Liebe Brüder und Schwestern!
1. Wir feiern das Hochfest der heiligen Apostel Petrus und
Paulus, die wir als »Säulen« der Kirche verehren.
Heute ist ein Feiertag besonders für die Diözese Rom, die im
Zeugnis dieser beiden großen Apostel ihre Wurzeln hat. Petrus, der von Christus
erwählt wurde als »Fels«, auf den er seine Kirche bauen wollte, wurde unweit vom
Vatikanischen Hügel gekreuzigt, und sein Grab ist der symbolische Mittelpunkt
des katholischen Glaubens. Paulus, vor den Toren Roms enthauptet, ist das
Vorbild der Evangelisierung, und seine Briefe, dieser bedeutende Teil des Neuen
Testaments, führen unablässig Männer und Frauen aller Zeiten zu Christus.
Von Herzen danke ich allen, die bei diesem Anlaß in ihren
Gebeten in besonderer Weise des Bischofs von Rom und Nachfolgers Petri gedenken,
wie auch all jenen, die mit ihrer Hilfe seinen Dienst für das Gottesvolk konkret
unterstützen.
2. Wie jedes Jahr werde ich heute nachmittag um 18 Uhr auf dem
Petersplatz der festlichen Eucharistiefeier vorstehen, in deren Verlauf
ich zahlreichen Metropolitan-Erzbischöfen das heilige Pallium als
Zeichen der Gemeinschaft mit dem Apostolischen Stuhl überreichen werde.
Gemäß einer immer fester werdenden Tradition, über die ich mich
sehr freue, wird auch die Delegation des Ökumenischen Patriarchen, Seiner
Heiligkeit Bartholomaios I., anwesend sein. Der Austausch von Delegationen
zwischen Rom und Konstantinopel zu den jeweiligen Patronatsfesten geht weit über
einen Akt kirchlicher Höflichkeit hinaus, spiegelt er doch die tiefe und fest
verwurzelte Absicht zur Wiederherstellung der vollen Gemeinschaft zwischen Ost
und West wider. Ich danke dem Patriarchen Bartholomaios, der die hochrangigen
Mitglieder seiner Delegation beauftragt hat, ihn zu vertreten.
3. Der Herr gebe, daß wir auch dank dieses von ständigem Gebet
gestützten Austauschs so bald wie möglich zur vollen Einheit der Jünger Christi
gelangen mögen.
Maria beschütze und leite unsere kirchlichen Gemeinschaften,
damit sie stets der Lehre der Apostel folgen, von denen sie die erste
Glaubensverkündigung erhalten haben.
Nach dem Angelus
Ich begrüße die hier anwesenden Pilger, insbesondere die Gruppe
der Familien der »Opera della Chiesa« und die Mitglieder des Oratoriums »San
Carlo« aus Macherio in der Diözese Mailand. Der Aufenthalt beim Grab des hl.
Petrus sei für jeden ein Ansporn zu einem neuerlichen Einsatz in der Treue zu
Christus und seiner Kirche.
Einen herzlichen Gruß richte ich schließlich an die Bewohner von
Rom, denen ich einen unbeschwerten Festtag der Schutzheiligen ihrer Stadt
wünsche. Ich mache mir die Worte des Apostels Paulus zu eigen: »Gnade sei mit
euch und Friede von Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus« (Röm
1,7). Euch allen wünsche ich einen schönen Feiertag und einen schönen Sonntag.
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