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04 - 03.10.2005
INHALT
♦ ERSTE GENERALKONGREGATION (MONTAG, 3. OKTOBER 2005, VORMITTAG)
♦ MITTEILUNGEN
♦ ERSTE GENERALKONGREGATION (MONTAG, 3. OKTOBER 2005, VORMITTAG)
Heute am Montag, den 3. Oktober 2005 um 9.00 Uhr, wurden in der
Synodenaula in der Gegenwart des Heiligen Vaters die Arbeiten der XI.
Ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode mit dem Gesang Veni,
Creator Spiritus eröffnet. Der Heilige Vater Benedikt XVI. gab kurz
seine Überlegungen wieder.
Turnusmäßiger delegierter Präsident ist S.Em.R.Kard. Francis ARINZE,
Präfekt der Kongegation für den Gottesdienst und die
Sakramentenordnung.
Die Synodenversammlung, die unter dem Thema:”Eucharistie: Quelle und
Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche” steht, wurde
gestern von Benedikt XVI. mit derKonzelebration der Eucharistie in
der Basilika von Sankt Peter im Vatikan eröffnet und wird eine
Abordnung der Bischöfe der Welt bis zum 23. Oktober 2005 versammeln.
Folgende Bischöfe haben in dieser ersten Generalkongregation das
Wort ergriffen:
S.Em.R.Kard. Francis ARINZE, Präfekt der Kongegation für den
Gottesdienst und die Sakramentenordnung.mit einer Eröffnungsrede;
der Generalsekretär der Bischofssynode S.EM.. Mons. Nikola ETEROVIC,
mit dem Bericht des Generalsekretärs; der Generalrelator
S.Em.R.Kard. Angelo SCOLA, Patriarch von Venedig (Italien) für die
Relatio Ante Disceptationem des Generalrelators
Im folgenden veröffentlichen wir den vollständigen Text der
Beiträge, die in der Aula vorgetragen wurden:
● ERÖFFNUNGSREDE DES DELEGIERTEN VORSITZENDEN, S.EM.R.KARD. FRANCIS
ARINZE; PRÄFEKT DER KONGREGATION FÜR DEN GOTTESDIENST UND DIE
SAKRAMENTENORDNUNG
● BERICHT DES GENERALSEKRETÄRS DER BISCHOFSSYNODE; S.EM. MONS.
NIKOLA ETEROVIĆ
● RELATIO ANTE DISCEPTATIONEM DES GENERALRELATORS; S.EM.KARD. ANGELO
SCOLA , PATRIARCH VON VENEDIG (ITALIEN) Die erste
Generalkongregation der XI. Ordentlichen Vollversammlug der
Bischofssynode wurde gegen 12.20. Uhr mit dem vom Heiligen Vater
geleiteten Angelus Domini abgeschlossen.
Es waren 241 Synodenväter anwesend.
Die Zweite Generalkongregation wird heute Nachmittag, am 3.
Oktober2005, um 16.30 Uhr mit dem Beginn der Generaldiskussion
stattfinden.
● ERÖFFNUNGSREDE DES DELEGIERTEN VORSITZENDEN, S.EM. KARD. FRANCIS
ARINZE, PRÄFEKT DER KONGREGATION FÜR DEN GOTTESDIENST UND DIE
SAKRAMENTENORDNUNG
Seligster Vater
1. Mit dem Geist des Glaubens und mit Dankbarkeit gegenüber der
Göttlichen Vorsehung für Euer Pontifikat, in christlicher Freude,
aber auch im Sinne der Verantwortung, sind wir von Eurer Heiligkeit,
Nachfolger Petri und Vikar Christi, hier zusammen gerufen worden.
Diese XI. Ordentliche Generalversammlung der Bischhofssynode, zuvor
schon vom Eurem Vorgänger verehrter und unvergeßlicher Erinnerung,
Diener Gottes, Papst Johannes Paul II., einberufen und jetzt von
Eurer Heiligkeit, nicht lange nach der eigenen Wahl auf den Thron
Petri, erneut einberufen, gibt uns die Möglichkeit, über ein Thema
nachzudenken, das das Herz und das Leben der Kirche berührt.” Die
Eucharistie - Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der
Kirche.”.
2. Es ist kein Geheimnis, dass das eucharistische Mysterium Eurer
Heiligkeit ein sehr liebes Thema ist. In der ersten Homilie, die von
Eurer Heiligkeit am Morgen nach Eurer Wahl am 20. April 2005 in der
Sixtinischen Kapelle formuliert worden ist, sagtet Ihr unter anderem
den Kardinälen und der Welt: “Mein Pontifikat beginnt, in einer nie
dagewesenen bedeutsamen Weise, während die Kirche das besondere Jahr
lebt, das der Eucharistie gewidmet ist. Wie sollte man in diesem
Zusammentreffen der Vorsehung nicht ein Element erblicken, das das
Amt charakterisiert, zu dem ich berufen worden bin? Die Eucharistie,
das Herz des christlichen Lebens und Quelle der Sendung der Kirche,
muss das permanente Zentrum und die Quelle des päpstlichen Dienstes
ausmachen, der mir anvertraut worden ist” (Homilie des 20/04/2005,
Nr. 4, in Osservatore Romano 94 (21. April 2005) S. 9).
3. Es ist von großer Wichtigkeit für die Kirche, dass die Vertreter
des Bischofskollegiums der gesamten Kirche sich um den Nachfolger
Petri versammeln, um über das große Mysterium des Glaubens
nachzudenken und zu beten. Wir kommen aus den verschiedenen Kirchen
oder Diözesen als Vertreter der Bischofskonferenzen und der
Ostkirchen, aber auch aus der Römischen Kurie, aus der Vereinigung
der Generaloberen, von denen einige von Seiner Heiligkeit ernannt
worden sind.
Wir kommen, um über ein Thema nachzudenken, das das pulsierende Herz
der Kirche berührt. In der heiligsten Eucharistie ist in der Tat,
wie das II. Vatikanische Konzil sagt, “das ganze spirituelle Gut der
Kirche eingeschlossen, das heißt eben der Christus, unseres
Osterfestes” (Presbyt. Ordinis, 5). Die Eucharistie “steht im
Zentrum des kirchlichen Lebens” (Eccl. De Euch., 3).
Zwei Jahre lang hat die gesamte Kirche in besonderer Weise zum
Eucharistischen Mysterium. überlegt, diskutiert, meditiert und
gebetet. Bischofskonferenzen, Synoden der Ostkirchen, Diözesen,
Gemeinden, höhere katholische Studieneinrichtungen, Seminare,
Klöster, religiöse Einrichtungen, Vereinigungen oder katholische
Bewegungen und andere Gruppen in der Kirche haben Initiativen in
diesem Sinne ergriffen. Hier nun diese edle Versammlung, die
versucht, unter der Leitung des Stellvertreters Christi und des
Nachfolgers Petri, die Früchte dieser Beiträge zusammen zu tragen.
4. Heiliger Vater, Er möge uns segnen. Er möge uns leiten. Er möge
uns begleiten.
Möge die Jungfrau Maria, die “eucharistische Frau” (vgl. Eccl. de
Euch., 53) für uns fürbitten.
Möge der Heilige Geist uns Erleuchtung geben, den Glauben, das
Wissen, die pastorale Barmherzigkeit, den evangelischen Mut, die
Freude der Verkündigung und des Bewusstseins unserer Verantwortung
vor Gott, vor der Kirche und auch vor der Welt, um unsere Pflicht in
diesen drei Wochen zum Wohle des heiligen Volkes Gottes auszuführen.
[00019-05.16] [NNNNN] [Originalsprache: Italienisch]
● BERICHT DES GENERALSEKRETÄRS DER BISCHOFSSYNODE,S.EM. MONS. NIKOLA
ETEROVIĆ
Heiliger Vater,
Hochwürdigste und Hochverehrte Väter,
Liebe Mitbrüder und Mitschwestern,
Zum ersten Mal habe ich als Generalsekretär der Bischofssynode die
Ehre, mein Wort an die Teilnehmer dieser erhabenen Versammlung zu
richten, und ich begrüße gerne alle Anwesenden mit den Worten des
Heiligen Apostels Paulus: “Gnade sei mit euch und der Friede von
Gott, unserem Vater, und dem Herrn Jesus Christus und unseres Herrn
Jesus Christus”. ( 1 Kor 1,3)
Ich richte einen ehrfurchtvollen Gruß an den Heiligen Vater Benedikt
XVI., der die Leitung der ersten Generalversammlung der
Bischofssynode Seines Pontifikats innehat. Gleichzeitig danke ich
Seiner Heiligkeit, die Einberufung der gegenwärtigen
Bischofsversammlung bestätigt und aus der Nähe die Vorbereitung
verfolgt zu haben. Im Namen aller Bischofsväter bin ich Ihm im
Voraus dankbar für Seine Präsenz und für jeden kostbaren Beitrag für
den Verlauf der Arbeiten, die zum Ziel die Beförderung des Lebens
und die Sendung der universalen Kirche im Sinne der Eucharistie
haben.
Ich begrüße herzlich alle 256 Teilnehmer der XI. Ordentlichen
Generalversammlung der Bischofssynode, von denen 177 gewählt , 40
aufgrund päpstlicher Ernennung und 39 ex officio und 10 Generalobere
anwesend sind. Unter ihnen sind 55 Kardinäle, 8 Patriarchen, 82
Erzbischöfe, 123 Bischöfe und 12 Ordensgeistliche. Hinsichtlich
ihrer ausgeübten Ämter sind unter ihnen 36 Präsidenten der
Episkopalkonferenz, 234 Ordinarien, 4 Koadjutoren, 14 Helfer und 4
Emeritierte.
Die erwähnten Synodenväter kommen aus allen Kontinenten, und d.h. 50
aus Afrika, 59 aus Amerika 44 aus Asien, 95 aus Europa und 8 aus
Ozeanien.
Dankbar dafür, dass sie der Einladung gefolgt sind, richte ich
meinen ehrerbietigen Gedanken an die Delegierten der Bruderkirchen,
die 12 Kirchen und kirchliche Gemeinschaften repräsentieren.
Ich erweitere meine herzlichste Begrüßung an die Zuhörer, an die
Experten, an die Assistenten, an die Übersetzer und an das
technische Personal, ohne deren Mithilfe es nicht möglich wäre, die
Arbeiten angemessen auszuführen. Schließlich richte ich einen
besonderen Gruß und eine Danksagung an die großherzigen Mitarbeiter
des Allgemeinen Sekretariats der Bischofssynode, deren Arbeit für
mich von besonderer Unterstützung bei dieser meiner ersten
Synodalerfahrung war.
Mit dem Apostel der Menschheit wünsche ich allen Gnade und Frieden,
Geschenke, mit denen der Eine und Dreifaltige Gott unsere
kollegialen Arbeiten für das Wohl der Kirche und der Menschheit
segnen wird.
Der vorliegende Bericht ist gegliedert in VI Teile:
I) Vorausgehende Überlegungen;
II) Die Zeit zwischen der X. und der XI. Ordentlichen
Generalversammlung;
III) Vorbereitung der XI. Ordentlichen Vollversammlung;
IV) Neuheiten in der Bischöflichen Methodologie
V) Aktivitäten des Allgemeinen Sekretariats der Bischofssynode
VI) Schlußbetrachtung
1)Vorausgehende Überlegungen
“Ich habe mich sehr danach gesehnt, vor meinem Leiden dieses
Ostermahl mit euch zu essen” (Lk 22,15) Mit diesen Worten,
gesprochen während des Letzten Abendmahls, führt Jesus Christus den
Bericht der Institution des Sakramentes des Abendmahls ein. Alle
drei der Evangelien stimmen synoptisch in der Bedeutung der
gesprochenen Worte zum Brot und zum Wein überein, die, durch die
Gnade des Heiligen Geistes, der Leib und das Blut des Herrn Jesus
geworden sind (vgl. Mt 26, 26-28; Mk 14, 22-25; Lk 22, 14-20). Die
Worte wurden begleitet durch konkrete Gesten: “nahm Jesus das Brot
und sprach den Lobpreis; reichte es den Jüngern” (Mt 26, 26). Diese
Worte und Gesten bezeichnen deutlich den Willen von Jesus Christus,
die Eucharistie im Zusammenhang mit dem jüdischen
Osterlammabendessen einzuführen, Vorausdeutung seines Todes und
seiner Auferstehung, Vorwegnahme des eschatologischen Festmahls der
Hochzeit des Opferlamms. Der Bericht des Evangelisten Johannes (vgl.
Joh Kap 6) lässt noch deutlicher werden, dass Jesus von Nazareth
seit langer Zeit das große Sakrament vorbereitete. Er präsentierte
sich in der Tat dem Volk quasi zu Beginn seiner Aktivität in der
Öffentlichkeit wie das lebende Brot, herabgestiegen vom Himmel für
das Leben der Welt (vgl. Joh 6, 51).
Die Eucharistie, die Jesus Christus in Anwesenheit der Apostel
einführte, die mit ihm um den Tisch versammelt waren, ist untrennbar
verbunden mit der Kirche, von Anbeginn bis zum Ende der Zeit. Auf
ausdrücklichen Wunsch des Herrn “Tut dies zu meinem Gedächtnis” (1
Kor. 11, 24) musste sich von Generation zu Generation das Sakrament
der Eucharistie, das in der Kirche gefeiert wird, überliefern als
kostbarstes Erbe – wie das Testament der Liebe des Herrn Jesus
Christus. Es handelt sich um heilige Tradition, wie der Heilige
Paulus in seinem Ersten Brief an die Korinther bezeugt (vgl. 1 Kor
11, 23-26), der aus göttlicher Vorsehung in seiner originären
Echtheit bis in unsere Tage gelangt ist. Wir müssen ohne Unterlass
dem Einen und Dreifaltigen Gott für diese unschätzbare Gnade danken,
weil die Eucharistie, ein großes Geschenk und Geheimnis, fortfährt
gefeiert zu werden, angebetet und gelebt in der Kirche. Diese
repräsentiert das Herz der Kirche, die Quelle und den Höhepunkt
ihres Lebens und ihrer Tätigkeit der Evangelisation und der
Unterstützung des menschlichen Lebens.
Das geistige Erbe Johannes Paul II.
Das Thema der XI. Ordentlichen Generalversammlung der
Bischofssynode, das sich auf die Eucharistie konzentriert, war von
Papst Johannes Paul II., der uns in verehrter Erinnerung ist,
gewollt worden. Diejenigen, die sein Werk und seine kirchliche
Aufgabe gut kennen, können nicht umhin, die bedeutenden Verweise des
Dieners Gottes auf das Beispiel des Meisters und Herren Jesus
Christus, Sohn Gottes und Menschensohn, zu vernehmen
Die Wiederentdeckung der Eucharistie, die angemessen in der Kirche
gefeiert und gelebt wird, scheint auch der Inhalt des geistigen
Testaments von Papst Johannes Paul II. zu sein. Als er merkte, dass
sich seine Stunde näherte, versuchte er mit dem Geiste des Herrn
seine Energien auf das Wesentliche zu konzentrieren, also auf das
allerheiligste Sakrament. Die wundervolle Präsenz des glorreichen
Herrn in Brot und Wein war die Stütze für seinen lebendigen Glauben,
Quelle der großen Hoffnung und Beweggrund der ausgeprägten
Barmherzigkeit. Es handelte sich um eine Erfahrung, die v.a. in den
59 Jahren des Priesterdienstes gereift war, darunter 44 Jahre als
Bischof, und die den betrauerten Papst angetrieben haben, das Thema
der Eucharistie erneut in die Überlegungen der Universalkirche
einzubringen. Seine letzte Enzyklika war Ecclesia de Eucharestia.
Sein vorletztes Apostlisches Schreiben ist Mane nobiscum Domine. Die
letzte seelsorgerische Initiative auf Ebene der Universalkirche ist
das Jahr der Eucharistie. In dieser Perspektive überrascht es nicht,
dass auch die XI. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode
die Eucharistie zum Thema hat. Von Papst Johannes Paul II. begonnen,
wird die XI. Ordentliche Generalversammlung von seinem Nachfolger,
Papst Benedikt XVI., zu Ende gebracht werden. Die Verkündigung der
Präsenz Jesu Christi in der Eucharistie, Zeugnis seiner göttlichen
Liebe, bleibt die unerschöpfliche Quelle des Lebens und der Sendung
der Kirche. Die Glaubenserfahrung des Dieners Gottes, Johannes Paul
II., die uns als sein geistiges Erbe hinterlassen worden ist, wird
auch die Aktivitäten der Synodenversammlung, die ihre Arbeiten
aufnimmt, positiv beeinflussen.
In der Wahl des Themas der XI. Ordentlichen Generalversammlung ist
es möglich, auch die prophetische Intuition von Papst Johannes Paul
II. zu erkennen. Er wollte die Überlegung zur eucharistischen Praxis
auf dem Niveau der katholischen Kirche begünstigen und überprüfen,
wie in den Teilkirchen die großen Verkündigungen zum höchsten
Sakrament der wahren, realen und wesenhaften Präsenz des
auferstandenen Jesus Christus in der Eucharistie, Quelle der Einheit
und der kirchlichen Kommunion, angewandt werden. Er wollte
überprüfen, wie das Sakrament der Eucharistie wahrgenommen und
gelebt wird, welchen Einfluss es auf das Leben der Gläubigen, der
Familien, der Gemeinschaften und der ganzen Gesellschaft hat. Seine
Grundabsicht war dann eine Belebung der Eucharistie, unschätzbare
Gabe Gottes für seine Kirche, über eine angemessene Katechese auf
allen Ebenen, einen erneuerten liturgischen Kult, einen verstärkten
Dienst der Barmherzigkeit, der seine ständige Quelle im Brot hat,
das für uns Mensch gebrochen worden ist und dem Wein, der für unser
Heil vergossen wurde.
II) Aktivitäten zwischen der X. und der XI. Ordentlichen
Generalversammlung
Gedenken an den Em.mo Kard. Jan Pieter Schotte
Es ist gebührend, mit der dem Herrn dankbaren Seele, anlässlich
dieser kollegialen Versammlung das spirituelle Vermächtnis des
Papstes Johannes Paul II wachzurufen, und zu erinnern auch an einen
seiner engsten Mitarbeiter, Seine Eminenz den Kard. Jan Pieter
Schotte, C.I.C.M., der fast 19 Jahre lang der Generalsekretär der
Bischofssynode war. Während jener Zeit führte der Em.mo Purpurträger
kostbare kirchliche Dienste aus. Er hat insbesondere 12
Synodenversammlungen organisiert, davon 4 (1987; 1990; 1994; 2001)
Ordentliche Generalversammlungen, 1 (im Jahre 1985) Außerordentliche
Generalversammlung, und 7 Sonderversammlungen (im Jahre 1991 für
Europa; im Jahre 1994 für Afrika; im Jahre 1995 für den Libanon; im
Jahre 1997 für Amerika; im Jahre 1998 für Asien; im Jahre1998 für
Ozeanien; im Jahre 1999 II für Europa). Seine Eminenz der Kard. Jan
Pieter Schotte hat auch die Vorbereitung der XI. Ordentlichen
Generalversammlung begonnen. Weniger als ein Jahr, bevor der Herr
des Lebens ihn am 10. Januar 2004 zu sich rief, geruhte Papst
Johannes Paul II. am 11. Februar 2004 den Unterzeichneten zu
ernennen, um jenem im Amt des Generalsekretariats der Bischofssynode
zu folgen. Auch diese Nachfolge hat sich im Zeichen des Mysteriums
der Eucharistie vollzogen, dem Thema der XI. Ordentlichen
Generalversammlung, als ich den Stab von ihm übernahm, während der
Synodalzug schon in Bewegung war, mit Gewissheit eingebunden in eine
gut konsolidierte und mit recht positiven Resultaten versehenen
Tradition.
In der Tat, als die X. Ordentliche Generalversammlung glücklich
beendet war, die über das Thema: Der Bischof: Diener des Evangeliums
von Jesus Christus für die Hoffnung der Welt vom 30. September bis
zum 27. Oktober 2001 zelebriert worden war, begann Seine Eminenz
Herr Kard. Jan Pieter Schotte in enger Zusammenarbeit mit dem
Höchsten Pontifex, die folgende XI. Ordentliche Generalversammlung
vorzubereiten.
Vor dem Abschluss der X. Ordentlichen Generalversammlung, am 26.
Oktober 2001, leitete der Em.mo Kard. Generalsekretär die erste
Sitzung der X. Ordentlichen Konferenz, die sich gerade konstituiert
hatte, und hob hervor, dass 6 Synodenväter zum ersten Mal an einem
entsprechenden kollegialen Gremium teilnähmen. Nachdem man die
wechselseitige Bekanntschaft vertieft hatte, wurden den Mitgliedern
die Aufgaben bei der Ordentlichen Konferenz gemäß den bestehenden
Richtlinien der Bischofssynode aufgezeigt. Es wurde insbesondere
unterstrichen, dass die Konferenz berufen sei, um den kollegialen
Geist der Synodenversammlung wach zu halten und den Inhalt der
Proposizioni wieder vorzuschlagen, einem vorrangigen Resultat der
Bischofssynode, dies in einem Dokument, das dem Heiligen Vater
angesichts der Veröffentlichung der post- synodalen Ermutigung
vorzulegen sei.
Die X. Ordentliche Konferenz hat 8 Mal von Februar 2002 bis November
2004 statt gefunden. Im Detail hat die zweite Versammlung statt
gefunden vom 6. bis zum 8. Februar 2002, die dritte an den Tagen 13.
und 14. Juni 2002, die vierte vom 5. bis zum 7. November, die fünfte
vom 26. bis zum 27. März 2003, die sechste vom 1. bis zum 2. Juli
2003, die siebte vom 23. bis zum 24. Oktober 2003 und die achte an
den Tagen 16. und 17. November 2004.
Die ersten 4 Versammlungen konzentrierten sich fast ausschließlich
auf die Durcharbeitung des Materials der X. Ordentlichen
Generalversammlung angesichts der Abfassung der post-synodalen
Ermutigung Pastores gregis, die Papst Johannes Paul II. am 16.
Oktober 2003 angelegentlich des XXV. Jahres des Pontifikats
unterschrieben und verkündet hat. An dem feierlichen Akt, der in der
Aula Paul VI. in Gegenwart von zahllosen Pilgern statt fand, nahmen
die drei Delegierten Präsidenten teil: die Eminenzen Herren
Kardinäle: Giovanni Battista Re, Ivan Dias und Bernard Agré, der
Generalreferent, Seine Eminenz Herr Kard. Edward Egan und der
beigefügter Generalreferent , Seine Eminenz Herr Kard. Jorge Mario
Bergoglio, der Generalsekretär, Seine Eminenz Herr Kard. Jan Pieter
Schotte, der Sondersekretär, Seine Excellenz Mons. Marcello
Semeraro. Zu Seiten des Papstes Johannes Paul II. standen der Dekan
des Kardinalskollegiums, Seine Eminenz Herr Kard. Joseph Ratzinger
und der Staatssekretär, Seine Eminenz Herr Kard. Angelo Sodano. Der
Höchste Pontifex übergab das Dokument symbolisch den drei
Delegierten Präsidenten, den zwei Generalberichterstattern, dem
Sondersekretär und den fünf Bischöfen, einem aus jedem Kontinent.
In der Zwischenzeit hat zu Beginn des Jahres 2003 der Em.mo
Generalsekretär die Relatio circa labores peractos der X.
