leuten verwirklichen als einfacher Mensch, der sich aller Nte der Gl舫bigen, besonders der Anliegen der 舐msten, annimmt.

 

I. Der Bischof in seiner Teilkirche

Die Teilkirche

79.       Die besondere Aufgabe des bischflichen Dienstes erh舁t ganz konkrete Bedeutung in der Teilkirche, fr die der Dizesanbischof gew臧lt und geweiht ist. Der Dienst der Bischfe ist als ein Dienst an den ber die Welt verstreuten Teilkirchen zu verstehen, in den und von denen ausgehend (in quibus et ex quibus) nur die eine und einzige katholische Kirche existiert.[32]

            Die Wechselbeziehung von Identit舩 und Repr舖entation, die den Bischof in den Mittelpunkt der Teilkirche rckt, kommt in den von Cyprian berlieferten Worten zum Ausdruck: "Du mu゚t wissen, da゚ der Bischof in der Kirche ist, und da゚ die Kirche im Bischof ist; und wenn jemand nicht mit dem Bischof ist, dann ist er auch nicht in der Kirche".[33] So ist der Dienst des Bischofs ganz auf seine Kirche bezogen, die ihn selbst einschlie゚t und eine Reihe von Elementen der Communio und der Einheit in der Universalkirche darstellt. Anderseits ist keine Teilkirche ohne den Bezug zu ihrem Hirten denkbar. Die Teilkirche ist erkl舐bar, ausgehend vom dreifachen bischflichen Sendungsauftrag, zu heiligen, zu lehren und zu leiten, der in die prophetische, priesterliche und knigliche Dimension des Volkes Gottes eingebunden ist.[34]

            Deshalb mu゚ der Bischof, wie das Direktorium Ecclesi imago betont, "in sich selbst die Zge des Bruders und Vaters, des Jngers Christi und des Glaubenslehrers, des Sohnes der Kirche und in gewissem Sinn ihres Vaters vereinen, denn er ist der Verwalter der bernatrlichen Wiedergeburt der Christen".[35]

 

Ein Geheimnis, das im Bischof mit seinem Volk konvergiert

80.       In der Person des Bischofs, vereint mit seinem Volk, verschmelzen die Zge der kirchlichen Communio ineinander. In ihm offenbart sich die dreifaltige Communio, denn er wird das Bild des "Vaters"; er setzt Christus als "Haupt, Br舫tigam und Diener" gegenw舐tig; er ist "Verwalter" der Gnade und Mann des Heiligen Geistes. Im Bischof vollzieht sich die apostolische Communio, die ihn zum Zeugen der lebendigen ワberlieferung des Evangeliums macht, die an die apostolische Nachfolge anknpft. In ihm handelt die hierarchische Communio, die ihn mit dem petrinischen Charisma verbindet, wie die Apostel mit Petrus in Jerusalem verbunden waren.

            In der Gnade seines Lehr-, Priester- und Hirtenamtes konkretisiert sich die Einheit der Teilkirche, die in ihm den Knotenpunkt der Communio findet zwischen dem Presbyterium und den einzelnen Pfarreien und rtlichen Vereinigungen, die in Gemeinschaft mit ihm "rechtsgltig" werden. Er ist auch Frderer der Communio der Charismen und Dienste der anderen Gl舫bigen, der Gott geweihten und der Laien, die in ihm das Prinzip der Einheit und des missionarischen Ansporns finden.

            In der Person des Bischofs kommt auch die Wechselseitigkeit zwischen Universalkirche und Teilkirchen zum Ausdruck. Indem dieTeilkirchen freinander offen sind, finden sie sich als Anteile des Volkes Gottes und "portiones Ecclesi"[36] in der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche wieder, die ihnen vorausgeht und sich in ihnen als konkrete geschichtliche, territoriale und kulturelle Gemeinschaften inkarniert.

 

Wort, Eucharistie, Gemeinschaft

81.       Im Dekret ber die Hirtenaufgabe der Bischfe in der Kirche Christus Dominus finden wir in theologischer Fachsprache die Ikone der Teilkirche mit folgenden ausdrcklich auf die Dizese bezogenen Worten beschrieben: "Die Dizese ist der Teil des Gottesvolkes, der dem Bischof in Zusammenarbeit mit dem Presbyterium zu weiden anvertraut wird. Indem sie ihrem Hirten anh舅gt und von ihm durch das Evangelium und die Eucharistie im Heiligen Geist zusammengefhrt wird, bildet sie eine Teilkirche, in der die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche wahrhaft wirkt und gegenw舐tig ist".[37]

            Die Komponenten der Teilkirche um den Bischof knnen in diesen Grunderfordernissen der Ekklesiologie des Neuen Testamentes zusammengefa゚t werden:[38]

a)         Die Verkndigung des Evangeliums, wodurch Christus und sein Wort gegenw舐tig gesetzt wird. Dieses Wort baut die Kirche auf. Die Kirche erw臘hst vor allem aus dem Wort; sie ist "creatura Verbi" unter dem belebenden Hauch des Heiligen Geistes. Denn die Kirche beginnt als "ecclesia", als Gemeinschaft derer, die durch das Wort des Evangeliums zusammengerufen sind. Sie wird vom verkndeten Wort geformt und nimmt Gestalt an, das im Glauben angenommen und st舅dig gepredigt wird, wie uns die Apostelgeschichte lehrt (vgl. Apg 2,42 ff). Deshalb ist fr die Kirche die liturgische Verkndigung des Wortes, die Evangelisierung und die Katechese in der lebendigmachenden Kraft des Heiligen Geistes wesentlich.

b)         Das Geheimnis des Herrenmahls oder der Eucharistie, das die Kirche aufbaut. Denn Christus ist das Haupt und der Br舫tigam der Kirche, und die Eucharistie ist das sakramentale Ged臘htnis des Todes und der Auferstehung des verherrlichten Christus, das die Kirche einzig, heilig, katholisch und apostolisch macht.

c)         Diese Synaxis, die auch in "kleinen, armen und verstreuten Gemeinschaften" Wirklichkeit wird, setzt das gttliche Leben voraus und erzeugt es: die Liebe, die Hoffnung und die N臘hstenliebe, das hei゚t die christliche Existenz, die sich in der Gemeinschaft unter den Gl舫bigen und in ihrer Sendung ausdrckt. Die Eucharistie wird Quelle und Hhepunkt des Lebens der Kirche.[39]

            In diesen drei Zeichen werden die drei ursprnglichen Eigenschaften des Christseins deutlich. Denn die Kirche empf舅gt in ihrer sichtbaren Verbindung mit dem unsichtbaren Lehrer und seinem Geist das Wort des Evangeliums, feiert das Geheimnis des Herrenmahls und lebt in der Liebe durch denselben Glauben und dieselbe Hoffnung.

 

 Die eine heilige katholische und apostolische Kirche

82.       Die Teilkirche birgt in sich die ganze komplexe Wirklichkeit der Kirche als Volk Gottes, insofern sie alle Getauften in ihre vielfache und anspruchsvolle priesterliche, prophetische und knigliche Wirklichkeit einbezieht mit der Vielfalt der geweihten Dienste und Charismen.

            Es handelt sich um ein Volk, von der Gnade der Sakramente gekennzeichnet, als Kirche in Christus und im Heiligen Geist zur Ehre des Vaters konstituiert. Aber es ist auch ein pilgerndes Volk, das hier und jetzt in einem Land, in einer Geschichte und in einer Kultur wurzelt.

            Die Teilkirche ist st舅dig gerufen, sich mit dem Reichtum der Universalkirche zu messen, die sie selbst verwirklicht, gegenw舐tig setzt und wirksam macht. Sie ist Orts-, Teilkirche, aber in den eschatologischen Plan einbezogen, der umfa゚t: die Einheit im gttlichen Leben, im Dienst, in den Sakramenten, im Leben, in der Sendung, in der Gemeinschaft mit Petrus; die Heiligkeit im Reichtum des gelebten Evangeliums und in der reifen und reichen Erfahrung der Gaben des Heiligen Geistes; die Katholizit舩 als herrliche Gemeinschaft mit allen, offen fr die Universalit舩 der Kirche und ihre vielf舁tigen Reichtmer, die gegenseitig integriert werden knnen; die Apostolizit舩 kraft der Weitergabe des Glaubens und des sakramentalen Lebens, das von den Aposteln kommt, mit der Kraft des missionarischen Sendungsauftrags bis an die Grenzen der Erde und zum Ende der Zeiten.

 

Eine Kirche mit menschlichem Antlitz

83.       Wenn in der Kirche Gttliches und Menschliches zusammenflie゚t und deren gttliche Wurzel die Dreifaltigkeit ist, so ist sie doch als Feld und Weinberg des Herrn in diese Erde eingepflanzt. Als Volk auf dem Weg lebt sie an einem Ort, hat eine Geschichte, eine Gegenwart und eine Zukunft. In der Tat, eine Teilkirche hat eigene, auch liturgische Traditionen, bewahrt die Spuren der vergangenen und gegenw舐tigen Heilsgeschichte, aus der sie lebt und auf die Zukunft ausgerichtet ist.

            Es gilt, diese irdische Wirklichkeit der Teilkirche, die hier und heute lebt, zu erkennen, um bis auf den Grund ihr Sein und Handeln, ihren Reichtum und ihre Schw臘he, ihre Bedrfnisse im Hinblick auf die Evangelisierung und das Zeugnis zu erfassen. Als Teilkirche ist sie sich dessen bewu゚t, in der Communio der heiligen Dinge und der Heiligen des Himmels und der Erde zu stehen, die die wahre und gro゚e "communio sanctorum" ist.

            Die Kirche ist au゚erdem Gemeinschaft von Personen mit einem Antlitz, wo jeder einzelne unwiederholbar ist und wo die Individualit舩 nicht ausgelscht wird. Die Gesichter zeigen das konkrete Leben der Personen, M舅ner und Frauen aller Altersstufen und jeder Befindlichkeit.

            In dieser "Kirche der Gesichter" kann man eine konkrete Botschaft lesen, ein Bedrfnis nach Pr舖enz, nach Evangelisierung, nach Zeugnis, eine Bereitschaft zum Dialog, einen Anspruch auf Authentizit舩. Wenn man an die Teilkirche denkt, darf man die konkreten Gesichter nicht vergessen, denn in ihnen spiegelt sich das lebendige Bild Christi wider. Paul VI. hat daran erinnert, da゚ die "universale Kirche in den Teilkirchen konkrete Gestalt annimmt, die ihrerseits aus einer bestimmten konkreten Menschengruppe bestehen, die eine bestimmte Sprache sprechen, einem kulturellen Erbe verbunden sind, einer Weltanschauung, einer geschichtlichen Vergangenheit und einer bestimmten Ausformung des Menschen".[40]

            In Wirklichkeit hat jede Teilkirche ihr eigenes menschliches und geographisches Gesicht, das auch eine eigene Pastoralplanung erfordert. Es gibt Dizesen, die vor allem moderne dichtbevlkerte St臈te umfassen; andere dehnen sich ber weite Gebiete aus, die der Bischof nur schwer erreichen kann.

 

Universalkirche und Teilkirche

84.       Das Dokument der Kongregation fr die Glaubenslehre Communionis notio, das einige Schwerpunkte und Grenzen der Communio-Ekklesiologie und der eucharistischen Ekklesiologie klargestellt hat, wollte zu Recht einige Aspekte der Flle und der Grenzen der Teilkirche beleuchten, die zu beachten sind, damit sie ihrem authentischen katholischen Bild entspricht.

            Es warnt zum Beispiel vor einem Begriff der Teilkirche, der die Communio der einzelnen Kirche so darstellt, da゚ auf sichtbarer und institutioneller Ebene der Begriff der Einheit der Kirche geschw臘ht wird. "Man bekr臟tigt damit - hei゚t es in dem Dokument -, da゚ jede Teilkirche ein in sich vollst舅diges Subjekt ist und da゚ die Universalkirche aus der gegenseitigen Anerkennung der Teilkirchen erw臘hst. Diese ekklesiologische Einseitigkeit, die nicht nur den Begriff der Universalkirche, sondern auch den der Teilkirche verkrzt, zeigt ein ungengendes Verst舅dnis des Begriffs der Communio an".[41]

            Um die Communio in ihrer universalen Dimension nicht zu gef臧rden, findet sich in diesem Dokument eine erhellende Bekr臟tigung: "In der Kirche ist niemand Fremdling: Besonders in der Eucharistiefeier befindet sich jeder Gl舫bige in seiner Kirche, in der Kirche Christi".[42] Denn jeder Gl舫bige, ob er zur Dizese, zur Pfarrgemeinde oder Teilkirche gehrt oder nicht, mu゚ sich in der Eucharistiefeier immer in seiner Kirche fhlen. Obwohl er einer Teilkirche angehrt, in der er getauft wurde, lebt oder am Leben Christi teilhat, gehrt er in gewisser Weise zu allen Teilkirchen.[43]

            Dieses Geheimnis der Einheit ist dem Dienst des Bischofs in der unauflslichen Beziehung der Teilkirche zur Universalkirche anvertraut.

85.       In diesem Anteil des Volkes Gottes lebt eine Gemeinschaft, die zu der einen Familie Gottes gehrt, in Flle die Beziehung zum Reich Christi, in das alle in die Kirche von Pfingsten[44] eingebundenen Reichtmer der Katholizit舩 integriert sind.[45]

            Die Bezugnahme auf die Kirche von Jerusalem bewirkt, da゚ jede Kirche eine notwendige Bindung an Petrus, das Haupt dieser Kirche der Anf舅ge, hat. Diese Bindung verleiht jeder Ortskirche durch die apostolische Nachfolge der Bischfe einen apostolischen Charakter. Die Communio in der einen Kirche und in den einzelnen Kirchen setzt auch die Einheit im Charisma des Petrus und damit die Gemeinschaft mit allen anderen in der Welt verstreuten Kirchen voraus.

            In diesem Plan der universalen Einheit und der vereinzelten Besonderheit entfaltet sich gleichsam eine Art dreifaltiger Plan, der die eigene Existenz jeder Kirche in der katholischen Kirche und ihre gegenseitige Beziehung besiegelt und formt. Die soziale, kulturelle, geographische und geschichtliche Wirklichkeit jeder einzelnen Kirche ist also nicht ohne Sinn. In der Wirklichkeit der Ortskirchen in der Welt verwirklicht die Universalkirche das Geheimnis der Einheit und der Vershnung aller in Christus. Und diese Communio aller Glieder der Teilkirche hat im Bischof ihr Kennzeichen und ihren Garanten.

 

II. Communio und Missio in der Teilkirche

In Gemeinschaft mit dem Presbyterium

86.       Eine notwendige gemeinschaftliche Handlung ist die sakramentale Versammlung des Presbyteriums um seinen Bischof. Sie ist gem葹 den 舁testen z.B. von Ignatius von Antiochien berlieferten Texten wesentlich fr die Teilkirche. Der Bischof und das Presbyterkollegium sind durch die "communio sacramentalis" im hierarchischen oder Amtspriestertum verbunden, das hei゚t in der Teilhabe an demselben und einzigen Priestertum Christi, und damit - wenn auch im unterschiedlichem Ma゚ - in dem einzigen kirchlichen Amtspriestertum und in der gleichen apostolischen Sendung.

            Durch dieses Band und folglich durch ihre Mitarbeit im bischflichen Dienst "sammeln die Presbyter die Familie Gottes als die von einem Geist durchdrungene Gemeinde von Brdern".[46]

            Auf der Linie des II. Vatikanums hat Johannes Paul II. die Zugehrigkeit der Presbyter zur Teilkirche als Gundlage einer reichhaltigen Theologie und Spiritualit舩 hervorgehoben: "Der Priester mu゚ sich dessen bewu゚t sein, da゚ seine Zugehrigkeit zu einer Teilkirche ihrem Wesen nach ein kennzeichnendes Element ist, um eine christliche Spiritualit舩 zu leben. In diesem Sinn findet der Priester gerade in seiner Zugehrigkeit und Hingabe an die Teilkiche eine Quelle fr Sinngehalte, fr Unterscheidungs- und Aktionskriterien, die sowohl seiner pastoralen Sendung als auch seinem geistlichen Leben Gestalt geben".[47]

            Zum Presbyterium der Dizese gehren auch alle Priester der Institute des geweihten Lebens und der Gesellschaften des apostolischen Lebens. Sie leben die eigenen Charismen in der Einheit, Gemeinschaft und Sendung der Teilkirche. In dieser tragen sie dazu bei, da゚ jeder einzelne die eigenen reichen Gaben der Spiritualit舩 und des Apostolats einbringen kann. So werden die Teilkirchen auf charismatischer Ebene "nach dem Bild" der Universalkirche bereichert, in der manche dizesanbergrei-fende Institutionen verankert sind.[48]

            Die Dimension der Universalit舩 ist wirklich an die Communio mit allen Kirchen und an die Natur des Presbyteramtes gebunden, das eine universale Sendung hat.[49]

87.       Das II. Vatikanische Konzil hat die gegenseitigen Beziehungen zwischen dem Bischof und den Priestern in verschiedenen Gleichnissen und Ausdrcken beschrieben. Es hat den Bischof als "Vater" der Priester bezeichnet,[50] hat auf die geistliche Vaterschaft, aber auch auf die Brderlichkeit, die Freundschaft, die notwendige Mitarbeit und die Beratung hingewiesen. Es ist aber so, da゚ die sakramentale Gnade durch den Bischof auf den Priester bertragen wird und da゚ sie ihm im Hinblick auf die untergeordnete Mitarbeit mit dem Bischof an der apostolischen Sendung verliehen wird. Dieselbe Gnade verbindet die Priester mit den verschiedenen Aufgaben des bischflichen Dienstes, besonders mit der des Dieners des Evangeliums Jesu Christu fr die Hoffnung der Welt. Kraft dieses sakramentalen und hierarchischen Bandes bernehmen die Priester als seine notwendigen Mitarbeiter und Ratgeber, Gehilfen und Werkzeuge zum Teil die Amtsaufgaben und die Hirtensorge des Bischofs und machen ihn in den einzelnen Gemeinden gegenw舐tig.[51]

            Die sakramentale und hierarchische Beziehung setzt sich in eine st舅dig zu bildende und zu pflegende wirkliche Communio des Bischofs mit den Gliedern seines Presbyteriums um und verleiht der inneren und 舫゚eren Haltung des Bischofs seinen Priestern gegenber Festigkeit und Gewicht. Der Ort, an dem sich diese Communio verwirklicht, ist der Priesterrat, der das Presbyterium vertritt und der "Senat" des Bischofs ist und ihm in der Leitung der Dizese hilft, um das Wohl aller Gl舫bigen noch wirksamer zu frdern. Aufgabe des Bischofs ist es, ihn zu konsultieren und gern seine Meinung einzuholen.[52]

 

Besondere Sorge fr die Priester

88.       Vorbild fr die Herde (vgl. 1 Petr 5,3) mu゚ der Bischof vor allem fr seinen Klerus sein, dem er gutes Beispiel gibt durch das Gebet, den sensus Ecclesi, den apostolischen Eifer, die Hingabe in der Pastoral insgesamt und die Zusammenarbeit mit allen anderen G舫bigen.

            Der Bischof hat dann in erster Linie die Verantwortung der Heiligung seiner Priester und ihrer st舅digen Weiterbildung. Angesichts dieser geistlichen Notwendigkeiten, der Begabungen der einzelnen und der Anforderungen, die durch die Pastoral insgesamt und das Wohl der Gl舫bigen gestellt werden, handelt der Bischof so, da゚ er den Dienst der Priester in mglichst angemessener Weise abruft. Der Bischof mu゚ sich sogar t臠lich bemhen, da゚ alle Priester wissen und konkret spren, da゚ sie nicht allein oder sich selbst berlassen, sondern Glieder und Teile des "einen und einzigen Presbyteriums" sind.

