Liebe Brüder und Schwestern!
1. Am vergangenen Mittwoch sind wir mit dem Ritus der
Aschenauflegung in die Fastenzeit eingetreten und haben den Bußweg zur
Vorbereitung auf das Osterfest eingeschlagen als Gelegenheit für alle Getauften,
den Geist des Glaubens zu erneuern und ihren Auftrag, konsequent nach dem
Evangelium zu leben, besser zu erfüllen.
Wie der heutige Abschnitt aus dem Evangelium nahelegt (vgl. Mk
1, 12 –15), sind die Gläubigen während der vierzigtägigen Fastenzeit
aufgerufen, Christus in die »Wüste« zu folgen, um mit Ihm den Geist
des Bösen zu bekämpfen und zu besiegen. Es handelt sich um einen inneren Kampf,
von dem der konkrete Lebenswandel abhängt, denn die Absichten und Handlungen
des Menschen kommen von innen, aus seinem Herzen (vgl. Mk 7, 21). Deshalb
kann man den Weg zur Gerechtigkeit und zum Frieden sowohl auf persönlicher
Ebene als auch im sozialen Bereich nur durch eine Läuterung des Gewissens
bereiten.
2. Im gegenwärtigen internationalen Kontext spüren wir noch
stärker dieses Bedürfnis nach der Läuterung des Gewissens und nach der
Bekehrung des Herzens zum wahren Frieden. In diesem Sinne ist das Bild Christi,
der die Lügen Satans durch die Kraft der im Wort Gottes enthaltenen Wahrheit
entlarvt und überwindet, äußerst aussagekräftig. Tief im Inneren jedes
Menschen erklingen die Stimme Gottes und die hinterhältige Stimme des Bösen.
Letztere versucht, den Menschen zu betrügen, indem sie ihn mit der Aussicht auf
falsche Güter verführt, um ihn vom wahren Gut abzuhalten, das darin besteht,
den Willen Gottes zu tun. Das demütige, vertrauensvolle und vom Fasten
unterstützte Gebet ermöglicht es jedoch, auch die schwierigsten Prüfungen zu
bestehen, und gibt den nötigen Mut, um das Böse mit dem Guten zu bekämpfen.
So wird die Fastenzeit zu einer nutzbringenden geistlichen Übung.
3. Liebe Brüder und Schwestern! Bitten wir die allerseligste
Jungfrau, sie möge uns allen dabei helfen, hochherzig auf diesem
anspruchsvollen Weg der Fastenzeit voranzugehen. Euren Gebeten möchte ich
insbesondere die Geistlichen Exerzitien anvertrauen, die ich wie in jedem
Jahr ab heute abend zusammen mit den engsten Mitarbeitern der Römischen Kurie
beginnen werde. Während dieser Woche der Stille und des Gebets werde ich die
Bedürfnisse der Kirche und die Sorgen der ganzen Menschheit vor ugen haben, vor
allem im Hinblick auf den Frieden im Irak und im Heiligen Land.
Nach dem Angelus
Ich begrüße die Pilger aus den portugiesischen Gemeinden von
»Nossa Senhora da Conceição« und »Nossa Senhora das Dores«. Mein Wunsch
ist, daß euer Evangelisierungsweg den Frieden und die Eintracht in den
portugiesischen Familien fördere. Gott segne euch!
Am kommenden Samstag findet um 18 Uhr in der Aula Paul VI.
anläßlich des Ersten Europäischen Tages der Universitätsangehörigen eine
marianische Gebetswache zum Thema »Intellektuelle Caritas - Seele des neuen
Europas« statt. Dazu erwarte ich euch zahlreich, liebe jungen Studenten!
Gemeinsam werden wir Maria, »Sedes Sapientiae«, anrufen und ihr die Hoffnungen
und die Entwicklung des europäischen Kontinents anvertrauen.
Nun wünsche ich euch allen hier auf dem Petersplatz und all
jenen, die über Radio und Fernsehen mit uns verbunden sind, einen schönen
Sonntag und eine gesegnete Fastenzeit.
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