Ordentlichen Generalversammlung den berechtigten Institutionen
zugesandt. In dem Dokument sind u.a. die folgenden statistischen
Daten aufgeführt: an der Synodenversammlung haben teilgenommen 247
Mitglieder, davon 175 Gewählte, 35 aufgrund päpstlicher Ernennung
und 37 ex officio. Die X. Ordentliche Generalversammlung hat 25
Allgemeine Kongregationen, 17 Sitzungen von Untergruppen gehabt. Die
Väter haben 67 Propositiones gebilligt.
III) Vorbereitung der XI. Ordentlichen Generalversammlung
Das Thema der XI. Ordentlichen Generalversammlung
Das Thema und das Datum der Durchführung der XI. Ordentlichen
Generalversammlung wurden angelegentlich verschiedener Anlässe
diskutiert.
Am Schluss der X. Ordentlichen Generalversammlung haben die
Synodenväter ihre Vorstellungen hinsichtlich des Themas der
folgenden Synodenversammlung ausgedrückt. Ferner befragte das
Generalsekretariat der Bischofssynode im Auftrag des Papstes
Johannes Paul II in dieser Angelegenheit auch die
Episkopalkonferenzen, die Synoden der katholischen Ostkirchen sui
iuris, die Ministerien der Römischen Kurie, die Union der
Generaloberen. Die Resultate wurden während der dritten Sitzung der
Ordentlichen Konferenz an den Tagen 13. und 14. Juni 2002 geprüft.
Im Lichte der erreichten Resultate haben die Mitglieder der
Konferenz die Dreizahl der Themen gebildet, die der Entscheidung des
Höchsten Pontifex vorzuschlagen wären. Auf dem ersten Rang war das
Thema der Eucharistie im Leben und hinsichtlich der Sendung der
Kirche.
Im Laufe der folgenden, fünften Sitzung der X. Ordentlichen
Konferenz, am 26. März 2003, informierte der Em.mo Kard.
Generalsekretär die Mitglieder, dass Papst Johannes Paul II für die
nächste XI. Ordentliche Generalversammlung das Thema der Eucharistie
gewählt habe mit der Empfehlung, den Akzent auf die Gemeinde im
Verhältnis zur Sendung und dem eucharistischen Kultus zu setzen.
Deswegen konkretisierte sich das Thema zur Eucharistie als Quelle
und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche, und man begann
nachzudenken über die tragenden Ideen der Lineamenta, dem Dokument,
das zum Ziel hat, die Diskussion auf dem Niveau der universalen
Kirche hinsichtlich des Themas der Synodenversammlung zu stützen.
Bearbeitung der Lineamenta
Die sechste Sitzung der Ordentlichen Konferenz des
Generalsekretariats der Bischofssynode, die am 1. und 2. Juni 2003
stattfand, war der Prüfung der Entwürfe der Lineamenta gewidmet. Wie
das immer geschieht, war der Text Studienobjekt von zwei
Arbeitsgruppen, unterschieden nach der italienischen und der
englischen Sprache. Bei der gemeinsamen Zusammenkunft erreichte man
das Einverständnis hinsichtlich der Struktur und der am Projekt
vorzunehmenden Veränderungen. Die Arbeit ging mit guten Ergebnissen
in der Sitzung vom 23. und 24. November 2003 voran in der Weise,
dass die Lineamenta, bereichert um die Antworten, die nach und nach
eintrafen, im Monat Februar des Jahres 2004 veröffentlicht werden
konnten.
Die Diskussion im Bereich der X. Ordentlichen Konferenz wurde von
Papst Johannes Paul II mit großem Interesse verfolgt, der in der
Audienz, die dem Em.mo Generalsekretär Kard. Jan Pieter Schotte am
29. November 2003 gewährt worden war, definitiv das Thema der XI.
Ordentlichen
Generalversammlung der Bischofssynode “Eucharistia: fons et culmen
vitae et missionis Ecclesiae” bestätigte. Das vorgesehene Datum der
Durchführung war vom 2. bis zum 29. Oktober 2005.
Mit Depesche vom 18. Dezember 2003 teilte Seine Eminenz Herr Kard.
Angelo Sodano, Staatssekretär, offiziell dem Em.mo Generalsekretär
der Bischofssynode die genannte Entscheidung des Papstes Johannes
Paul II mit. Deswegen wurden am 13. Februar 2004 im “Osservatore
Romano” das Thema und das Datum der XI. Ordentlichen
Generalversammlung der Bischofssynode veröffentlicht.
Der Höchste Pontifex verfolgte offensichtlich aus der Nähe auch die
Erstellung der Lineamenta, deren Text in 8 Sprachen geschrieben
wurde: Latein, Italienisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch,
Englisch, Deutsch und Polnisch. Das Dokument, gerade im Monat
Februar 2004 veröffentlicht, wurde in erster Linie den Institutionen
zugeschickt, die darauf ein Anrecht haben: Episkopalkonferenzen,
Synoden der katholischen Ostkirchen sui iuris, Dikasterien der
Römischen Kurie, Union der Generaloberen. Darauf versandte man es in
großem Stil mithilfe der sozialen Kommunikationsmittel an die ganze
universale Kirche. Am Schluss des Dokuments befand sich ein
Fragebogen, der sowohl die Reflektion über die Eucharistie,
herausragendes Sakrament unseres Glaubens, als auch die Erstellung
der Antworten, die an den Generalsekretär der Bischofssynode bis zum
31. Dezember 2004 zu schicken seien, unterstützen sollten.
Vorbereitung des Instrumentum laboris
Die Annahme der Lineamenta ist recht positiv gewesen, wie dies auch
deutlich wird anhand der Anzahl der Antworten und der Anmerkungen,
die eingegangen sind. In dieser Hinsicht kann es nützlich sein, die
entsprechenden statistischen Daten zu den Lineamenta der letzten
Synoden aufzuzeigen - mit besonderer Berücksichtigung der
Institutionen kollegialer Natur, wie die Episkopalkonferenzen und
Bischofssynoden der katholischen Ostkirchen sui iuris es sind.
Antworten der Episkopalkonferenzen für die verschiedenen
Ordentlichen Generalversammlungen:
1974 De evangelizatione 75,38 %
1977 De catachesi 67,18 %
1980 De familia 50,37 %
1983 De reconciliatione et paenitentia 42,75 %
1987 De christifidelibus laicis 59,85 %
1990 De formatione sacerdotum 63,94 %
1994 De vita consecrata 66.05 %
2001 De episcopo 62.50 %
2005 De Eucharistia 94,69 %
Es lohnt die Mühe anzumerken, dass für diese Synodenversammlung, was
die Synoden der katholischen Ostkirchen sui iuris angeht, der
Prozentsatz 73% [1] war.
Die Dikasterien der Römischen Kurie haben zu 100% geantwortet. Auch
die Antwort der Union der Generaloberen ist pünktlich und gut
ausgearbeitet eingegangen.
Das Generalsekretariat der Bischofssynode hat außerdem 110
Anmerkungen einzelner Bischöfe, Priester, Ordensmännern und -frauen
und Laien aus der ganzen Welt erhalten.
Der hohe Prozentsatz der Antworten und Anmerkungen ist recht
aussagekräftig. Insbesondere muss man die Antworten von fast 95% des
Episkopalkonferenzen hervorheben, der höchsten Rate für eine
Ordentliche Generalversammlung [2]. Diese statistischen Daten
bezeugen deutlich das große Interesse der einzelnen Kirchen und
anderer kirchlicher Institutionen in Bezug auf das Thema der
aktuellen Synodenversammlung. Gleichzeitig sind sie Indiz ihres
Interesses für den Einfluss der Bischofssynode auf das Leben der
Kirche und deren Sendung in der Welt. Darüber hinaus versteht man
anhand der Antworten, dass die Lineamenta die Reflektion begünstigt
haben - oft gut strukturiert hinsichtlich des Verständnisses und der
Feier der Eucharistie in den einzelnen Diözesen, Pfarreien,
Institutionen, Organisationen und kirchlichen Gemeinschaften. Die
weitreichende Diskussion, begleitet vom Gebet, ist den lokalen
Kirchen von bemerkenswerter Hilfe gewesen, um den Grad des
Verstehens des Sakraments der Eucharistie, die Beteiligung an den
Eucharistiefeiern, vor allem an Sonntagen und an Kirchenfeiertagen,
die Konsequenzen des eucharistischen Glaubens auf das persönliche,
familiäre und soziale Leben zu überprüfen. Diverse Diözesen haben
von dieser Gelegenheit profitiert sowohl, um präzisere Daten
hinsichtlich der Praxis des Glaubens der eigenen Gläubigen zu haben,
als auch, um eine Katechesenaktion anzustoßen mit dem Ziel einer
besseren Kenntnis des Geheimnisses des Heiligsten Sakraments und der
Ingangsetzung von verschiedenen Formen der Feier und der Anbetung.
An anderen Orten ist jedoch eine Kommission der Episkopalkonferenz
beauftragt worden, die Beantwortung auf die Lineamenta zu redigieren
und so die kirchliche Diskussion über das Thema einzugrenzen. Die
Reflektion ist noch weniger präsent gewesen, als beauftragte
Experten einiger Episkopalkonferenzen die Beantwortung des
Fragebogens vorgenommen haben.
Auf jeden Fall sind die beim Generalsekretariat eingegangenen Daten
sehr nützlich gewesen, um einen recht wahrheitsgemäßen Überblick
über die Art, in der das Sakrament der Eucharistie in der
universalen Kirche bei ureigenen Charakteristiken gemäß spiritueller
Traditionen, den verschiedenartigen Riten und den besonderen
geographischen und kulturellen Konnotationen verstanden und gefeiert
wird.
Die Antworten von Institutionen kollegialer Natur und die von
einzelnen Gläubigen persönlich bilden das reiche Material, das
angemessen studiert worden ist. Dank der Hilfe von einigen Experten
und unter der Verantwortung des Generalsekretariats ist es auch in
das Instrumentum laboris eingearbeitet und synthetesiert worden.
Eine wichtige Rolle bei der Redaktion hat die X. Ordentliche
Konferenz gespielt. In der Sitzung vom 15. und 16. November 2004 ist
die Form des Dokuments entschieden worden, wobei Rechnung getragen
wurden der Natur der eingegangenen Antworten und Bemerkungen. Papst
Johannes Paul II hat in einer Audienz die Mitglieder der X.
Ordentlichen Konferenz am 16. November empfangen und ihre Arbeit im
Dienste der universalen Kirche ermutigt, die Aaus der Eucharistie
die vitalen Energien für seine Präsenz und sein Wirken in der
Geschichte der Menschen schöpft “Osservatore Romano”, 17. November
2004, S. 5).
In diesem Zusammenhang bedarf es, daran zu erinnern, dass nicht
wenige Antworten nach dem vorgegebenen Datum 31 Dezember 2004
eingegangen sind. Aber auch sie sind in angemessener Weise bei dem
arbeitsreichen und delikaten Vorgang der Redaktion des Instrumentum
laboris berücksichtigt worden. Der Generalsekretär hat das Dokument
am 7. Juli 2005 in einer Pressekonferenz vorgelegt. Wie dies
normalerweise geschieht, ist es in 8 Sprachen mittels der
gesellschaftlichen Medienkanäle verbreitet worden.
Während die Vorbereitungsarbeiten der XI. Ordentlichen
Generalversammlung voranschritten, ernannte Papst Johannes Paul II
die drei Delegierten Präsidenten am 12. März 2005: die Eminenzen
Reverendissime, die Herren Kardinäle: Francis Arinze, Prefetto della
Congregazione per il Culto Divino e la Disciplina dei
Sacramenti,Juan Sandoval Ijiguez, Erzbischof von Guadalajara,
Mexiko, und Telesphore Placidus Toppo, Erzbischof von Ranchi,
Indien.Gleichzeitig ernannte Seine Heiligkeit den
Generalberichterstatter, Seine Eminenz Reverendissima den Herrn
Kardinal Angelo Scola, Patriarch von Venedig, und den
Sondersekretär, Seine Excellenz Reverendissima Monsignor Roland
Minnerath, Erzbischof von Dijon, Frankreich.
Die Teilnahme Johannes Paul II. an den Synodenversammlungen
Der Herr des Lebens hatte inzwischen am 2. April 2005 seinen treuen
Diener Johannes Paul II. zu sich gerufen. So hat die Bischofssynode
ihren Präsidenten, dem große Verdienste in der Entwicklung dieser
kirchlichen und kollegialen Institution zukommen, verloren. Mit dem
Ableben Johannes Paul II. fehlt nun auch der einzige Bischof im Amt,
der der Synodenvater von allen Versammlungen seit der Gründung der
Bischofssynode bis zu ihrer letzten ordentlichen Vollversammlung im
Oktober 2001, war. Im Einzelnen war Kardinal Karol Wojtyla als
Erzbischof von Krakau Mitglied von 5 Synodenversammlungen: im Jahre
1969, 1971, 1974 und 1977. Bezüglich der ersten Ordentlichen
Vollversammlung im Jahre 1967 verzichtete Kardinal Wojtyla aus
Solidarität mit dem Erzbischof von Warschau, Kardinal Stefan
Wyszyński, dem die kommunistische Regierung untersagte das Land zu
verlassen, auf die Reise nach Rom. In diesem Zusammenhang existiert
eine sehr interessante Korrespondenz zwischen dem Generalsekretariat
der Bischofssynode und den abwesenden polnischen Delegierten, die
Zeugnis über deren geistige Teilnahme an den Arbeiten der Synode
liefert. Im Jahre 1974 trat Kardinal Karol Wojtyla als Hauptreferent
der Ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode zum Thema
„Evangelisierung in der modernen Welt“ auf.
Während des fruchtbaren und langen Pontifikats von fast 27 Jahren,
hat Papst Johannes Paul II. 15 Synodenversammlungen zusammengerufen,
davon 6 Ordentliche Vollversammlungen (1980, 1983, 1987, 1990, 1994,
2001); 1 Außerordentliche Vollversammlung (1985) und 8
Sonderversammlungen (1980 für die Niederlande; 1991 I. für Europa;
1994 für Afrika; 1995 für den Libanon; 1997 für Amerika; 1998 für
Asien; 1998 für Ozeanien; 1999 II. für Europa). Darüber hinaus hat
Papst Johannes Paul II. auch mit den Vorbereitungen für die XI.
Ordentliche Vollversammlung der Bischofssynode begonnen, deren
Abschluss er als Erbe seinem Nachfolger, Seiner Heiligkeit Benedikt
XVI., hinterließ.
In der Feier der Eucharistie übersteigen die Gläubigen, in
Vereinigung mit dem wieder auferstandenen Herrn Jesus Christus, die
Grenzen von Raum und Zeit und als Mitglieder der Gemeinschaft der
Heiligen, erfreuen sie sich auch der Seligkeit der Brüder, die schon
in der Gegenwart Gottes in glückseliger Ewigkeit leben dürfen oder
der frohen Erwartung derer, die sich läutern, um sobald wie möglich
den einzig Heiligen von Angesicht zu Angesicht sehen zu dürfen (vgl.
1 Kor 13,12). In der Teilnahme an diesem großen Mysterium, der Feier
des Brotes und des Weines, danke ich im Namen aller Synodenväter dem
einen und dreieinigen Gott für den wertvollen Menschen Papst
Johannes Paul II. und für seinen hervorragenden kirchlichen Dienst
für das Gottesvolk, entfaltet im höchsten Lob und Ehre von
Gottvater, Sohn und Heiligem Geist. Beseelt von der Gnade des
Heiligen Geistes glauben wir, dass der Diener Gottes Johannes Paul
II. sich vom Himmel aus auch für ein gutes Ergebnis dieser
Synodenversammlung einsetzen wird, damit sie den Katholiken, den
anderen Christen, den Gläubigen nicht christlicher Religionen sowie
auch allen Menschen guten Willens reiche Früchte trage.
Die synodale Aktivität des Heiligen Vaters Benedikt XVI.
Die apostolische Nachfolge erlaubt es der Kirche Jesu Christi ihre
Aufgabe im Laufe der Geschichte fortzuführen, indem sie den neuen
Generationen das vollständige Glaubensgut, welches die Sitten der
Gläubigen formt und deren Disziplin regelt, übergibt. Dank moderner
Mittel der sozialen Kommunikation, konnten die in der ganzen Welt
verteilten Katholiken, wie auch zahlreiche Gläubige, die den Kirchen
und christlichen Gemeinschaften oder verschiedenen Religionen
angehören, mit großer Anteilnahme den außergewöhnlichen Zeitraum vom
Ende des Pontifikats von Papst Johannes Paul II. bis zum Beginn des
Pontifikats seines Nachfolgers, Benedikt XVI., verfolgen. Es
handelte sich hierbei um eine außerordentliche Gnade des Herrn an
seine Kirche, die unter anderem die Wichtigkeit der
Kollegsstrukturen in der apostolischen Nachfolge und, im Besonderen,
was die Wahl des römischen Pontifex betrifft, des
Kardinalkollegiums, zu erproben.
An dieser Stelle habe ich die große Ehre, den ergebensten Gruß an
den Heiligen Vater Benedikt XVI. zu wiederholen, der zum ersten Mal
sein natürliches Recht, eine Synodenversammlung zusammenzurufen und
ihr vorzusitzen ausübt. Ich erfülle die sehr angenehme Pflicht, an
einige Daten, die mit seiner Teilnahme an den vergangenen
Synodenversammlungen verbunden sind, zu erinnern. Als am 25. März
1977 gewählter Erzbischof von München Freising, hat S. Em. Joseph
Kardinal Ratzinger von 1977 bis hin zur jetzigen XI. Ordentlichen
Vollversammlung, an 16 Synodenversammlungen teilgenommen. Genauer
gesagt, nahm der Hochwürdigste Joseph Kardinal Ratzinger, Erzbischof
von München Freising an 2 Ordentlichen Vollversammlungen, in den
Jahren 1977 und 1980 teil. Während der zweiten, die über das Thema
Die christliche Familie abgehalten wurde, war er der Hauptreferent.
Von Papst Johannes Paul II. am 15. Februar 1982 dazu berufen, die
Glaubenskongregation zu leiten, hat S. Em. an 5 ordentlichen
Vollversammlungen (1983, 1987, 1990, 1994 und 2001), an der
Außerordentlichen Vollversammlung von 1985 und an 7 speziellen
Versammlungen, also allen außer derjenigen für die Niederlande,
teilgenommen. Es ist notwendig, daran zu erinnern, dass der
Hochwürdigste Joseph Kardinal Ratzinger der gesandte Präsident der
Ordentlichen Hauptversammlung zum Thema Wiederversöhnung und Buße in
der Mission der Kirche war.
Wenn man in Betracht zieht, dass jede Synodenversammlung ca. 4
Wochen dauert, ist es leicht daraus zu ersehen, dass der Heilige
Vater Benedikt XVI. der Bischofssynode etwa 14 Monate gewidmet hat,
was 1 Jahr und 2 Monaten entspricht, das heißt einen bedeutenden
Teil seiner 54 jährigen Laufbahn als Geistlicher, davon 28 als
Bischof. Diesen Angaben, die die Teilnahme an den
Synodenversammlungen betreffen, muss man noch seine Mitwirkung an
den Arbeiten der Räte des Generalsekretariats der Bischofssynode
hinzufügen, in Anbetracht dessen, dass der Hochwürdigste Joseph
Kardinal Ratzinger 4 Ordentlichen Räten (1980, 1983, 1987 und 1990)
und 2 Außerordentlichen Räten (1983 und 1997) des selben
Generalsekretariats angehörte.
IV) Neuheiten in der Methodologie der Synode
Dank solch großer Erfahrung hat der Heilige Vater Benedikt XVI. sehr
gerne einige Erneuerungen in der Methodologie der Synode aufgezeigt
mit dem Ziel, noch stärker das Wesen der Bischofssynode als
Kollegium zu fördern.
Durch die Übernahme der Initiative Papst Johannes Paul II., hat der
Heilige Vater beschlossen, die Feier der XI. Ordentlichen
Vollversammlung der Bischofssynode mit einer Verlagerung des Termins
zum Abschluss zu führen. In der Tat wurde am 12. Mai 2005 auf
offiziellem Wege bekannt, dass der Heilige Vater die Feier der
erwähnten Synodenversammlung und das gewählte Thema bestätigt hatte
und entschieden hat, dass sich die Arbeiten nicht über vier sondern
über drei Wochen erstrecken sollen, d.h. vom kommenden 2. bis zum
23. Oktober. Mit dieser Entscheidung wollte Seine Heiligkeit die
Arbeiten in höherem Maße konzentrieren, um noch stärker den Aspekt
des Kollegiums und der Synode zu fördern. Aus diesem Grunde finden
die Arbeiten auch am Samstagnachmittag statt.
Die Verkürzung der Gesamtdauer der Synodenversammlung ist das
Resultat verschiedener Faktoren. Einerseits besteht der Wunsch der
Synodenväter, nicht für einen größeren Zeitraum dem eigenen Amt
fernzubleiben, auch wenn die kanonischen Regeln im besonderen Fall
einer Bischofssynode der Abwesenheit der Bischöfe von ihren Diözesen
keinerlei Grenzen setzt. Andererseits findet die Verminderung der
Dauer der Feier der Synode ihre Rechtfertigung in der, wie man an
späterer Stelle noch sehen wird, Umverteilung der Zeiten, die für
die verschiedenen synodalen Aktivitäten gedacht sind
(Generalkongregationen, kleine Arbeitsgruppen usw.), mit dem Ziel,
den Ablauf leichter und effizienter zu machen.
Die Vorgehensweise ist detailliert im Vademecum, welches jeder
Teilnehmer zu Beginn der Synodenversammlung erhalten hat,
aufgeführt. Es beinhaltet die in vergangenen Synoden sich bewährte
Praxis, die sich nach den Normen des apostolischen Briefs Apostolica
sollicitudo und nach dem Ordo Synodi, erlassen von Euer Majestät
Papst Paul VI., und nach den später folgenden Revisionen und
Zusätzen richtet. Darüber hinaus bezieht sich das Vademecum auf den
Kodex des kanonischen Rechts und den Kanonischen Kodex der
orientalischen Kirchen.
Einige Neuerungen des synodalen Verfahrens sind schon im
Arbeitskalender, der sich am Ende des Vademecum befindet, erkennbar.
Unterdessen sind 23 Generalkongregationen und 7 Sitzungen kleiner
Arbeitsgruppen vorgesehen. Dies wurde durch die Veränderungen der
Methodologie der Synode und durch die Verminderung der Arbeitszeit
verursacht. In diesem Zusammenhang erlaube ich mir, die
bedeutendsten Erneuerungen aufzuzeigen.
1) Jeder Synodenvater wird sich in der Aula der Synode für 6 und
nicht wie in den vergangenen Verfahren üblich, für 8 Minuten
beteiligen können. Eine solche Reduktion basiert auf einer
Einschränkung der Arbeiten auf drei Wochen, wobei die Anzahl der
Teilnehmer mit etwa 250 unverändert bleibt. Es ist nicht nötig,
darauf aufmerksam zu machen, dass die Väter eine breitere
schriftliche Beteiligung, die Objekt aufmerksamer Betrachtung des
Spezialsekretariats sein wird, verfassen können.
2) Darüber hinaus beruht diese Verkürzung hauptsächlich auf der
Einführung von einer Stunde freier Diskussion während der Debatte,
von 18 bis 19 Uhr an jedem Tag am Ende der Generalkongregationen. Es
handelt sich hierbei um eine bedeutende Neuerung für die Teilnehmer
und für die gesandten Präsidenten. Diese werden die Leiter der
Diskussionen in der Aula sein. Die Synodenväter können von ihrer
Seite aus von ihren Mitbrüdern, die schon in der Aula gesprochen
haben, weitere Informationen, auch Bezug nehmend auf die Situation
der eigenen Kirche im Einzelnen, erfragen. Der freie Austausch von
Meinungen und Erfahrungen, so hofft man, wird es erlauben, die
Belange von höchster Aktualität, vor allem die pastoraler Natur, zu
vertiefen, verbunden mit der Feier des Sakraments der Eucharistie,
Quelle der Einheit und Band der kirchlichen Gemeinschaft.