            Aus den Antworten auf die Lineamenta geht hervor, da゚ die Priester, weil sie einen geistlichen Bezugspunkt brauchen, vom Bischof gesttzt werden mssen. Als Vater und Hirt pflegt und frdert der Bischof persnliche und gemeinsame Beziehungen mit seinen Priestern, indem er sie am Priesterrat oder an pastoralen und geistlichen Bildungstreffen verantwortlich beteiligt. Jede Entzweiung zwischen Bischof und Priester ist ein Skandal fr die Gl舫bigen und macht die Verkndigung unglaubwrdig; wohingegen Autorit舩ausben im Zeichen der Brderlichkeit wirklich ein Dienst wird. Indem er mit seinen Priestern in gutem Einvernehmen steht, lernt der Bischof ihre F臧igkeiten kennen und kann jedem einzelnen die fr ihn angemessenste Aufgabe bertragen.

 

Der Dienst und die Mitarbeit der Diakone

89.       In der amtlichen und hierarchischen Communio der Kirche gibt es neben den Priestern auch die Diakone, die nicht zum Priestertum, sondern zum Dienst geweiht sind. Indem sie den Geheimnissen Gottes und der Kirche in der Diakonie des Wortes, der Liturgie und der Caritas dienen,[53] sind die Diakone auf Grund ihres Ranges in der heiligen Weihe eng mit dem Bischof und seinem Presbyterium verbunden.[54] Deshalb ist es richtig, zu bekr臟tigen, da゚ der Bischof der Hauptverantwortliche in der Auswahl der Berufung der Kandidaten[55] und ihrer geistlichen, theologischen und pastoralen Ausbildung ist. Der Bischof ist immer derjenige, der ihnen unter Bercksichtigung der pastoralen Bedrfnisse und der famili舐en und beruflichen Lage die Dienste bertr臠t, und zwar so, da゚ sich ihre Pr舖enz harmonisch in das Leben der Teilkirche einfgt und ihre st舅dige Fortbildung und geistliche Frderung nicht vernachl舖sigt wird.[56]

 

Das Priesterseminar und die Berufspastoral

90.       Weil die Priester und Diakone fr die Teilkirche au゚erordentlich wichtig sind, gilt die Hauptsorge des Bischofs der Berufspastoral im allgemeinen und der Pastoral fr die Priester- und Diakonatsberufungen im besonderen. Dabei ist das Priesterseminar als gemeinschaflicher Ort und Umfeld, wo die zuknftigen Priester wachsen, reifen und sich formen, Zeichen der Hoffnung, aus der eine Teilkirche im Blick auf die Zukunft lebt.

            Angesichts des Mangels an Berufungen in einer Kirche, die nicht verzichten kann auf die Flle des Priestertums, um das Wort und die Sakramente, vor allem die Eucharistie und die Sndenvergebung zu feiern, ist Mut ntig beim Angebot der priesterlichen Lebensform. Zu den wichtigsten Aufgaben des Bischofs z臧lt als besonderes Zeugnis der Hoffnung die Sorge um die Berufungen und das spezifische Interesse fr die ganzheitliche Formung der zuknfigen Priester entsprechend den Richtlinien des kirchlichen Lehramts. Das erfordert vom Bischof, da゚ er die Kandidaten fr die Priester- und Diakonatsweihe persnlich kennt.

            Heute wird die Hochsch舩zung der Berufung zum Priestertum unter der Mitarbeit der Familien, Pfarreien, Ordensfamilien und kirchlichen Bewegungen und Gemeinschaften mit gro゚er Zuversicht gefrdert. Eine Kirche, in der die notwendige Beziehung zum geweihten Priester fehlt, l舫ft Gefahr, ihre Identit舩 zu verlieren. Eine christliche Gemeinschaft, die vom Priesteramt im Hinblick auf die Lehre, die Leitung und die Sakramente, vor allem der Bu゚e, der Krankensalbung und der Eucharistie absieht, ist nicht denkbar.

 

In Beziehung zu den anderen トmtern

91.       Neben dem Presbyterat und dem Diakonat entfaltet die Kirche ihre Sendung auch durch institutierte Dienste und andere Aufgaben und Rollen. In Anbetracht dieser Vielfalt mu゚ der Bischof die verschiedenen トmter frdern, durch die die Kirche zu jedem guten Werk f臧ig wird. Diese Dienste und Aufgaben sind geweihten Personen und gl舫bigen Laien kraft der allgemeinen Berufung und Sendung zu bertragen, die aus der Taufe und Firmung und den besonderen Gaben erwachsen, die jeder mit Freude in den Dienst des Evangeliums stellt.

            Hieraus folgt das dreifache kirchliche Dienstamt, das mit der dreifachen Wrde der Getauften im Volk Gottes verbunden ist: Aus der prophetischen Aufgabe erwachsen Evangelisierung und Katechese, die aus dem Hren des Wortes schpfen. Aus der priesterlichen Aufgabe erwachsen die Dienste, die mit der Feier der Liturgie verbunden sind, und der geistliche Gottesdienst des Alltags und das Gebet, um das Dasein zu einem Geschenk, zur Anbetung im Geist und in der Wahrheit zu machen. Aus der kniglichen Aufgabe entstehen alle Dienste zugunsten des Reiches Gottes in der Welt, in den gesellschaftlichen Strukturen, in der Familie, in den Betrieben, verbunden mit den konkreten Formen der N臘hstenliebe, dem sozialen Einsatz und der gesunden und anspruchsvollen "politischen N臘hstenliebe".

            Wenn in allem die Communio gedeiht, dann wirkt und offenbart sich die Kraft der Dreifaltigkeit, die die Liebe ist, und die Hoffnung erneuert sich in der gegenseitigen Gemeinschaft.

 

Sorge fr das gottgeweihte Leben

92.       Das gottgeweihte Leben ist bevorzugte Ausdrucksform der Kirche als Braut des Wortes und sogar, wie es schon am Anfang des Apostolischen nachsynodalischen Schreibens Vita consecrata hei゚t, ihr "entscheidendes Element fr die Sendung der Kirche in deren Herz und Mitte".[57] In ihm und in seinen vielf舁tigen Ausdrucksformen werden, indem sie eine typische und st舅dige Sichtbarkeit angenommen haben, die charakteristischen Zge des reinen, armen und gehorsamen Jesus in der Welt gegenw舐tig gemacht und als absoluter und eschatologischer Wert ausgewiesen. Die ganze Kirche ist der Heiigsten Dreifaltigkeit dankbar fr das Geschenk des geweihten Lebens. Es zeigt, da゚ sich das Leben der Kirche nicht in der hierarchischen Struktur erschpft, als sei sie gleichsam nur von geweihten Dienern und Laien zusammengesetzt. Vielmehr ist der Bezug auf eine weitergefa゚te, reichere und differenziertere Grundstruktur hergestellt, die instituionell-charismatisch ist und dem Willen Christi selbst entspricht. Dazu gehrt das gottgeweihte Leben.[58]

            Die geweihte Lebensform ist also ein fr das Leben und die Heiligkeit der Kirche unverzichtbares und grundlegendes Geschenk des Geistes. Sie steht notwendigerweise in einer hierarchischen Beziehung zum geweihten Amt, besonders dem des rmischen Papstes und der Bischfe. Im nachsynodalen Apostolischen Schreiben verwies Johannes Paul II. auf das besondere Band der Communio, das die verschiedenen Formen des geweihten Lebens und die Gesellschaften des apostolischen Lebens mit dem Nachfolger des Petrus verbindet. Darin wurzeln auch ihre Eigenschaften, weltkirchlich angelegt zu sein und die Grenzen der Dizesen zu bergreifen.[59]

            Den Bischfen in Einheit mit dem rmischen Papst bertr臠t Christus, das Haupt, wie die richtungweisenden Mutu relationes hervorheben, die Aufgabe, "sich der Ordenscharismen anzunehmen, um so mehr als die Unteilbarkeit des Hirtenamtes selbst sie zu Vervollkommnern der ganzen Herde macht. Indem die Bischfe das geweihte Leben frdern und schtzen, erfllen sie eine echte Hirtenaufgabe".[60]

            Im Apostolischen Schreiben Vita consecrata wird st舅dig die Forderung erhoben, die gegenseitigen Beziehungen zwischen den Bischofskonferenzen, den hheren Oberen und deren Konferenzen zu verst舐ken mit dem Ziel, den Reichtum der Charismen zu frdern und fr das Wohl der Welt- und der Teilkirche zu wirken.

            Die geweihten Personen leben, wo immer sie sich befinden, ihre Berufung fr die universale Kirche innerhalb einer bestimmten Teilkirche, in der sie ihre kirchliche Pr舖enz verwirklichen und besondere Aufgaben erfllen. Sie sind auf Grund ihres dem geweihten Leben innewohnenden prophetischen Charakters in jeder Teilkirche vor allem gelebte Verkndigung des Evangeliums der Hoffnung und beredte Zeugen des Primates Gottes im christlichen Leben und der Macht seiner Liebe in der Hinf舁ligkeit der menschlichen Existenz.[61] Daraus ergibt sich die Wichtigkeit der Zusammenarbeit zwischen jedem Bischof und den geweihten Personen, um die Pastoral auf dizesaner Ebene harmonisch weiterzuentwickeln.[62]

            Die Kirche ist den vielen Bischfen dankbar, die im Laufe ihrer Geschichte bis heute das geweihte Leben als besonderes Geschenk des Geistes fr das Volk Gottes so hochgesch舩zt haben, da゚ sie selbst Ordensfamilien grndeten, von denen heute noch viele aktiv im Dienst der Weltkirche und der Teilkirchen sind. Auch die Tatsache, da゚ der Bischof sich schtzend dafr einsetzen soll, da゚ die Institute ihrem Charisma treu bleiben, ist ein Grund zur Hoffnung fr die Institute, besonders fr jene, die in Schwierigkeiten sind.[63]

 

Laien, die sich engagieren und Verantwortung bernehmen

93.       Das II. Vatikanische Konzil, die 7. Ordentliche Generalversamm-lung der Bischofssynode von 1987 und das nachfolgende Apostolische Schreiben Christifideles laici von Johannes Paul II. haben die Berufung und Sendung der Laien in der Kirche und in der Welt eingehend dargelegt.[64] Die Taufwrde, die sie des Priestertums Christi teilhaftig macht, und eine besondere Gabe des Geistes verleihen ihnen eine besondere Stellung im Leib der Kirche und berufen sie, ihrer Bestimmung entsprechend, zur Teilhabe an der Heilssendung, die die Kirche im Auftrag Christi bis zum Ende der Zeiten entfaltet.

            In all ihren vielf舁tigen T舩igkeiten sind die Laien gerufen, das eigene persnliche Talent und die erworbene Kompetenz mit dem klaren Zeugnis des eigenen Glaubens an Jesus Christus zu verbinden. In die zeitlichen Wirklichkeiten eingebunden, sind die Laien und ist jeder Christ gerufen, Rede und Antwort zu stehen ber die gttliche Hoffnung, die ihn erfllt (vgl. 1 Petr 3,15), und auf dieser Erde eifrig zu arbeiten, gerade weil sie von der Erwartung der "neuen Erde" angespornt werden.[65] Wegen ihrer Stellung in der Welt knnen die Laien gro゚en Einflu゚ auf die Kultur ausben, indem sie deren Perspektiven und Horizonte auf Hoffnung hin erweitern. Dadurch leisten sie auch einen besonderen Beitrag zur Evangelisierung der Kultur, der um so notwendiger ist, als in unserer Zeit die Spaltung zwischen Evangelium und Kultur noch fortdauert. Im Bereich der Kommunikationsmittel, die die Mentalit舩 der Personen stark beeinflussen, obliegt den Laien eine besondere Verantwortung vor allem im Hinblick auf eine korrekte Verbreitung der moralischen Werte.

            In den Antworten auf die Lineamenta wird den Bischfen empfohlen, Gesp臘hskreise zu bilden, in denen die Laien ihrem weltlichen Stand und ihren Kompetenzen entsprechend zu Wort kommen, so da゚ zwischen dem Evangelium und der heutigen Gesellschaft kein Gef舁le entsteht; dabei sollen aktuelle Probleme vorgebracht werden, aber unntige Wortmeldungen vermieden werden..

94.       Obwohl die Laien auf Grund der Berufung vorwiegend weltliche T舩igkeiten ausben, sollte man nicht vergessen, da゚ sie zu einer kirchlichen Gemeinschaft gehren und darin die Mehrheit ausmachen. Nach dem II. Vatikanischen Konzil sind glcklicherweise neue Formen der verantwortlichen Teilhabe der Laien, M舅ner und Frauen, am Leben der einzelnen Dizesen und Pfarrgemeinden entstanden. Sie sind nunmehr in verschiedenen Pastoralr舩en vertreten, spielen eine immer gr゚ere Rolle in verschiedenen Diensten wie in der Gestaltung der Liturgie oder der Katechese; sie sind im katholischen Religionsunterricht in den Schulen eingesetzt usw.

            Eine bestimmte Anzahl von Laien ist auch bereit, sich in solchen Aufgaben st舅dig und manchmal fr immer zu engagieren. Diese Mitarbeit der Laien ist fr die Erfordernisse der "Neuevangelisierung" gewi゚ wertvoll, besonders dort, wo eine ungengende Zahl von geweihten Amtstr臠ern zu verzeichnen ist.

            Das Nachdenken ber die Laien mu゚ auch ihre angemessene Ausbildung einschlie゚en. Es ist anderseits klar, da゚ der Bischof besonders auf geistlicher Ebene darauf achten soll, die engsten Mitarbeiter in der kirchlichen Sendung zu sttzen.

            Eine besondere Rolle in der Bildung der Laien mu゚ der Soziallehre der Kirche zukommen. Sie soll die Laien in ihrer T舩igkeit erleuchten und anspornen, wie es den dringenden Erfordernissen der Gerechtigkeit und des Gemeinwohls entspricht, fr die sie ihren entscheidenden Beitrag in den notwendigen Werken und Diensten leisten, die die Gesellschaft beansprucht. Deshalb ist es notwendig, dizesane sozialpolitische Bildungseinrichtungen als unerl葹liches Pastoralinstru-ment zu schaffen.

            Aus den Antworten auf die Lineamenta geht auch hervor, da゚ theologisch und kirchlich gebildete erwachsene Laien fr den Verkndigungsdienst wesentlich sind. Ohne solche Laien besteht die Gefahr, da゚ in manchen Gebieten der Evangelisierungsauftrag der Kirche nicht mehr weitergefhrt werden kann, besonders dort, wo gro゚er Priestermangel herrscht und Laien die Rolle bernehmen, die Amtstr臠er zu untersttzen. In vielen Gebieten hat sich der Schwerpunkt auf die Rolle der Katechisten verlagert, aber auch auf Pastoralassistenten, die f臧ig sind, in der Dizese und in den Pfarreien wahre kirchliche Arbeit auch in den verschiedenen Bereichen zu leisten, in denen das Evangelium Sauerteig der Gesellschaft von heute und Zeichen der Umwandlung und Hoffnung werden mu゚. Die Bischfe und Priester mssen den Laien gr゚eres Vertrauen entgegenbringen. Diese fhlen sich oft als Erwachsene im Glauben nicht gengend anerkannt und wollen st舐ker in das Leben und die Pl舅e der Dizese vor allem in der Evangelisierung einbezogen werden.

 

Im Dienst der Familie

95.       Ebenso wichtig ist die Formung der Jugendlichen zum Ehe- und Familienleben, indem ihre Hoffnungen und Erwartungen nach einer tiefen und wahren Liebe, wie sie dem Plan Gottes fr die Ehe und Familie entspricht, gest舐kt werden. Die Familienseelsorge und -spiritualit舩, die Offenheit fr Ehepaare in Schwierigkeiten, die Erfahrung reifer Eheleute und die Heranfhrung zum Sakrament der Ehe auf dem Weg der sakramentalen Initiation sind wirksame Mittel, um der Krise der Unbest舅digkeit und Untreue im Ehebund zu begegnen.

            Die Aufmerksamkeit des Bischofs fr die Eheleute und ihre Kinder auch im Rahmen von dizesanen Familientagen mag fr alle ein Zeichen der Ermutigung setzen.

 

Die Jugend pastoraler Schwerpunkt fr die Zukunft

96.       Die besondere Sorge der Hirten gilt den Jugendlichen. Sie sind die Zukunft der Kirche und der Menschheit. Ein Dienst der Hoffnung auf die Zukunft mu゚ diejenigen miteinbeziehen, die sie vor sich haben. Als "W臘hter in der Nacht" erwarten die jungen Menschen die Morgenrte einer neuen Welt und sind bereit, sich im Leben und Wirken der Kirche zu engagieren, wenn ihnen echte Verantwortung und ausreichende christliche Bildung angeboten wird. Als Evangelisatoren ihrer der Kirche fernstehenden Altersgenossen sind die jungen Menschen ein Anreiz und Ansporn fr die Hirten im Hinblick auf die Erneuerung innerhalb der Pfarreien.

            Das Beispiel Johannes Pauls II., der durch die Weltjugendtage gezeigt hat, da゚ er an die Zukunft glaubt und damit einen Weg der Hoffnung ffnet, kann die Hirten der Kirche untersttzen, so da゚ sie eine authentische auf Christus grndende Jugendpastoral anbieten. Die leidenschaftliche Sorge um das geistliche Wohl der Jugend des dritten Jahrtausends ist ein starker Beweggrund, um sie zur Weitergabe des Evangeliums an die kommenden Generationen anzuleiten.

 



[1] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 23; C.I.C. can. 381ァ1; C.C.E.O. can. 178.

[2] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 22; C.I.C. can 336; C.C.E.O. can. 49.

[3] Cf. S. Cyprianus, De catholic Ecclesi unitate, 5: PL 4, 516; cf. Conc. 慶um. Vat. I, Const. dogm. Pastor 誥ernus de Ecclesia Christi, Prologus: DS 3051; cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 18.

[4] Congregatio Pro Doctrina Fidei, Litt. Communionis notio (28.05.1992), 13: AAS 85 (1993) 846.

[5] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 23.

[6] Cf. Congregatio Pro Doctrina Fidei, Litt. Communionis notio (28.05.1992), 9; 11-14: AAS 85 (1993) 844-847.

[7] Conc. 慶um. Vat. II, Decret. de past. Episc. mun. in Ecclesia Christus Dominus, 6; cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 23; Decret. de past. Episc. mun. in Ecclesia Christus Dominus, 3,5.

[8] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. de sacra Liturgia Sacrosanctum concilium, 26.

[9] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Decret. de past. Episc. mun. in Ecclesia Christus Dominus, 6.

[10] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia, Lumen gentium, 22-23.

[11] Ibid., 8; cfr. Congregatio Pro Doctrina Fidei, Decl. Dominus Iesus (6.08.2000), 17.

[12] Ibid., 26.

[13] Ibid., 6.

[14] Congregatio Pro Doctrina Fidei, Litt. Communionis notio (28.05.1992), 14: AAS 85 (1993) 846.

[15] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm de Ecclesia Lumen gentium, 25.

[16] Cf. Congregatio Pro Episcopis, Direct. pro visitatione ad limina Constitutioni apostolic Pastor Bonus adnexum (29.06.88).

[17] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Decr. de past. episcoporum munere in Ecclesia Christus Dominus, 37-38; C.I.C., c.447-449.

[18] Cf. Ioannes Paulus II, Litt. ap. motu proprio dat Apostolos suos (21.05.1998): AAS 90 (1998) 641-658; cf. Congregatio Pro Episcopis, Epistula Pr誑idibus Conferentiarum Episcopalium missa, nomine quoque Congregationis pro Gentium Evangelizatione (21.06.1999): AAS (1999) 996-999.

[19] Sacra Congregatio pro Episcopis, Direct. Ecclesi imago (22.02.1973), 210; cf. Ioannes Paulus II, Litt. ap. Apostolos suos (21.05.1998), 5.

[20] Cf. Ioannes Paulus II, Litt. ap. Apostolos suos (21.05.1998), 20: AAS 90 (1998) 765.

[21] Ibid., 21: AAS 90 (1998) 655.

[22] Cf. idem.

[23] Cf. ibid., 22: AAS 90 (1998) 655.

[24] Cf. C.C.E.O., c. 110 et 152.

[25] Cf. C.C.E.O., c. 322.

[26] Cf. Ioannes Paulus II, Litt. ap. Apostolos suos (21.05.1998), 5, note 32: AAS 90 (1998) 645.

[27] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia, Lumen gentium, 22-23, cum notis.

