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ANSPRACHE VON PAUL VI.
AN EINE GRUPPE DEUTSCHER OFFIZIERE

Mittwoch, 6. November 1968

 

Meine Herren Offiziere, liebe Söhne!

Es scheint geradezu paradox, wenn man einem Soldaten vom Frieden sprechen will. Und doch wissen Wir, dass Sie Ihre Uniform nur tragen, um dem Frieden zu dienen. Mehrere aus Ihren Reihen haben auf dem Katholikentag in Essen führend an der Diskussion: «Friede im Atomzeitalter» teilgenommen. Sie alle sind nach Rom gekommen, zum Mittel-Punkt der Kirche, um in diesen wenigen Tagen Kontakte aufzunehmen, Verbindungen zu schaffen, Wissen und Erfahrung zu sammeln und sich vor allem am Grabe des heiligen Petrus die Kraft für Ihre Aufgabe zu erbitten: Bauleute des Friedens zu sein.

Wir danken Ihnen, dass Sie auch Uns die Freude Ihres Besuches gemacht haben. Sie möchten Uns damit Ihre Treue und Verehrung zum Ausdruck bringen. Wir wollen Ihnen darauf mit einer Anregung und mit einem Wunsch antworten: Sie wissen, wie sehr Uns der Friede am Herzen liegt. Nicht nur die politische Sicherheit der Staaten, sondern der Friede in allen seinen Formen: der Friede in der Kirche, und mit den verschiedenen Konfessionen und Religionen; der Friede in der Gesellschaft, unter den sozialen Schichten, unter den Rassen und allen völkischen Minderheiten. Dieser Friede braucht keinen Waffenschutz, sondern Gerechtigkeit, Brüderlichkeit, Liebe, einen festen Glauben und den Frieden des eigenen Herzens.

Das Ihnen Gott die Gnade gebe, den inneren Frieden als die Quelle aller Ihrer Bemühungen um den äußeren Frieden zu bewahren, erteilen Wir Ihnen allen, liebe Söhne, von Herzen den Apostolischen Segen, in den Wir auch Ihre Angehörigen und Ihre Kameraden daheim mit einschließen.

      



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