Es ist nicht überflüssig darauf hinzuweisen, dass die freie
Diskussion von dem Thema der Synode Die Eucharistie: Quelle und
Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche umschrieben sein
soll. Wie aus dem Instrumentum laboris hervorgeht, handelt es sich
um ein an sowohl doktrinalen als auch pastoralen Aspekten so reiches
Thema, Aspekte, die es verdienen vertieft zu werden, indem man sich
die praktische Tätigkeit in den jeweiligen Kirchen im Einzelnen
vergegenwärtigt. Deshalb wäre es nicht angemessen andere Themen
anzusprechen, die, so aktuell sie auch sein mögen, nicht mit dem
Thema der Synodenversammlung verbunden sind. Im Hinblick darauf
haben die gesandten Präsidenten die Aufgabe, die Diskussion
innerhalb der vorgegebenen Schranken zu halten.
3) Mit dem Ziel, die Diskussion stärker zu ordnen, sind die
Synodenväter höflichst gebeten, in ihren Beiträgen der Struktur des
Instrumentum laboris zu folgen. Es ist bekannt, dass dieses Dokument
aus 4 Teilen besteht. Daher hofft man, dass die Diskussion mit den
Themen des ersten Teils beginnt, dann mit denen des zweiten und
dritten weiterläuft um dann am letzten, dem vierten Teil
anzugelangen. Eine solche Ordnung der Beiträge erfordert eine
besondere Disziplin. Jeder Synodenvater müsste schon in den ersten
Tagen der Synode den Teil bestimmen, über den er gerne referieren
möchte, vielleicht durch Kennzeichnung des betreffenden Paragraphen.
Es ist wahrscheinlich, dass eine solche Methode für die Bischöfe
einfacher ist, die von den Bischofskonferenzen mit über 100
Mitgliedern ausgewählt wurden, die das Recht darauf haben, von 4
Synodenvätern repräsentiert zu werden. Jeder von ihnen könnte
auswählen, zu welchem Abschnitt er sich beteiligen möchte. Es ist
offensichtlich, dass Beiträge zu anderen Themen von Interesse nicht
verweigert werden. Die Mitglieder der Bischofskonferenzen mit
weniger Repräsentanten, die Bischofssynoden der Katholischen
Orientalischen Kirchen sui iuris, der Ministerien der römischen
Kurie und der Union der Generalobersten sind auch gebeten, dieser
logischen Ordnung zu folgen. Mit der so schnell wie möglich zu
erfolgenden Einschreibung, benennen sie die Nummer des Instrumentum
laboris, über welches sie referieren wollen oder eventuell den
Abschnitt des Dokuments. Das Generalsekretariat wird dies beachten
und, wenn es keine Nachfragen mehr bezüglich Beteiligungen zum
ersten Teil gibt, werden die Väter, die sich für den zweiten Teil
eingeschrieben haben mit ihrer Rede beginnen und so weiter. In jedem
Fall wird man sich nicht möglichen verstreuten Einwürfen verweigern.
Man muss jedoch bemerken, dass diese Methode, wie sie im Ordo Synodi
vorgesehen ist, die Kritiken von nicht wenigen Vätern beseitigt,
dass die Beiträge während der ersten Arbeitsphase Gefahr liefen,
sich zu verlieren und daher schwierig zu verfolgen seien. Darüber
hinaus dürfte die Ordnung in der Darstellung die Diskussion
begünstigen und somit auch die Vertiefung von Themen größeren
Interesses, besonders während der Stunde der freien Diskussion.
Nicht umsonst möchte ich daran erinnern, dass wenn ein Vater seinen
Beitrag nicht öffentlich vortragen möchte, er seinen Text in
schriftlicher Form beim Generalsekretariat einreichen kann, welches
sich mit dem Text auseinandersetzen und ihn wie alle anderen in der
Aula vorgetragenen Texte, behandeln wird. Wenn es gelingt, die
Beiträge zu kürzen, könnte man eventuell die gewonnene Zeit
weiterhin für die freie Diskussion nutzen.
4) Wenn man die verkürzte Zeit der Synodenversammlung und der
breiten Diskussion in der Aula beachtet, musste man auch die Anzahl
der Sitzungen der 13 Circuli Minores, die entsprechend den 6
Sprachen der Synode Latein, Spanisch, Englisch, Italienisch,
Französisch und Deutsch, organisiert sind, verringern. Daher sind
die Mitglieder der Circuli Minores gebeten, sich hauptsächlich auf
die Ausarbeitung der eigenen Aussagen zu konzentrieren. Jede
Aussage, kurz und bündig verfasst, dürfte nur ein einziges Argument
beinhalten. Ausschweifende Auslegungen der traditionellen Lehre der
Kirche sind zu vermeiden. Die Synodenväter müssten vielmehr
einvernehmliche Ratschläge formulieren, um die Erneuerung der
pastoralen Praxis in der Kirche zu fördern und die doktrinale und
spirituelle Anwendung des Sakramentes der Eucharistie in der
liturgischen Feier und im persönlichen, familiären und sozialen
Leben der Gläubigen, voranzubringen.
5) Zur Ermutigung für eine stärkere Teilnahme hat der Heilige Vater
Papst Benedikt XVI. einem Vorschlag zugestimmt, der sich der Bildung
einer Kommission für die Nachrichten, wie im Ordo Synodi vorgesehen
auch der einer Kommissionen für Studien (vgl. Art. 8 & 2) widmet.
Deshalb wird auch die Kommission für die Nachrichten aus 12
Mitgliedern bestehen, 4 davon entstammen päpstlicher Ernennung,
unter anderem der Präsident und Vizepräsident, während die anderen 8
Mitglieder von den Synodenvätern gewählt werden, die die erhofften
Fähigkeiten, wie zum Beispiel die professionellen und technischen
Gaben im Fachgebiet oder Sprachkenntnisse beachten. Um eine
angemessene Repräsentanz zu sichern, wird vorgeschlagen, 5
Kandidaten, einen für jeden Kontinent, einen Vertreter der
Katholischen Orientalischen Kirche sui iuris, einen der römischen
Kurie und einen der Union der Generalobersten zu wählen.
In diesem Zusammenhang ist es angebracht den Ratschlag zu beachten,
dass die Synodenväter, die dazu berufen sind, ein synodales Amt
auszuüben, keine andere Beschäftigung innerhalb der Synode annehmen
sollten. Eine solche Regel hat zum Ziel, eine Gleichverteilung der
Beschäftigungen unter den Mitgliedern der Synodenversammlung
herzustellen.
6) In der XI. Ordentlichen Vollversammlung ist die Zahl der Zuhörer
und der Experten ziemlich hoch. Der Hauptgrund dafür liegt in den
Änderungen der Methodologie der Synode und in der Verringerung der
Dauer der Synodenversammlung, was notwendigerweise einen starken
Einsatz erfordert. An der Synodenversammlung nehmen 31 Experten
teil, die den Beiträgen der Väter folgen und hauptsächlich dem
Spezialsekretariat in der Abwicklung seiner Aufgaben beistehen.
Die 27 Zuhörer, Geistliche, Geweihte, Laien, Männer und Frauen, die
aus verschiedenen Teilen der Welt stammen, werden die Diskussion der
Synode mit ihren Zeugnissen über die Wichtigkeit des Sakraments der
Eucharistie in ihrem persönlichen und gemeinschaftlichen Leben, wie
auch in den zahlreichen sozialen Aktivitäten, entsprechend ihrer
eigenen eucharistischen Spiritualität, bereichern.
7) Der Heilige Vater Benedikt XVI. hatte den Wunsch, die Anzahl der
Gesandten in brüderlicher Verbundenheit, Vertreter anderer
christlicher Kirchen und kirchlicher Gemeinschaften, zu erhöhen. Es
handelt sich um 12 Teilnehmer, die den Orthodoxen Kirchen, den
antiken Kirchen des Orients und den Gemeinschaften, die ihren
Ursprung in der Reformation haben und deren Vorstellung vom
Mysterium der Eucharistie aber ähnlich der katholischen ist,
entstammen. In diesem Gestus ist es nicht schwierig, ein weiteres
Zeichen seitens des Heiligen Vaters in Richtung ökumenischer Dialog
mit den Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften, die an den in der
Eucharistie gegenwärtigen Herrn Jesus Christus glauben und die sich
daraus ergebenden Konsequenzen leben, wahrzunehmen.
8) Feststellbar ist weiterhin, dass es auch einige Neuerungen
technischer Art gibt, die die Arbeiten und somit das Klima freudiger
und verantwortungsvoller bischöflicher und kirchlicher
Kollegialität, begünstigen müssten. Ich beziehe mich auf die
Verbesserung der Beleuchtung, auf die Perfektionierung der Fernseh-
und Videodienste; auf die elektronische Abstimmung in Fragen von
geringerer Bedeutung usw. Für diesen Dienst ist es geboten, S. Em.
Edmund Kardinal Casimir Szoka, dem Regierungspräsidenten des
Vatikanstaates sowie dem Personal zu danken, die in relativ kurzer
Zeit bedeutsame technische Neuerungen, die, so hoffe ich, zum
Vorteil aller Teilnehmer sein werden, einführen konnte.
9) Die göttliche Vorsehung hat bestimmt, dass die Feier der XI.
Ordentlichen Vollversammlung mit dem 40. Jahrestag der Institution
der Bischofssynode zusammenfällt. Ein Abschnitt der Arbeit wird dem
Gedenken dieses so großen Ereignisses gewidmet sein. Es sind 2
Hauptkonferenzen vorgesehen, eine theologischer Natur, eine andere
juristischen Charakters über die Natur der Bischofssynode. Es werden
dann 7 kurze Verlautbarungen über die positiven Ergebnisse der
speziellen Versammlungen der Bischofssynode folgen. Über diejenigen,
die die kontinentalen Synoden betreffen hinaus, wird es einen
Bericht über die Synoden für die Niederlande und für den Libanon
geben. Nachfolgend wird man, wenn es die Zeit erlaubt, durch einen
freien Meinungsaustausch einige Themen vertiefen, um zu versuchen
auch weiterhin die Methodologie der Synode für das Wohl der Kirche
und der Gesellschaft, in der die Christen leben und wirken zu
verbessern.
V) Die Tätigkeit des Generalsekretariats
Die Vorbereitung der XI. Ordentlichen Vollversammlung der
Bischofssynode hat in der letzten Zeit große Teile der Tätigkeiten
des Generalsekretariats der Bischofssynode in Anspruch genommen.
Dennoch hat sie auch andere Tätigkeiten verrichtet. Gestatten Sie,
es im Folgenden kurz darzustellen.
Das Generalsekretariat hat die Arbeit der Aktualisierung des
Synodenverzeichnisses dargestellt, in Übereinstimmung der
kanonischen Normen, vor allem nach dem Kodex Iuris Canonici und nach
dem kanonischen Kodex der orientalischen Kirche, erlassen nach der
öffentlichen Bekanntmachung des Ordo. Nach der Präsentation für die
Ordentliche Vollversammlung soll eine solche Initiative fortgesetzt
werden, bereichert von den Erfahrung der gegenwärtigen
Bischofssynode mit ihren schon angekündigten methodologischen
Erneuerungen.
Die Versammlung der Räte des Generalsekretariats
Seit der letzten Ordentlichen Generalversammlung im Oktober 2001
haben für das Generalsekretariat der Bischofssynode noch
verschiedene Versammlungen mit Mitgliedern der Räte stattgefunden.
Es handelt sich um eine reiche Erfahrung wirksam für ca. 100
Bischöfe, herkommend aus allen Teilen der Welt, die durch das
Generalsekretariat den Heiligen Vater mit Informationen über ihre
kirchliche und soziale Situation, in ihren jeweiligen Ländern
ausstatten; begleitet mit der inständigen Bitte die Präsenz der
Kirche zu festigen, die Evangelisation zu unterstützen, den Frieden,
die Versöhnung und die Gerechtigkeit der einzelnen Länder oder
Regionen zu fördern. Diese Treffen sind sehr notwendig, weil nicht
nur so qualifizierte Nachrichten bezüglich dem Eifer der Ermahnungen
nach den Synoden zusammengetragen werden, sondern sich die Mitbrüder
in einem kollegialen Dialog erlauben, sich Hoffnungen und Sorgen in
der Ausübung des bischöflichen Amtes gegenseitig mitzuteilen. Die
Treffen der jeweiligen Räte mit dem Heiligen Vater, wenn es denn
möglich ist, stellen Momente des gemeinschaftlichen Einverständnis
und tiefer Kollegialität dar. Die Indikationen des Heiligen Vaters
sprechen bei solchen Gelegenheiten großen Trost aus, nicht nur für
die Mitglieder der Räte, sondern für alle Bischöfe der jeweiligen
besonderen Kirchen, lebendiger Teil der einzigen katholischen
Kirche, die welche durch den Bischof von Rom ein Zeichen und
Garantie für die Einheit und Gemeinschaft ist.
Wie schon gesagt, hat sich der X. Ordentliche Rat des
Generalsekretariats 8-mal getroffen. Außerdem haben sie sich zu
folgenden Versammlungen der 6 speziellen Räte des
Generalsekretariats getroffen.
Der spezielle Rat für Europa traf sich 3-mal an folgenden Daten:
21./23. November 2003, 6. Mai 2005 und 14. Mai 2005.
Der spezielle Rat für Amerika hatte 4 Versammlungen: 20./21. Juni
2001, 2./3. Oktober 2002, 14. Oktober 2003 und 5. November 2004.
Der spezielle Rat für Ozeanien hatte 3 Sitzungen: 23. November 2001,
28.-31. Mai 2002 und 18./19. Februar 2004.
Der spezielle Rat für den Libanon traf sich 2-mal: 22./23. Mai 2002
und 16./17. März 2004.
Der spezielle Rat für Asien hatte 4 Versammlungen: 20./21. November
2001, 19.-21. November 2002, 18./19. November 2003 und 18./19.
November 2004.
Der spezielle Rat für Afrika hatte eine intensivere Tätigkeit,
verursacht durch die Vorbereitung der II. Speziellen Versammlung der
Bischofssynode in Afrika. In der Tat, die erwähnten Mitglieder des
Rates haben sich 6-mal versammelt: 7./8. Juni 2001, 11./12. Juni
2002, 18./19. Juni 2003, 15./16. Juni 2004, 24./25. Februar 2005 und
21./22. Juni 2005.
Wie es notiert ist, formulierte am 13. November 2004 Papst Johannes
Paul II. den Wunsch eine II. Spezielle Versammlung der
Bischofssynode für Afrika einzuberufen. Der Heilige Vater Benedikt
XVI. hat in diesem Anliegen große Bereitschaft gezeigt. In der
Verkündigung vom 22. Juni 2005 bestätigt er die Entscheidung seines
Vorgängers, er hat sogar noch präzisiert: “Ich wünsche zu
verkündigen meine Intention eine II. Spezielle Versammlung der
Bischofssynode für Afrika einzuberufen.” Gleichzeitig hat Seine
Heiligkeit das Ziel solcher kollegialer Versammlungen spezialisiert:
“ Ich fördere das große Vertrauen, das diese Bischofssynode einen
weiteren Impuls auf dem afrikanischen Kontinent in der
Evangelisation, in der Vertiefung und im Wachstum der Kirche und für
die Werbung für Versöhnung und Frieden auszeichnet.”
Augenblicklich bereitet der spezielle Rat für Afrika des
Generalsekretariats mit Hilfe von einigen Experten die Lineamente
für die erwähnte Bischofssynode vor, die bis zu seiner Zeit, mit
Anerkennung des Heiligen Vaters, veröffentlicht werden. Alle
Gläubigen, vor allem die Teilnehmer der XI. Ordentlichen
Vollversammlung sind eingeladen zu beten, damit die II. Spezielle
Versammlung der afrikanischen Bischofssynode die Teilnahme der
Kirche in ganz Afrika stärkt; es gebe einen neue Dynamik der
Evangelisation und der Förderung des Menschen, die Söhne der Kirche
werden so noch mehr die Förderer der Versöhnung des Friedens und der
Gerechtigkeit auf dem großen afrikanischen Kontinent.
VI) Schlusserklärung
“Ich habe mich sehr danach gesehnt, vor meinem Leiden dieses
Paschamahl mit euch zu essen“ (Lk 22,15). Die Worte des Herrn
klingen auch nach 2000 Jahren in der Kirche und um die Versammlung
des eucharistischen Mahls der Christen herum wieder auf, Männer und
Frauen, Mitglieder des Volkes Gottes, das sich ernährt vom
herabgestiegenen Brot des Himmels, damit sie das Leben in Fülle
haben (vgl. Joh 10,10).
Deshalb, verfestigt sich in der Eucharistie ein Weg in zweifacher
Richtung. In Jesus Christus, gestorben und auferstanden, kommt Gott
selbst um den erlösten Menschen zu treffen, ihn zu reinigen von
seinen Sünden, ihn zu ernähren mit dem wahren Brot, das der Welt das
Leben gibt (vgl. Joh 6,33), begleitend auf dem Weg der irdischen
Pilgerschaft zur himmlischen Vaterschaft. Und dieser Weg absteigend
vom Herrn Jesus, entspricht dem aufsteigenden Weg des Menschen, der
in der Tiefe seines Herzens herbeisehnt Gott zu treffen, im Ganzen
geschaffen als sein Abbild (vgl. 1,27). Trotz verschiedener
Schwankungen und möglicher Entgleisungen, kann man es in
Zusammenhang bringen mit dem Geschenk der Freiheit, in der Begegnung
Gott Mensch, findet man sich selbst, den Sinn seiner Existenz und
das Ziel seines ewigen Schicksals, das in der seligen Schau besteht.
In der Eucharistie geschieht deshalb die Begegnung zwischen Gott und
Mensch. Sie ist die Form schlechthin der Gegenwart Gottes im
Sakrament der glorifizierten Menschheit Jesu Christi, in welcher er
sich opfert in Speise und Trank in jeder Zelebration der
Eucharistie. In Betracht dessen, ernährt die Eucharistie; der Mensch
erhält vom Herrn Jesus die Gnade, die sein Leben verwandelt. In
diesem erhabenen Sakrament findet er die Wahrheit über Gott, über
seine wirkliche Existenz und über seine geschaffene Welt. Er findet
durch die Eucharistie die Kraft um gläubig in der christlichen
Berufung zu bleiben, auch in Mitte der ganzen Versuchungen der Welt;
mit Eifer für die Liebe zuarbeiten, um Zeuge der Liebe Gottes zu
sein, vor allem im Blick auf die Armen und die Kleinen (vgl. Mt
25,31-44). Genährt vom Mahl des Herrn, ist der Gläubige aufgerufen
in seinem alltäglichen Leben die Lehre des Meisters anzunehmen und
zu tun, denn „der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich dienen zu
lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld
für viele“ (Mt 20,28).
Das vielsagende Bild von dieser Eignung her ist die Fußwaschung
(vgl. Joh 13,1-15). Diese Handlung eucharistischen Dienstes ist
wahrnehmbar in einzigartiger Weise im Leben der Heiligen, die bis zu
einem exzellenten Grad der Perfektion die christliche Berufung und
die Gnaden des erhabenen Sakramentes der Eucharistie aufgenommen
haben, denn diese stand immer im Mittelpunkt ihres Lebens. Sie
zeigen uns ein immer aktuelles Beispiel der eucharistischen
Spiritualität als einen privilegierten Weg zur christlichen
Vollkommenheit. Außerdem stehen sie kontinuierlich für uns ein, bis
verbindend durch den Körper und das Blut Christi, wir durch die
Gnade immer mehr zu dem werden, was wir sind: Söhne Gottes, Glieder
der Kirche, deren mystischer Leib Jesus Christus ist (vgl. Kol
1,18).
Zwischen den Heiligen, auf einem einzigartigen Platz, sitzt die
Selige Jungfrau Maria, „die eucharistische Frau“ (vgl. EE 53). Sie
geht voraus der großen Menge von Seligen und Heiligen, die von der
Kirche anerkannt sind, an einige von ihnen wird im Dokument
Instrumentum Laboris Nr. 76 erinnert. Man kann diesen noch eine
große Menge aus jeder Nation, von jeder Rasse, von jedem Volk und
jeder Sprache hinzufügen, dessen Heiligkeit nur vor den Augen Gottes
bekannt wird. Zwischen Ihnen können wir hoffen, auf den Flügeln des
Glaubens getragen, auch Johannes Paul II und viele andere Bischöfe
zu finden, die während ihres irdischen Lebens bewundernswerte
Dienste in der Kirche geleistet haben, fördernd besonders die
bischöfliche Kollegialität. Zwischen Ihnen der Ehrwürdigste Jan
Pieter Kardinal Schotte; er könnte gut geeignet sein als Beispiel
für einen Diener im Glauben an der Kirche und am Heiligen Vater,
diese Person empfehlen wir der Barmherzigkeit Gottes, gut und milde.
In diesem Jahr der Eucharistie begleitet die ganze Kirche mit ihrem
Gebet die Feier der Bischofssynode. Wie am Anfang der Kirche für den
Heiligen Apostel Petrus (vgl. Apg 12,5), so steigt auch jetzt ein
besonderes fürsprechendes Gebet für den Heiligen Vater Benedikt XVI.
zu Gott empor, zu Beginn seines Pontifikates, zu Beginn des dritten
christlichen Millenniums. Die Gläubigen danken Gott dem Allmächtigen
für seine Wahl auf den Bischofssitz in Rom und flehen auf ihn herab
die Fülle der Gaben des Heiligen Geistes, damit er die Zeichen der
Zeit erkenne und so das Schiff Petri (vgl. Joh 23,11) durch einen
ruhigen Hafen steuere, ohne sich zu fürchten vor eventuellen Stürmen
und Unwettern, sondern sich anzuvertrauen dem Herrn Jesus Christus,
der alleine fähig ist, diese Stürme und Unwetter zu beruhigen (vgl.
Mt 8,23-27).
Dieses Gebet beinhaltet dann die Nachfolger der Apostel, die
Bischöfe die gerufen sind teilzunehmen an der Sorge der universalen
Kirche des Bischofs von Rom, dem Oberhaupt des bischöflichen
Kollegiums. Die Gebete begleiten auch deshalb die Arbeit der XI.
Generalvollversammlung der Bischofssynode. Unter dem Führer des
Geistes des auferstandenen Herrn, kann die im Augenblick
stattfindende Bischofssynode von großer Hilfe für den Dienst des
Heiligen Vaters und der Bischöfe sein, in der Kollegialität und in
der gemeinschaftlichen Hierarchie. Der kirchliche Dienst der
Bischofssynode wird wertvoll, vor allem, während sie versucht zu
vertiefen, den pastoralen Eifer im Glauben an das Sakrament der
Eucharistie, die seit 2000 Jahren die Quelle des Lebens der Kirche
und den Grund ihrer Mission in der Welt repräsentiert. Vereinigend
auf die Fürsprache der Kirche des Himmels, bittet das Volk Gottes
den Herrn solange, bis beigetragen sei ein neuer Aufschwung der
Zelebration des erhabenen Geheimnisse vom Brot des Lebens (vgl. Joh
6,35) und vom Kelch des neuen Bundes (vgl. Lk 22,20), bis ausgelöst
sei eine erneuerte Liebe zur Anbetung des Allerheiligsten
Sakramentes, und bis wieder aufgelebt sei die Kreativität zur
brüderlichen Liebe auf Grund der großen Erwartung des
zeitgenössischen Menschen und der wachsenden Notwendigkeit unserer
Welt.