[28] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Decr. de Ecclesiis orientalibus catholicis Orientalium Ecclesiarum, 9; C.C.E.O., cc.55-56.

[29] Cf. C.C.E.O., cc. 151-152.

[30] Cf. C.I.C., c. 336; 337; 339.

[31] Cf. Congregatio Pro Episcopis, Norm In vita Ecclesi ber die Amtsenthebung der Bischfe (31.10.1988); Pontificium Consilium Pro Interpretatione Legum, Responsio (3.12.1991): AAS 83 (1991) 1093.

[32] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesi Lumen gentium, 23.

[33] Cf. S. Cyprianus, Epistula 69,8: PL 4,418-419: ォUnde scire debes Episcopum in Ecclesia esse et Ecclesiam in Episcopio, et si quis cum Episcopo non sit, in Ecclesiam non esseサ.

[34] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 9-13.

[35] Sacra Congregatio Pro Episcopis, Direct. Ecclesi imago (22.02.1973), 14.

[36] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 23.

[37] Conc. 慶um. Vat. II, Decr. de pastorali episcoporum munere in Ecclesia Christus Dominus, 11; cf. C.I.C. can. 368; C.C.E.O. can. 177.

[38] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 26.

[39] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. de sacra Liturgia Sacrosanctum concilium, 10.

[40] Paulus VI, Adhort. apost. Evangelii nuntiandi (8.12.1975), 62: AAS 68 (1976) 52.

[41] Congregatio Pro Doctrina Fidei, Litt. Communionis notio (28.05.1992), 8: AAS 85 (1993) 842.

[42] Ibid. 10: AAS 85 (1993) 844.

[43] Cf. idem.

[44] Cf. Congregatio pro doctrina fidei, Litt. Communionis notio (28.05.1992), 9: AAS 85 (1993) 843.

[45] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. Dogm. De Ecclesia Lumen gentium, 9, 13.

[46] Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 28

[47] Ioannes Paulus II, Adhort. apost. postsyn. Pastores dabo vobis (25.03.1992), 31: AAS 84 (1992) 708.

[48] Cf. Congregatio Pro  Doctrina Fidei, Litt. Communionis notio (28.05.1992), 16: AAS 85 (1993) 847.

[49] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Decr. de Presbyt. ministerio et vita Presbyterorum ordinis, 10; Ioannes Paulus II, Adhort. apost. postsyn. Pastores dabo vobis (25.03.1992), 32 : AAS 84 (1991) 709-710; Litt. enc. Redemptoris missio (7.12.19990), 67: AAS 83 (1991) 329-330.

[50] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 28.

[51] Ibid.

[52] Cf. ibid., 7; cf. C.I.C. c.495.

[53] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm de Ecclesia Lumen gentium, 29.

[54] Cf. ibid., 29, 41.

[55] Cf. Ioannes Paulus II, Adhort. apost. postsynod. Pastores dabo vobis (25.03.1992), 65: AAS  84 (1992) 770-772.

[56] Cf. Congregatio de Institutione Catholica et Congregatio Pro Clericis, Decl. coniuncta Diaconatus permanens (22.02.1998): AAS  90 (1998) 835-842; Congregatio de Institutione Catholica, Ratio fundamentalis institutionis diaconorum permanentium, Institutio diaconorum (22.02.1998): AAS 90 (1998) 843-879; Congregatio Pro Clericis, Direct. pro ministerio et vita diaconorum permanentium Diaconatus originem (22.02.1998): AAS 90 (1998) 879-927.

[57] Ioannes Paulus II, Adhort. apost. postsynod. Vita consecrata (25.03.1996), 3: AAS 88 (1996) 379.

[58] Cf. ibid., 29; Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 44.

[59] Cf. Ioannes Paulus II, Adhort. apost. postsynod. Vita consecrata  (25.03.1996), 47: AAS 88 (1996) 420-421.

[60] Sacra Congregatio Pro Religiosis et Institutis S訥ularibus et Sacra Congregatio Pro Episcopis, Not directiv Mutu relationes (14.05.1978), 9c: AAS 70 (1978) 479.

[61] Cf. Ioannes Paulus II, Adhort. apost. postsyn. Vita consecrata (25.03.1996), 84, 88: AAS 88 (1996) 461-462, 464.

[62] Cf. ibid., 48: AAS 88 (1996) 421-422; Sacra Congregatio Pro Episcopis, Direct. Ecclesi imago (22.02.1973), 207.

[63] Cf. Ioannes Paulus II, Adhort. apost. postsyn. Vita consecrata (25.03.1996), 48-49: AAS 88 (1996) 421-423.

[64] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, chap. IV; Decr. de apost. laic. Apostolicam actuositatem; Ioannes Paulus II, Adhort. apost. postsyn. Christifideles laici (30.12.1988): AAS 81 (1989) 393-521; Sacra Congregatio Pro Episcopis, Direct. Ecclesi imago (22.03.1973), 153-161, 208.

[65] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. past. de Ecclesia in mundo huius temporis Gaudium et spes, 39.

Die Pfarreien

97.       In den Teilkirchen spannt sich das christliche Netz der Pfarreien auf. Das Apostolische Nachsynodalische Schreiben Christifideles laici beschreibt unter deutlicher Bezugnahme auf die Theologie und Sprache von Lumen gentium die Pfarrgemeinde als eine Pr舖enz der Teilkirche in einem bestimmten Gebiet. Man kann deshalb vom kirchlichen Geheimnis der Pfarrei auch dann sprechen, wenn sie zuweilen an Gliedern und Gtern arm ist, wenn sie sich geographisch ber weiteste Gebiete erstreckt oder inmitten dicht bevlkerter und problematischer moderner Stadtviertel fast unauffindbar ist.[1]  

            Die Pfarrei ist als Familie Gottes, als vom Geist durchdrungene Gemeinde von Brdern und Schwestern,[2] als brderliches und aufnahmebereites Heim der Familie zu sehen.[3] Sie ist die Gemeinschaft von Gl舫bigen,[4] die sich als eucharistische Gemeinschaft, als Gemeinschaft des Glaubens versteht, wo die an Christus Glaubenden lebendie Tr臠er von Charismen und Dienst舂tern sind, und wo der Pfarrer, die Priester und die Diakone wirken. In der Pfarrei bringt die Gemeinschaft mit dem Bischof die organische und hierarchische Einheit mit der ganzen Teilkirche zum Ausdruck.

            Durch die menschliche Vermittlung der Laien evangelisiert die Pfarrgemeinde und wird selbst evangelisiert. Die Laien sind das Bindeglied zwischen Kirche und Welt, zwischen der Versammlung, die als Teilstck zusammengerufen ist, und den Vlkern, zu denen sie gesandt ist.

            Die Ordensleute, die Mitglieder der S臾ularinstitute und der Gesellschaften des apostolischen Lebens, die verschiedenen Zusammenschlsse der Gl舫bigen und die kirchlichen Bewegungen mssen innerhalb der Pfarrgemeinde die Mglichkeit haben, ihre Pr舖enz und Konvergenz unter Achtung ihrer Berufung und ihres Charismas deutlich zu machen. Alle bilden durch ihr Gemeinschaftsleben die Kirche, die eins ist im Gebet, in der Arbeit, im Teilen der Grundaspekte des Alltaglebens.

            Die Familie spiegeln die Wirklichkeit einer Hauskirche wieder, wo Christus gegenw舐tig ist. So kann die Kirche in ihrer traditionellen und immer gltigen Form als Pfarrei nach den Worten des sel. Johannes XXIII. der "Dorfbrunnen" werden, eine sprudelnde Quelle, die den Durst nach Gott stillt und das lebendige Wasser des Evangeliums Christi anbietet.[5]

98.       Der Bischof hat die Aufgabe, die Pastoralarbeit zu koordinieren und die Einheit in den Teilkirchen zu festigen; dabei ist die Koordinierung der Pfarreien durch Landdechanate, Dechanate, Pr臟ekturen oder andere Zuweisungen entsprechend der Form der Pastoralarbeit der Dizese frderlich. Diese Strukturen sind immer wieder zu berprfen, damit sie den Zielsetzungen der einzelnen Teilkirchen besser entsprechen.

            Diese Strukturen der Gemeinschaft und Sendung verst舐ken unter den Priestern die Brderlichkeit und frdern durch wiederholte Beratungen unter der Leitung eines Verantwortlichen das Unterscheiden und Planen. Das begnstigt gegebenenfalls auch die Vertretung und Hilfe im Dienst wie auch die Zuwendung gegenber den kranken oder dienstunf臧igen Mitbrdern. Au゚erdem werden unter den Gl舫bigen desselben Gebietes Initiativen der Evangelisierung und Katechese, der Bildung und des Zeugnisses auf pfarrbergreifender Ebene gefrdert.[6] 

 

Kirchliche Bewegungen und neue Gemeinschaften

99.       Aufgabe des Bischofs ist es, ein besonderes Augenmerk auf die sogenannten kirchlichen Bwegungen und andere neue Wirklichkeiten zu richten, die in der Teilkirche als Erfahrung des Lebens nach dem Evangelium entstehen. In der Tat ist die Teilkirche der Ort, wo der institutionelle und der charismatische Aspekt, die im Plan Gottes ber die Kirche mitwesentlich sind, einander begegnen und sich gegenseitig beleben. Die von Gott fr das Gemeinwohl ausgespendeten Gaben erschpfen sich nicht in der Erfahrung der wahren Gemeinschaft, sie lsen sich nicht von der Agape und von der Eucharistie, sie werden nicht narzistisch, sondern offenbaren ihr einfaches, bescheidenes wenn auch notwendiges Ma゚, indem sie sich in die anderen Gaben des Geistes integrieren.

            Die verschiedenen Charismen der Ordensleute, Laien und Missionare machen die Ortskirche offen fr eine universale Dimension, w臧rend sie sich in der von den Grndern gewollten Konkretheit des Dienstes und apostolischen Einsatzes entfalten.

            In den Antworten auf die Lineamenta wird nachdrcklich auf einige kirchliche Bewegungen hingewiesen, die auf universaler, dizesaner und pfarrlicher Ebene konstruktiv sind; andere Bewegungen frdern das Wachstum der Ortskirche nicht, weil sie am Leben der Pfarrei und Dizese nur am Rand teilnehmen; manche Bewegungen erheben besondere Ansprche und laufen Gefahr, sich der Gemeinschaft mit allen zu entziehen.

            Deshalb wird darum gebeten, die Frage des theologischen und rechtlichen Status dieser Bewegungen innerhalb der Teilkirche anzugehen und ihre konkrete Beziehung zum Bischof festzulegen.

            In Bezug auf die neuen Gemeinschaften, die noch keine kirchliche Approbation haben, ist die Entscheidung den Bischfen anvertraut, die die Personen mit Sorgfalt prfen und die Spiritualit舩 beurteilen mssen, auch durch eine bestimmte Probezeit, wenn ntig.

            Noch gr゚ere Aufmerksamkeit ist notwendig, wenn es darum geht, Priesterberufungen zu prfen, die aus diesen Gruppen hervorgegangen sind. Die Kandidaten brauchen eine solide Bildung unter der Verantwortlichkeit des Bischofs, dem die notwendige Entscheidung im Blick auf die Weihe von Amtstr臠ern und die ワbertragung von apostolischen Aufgaben in der Dizese zustehen.[7]

            In Treue zum Heiligen Geist mssen die verschiedenen Charismen in die Communio und Missio der Kirche integriert werden. So geht man der Gefahr der Isolierung aus dem Weg und begnstigt die Hochherzigkeit der Selbsthingabe, der Brderlichkeit und Effizienz in der Sendung zum Wohl der Kirche.

 

III. Das Bischofsamt im Dienst des Evangeliums

100.     Das dreifache Dienstamt der Lehre, Heiligung und Leitung ist ein Dienst am Evangelium Christi fr die Hoffnung der Welt. Denn der Bischof verkndet durch das Wort, feiert in der Liturgie, lebt und verbreitet durch seinen Hirtendienst das Evangelium der Hoffnung.

            Es handelt sich nicht um drei verschiedene Dimensionen, sondern um die eine Hoffnung, die durch die Glaubenszustimmung verkndet und aufgenommen wird, in der Mitte des Ostergeheimnisses, der Eucharistie, gefeiert und so gelebt wird, da゚ es das ganze persnliche und soziale Leben der Gl舫bigen erhellt und formt.

            So sehr die drei Aufgaben als Einheit zu betrachten sind, mu゚ man auch die Absicht des Konzils bercksichtigen. Wenn die Lehraussagen des Konzils diese tria munera in Bezug auf den Bischof und die Priester aufz臧len, dann stellen sie das der Lehre den anderen beiden voran. Hier steht das II. Vatikanum in der gedanklichen Nachfolge dessen, was der Auferstandene zu seinen Jngern sagte: "Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde. Darum geht zu allen Vlkern, und macht alle Menschen zu meinen Jngern, tauft sie ... und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe" (Mt 28,18-20). In diesem Vorzug, der dem bischflichen Auftrag zur Verkndigung des Evangeliums zukommt und der ein Merkmal der Ekklesiologie des Konzils ist, kann jeder Bischof die Bedeutung jener geistlichen Vaterschaft entdecken, die den Apostel Paulus veranla゚te zu schreiben: "H舩tet ihr n舂lich auch ungez臧lte Erzieher in Christus, so doch nicht viele V舩er. Denn in Christus Jesus bin ich durch das Evangelium euer Vater geworden" (1 Kor 4,15).

 

1. Der Dienst am Wort

Das Evangelium der Hoffnung verknden

101.     Die Aufgabe, die mehr als alle anderen den Bischof kennzeichnet und die in gewisser Weise sein ganzes Amt zusammenfa゚t, ist nach der Konzilslehre die des Stellvertreters und Gesandten Christi in der ihm anvertrauten Teilkirche.[8] Der Bischof vollzieht seinen sakramentalen Auftrag als lebendigen Ausdruck Christi, gerade indem er den Dienst am Wort ausbt. Als Diener des Wortes Gottes, das in der Kraft des Geistes und durch das Charisma des bischflichen Dienstes handelt, stellt er der Welt Christus vor Augen, macht ihn in der Gemeinschaft gegenw舐tig und teilt ihn denen wirksam mit, die ihm in ihrem Leben Raum geben.

            Es handelt sich um die Verkndigung des Evangeliums der Hoffnung als grundlegende Aufgabe des bischflichen Dienstes.

            Unter den Hauptpflichten der Bischfe, die "Glaubensboten ... und authentische, das hei゚t mit der Autorit舩 Christi ausgerstete Lehrer" sind und "dem ihm anvertrauten Volk die Botschaft zum Glauben und zur Anwendung auf das sittliche Leben" verknden,[9] hat die Verkndigung des Evangeliums einen herausragenden Platz. Daraus folgt, da゚ alle T舩igkeiten des Bischofs auf die Verkndigung des Evangeliums abzielen mssen, das "eine Kraft Gottes [ist], die jeden rettet, der glaubt" (Rm 1,16), darauf ausgerichtet, "das Volk Gottes zum Gehorsam des Glaubens (Rm 1,5) gegenber dem Wort Gottes zu fhren" und die Lehre Christi unverkrzt anzunehmen.

 

Die Mitte der Verkndigung

102.     Was Gegenstand des bischflichen Lehramts ist, wird vom II. Vatikanischen Konzil klar ausgesprochen, wenn es ihn einmtig als Glaubenswahrheit bezeichnet, die anzunehmen und im Leben anzuwenden ist.[10] Denn der Kernpunkt der Verkndigung ist Christus, gerade der gekreuzigte und auferstandene Christus, den der Bischof verkndigen mu゚: Christus, der einzige Erlser des Menschen, derselbe gestern, heute und in Ewigkeit (vgl. Hebr 13,8), das Herz der Geschichte und die Lebensmitte der Gl舫bigen.

            Von dieser Mitte aus, die das Geheimnis Christi ist, haben alle anderen Glaubenswahrheiten ihren Ursprung. Davon geht auch die Hoffnung fr jeden Menschen aus. Christus ist das Licht, das jeden Menschen erleuchtet, und wer in ihm wiedergeboren wird, empf舅gt die Erstlingsgaben des Heiligen Geistes, die ihn dazu bef臧igen, das neue Liebesgebot zu erfllen.[11]

103.     Die Aufgabe der Verkndigung und die treue Bewahrung des Glaubensgutes ist verbunden mit der Pflicht, das Wort Gottes vor all dem zu schtzen, was seine Unversehrtheit und Ganzheit verletzen knnte. Dabei ist jedoch eine gerechte Freiheit fr die weitere Erforschung der Glaubenswahrheiten anzuerkennen.[12] Denn in der apostolischen Nachfolge hat der Bischof mit Billigung Gottes des Vaters das sichere Charisma der Wahrheit empfangen, die er vermitteln mu゚.[13]

            Diese Pflicht darf kein Bischof vernachl舖sigen, auch wenn es ihn Opfer kostet oder ihm Unverst舅dnis einbringt. Wie der Apostel Paulus ist sich der Bischof seiner Sendung bewu゚t, das Evangelium zu verknden, "aber nicht mit gewandten und klugen Worten, damit das Kreuz Christi nicht um seine Kraft gebracht wird" (1 Kor 1,17); wie er verkndet auch der Bischof "das Wort vom Kreuz" (1 Kor 1,18), nicht um menschliche Zustimmung zu finden, sondern als gttliche Offenbarung.

 

Glaubensunterweisung und Katechese

104.     Als Lehrer des Glaubens ist der Bischof auch Erzieher zum Glauben, zum Licht des Wortes Gottes und des Lehramtes der Kirche. Es handelt sich um die Katecheset舩igkeit, der die Bischfe volle Aufmerksamkeit schenken mssen, weil sie als Hirten und Lehrer "die Katecheten schlechthin" sind.

            Verschieden und vielf舁tig sind die Formen, durch die der Bischof seinen Dienst am Gotteswort ausbt. Das Direktorium Ecclesi imago erinnerte dabei an die besondere Form der Verkndigung an die Gemeinschaft, die das Evangelium schon kennt, das hei゚t an die Homilie, die unter allen anderen Formen durch ihren liturgischen Kontext und ihre Verbindung mit der Verkndigung des Wortes in den Schriftlesungen herausragt. Eine andere Form der Verkndigung ist jene, die ein Bischof durch seine Hirtenbriefe w臧lt.[14]

            Sehr hilfreich ist dabei der diskrete Gebrauch der dizesanen, dizesanbergreifenden oder nationalen Kommunikationsmittel zur Information ber die Dokumente des kirchlichen Lehramtes, der Pastoralpl舅e und kirchlichen Ereignisse.

 

Die ganze Kirche ist in die Katechese einbezogen

105.     Das lehramtliche Charisma der Bischfe ist wegen seiner Verantwortung einzigartig und darf in keiner Weise delegiert werden. Aber, wie aus den Antworten auf die Lineamenta hervorgeht, es wird in der Kirche nicht isoliert. Jeder Bischof bt den eigenen Hirtendienst in einer Teilkirche aus, in der die Priester tief mit seinem Amt verbunden und unter seiner Vollmacht seine ersten Mitarbeiter sind, wobei die Diakone noch hinzukommen. Eine wertvolle Hilfe leisten auch die Ordensleute und eine wachsende Zahl von Laien, die der Verfassung der Kirche entsprechend bei der Verkndigung und Umsetzung des Wortes Gottes mitarbeiten.

            Dank der Bischfe wird der authentische katholische Glaube an die Eltern weitergegeben, damit sie ihn ihrerseits an die Kinder weitergeben, wie auch die Lehrer und Erzieher auf allen Ebenen ihren Glauben (durch die Bischfe) sichergestellt sehen knnen. Die ganze Laienschaft legt Zeugnis ab von der Einheit des Glaubens, die die Bischfe unerschrocken zu bewahren sich bemhen. Es ist wichtig, da゚ kein Bischof nachl葹t, die Laien zu untersttzen, und ihnen die Mittel fr eine angemessene Grund- und Weiterbildung durch entsprechende Bildungseinrichtungen bereitstellt.

 

Dialog und Zusammenarbeit mit Theologen und Gl舫bigen

106.     Besonders ntzlich fr die Verkndigung ist auch die Zusammenarbeit mit den Theologen, die bestrebt sind, mit ihrer eigenen Methode den unerschpflichen Reichtum des Geheimnisses Christi zu ergrnden. Das Lehramt der Hirten und die theologische Arbeit haben zwar unterschiedliche Aufgaben, sie sind aber beide abh舅gig von dem einen Wort Gottes und haben dasselbe Ziel: das Volk Gottes in der Wahrheit zu bewahren. Daraus erw臘hst fr die Bischfe die Aufgabe, den Theologen die Ermutigung und Untersttzung zukommen zu lassen, die ihnen helfen, ihre Arbeit in Treue zur Tradition und mit Aufmerksamkeit fr die Herausforderungen der Geschichte zu vollbringen.[15]

            Im Dialog mit all seinen Gl舫bigen wird der Bischof es verstehen, ihren Glauben anzuerkennen und hochzusch舩zen, ihn zu festigen, ihn von berflssigen Anh舅gseln zu befreien und ihm einen angemessenen Lehrinhalt zu geben. Aus diesem Grund und auch deshalb, um auf Ortsebene Katechismen zu erstellen, die die unterschiedlichen Situationen und Kulturen bercksichtigen, soll der Katechismus der Katholischen Kirche Bezugspunkt dafr sein, da゚ die Einheit des Glaubens und die Treue zur katholischen Lehre bewahrt werden.[16]

 

Zeuge der Wahrheit

107.     Da der Bischof berufen ist, das Heil in Jesus Christus zu verknden, mu゚ er durch seine Predigt unter dem Volk Gottes das Zeichen der Glaubensgewi゚heit sein. Wenn er auch, wie die Kirche, keine bereits vorgefertigten Lsungen fr die Probleme des Menchen hat, ist der Bischof dennoch Diener der Schnheit einer Wahrheit, die deren Wege zu erhellen vermag.[17] Wenn er auch keine besonderen Sachkenntnisse hat, um die irdische Ordnung zu frdern, formt der Bischof dennoch die Laien, indem er sein Lehramt ausbt und die ihm anvertrauten Personen und Gemeinschaften zum Glauben erzieht; innerlich gewandelt, werden die Laien ihrerseits die Welt durch jene Lsungen ver舅dern, die sie ihren jeweiligen Zust舅digkeiten entsprechend anbieten sollen.

            Wie die Antworten auf die Lineamenta wiederholt betonen, verleiten die s臾ularisierte Mentalit舩 eines Gro゚teils der Gesellschaft sowie die bertriebene Betonung der Freiheit des Denkens und die relativistische Kultur die Menschen dazu, die Weisungen des Bischofs und auch des Papstes besonders im sexuellen und famili舐en Bereich als eine Meinung unter vielen anderen zu betrachen, ohne Auswirkung auf die Lebensfhrung. Fr den Bischof ist diese Haltung eine radikale Herausforderung, aber auch ein Terrain zur Verkndigung der Hoffnung.

108.     Der Bischof darf, unter Achtung der Freiheit der Sachverst舅digen in weltlichen Fragen, nicht auf den prophetischen Charakter seiner Botschaft, die Tr臠erin der Hoffnung ist, verzichten, auch wenn er wei゚, da゚ sie nicht angenommen wird. Das geschieht besonders dann, wenn er mutig und nicht nur mit Worten, sondern mit zweckdienlichen Mitteln Krieg, Ungerechtigkeit und alles, was die Wrde des Menschen verletzt, anprangert.

            In der Welt die Macht des heilbringenden Wortes gegenw舐tig zu machen, ist ein bedeutender Akt der Hirtenliebe, die ein Bischof den Menschen anbietet, denn die Macht des Gotteswortes vermag den Menschen den tiefsten Grund zur Hoffnung zu erschlie゚en.

 

Aufgaben fr die Zukunft

109.     Aus den Antworten auf die Lineamenta gehen einige pr艘ise Bitten hervor, die die Aufgaben des Lehramtes der Bischfe erweitern und auf den heutigen Stand bringen sollen.

            Je nach den Gegebenheiten ist es angebracht, auf dizesaner oder dizesanbergreifender Ebene die Errichtung von katholischen Universit舩en fr eine entsprechende Einflu゚nahme auf die Gesellschaft zu planen und zu frdern, damit Laien herangebildet werden, die in den verschiedenen Bereichen der Wissenschaft und Technik im Dienst am Menschen und an der Wahrheit herausragen. In dieser Hinsicht wird darum gebeten, der Universit舩sseelsorge gem葹 den Richtlinien des Heiligen Stuhls neue Impulse zu geben.

            Im Erziehungs- und Bildungsbereich ist es notwendig, durch den Einsatz von Priestern und Laien geeignete Institutionen fr die Frderung und den Schutz der katholischen Schulen zu schaffen. Fr diese wird die Anerkennung seitens der Regierungen gefordert, weil sie auf das Recht der Eltern auf eine angemessene Erziehung der Kinder zurckgreifen, die den von ihnen frei gew臧lten kulturellen und religisen Werten entspricht.

            Zur Frderung der sozialen Kommunikationsmittel in einer pluralistischen Gesellschaft ist eine angemessene Ausbildung der Kommunikatoren durch verschiedene dizesane oder dizesanber-greifende Initiativen notwendig.

 

Kultur und Inkulturation

110.     Die Verkndigung des Evangeliums seitens des Bischofs im kulturellen Bereich bedeutet Frderung des Glaubens in den fr die Botschaft des Evangeliums 舫゚erst empf舅glichen Gebieten.

            Es ist notwendig, den Dialog mit den kulturellen Institutionen der Laien durch Gespr臘hsrunden zwischen qualifizierten Personen zu begnstigen, in denen die Kirche sich als Freundin all dessen zu erkennen gibt, was wahrhaft menschlich ist.

            Diesen Dialog kann die Frderung des kulturellen, knstlerischen und geschichtlichen Erbes der Dizese begnstigen. In den Dizesen gibt es kulturelle und historische Gter, Archive, Bibliotheken und Kunstwerke, die als kulturelles Zeugnis besondere Aufmerksamkeit verdienen. Initiativen zugunsten der Museen und Ausstellungen, entsprechende Vortr臠e, die Katalogisierung und Ausstellung knstlerischer und literarischer Werke knnen Mittel der Evangelisierung und Kontemplation der Schnheit werden, ein Zeichen fr die besondere Sorge der Kirche gegenber der menschlichen geographischen und kulturellen Geschichte.[18]

            Es ist Aufgabe des Bischofs, den Richtlinien des Heiligen Stuhls entsprechend und in Zusammenarbeit mit der Bischofskonferenz den Glauben und das christliche Leben in die verschiedenen Kulturen einzubringen gem葹 den Leitlinien, die anl葹lich der Sonderversammlungen der Bischofssynode besonders im Bezug auf die Liturgie, die Priesterausbildung und das gottgeweihte Leben angeboten wurden.[19]

 

2. Der Dienst der Heiligung

111.     Die Verkndigung des Wortes Gottes steht am Anfang der Versammlung des Volkes Gottes in Ekklesia, das hei゚t in heiliger Zusammenkunft. Sie erreicht und findet aber ihre Flle im Sakrament. Denn Wort und Sakrament bilden eine Einheit, sie sind nicht voneinander zu trennen und als zwei Aspekte oder Momente eines einzigen Heilswerkes zu betrachten. Er selbst, das ewige, menschgewordene Wort, ist die Wurzel des inneren Bandes, das Wort und Sakrament miteinander verknpft. Das gilt fr alle Sakramente, aber in besonderer und einzigartiger Weise fr die heilige Eucharistie, die Quelle und Hhepunkt der ganzen Evangelisierung ist.[20]

            Wegen dieser Einheit von Wort und Sakrament und wie die Apostel vom Auferstandenen zu allen Vlkern gesandt wurden, um sie zu lehren und zu taufen (vgl. Mt 28,19), so empf舅gt auch jeder Bischof als Nachfolger der Apostel kraft der Flle des Weihesakramentes, mit der er ausgestattet wurde, zusammen mit der Sendung als Glaubensbote die eines "Verwalters der Gnade des hchsten Priestertums".[21] Der Dienst der Verkndigung des Evangeliums ist n舂lich "dem Dienst der Gnade der Sakramente der Kirche zugeordnet. Als Diener der Gnade "verwirklicht der Bischof das munus sanctificandi, auf das das munus docendi abzielt, das er unter dem ihm anvertrauten Volk Gottes ausbt".[22]

            Der Dienst der Heiligung ist eng mit der Feier des Heils in Christus verbunden in einem Ausblick voll Hoffnung, der die Gl舫bigen auf die Erfllung der Verhei゚ungen ausrichtet, w臧rend sie als Volk Gottes auf dem Pilgerweg durch die Welt der ewigen Stadt entgegenziehen.

 

Der Bischof als Priester und Liturge in seiner Kathedrale

112.     Die Heiligungsaufgabe wohnt der Sendung des Bischofs inne. Denn er ist in seiner Teilkirche der Hauptspender der Geheimnisse Gottes: vor allem der Eucharistie, die im Mittelpunkt des sakramentalen Dienstes des Bischofs steht und durch deren Leitung er vor den Augen seines Volkes als der Mann des neuen und ewigen von Jesus Christus durch das Kreuzesopfer eingesetzten Gottesdienstes erscheint. Er ordnet die Spendung der Taufe, durch die die Gl舫bigen am kniglichen Priestertum Christi Anteil erhalten; er ist erstberufener Firmspender, erteilt die heiligen Weihen und regelt die Bu゚disziplin.[23] Der Bischof ist Liturge der Teilkirche insbesondere dann, wenn er der Eucharistiefeier vorsteht.[24]

            Hier, wo das Leben der Kirche seinen Hhepunkt findet, verwirklicht sich auch der Hhepunkt des munus sanctificandi, das der Bischof in der Person Christi, des ewigen Hohenpriesters, ausbt. Das kommt in einem bedeutsamen Text des II. Vatikanums gut zum Ausdruck: "Daher sollen alle das liturgische Leben des Bistums, in dessen Mittelpunkt der Bischof steht, besonders in der Katheralkirche, aufs hchste wertsch舩zen; sie sollen berzeugt sein, da゚ die Kirche auf eine vorzgliche Weise dann sichtbar wird, wenn das ganze heilige Gottesvolk voll und t舩ig an denselben liturgischen Feiern, besonders an derselben Eucharistiefeier, teilnimmt: in der Einheit des Gebets und an dem einen Altar und unter dem Vorsitz des Bischofs, der umgeben ist von seinem Presbyterium und den Dienern des Altars".[25]

            Bevorzugter Ort der bischflichen Gottesdienste ist die Kathedrale, wo die Kathedra des Bischofs ihren Platz hat und wo er sein Volk unterweist. Denn sie ist die Mutterkirche und der Mittelpunkt der Dizese, das Zeichen der Kontinuit舩 einer Geschichte, der symbolische Raum ihrer Einheit. Das C誡emoniale episcoporum widmet diesem Thema ein ganzes Kapitel unter dem Titel: Die Kathedralkirche.[26]

            Sie ist der Ort fr die Feier der Hauptfeste des liturgischen Jahres, insbesondere die Chrisamweihe und die Priesterweihen. Sie ist das Bild der Kirche Christi, der Einheit des mystischen Leibes, der Versammmlung der Getauften und des himmlischen Jersualems und mu゚ von sich aus in der wrdigen Weise, in der die Liturgie den Vorschriften entsprechend gefeiert wird, fr die anderen Kirchen der Dizese beispielgebend sein.[27]

            Der Bischof entfaltet und drckt seine innere Wahrheit auch durch die fr die Liturgie bestimmten Orte aus: die Kathedra, Sitz des Bischofs, von der aus er die Versammlung leitet und das Gebet anfhrt;[28] der Altar, Symbol des Leibes Christi und Tisch des Herrn, wo die Eucharistie gefeiert wird;[29] das Prebyterium, in dem die Priester, Diakone und anderen Diener ihren Platz haben;[30] der Ambo, wo das Evangelium verkndet und das Wort gepredigt wird, es sei denn, der Bischof tut es von seiner Kathedra aus.[31] Die Taufkapelle, wo gegebenenfalls in der Osternacht die Taufe gespendet wird.[32] 

 

 

 

Die Eucharistie als Mitte der Teilkirche

113.     Eine der wichtigsten Aufgaben des Bischofs besteht in der Sorge dafr, da゚ die Gl舫bigen in den Gemeinden der Teilkirche die Mglichkeit haben, zum Tisch des Herrn zu treten, vor allem am Sonntag, dem Tag, an dem die Kirche das Ostergeheimnis feiert und die Gl舫bigen in Freude und Mu゚e Gott Dank sagen, denn "er hat uns in seinem gro゚en Erbarmen neu geboren, damit wir durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten eine lebendige Hoffnung haben" (1 Petr 1,3).[33]

            In vielen Gebieten, nicht nur in den neuen und jngeren Kirchen, sondern auch in den Gebieten mit alter christlicher Tradition wird es wegen des Priestermangels oder aus anderen schwerwiegenden Grnden immer schwieriger, die Eucharistiefeier sicherzustellen. Das verst舐kt die Pflicht des Bischofs, ein stets aufmerksamer Verwalter der Gnade zu sein, der die wirklichen Nte und den Ernst der Situationen erkennt, die Mitglieder seines Presbyteriums klug verteilt und dahin wirkt, da゚ in solchen Notf舁len die Gemeinden der Gl舫bigen nicht lange ohne Eucharistie bleiben. Dies gilt auch im Hinblick auf die Gl舫bigen, die durch Krankheit oder Alter oder aus anderen verst舅dlichen Grnden die Eucharistie nur zuhause oder dort, wo sie gepflegt werden, empfangen knnen.

114.     Die Liturgie ist die hchste Form des Lobpreises an die Heilige Dreifalitigkeit. In der Liturgie, vor allem durch die Feier der Sakramente, offenbart und realisiert das vor Ort versammelte Volk Gottes sein heiliges und organisch verfa゚tes Wesen als priesterliche Gemeinschaft.[34] Durch die Ausbung des munus sanctificandi bewirkt der Bischof, da゚ die ganze Teilkirche eine Gemeinschaft von Betern wird, eine Gemeinschaft von einmtig im Gebet verharrenden Gl舫bigen (vgl. Apg 1,14).

            Als erster zusammen mit seinem Presbyterium vom Geist und von der Kraft der Liturgie durchdrungen, bemht sich der Bischof, in der eigenen Dizese eine gute Bildung zu frdern und zu entfalten, damit die Sch舩ze entdeckt werden, die in der Liturgie enthalten sind, die gem葹 den approbierten Texten gefeiert und vor allem als geistliche Handlung gelebt wird. W臧rend er als Verantwortlicher fr den Gottesdienst in der Teilkirche das liturgishe Leben der Dizese leitet und schtzt und zusammen mit den Bischfen derselben Bischofskonferenz und in Treue zum gemeinsamen Glauben handelt, untersttzt er auch das Bemhen, die Liturgie entsprechend den zeitlichen und rtlichen Erfordernissen in den Kulturen zu verwurzeln und dabei das, was kraft gttlicher Einsetzung unver舅derlich ist, und das, was dem Wandel unterliegt, zu bercksichtigen.[35]



[1] Cf. Ioannes Paulus II, Adhort.  apost. postsyn. Christifideles laici (30.12.1988), 26: AAS 81 (1989) 437-440.

[2] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 28.

[3] Cf. Ioannes Paulus II, Adhort. apost. Catechesi tradend (16.10.1979), 67: AAS 71 (1979) 1331-1333.

[4] Cf. C.I.C. can. 515.

[5] Cf. Ioannes Paulus II, Adhort. apost. postsyn. Christifideles laici (30.12.1988), 27: AAS 81 (1989) 442.

[6] Cf. Sacra Congregatio Pro Episcopis, Direct. Ecclesi imago (22.02.1973) 184-188.

[7] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 12; Ioannes Paulus II, Adhort. apost. postsyn. Vita consecrata (25.03.1996), 62: AAS 88 (1996) 435-437.

[8] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 27.

[9] Ibid., 25: cf. Decr. de past. episc. mun. in Ecclesia Christus Dominus, 12-14; Sacra Congregatio Pro Episcopis, Direct. Ecclesi imago (22.02.1973), 55-65.

[10] Cf. C.I.C. can. 386.

[11] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. past. de Ecclesi in mundo huius temporis Gaudium et spes, 22.

[12] Cf. C.I.C. can. 386 ァ 2.

[13] Cf. S. Ir誅eus, Adversus h誡eses, IV, 26, 2: PG 7, 1053-1054: ォQui cum episcopali successione charisma veritatis certum secundum placitum Patris acceperuntサ.

[14] Cf. Sacra Congregatio Pro Episcopis, Direct. Ecclesi imago (22.02.1973),  59-60.

[15] Cf. Congregatio de Doctrina Fidei, Instr. Donum veritatis de ecclesiali theologi vocatione (24.05.1990), 21: AAS 82 (1990) 1559.

[16] Cf. Ioannes Paulus II, Const. ap. Fidei depositum (11.10.1992), 4: AAS 86 (1994) 113-118.

[17] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. past. de Ecclesia in mundo huius temporis Gaudium et spes, 33.

[18] P舊stliche Kommission fr die Erhaltung des kunstlerischen und des geschichtlichen Erbes, Rundschreiben ber die pastorale Aufgabe der kirchlichen Archive (2.02.1997).

[19] Cf. Ioannes Paulus II, Adhort. apost. postsyn. Ecclesia in Africa (14.09.1995), 59-62: AAS 88 (1996) 37-39; Ecclesia in Asia (6.11.1999), 21-22: AAS 92 (2000) 482-487; Vita consecrata (25.03.1996), 80-81: AAS 88 (1996) 456-458.

[20] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Decr. de presbyterorum ministerio et vita Presbyterorum ordinis, 5.

[21] Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 26.

[22] Ioannes Paulus II, Cat馗h鑚e du mercredi (11.11.1992), 1: L丹sservatore Romano, EHLF 2238 (17.11.1992) 12.

[23] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 26..

[24] Cf. S. Ignatius Antioch. Ad Magn. 7: Patres Apostolici, I, Edidit F-X. Funk, Tubing 1897, 194-196; Conc. 慶um. Vat. II, Const. de sacra Liturgia Sacrosanctum concilium, 41; Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 26; Decr. de 彡umenismo Unitatis redintegratio, 15.

[25] Conc. 慶um. Vat. II, Const. de sacra Liturgia Sacrosanctum concilium, 41.

[26] Cf. C誡emoniale episcoporum, 42-54.

[27] Cf. ibid., 42-46.

[28] Cf. ibid., 47.

[29] Cf. ibid., 48.

[30] Cf. ibid., 50.

[31] Cf. ibid. 51.17.

[32] Cf. ibid., 52.

[33] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. de sacra Liturgia Sacrosanctum concilium, 106; Ioannes Paulus II, Epist. ap. de diei dominic santificatione Dies Domini (31.05.1998): AAS 90 (1998) 713-766.

[34] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 11.

[35] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. de sacra Liturgia Sacrosanctum concilium, 21.

Auf das Gebet und die Volksfrmmigkeit achten

115.     Das Gebet selbst in seinen verschiedenen Formen ist ein Akt, in dem die Hoffnung der Kirche Ausdruck findet. Jedes Gebet der Braut Christi, die sich nach der vollkommenen Vereinigung mit dem Br舫tigam sehnt, wird in dem Ruf zusammengefa゚t, den der Geist eingibt: "Komm!" (Offb 22,17).[1] Der Geist spricht dieses Gebet mit der Kirche und in der Kirche. Es ist die eschatologische Hoffnung, die Hoffnung der endgltigen Vollendung in Gott, die Hoffnung des ewigen Reiches, die sich in der Teilhabe am dreifaltigen Leben verwirklichen wird. Der Heilige Geist, der den Aposteln als Trster gegeben wird, ist Hter und Seele dieser Hoffnung im Herzen der Kirche. Im Blick auf das dritte Jahrtausend nach Christus, da "der Geist und die Braut zum Herrn Jesus sagen: Komm!",[2] ist dieses ihr Gebet wie immer voll eschatologischer Tragweite.

            In diesem Bewu゚tsein bemht sich der Bischof t臠lich, den Gl舫bigen durch sein persnliches Zeugnis, durch das Wort, das Gebet und die Sakramente die Flle des Lebens in Christus zu vermitteln.