Vielen Dank für Ihr geduldiges Zuhören. Gute Arbeit im Namen des
Herrn.
[1]Beim Generalsekretariat der Bischofssynode sind keine Antworten
von der Synode der Siro-Malabaresischen Kirche, des Patriarchats der
Maroniten von Antiochien und der Konferenz der äthiopischen Kirche
eingegangen.
[2]Das Generalsekretariat der Bischofssynode hat keine Antworten
erhalten von den Episkopalkonferenzen von: Gabon, Iran, Laos und
Kambodscha, Namibia, Pazifik, Türkei.
[00008-05.09] [NNNNN] [Originalsprache: Latein]
● RELATIO ANTE DISCEPTATIONEM DES GENERALRELATORS S.EM.R.KARD.
ANGELO SCOLA, PATRIARCH VON VENEDIG (ITALIEN)
EINFÜHRUNG
Eucharistie: die Freiheit Gottes kommt der Freiheit des Menschen
entgegen
I. Das Eucharistische Staunen
II. Die Eucharistie bringt die Evangelisation mit sich
III. Die Eucharistie und die ratio sacramentalis der Offenbarung
ERSTES KAPITEL
Das Novum des christlichen Kultes
I. Die “logikē latreía” (Röm 12, 1)
II. Der Wert des Eucharistischen Ritus
III. Die Eucharistiefeier erzeugt die Kirche
1. Eine erste Bekräftigung: der Bischof, Liturg par excellence
2. Eine zweite Bekräftigung: die Natur des christlichen Tempels
3. Eine dritte Bekräftigung: die “Interkommunion”?
ZWEITES KAPITEL
Die eucharistische Handlung
I. Die Unterscheidungselemente der Eucharistiefeier
1. Die untrennbare Einheit des Wortgottesdienstes und der
Eucharistiefeier
a. Die eucharistische Gabe: weder Recht noch Besitz
a1. Sonntägliche Feiern in Gemeinden, die auf einen Priester warten
a2. Viri probati?
2. Die Anbetung
3. Die Einstellung zu Beichte und Buße
a. Die geschiedenen Wiederverheirateten und die Kommunion
4. Ite missa est
II. Ars celebrandi e actuosa participatio
DRITTES KAPITEL
Die anthropologische, kosmologische und soziale Dimension der
Eucharistie
I. Zwei Vorbedingungen
1. Eucharistie und Evangelisation
2. Eucharistie, Interkulturalität und Inkulturation
II. Die anthropologische Dimension der Eucharistie
III. Die kosmologische Dimension der Eucharistie
IV. Die soziale Dimension der Eucharistie
SCHLUSSFOLGERUNGEN
Das eucharistische Dasein in den gegenwärtigen Bemühungen
I. Zusammenfassung
II. Ein abschließender Wunsch
EINFÜHRUNG
Eucharistie: die Freiheit Gottes kommt der Freiheit des Menschen
entgegen
I. Das eucharistische Staunen
Bei der Eucharistiefeier “können die Gläubigen auf gewisse Weise die
Erfahrung der beiden Jünger von Emmaus nachvollziehen: “Da gingen
ihnen die Augen auf und sie erkannten ihn” (Lk 24, 31) [1].Darum
erklärt Johannes Paul II., dass die eucharistische Handlung Staunen
auslöst [2]. Staunen ist die unmittelbare Antwort des Menschen auf
eine ihn hinterfragende Realität. Es drückt die Erkenntnis einer ihm
freundlich gesinnten Realität aus, es ist ein Positivum, das die
grundlegenden Erwartungen trifft. Der Hl. Paulus erklärt im
Römerbrief den Grund hierfür: Die Realität bewahrt den guten Plan
des Schöpfers. An diesem Punkt konnte der Apostel von den Menschen
sagen “die die Wahrheit durch Ungerechtigkeit niederhalten” sind
“unentschuldbar”, denn “obwohl sie Gott erkannt haben”-vom Moment
“seit Erschaffung der Welt wird seine unsichtbare Wirklichkeit an
den Werken der Schöpfung mit der Vernunft wahrgenommen” - “ haben
sie ihn aber nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt” (vgl. Röm
1,19-21).
Unsicherheit und Angst können sich dagegen in einem späteren Moment
in der Erfahrung des Menschen breit machen, wenn sich aufgrund der
Endlichkeit und des Bösen in ihm die Angst, dass das Positive der
Realität nicht bleiben könne, breit macht. So fügt sich einerseits
die eucharistische Handlung, wie ja auch das gesamte Christentum als
Quelle des Staunens [3] in die menschliche Erfahrung ein. Anderseits
jedoch äußert sie sich als nicht erwartetes und völlig
unentgeltliches Ereignis. In der Eucharistie enthüllt sich, dass der
Plan Gottes ein Plan der Liebe ist. In ihr steigt der Deus Trinitas,
der in sich Liebe ist (vgl. 1 Joh 4,7-8), hinab in den hingegebenen
Leib und in das von Jesus Christus vergossene Blut und wird zu
Speise und Trank, die das Leben des Menschen nähren (vgl. Lk 22,
14-20; 1 Kor 11, 23-26).
Wie die beiden Jünger von Emmaus, die, wiederbelebt durch das
eucharistische Staunen, ihren Weg wieder aufnahmen (vgl .Lk 24,
32-33), so ist auch das Volk Gottes, das sich der Kraft des
Sakramentes hingibt, getrieben, die Geschichte aller Menschen zu
teilen.
Johannes Paul II. wollte mit großer Weitsicht, die sofort von
Benedikt XVI. aufgegriffen worden ist, den Gewinn aus dem Großen
Jubiläum im speziellen Jahr der Eucharistie fortführen [4] und legte
fest, dass diese XI. Ordentliche Vollversammlung der Bischofssynode
der Eucharistie, Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der
Kirche gewidmet werden solle. Die festliche Eucharistiefeier, mit
der wir gestern in der Petersbasilika begonnen haben, hat uns
objektiv für jene Haltung des Staunens geöffnet, die, wenn wir ihr
während unserer Arbeiten angemessen nachkommen, dazu beitragen wird,
der Kirche in der ganzen Welt zu helfen, die zentrale Rolle und die
Schönheit der Eucharistie wiederzufinden.
Warum ist die Eucharistie das faszinierende Herz des Lebens des
Gottesvolkes, das für die Rettung der gesamten Menschheit gedacht
ist? Weil sie in der heutigen Geschichte Jesus Christus als
vollendeten Sinn der menschlichen Existenz in all ihren persönlichen
und gemeinschaftlichen Dimensionen enthüllt und präsent macht [5].
Das belegt sich auf anthropologischer, kosmologischer und sozialer
Ebene.
“Im Geheimnis des Fleisch gewordenen Wortes findet das Geheimnis des
Menschen wahres Licht” [6]: in der Eucharistie enthüllt diese
zentrale versöhnende Aussage ihren ganzen Realismus. In Brot und
Wein, Früchte des Bodens und der Arbeit, wird die totale Hingabe des
Menschen, eins in Körper und Seele [7], seiner Gefühle und seiner
Handlungen zusammengefasst; es findet Ausdruck in seiner ständigen
Interaktion mit dem Kosmos und gleichzeitig belegt dies seine
ursprüngliche Solidarität mit allen Menschenbrüdern, ausgehend von
der Familie und der ihm am nächsten stehenden Gemeinschaft bis zu
den am weitesten entfernten Grenzen der Erde.
In der eucharistischen Gabe wird dem Gläubigen der Zugang zur
lebendigen und persönlichen Wahrheit möglich gemacht, die “wirklich
frei macht” (vgl. Joh 8, 36). In der Eucharistie erhält die
Aufforderung Jesu “Wenn du vollkommen sein willst” (Mt 19, 21) ihre
volle Wirkung. Der Mensch wird provoziert, aus sich heraus auf die
anderen und die gesamte Realität zuzugehen, damit der
unauslöschliche Wunsch nach Glück, den er in seinem Herzen trägt,
erfüllt werde [8]. In der Eucharistie wird Jesus konkret der Weg für
jene Wahrheit, die das Leben schenkt (vgl. Joh 14, 6) [9].
In Ihr wird die Kirche, die gleichzeitig personal und sozial ist,
ein Volk der Völker, jene bewundernswerte ethnische Einheit sui
generis, über die Paul VI. sprach [10].
Quelle und Gipfel des Lebens und der Mission der Kirche “ist das
gesamte Triduum Paschale, aber dieses ist für immer in der
eucharistischen Gabe wie gesammelt, vorweggenommen und
konzentriert”, da es “eine geheimnisvolle‘Zeitgleichheit’ zwischen
jenem Triduum und dem Lauf der Jahrhunderte umsetzt” [11]. Darum
findet sich seit 2000 Jahren das heilige Volk Gottes, gleichgültig,
welcher Generation, Schicht, Rasse oder Kultur es angehört, jeden
Sonntag in der ecclesia eucaristica zusammen, um öffentlich den
eigenen Glauben zu bekennen. Die Eucharistie enthüllt tatsächlich in
sich selbst und in ihrer Verbindung mit den sieben Sakramenten die
ganze Tragweite des Geheimnisses des Glaubens [12]. Dies erklärt
konkret, warum auch in den Zeiten und an den Orten der größten Mühen
für die Kirche diese, unterstützt vom Geist, niemals gefehlt hat.
Die 2000 Jahre alte Praxis [13], die sonntägliche eucharistische
Handlung in den Mittelpunkt zu stellen, hat dazu beigetragen.
Dies sind, extrem zusammengefasst, die Gründe, die das eucharistisch
Staunen in Männern und Frauen jeder Zeit und jedes Ortes auslösen
können. Die vorliegende Relatio ante disceptationem möchte diese ein
wenig ausleuchten. Im vorbereitenden Rahmen, der zunächst von den
Lineamenta und dann von dem Instrumentum laboris aufgezeigt wird,
die keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit erheben, aber ohne die
wichtigsten Probleme zu umgehen, hat diese lediglich den Zweck, den
Dialog zwischen den Synodenvätern zu eröffnen.
Der Einfachheit halber nehme ich die Gliederungen vorweg. Nach dem
Bezug auf das eucharistische Staunen hebt die Einführung
(Eucharistie: die Freiheit Gottes kommt der Freiheit des Menschen
entgegen) die Verbindung zwischen der Eucharistie und der
Evangelisation und mit der ratio sacramentalis der Offenbarung
hervor. Im Ersten Kapitel Das Novum des christlichen Kultes werde
ich versuchen, die Neuheit des christlichen Kultes in den
Mittelpunkt zu stellen. Das Zweite Kapitel (Die eucharistische
Handlung) wird die Eucharistische Handlung in ihren
Unterscheidungselementen und in der notwendigen Verbindung zwischen
ars celebrandi und actuosa participatio behandeln. Ein Drittes
Kapitel (Die anthropologische, kosmologische und soziale Dimension
der Eucharistie) will zeigen, wie die Eucharistie in sich liegend
eine anthropologische, eine kosmologische und eine soziale Dimension
besitzt. Die Schlussfolgerungen (Das eucharistische Dasein in den
gegenwärtigen Mühen) wird eine kurze Zusammenfassung des behandelten
Themas bieten, um mit einem kurzen Wunsch zu unseren Arbeiten
abzuschließen.
II. Die Eucharistie bringt Evangelisation mit sich
Die vom Instrumentum laboris, das angesichts dieser
Synodenversammlung vorbereitet worden ist, gesammelten Angaben,
belegen, dass die Eucharistische Praxis in den großen Bereichen des
Globus sehr vielfältig ist. Dies hat sicherlich mit ihren
bedeutenden kulturellen Unterschieden zu tun, die sich auch klar in
der Qualität der Teilnahme an der Eucharistie ausdrücken, die
ihrerseits mit der Echtheit der ars celebrandi verbunden ist.
Eine besondere Hervorhebung drängt sich aber auf. Das Erlöschen des
Eucharistischen Staunens hängt, in letztlicher Betrachtung von der
Endlichkeit und der Sünde des Einzelnen ab. Häufig findet dieser
jedoch ein fruchtbares Terrain in der Tatsache, dass die christliche
Gemeinschaft, die die Eucharistie zelebriert, weit entfernt von der
Realität ist. Sie lebt auf abstrakte Weise. Sie spricht nicht zum
konkreten Menschen, zu seinen Gefühlen, zu seiner Arbeit, zu seiner
Ruhe, zu seinen Bedürfnissen der Wahrheit, der Güte und Schönheit.
Auf diese Weise begleitet die eucharistische Handlung, die von den
alltäglichen Bedürfnissen getrennt ist, den Gläubigen nicht mehr
während des Reifungsprozesses seines Ichs und in seiner Beziehung
zum Kosmos und der Gesellschaft.
Die Synodenversammlung muss diesen Stand der Dinge aufmerksam
untersuchen und mögliche Lösungen aufweisen. Sie kann sich nicht
darauf beschränken, die Zentralität der Eucharistie und des dies
Domini zu bestätigen. Objektiv steht diese außer Diskussion, aber
die Schwierigkeit liegt darin, das Staunen, das von der Eucharistie
ausgelöst wird, in den zahlreichen nicht praktizierenden Getauften
(in einigen europäischen Ländern übersteigen sie 80%) wieder
herzustellen. “Bevor die Menschen sich der Liturgie nähern können -
das dürfen wir nicht vergessen - ist es notwendig, dass sie zum
Glauben und zur Umkehr aufgerufen werden” [14]. Die Verkündung und
das persönliche und gemeinschaftliche Zeugnis Jesu Christi gegenüber
allen Menschen sind also unabdingbar für die Schaffung vitaler und
offener christlicher Gemeinschaften. Außerdem fordert das Leben
dieser Gemeinschaften eine systematische Ausbildung zum “Gedanken
Christi” (1 Kor 2, 16) (Katechese - ganz besonders jene für die
christliche Initiation der Kinder und Erwachsenen - Kultur). Diese
erfolgt über die Ausbildung zum Unentgeltlichen (Barmherzigkeit,
Einsatz sozialer Teilung). Sie fordert eine universelle
Kommunikation des neuen Lebens in Christus (Mission). In einem Wort,
die begründenden Faktoren der Evangelisation und der
Neuevangelisierung sind grundlegende Implikationen der
eucharistischen Handlung.
III. Die Eucharistie und die ratio sacramentalis der Offenbarung
Das II. Vatikanische Konzil hat vor allem in der Dogmatischen
Konstitution Dei Verbum die Eigenschaft der Offenbarung als Ereignis
hervorgehoben. Sie hat so eine solide doktrinale Grundlage für den
Eucharistischen Realismus geliefert, der allein die Zeitgleichheit
zwischen dem heilbringenden österlichen Triduum und den Menschen
jeder Zeit garantiert. Die Konstitution vertieft die Lehren des I.
Vatikanischen Konzils in christozentrischem Schlüssel. Die
Offenbarung erfüllt und vervollständigt sich in der Person und der
Geschichte Jesu Christi, wahrer Mensch und wahrer Gott, gekreuzigt,
gestorben und wieder auferstanden für uns Menschen und unser Heil
[15]. In seinem Erlösungswerk enthüllt Er das barmherzige Angesicht
des Vaters über die Kraft des Geistes des Auferstandenen, Er macht
uns zu Kindern im Sohn (vgl. Eph 1, 5). “Nomen Trinitatis
publicando” [16]. Jesus Christus löst über die völlige Hingabe
seines unschuldigen Lebens das Geheimnis des Menschen und verleiht
so dessen Freiheit Wert, indem er ihm die Freiheit schenkt, über
sich selbst zu entscheiden. Jesus Christus fordert von der Freiheit
eines jeden Menschen über den Gehorsam gegenüber dem Glauben Seine
Gabe in jeder Handlung der menschlichen Existenz aufzunehmen (vgl.
Apg 3, 20). Diese Aufnahme fordert ihrerseits vom Menschen eine
totale Hingabe seiner selbst (vgl. Mt 19, 21). Daraus folgt der
Ausschluss jeder magischen Konzeption des Sakraments im Allgemeinen
und der Eucharistie im Besonderen.
Das einzige und unwiederholbare Ereignis des Triduum Paschale wurde
von Christus selbst beim Abendmahl mit den Seinen vorweggenommen,
das Er so sehr gewollt hat (vgl. Lk 22, 15). Mit seinen Aposteln bei
Tisch im Abendmahlssaal sitzend, hat Jesus die Eucharistie
eingesetzt. Über die Gabe des Heiligen Geistes, die es möglich
macht, den Befehl “Tut dies zu meinem Gedächtnis” umzusetzen (Lk 22,
19; 1 Kor 11, 25), öffnet Er dem Gläubigen jeder Zeit die
Möglichkeit, an der Erlösung teilzuhaben.
In der Eucharistischen Handlung trifft tatsächlich die Freiheit
Gottes auf die Freiheit des Menschen. Ausgehend von diesem Treffen
der Freiheit des Christen, das von der Anerkennung der Gabe Gottes
und der Kommunion mit Ihm und den Brüdern gekennzeichnet ist, ist er
angetrieben, seinem ganzen Leben eine eucharistische Form [17] zu
geben. Darum kommt in der Eucharistie auf hervorragende Weise das
zum Ausdruck, was Fides Et Ratio die “ratio sacramentalis der
Offenbarung” nennt [18]. Sie erlaubt es dem Gläubigen zu entdecken,
dass über alle Umstände und alle Beziehungen, aus denen objektiv die
menschliche Existenz besteht, die Menschwerdung Jesu Christi die
Freiheit des Menschen zu einer progressiven Verbindung mit dem Leben
der Dreifaltigkeit auffordert. Er wird in dieser Erfahrung von Jesus
selbst begleitet: “Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt”
(Mt 28,20). Darum versichert er der christlichen Gemeinschaft Seine
liebevolle Präsenz: “wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt
sind, bin ich mitten unter ihnen” (Mt 18,20). So lebte seit Anbeginn
die urchristliche Gemeinde: “Sie hielten an der Lehre der Apostel
fest, am Brechen des Brotes und an den Gebeten” (Apg 2,42). Auf das
Leben dieses Volkes Gottes, das die Geschichte durchläuft, wirft die
eschatologische Perspektive, in die Jesus seit ihrer Einsetzung die
eucharistische Handlung gesetzt hat, ein strahlendes Licht: “Ich
sage euch: Von jetzt an werde ich nicht mehr von der Frucht des
Weinstocks trinken, bis zu dem Tag, an dem ich mit euch von neuem
davon trinke im Reich meines Vaters” (Mt 26,29; Mk 14,25; Lk 22,18).
Die ratio sacramentalis im Geheimnis der Fleischwerdung, des Todes
und der Auferstehung Jesu Christi beweist, dass das Leben eines
jeden Menschen objektiv Berufung ist. Jeder Zustand des Lebens [19]
- Ehe, Priesterstand, geweihte Jungfräulichkeit - erhält vom
eucharistischen Mysterium die letzendliche Wurzel seiner Form. In
der Eucharistischen Berufung findet daher jeder Gläubige den
Ursprung und den Sinn seiner Berufung, die seiner Existenz eine
Eucharistische Form verleiht.
ERSTES KAPITEL
Das Novum des christlichen Kultes
Der wichtige Anhaltspunkt der zweitausendjährigen Praxis der
sonntäglichen Eucharistiefeier, der entscheidend für die Entstehung
und das Wachstum der christlichen Gemeinschaften aller Zeiten und
Orte ist, ist kein Zufall. Dieses Primat der Eucharistie als
Handlung kann ausgehend von der ratio sacramentalis der Offenbarung,
aus der es entspringt, völlig erklärt werden, aus der die
eucharistische Form des christlichen Lebens entspringt. Darum müssen
wir mit Entschlossenheit die Vertiefung der eurcharistischen
Handlung, Quelle und Höhepunkt des Lebens und des Auftrages der
Kirche, in den Mittelpunkt unserer Arbeiten über die Eucharistie
stellen. Diese Wahl erlaubt es, jede falsche Gegenübersetzung
zwischen Theologie und Liturgie zu überwinden.
I. Die “logikē latreía” (Rm 12, 1)
Auch wenn man, gemeinsam mit den Forschern, eine gewisse
differenzierte anthropologische Kontinuität mit den Riten der
verschiedenen religiösen Formen erkennen kann - besonders mit den
Opferriten im Nahen Osten der Antike, mit den hellenistischen
Abendmahlen und besonders mit den heiligen Mahlzeiten des Judentums
in der hellenistischen Epoche - erkennen heute alle an, dass die
Eucharistie Christi im Letzten Abendmahl einem novum Leben verliehen
hat.
Die Institution der Eucharistie fügt sich in ein rituelles
Abendessen ein, dessen österlicher Kontext nunmehr nachgewiesen ist
(vgl. Mt 26,19-20; Mk 16-18; Lk 22,13-14; Joh 13, 1-2) [20], als
jene einzigartige Tat, mit der Jesus die Jünger mit seiner
Todesstunde und Mission verbindet und das Opfer seines Osterfestes
vorweg nimmt, der definitive Weg für das Kommen des Reiches. Durch
das Essen Seines Leibes und das Trinken Seines Blutes, sind die
Jünger Christus einverleibt - so verwirklicht sich die Kommunion,
die die Kirche begründet.
Beim Letzten Abendmahl sprach Jesus Christus “zu den Aposteln auch
mit Worten, die den Inhalt des Gesetzes und der Propheten
beinhalten” [21], er bringt Sich selbst als einziges dem Vater
entsprechendes Opfer dar (vgl. Mt 26, 26-28; Mk 14, 22-24; Lk 22,
19-20; 1Kor 11, 23ff). In diese Handlung bezieht er auch die Jünger
mit ein, nicht um eine formelle und traurige Erinnerung an seine
Person und seine Handlung zu erwecken, sondern für eine dauerhafte
und aktive Teilnahme der Jünger an seinem Opfer bis zum Ende der
Welt: “tut dies zu meinem Gedächtnis” (Lk 22, 19).
So entsteht der unauflösbare Bund, der die Eucharistie an die Kirche
bindet und die Kirche an die Eucharistie. Es ist kein Zufall, dass
von Anfang an der technische Begriff ecclesia für die
eucharistischen Zusammenkünfte der Christen verwendet wird (vgl.1Kor
11, 18; 14, 4-5.19.28). “Die Kirche lebt seit ihrem Anbeginn von der
Eucharistie. In ihr findet sie den Grund ihrer Existenz, die
unerschöpfliche Quelle ihrer Heiligkeit, die Kraft der Einheit und
denBund der Kommunion, den Impuls ihrer evangelischen Lebendigkeit,
das Prinzip ihrer Aktion zur Evangelisation, die Quelle der
Barmherzigkeit und den Elan für den menschlichen Aufstieg, die
Vorwegnahme in der Glorie beim ewigen Festmahl der Hochzeit des
Lammes (vgl. Apg 19, 7-9)” [22]. Die Eucharistische Handlung taucht
in all ihrer Stärke als Quelle und Höhepunkt der kirchlichen
Existenz des Christen auf, da sie gleichzeitig sowohl die Entstehung
als auch die Vollendung des neuen und definitiven Kultes, die logikē
latreía ausdrückt: “Ich ermahne euch, meine Brüder, euch selbst
selbst als lebendiges und heiliges Opfer darzubringen, das Gott
gefällt; das ist für euch der wahre und angemessene Gottesdienst
(logikē latreía)” (Röm 12, 1). In dieser paulinischen Vision des
neuen Kultes als Opfer der eigenen Person - “Mache er aus uns ein
ewiges, Dir angenehmes Opfer” [23], wird jegliche Trennung zwischen
Heiligem und Weltlichem definitiv überschritten. Der christliche
Kult ist keine Einfügung innerhalb einer Existenz, die in einem
weltlichen Umfeld gelebt wird. Es ist auch keine reine Opferhandlung
und Wiedergutmachung der Beleidigungen oder der Abstandnahme vom
Blick Gottes. Der neue christliche Kult wird zum Ausdruck der
gesamten erneuerten Existenz: “Ob ihr also esst oder etwas anderes
tut: tut alles zur Verherrlichung Gottes” (1 Kor 10, 31). Jede freie
Handlung des Christen ist damit aufgerufen, eine Handlung des Kultes
zu sein. Ausgehend davon erhält die in sich eucharistische Natur der
christlichen Spiritualität Form.