            In diesem Kontext richtet der Bischof sein Augenmerk auch auf die verschiedenen Formen der christlichen Volksfrmmigkeit und auf ihren Beitrag zum liturgischen Leben. Weil sie die religise Haltung des Menschen ausdrckt, darf diese Volksfrmmigkeit weder ignoriert noch mit Gleichgltigkeit oder Geringsch舩zung behandelt werden, denn sie ist, wie Paul VI. schrieb, reich an Werten.[3] Aber sie bedarf stets der Evangelisierung, damit der Glaube, den sie ausdrckt, ein immer reiferer Akt wird. Eine authentische, biblisch geformte, liturgische Pastoral wird sich auf die Sch舩ze der Volksfrmmigkeit zu sttzen wissen, sie reinigen und sie auf die Liturgie als Darbringung der Vlker ausrichten.[4]

 

Einige besondere Fragen

116.     In den Antworten auf die Lineamenta werden einige Aufgaben hervorgehoben, die dem liturgischen Dienst des Bischofs eigen sind und die hier kurz beleuchtet werden sollen.

            Der Bischof ist in seiner Kirche vor allem der Erstverantwortliche der Feier und der Disziplin der christlichen Initiation. Er ist insbesondere der Urheber, der wachsame Hter und Diener der Riten der christlichen Initiation der Erwachsenen. Deshalb ist es angebracht, da゚ er die charakterische Feier des Katechumenats vor allem in unmittelbarer Vorbereitung auf die Taufe und die christliche Initiation der Erwachsenen in der Osternacht persnlich leitet.

            Fr eine echte und tiefreichende Frderung der Liturgie ist es angemessen, da゚ er oft auch bei den Visiten den Wortgottesdienst und das Stundengebet, wie vom C誡emoniale Episcoporum vorgesehen, leitet.[5] In diesem Sinn kann er in seiner spezifischen Aufgabe als Lehrer, der das Wort des Heils feiert, und als Priester, der fr sein Volk bittet und eintritt, erscheinen.

 

3. Die Ausbung des Leitungsamtes

Der Leitungsdienst

117.     Die amtliche Aufgabe des Bischofs vervollst舅digt sich in der Rolle, Anfhrer des ihm anvertrauten Teils des Volkes Gottes zu sein. Die Tradition der Kirche hat diese Aufgabe immer mit zwei Figuren verglichen, die Jesus nach dem Zeugnis der Evangelien auf sich selbst anwendet: dem Hirten und dem Knecht. Das Konzil beschreibt die Aufgabe der Bischfe, die Gl舫bigen zu leiten, mit den Worten: "Die Bischfe leiten die ihnen zugewiesenen Teilkirchen als Stellvertreter und Gesandte Christi durch Rat, Zuspruch, Beispiel, aber auch in Autorit舩 und heiliger Vollmacht, die sie indes allein zum Aufbau ihrer Herde in Wahrheit und Heiligkeit gebrauchen, eingedenk, da゚ der Gr゚ere werden soll wie der Geringere und der Vorsteher wie der Diener (vgl. Lk 22,26-27)".[6]

            Johannes Paul II. betont, da゚ "man auf den Begriff Dienst, der fr jedes kirchliche Amt gilt, angefangen von dem der Bischfe, Gewicht legen mu゚. Ja, das Hirtenamt ist mehr ein Dienst als eine Wrde. Und wenn es auch eine Wrde ist, gilt es fr den Bischof, den Nachfolger der Apostel, wenn er im Geist der Demut, dem Evangelium gem葹, nach dem Beispiel des Menschensohnes dient ... Im Licht des Dienstes als gute Hirten ist die Vollmacht zu verstehen, die der Bischof besitzt, auch wenn sie immer der des Papstes unterstellt ist".[7] Deshalb und aus gutem Grund bezeichnet der Codex des kanonischen Rechts diesen Dienst als munus pastoris und verbindet mit ihm die Eigenschaft der Hirtensorge.[8]

 

Wahre Hirtenliebe ben

118.     Die Tugend der caritas pastoralis ist bezeichnend fr den Bischof. Er bt sie dadurch, der er Christus, der durch die Hingabe seines Lebens der "gute" Hirt ist, nachfolgt. Deshalb verwirklicht man sie nicht nur durch die Ausbung der Amtshandlungen, sondern noch mehr durch die Selbsthingabe, die die Liebe Christi zu seiner Herde deutlich macht.

            Eine der Formen, in denen die Hirtenliebe zum Ausdruck kommt, ist das Mitleid in der Nachahmung Christi, des Hohenpriesters, der die menschliche Schw臘he mitfhlen kann, weil er selbst in allem wie wir geprft wurde, aber nicht gesndigt hat (vgl. Hebr 4,15). Dieses Mitleid, das der Bischof als Zeichen des Mitleids Christi bezeigt und lebt, darf aber nicht von der Wahrheit Christi getrennt werden. Denn ein weiterer Ausdruck der Hirtenliebe ist die Verantwortung vor Gott und vor der Kirche in Bezug auf die zu verkndende Wahrheit, "ob man sie hren will oder nicht" (vgl. 2 Tim 4,2).

            Die Hirtenliebe bewirkt, da゚ der Bischof besorgt ist, dem Gemeinwohl seiner Dizese zu dienen, das dem der ganzen Kirche zwar untergeordnet ist, aber gleichzeitig das ist, worin das Wohl der einzelnen Gemeinden der Dizese zusammenflie゚t. Das Direktorium Ecclesi imago betonte diesbezglich die Grundprinzipien fr die Einheit, die verantwortliche Mitarbeit und die Koordinierung.[9]

            Dank der Hirtenliebe, die inneres und einigen des Prinzip aller Amtshandlungen ist, "kann der wesentliche und dauernde Anspruch einer Einheit zwischen dem inneren Leben und den vielen Aktivit舩en und Verantwortlichkeiten des priesterlichen Dienstes realisiert werden; es handelt sich um ein 舫゚erst dringendes Erfordernis in einem soziokulturellen und kirchlichen Kontext, der stark von Kompliziertheit, Bruchstckhaftigkeit und Zersplitterung gezeichnet ist".[10] Sie mu゚ also die Denk- und Handlungsweise des Bischofs und seine Kontakte mit allen, denen er begegnet, bestimmen.

            In der Leitung der Dizese sorgt der Bischof auch dafr, da゚ die Bedeutung des kanonischen Rechtes anerkannt wird, dessen Ziel das Wohl der Personen und der kirchlichen Gemeinschaft ist.[11]

 

Ein Seelsorgestil, der sich im Leben niederschl臠t

119.     Die Hirtenliebe erfordert deshalb Lebensstile und formen, die es in Nachahmung des armen und demtigen Christus ermglichen, allen Gliedern der Herde vom kleinsten bis zum gr゚ten nahe zu sein und gleichzeitig bereit, ihre Freuden und Leiden nicht nur in Gedanken und im Gebet, sondern auch zusammen mit ihnen zu teilen, damit alle Gottes Liebe zum Menschen erfahren knnen durch die Gegenwart und den Dienst des Bischofs, der sich ohne Scham allen zuwendet und dabei andere nicht in Verlegenheit bringt.[12]

            Die Antworten der Bischofskonferenzen auf die Lineamenta weisen auf einige charakteristische Eigenschaften hin, die dem Bischof in manchen Gesellschaften zugeschrieben werden. Manchmal herrscht ein gewisses "monarchisches" oder "autorit舐es" Bild vor, das dem Bischof eine unpassende Rolle in der Kirche und in der Welt zuschreibt. In anderen F舁len wird der Bischof als "Hirt inmitten seiner Herde" und "Vater im Glauben" gesehen, so da゚ die Priester, Ordensleute und Laien nicht nur eine "Hilfe" des Bischofs, sondern seine "Mitarbeiter" sind.

            Eine Vertiefung der Wirklichkeit "Communio" kann dazu fhren, den Bischof als authentischen "Diener der Diener Gottes", das hei゚t als ersten unter den Dienern Gottes zu sehen. Denn der Bischof bleibt seiner Sendung treu, wenn er sich dessen bewu゚t ist, da゚ seine persnliche Verantwortung als Hirt in angemessener Weise von allen Gl舫bigen kraft der Taufe geteilt wird, von einigen kraft des Weihesakraments und von anderen kraft der durch die evangelischen R舩e gegebenen besonderen Hingabe.

120.     Eine ungnstige Bedingung fr diese "Communio", die von vielen wahrgenommen wird, ergibt sich oft aus der gro゚en Ausdehnung der Dizese und den vielen Verpflichtungen des Bischofs.

            In den Antworten wird auf die Gefahr hingewiesen, da゚ sich dadurch in den Fhrungsstil des Bischofs Elemente einschleichen, die einer dem Evangelium gem葹en Pastoral nicht entsprechen, so da゚ die Leute ihn mit der weltlichen Prominenz gleichsetzen. Manchmal scheint selbst die Pr舖enz des Bischofs neben den Brgerautorit舩en seine Unabh舅gigkeit und seine Rolle in den Schatten zu stellen.

            In den Gesellschaften, die einer gewissen Autorit舩sausbung gegenber negativ eingestellt sind, tendiert man dazu, die Rolle des Bischofs zu berdenken, indem das Prinzip der Subsidiarit舩 und die Einrichtung der Beratung besondere Deutung erfahren. Das geschieht aus dem Grund, weil die Autorit舩 nur als "Macht" gesehen wird.

            Die Bischfe knnen das gem葹 ihrer Rolle als V舩er und Beschtzer berwinden, weil sie sich als Nachfolger der Apostel nicht nur in der ausbenden Autorit舩 darstellen, sondern in ihrer dem Evangelium ensprechenden Lebensform, in der Grundsatztreue zu dem, was sie verknden, in den apostolischen Leiden, in der liebevollen und barmherzigen Sorge fr die Gl舫bigen, besonders die 舐msten, die schw臘hsten und die leidenden.

            Darin sind sie Zeichen Christi inmitten des Volkes Gottes, und ihr wirklich pastoraler Leitungsdienst wird eine Verkndigung des Evangeliums der Hoffnung. Gewisse 舫゚ere Formen und Beischmckungen wie Ehrentitel und Orden drfen das bischfliche Lehramt in Wort und Tat nicht verdunkeln.

            Der Bischof mu゚ lebendige Ikone Christi sein, der als Herr und Meister seinen Jngern die F゚e wusch; und er mu゚ durch seinen einfachen und bescheidenen Lebensstil das Antlitz Jesu, wie es im Evangelium aufscheint, deutlich machen und sich als ein wahrer "Mensch Gottes" (vgl. 2 Tim 3,17) erweisen.

 

Die Pastoralvisitationen

121.     Die kirchliche Tradition kennt einige spezifische Formen, durch die der Bischof in seiner Teilkirche den Hirtendienst ausbt. Insbesondere zwei sind zu erw臧nen, die erste ist die sogenannte Form des persnlichen Einsatzes. Die zweite hingegen ist die synodale Form.

            Die Pastoralvisitation ist weder eine dem Bischof von der kirchlichen Disziplin vorgeschriebene rein rechtliche Institution noch eine Art Ermittlungsinstrument.[13] Durch die Pastoralvisitation tritt der Bischof konkret in Erscheinung als sichtbares Prinzip und Fundament der Einheit in der Teilkirche, und sie "spiegelt in gewisser Weise das Bild dieser einzigartigen und wunderbaren Visitation wider, durch die der 'oberste Hirt '(1 Petr 5,4) und Bischof unserer Seelen (vgl. 1 Petr 2,25), Jesus Christus, sein Volk besucht und erlst hat (vgl. Lk 1,68)".[14] Weil die Dizese, bevor sie ein territoriales Gebiet ist, ein der Hirtensorge eines Bischofs anvertrauter Teil des Gottesvolkes ist, schreibt das Direktorium Ecclesi imago dazu, da゚ die Personen in der Pastoralvisitation die Hauptrolle spielen. Um sich ihnen also besser widmen zu knnen, ist es angebracht, da゚ der Bischof die Prfung der Verwaltungsangelegenheiten anderen bertr臠t.

            Die geplanten und sorgf舁tig vorbereiteten Pastoralvisitationen sind fr den Hirten und das ihm anvertraute Volk eine gnstige Gelegenheit, einander kennenzulernen.

            In den Pfarreien steht die Begegnung mit dem Pfarrer und den brigen Priestern an erster Stelle. Die Pastoralvisitation ist der Moment, wo der Dienst der Predigt und Katechese, des Dialogs und der Kontaktnahme mit den Leuten und ihren Problemen ausgebt wird. Sie ist ein Anla゚, in Gemeinschaft die Eucharistie und die Sakramente zu feiern, gemeinsam zu beten und die Volksfrmmigkeit zu teilen. Dabei hat der Bischof auf einige Gruppen besonders zu achten: die Jugend, die Kinder, die Kranken, die Armen, die Ausgegrenzten, die Fernstehenden.

            Erfahrungsgem葹 hat der Bischof noch bei anderen Gelegenheiten die Mglichkeit, mit den Dizesanen zusammenzutreffen, so bei den Dizesanversammlungen, wo das Pastoralprogramm aufgestellt und geprft wird, wie auch bei Priester- oder Diakonatsweihen oder Patrozinien oder auch an den Tagen, die einem bestimmten Stand oder Anliegen gewidmet sind, z. B. dem Klerus, den Ordensleuten, den Familien.

 

Die Dizesansynode

122.     Die Feier der Dizesansynode, deren rechtliches Profil der Codex des kanonischen Rechts vorzeichnet,[15] hat zweifellos Vorrang unter den pastoralen Pflichten des Bischofs. Denn die kirchliche Disziplin nennt die Synode als ersten der Organismen, mit deren Hilfe das Leben einer Teilkirche abl舫ft und sich entfaltet. Ihre Struktur entspricht wie die der anderen sogenannten Organismen "der Teilnahme" grundlegenden ekklesiologischen Erfordernissen und ist institutioneller Ausdruck theologischer Wirklichkeiten, zum Beispiel der notwendigen Mitarbeit des Presbyteriums beim Dienst des Bischofs, der Teilhabe aller Getauften am prophetischen Amt Christi, der Pflicht der Hirten, die Wrde der Laien anzuerkennen und zu frdern, indem sie sich gern deren kluger Beratung bedienen.[16] In ihrer Wirklichkeit reiht die Dizesansynode sich in den Kontext der Mitverantwortung aller um ihren Bischof vereinten Dizesanen ein. Im Hinblick auf das Wohl der Dizese und in ihrer Zusammensetzung, wie sie von der geltenden kanonischen Disziplin gewollt ist,[17] ist sie bevorzugter Ausdruck der Communio in der Teilkirche. In der Synode, die gut vorzubereiten und mit ganz bestimmten Zielsetzungen einzuberufen ist, hrt der fr die endgltigen Entschlsse verantwortliche Bischof das, was der Geist der Teilkirche eingibt,[18] so dass alle fest im Glauben stehen, treu in der Gemeinschaft, offen fr die Missionst舩igkeit, verfgbar fr die geistlichen Bedrfnisse der Welt und voller Hoffnung angesichts ihrer Herausforderungen.

 

Ein vom Geist der Communio inspirierter Fhrungsstil

123.     Durch sein Hirtenamt ist der Bischof der Vorsitzende und der Diener der Liebe in seiner Teilkirche, indem er sie durch das Wort und die Eucharistie aufbaut. Schon in der apostolischen Kirche sorgten die Zwlf fr die Einsetzung von "sieben M舅nern von gutem Ruf und voll Geist und Weisheit" (Apg 6,2-3), denen sie den Dienst an den Tischen zuwiesen. Selbst der heilige Paulus hatte als festen Bezugspunkt seines Apostolats die Zuwendung zu den Armen und hinterlie゚ uns den Hinweis auf ein grundlegendes Zeichen der Communio unter den Christen. So ist der Bischof auch heute gerufen, die Caritas in seiner Dizese persnlich zu leben und durch entsprechende Strukturen zu organisieren.

            Auf diese Weise bezeugt er, da゚ die Trauer und Angst der Menschen, vor allem der Armen und Bedr舅gten, auch die Sorgen der Jnger Christi sind.[19] Natrlich sind die Armutsformen verschieden, und zu den alten traten neue Formen hinzu. In diesen Situationen steht der Bischof an vorderster Front, um neue Formen des Apostolats und der N臘hstenliebe dort zu finden, wo die Not sich unter neuem Gesicht zeigt. Diesem Einsatz von Solidarit舩 und N臧e zum Wohl des Menschen dienen, dazu ermutigen und Menschen dafr schulen, indem Tag fr Tag das Gleichnis vom bamherzigen Samariter erneuert wird, ist schon fr sich ein Zeichen der Hoffnung fr die Welt.

124.     Um den Dienst der pastoralen Leitung und Entscheidungsfindung zu leisten, braucht der Bischof die Mitarbeit aller Gl舫bigen im Geist der Communio und Missio.

            Diesem Zweck dienen der Priesterrat und der Pastoralrat als Strukturen des Dialogs, der Gemeinschaft und Entscheidungsfindung, wie schon erw臧nt wurde.

            Die wachsenden pastoralen Bedrfnisse fhrten dazu, die Dizesankurie mit den einzelnen Dienststellen den kanonischen Normen und den Mglichkeiten jeder Teilkirche und der Kompetenz des Dizesanklerus, der geweihten Personen und der Laien entsprechend zweckm葹ig zu gestalten, um den Anforderungen der Dizese gerecht zu werden.

            Aufgabe des Bischofs ist es, nicht nur das verantwortliche und koordinierte Handeln, die Initiative und die Arbeit der einzelnen Dizsaneinrichtungen zu frdern, sondern auch durch sein Beispiel die kollegiale Koordinierung zu begnstigen. Es ist notwendig, in allen Mitarbeitern der verschiedenen Kurienorgane frohe Zuversicht, Freundschaft und Verantwortungsbewu゚tsein zu wecken, damit die Einheit und das gegenseitige Verst舅dnis einen kirchlichen Arbeitsstil schaffen.

 

Die wirtschaftliche Verwaltung

125.     Besonderes Gewicht hat in der heutigen Zeit auch im Hinblick auf die brgerliche Verantwortung die Gterverwaltung der Dizese. Erforderlich ist Wachsamkeit und Ernsthaftigkeit in der wirtschaftlichen Verwaltung der Dizese wie auch in den anderen dizesanen Einrichtungen mit Hilfe von kirchlich sachverst舅digen Personen in den dizesanen Verwaltungsr舩en .

            Es handelt sich um eine 舫゚erst wichtige Fhrungsaufgabe mit dem Ziel, das Gemeinwohl der Dizese und die Gtergemeinschaft sicherzustellen und der Pflicht der t舩igen N臘hstenliebe zugunsten der Missionen und der トrmsten nachzukommen.

 

Praktische Fragen in der Teilkirche

126.     Es scheint angezeigt, hier einige praktische Fragen kurz aufzuz臧len, die zwar an anderer Stelle schon behandelt wurden, aber, wie aus den Antworten auf die Lineamenta hervorgeht, seitens der Synode noch besondere Aufmerksamkeit erfordern.

            Viele Bischofskonferenzen halten es fr wnschenswert, da゚ die st舅dige vollzeitliche Anwesenheit des Bischofs in der Dizese nachdrcklich zu betonen ist, weil eine h舫fige und l舅gere Abwesenheit den geordneten Ablauf des pastoralen Dienstes gef臧rdet. Die Anwesenheit und der Aufenthalt des Bischofs an seinem Sitz oder auf Besuch in seinen Pfarreien, die Bereitwilligkeit zur Begegnung mit den Priestern, Ordensleuten und Laien und die pastoralen Visitationen garantieren Stabilit舩 und Mitveranwortung in der t臠lichen Dienstausbung. Der Bischof erscheint auf diese Weise ein Vorbild des unabl舖sigen Dienstes seiner Kirche.

            Andere legen besonderen Wert auf die Dauerhaftigkeit des Bischofs in der Dizese, fr die er gew臧lt wurde, damit sich in ihm eine Mentalit舩 der Hingabe fr die Kirche festigt, die ihm in einem Bund der Treue und br舫tlichen Liebe anvertraut wurde. Auf diese Weise mchte man so weit wie mglich gewisse Probleme vermeiden, wie die Mentalit舩 eines vorbergehenden Einsatzes in der Dizese, den Wunsch nach Ver舅derung oder Versetzung an andere bedeutendere oder weniger schwierige Teilkirchen sowie die Unterbrechung der pastoralen Programme und Initiativen.

            Erinnert wird auch an das Problem der Dizesen, die lange Zeit ohne Hirten waren auf Grund der verzgerten Bischofsernennung. Solche Situationen rufen Mi゚behagen im Presbyterium und im Volk Gottes hervor, weil ihm der bischfliche Dienst der Einheit und Gemeinschaft fehlt.

            Notwendig scheint auch eine bessere Verteilung der verantwortlichen Aufgaben des Bischofs, der oft berlastet ist mit administrativen, brokratischen und organisatorischen Problemen, die ihn manchmal mehr zum Manager als zum Hirten machen. Wnschenswert ist eine angemessene Dezentralisierung der Verwaltung, damit er sich mehr dem Dienst an der Dizese widmen kann.

            Manche werfen die Frage der Konfliktsituation auf, die heute zwischen dem kirchlichen Forum und dem brgerlichen Forum in Prozessen sprbar wird, die Personen des geistlichen Standes betreffen. Nicht selten wird um Klarheit gebeten in der ffentlichen Anerkennung der Kirchengesetze, die kanonische Prozesse betreffen. Dem Bischof mu゚ die Freiheit und Verantwortung im Proze゚ gegen seine Untergebenen zuerkannt werden; dabei sind Skandale zu vermeiden; es ist in angemessener Weise, in Gerechtigkeit und Liebe und das Heil der Seelen vor Augen vorzugehen, das in der Kirche immer das oberste Gesetz ist.[20]



5. Kapitel

Im Dienst am Evangelium

fr die Hoffnung der Welt

 

 

In Jesus Christus feiern wir das immerw臧rende Jubil舫m der Kirche

127.     Das vor kurzem abgeschlossene Jubil舫m des Jahres 2000 bot der Kirche und der Welt Gelegenheit, auf Christus zu schauen, der gekommen ist, den Armen die gute Nachricht zu bringen (vgl. Lk 4,16 f.). Er kam, vom Vater gesandt, um alle zur Umkehr zu rufen, der Menschheit Hoffnung zu geben und dem Menschen seine Gotteskindschaft und seine Bestimmung in der Herrlichkeit zu offenbaren. Durch seine Werke, besonders durch sein Ostergeheimnis machte er die Liebe Gottes deutlich, der den Menschen heimsucht, ihm seine Berufung enthllt und ihn seine einzigartige Bestimmung erkennen l葹t.[21]

            Das ganze Leben Jesu war eine hohe Jubil舫mszeit, in der er die Gnade und Vergebung des Vaters mitgeteilt, den Weg der Wahrheit gezeigt und sich zum N臘hsten aller gemacht hat. Er hat das Heil verkndet und es durch seine Worte, seine Werke und durch die Ausgie゚ung des Heiligen Geistes zur Vollendung gefhrt.

            In Jesus von Nazaret, wie er im Evangelium aufscheint, erkennt die Kirche einen Messias des Jubil舫ms, der die totale Selbsthingabe lebt, die Wahrheit und das Leben allen mitteilt, die Umkehr verlangt, den neuen Weg der Liebe lehrt, die er in die Welt bringt als eine Seins- und Handlungsweise der Dreifaltigkeit.

            In ihm wird offenbar, da゚ alle fr das Heil bestimmt sind. Er, der sich durch seine Menschwerdung mit jedem Menschen und durch sein Leiden und Sterben mit jedem menschlichen Leiden verbunden hat, wird durch die Auferstehung Urheber des Heils und der Hoffnung fr jeden Menschen, der zur Gemeinschaft mit Gott in der Herrlichkeit bestimmt ist.

            Vom Pfingsttag an fhrt die Kirche mit der Gnade des Heiligen Geistes die Sendung Jesu fort und verkndet jeden Tag die gute Nachricht und die Befreiung vom Bsen.

 

Der Heilsdienst der Kirche

128.     Im Geist der Kollegialit舩 und der hierarchischen Gemeinschaft setzen alle Bischfe diese Verkndigung fort, die Jesus Christus, wahrer Gott und wahrer Mensch, einziger Erlser der Welt, in den Mittelpunkt der Predigt stellt.

            Obwohl uns die Wege unbekannt sind, auf denen Christus dieses Heil au゚erhalb der sakramentalen Strukturen seines Leibes wirkt, dem er selbst den Dienst der Verkndigung und der Heiligung anvertraut hat, glaubt die Kirche dennoch, da゚ die ganze Menschheit Christus angehrt, dem Erstgeborenen der ganzen Schpfung (vgl. Kol 1,15 f.).

            Vor diesem Horizont der Hoffnung, der als letztes Ziel die Vershnung von allem und aller in Christus hat, erleuchtet er die Kirche, die "den Fernen und uns, den Nahen", Frieden und Heil verkndet, "damit wir durch ihn in dem einen Geist Zugang zum Vater haben" (vgl. Eph 2,17-18); damit sie zuversichtlich den vielfachen Heilsdialog fhrt und damit auch die zuknftige Geschichte dem Herrn gehrt, der als unser Bruder, als Offenbarung der Liebe des Vaters, erkannt und geliebt wird. "Auf diese Weise", bekr臟tigt die Pastoralkonstitution Gaudium et spes zum Abschlu゚, "wird in den Menschen berall in der Welt eine lebendige Hoffnung erweckt, die eine Gabe des Heiligen Geistes ist, da゚ sie am Ende in Frieden und vollkommenem Glck aufgenommen werden in das Vaterland, das von der Herrlichkeit des Herrn erfllt ist".[22]

 

Eine neue religise Situation

129.     Die religise Situation am Jahrtausendanfang ist sehr komplex und erleichtert die Sendung der Kirche nicht. Das Auftreten der anderen Weltreligionen als Tr臠erinnen authentischer menschlicher Werte erfordert es, da゚ die Kirche ihnen achtungsvoll begegnet, um in ihnen den Plan des einen gttlichen Erlsers zu erfassen.

            Abgesehen davon, da゚ die Erdteile von den traditionellen Religionen durchdrungen sind, lebt man heute in einer neuen, multiethnischen und multireligisen Situation auf Grund der Wanderungsbewegungen, die in Zukunft noch zunehmen werden, und auf Grund der Mobilit舩 und des wirtschaftlichen und kulturellen Austausches.

            Die jungen Kirchen, vor allem in Asien, Afrika und Ozeanien, sind das Zusammenleben mit diesen Religionen gewohnt und unterhalten mit ihnen einen engen interreligisen Dialog; ebenso leisten sie eine beachtliche missionarische Hilfe in anderen Teilen des Volkes Gottes.

130.     In den Antworten auf die Lineamenta halten manche Bischofskonferenzen es fr notwendig, einem Ph舅omen zu begegnen, das der Geschichte nicht fremd ist, aber heute bisher unbekannte Ausma゚e angenommen hat. Es handelt sich um die neuen und wiederholten Einwanderungen. Sie bringen neue konkrete pastorale Probleme mit sich wie die Evangelisierung und den interreligisen Dialog, besonders mit denen, die sich zu nichtchristlichen Religionen bekennen. Im Bezug auf die katholischen Einwanderer, die aus ihrer Heimat und ihren Lebensgewohnheiten herausgerissen sind, ist die Mithilfe von Priestern gleicher Herkunft notwendig, um ihren Glauben und ihr christliches Leben zu sttzen und zu festigen.

            Die ganze Kirche ist deshalb auf einen neuen Evangelisierungseinsatz ausgerichtet, in dem es nie an der ausdrcklichen Verkndigung der Offenbarung als unverzichtbares Geschenk fehlen darf, ebensowenig am Dialog als Mittel zur gegenseitigen Verst舅digung, am Zeugnis gem葹 dem Evangelium und besonders an der Liebe in allem und vor allem als Besiegelung der verkndeten Wahrheit und Grundlage fr den Dialog, damit Christus in seinen Jngern erkennbar wird. Au゚erdem erfordert die ganzheitliche Heilsbotschaft, da゚ die Kirche um jeden wahren menschlichen Wert besorgt ist.

            Aus diesen Voraussetzungen ergeben sich die Aufgaben fr die Kirche, die nicht darauf verzichten darf, den Sinn des Lebens und der Geschichte im Licht des Geheimnisses Christi zu verknden; dabei vertraut sie auf die Kraft des Evangeliums und den Beistand des Heiligen Geistes, der vom auferstandenen Christus geschenkt wird, um die Flle der Wahrheit und des gttlichen Lebens zu enthllen und zu verwirklichen.[23]

 

Der kumenische Dialog

131.     Der Einsatz der Kirche im kumenischen Dialog fr die Einheit der Christen, ein wertvolles Geschenk des Wirkens des Heiligen Geistes, ist unumkehrbar. Er ist die Antwort auf die Bitte und Absicht des Herrn (vgl. Joh 17,21-23), auf sein Selbstopfer am Kreuz, um die verstreuten Kinder zu sammeln (vgl. Joh 11,52), und auf das notwendige Zeugnis der Kirche in der Welt (vgl. Eph 4,4-5).

            Die Bischfe teilen die Sorge des Papstes, die im Konzilsdekret Unitatis redintegratio zum Ausdruck gekommen ist, und den neuen Einsatz der Kirche fr die Einheit aller Getauften, der von der Enzyklika Ut unum sint als vorrangige Aufgabe des neuen Jahrtausends fr die Hoffnung der Welt bekr臟tigt wurde.[24]

            Den Direktiven des Heiligen Stuhls entsprechend und in Gemeinschaft mit der Bischofskonferenz ist jeder Bischof Frderer der Einheit und Apostel des geistlichen ヨkumenismus und Dialogs mit Hilfe der brderlichen Kontakte mit den Kirchen und christlichen Gemeinschaften. Der Bischof darf aber durch die Frderung dessen, was positiv ist, keine zweifelhaften und bereilten Gesten erlauben, die den wahren ヨkumenismus durch Ungeduld beeintr臘htigen.

            Der Bischof soll unter seinen Gl舫bigen die Leidenschaft fr die Einheit verbreiten, die im Herzen Christi brannte, in der Hoffnung auf die Gnade der Gemeinschaft mit allen in der einen Kirche Christi, dem Plan des Heiligen Geistes entsprechend.

            Dem Bischof und seinen Mitarbeitern in der Dizese ist die spezifische Aufgabe der ヨkumene vor Ort[25] bertragen; dabei ist jede mgliche Initiative zu frdern, wie die Gebetswoche fr die Einheit der Christen, der Gebetsaustausch und das gegenseitige Bekenntnis in der Predigt und im Zeugnis fr das eine Evangelium unseres Herrn Jesus Christus. Wertvoll ist auch der Dialog des Lebens und der ヨkumenismus in den einfachen allt臠lichen Gesten der Gemeinschaft und des Dienstes, die die Herzen und Sinne der Christen einander n臧er bringen.

 

 

Die Verkndigung des Evangeliums

132.     Neue Missionsaufgaben sind der Kirche gestellt, denn neu sind die sozialen Ph舅omene und kulturellen Dringlichkeiten, die Bereiche der Evangelisierung und die Verpflichtungen, die aus dem Verst舅dnis der Botschaft des Evangeliums erwachsen: die Frderung des Friedens, die Entwicklung und Befreiung der Vlker, die Anerkennung der Rechte der Minderheiten, die Frderung der Frau, eine verst舐kte Sorge fr die Kinder und Jugendlichen, der Schutz der Schpfung, die Frderung einer authentischen Kultur und wissenschaftlichen Forschung unter Respektierung der Werte des Lebens, der internationale Dialog und die neuen weltweiten Zielsetzungen.[26]

            In diesem sozialen und kulturellen Kontext wird das Evangelium der Hoffnung als immerw臧rende Wahrheit verkndet, aber in einer neuen Sprache und mit neuem Eifer, mit neuen Methoden, besonders mit der Kraft, die aus der Heiligkeit der Kirche und aus dem Zeugnis ihrer Einheit erw臘hst. Diese Aufgabe ist denen anvertraut, die der Heilige Geist zu Bischfen bestellt hat, damit sie als Hirten fr die Kirche Gottes sorgen (vgl. Apg 20,29).

 

Kooperatives Wirken in der Mission

133.     In der Nachfolge Jesu von Nazaret, des vom Vater gesandten Evangelisators, verkndet der Bischof, von der Hoffnung inspiriert, die Frohbotschaft; dabei dehnt er seinen Dienst auf die ganze Welt aus, weil alle Empf舅ger seiner Hirtensorge sind. Die Rolle des Bischofs in der Kirche und die Sendung, die ihm aufgetragen ist, machen ihn zum Erstverantwortlichen des st舅digen Missionsauftrags, allen, die Christus, den Erlser des Menschen, noch nicht kennen, das Evangelium zu bringen. Die Sendung des Bischofs ist eng verbunden mit seinem weltumspannenden Lehramt und der Beziehung zu der Gemeinschaft, die er ihm Namen Christi, des guten Hirten, leitet.

            Der Sendungsauftrag, den der auferstandene Herr seinen Aposteln erteilt hat, betrifft alle Vlker. Ja, "mit den Aposteln erhielt die Kirche eine weltweite Sendung, die keine Grenzen kennt und die das Heil in seiner ganzen Flle betrifft, entsprechend jener Flle des Lebens, die die Ankunft Christi gebracht hat (vgl. Joh 10,10)".[27]

            Auch fr die Nachfolger der Apostel beschr舅kt sich der Auftrag, das Evangelium zu verknden, nicht auf den kirchlichen Bereich. Das Evangelium ist immer fr alle Menschen da. Die Kirche selbst ist Sakrament des Heils fr alle Menschen, und ihre T舩igkeit beschr舅kt sich nicht nur auf jene, die ihre Botschaft annehmen. Sie ist vielmehr "treibende Kraft auf dem Weg der Menschheit auf das eschatologische Reich hin, ist Zeichen und Frderin der evangelischen Werte unter den Menschen".[28] Deshalb kommt den Nachfolgern der Apostel immer die Verantwortung zu, das Evangelium auf der ganzen Erde auszubreiten.

            Nicht fr eine Dizese, sondern fr das Heil der ganzen Welt geweiht,[29] sind die Bischfe sowohl als Mitglieder des Bischofskollegiums wie auch als einzelne Hirten der Teilkirchen zusammen mit dem Bischof von Rom unmittelbar verantwortlich fr die Evangelisierung derer, die in Christus noch nicht den einzigen Erlser erkennen und ihre Hoffnung noch nicht auf ihn richten.

            In diesem Kontext drfen die vielen Missionsbischfe nicht vergessen werden, die heute wie gestern das Leben der Kirche durch Hochherzigkeit und Heiligkeit erhellen. Einige von ihnen waren auch Grnder von Missionsinstituten.

134.     Als Hirt einer Teilkirche obliegt es dem Bischof, ihre Missionst舩igkeit zu lenken, zu leiten und zu korordinieren. Er erfllt seine Pflicht, den Eifer zur Evangelisierung in seiner Teilkirche von innen heraus zu wecken, wenn er das missionarische Werk in seiner Dizese anregt, frdert und leitet. Dadurch "l葹t er den missionarischen Geist und Eifer des Gottesvolkes gegenw舐tig und gleichsam sichtbar werden, so da゚ die ganze Dizese missionarisch wird".[30]

            In seinem Eifer fr die Missionst舩igkeit erweist sich der Bischof auch hier als Diener und Zeuge der Hoffnung. Denn die Mission ist "ein unbestechlicher Gradmesser unseres Glaubens an Christus und an seine Liebe zu uns";[31] sie spornt den Menschen aller Zeiten zu einem neuen Leben an, wird auch von der Hoffnung angeregt und ist selbst Frucht der christlichen Hoffnung.

            Wenn sie den auferstandenen Christus verknden, verknden die Christen den, der ein neues geschichtliches Zeitalter erffnet hat. Sie verknden der Welt die frohe Botschaft vom ganzheitlichen und allumfassenden Heil, das in sich das Unterpfand einer neuen Welt birgt, in der Leid und Ungerechtigkeit sich in Freude und Schnheit verwandeln. Deshalb bitten die Christen, wie Jesus sie gelehrt hat: "Dein Reich komme!" (Mt 6,10). Die Missionst舩igkeit strebt letztlich in ihrer 舫゚ersten Zielsetzung dahin, jedem Menschen das von Christus ein fr allemal geschenkte Heil anzubieten. Sie zielt aus sich heraus auf die eschatologische Flle ab. Ihr ist es zu verdanken, da゚ sich das Volk Gottes ausbreitet, der Leib Christi ausweitet und der Tempel des Heiligen Geistes ausspannt bis zum Ende der Zeiten.[32]

            Zu Beginn des dritten Jahrtausends, wo das Bewu゚tsein von der Heilsuniversalit舩 gewachsen ist und allgemein wahrgenommen wird, da゚ die Botschaft des Evangeliums jeden Tag erneuert werden mu゚, fhlt die Kirche, da゚ sie ihren missionarischen Einsatz nicht verringern darf, ja alle Kr臟te vereinen mu゚ zu einer neuen und vertieften missionarischen Zusammenarbeit und Mitarbeit aller Nachfolger der Apostel und ihrer Teilkirchen.[33]

 

Der interreligise Dialog und die Begegnung mit den anderen Religionen

135.     Als Lehrer des Glaubens mssen die Bischfe auch dem interreligisen Dialog und ganz besonders dem Dialog mit den Brdern Israels, dem Volk des ersten Bundes, gro゚e Aufmerksamkeit schenken.

            Denn es ist allen klar, da゚ der interreligise Dialog unter den derzeitigen geschichtlichen Bedingungen eine neue unmittelbare Dringlichkeit erlangt hat. Fr viele christliche Gemeinschaften, zum Beispiel in Afrika und Asien, gehrt der interreligise Dialog gleichsam zum t臠lichen Leben der Familien, der Ortsgemeinden, der Arbeitswelt und der ffentlichen Dienste. In anderen L舅dern hingegen, wie zum Beispiel in Westeuropa und in den L舅dern der 舁teren Christenheit handelt es sich um ein neues Ph舅omen. Auch hier kommt es immer h舫figer vor, da゚ Glaubende verschiedener Religionen und Kulte mit Leichtigkeit Berhrungspunkte haben und oft zusammenleben. Dafr sind die Vlkerbewegungen, die Reiset舩igkeit, die Medien und persnliche Entscheidungen verantwortlich.

            Der interreligise Dialog ist, wie Johannes Paul II. betonte, Teil des Evangelisierungsauftrages der Kirche und gehrt zu den Ausblicken des Jubil舫msjahres 2000 und den Herausforderungen des dritten Jahrtausends.[34] Unter die Hauptgrnde reiht das Dekret Nostra 誥ate diejenigen ein, die vom Bekenntnis der christlichen Hoffnung vorgegeben sind. Denn alle Menschen haben einen gemeinsamen Ursprung in Gott, weil sie von ihm geliebte und gewollte Geschpfe sind, und sie haben eine gemeinsame Bestimmung in seiner ewigen Liebe, denn das endgltige Ziel jedes Menschen liegt in Gott.

            In diesem Dialog mssen die Christen immer von der eigenen Hoffnung in Christus, den einzigen Erlser des Menschen, Zeugnis ablegen, aber sie haben auch allerhand zu lernen. Das kann und darf aber keineswegs die Pflicht und die Entschlossenheit der Christen mindern, ohne Vorbehalte die Einmaligkeit und Absolutheit Christi, des Erlsers, zu verknden. Denn auf niemanden sonst setzt der Christ seine Hoffnung, weil Christus die Erfllung all seiner Erwartungen ist. Er ist "die Erwartung all derer, jedes Volkes, die die Offenbarung der gttlichen Gte erwarten".[35] In gleicher Weise mu゚ auch der Dialog von den katholischen Gl舫bigen in der ワberzeugung gefhrt und realisiert werden, da゚ die einzige wahre Religion "in der katholischen, apostolischen Kirche verwirklicht ist, die von Jesus dem Herrn den Auftrag erhalten hat, sie unter allen Menschen zu verbreiten".[36]

136.     Alle Gl舫bigen und alle christlichen Gemeinschaften sind berufen, den interreligisen Dialog zu fhren, wenn auch nicht immer in derselben Intensist舩 und auf derselben Ebene. Aber wo die Situationen es erfordern oder erlauben, ist es Pflicht eines jeden Bischofs, in seiner Teilkirche durch seine Weisungen und durch die Seelsorge allen Gl舫bigen zu helfen, die Werte, Traditionen und ワberzeugungen der Andersgl舫bigen zu achten und hochzusch舩zen sowie eine solide und angemessene religise Bildung der Christen zu frdern, damit sie ein glaubwrdiges Zeugnis des gro゚en Geschenkes des christlichen Glaubens zu geben wissen.