Da die Eucharistie, Höhepunkt der sieben Sakramente [24], in sich
alles Menschliche in seiner historischen Dichte zusammenfasst, macht
sie Tag um Tag die fortschreitende Verklärung des Menschen möglich,
der dazu bestimmt und durch die Gnade aufgerufen ist, Abbild des
Sohnes selbst zu sein (vgl. Eph 1,4-5). Man denke an die
außerordentliche Wirkung der Taufe: Wir entdecken, dass die Kinder,
die mit Christus in der Kirche ein Leib sind, unsere sind, weil sie
die Kinder unseres Vaters im Himmel sind. Die Firmung enthüllt den
Firmanden, die aufgerufen sind, Zeugnis davon abzulegen, dass
Gefühle und Arbeit ihre Wahrheit durch die Gabe des Geistes des
verstorbenen und auferstandenen Jesus Christus erhalten. Durch das
Sakrament wird die grundlegende Erfahrung des Gefühlslebens, die
Ehe, von der Kirche dem Herrn anvertraut. Er allein kann das “für
immer” der Liebe verwirklichen, das jede Braut und jeder Bräutigam
im Herzen hat, wenn sie oder er wirklich liebt. Ist es nicht die
menschlichste und zärtlichste Beachtung der Freiheit - die oft von
der Sünde verletzt wird - die die Kirche uns anbietet, wenn sie uns
zur Versöhnung mit Gott und den Mitbrüdern durch das Sakrament der
Buße auffordert? Wenn dann der Mensch in seinem eigenen Fleisch
verletzt wird durch die unvermeidliche Prüfung der Krankheit, drückt
die Krankensalbung die besondere Nähe zu Jesus aus, der selbst
gelitten hat und für uns gestorben und auferstanden ist. Eine ganz
besondere Nähe, wenn sie von der regelmäßigen Möglichkeit für die
Kranken begleitet wird, die Kommunion und, wenn nötig, die Letzte
Ölung zu empfangen. Und dies, damit wir eine sofortige Heilung
erfahren und in jedem Fall nicht die Hoffnung verlieren, ihn ihm
aufzuerstehen, ihn so wiederzusehen und uns erneut in unserem wahren
Leib zu treffen. Einige sind nicht durch ihre Verdienste, sondern
durch die Initiative des Geistes Jesu zum Dienste des Gottesvolkes
berufen als geweihte Diener (Sakrament des Geweihten Lebens)
Auf diese Weise bezeugt das liturgische Leben unserer Gemeinden, wie
im konnkreten Verlauf des menschlichen Lebens - Geburt, Beziehungen,
Liebe, Schmerz, Tod, Leben nach dem Tod - Jesus den Menschen jeden
Tag und in jeder Situation allen Menschen gegenwärtig wird (25). Im
aufgezeigten Rahmen kommt erneut die Kraft der ratio sacramentalis
des katholischen Geistes hervor.
II. Die Bedeutung des Eucharistischen Ritus
Aus dieser von der christlichen Eucharistie ausgehenden Sicht
bekommt nicht nur der Kult, sondern auch der Ritus eine radikal neue
Physionomie. Und zwar die von Christus selbst, der durch die Gabe
seines Geistes die Seinen an der Präsenz des Vaters zugelassen hat
für “die Ausübung des priesterlichen Dienstes” (26).
Aufgrund seiner Natur als Quelle der logikē latreía wird die
rituelle eucharistische Handlung objektiv auch die wichtigste und
grundlegendeste aller menschlichen Handlungen. Tatsächlich dringt im
eucharistischen Ritus zu einem genauen Zeitpunkt die vollkommene
Bedeutung der Geschichte, also ihre Wahrheit ein. Auf diese Weise
wirkt der eucharistische Ritus eine Diskontinuität in der Folge der
täglichen menschlichen Gegebenheiten, aber gerade in dem von dieser
Diskontinuität geöffneten Raum lernt der Mensch sich für die
Wahrheit zu entscheiden, die ihm objektiv im Ritus selbst geschenkt
wird. Diese Entscheidung wird im Glauben getroffen: Sie kann sich
mit der geschenkten Wahrheit nur durch die vollkommene Hingabe
seiner selbst verbinden. Die eucharistische Handlung ist daher
Quelle und Höhepunkt des christlichen kirchlichen Daseins, gerade
durch die Feier des Ritus selbst, der in seiner substantiellen
Vollkommenheit angemessen den vom christlichen Volk gelebten Glauben
ausdrückt.
Zeitlich und örtlich in das Gewebe des täglichen Lebens
eingeflochten, aber gleichzeitig “von oben” kommend, da es ein
Sakrament ist, d. h. ein wirksames Zeichen und Werkzeug der
göttlichen Gnade, wird das eucharistische Ritual ein Paradigma des
ganzen menschlichen Daseins (27). Der eucharistische Ritus ist kein
Zufall im Hinblick auf das persönliche und soziale Dasein, noch ist
es dem unvermeidlichen Sein des Menschen für die Welt fremd, sondern
der Mittelpunkt des wirklichen Lebens der neuen Schöpfung (vgl. 2
Kor 5,17; Gal 6,15). Sein Dasein ist vollkommenen menschlich,
dennoch geschichtlich aber zugleich aufgrund des eucharistischen
Gedenkens des geschenkten Leibes und des vergossenen Blutes des
auferstandenen Gekreuzigten lebt es bereits in der ewigen Vision der
Auferstehung (vgl 1 Kor 15,19-22) (28). In der eucharistischen
Handlung ist die irdische Liturgie eng mit der himmlischen Liturgie
verbunden (29). Der Austausch der Gemeinschaft zwischen den Lebenden
und den Toten, in der die Fürbitte für die Verstorbenen ein
wichtiger Ausdruck ist, ist ein immerwährendes Zeugnis des Glaubens
der Kirche im untrennbaren Band zwischen irdischem und ewigem Leben
(30).
Diese einheitliche Sicht der eucharistischen Handlung als Herzstück
des ganzen christlichen Daseins war schon immer im kirchlichen
Bewusstsein gegenwärtig. Von der Einfühlung mit dem Handeln Jesu, so
wie sie vom biblischen Kanon weitergegeben wird, zur traditio, die
es mit ihrem unaufhörlichem Rhythmus von der Weitergabe und Empfang
in Raum und Zeit weiterführt; von den verschiedenen liturgischen
Formen der ersten Jahrhunderte, die noch in den liturgischen Riten
der Ostkirchen sichtbar sind, bis zur vorherrschenden Festlegung des
römischen Ritus; von den genauen Indikationen des Trienter Konzils
und des Missale von Pius V. bis zur liturgischen Reform des Zweiten
Vatikanischen Konzils: Jede Etappe des Lebens der Kirche bestätigt,
dass die Eucharistische Handlung, Quelle und Höhepunkt des
christlichen kirchlichen Daseins dem sakramentalen Ritus entspricht,
der den neuen und endgültigen Kult (logikē latreía) erzeugt und
ausführt.
Die Betrachtung des Ritus in seinem Ganzen erlaubt es, jede
Zersplitterung und Nebeneinanderstellung von eucharistischer
Handlung und den Bedürfnissen der neuen Evangelisation zu vermeiden,
die von der Zeugnisverkündigung in alle Gebiete des menschlichen
Daseins bis zu den notwendigen anthropologischen, kosmologischen und
sozialen Verwicklungen reichen, die die Eucharistie objektiv
vorbringt. Sie erlaubt zugleich der christlichen Gemeinde auch eine
genaue Treue gegenüber den liturgischen Sammlungen und eine
aufmerksame Anpassungsfähigkeit gegenüber der Inkulturation.
III. Die Eucharistiefeier erzeugt die Kirche
Das eucharistische Staunen der beiden Jünger von Emmaus wirft die
Strahlen des Wunders der liturgischen Handlung auf die Feier der
Eucharistie. Sie ist die kultische Handlung, die aufgerufen ist, auf
eine festigende Weise das einzige Oster-Ereignis auszudrücken.
Im letzten Abendmahl zeigt Jesus ganz klar mit seinen Gesten und mit
seinen Worten das innere Band zwischen der Ankunft des Reiches des
Vaters und seine persönliche Bestimmung (vgl. Mt 26,29; Mk 14,25; Lk
22,15-16; Joh 12,23-24). In der verwandelnden Identifikation von
Brot und Wein, mit dem Leib und Blut Christi (Realpräsenz [31]),
nimmt das letzte Abendmahl sakramental Teil am Opfer des neuen
Osterfestes, das der Vater erfüllt mittels der Form, im Sohn und mit
dem Wirken des Heiligen Geistes, das die erlösende Rettung
bezeichnet: Dann nahm er das Brot und sagte Dank, brach es, reichte
es seinen Jüngern und sagte: “Das ist mein Leib, der für euch
hingegeben wird”. Ebenso nahm er nach dem Mahl den Kelch und sagte:
“Das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes, mein Blut, das für
euch und für alle vergossen wird zur Vergebung der Sünden. Tut dies
zu meinem Gedächtnis”“ (Lk 22,19-20). Niemanden entgeht die
Schwierigkeit, die mit der sakramentalen Sprache in der Schrift und
in der Tradition der Kirche [32] verbunden ist, gegenüber der
heutigen Kultur [33]. Dennoch, wenn man die ganze Prägnanz des
bedingungslosen Geschenkes respektieren will , das Jesus Christus
selbst macht, erscheint heute die Wiederentdeckung des
Verständnisses des eucharistischen Opfers dringend. Jesus Christus
ruft die Seinen zu jener Form des integralen Kultes (logikē
latreía), das Opfer seines Lebens, in dem der Christ nach und nach
über die volle, bewusste und aktive Teilnahme an der
Eucharistiefeier geformt wird [34].
Die Aufforderung, Seinen Leib zu essen und Sein Blut zu trinken
(Kommunion) liegt begründet im sicheren Weg der Erlösung (vgl. Joh
6,47-58) [35]. Deswegen erfährt in Erinnerung, auch in Kontinuität
mit dem jüdischen Paschafest (vgl. Dtn 16,1ff), die konkrete
körperliche Aufnahme der eucharistischen Gestalten, den Schutz vor
jeder intellektuellen Reduzierung des Glaubens. Die Frucht dieser
Handlung ist die sakramentale Kommunion mit Christus (vgl. 1 Kor
10,16), die durch die Liebe, mit der der Geist das Fleisch des
Auferstandenen verherrlicht, möglich wird. Derselbe Geist, der
Christus zu einem vollkommenen Geschenk gemacht hat, treibt von sich
aus die Seinen an, im Gehorsam den Glauben aufzunehmen, er sorgt
dafür, in ihm zu bleiben und so das Leben zu bekommen wie Jesus es
von seinem Vater bekommen hat (vgl. Joh 14,26;16,12).
Dieses Sakrament ist gegeben für die Gemeinschaft der Menschen mit
Christus. Für Paulus ist die koinonia die Frucht der Eucharistie,
durch die die Christen eins werden in Christus, sie werden ein Leib
und nehmen teil an dem einen Geist (vgl. 1 Kor 10,16-17) (36). Sie
stiften das neue Volk Gottes, das geführt von den Nachfolgern der
Apostel cum et sub dem Nachfolger Petri mit der sicheren Hoffnung
durch die Geschichte gehen, dass der Auferstandene Jesus die
Sicherheit ihrer persönlichen Auferstehung begründet hat (vgl. 1 Kor
15,17-20)
Außerhalb dieser eucharistischen und sakramentalen Kommunion der
Kirche ist nichts vollkommen begründet [37]: Die Eucharistie erzeugt
die Kirche. Das neue Gottesvolk (der kirchliche Leib) beginnt den
eucharistischen Leib Christi darzustellen, der von der sakramentalen
Präsenz des Leibes Jesu kommt, geboren von der Heiligsten Jungfrau
Maria [38]. Der kirchliche Leib kommt so zu seiner wirklichen Form
als Leib Christi, gegenwärtig in der Zeit und in der Geschichte
durch das Band, das ihn untrennbar verbindet mit dem eucharistischen
Leib Christi [39]. Gerade in der rituellen Feier der Eucharistie
verwirklicht die Kirche die Form ihrer Identität durch die Liebe
Gottes für das versammelte Volk.
1. Eine erste Bekräftigung: der Bischof, der Liturg par excellence
Dies wird noch klarer, wenn man in die ehrwürdige Tradition schaut,
die immer wieder den Bischof als Liturgen und als Verwalter der
Sakramente schlechthin anerkannt hat [40]. Der Bischof sitzt nicht
der Eucharistie vor, was allein juristisch begründet ist, weil er
das Oberhaupt der Ortskirche ist; aus Treue gegenüber dem Befehl des
Herrn hat er das Gedächtnis seines Osterfestes Petrus und den
Aposteln übergeben. Er hat sie zu Verkündern seines Glaubens gemacht
und sie zu den ersten Verantwortlichen für die Verkündigung des
Evangeliums in der ganzen Welt gemacht. Aus diesem Grund „ist der
Diözesanbischof der Führer, der Förderer und Behüter des ganzen
liturgischen Lebens. Die Feiern, die unter seinem Vorsitz
stattfinden, vor allem die Feier der Eucharistie, die er mit der
Teilnahme des Presbyteriums, der Diakone und des Volkes feiert,
äußert sich das Geheimnis der Kirche“ [41]. Dies ist auf besondere
Weise offenkundig in der geordneten Konzelebration der Eucharistie,
„die auf geeignete Weise die Einheit des Priestertums ausdrückt“
[42]. Die Gemeinschaft mit dem Bischof ist die Bedingung, die die
Feier der Eucharistie im Wohlwollen des Volkes Gottes legitimiert.
Noch einmal kommt die Fruchtbarkeit der ratio sacramentalis der
Offenbarung ans Licht. Das kirchliche Subjekt (personal und
gemeinschaftlich) nimmt nicht vollständig teil an der Erlösung, wenn
es nicht die sakramentale Weise aufnimmt, die die Form bildet, die
Jesus gewählt hat, um im menschlichen Leben zu verbleiben.
2. Eine zweite Bekräftigung: die Natur des christlichen Tempels
Eine zweite Bekräftigung wie auf konkrete Weise die Feier der
Eucharistie die Kirche macht, ist die radikale Verschiedenheit
zwischen dem christlichen und dem heidnischen Tempel oder auch dem
jüdischen Tempel. Während der heidnische und der jüdische Tempel
gekennzeichnet waren durch die Präsenz der Gottheit, aufgrund der
sie als heilig und heiligend betrachtet wurden, besteht der „Ort“
des christlichen Kultes in gewissem Sinne aus der Handlung der Feier
des Mysteriums. Die Vokabel ecclesia bezeichnet die Christen, die
zusammen kommen. Erst später ist man dazu übergegangen, mit diesem
Wort auch den Ort selbst zu bezeichnen, an dem sich während dieser
Vereinigung die Gegenwart Gottes verwirklicht.
Im heidnischen und in einem gewissen Sinne auch im jüdischen Tempel
ist das Treffen der Gläubigen eher zufällig, aber im Falle des
christlichen Kultes bildet es den Tempel selbst. Die einzelnen
Gläubigen sind Steine des lebendigen Tempels (vgl. 1 Petr 2,5). Der
Geist ist der Zement, der sie vereint (vgl. Eph 2,22).
Dies erklärt die Sorge, mit der die Kirche immer wieder Anweisungen
für die sakrale Architektur und Kunst gibt [43]. Die Tempel sollen
für die liturgische Versammlung in actu celebrationes entworfen
werden, als ‘Erscheinung’der communio hierarchica, die die Kirche
ist.
3. Eine dritte Bekräftigung: die “Interkommunion”?
Ein sehr heikles pastorales Problem ist mit dem ökumenischen Bereich
verbunden; er erlaubt eine weitere Überprüfung der Tatsache, dass im
Ganzen des Untrennbaren der Zusammenhang zwischen Eucharistie und
Kirche besteht, die Kausalität der Eucharistie über die Kirche (die
Eucharistie erzeugt die Kirche) ist wesentlich und eigentlich von
der Kirche über die Eucharistie anerkannt (die Kirche erzeugt die
Eucharistie) [44]. Diese Gegebenheit führt zur Betonung des
entscheidenden Gewichtes der Eucharistie in der ökumenischen Praxis.
Es sind nunmehr die zahlreichen Entwicklungen in dieser Sache
bekannt [45] Diese sind gleichzeitig Resultat und Grund der
Ökumenischen Arbeit des 20. Jahrhunderts. Vor allem muss die
substantielle Einheit des Glaubens zwischen der katholischen Kirche
und den orthodoxen Kirchen bezüglich des Themas der Eucharistie und
des Priestertums [46] unterstrichen werden, eine Einheit, die durch
eine größere gemeinsame Vertiefung der Eucharistischen Feier und der
Heiligen Liturgie bestimmt ist zu wachsen. Man muss darüberhinaus
positiv das neue Klima hinsichtlich der Eucharistie in den
kirchlichen Gemeinschaften, die nach der Reform entstanden sind,
begrüßen. Gemäß verschiedener Grade und mit mancher Ausnahme
unterstreichen auch diese Gemeinschaften immer mehr die
Bedeutsamkeit der Eucharistie als Schlüsselelement im Dialog und in
der ökumenischen Praxis.
Auf der Grundlage dieser und anderer Angaben kann man verstehen,
dass auch nach der Formulierung des hier angesprochenen Lehramts
auch weiter folgende Frage aufgeworfen wird: kann die
“Interkommunion” der Gläubigen, die verschiedenen Kirchen und
kirchlichen Gemeinschaften angehören, ein angemessenes Instrument
sein, um den Weg in Richtung auf die Einheit der Christenheit zu
begünstigen?
Die Antwort hängt ab von einer aufmerksamen Berücksichtigung der Art
der eucharistischen Aktion in aller Ganzheit des mysterium
fidei[49]. Die eucharistische Feier ist gemäß ihrer Natur in der Tat
das Bekenntnis des ganzheitlichen Glaubens der Kirche.
Indem das Opfer von Golgatha in das Letzte Abendmahl eingefasst
wird, verwirklicht der Herr die Verbindung Seiner Person mit Seinen
Jüngern und macht sie allen Gläubigen aller Zeiten und an allen
Orten zugänglich. Die Teilnahme an dieser Verbindung übertrifft die
Kapazität menschlicher Liebe und ihrer auch edlen Beweggründe. Durch
Anhörung des Wortes, das vollständig realisiert wird in der Annahme
der Darbietung des Leibes und des Blutes Jesu Christi, drückt die
eucharistische Handlung die Vollständigkeit des Glaubens und der
sichtbaren Einheit der Gläubigen aus, zu deren Dienst Jesus die
Apostel als Priester und Hirten sendet.
Nur insoweit die Eucharistie das volle Apostolische
Glaubensbekenntnis in diesem Geheimnis verwirklicht, macht sie die
Kirche. Wenn es die Eucharistie ist, die die wahre Einheit der
Kirche garantiert, würde eine Feier oder eine Teilnahme an der
Eucharistie, die nicht den Respekt aller Faktoren umgreift, die zu
ihrer Vollständigkeit zusammenwirken - jenseits jeder guten Absicht
- letztendlich die kirchliche Einheit in ihrem Ursprung noch weiter
trennen. Die Interkommunion erscheint deswegen nicht als ein
angemessenes Mittel, die Einheit der Christenheit zu erreichen [50].
Diese Behauptung über die Interkommunion schließt nicht aus, daß man
bei besondereren Gelegenheiten unter Respektierung der objektiven
Voraussetzungen [51] einzelne Personen, die anderen Kirchen oder
kirchlichen Gemeinschaften angehören und nicht in voller Kommunion
mit der katholischen Kirche sind, an der Eucharistischen Kommunion
(panis viatorum) zulassen kann. In diesem Fall spricht man mit
notwendiger Strenge, von Eucharistischer Gastfreundschaft. Es
handelt sich dabei um pastoralen Eifer (historisch-erlösend) der
Kirche, die dem besonderen Bedürfnis eines getauften Gläubigen [52]
in einem besonderen Umstand entgegen kommt. In diesem Fall lässt die
Kirche einen nicht-katholischen Gläubigen zur Eucharistischen
Kommunion zu, wenn dieser spontan darum bittet, seine Zustimmung zum
katholischen Glauben und dem Eucharistischen Sakrament zeigt und
spirituell bereit ist. Die Problematik bezüglich der nicht
geeigneten Kategorien der “Interkommunion” und die Praxis der
Eucharistischen Gastfreundschaft fordern dringend eine neue
Überlegung, angefangen vom dem ihnen inne liegenden Zusammenhang
zwischen Eucharistie und Kirche, über die Beziehung zwischen der
Eucharistischen und der Kirchlichen Kommunion. In diesem Sinne wäre
es behilflich, dass die Synodalversammlung auf dieses Thema zurück
kommt.
Bei der Antwort der nicht mehr aufschiebbaren Dringlichkeit des
ökumenischen Weges darf man jedoch den rechten Weg nicht
vernachlässigen. Die Unmöglichkeit eines Teils der Christen
verschiedener Kirchen und Gemeinschaften, an der Eucharistischen
Konzelebration und an der Eucharistischen Kommunion teilzunehmen,
sowie die Ausnahme der Eucharistischen Gastfreundschaft dürfen nicht
nur Ursache von Leid sein. Sie müssen um so mehr einen permanenten
Stachel darstellen für die ständige und gemeinsame Vertiefung des
mysterium fidei, das von allen Christen Einheit und ein umfassendes
Glaubensbekenntnis fordert.
ZWEITES KAPITEL ***
Die Eucharistische Handlung
Nachdem einige Elemente methodologischem Charakters vorgeschlagen
worden sind, um das novum des Kultes und des christlichen Ritus
erklären zu können, ist es nun angebracht, die Eucharistische
Handlung selbst aus der Nähe zu betrachten. Vor allem werden die
wichtigsten Unterscheidungselemente der Eucharistischen Feier unter
die Lupe genommen. In einem zweiten Teil werden einige Überlegungen
über die ars celebrandi und die actuosa participatio gemacht.
I. Unterscheidungselemente der Eucharistiefeiereier
Ein kurzer Blick auf die Unterscheidungselemente der Eucharistischen
Feier enthüllt die harmonische und gegliederte Kraft der Einheit des
Eucharistischen Ritus. An dieser Stelle will man nicht umfassend die
verschiedenen Momente der Eucharistischen Feier überdenken, sondern
sich darauf beschränken, nur den essenziellen Kernpunkt zu
identifizieren: die untrennbare Einheit von Wortgottesdienst und der
Eucharistiefeier. Ausgehend von allem, was bisher gesagt worden ist,
werden wir sie in ihrer essentiellen Natur als Geschenk betrachten.
Folglich muss man hervorheben, dass die Gläubigen angesichts der
gespendeten Gegenwart Jesu in der Eucharistie zur Anbetung
aufgerufen sind, und dass sie vor einem so großen Geheimnis ihre
Sünden bekennen und um Vergebung bitten müssen. Man wird auch nicht
versäumen, die Aufgabe (ite missa est) zu erwähnen, die aufgrund
seiner Natur ein solches Geschenk erzeugt.
1. Die untrennbare Einheit des Wortgottesdienstes und der
Eucharistiefeier
In der geschichtlichen Entwicklung, die vom letzten Abendmahl Jesu
Christi bis zur Eucharistie reicht und von der die Kirche noch heute
lebt, ist der Form gebende und dauerhafte Kern der rituellen
Handlung durch die enge Einheit zwischen Wortgottesdienst und
Eucharistiefeier gegeben. [53]
In dieser Einheit von “Eulogie” und “Eucharistie” wird dem Glauben
der Jünger Christi das Ostergeheimnis mittels Anhörung und Erklärung
der Heiligen Schrift (Homilie [54]) gegeben, die untrennbar ist von
der Darstellung des Opfers (Eucharistisches Hochgebet), das in der
Kommunion mit Brot und Wein, die in den Leib und das Blut Christi
verwandelt sind, gipfelt [55]. Das sieht man anhand des
Strukturvergleichs der Einsetzungsberichte, das kann man verstehen
anhand der Emmauserzählung, man erhält Bestätigung davon bei der
Beschreibung des gemeinschaftlichen Lebens der ersten Christen,
welche Apostelgeschichte 2, 42 uns gibt. Gleichermaßen legt ohne
Unterbrechung die gesamte Geschichte der eucharistischen Feier bis
hin zu jener des gegenwärtigen Messbuches davon Zeugnis ab.
Aus dieser untrennbaren Einheit tauchen einige Grundelemente auf,
die die einzigartige Eucharistie von Jesus Christus bilden, der den
Glauben der Christen verwirklicht.
Vor allem die Tatsache, dass der Protagonist der liturgischen
Handlung Jesus Christus ist. Er, der seine Person und seine
Geschichte in den Osterereignissen konzentriert, offenbart sich
gleichzeitig als Priester, Opfer und Altar.
Als Priester wird Jesus Christus durch die Kraft des Geistes der
Pontifex zwischen Gottvater und dem Volk (vgl. Hebr 5, 5-10) [56].
Wie die Einsetzungsberichte bezeugen, interpretiert er selbst seine
priesterliche Sendung im biblischen Lobpreis und in der Hingabe als
Opfer. Aber Jesus ist gleichzeitig Sühnopfer (vgl. Joh 2,2;4,10) und
in diesem Sinne beinhaltet sein Priestertum die totale Hingabe
seiner selbst, das sich in den Gaben von Brot und Wein darstellt,
die in seinen hingegebenen Leib und sein vergossenes Blut verwandelt
worden sind (Opfergabe [57]), an denen das Volk physisch teilhat
(Abendmahl) [58]). Dieser Priester, der auch Opfer ist, vollzieht
sein Opfer am Kreuz [59]. Ans Kreuz genagelt, holt er den Himmel auf
die Erde und versöhnt (Erlösung) den Menschen mit Gott (vgl. Eph 2,
14-16; Kol 1, 19-20). Das Kreuz, errichtet auf dem Berg Golgatha,
drückt den gesamten Kosmos aus und Christus, Priester und Opfer,
wird ganz eins mit dem Kreuz, an das er genagelt ist. Er wird so
auch kosmischer Altar.
Das Wissen darum sollte das fortschreitende Schwächerwerden des
Sinns für das Geheimnis verhindern, dem heute nicht wenige
christliche Gemeinschaften ausgesetzt sind - vor allem hinsichtlich
der eucharistischen Feier. Um nicht in eine sicherlich
nicht-christliche “sakrale” Sicht zu verfallen, riskiert man
sozusagen, aus der Liturgie einen bloßen Ausdruck der “horizontalen”
Dimension der Gemeinschaft zu machen, wobei man die “vertikale”
vergisst.
Jesus Christus, einzigartiger und unwiederholbarer Protagonist des
eucharistischen Ritus, beruft im Geiste die Versammlung der
Christen, die aufgerufen ist, auf gegliederte und geordnete Weise
des Glaubens teilhaftig zu werden (Credo), zu den heiligen
Geheimnissen, die für ihn gefeiert werden (Messen pro populo). In
der Stille, im Dialog, im Gesang, in den körperlichen Gesten
entwickelt sich die eucharistische Handlung, durch welche der
Versammlung der Gläubigen das Heil zuteil wird.[60]. In Bezug auf
das bisher Gesagte bemerkt man das Bedürfnis einer Vertiefung der
liturgischen Bildung, die an das gesamte Volk Gottes gerichtet ist -
unsere Katechese sollte die ursprüngliche mystagogische Dimension
der ersten Jahrhunderte wieder herstellen - und insbesondere an
alle, die berufen sind, Aufträge und Ämter während der Feier
auszuführen (Priester, Diakone, Vorleser, Empfangende, Ministranten,
Schola Cantorum).
Was die Gliederung der Aufgaben der Feier angeht, die sich im
Inneren des christlichen Gottesdienstraumes ereignet, der auf den
Altar ausgerichtet ist und dem der Ambo und der Priestersitz
zugeordnet sind, übt der Priester sein besonderes Amt mit der
besonderen Assistenz des Diakons aus. Im entscheidenden Augenblick
der Feier agiert er in persona Christi capitis [61] und stellt, nach
Maßgabe des Weihesakraments, welches nicht zufällig von Christus
selbst innerhalb der Einsetzung der Eucharistie beim Letzten
Abendmahl eingefasst wurde, das sicher, was die gemeiname Tradition
des Ostens und des Westens die economia sacramentale [62] nennt.
Diese ist ein Werk des Heiligen Geistes, der während der Eucharistie
angerufen wird durch die Epiklese, damit er die substantielle
Verwandlung des Brotes und des Weines in Leib und Blut Christi
vollziehe und damit die eucharistische res, die die Einheit der
Kirche[64] ist, bewirke.
Man versteht also, wie die untrennbare Einheit von Wortgottesdienst
und Eucharistiefeier in der sakramentalen Kommunion [65] mündet, zu
der die Gläubigen mit bedeutsamem Realismus, der den leiblichen
Ausdruck in einer Prozession findet, zugelassen werden. Durch die
Aufnahme der geheiligten Gaben nähern sich die Gläubigen in
Wirklichkeit, wie es die Kirche immer praktiziert hat, an Christus
an, an Ihn, verkörpert für ihr Heil [66] und für das Heil der Welt
[67]. Raum und Zeit als nicht unterdrückbare Koordinaten des
menschlichen Lebens werden im Hinblick auf dieses Heilswirken von
der eucharistischen Wandlung aufgenommen und umgewandelt. Wenn die
Gestalt des Kirchenraumes diese Verwandlung des Raumes ausdrückt, so
drücken auch die Schönheit und die Gliederung des liturgischen
Jahres, beginnend beim österlichen Triduum bis zum dies Domini und
den liturgischen Zeiten, auf eucharistische Weise die Erlösung von
der Zeit aus: Diese ist nicht mehr nur eine Folge von Augenblicken,
bestimmt zum Vergehen, sondern wird zum Sakrament der Ewigkeit.
A. Die eucharistische Gabe: weder Recht noch Besitz
Der Charakter der eucharistischen Wandlung als eine wahre Gabe, die
die Übertragung der Freiheit des Deus Trinitas in Jesus Christus auf
die Freiheit der Menschen impliziert, fordert, dass seine
Unentgeltlichkeit niemals missverstanden wird. Ihr Mangel verleiht
dem Gläubigen und dem Gottesvolk keinerlei Recht auf die
Eucharistie, auch wenn dies großes Leiden hervorruft.
Aus dem selben Grund kann das Geschenk der Eucharistie niemals
götzenhaft vom Menschen “besessen” werden und verträgt keine quasi
gnostische Haltung mit Herrschaftsanspruch. Auch kann die
eucharistische Anbetung sich nicht in einen Blick auflösen, der die
latens deitas zu verstehen begehrt, auch wenn sich Jesus Christus im
Akt größter Erniedrigung an die Präsenz in Brot und Wein bindet.
A1. Sonntägliche Feiern in Gemeinden, die auf einen Priester warten
Dem Problem des Priestermangels muß im Horizont der Gabe der
Eucharistie mit Mut entgegengetreten werden. Dieser Stand der Dinge
hat zu beachtlicher Steigerung von “sonntäglichen Feiern von
Gemeinden, die auf einen Priester warten” (Wortgottesdienst mit oder
ohne Verteilung der Kommunion, Feier der Stundengebete oder
Andachten) geführt [68] Bei dieser Gelegenheit ist die Zugehörigkeit
jeder Gemeinde, vor allem der Pfarrgemeinden, zu einer Diözese zu
unterstreichen [69]. Die Eucharistie hat in den Teilkirchen nie
gefehlt. Aus diesem Grund ist es gängige pastorale Praxis, zur
Teilnahme an der Eucharistie in einer der Gemeinden der Diözese zu
ermutigen, auch wenn dies ein gewisses Opfer erfordert.
Zweitens ist es nützlich, den Gläubigen den im Hinblick auf die
Eucharistie propädeutischen Charakter jeder sonntäglichen Feier in
Gemeinden, die auf einen Priester warten, hervorzuheben. Dort, wo
eine bestimmte Beweglichkeit nicht leicht wäre, sieht man den Nutzen
dieser Versammlungen gerade in deren Fähigkeit zur Betonung des
brennenden Verlangens des Volkes nach der Eucharistie. Die Opfer bis
hin zum Heroismus, die von vielen verfolgten Christen vollbracht
werden, um die Eucharistie leben zu können, zeigen, wie ihr Mangel
niemals von anderen auch bedeutsamen Riten ausgeglichen werden kann.
Wir wollen in diesem Zusammenhang der außergewöhnlichen
eucharistischen Erfahrung des betrauerten Kardinals Van Thuan
während seiner Inhaftierung Hochachtung erweisen.
A2. Viri probati?
Um dem Priestermangel zu begegnen, treiben einige, die von dem
Prinzip salus animarum suprema lex geleitet werden, die Frage der
Weihe verheirateter Gläubiger mit gelebten Glauben und Tugend, so
genannte viri probati, voran. Die Frage ist oft von der positiven
Anerkennung der Güte der weltlichen Disziplin des priesterlichen
Zölibats begleitet. Jene behaupten jedoch, dass dieses Gesetz nicht
verhindern sollte, die Kirche mit einer bestimmten Anzahl geweihter
Diener Gottes zu versehen, falls der Mangel an Kandidaten für das
zölibatäre Priestertum extreme Ausmaße annehmen sollte. Es ist
überflüssig, an dieser Stelle die tiefgehenden theologischen Gründe,
die die lateinische Kirche dazu veranlassten, die Verleihung des
Priestertums an das Charisma des Zölibats zu binden, zu vertiefen.
Es stellt sich vor allem die Frage: Sind diese Wahl und diese Praxis
auch in extremen Fällen, wie dem erwähnten, pastoral gültig?
Es scheint vernünftig, darauf positiv zu antworten. Das geweihte
Priestertum, das bis ins Innerste mit der Eucharistie verbunden ist,
nimmt an ihrem Wesen als Gabe teil und kann somit nicht Gegenstand
eines Rechtes sein. Wenn das Amtspriestertum ein Geschenk ist, so
fordert es ununterbrochene Nachfrage (vgl. Mt 9, 37-38). Es wird
sehr schwierig werden, die ideale Anzahl von Geistlichen in der
Kirche festzusetzen, da diese keine “Firma” ist, die man mit einer
bestimmten Anzahl “Führungskräften” ausstatten könnte!
Auf praktischer Ebene zwingt die unaufschiebbare Dringlichkeit der
salus animarum, die Verantwortung, die jede Teilkirche in Bezug auf
die Weltkirche und deshalb auch für alle anderen Teilkirchen hat,
vor allem an dieser Stelle stark zu betonen. Deshalb werden die
Vorschläge, die in dieser Synodenversammlung gemacht werden, von
großem Nutzen sein, um die Kriterien für eine angemessenere
Verteilung des Klerus in der Welt zu bestimmen. Der Weg, der
diesbezüglich zurückzulegen ist, scheint noch lang.
Es lohnt vielleicht auch, daran zu erinnern, dass die Vorsehung im
Laufe der Geschichte den prophetischen und erzieherischen Wert des
Zölibats auch unter der Forderung einer besonderen Zugänglichkeit
des priesterlichen Dienstes für das geweihte Leben unter Beachtung
ihres Charismas und ihrer Geschichte vertreten hat. Hier kann man
auf die Praxis der Ordination von Mönchen in den Ostkirchen oder
innerhalb der benediktinischen Tradition verweisen [70].
2. Die Anbetung
Die Eucharistie als echte Gabe, erlaubt es, eben ausgehend von einer
aufmerksamen Betrachtung des Messritus in seinem Wesen als
liturgische Handlung, eine unangemessene Gegenhaltung zu überwinden,
die sich manchmal vom Zeitalter der Moderne ausgehend, zwischen der
Eucharistie als Mahl, das verzehrt werden muss (Gastmahl) und der
göttlichen anzubetenden Präsenz bildet,.
Wenn es stimmt, dass die eucharistische Anbetung im ersten
Jahrtrausend sich nicht in den heute bekannten Formen ausdrückte,
muss man dennoch behaupten, dass jene von Beginn an im Bewußtsein
des Gottesvolkes gegenwärtig war. Das zweite Jahrtausend hat deren
Wert tiefergehend erklärt, nicht ohne Nutzen zu ziehen aus der im
Mittelalter stattfindenden Kontroverse über die Realpräsenz und aus
jener während der Reformation über das Verbleiben Christi in den
eucharistischen Gaben.
Während des letzten Abendmahls ist das Bewusstsein der Tischgenossen
von der konkreten Gegenwart Christi, der sich mit dem konsekrierten
Brot und Wein (vgl. Mk 14,22-24; Mt 26,26-28; 1Kor 11,24-25; Lk
22,19-20) identifiziert und Anbetung fordert, überwältigend. Es ist
also nicht zu leugnen, dass die Praxis der eucharistischen Anbetung,
so wie sie heute in der lateinischen Kirche durchgeführt wird, eine
Angelegenheit, die dem Wesenskern des Glaubens an das eucharistische
Mysterium zugehörig ist, offensichtlicher gemacht hat [71].
Man kann zwischen dem Essen und der Anbetung keine Alternative
setzen, dies würde bedeuten, die Ganzheit der ausgesprochenen
Einheit des eucharistischen Mysteriums nicht in Betracht zu ziehen
[72]. Das eucharistische Mahl ist nicht einzig eine Mahlzeit in
Gemeinschaft sondern ein Geschenk, in dem Christus sich selbst gibt.
Durch die mit dem Essen seines Körpers verbundene Teilnahme an
diesem Geschenk, ist bereits ein Sich- Niederwerfen in Glaube und
Anbetung verbunden [73]. Deshalb sind die Anbetung des
Allerheiligsten, die Feier, aus der es entsteht und in die es mündet
ein Einziges [74]: ”In der Eucharistie muss die Anbetung zur Union
werden”[75] Dieses vollständige Bewußtsein des Gewichts der Anbetung
muss sich bis hin zur künstlerisch-architektonischen Wichtigkeit der
Aufbewahrung des Allerheiligsten in unseren Kirchen ausdrücken [76].
Man muss jedoch mit Entschiedenheit bekräftigen, dass sowohl das
Essen als auch die eucharistische Anbetung immer ein kirchlicher
Vollzug sind [77]. Sie können also nicht als eine Praxis
individualistischer Frömmigkeit verstanden werden. Christus während
der Konsekration und der Kommunion anzubeten und Ihn präsent im
Tabernakel anzubeten, bedeutet, sich als Mitglied seines kirchlichen
Körpers anzuerkennen und sich so zu verhalten. Somit erschöpft sich
die eucharistische Zusammenkunft nicht im Akt des Essens, sondern
ist eine andauernde Zusammenkunft, so wie Kraft der eucharistischen
Gegenwart das andauernde Kommen des Herrn in seine Kirche ist [78].
Im Licht der kirchlichen Natur der Anbetung versteht man besser,
warum die christliche Frömmigkeit die eucharistische Anbetung mit
der “Wiedergutmachung” der Sünden der Welt vereinigt hat: vor dem
Herrn sind wir als Glieder Seines Körpers füreinander verantwortlich
[79].
3. Haltung in Beichte und Buße
Das in der Feier der Eucharistie empfangene Geschenk des Leibes und
des Blutes des Herrn, ist der gipfelnde Ausdruck derer, die sich als
Jünger bekennen und sich in die Gemeinschaft mit Ihm einführen
lassen.
Der radikale Unterschied zwischen Ihm, der sich schenkt und dem, der
das Geschenk empfängt, gut belegt in dem Missverhältnis zwischen dem
unermesslichen Reichtum des österlichen Geschehens und der extremen
Armut des Brotes und des Weines, eröffnet dem Gläubigen das
Bewußtsein für das mysterium tremendum der Eucharistie. Man kann
sich Ihr nicht annähern, ohne die eigene Unwürdigkeit wahrzunehmen
und ohne sich durch die Anrufung zur Vergebung der Sünden darauf
vorzubereiten [80].
So tritt nicht nur die Bedeutung des Aktes der Buße in den
Einführungsriten, die in bestimmten Fällen durch das Besprengen mit
Weihwasser, das auf die Taufe hinweist, feierlich gemacht werden,
sondern vor allem das innerliche Verhältnis zwischen Eucharistie und
dem Sakrament der Versöhnung hervor [81]. Wenn die Gläubigen, die
durch die Taufe in Christus aufgenommen wurden, eine Todsünde
verüben, trennen sie sich von der Gemeinschaft mit Ihm und mit
Seiner Kirche, die ihren vollständigen Ausdruck in der sakramentalen
Kommunion findet [82]. Dennoch verläßt sie der barmherzige Vater
nicht, sondern mittels der von Jesus selbst [83] gewollten Medizin,
lädt er sie zum freien, persönlichen und demütigen Schuldbekenntnis
ein, um sie mit einer kräftigeren Umarmung wieder aufzunehmen -
durch die Reue, das Bekenntnis der Sünden, die Lossprechung seitens
des Priesters, der auch hier in persona Christi capitis agiert, und
der Buße [84]- in der Gemeinschaft mit Ihm, der sich auf alle Brüder
ausweitet. Aus diesem Grund kann eine angemessene eucharistische
Katechese niemals von dem Vorschlag eines Weges der Buße getrennt
werden (vgl. 1 Kor 11, 27-29) [85].
In der Einstellung zur Beichte hat auch das eucharistische Fasten
seine Wurzeln, dem in dieser Versammlung einige Überlegungen zu
widmen nützlich wäre.
A Die geschiedenen Wiederverheirateten und die Kommunion
In dieser Hinsicht verdient der besondere Umstand, in dem die
wiederverheirateten Geschiedenen berufen sind, die kirchliche
Gemeinschaft zu leben, außergewöhnliche Aufmerksamkeit.
Niemandem verbirgt sich die weitverbreitete Tendenz, fern der
kirchlichen Lehre, die Kommunion den wiederverheirateten
Geschiedenen zu gewähren.
Man muss feststellen, dass der Grund dieser Tendenz nicht nur
Oberflächlichkeit ist. Über die zu beachtenden unterschiedlichen
Situationen auf den verschiedenen Kontinenten hinaus, muss man
anerkennen, dass - vor allem in Ländern mit langer christlicher
Tradition - sich nicht wenige Getaufte aufgrund einer automatischen
Zustimmung zur Tradition, in der Gemeinschaft der sakramentalen Ehe
vereint haben. Viele von diesen lassen sich scheiden und heiraten
erneut. Einige, die ein christliches Leben praktizieren, äußern
starkes Unbehagen und manchmal bemerkenswerten Schmerz angesichts
der Tatsache, dass die Vereinigung, die einer Hochzeit folgt, ihnen
die volle Teilnahme an der sakramentalen Wiederversöhnung und der
Kommunion verwehrt. Wertvolle doktrinale und pastorale Anweisungen
wurden von Familiaris consortio und von anderen Dokumenten gegeben
[86]. Es ist notwendig, dass die gesamte christliche Gemeinschaft
die geschiedenen Wiederverheirateten in dem Bewusstsein, dass sie
nicht von der kirchlichen Gemeinschaft ausgeschlossen sind,
auffängt. Ihre Teilnahme an der Feier der Eucharistie erlaubt in
jedem Fall jene geistliche Kommunion, die wenn sie entsprechend
gelebt wird, ein Echo auf das Opfer Jesu Christi selbst gibt.
Andererseits ist die Kirchenlehre nicht nur darauf ausgerichtet, das
Umsichgreifen einer Mentalität zu verhindern, die gegen die
Unlösbarkeit der Ehe und den Skandal des Volkes Gottes ist. Sie
stellt uns hingegen der Anerkennung der objektiven Verbindung, die
das Sakrament der Eucharistie mit dem gesamten Leben des Christen
und im Besonderen mit dem Sakrament der Ehe eint, gegenüber [87].
Tatsächlich entspringt die Einheit der Kirche, die immer Geschenk
ihres Bräutigams ist, beständig aus der Eucharistie (vgl. 1 Kor 10,
17). Deshalb ist in der christlichen Ehe kraft der sakramentalen
Gabe des Heiligen Geistes das eheliche Band mit seinen Eigenschaften
Öffentlichkeit, Treue, Unlösbarkeit und Fruchtbarkeit, innerlich mit
der Einheit zwischen dem Bräutigam Christus und seiner Braut, der
Kirche, verbunden. (vgl. Eph 5,31-32) [88]. Auf gleiche Weise hat
das gegenseitige Versprechen, das Ehemann und Ehefrau sich in
Christus, der sie in Gemeinschaft des Lebens und der ehelichen Liebe
anerkennt, geben, eine sozusagen eucharistische Ausprägung.
In der gegenwärtigen Versammlung sind trotzdem weiterhin die
komplexen und sehr differenzierten Fälle, die objektiven Umstände
zur Überprüfung der vermutlichen Nichtigkeit einer
vorschriftsmäßigen Ehe zu vertiefen und zu beachten. Eine
Überprüfung, die um das öffentliche, kirchliche und soziale Wesens
eines ehelichen Einvernehmens zu respektieren, nur einen
öffentlichen, kirchlichen und sozialen Charakter haben kann [89].
Folglich muss die Anerkennung der Nichtigkeit einer Ehe eine
objektive Instanz einschließen, die sich nicht auf das Gewissen der
Eheleute reduzieren darf, nicht einmal wenn diese von Ratschlägen
eines erleuchteten geistlichen Begleiters unterstützt werden.
Genau deshalb ist es trotzdem unerläßlich, das Neubedenken der Natur
und der Handlungen der kirchlichen Tribunale weiterzuführen, damit
sie immer stärker Ausdruck des normalen pastoralen Lebens der
Ortskirche werden [90]. Über die ständige Kontrolle der Zeiten und
der Aufwände hinaus, kann über juristisch vereinfachte Gebilde und
Verfahren, die wirkungsvollerweise der pastoralen Obhut unterliegen,
nachgedacht werden. Auch die bedeutenden Erfahrungen in Bezug auf
verschiedene Diözesen fehlen nicht. Die Synodenväter dieser
Versammlung werden die Gelegenheit haben, diese auch über weitere zu
berichten.
Entscheidend bleibt in jedem Fall die normale pastorale Tätigkeit
der zurück liegenden, kommenden und unmittelbaren Vorbereitung der
Verlobten auf die christliche Ehe, sowie auch die tägliche
Begleitung im Leben der Familien innerhalb des großen kirchlichen
Hauses. Abschließend haben die Sorge und Höherbewertung der vielen
Initiativen, die darauf ausgerichtet sind, die geschiedenen
Wiederverheirateten in einem Leben in der christlichen Gemeinschaft
zu begleiten, mit Ergebenheit in das Opfer, das objektiv von ihnen
gefordert wird.