            Der Bischof mu゚ auch auf die theologische Dimension des interreligisen Dialogs achten, wenn er in seiner Teilkirche praktiziert wird, damit nie die Universalit舩 und Einmaligkeit der Erlsung verschwiegen oder nicht bekr臟tigt wird, die Christus, der einzige Erlser des Menschen und Mittler des Geheimnisses Gottes, gewirkt hat.[37] Nur in ワbereinstimmung mit dem eigenen Glauben ist es mglich, auch die geistlichen Erfahrungen und Gebetsformen als Begegnungen mit Gott zu teilen, zu vergleichen und zu bereichern.

            Der interreligse Dialog betrifft aber nicht nur den theologischen Bereich, sondern erweitert sich zu einer Vielseitigkeit von t臠lichen Beziehungen zwischen den Glaubenden, die zur gegenseitigen Achtung und zum gemeinsamen Kennenlernen aufgerufen sind. Es handelt sich um den sogenannten "Dialog des Lebens" dort, wo die Glaubenden der verschiedenen Religionen einander gegenseitig die jeweiligen menschlichen und geistlichen Werte bezeugen, um das friedliche Zusammenleben und die Zusammenarbeit fr eine gerechtere und geschwisterliche Gesellschaft begnstigen. Indem er diesen Dialog frdert und aufmerksam verfolgt, wird der Bischof die Gl舫bigen immer darauf hinweisen, da゚ dieser Einsatz aus den gttlichen Tugenden des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe und entspringt und mit ihnen w臘hst.

 

Besondere Wachsamkeit gegenber dem Ph舅omen der Sekten

137.     Die Sorge des Bischofs fr seine Gl舫bigen mu゚ auch realistisch die Gefahr der Verfhrung einbeziehen, die die religisen Sekten und andere alternative Bewegungen verschiedener Art und Bezeichnung unter weniger gefestigten Personen hervorrufen knnen. Oft handelt es sich um Bewegungen mit dem Ziel, den katholischen Glauben auszuhhlen, die im Umfeld schwieriger sozialer und famili舐er Siuationen auch durch Manipulierung der Personen und der Gewissen angeboten werden. Sogar satanische Sekten mit antichristlicher Zielsetzung und moralisch irrigen Riten und Formen breiten sich aus.

            Eingehendes Studium der Sekten und ihrer Wirkungsweise sowie die Zuhilfenahme von Sachverst舅digen knnen fr die Gl舫bigen, die mit Sekten zu tun haben oder von ihnen bedroht werden, eine gro゚e Hilfe sein, damit sie die innere Ruhe und das Bekenntnis des Glaubens wiederfinden.[38]

            Es geht vor allem darum, lebendige und wahre christliche Gemeinschaften zu formen, die voll Lebenskraft und Enthusiasmus sind und die Hoffnung festigen; das hei゚t Gemeinschaften, die durch das Gebet und die Sakramente f臧ig sind, Verbreitungsort des Evangeliums zu werden, des missionarischen Einsatzes, der Aufmerksamkeit fr die Person, der gegenseitigen Hilfe und eines wahren geistlichen Heilmittels fr die M舅ner und Frauen von heute.

            Was den Kampf gegen das Bse und den Bsen betrifft, ist es Aufgabe des Bischofs, dem kanonischen Gesetz entsprechend Priester zu beauftragen, die mit Frmmigkeit, Wissen, Klugheit und Reinheit des Lebens ausgerstet sind fr die Anwendung der Exorzismen und auch die Gebetspraxis vornehmen, um von Gott die Genesung zu erlangen.[39]

 

Der Dialog mit Personen anderer religiser ワberzeugungen

138.     Die Kirche bemht sich, allen das Evangelium und Heil in Christus zu verknden; sie sucht auch den Dialog mit Personen anderer religiser ワberzeugungen in angemessener Weise zu fhren. Diese Menschen sind oft empf舅glich fr das Evangelium, fr die Person Jesu, fr die echt menschlichen Werte seiner Predigt und seines Beispiels. Sie erwarten von der Kirche ein klares Wort, die ワberwindung der Vorurteile, die aufmerksame Suche nach den glaubwrdigen Werten der Wahrheit und Gerechtigkeit. Sie sehnen sich manchmal insgeheim nach dem Christentum, wo sich die Grnde des Glaubens und der Hoffnung verbinden, w臧rend heute der Glaubensmangel nach dem Zerfall der Utopien in der Unf臧igkeit offenbar wird, die Schwelle der Hoffnung zu berschreiten.

            Deshalb mu゚ der Bischof in seiner Kirche Mglichkeiten frdern, damit die Menschen, die auf der Suche nach Wahrheit und empf舅glich fr die transzendenten Werte der Gte, Gerechtigkeit und Schnheit und besorgt sind um die Menschheit von heute, zusammenkommen. Und das zu dem Zweck, gemeinsam nach Wegen zur Frderung der Werte des Menschen zu suchen, besonders durch den Dialog mit anerkannten Exponenten des kulturellen und geistlichen Lebens.

            Als Hirt aller, verantwortlich fr die Verkndigung des Evangeliums in der komplexen Situation unserer Gesellschaft, darf der Bischof nicht vergessen, da゚ er der Verteidiger der Rechte der katholischen Gl舫bigen und auch der Kirche ist; der Rechte, die an manchen Orten oder unter gewissen gesellschaftlichen oder politischen Umst舅den verweigert oder angefochten werden. Als Sttze seiner Gl舫bigen mu゚ der Bischof durch das nachdrckliche Zeugnis der Wahrheit und Grundsatztreue seines Lebens Hoffnung geben, wenn seine Gl舫bigen angefeindet und verfolgt werden.

 

 Auf die neuen sozialen Probleme und neuen Formen der Armut achten

139.     Eine bevorzugte Mglichkeit fr die Verkndigung der Hoffnung ist die Sorge um die Armen. Damit ffnet sich der wirtschaftliche und soziale Lebensbereich, dessen Ursprung, Mittelpunkt und Ziel der Mensch ist, wie das Konzil betont hat.[40] Daher rhrt die Sorge der Kirche, da゚ der Fortschritt nicht nur im wirtschaftlichen, sondern auch im ganzheitlichen Sinn zugunsten des Menschen zu verstehen ist.

            Die christliche Hoffnung ist gewi゚ auf das himmlische Reich und das ewige Leben ausgerichtet. Diese eschatologische Bestimmung verringert aber nicht die Verpflichtung zum Fortschritt der irdischen Stadt. Im Gegenteil, sie gibt ihr Sinn und Kraft. Ja, "der Schwung, den die Hoffnung verleiht, bewahrt vor Selbstsucht und fhrt zum Glck der christlichen Liebe".[41] Die Unterscheidung zwischen irdischem Fortschritt und Wachstum des Reiches Gottes bedeutet keine Trennung, weil die Berufung des Menschen zum ewigen Leben diesen nicht davon entbindet, sondern noch mehr in die Pflicht nimmt, um die vom Schpfer fr die Entfaltung seines Lebens auf Erden empfangenen Kr臟te einzusetzen.

140.     Es ist zwar nicht Aufgabe der Kirche, Lsungen fr die wirtschaftlichen und sozialen Fragen anzubieten, doch ihre Soziallehre enth舁t eine Reihe von Grunds舩zen, die fr den Aufbau eines gerechten sozialen und wirtschaftlichen Systems unerl葹lich sind. Auch darber hat die Kirche ein "Evangelium" zu verknden, fr das jeder Bischof in seiner Teilkirche Wortfhrer sein soll, indem er die Seligpreisungen in die Mitte rckt.[42]

            Weil schlie゚lich das Gebot der N臘hstenliebe sehr konkret ist, mu゚ der Bischof in seiner Dizese entsprechende Initiativen entwickeln und zur ワberwindung eventueller Haltungen von Tr臠heit, Passivit舩 und Selbstsucht oder Ausgrenzung aufrufen. Ebenso wichtig ist es, da゚ der Bischof durch seine Verkndigung das christliche Gewissen jedes Brgers weckt, indem er ihn ermahnt, in aktiver Solidarit舩 und mit den verfgbaren Mitteln fr den Schutz seines Bruders gegen jeden Mi゚brauch einzutreten, der die Menschenwrde bedroht. Dabei mu゚ er die Gl舫bigen immer daran erinnern, da゚ in jedem Armen und jedem Bedrftigen Christus gegenw舐tig ist (vgl. Mt 25,31-46). Selbst das Bild des Herrn als eschatologischer Richter ist die Verhei゚ung einer endgltig vollkommenen Gerechtigkeit fr die Lebenden und fr die Toten, fr die Menschen aller Zeiten und aller Orte.[43]

 

Den Leidenden nahe sein

141.     Gem葹 seiner Rolle als Vater und Beschtzer der Armen hat der Bischof die Aufgabe, die N臘hstenliebe gegenber den Armen durch sein Beispiel, durch die Werke der Barmherzigkeit und der Gerechtigkeit, durch die einzelnen Initiativen, aber auch durch weitgef臘herte Programme der Solidarit舩 zu bezeigen.

            In den Antworten auf die Lineamenta werden folgende Aufgaben genannt, die dem Bischof als Frderer der N臘hstenliebe in der heutigen Zeit zustehen.

            Mit Hilfe von qualifizierten Personen im Bereich der Gesundheitspastoral soll der Bischof in seiner Dizese im Umfeld der physischen und psychischen Gesundheitsfrsorge das Evangelikum verknden. Der Schutz der Gesundheit nimmt in unserer Gesellschaft einen wichtigen Platz ein. Die Humanisierung der Medizin und die Assistenz der Kranken, die Zuwendung, die allen in ihrer Stunde des Leidens zu schenken ist, ruft im Herzen jedes Jngers Jesu das mitleidvolle Bild Christi wach, des Arztes fr Leib und Seele, und erinnert an seinen immerw臧renden Sendungsauftrag: "Heilt Kranke" (Mt 10,8).

            Die Organisation und st舅dige Frderung dieses Pastoralsektors sollte im Herzen und Leben eines jeden Bischofs Vorrang haben.

 142.    Die Themen von Gerechtigkeit und N臘hstenliebe rufen spontan die des Friedens in Erinnerung: "Wo Frieden herrscht, wird fr die Menschen, die Frieden stiften, die Saat der Gerechtigkeit ausgestreut" (Jak 3,18). Der Frieden, den die Kirche verkndet, ist der Frieden Christi, des "Friedensfrsten", der die seliggepriesen hat, "die Frieden stiften, denn sie werden Shne Gottes genannt werden" (Mt 5,9). Es sind nicht nur diejenigen, die auf Gewaltanwendung als gewohnheitsm葹ige Methode verzichten, sondern auch diejenigen, die den Mut haben, dafr einzutreten, da゚ das ausgelscht wird, was den Frieden verhindert. Diese Friedensstifter wissen sehr gut, da゚ er im Herzen des Menschen beginnt. Deshalb widersetzen sie sich dem Egoismus, der die anderen nicht als Brder und Schwestern einer einzigen Menschheitsfamilie betrachtet. Sie werden darin von der Hoffnung auf Jesus Christus, den Erlser, best舐kt, dessen Leiden ein unauslschliches Zeichen der Hoffnung fr die Menschheit ist. Christus ist der Frieden (vgl. Eph 2,14), und der Mensch findet erst dann Frieden, wenn er Christus begegnet.

            Der Frieden ist eine allumfassende Verantwortung, die tausend kleine Akte des Alltagslebens betrifft. Durch ihr Verhalten im t臠lichen Zusammenleben mit den anderen entscheiden sich die Menschen fr oder gegen den Frieden. Der Frieden wartet auf seine Propheten und seine Bauleute.[44] Diese Baumeister des Friedens mssen vor allem in den kirchlichen Gemeinschaften wirken, deren Hirt der Bischof ist.

            Es ist deshalb notwendig, da゚ der Bischof keine Gelegenheit vorbergehen l葹t, um in den Gewissen den Wunsch nach Eintracht zu wecken und das Einvernehmen zwischen den Personen im Engagment fr die Sache der Gerechtigkeit und des Friedens zu begnstigen. Es handelt sich um eine schwere Aufgabe, die Hingabe, neue Anstrengungen und beharrliche Erziehung erfordert, vor allem im Bezug auf die jungen Generationen, damit sie sich mit neuer Freude und christlicher Hoffnung bemhen, eine friedlichere und geschwisterlichere Welt aufzubauen. Die Friedensarbeit ist auch in den bevorzugten Evangelisierungsauftrag eingeschlossen. Deshalb gehrt auch die Frderung einer wahren Kultur des Dialogs und des Friedens zu den Grundpflichten der Pastoral eines Bischofs.

143.     Als Stimme der Kirche, die evangelisiert und alle Menschen zusammenruft, vers舫mt es der Bischof nicht, sein kluges und ausgewogenes Wort hren zu lassen, damit die Verantwortlichen des politischen, gesellschaftlichen und wirtschaflichen Lebens die gerechtesten realisierbaren Lsungen suchen, um die Probleme des brgerlichen Zusammenlebens zu bew舁tigen.

            Die Umst舅de, unter denen die Hirten gerufen sind, ihre Sendung in diesen Bereichen zu erfllen, sind oft sehr schwierig, sowohl fr die Evangelisierung als auch fr die Frderung des Menschen. Hier zeigt sich. inwieweit auch die Bereitschaft zum Leiden in den bischflichen Dienst eingeschlossen ist. Aber ohne sie ist es nicht mglich, da゚ die Bischfe ihren Sendungsauftrag erfllen. Ihr Vertrauen auf den Geist des auferstandenen Herrn mu゚ deshalb gro゚ sein, und ihr Herz mu゚ immer von der Hoffnung erfllt sein, die nicht zugrunde gehen l葹t (vgl. Rm 5,5).

 

Hter der Hoffnung und Zeugen der Liebe Christi

144.     Die Christen erfllen den von Christus empfangenen prophetischen Auftrag, indem sie in der Welt als Hoffnungstr臠er pr舖ent sind. Deshalb erinnert das Konzil daran, da゚ die Kirche, die "den Weg mit der ganzen Menschheit gemeinsam geht, das gleiche irdische Geschick mit der Welt erf臧rt und gewisserma゚en der Sauerteig und die Seele der in Christus zu erneuernden und in die Familie Gottes umzugestaltenden menschlichen Gesellschaft ist".[45]

            Die ワbernahme der Verantwortung fr die ganze Welt und ihre Schwierigkeiten, ihre Fragen und Erwartungen gehrt ebenfalls zum Evangelisierungseinsatz, zu dem die Kirche vom Herrn gerufen ist. Sie betrifft in erster Linie jeden Bischof, indem sie ihn aufmerksam die "Zeichen der Zeit" lesen l葹t, um in die Menschen neue Hoffnung einzupflanzen. Dabei handelt er als Diener des Geistes, der auch heute zu Beginn des dritten Jahrtausends nicht aufhrt, Gro゚es zu vollbringen, damit das Antlitz der Erde erneuert wird. Nach dem Beispiel des guten Hirten zeigt er dem Menschen den Weg, den er gehen mu゚, und als barmherziger Samariter beugt er sich ber jeden, um seine Wunden zu heilen.

145.     Der Mensch ist grunds舩zlich auch ein "Wesen der Hoffnung". Aber in nicht wenigen Teilen der Welt knnen die Geschehnisse zu Skepsis und Mutlosigkeit verleiten: so zahlreich und so verschieden sind die Herausforderungen an die Hoffnung. Aber die Kirche findet im Geheimnis des Kreuzes und der Auferstehung ihres Herrn den Grund der "seligen Hoffnung". Daraus schpft sie die Kraft, den Dienst an der Menschheit und an jedem Menschen zu leisten und weiterzufhren.

            Das Evangelium, dessen Dienerin die Kirche ist, ist eine Botschaft der Freiheit und eine Kraft der Befreiung, die durch die Enthllung und Verurteilung der falschen und fragwrdigen Hoffnungen die tiefsten Bestrebungen des Menschen erfllt. Der Wesenskern dieser guten Nachricht liegt darin, da゚ Christus durch sein Kreuz und seine Auferstehung und durch das Geschenk des Heiligen Geistes fr die Menschheit neue Wege zur Freiheit und zur Befreiung erffnet hat.

            Von den Bereichen, in denen der Bischof berufen ist, seine Gemeinschaft zu leiten, indem er Verpflichtungen vorzeichnet und sich so verh舁t, da゚ darin die erneuernde Kraft des Evangeliums und wirkungsvolle Zeichen der Hoffnung zum Ausdruck kommen, werden einige besonders wichtige hervorgehoben, die die Soziallehre der Kirche betreffen. Sie kommt n舂lich nicht zur christlichen Botschaft hinzu, sondern ist einer ihrer wesentlichen Teile, weil sie die unmittelbaren Konsequenzen des Evangeliums fr das Leben der Gesellschaft darlegt. ワber sie hat sich auch das Lehramt mehrmals ausgesprochen und sie im Licht des Ostergeheimnisses entfaltet, aus dem die Kirche immer die Wahrheit ber die Geschichte und Menschheit schpft; es hat auch daran erinnert, da゚ es den Teilkirchen in Gemeinschaft mit dem Stuhl Petri und untereinander zukommt, diese Lehre in konkrete Wirklichkeit umzusetzen.

146.     Ein erster Bereich betrifft die Beziehung zur brgerlichen und politischen Gesellschaft. In diesem Fall ist es augenscheinlich, da゚ die Sendung der Kirche eine religise und die bevorzugte Zielsetzung ihres Handelns die Verkndigung Jesu Christi an alle Menschen ist; die Verkndigung des einzigen Namens, der uns Menschen "unter dem Himmel gegeben (ist), durch den wir gerettet werden sollen" (Apg 4,12). Daraus ergibt sich u.a. der vom Konzil hervorgehobene Unterschied zwischen politischer Gemeinschaft und Kirche. Autonom und unabh舅gig voneinander auf dem je eigenen Gebiet, dienen sie der persnlichen und gesellschaftlichen Berufung derselben menschlichen Personen.[46]

            Die gem葹 dem Auftrag des Herrn fr alle Menschen guten Willens offene Kirche ist also niemals Konkurrentin des politischen Lebens und darf es nie sein, aber sie steht den sozialen Problemen des Lebens auch nicht gleichgltig gegenber. Deshalb kann die Kirche im eigenen Zust舅digkeitsbereich der ganzheitlichen Frderung des Menschen auch Lsungen fr die Probleme zeitlicher Ordnung suchen, vor allem dort, wo die Wrde des Menschen verletzt wird und seine Grundrechte mit F゚en getreten werden.