4. Ite missa est
Die Eucharistie ist die Speise des Lebens für die Gläubigen auf
ihrem Glaubensweg im christlichen Leben. Man trifft auf eine
Wahrheit, im Besonderen in der liturgischen Tradition der orthodoxen
Kirche, in der man nicht aufgehört hat, diese vorzuschlagen [91].
Der Akt des Lobes und der Ehre, der immer wieder in der Liturgie
erneuert wird, erinnert an das Paschamahl Christi und reichert die
Gläubigen in einzigartiger Weise an. Dies zeigt sich nicht nur in
der Danksagung nach der Kommunion, die nach der kirchlichen
Empfehlung in Stille vollzogen wird oder von einem meditativen
Gesang begleitet wird, sondern es drückt sich gänzlich aus im
Gegebenen dieser Kommunion mit allen Menschen. Dieses Ergebnis der
teilnehmenden Eucharistie hat nicht nur den Charakter von einem
“müssen”, sondern von einem freigebigen Zeugnis der progressiven
Verwandlung der eigenen Existenz, herausgenommen aus der Möglichkeit
des sakramentalen Geschenkes, inbegriffen die menschliche Freiheit,
gegeben an alle [92].
Dieses Zeugnis entpricht also dieser “logikē latreía”,durch die die
Gemeinschaft mit Christus alle Beziehungen und Gegebenheiten
betrifft , die sich in den Bereichen des menschlichen Lebens
ereignen. Im vergangenen und gegenwärtigen Leben der Kirche ist der
Martyrer eine bespielhafte Figur eines solchen Zeugnisses, wie
Christus selbst macht er aus dem eucharistischen Auftrag seines
eigenen Lebens eine dem Vater gern gesehene Gabe.
Auf diese Weise und mit Selbstverständlichkeit durchdringt die
Eucharistie das persönliche, gemeinschaftliche und soziale Leben und
verändert es. Darin besteht hauptsächlich die evangelisierende
Mission der Kirche [93].
II. Ars celebrandi und actuosa participatio
Aus dieser zentralen Vision der Eucharistie als eine kirchliche
Handlung, die sich in der Einheit des eucharistischen Ritus
ausdrückt - dessen Kern die Liturgie des Wortes ist, die im
Wesentlichen der Liturgie der Eucharistie untergeordnet ist [94],
ist ein mit Anbetung aufgenommenes Geschenk, das ein Akt der
Bekehrung verlangt und zur Sendung aufruft -, kommt eine Tatsache
hervor, die es verdient besonders hervorgehoben zu werden.
Zu behaupten, dass die Eucharistie Ursprung und Höhepunkt des Lebens
und der Sendung der Kirche ist, bedeutet vor allem den notwendigen
Gehorsam der Kirche selbst gegenüber dem Sakrament der Eucharistie
zu erkennen. Darin drückt sich der Vorrang der traditio über die
receptio aus: beim letzten Abendmahl hat Jesus die Initiative
übernommen und sich den Seinen ausgeliefert; beim Übergang vom
letzten Abendmahl zur kirchlichen Liturgie, erklärt uns Paulus, dass
er uns das weitergibt, was er selbst erhalten hat (vgl. 1 Kor
11,23); in der Unterscheidung und in der Reihenfolge der
liturgischen Reformen ist das Führungskriterium immer der Vorrang
der traditio [95]. Trotzdem erlebt die Gemeinschaft in jeder Feier
der Eucharistie dieselbe Erfahrung, die bereits die Apostel im
Abendmahlssaal gemacht haben: die Gläubigen sind berufen den zu
empfangen, der sich ihnen schenkt.
Dieses grundlegende Element des eucharistischen Aktes führt zu einer
wichtigen pastoralen Konsequenz: die Notwendigkeit, jede
Zweideutigkeit zwischen der Kunst des Feierns und der aktiven
Teilnahme zu überwinden. Die bewusste aktive und fruchtbare
Teilnahme des Gottesvolkes [96] - vor allem an der sonntäglichen
Messe - entspricht wirklich der angemessenen Feier der Heiligen
Geheimnisse. Wieder einmal kommt der Geschenkcharakter der
Eucharistie in den Vordergrund. Wenn man die Kunst der Feier
sachlicher Weise pflegt, kann die Teilnahme an der Feier wirklich
plena, conscia und actuosa werden.[97] Es handelt sich darum, dem
eucharistischen Ritus in seiner außerordentlichen Vollkommenheit zu
gehorchen und dabei seine kanonische und konstitutive Kraft zu
erkennen, die nicht aus reinem Zufall seit 2000 Jahren das Dasein
der Heiligen Kirche Gottes sicherstellt.
Dieses Kriterium muss unter Rücksichtnahme der verschiedenen
kulturellen Sensibilitäten die Weise orientieren, in der man die
Teilnahme aller Gläubigen am Ritus selbst erfordert. Um nicht zu
einer einfachen Wiederholung von Formen und Gesten zu werden,
verlangt sie die bewusste Hingabe seiner selbst von jedem Gläubigen,
der auf diese Weise das allgemeine Priestertum des Gottesvolkes, das
in der Taufe beginnt, in die Tat umsetzt. In diesem Zusammenhang
versteht man auch den wertvollen und kostbaren Nutzen der
liturgischen Normen, die der Heilige Stuhl, die Bischofskonferenzen
und die Ordinarien den Kirchen zur Verfügung stellen.
In diesem Rahmen sollten auch alle Ämter und Aufgaben, die mit dem
liturgischen Ritus verbunden sind, verstanden und gelebt werden.
Ihre Funktion ist nicht die Gratifikation derer, die sie ausüben,
das heißt eine rein äußerliche, wie eine falsche Auffassung der
aktiven Teilnahme der Gläubigen glauben läßt. Ihr grundliegendes
Wirken hat den Zweck der ganzen Gemeinde die objektive Schönheit und
Würde der Feier zu versichern [98].
Ohne weiter in die wichtigen und spezifischen Probleme einzudringen,
ist es nützlich, in diesem Bericht auch daran zu erinnern, dass die
Kunst im Dienste der eucharistischen Handlung - vor allem, was die
kirchliche Ausstattung [99] betrifft - so wie der Gesang und die
Musik ihrerseits von der Kunst des Feierns hell erleuchtet werden.
Sie wirken zusammen in der aktiven Teilnahme, wenn diese objektive
Kunst des Feierns respektiert wird [100].
Drittes Kapitel
Die Anthropologische, kosmologische und soziale Dimension der
Eucharistie
I. Zwei Voraussetzungen
Die Betrachtung des eucharistischen Ritus als eine sakramentale
Handlung, die alleine in der Lage ist, die Eucharistie als Ursprung
und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche zu
rechtfertigen, wäre unvollständig, wenn ihre Kraft, das persönliche
und gemeinschaftliche Leben der Gläubigen zu verändern, sich nicht
zeigen würde, und durch sie ihre Fruchtbarkeit gegenüber der
Menschenfamilie und der Völker. Anders gesagt beeinflusst die
Eucharistie dadurch, dass sie dem menschlichen Dasein eine
eucharistische Form gibt, nicht nur die Person und die kirchlichen
Gemeinschaften, sondern durch sie auch die Gesellschaft, die Kultur
und bestimmt das Verhältnis des Menschen zum Kosmos.
1. Eucharistie und Evangelisierung
Die Einzigartigkeit des Osterereignisses, von dem die tiefgreifende
Einheit von Eucharistie und Kirche ausgeht, die von diesem einzigen
Akt des Kultes, und zwar vom eucharistischen Ritus bezeugt ist,
erzeugt auch die tiefe Einheit von Leben und Sendung des Christen
und der ganzen Kirche. Das gemeinsame Zeugnis von der
verdienstfreien und befriedigenden Begegnung mit Christus mündet in
die Verkündigung und Einladung an alle Mitmenschen, niemand
ausgeschlossen, am Leben der christlichen Gemeinde teilzunehmen. In
dem sie innerhalb der Gemeinde die Erziehung zur Unentgeltlichkeit,
zum christlichen Denken zur Universalität suchen, werden die
Christen dazu angeleitet, sich zusammen mit den Mitmenschen auf
kultureller, ökologischer und sozialer Ebene einzusetzen.
Das so wahrgenommene persönliche und gemeinschaftliche Leben im
christlichen Sinne (eucharistische Spiritualität), vollzieht im
Konkreten die Evangelisierung und Neuevangelisierung, in der immer
auch die Förderung der Menschen impliziert ist.
2. Eucharistie, Interkulturalität und Inkulturation
Die Evangelisierung fand, bedingt durch die Natur des Menschen und
kraft der Dynamik der Fleischwerdung, seit Beginn der Geschichte
statt und ist dazu berufen, mit den verschiedensten Kulturen zu
interagieren. Man kann deshalb die Sorgfalt, die nach dem II.
Vatikanischen Konzil von den verschiedenen Kirchen auf den Prozess
der Inkulturation der liturgischen Riten gelegt wurde, verstehen.
Diese Dringlichkeit wurde in den letzten Jahrzehnten vielmals von
der Kirchenlehre bekräftigt [101]. Es lohnt daran zu erinnern, dass
die entscheidende Bedingung für die notwendige Entwicklung dieses
wichtigen Prozesses, der es aufgrund seiner Natur erfordert, einer
kontinuierlichen Überprüfung unterworfen zu werden, die
vorausgehende Erkenntnis der Interkulturalität des gefeierten
Ereignisses ist. Die Eucharistiefeier repräsentiert das österliche
Geschehen, das für sich selbst die Voraussetzungen seiner
Mitteilbarkeit an alle Kulturen festsetzt. Dies ist durch die
weltweite Einzigartigkeit der Person und der Geschichte Jesu
Christi, der gerade durch die Fleischwerdung die vollständige
menschliche Verfassung annimmt, möglich geworden. Um die
interkulturelle Dimension der Eucharistie auszudrücken, ist der
Gebrauch der lateinischen Sprache - vor allem anlässlich großer
internationaler Feierlichkeiten oder in Kirchen mit vielen
ausländischen Besuchern - wertvoll.
Angesichts dieser Tatsache können der Gebrauch der mundartlichen
Sprachen und die wohlbedachte Anwendung von Ausdrucksformen im
Ritus, in den Kirchen, in der Einrichtung und in den Gesängen zur
Feier der eucharistischen Handlung, welche in jedem Fall und auf
jedem Breitengrad die einzige von Christus gestiftete [103]
Eucharistie bleiben muss, fruchtbarer und paradigmatischer Ausdruck
der Wichtigkeit der Inkulturation für die Evangelisierung werden
[103]. Wenn die Bedingung zur Inkulturation die Anerkennung der
Interkulturalität des gefeierten Mysteriums ist, so impliziert jede
Inkulturation aufgrund ihrer Natur eine fortdauernde Evangelisierung
der Kultur selbst. Dies entbehrt nicht einer unvermeidlichen
“kritischen” Distanz gegenüber der Kultur, in der eine bestimmte
christliche Gemeinschaft lebt und feiert. In der ausgeglichenen
Beziehung zwischen Evangelisierung und Inkulturation, versichert
durch die interkulturelle Natur der Eucharistie, findet auch der
interreligöse Dialog seinen Raum [104]. Es handelt sich um einen dem
Glauben der christlichen Gemeinschaft innewohnenden Moment in
missionarischem Zusammenhang, entscheidend vor allem auf dem stark
bevölkerten asiatischen Kontinent. In diesem Zusammenhang lohnt es,
mit Aufmerksamkeit auf die Ostkirchen zu blicken, um Nutzen aus
ihrer Erfahrung zu ziehen.
II. Die anthropologische Dimension der Eucharistie
Wenn die Eucharistie ein Geschenk des sakramentalen Zusammentreffens
zwischen dem Menschen und Gott in Jesus Christus ist, der “wirklich
freimacht” (Joh 8, 36), so besitzt dieses Geschehen aus seiner Natur
heraus eine grundlegende anthropologische Dimension.
Die Transformation der Existenz, als Werk der eucharistischen
Handlung, zeigt sich vor allem im Eifer der Christen in der
Nachfolge Christi. Oft betonte Paulus, dass sich die Existenz der
neuen Kreatur vollständig in Christus vollzieht (vgl. Röm 6, 11; Gal
2, 20) [105]. In der Gemeinschaft mit dem Leib und dem Blut Christi
kommt der Deus Trinitas dem Menschen entgegen. Sein Einbruch in die
Alltäglichkeit eröffnet dem Menschen die Möglichkeit, sich nicht
wieder in der eigenen Endlichkeit und der eigenen Sünde einschließen
zu lassen.
Dieses persönliche Geschenk breitet sich natürlicherweise in der
Gemeinschaft der Christen aus: die Einheit der Kirche, die wir schon
genannt haben, ist die res des Sakraments. Wie die
neutestamentlichen Erzählungen hinsichtlich der urchristlichen
Gemeinschaft dokumentieren, versichert die sakramentale Schöpfung
die Objektivität der Kommunion, die dazu neigt, sämtliche geistigen
und materiellen Aspekte des Daseins der Christen zu durchdringen
(vgl. Apg 2,42-44; 4,32-33) [106].
Glaubenslehre, Moral, Askese und Spiritualität sind keine Ausdrücke
einer unbestimmten Religiosität, sondern kraft ihrer eucharistischen
Wurzeln werden sie einheitliche Ausdrucksformen der Erfüllung des
Planes Gottes in jeder Person und in der gesamten Geschichte:
“Christus zum Herz der Welt machen”[107]. Auf dieses Weise ist das
gesamte Leben als Berufung konzipiert und dies erlaubt jene imitatio
Christi, die im Laufe der Jahrhunderte von den Heiligen in
verschiedenen Lebenslagen bezeugt worden ist. Das christliche Dasein
vollzieht sich auf den Spuren des Meisters, gebunden an die Ewigkeit
und doch in verantwortungsvoller und konstruktiver Weise achtsam auf
jede Kehrseite des Lebens[108].
Verkündigung und Zeugnis, Katechese, persönliche und
gemeinschaftliche christliche Erziehung, Teilnahme am Menschen mit
seinen Ausdrucksformen in Gefühlen, Arbeit und Erholung bis hin zur
Konfrontation mit den brennenden anthropologischen Fragen, die heute
das humanum aufrütteln (Liebe, Ehe, Familie, Leben, Krankheit, Tod),
sind für den Christen Aspekte, die objektiv in der sonntäglichen
Feier der Eucharistie impliziert sind.
III. Die kosmologische Dimension der Eucharistie
In der eucharistischen Handlung, die sich in letzter Instanz auf die
Einheit in Jesus Christus aus Priester, Opfer und Altar, stützt, ist
die neue Kreatur veranlasst, unaufhörlich ihr Verhältnis mit der
Materie und dem Kosmos zu erneuern [109]. Der Heilige Paulus macht
das Verhältnis zwischen der fruchtbaren Mühe der neuen Kreatur und
der der neuen Schöpfung offensichtlich (vgl. Röm 8, 19-23; 2 Kor 5,
17). Anthropologische und kosmologische Mühen sind in der immer
bevorstehenden eschatologischen Perspektive vereint. Es ist wichtig,
die kosmologische Dimension der Eucharistie hervorzuheben, wie sie
seit der Antike die Ausrichtung des christlichen Gotteshauses
dokumentiert.
Die eucharistische Form des Daseins verpflichtet dazu, von der
Wurzel an, zwei große Risiken, die das Verhältnis Mensch-Kosmos,
wenigstens anfänglich, schwer gefährden könnten, zu vermeiden.
Auf der einen Seite das Risiko eines erbitterten Anthropozentrismus,
der aus dem Menschen den absoluten Herrscher über die Schöpfung
macht. In der Darbringung der Gaben (die Früchte der Erde und der
menschlichen Arbeit: das Brot und der Wein, dem man das Wasser
hinzugibt), drückt sich explizit aus, dass die Handlungsträger des
Verhältnisses Mensch-Schöpfung nicht nur zwei sind, die Gemeinschaft
der Menschen und der Kosmos, sondern drei. In der Bestätigung
dessen, was schon der zweite Schöpfungsbericht (vgl. Gen 2, 4b-25)
beinhaltet, gibt es einen Dritten, der Mensch und Schöpfung in
Beziehung setzt: Gott, der den Menschen von Beginn an in den
“Garten” setzt, dass er ihn bebaue und behüte. Mensch und Kosmos
sind in der einzigen, von Gott geführten historia salutis vereint.
In der Erlösung eröffnet Christus dem Menschen und dem Kosmos durch
das definitive Herabsetzen jeglicher anthropozentristischer
Selbstgenügsamkeit, die Perspektive der endgültigen Verherrlichung.
Andererseits schließt das ausgeglichene Verhältnis zwischen Gott,
dem Menschen und dem Kosmos - ausgedrückt von der Eucharistie -
jeden Biozentrismus und Ökozentrismus aus, der dazu führen würde,
jede ontologische und wertmäßige Unterscheidung zwischen dem
Menschen und den anderen Lebewesen abzuschaffen [110].
Die kosmologische Dimension der Eucharistie findet im Leben des
Heiligen Franziskus von Assisi ein sehr bedeutsames Sinnbild. Der
bekannte Sonnengesang erscheint als eine kraftvolle und poetische
Dokumentation der Position des Menschen, der ein eucharistisch
bestimmtes Dasein führt und deshalb jede Kreatur in ihrer Verbindung
mit Gott wahrnimmt: “Laudato sii mi’ Signore cum tucte le tue
creature”. Das Bewusstsein des Heiligen Franziskus drückt die
Haltung der Dankbarkeit Gott gegenüber durch und mit allen Dingen
aus. Dankbarkeit, die er gerade durch das eucharistische Mysterium
erlernt, von dem er zu in seiner Zeit in Beachtung der Dekrete des
IV. Laterankonzils nicht zufälligerweise bewunderter Sänger und
Verteidiger war [111].
Die gemeinschaftliche Dimension der eucharistischen Handlung
verpflichtet die Christen darüber hinaus, nicht zu vergessen, dass
Schöpfung und Kosmos ein universales Gemeingut sind und dass die
Verpflichtung demgegenüber sich nicht nur auf die gegenwärtigen
Bedürfnisse erstreckt, sondern auch auf die zukünftigen. Deshalb
nimmt die Verantwortung gegenüber der Schöpfung die Form einer Sorge
an für diese unsere Wohnung, welche im übertragenden Sinn ihren
Körper ausdehnt, und muss angemessene Anpassungen auf
erzieherischer, sozialer und juristischer Ebene finden, die deren
gleichzeitige Bedeutung als Wohnung und Ressource respektieren
[112]. Auch das christliche Gotteshaus und in ihm die Kapelle oder
der Bereich der Aufbewahrung und Anbetung, der mit dem Tabernakel
die Sorge für die Wohnung des eucharistischen und kirchlichen Leibes
Jesu Christi ausdrückt, können wertvolle erzieherische Quellen der
kirchlichen Versammlung für ein richtiges Verhältnis zwischen Mensch
und Schöpfung werden.
IV. Die soziale Dimension der Eucharistie
Die vollständige Hingabe Seiner Selbst, die Christus auf
eucharistische Weise den Menschen aller Zeiten versichert, ist das
Heil aller. In diesem Sinne ist die Eucharistie für die ganze Welt.
Die synoptischen Evangelien erinnern im entscheidenden Gleichnis vom
guten Samen und dem Unkraut daran, dass die Verpflichtung zur
Nachfolge Christi die Welt als ihren Acker hat (Mt 13, 38). Es
springt somit ins Auge, dass die Eucharistie eine innerste soziale
Dimension hat, die untrennbar von der kosmologischen und
anthropologischen ist.
Die Kirchengeschichte, reich an Werken der Nächstenliebe und
kreativer Entwicklungen in Einrichtungen ziviler und politischer
Bedeutung ist, dokumentiert dies mit einer Fülle an Elementen. Es
wird in der Arbeit dieser Tage nicht der Anlass für eine weitere
Bestätigung durch die hier vertretenen Teilkirchen fehlen.
Die Liebe ist notwendigerweise eucharistisch [113], wie auch die
Eucharistie Liebe ist [114]. Die Almosen, die die Gläubigen
anläßlich der sonntäglichen Feier verrichten, zeigen mit Klarheit
die Wichtigkeit dieser Verbindung auf. Unter den unzähligen
Zeugnissen der Heiligkeit, gebunden an die Nächstenliebe, wollen wir
der Seligen Teresa von Kalkutta gedenken. Ihr Charisma, das tief vom
Verhältnis mit der Eucharistie gezeichnet ist, erkannte die Liebe
Gottes als unerschöpfliche Quelle der Anteilnahme an den ärmsten und
verlassensten dem Tode Geweihten.
In der heutigen schwierigen Lage, die gekennzeichnet ist durch den
gewaltsamen Übergang von der Moderne zur einem neuen kulturellen und
geopolitischen Gefüge (Postmoderne?), erscheinen die sozialen
Dringlichkeiten, denen sich ein Christ, der sein Dasein in
eucharistischer Form lebt, stellen muss, besonders akut und
differenziert. Die Globalisierung, die Gesellschaft des Internets,
die neuen Horizonte, die sich mittels der Biotechnologie eröffnen
und der Prozess der unvermeidbaren Vermischung von Völkern und
Kulturen, die leider von Kriegen, Terrorismus und unmenschlichen
Gewalttaten begleitet sind, lassen die Notwendigkeit von sozialer
Gerechtigkeit und Frieden unaufschiebbar werden.
Die nicht seltene Situation der Armut und das örtliche Elend, zu dem
ein Großteil der Weltbevölkerung, vor allem in Afrika verdammt ist,
bilden eine Wunde, die erbarmungslos die Echtheit, mit der die
Christen aller Breitengrade die Eucharistie leben, beurteilt. Die an
jedem Sonntag, an jedem beliebigen Ort der Erde stattfindende
Zusammenkunft, um am gleichen Leib und dem gleichen Blut Christi
teilzuhaben, erlegt das Muss eines zähen Kampfes gegen alle Formen
wirtschaftlicher, sozialer und politischer Ausgrenzung und
Ungerechtigkeit und Erschwerung auf, denen unsere Brüder und
Schwestern, vor allem Frauen und Kinder, unterworfen sind. Die
Formen dieses Krieges erfordern angemessene Kriterien, die dem
proportionierten Verhältnis zwischen Nächstenliebe und Gerechtigkeit
entstammen, das die Eucharistie seit den Zeiten der Apostel als
notwendig für das gesellschaftliche Leben fordert (vgl. 1 Kor 11,
17-22; Jak 2, 1-6). Die christliche Gemeinschaft muss, im
Bewusstsein ihrer einzigartigen Natur, mit geeigneten Analysen und
durch Ausarbeitung der nötigen Unterscheidungen, um die passenden
Mittel zur Begegnung mit dem Bösen, das heute planetarische Ausmaße
angenommen hat und mehr denn je in der Gegenwart Gottes nach Rache
ruft (vgl. Gen 4, 10) zu finden. Es scheint offensichtlich, dass die
Konfrontation mit einer so wichtigen Frage, wie der der sozialen
Gerechtigkeit nicht von der unermüdlichen Pflicht, Frieden zu
schaffen, zu trennen ist. Weiterhin gründet sich das Verhältnis
Frieden-Eucharistie, das gut im lateinischen Ritus der brüderlichen
Umarmung, die der Kommunion vorausgeht, ausgedrückt wird, basierend
auf der unerschütterlichen Überzeugung, dass Christus selbst unser
Frieden ist (Eph 2,14). Die eucharistische Wurzel der Handlungsweise
eines Christen für den Frieden, stellt ihn in den Schutz vor zwei
schweren Hinterhalten. Die des utopischen Pazifismus einerseits und
die einer Art Realpolitik, die den Krieg als unvermeidbar ansieht,
auf der anderen Seite. Der Frieden hingegen ist eine schwierige
Aufgabe, die uns immer vor Augen steht, und mit Geduld jeden Tag in
der eigenen Person und in allen Verhältnissen, beginnend bei den
familiären, über die der direkten Umgebung bis hin zu der
internationalen Ebene verfolgt werden muss.