147.     In diesen Rahmen gehrt auch das Wirken des Bischofs, der die Autonomie des Staates anerkennt und deshalb jede Verwicklung zwischen Glaube und Poltiik vermeidet, sondern der Freiheit aller dient. Weit entfernt von Formen, die dazu verleiten, den Glauben mit einer bestimmten politischen Richtung zu identifizieren, sucht er vor allem das Reich Gottes; in glaubwrdiger und echter Liebesgesinnung mit dem Ziel, seinen Brdern und Schwestern zu helfen sowie unter dem Antrieb der Liebe die Werke der Gerechtigkeit zu vollbringen, tritt er als Hter der transzendenten Natur der menschlichen Person und als Zeichen der Hoffnung ein.[47] Der eigene Beitrag, den ein Bischof auf diesem Gebiet leistet, ist derselbe, den die Kirche leistet, das hei゚t "die Sicht von der Wrde der Person, die sich im Geheimnis des menschgewordenen Wortes in ihrer ganzen Flle offenbart".[48]

            Die Eigenst舅digkeit der politischen Gemeinschaft schlie゚t nicht ihre Unabh舅gigkeit von den moralischen Prinzipien ein; im Gegenteil, eine Politik ohne moralische Bezugspunkte fhrt unweigerlich zum Niedergang des gesellschaftlichen Lebens, zur Verletzung der Wrde und der Rechte der menschlichen Person. Deshalb liegt es der Kirche am Herzen, da゚ in der Politik das Bild des Dienstes, der am Menschen und an der Gesellschaft zu leisten ist, bewahrt oder wiederhergestellt wird. Weil es gerade Aufgabe der Laien ist, sich in der Politik zu engagieren, ist es Sorge des Bischofs, seinen Gl舫bigen zu helfen, damit sie ihre Fragen diskutieren und ihre Entscheidungen im Licht des Wortes der Wahrheit treffen; ihre Bildung so zu frdern und zu festigen, da゚ sie in der Entscheidungsfindung motiviert werden von einer echten Sorge um das Gemeinwohl der Gesellschaft, in der sie leben, das hei゚t von der Sorge um das Wohl aller Menschen und des ganzen Menschen; dafr einzutreten, da゚ die ffentliche und die private Moral im Einklang sind.

 

Die Zeugenschar und der Hoffnungsanker

148.     Als Jnger und Zeuge Christi bemht sich der Bischof zu Beginn des Jahrhunderts und des Jahrtausends, wie Jesus das Reich des Vaters durch die Hoffnung zu verknden, zu verwirklichen und zu frdern.

            Stark im Glauben, der ist: "Feststehen in dem, was man erhofft, ワberzeugtsein von Dingen, die man nicht sieht" (Hebr 11,1), ist der Bischof bereit, sein Volk wie das Volk Israel in der Wste, das lebendige Bild der Kirche auf dem Pilgerweg durch die Zeit, "zwischen den Verfolgungen der Welt und den Trstungen Gottes"[49] fortschreiten zu lassen. Den Blick auf Christus gerichtet, den Urheber und perfector des Glaubens, und gesttzt von der Schar der Zeugen des Glaubens und der Hoffnung, ist der Bischof zu allen Zeiten ein glaubwrdiger Zeuge der Treue zum Herrn. Deshalb wollte die Kirche am Jahrhundert- und Jahrtausendende der Glaubenszeugen des 20. Jahrhunderts als der Boten der christlichen Hoffnung fr die kommenden Generationen auch kumenisch gedenken.

            Der Bischof verkndet die Gemeinschaft und Solidarit舩, die Einheit und Vershnung in einer globalisierten Welt. Er bietet in einer Gesellschaft, die auf der Suche nach einem Lebenssinn ist, das freimachende Wort des Evangeliums an, das Wort der Wahrheit, das dem Menschen einen Ausblick ber den Tod hinaus ffnet und den Lebensweg durch das Osterlicht Christi erhellt.[50]

            Indem der Bischof an der Hoffnung wie an einem sicheren und festen Anker (vgl. Hebr 6,18 f.) festh舁t, fhrt er sein Volk an: mit Zuversicht und im Geist des Dieners des Evangeliums Jesu Christi fr die Hoffnung der Welt.



Schlu゚

 

149.     Die Bischfe aus aller Welt haben vom 6. bis 8. Oktober 2000 in Gemeinschaft mit dem Papst ihre Heilig-Jahr-Feier begangen, in einer Athmosph舐e der Umkehr und des Gebets und unter dem Leitwort der kommenden ordentlichen Synodenversammlung: Der Bischof als Diener des Evangeliums Jesu Christi fr die Hoffnung der Welt.[51] Wie festgestellt wurde, waren seit den Tagen des II. Vatikanischen Konzils die Bischfe aus allen Teilen der Welt erstmals wieder so zahlreich versammelt, um Momente echter Spiritualit舩 zu leben: den Bu゚gottesdienst in St. Johann im Lateran, die Sendungsfeier in St. Paul vor den Mauern, das Rosenkranzgebet in der Aula Paul VI., die Begegnungen mit dem Papst und vor allem die Konzelebration der Eucharistie am Sonntag, 8. Oktober, dem Hhepunkt der Heilig-Jahr-Feier der Bischfe.

            Die Marienverehrung, die in der Verehrung der Statue der Jungfrau von Fatima gipfelte, die die schmerzliche Geschichte der Kirche im 20. Jahrhundert auf dem Weg der Hoffnung gefhrt hat, hat der Begegnung eine besondere Note verliehen. Wie der Papst mehrmals wiederholt hat, war es gleichsam eine Rckkehr der Apostelnachfolger in den Abendmahlssaal von Pfingsten mit Maria, der Mutter Jesu.

150.     Bei dieser besonderen Gelegenheit hat Johannes Paul II. der Mutter des Herrn in einem innigen Gebet die Frchte des Jubil舫ms und die トngste des neuen Millenniums anvertraut.

            In den Worten des Weihegebets an die Jungfrau Maia wurde die Hoffnung fr die Zukunft mit der Gewi゚heit verbunden, da゚ Christus der Herr die einzige Rettung und der Geist der Wahrheit die unerl葹liche Lebensquelle fr die Kirche sind. Der Papst erinnerte an die gro゚en Fortschritte der Menschheit, die sich an einem Wendepunkt der Geschichte befindet; er erinnerte an die Bedrfnisse der Schw臘hsten: Kinder, die nicht zur Welt gekommen oder in Armut und Not geboren sind; junge Menschen auf der Suche nach einem Lebenssinn; Arbeitslose oder Menschen, die unter Hunger und Krankheit leiden, zerrttete Familien, alte Menschen ohne Hilfe, Alleinstehende ohne Hoffnung.[52]

            Mit den Hoffnungen der Menschheit steht der Wert des menschlichen Lebens selbst auf dem Spiel, den die Kirche jeder Gefahr gegenber mutig verteidigt und verkndet, wobei sie sich dem Gott des Lebens und der Mutter dessen anvertraut, der der Weg, die Wahrheit und das Leben ist.

            In den Worten des Nachfolgers Petri und in seiner Bitte fr das Geschick der Menschheit haben wir das Gebet fr eine Welt vernommen, die nach Grnden sucht, um glauben und hoffen zu knnen.

            Als logische Konsequenz treffen sich die Bischfe zur n臘hsten Synodenversammlung, um die Hoffnung in Christus und in das Wirken des Geistes fr die Zukunft der Kirche und der Menschheit zu verknden.

            Von Maria, der demtigen Magd, die sich Gott anvertraut hat, lernt die Kirche, das Evangelium des Heils und der Hoffnung zu verknden. Im Magnificat erklingt die Gewi゚heit aller Armen im Herrn, die auf sein Wort vertrauen. In ihr, der Frau mit der Sonne umkleidet, in die Herrlichkeit neben den auferstandenen Sohn aufgenommen, hat die Kirche die Garantie dafr, da゚ sich die Verhei゚ungen des Herrn an der Menschheit im engltigen Sieg ber das Bse und den Tod erfllen. An sie, die bis zur Ankunft des Tages des Herrn (vgl. 2 Petr 3,10) als Zeichen der sicheren Hoffnung des Trostes dem wandernden Gottesvolk voranleuchtet,[53] richtet die Kirche ihre Bitte und ruft sie an als Mutter der Hoffnung, als Erstlingsfrucht der zuknftigen Welt.


I N H A L T

einleitung

Beim Anbrechen des neuen Jahrtausends

In den Fu゚stapfen der vorhergehenden Synodenversammlungen

Kontinuit舩 und Neuheit

Neue Verkndigung des Evangeliums der Hoffnung

1. KAPITEL

Dienst der Hoffnung Mit dem Herzen
des guten Hirten die Welt sehen

Im Zeichen der gttlichen Hoffnung

Zwischen Vergangenheit und Zukunft

Die Welt mit ihren Licht und Schattenseiten

Zwischen einer Rckkehr zum Heiligen und der Gleichgltigkeit

Neue ethische Probleme am Horizont

Neue kirchliche Situationen

Zeichen der Lebenskraft und Hoffnung

Ein neuer Humanismus

Die Frchte des Jubil舫ms

Unter der Fhrung des Heiligen Geistes

Auf dem Weg der Einheit einander n臧er kommen

Ein starkes Verlangen nach Spiritualit舩

Die Bischfe als Zeugen der Hoffnung

Wie die Jungfrau Maria den Erwartungen und Verhei゚ungen Gottes treu

2. KAPITEL

Geheimnis, Dienst und geistlicher Weg des Bischofs

Die Ikone Christi des guten Hirten

I. Geheimnis und Gnade des Episkopats

Die Gnade der Bischofsweihe

In Gemeinschaft mit der Dreifaltigkeit

Vom Vater durch Christus im Heiligen Geist

Die kirchliche Ikone des Bischofs

Der Geist der Heiligkeit

II. Die Heiligung im eigenen Dienstamt

Das geistliche Leben des Bischofs

Eine authentische Hirtenliebe

Der Verkndigungsdienst

Beter und Lehrer des Gebets

Von der Gnade der Sakramente gen臧rt

Als Hoherpriester unter seinem Volk

Eine Spiritualit舩 der Communio 

Frderer einer pastoralen Spiritualit舩

In Gemeinschaft mit der heiligen Gottesmutter

III. Der geistliche Weg des Bischofs

Ein geistlicher Weg ist notwendig

Mit dem geistlichen Realismus des Allt臠lichen

In Harmonie mit dem Gttlichen und Menschlichen

Treue bis zum Ende

Das Vorbild heiliger Bischfe

3. KAPITEL

Das Bischofsamt Dienst der Gemeinschaft
und Sendung in der universalen Kirche

Freunde Christi, von Ihm erw臧lt und ausgesandt

I. Der bischfliche Dienst in einer Ekklesiologie der Communio

In der Kirche Ikone der Dreifaltigkeit

In einer Ekklesiologie von Communio und Missio

Einheit und Katholizit舩 des Bischofsamtes

In Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri

Mitwirken mit dem Petrusamt

Die ad limina-Besuche und die Beziehungen zum Heiligen Stuhl

Die Bischofskonferenzen

Die affektive und effektive Communio

II. Besondere Problemkreise

Das Bischofsamt in seinen verschiedenen Formen

Die emeritierten Bischfe

Wahl und Ausbildung der Bischfe

4. KAPITEL

Der Bischof im Dienst seiner Kirche

Die biblische Ikone der Fu゚waschung: Joh 13,1-16

I. Der Bischof in seiner Teilkirche

Die Teilkirche

Ein Geheimnis, das im Bischof mit seinem Volk konvergiert

Wort, Eucharistie, Gemeinschaft

Die eine heilige katholische und apostolische Kirche

Eine Kirche mit menschlichem Antlitz

Universalkirche und Teilkirche

II. Communio und Missio in der Teilkirche

In Gemeinschaft mit dem Presbyterium

Besondere Sorge fr die Priester

Der Dienst und die Mitarbeit der Diakone

Das Priesterseminar und die Berufspastoral

In Beziehung zu den anderen トmtern

Sorge fr das gottgeweihte Leben

Laien, die sich engagieren und Verantwortung bernehmen

Im Dienst der Familie

Die Jugend pastoraler Schwerpunkt fr die Zukunft

Die Pfarreien

Kirchliche Bewegungen und neue Gemeinschaften

III. Das Bischofsamt im Dienst des Evangeliums

1. Der Dienst am Wort

Das Evangelium der Hoffnung verknden

Die Mitte der Verkndigung

Glaubensunterweisung und Katechese

Die ganze Kirche ist in die Katechese einbezogen

Dialog und Zusammenarbeit mit Theologen und Gl舫bigen

Zeuge der Wahrheit

Aufgaben fr die Zukunft

Kultur und Inkulturation

2. Der Dienst der Heiligung

Der Bischof als Priester und Liturge in seiner Kathedrale

Die Eucharistie als Mitte der Teilkirche

Auf das Gebet und die Volksfrmmigkeit achten

Einige besondere Fragen

3. Die Ausbung des Leitungsamtes

Der Leitungsdienst

Wahre Hirtenliebe ben

Ein Seelsorgestil, der sich im Leben niederschl臠t

Die Pastoralvisitationen

Die Dizesansynode

Ein vom Geist der Communio inspirierter Fhrungsstil

Die wirtschaftliche Verwaltung

Praktische Fragen in der Teilkirche

5. KAPITEL

Im Dienst am Evangelium
fr die Hoffnung der Welt

In Jesus Christus feiern wir das immerw臧rende Jubil舫m der Kirche

Der Heilsdienst der Kirche

Eine neue religise Situation

Der kumenische Dialog

Die Verkndigung des Evangeliums

Kooperatives Wirken in der Mission

Der interreligise Dialog und die Begegnung mit den anderen Religionen

Besondere Wachsamkeit gegenber dem Ph舅omen der Sekten

Der Dialog mit Personen anderer religiser ワberzeugungen

Auf die neuen sozialen Probleme und neuen Formen der Armut achten

Den Leidenden nahe sein

Hter der Hoffnung und Zeugen der Liebe Christi

Die Zeugenschar und der Hoffnungsanker

 

Schlu゚

Inhalt

 



[1] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 4.

[2] Ioannes Paulus II, Litt. enc. Dominum et vivificantem (18.05.1986), 66: AAS 78 (1986) 897.

[3] Cf. Paulus VI, Adhort. apost. Evangelii nuntiandi (8.12.1975), 48: AAS 68 (1976) 37-38.

[4] Cf. Catechismus Ecclesi Catholic, 1674-1676.

[5] C誡emoniale episcoporum, pars III: De liturgia horarum et celebrationibus Verbi Dei.

[6] Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 27; cf. Decr. de past. Episc. mun. in Ecclesia Christus Dominus, 16.

[7] Ioannes Paulus II, Ansprache bei der Generalaudienz am Mittwoch (18.11.1992), 2.4: L丹sservatore Romano (19.11.1992) S. 4.

[8] Cf. C.I.C.  can. 383 ァ 1; 384.

[9] Cf. Sacra Congregatio Pro Episcopis, Direct. Ecclesi imago (22.02.1973), 93-98.

[10] Ioannes Paulus II, Adhort. apost. postsyn. Pastores dabo vobis (25.03.1992), 23: AAS 84 (1992) 694.

[11] Cf. Ioannes Paulus II, Ansprache an die Bischfe von Nord-Brasilien beim ad limina Besuch (28.10.1995), 5: L'Osservatore Romano (4.11.1995) S. 4.

[12] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Decr. de presbyterorum ministerio et vita Presbyterorum ordinis, 17.

[13] Cf. C.I.C. can. 396 ァ 1; cf. can. 398.

[14] Sacra Congregatio Pro Episcopis, Direct. Ecclesi imago (22.02.1973), 166; cf. ibid. 166-170.

[15] Cf. C.I.C. can. 460-468; cf. Sacra Congregatio Pro Episcopis Direct. Ecclesi imago (22.02.1973), 163-165.

[16] Cf. C.I.C. can. 212 ァ 2,3.

[17] Cf. Congregatio Pro Episcopis et Congregatio Pro Gentium Evangelizatione, Istr. In constitutione apostolica de Synodis di彡esanis agendis (19.03.1997): AAS 89 (1997) 706-727.

[18] Cf. ibid., V, 2,3,4; cf. C.I.C. can. 466.

[19] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. past. de Ecclesia in mundo huius temporis Gaudium et spes, 1.

[20] Cf. C.I.C. can. 1752.

[21] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. past. de Ecclesia in mundo huius temporis Gaudium et spes, 22.

[22] Ibid., 93; cf. Paulus VI, Litt. enc. Ecclesiam suam, III: AAS 56 (1964) 637-659.

[23] Cf. Congregatio pro Doctrina Fidei, Decl. Dominus Iesus (6.08.2000), 20-22: AAS 92 (2000) 761-764.

[24] Cf. Ioannes Paulus II, Litt. enc. Ut unum sint (25.05.1995): AAS 87 (1995) 921-982.

[25] Cf. Sekretariat zur Frderung der Einheit der Christen, Directoire pour l'application des Principes et Normes sur l'彡um駭isme (25.03.1993): AAS 85 (1993) 1039-119; bes. nー 37-47.

[26] Cf. Ioannes Paulus II, Litt. enc. Redemptoris missio (7.12.1990), 37: AAS 83 (1991) 282-286.

[27] Ibid., 31: AAS 83 (1991) 276-277.

[28] Ibid., 20: AAS 83 (1991) 267-268.

[29] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Decr. de activ. mission. Ecclesi Ad gentes, 38.

[30] Ibid.; cf. Ioannes Paulus II, Litt. enc. Redemptoris missio (7.12.1990), 63: AAS 83 (1991) 311-312.

[31] Ioannes Paulus II, Litt. enc. Redemptoris missio (7.12.1990), 11: AAS (1991) 259-260.

[32] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Decr. de activ. mission. Ecclesi Ad gentes, 9.

[33] Cf. Congregatio pro Gentium Evangelizatione, Instr. de cooperatione missionali Cooperatio missionalis (1.10.1998): AAS 91 (1999) 306-324.

[34] Cf. Ioannes Paulus II, Litt. enc. Redemptoris missio (7.12.1990), 55: AAS 83 (1991) 302-304; cf. Epist. ap. Tertio millennio adveniente (10.11.1994), 53: AAS 87 (1995) 37.

[35] S. Iustinus, Dialogus cum Tryphone, 11: PG 6, 499; cf. Congregatio pro Doctrina fidei, Decl. Dominus Iesus (6.08.2000), 13-15: AAS 92 (2000) 754-756.

[36] Conc. 慶um. Vat. II, Declar. de libert. religiosa Dignitatis human, 1; cf. Congregatio pro Doctrina Fidei, Decl. Dominus Iesus (6.08.2000), 16-17: AAS 92 (2000) 756-759.

[37] Cf. Ioannes Paulus II, Litt. enc. Redemptoris missio (7.12.1990), 5: AAS 83 (1991) 253-254.

[38] Cf. Sekretariat zur Frderung der Einheit der Christen - Sekretariat fr die Nichtchristen - Sekretariat fr die Nichtglaubenden - P舊stlicher Rat fr die Kultur, Sekten und neue religise Bewegungen - Eine Herausforderung fr die Seelsorge (7.05.1986), 10: L'Osservatore Romano (13.06.1986).

[39] Cf. Rituale Romanum, De Exorcismis et Supplicationibus quibusdam, Editio typica 1999; cf. Congregatio pro Doctrina Fidei, Instr. de orationibus ad obtinendam a Deo sanationem (14.09.2000).

[40] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. past. de Ecclesia in mundo huius temporis Gaudium et spes, 63.

[41] Catechismus Ecclesi Catholic, 1818.

[42] Cf. Congregatio pro Doctrina Fidei, Instr. de libertate christiana et liberatione Libertatis conscientia (22.03.1986), 62: AAS 79 (1987) 580-581.

[43] Cf. ibid., 60: AAS 79 (1987) 579.

[44] Cf. Ioannes Paulus II, Ansprache beim Weltgebetstag fr den Frieden in Assisi (27.10.86), 7: Insegnamenti di Giovanni Paolo II, IX / 2, S. 1263.

[45] Conc. 慶um. Vat. II, Const. past. de Ecclesia in mundo huius temporis Gaudium et spes, 40.

[46] Cf. ibid., 76.

[47] Cf. ibid., 72. 76.

[48] Ioannes Paulus II, Litt. enc. Centesimus annus (1.05.1991), 47: AAS 83 (1991) 851-852.

[49] Conc. 慶um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 8.

[50] Cf. Conc. 慶um. Vat. II, Const. past. de Ecclesia in mundo huius temporis Gaudium et spes, 22.

[51] Cf. Heilig-Jahr-Feier der Bischfe. Der Bischof als Diener des Evangeliums Jesu Christi fr die Hoffnung der Welt, Rom 6.-8.10.2000 (Heft).

[52] Cf. Ioannes Paulus II, Weihgebet an die seligste Jungfrau Maria (8.10.2000), 3. 4: L丹sservatore Romano (9-10.10.2000) S. 6.

[53] Conc. 彡um. Vat. II, Const. dogm. de Ecclesia Lumen gentium, 68

 

 

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