Diese entscheidenden sozialen Implikationen der eucharistischen
Handlung erfordern den Beitrag der Christen, um in den verschiedenen
Kulturräumen der Menschheit eine Zivilgesellschaft aufzubauen.
Basierend auf den Prinzipien Solidarität und Subsidiarität, die
Konstitutive der Kirchenlehre sind, treiben die Christen eine
Zivilgesellschaft voran, die sich auf die Würde und auf die Rechte
der Person stützt, zunächst auf das Recht auf Religionsfreiheit und
auf die der mittleren Körperschaften, im Besonderen die der Familie.
In die gleiche Richtung weisend, tragen die Christen, gemeinsam mit
allen Menschen guten Willens und unter Beachtung der heutigen meist
pluralistischen Gesellschaften zur Förderung staatlicher und
internationaler Institutionen bei, die eine gute Regierung
unterstützen würden. Über die Förderung und Regelung eines guten
Lebens auf der Ebene einzelner Nationen hinaus, müssen diese zur
nunmehr unaufschiebbaren Notwendigkeit der Schaffung einer neuen
Weltordnung, die auf geteilten und verpflichtenden Regeln beruht und
allen Völkern die Möglichkeit einer ausgewogenen und vollständigen
Entwicklung natürlicher und menschlicher Ressourcen garantiert,
beitragen.
Schluß
Das eucharistische Dasein in den gegenwärtigen Bemühungen
I. Zusammenfassung
In dem Zusammentreffen in Freiheit, das die eucharistische Handlung
versöhnt, erneuert sich seit 2000 Jahren mit besonderer Intensität
im Ritus der Eucharistie die menschliche Erfahrung des Staunens.
Gerade in der Verwirklichung des Ritus, durch die Erniedrigung des
Sohnes, am Kreuz gestorben, auferstanden und durch die Gabe des
Heiligen Geistes, zeigt, schenkt und teilt sich der Vater dem
Menschen mit. Im Lobpreis und in der Eucharistie, im Hören des
Wortes und im Vollzug des Opfers, kann der treue Anbeter des wahren
Gottes nach dem confiteor mit dem Leib kommunizieren, der in Kraft
des unwiederholbaren österlichen Geschehens erlöst und gesandt
wurde, die Erlösung der ganzen Welt zu bezeugen.
Die Eucharistie wird in der gleichen Handlung, in der sie gefeiert
wird, gleichzeitig Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung
der Kirche. Das österliche Geschehen, Eucharistie und Kirche
verwirklichen in solcher Weise die konkrete Gestalt, in der die
Dreieinigkeit im Lauf der Geschichte den Menschen zu ihrer Rettung
entgegenkommt.
Die Wunder der göttlichen Gnade sind in den heiligen Gaben des
Brotes und des Weines, gewandelt zu Leib und Blut Christi,
eingeschlossen. In ihnen verbleibt der Mensch gewordene, gestorbene
und wiederauferstandene Sohn Gottes, der sich freiwillig gegeben
hat, in Erwartung einer Antwort des Menschen. Die Kirche feiert
diese Mysterien, sie nährt sich von dieser himmlischen Speise und
betet es in der Anerkennung des sakramentalen Jesu als den Weg zu
Wahrheit und Leben an.
Der Mensch, der durch die Gnade diese Gabe aufnimmt, macht jedes Mal
eine einzigartige Erfahrung. Die liebevolle Barmherzigkeit der
Dreieinigkeit bricht in das mechanische Aufeinanderfolgen von
Augenblicken seiner Zeit ein, erzeugt eine wohltuende
Diskontinuität, die eine Entscheidung fordert. Im Bewußtwerden des
abgrundtiefen Unterschiedes zwischen der unendlichen Freiheit
Gottes, der sich auf eucharistische Weise schenkt, und der so
geringen menschlichen Freiheit, verliert sich der Gläubige in
Christus, wandelt sein Dasein in ein lebendiges Opfer um.
Dies nimmt auf persönlicher und sozialer Ebene eine wahre und
wirkliche eucharistische Form an.
Die Wesensart der Christen und der Gemeinschaft der Gläubigen lebt
von dieser eucharistischen Form, die fortlaufend die Rhythmen des
persönlichen Daseins darstellt, während sie zur Erschaffung eines
guten Lebens, auch auf sozialer Ebene, beiträgt. Die Geburt, das
Wachsen, die Erziehung, das Lieben, das Leiden und das Sterben sind
von der eucharistischen Macht gekennzeichnet, die sich in den sieben
Sakramenten ausdrückt und kraft der Eucharistie, werden das
christliche Leben und das der Gemeinschaften auf wohltuende Weise
von der Aufnahme der Gaben des Geistes, aus dem Zuwachs an Tugenden,
aus der Entdeckung, dass die Gebote Gottes, wenn ihnen wirklich
gehorcht wird, die Erfüllung der Liebe sind, beeinflußt. Es erneuert
sich in der Tiefe das Verhältnis des erlösten Menschen mit dem
Kosmos, während die Christen mit immer wieder neu entstehender
Energie zu einem radikalen Einsatz für soziale Gerechtigkeit und den
Aufbau von Frieden angetrieben werden.
Vor allem in diesen Zeiten besonderer Bemühungen, die alle
Kulturräume der Welt betreffen, wird der Christ, der sein eigenes
gemeinschaftliches Dasein in eucharistischer Form lebt zu einem
unermüdlichen Verkündiger und Zeugen Jesu Christi und seines
Evangeliums und zwar in allen Bereichen der menschlichen Existenz:
vom Wohngebiet bis zur Schule, in der Arbeit, in der Welt der
Kultur, der Wirtschaft, der Politik, der sozialen Kommunikation,
usw.
Die auf eucharistische Weise gegründeten christlichen Gemeinden
werden Orte, an denen jeder Mensch die Erfahrung machen kann, dass
die Nachfolge Christi das ewige Leben eröffnet, indem sie schon vom
Innern der Geschichte das hundertfache bietet (vgl. Mt 19, 29).
Frauen und Männer jeden Standes, jeder Rasse und Kultur können in
jedem Moment ihres Lebens, andere Männer und Frauen treffen,
Christen, die kraft des eucharistischen Daseins, sich ihnen als
diskrete Weggefährten auf einem Weg der Freiheit präsentieren.
II Ein abschließender Wunsch
Diese eucharistische Gestalt der Persönlichkeit und der christlichen
Gemeinschaft ist keine Utopie. Sie lebt schon vollständig in Maria,
der eucharistischen Frau. Wegen ihres fiat ist Maria Sinnbild der
eucharistischen Gabe ihrer selbst und der unbefleckten Kirche. Die
Väter und die Kirchenlehre haben immer das untrennbare Verhältnis
zwischen Maria und der Kirche betont [115]. In seiner Definition als
eucharistische Frau [116] hat Johannes Paul II. die Form dieses
Verhältnisses beim Namen genannt. Dieses erblüht tatsächlich aus der
einzigartigen Teilnahme der Mutter an der vollendeten Gabe des
Sohnes, Seiner selbst.
Bitten wir die unbefleckte Jungfrau und alle Heiligen, dass die
Arbeiten dieser Synodenversammlung sich im wohltuenden Horizont
dieser eucharistischen Form vollziehen mögen.
[1] Johannes Paul II., Ecclesia de Eucharistia 6.
[2] Vgl.ebd., 5-6.
[3] Vgl.Johannes Paul II., Redemptor hominis 10.
[4] Johannes Paul II., Ecclesia de Eucharistia 6: Dieses“Staunen”
über die Eucharistie wünsche ich mir mit der vorliegenden Enzyklika
wiederzuerwecken, in Fortsetzung jenes Erbes des Jubiläums.
[5] Vgl. Missale Romanum, Oratio Post Communionem, I Dominica
Adventus.
[6] Gaudium et spes 22.
[7] Vgl. Gaudium et spes 14.
[8] Hl. Thomas erinnert uns daran, daß der Mensch mit der Taufe in
Christus wiedergeboren wird. (regeneratur in Christo, während der
Mensch seine Vereinigung mit Christus durch die Eucharistie
vollendet (perficitur in unione ad Christum). “Deshalb wird die
Taufe auch als”Sakrament des Glaubens” (sacramentum fidei)
bezeichnet, welcher das Fundament des spirituellen Lebens ist; die
Eucharistie wird ”Sakrament der Barmherzigkeit “(sacramentum
caritas) genannt, die der “vollkommene Bund”(vinculum perfectionis)
nach dem Hl. Paulus ist (Kol 3, 14)”, Thomas, Summa Theologiae III,
q. 73, a. 3.
[9] Vgl. Augustinus, Kommentar zum Johannesevangelium 69, 2.
[10] “Wo ist das Gottesvolk, von dem soviel geredet wurde, und heute
noch die Rede ist, wo ist es? Diese ethnische Entität sui generis,
die sich durch ihren religiösen und messianischen Charakter
unterscheidet und qualifiziert (priesterlich und prophetisch, wenn
ihr wollt), die alles Richtung Christi, als seinen Brennpunkt
zusammen führt, und ganz von Christus stammt? Wie ist es
zusammengesetzt? Wie ist es charakterisiert? Wie ist es organisiert?
Wie übt es seine ideale und belebende Mission innerhalb der
Gemeinschaft, in welcher es eingetaucht ist, aus? Wir wissen wohl
sehr gut, dass das Gottesvolk heute, historisch, einen für allen
bekannteren Namen trägt, es ist die Kirche.” Paul VI.,
Generalaudienz, 23. Juli 1975.
[11] Johannes Paul II., Ecclesia de Eucharistia 5.
[12] “In der Eucharistie ist das ganze Geheimnis unserer Rettung
zusammengefasst (totum mysterium nostrae salutis comprehenditur)”,
Thomas, Summa Theologiae III, q. 83, a. 4. “Die Eucharistie ist das
größte aller Wunder, das jemals von Christus bewirkt wurde, das
bewundernswerte Zeugnis seiner grenzenlosen Liebe für die Menschen.”
Thomas v. A., Opusc. 57, zum Fronleichnamsfest.
[13] “Versammelt am Tag des Herrn, am Sonntag, brecht das Brot und
dankt Gott, nachdem ihr eure Sünden gebeichtet habt, so dass euer
Opfer rein ist.”, Didachè 14, 1. Und vgl. Justinus, I Apologie 67.
[14] Sacrosanctum Concilium 9.
[15] Dei Verbum 4: “Viele Male und auf vielerlei Weise hat Gott
einst zu den Vätern gesprochen durch die Propheten; in dieser
Endzeit aber hat er zu uns gesprochen durch den Sohn” (Hebr 1, 1-2).
Er schickte sein Sohn, das ewige Wort, das alle Menschen erhellt,
damit er unter den Menschen lebte und ihnen die Geheimnisse Gottes
enthülle. (vgl. Joh1,1-18). Jesus Christus nun, das Wort, das
Fleisch geworden war, als Mensch zu den Menschen
geschickt,“verkündigt die Worte Gottes” (Joh 3,34) und führt das
Werk der Errettung, das ihm der Vater übertragen hat, zur
Vollendung. (vgl..Joh 5,36; 17,4). Deswegen erfüllt und
vervollständigt er, der wer ihn gesehen hat, hat den Vater gesehen
(vgl .Joh 14,9) mit seiner Anwesenheit und mit seiner Bekundung, die
er von sich selbst macht, mit den Worten und mit den Werken, mit den
Zeichen und mit den Wundern und insbesondere mit seinem Tode und
seiner Auferstehung von den Toten und letztlich mit der Herabsendung
des Geistes der Wahrheit, die Offenbarung und bekräftigt sie mit dem
göttlichen Zeugnis, das Gott mit uns ist, um uns aus der Finsternis
der Sünde und des Todes zu befreien und zum ewigen Leben,
auferweckt“.
[16] Thomas v. A., in I Sent., Prol.: ““Ego sapientia effudi
flumina” Sir 24, 40 - Venit Filius et illa flumina olim occulta
effudit nomen Trinitatis publicando”.
[17] Johannes Paul II., Brief an die Priester zum Gründonnerstag
2005, Nr. 1.
[18] Johannes Paul II., Fides et ratio 13: “Man wird gewissermaßen
auf den sakramentalen Horizont der Offenbarung und ins besondere auf
das Zeichen der Eucharistie verwiesen, wo es die unauflösliche
Einheit zwischen der Wirklichkeit und ihrer Bedeutung erlaubt, die
Tiefe des Geheimnisses zu erfassen. Christus ist in der Eucharistie
wahrhaftig gegenwärtig und lebendig, er wirkt und handelt durch
seinen Geist, doch wird der hl. Thomas richtig gesagt hatte: “Du
siehst nicht ,du begreifst nicht , aber der Glaube bestärkt dich
jenseits der Natur. Was da erscheint, ist ein Zeichen: Es verbirgt
im Geheimnis erhabene Wirklichkeiten”. Ihm pflichtet der Philosoph
Pascal bei: “ Wie Jesus Christus unter den Menschen unerkannt
geblieben ist, so unterscheidet sich seine Wahrheit äußerlich nicht
von den allgemeinen Meinungen. Und so ist die Eucharistie
gewöhnliches Brot.”
[19] Vgl. Instrumentum laboris Nr. 25.
[20] “Mit den Jüngern feierte er das Paschamahl Israels, das
Gedächtnis der befreienden Tat Gottes, die Israel aus der
Knechtschaft in die Freiheit führte.” Benedikt XVI, Predigt der
Heiligen Messe zur Feier des XX Weltjugendtages auf dem Marienfeld
(21 August 2005).
[21] Ebd.
[22] Instrumentum laboris, Vorwort.
[23] Eucharistisches Hochgebet III.
[24] Vgl. Thomas, Summa Theologiae III, q. 63, a. 6; q. 65, a. 3; q.
75, a.1 und a.3. Vgl. auch Johannes Paul II., Redemptor hominis, 20.
[25] “Das Leben, das auf den Sakramenten gründet, beseelt durch das
allgemeine Priestertum, bedeutet vor allem, seitens des Christen,
den Wunsch zu haben, dass Gott in ihm wirkt, um ihn im Geist “in der
vollkommenen Gestalt Christi” (vgl. Eph 4, 13) ankommen zu lassen.
Gott seinerseits berührt ihn nicht nur durch Ereignisse und mit
seiner inneren Gnade, sondern er handelt in ihm mit größerer
Sicherheit und Stärke durch die Sakramente. Sie verleihen seinem
Leben einen sakramentalen Zug. Nun aber ist es unter allen
Sakramenten die heilige Eucharistie, welche seine christliche
Initiation zu einer Fülle bringt und die der Ausübung des
allgemeinen Priestertums jene sakramentale und kirchliche Form
verleiht, die dieses an das Amtspriestertum [...] anknüpft. In
dieser Weise ist der eucharistische Kult Zentrum und Zielpunkt des
gesamten sakramentalen Lebens (vgl. AG, 9 und 13; PO, 5)”, Johannes
Paul II, Dominicae Cenae 7.
[26] Eucharistisches Hochgebet II.
[27] ”Du lässt die Kirche Christi das unaussprechbare Geheimnis
feiern, in dem unsere Bedeutungslosigkeit als sterbliche Wesen zu
einer ewigen Verbundenheit sublimiert wird, und unser Dasein in der
Zeit beginnt zu blühen in einem Leben, das kein Ende kennt.“,
Präfation der 19. Woche im Jahreskreis nach dem ambrosianischen
Messbuch.
[28] Vgl. Der Katechismus der katholischen Kirche 1402-1405.
[29] Eucharistisches Hochgebet I: “Wir bitten Dich, allmächtiger
Herr: Diese Gaben mögen durch die Hände deines heiligen Engels
getragen werden zu deinem himmlischen Altar vor deiner göttlichen
Herrlichkeit, damit über uns alle, die wir an dem diesem Altar
teilhaben durch die Kommunion mit dem heiligen Mysterium von Leib
und Blut deines Sohnes, die Fülle der Gnade und des Segens vom
Himmel herabkomme.“ Vgl. auch Sacrosanctum Concilium 8.
[30] Vgl. Institutio Generalis Missalis Romani (20. April 2000)
379-385.
[31] Vgl. Paul VI., Mysterium fidei 35-46; Der Katechismus der
Katholischen Kirche 1373-1381; Johannes Paul II., Ecclesia de
Eucharistia 15.
[32] Die Texte von Markus und Matthäus (Mk 14,22-24; Mt 26,26-28)
nehmen Bezug auf den Bund am Sinai (vgl. Ex 24,8), während Lukas und
Paulus ( Lk 22,19-20; 1 Kor 11,23ff) von der Verheißung des neuen
Bundes sprechen. Vgl. Trienter Konzil, Sessio XXII. Doctrina de Ss
Missae sacrificio, DS 1738-1759; Pius XII., Mediator Dei, Teil II;
Paul VI., Mysterium fidei, 27-32; Johannes Paul II., Ecclesia de
Eucharistia 12-13.
[33] Vgl. Johannes Paul II., Ecclesia de Eucharistia 13.
[34] Vgl. Sacrosanctum Concilium 14.
[35] “Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein
Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch“ (Joh 6,53). “Es
scheint ein Verbrechen oder eine absolute Widerwärtigkeit zu
befehlen. Aber in Wirklichkeit ist es ein bildlicher Ausdruck, mit
dem die Teilnahme an der Passion des Herrn befohlen wird“,
Augustinus, doctrina cristiana, III, 16, 24.
[36] “So kommt also der Heilige Geist, das Feuer nach dem Wasser,
und so werdet ihr Brot, das heißt der Leib Christi“, Augustinus,
Reden, 227, 1. „Das ist das Opfer der Christen, dass viele ein Leib
Christi seien. Die Kirche feiert dieses Geheimnis im Sakrament des
Altars, das die Gläubigen gut kennen, und in dem ihr klar gezeigt
wird, dass in dem, was geopfert wird, sie sich selbst opfert“,
Augustinus, Der Gottesstaat, X, 6.
[37] Die Eucharistie wird Bild der Einheit der Kirche, wie das Brot
aus vielen Körnern stammt, die, zusammen gemahlen, ein Ganzes
bilden, vgl. Didache, 9, 4; Augustinus, Kommentar zum
Johannesevangelium, 26, 17.
[38] “Was wir weihen ist der Leib, geboren aus der Jungfrau“, Thomas
von Aquin, Summa Theologiae III, q. 75, a.4. Thomas zitiert
ausdrücklich aus De Sacramentis des Hl. Ambrosius. Vgl. auch
Pascasio Radberto, De corpore et sanguine Domini, VII: „Quibus modis
dicitur corpus Christi“: CChCM, 16, 37-40.
[39] Die eigentliche Eigenschaft dieses Brotes ist die Einheit, in
dem Sinne, dass wir, verwandelt in den Leib Christi und zu seinen
Gliedern geworden, zu dem werden, was wir empfangen. Dann wird
dieses wirklich unser tägliches Brot sein.“, Augustinus, Reden, 57,
7, 7.
[40] Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung,
Redemptionis sacramentum (25. März 2004) 19-25.
[41] Institutio Generalis Missalis Romani (20. April 2000) 22.
[42] Sacrosanctum Concilium 57.
[43] Vgl. Sacrosanctum Concilium 122-129; Heilige Kongregation für
die Riten, Inter Oecumenici 90-99; Heilige Kongregation für die
Riten, Eucharisticum Mysterium 24, 52-57; Kongregation für den
Gottesdienst, Liturgiae instaurationes 70; Der Katechismus der
katholischen Kirche 1197-1186; Johannes Paul II., Ecclesia de
Eucharistia 49.
[44] Vgl. Johannes Paul II., Ecclesia de Eucharistia, 21-23.
[45] Über die wichtige Einladung von Unitatis redintegratio 22
hinaus beschränken wir uns darauf, die hauptsächlichen Dokumente der
verschiedenen interkonfessionellen Dialoge bezüglich der Eucharistie
in Erinnerung zu rufen. Vgl. Gemischte Internationale Kommission für
den theologischen Dialog zwischen der römisch-katholischen und der
orthodoxen Kirche, Das Mysterium der Kirche und der Eucharistie im
Lichte des Mysteriums der heiligen Dreifaltigkeit (München 30. Juni
- 6. Juli 1982), in Enchiridion Oecumenicum 1/2183-2197;
Anglikanisch - römisch-katholische internationale Kommission:
Eucharistielehre: Erklärung von Windsor 1971, in Enchiridion
Oecumenicum 1/16-28; Anglican Consultive Council - Pontificial
Council for promoting Christian Unity: Die Kirche als Communio
(Gemeinsame Erklärung 1990), in Enchiridion Oecumenicum3/ 38-106;
Clarifications of Certain Aspects of the Agreed Statements on
Eucharist and Ministry of the First Anglican-Roman Catholic
International Commission, together with a Letter from Cardinal
Edward Idris Cassidy, President of the Pontificial Council for
Promoting Christian Unity (1993), in Enchiridion Oecumenicum
3/107-124; Clarifications of Certain Aspects of the Agreed
Statements on Eucharist and Ministry of the First Anglican - Roman
Catholic International Commission, together with a Letter from
Cardinal Edward Idris Cassidy, President of the Ponticial Council
for Promoting Christian Unity (Erklärung der Kopräsidenten, 1994),
in Enchiridion Oecumenicum 3/305-314; Clarifications of Certain
Aspects of the Agreed Statements on Eucharist and Ministry of the
First Anglican - Roman Catholic International Commission, together
with a Letter from Cardinal Edward Idris Cassidy, President of the
Ponticial Council for Promoting Christian Unity (Brief des Kard.
Cassidy an die Kopräsidenten der ARCIC II, 1994), in Enchidirion
Oecumenicum 3/ 315-317; Gemeinsame
Römisch-Katholische/Evangelisch-Lutherische Kommission, Das
Herrenmahl (1978), in Enchiridion Oecumenicum 1/1207 - 1307;
Gemischte Römisch-Katholische/Reformierte Studienkommission,
Offizieller Bericht des Dialogs (1973-1977) über Die Gegenwart
Christi in der Kirche und in der Welt, Rom, März 1977, in
Enchiridion Oecumenicum 1/2383-2408; Kommission Glaube und
Kirchenverfassung des Ökumenischen Rates der Kirchen, One baptism,
one Eucharist and a Mutually Recognized Ministry. Three agreed
statements, Accra 23. Juli - 5. August 1974, in Enchiridion
Oecumenicum 1/2860-3031; Ders., Baptism, Eucharist and Ministry
(Dokument von Lima), in Enchiridion Oecumenicum 1/3032-3181;
Sekretariat für die Einheit der Christen, “Baptism, Eucharist and
Ministry”, Faith and Order Paper Nr. 111 (BEM). A catholic response
(21. Juli 1987), in Enchiridion Vaticanum 10/1914-2078.
[46] Vgl. Glaubenskongregation, Communionis notio (28. Mai 1992) 17.
[47] “Wenn wir auch noch nicht in der Frage der Interpretation und
des Ausmaßes des Papstamtes übereinstimmen, stehen wir jedoch
zusammen bei der apostolischen Nachfolge, sind wir grundsätzlich
miteinander vereint hinsichtlich des Bischofsamtes und des
Sakraments des Priestertums und wir bekennen vereint den Glauben der
Apostel wie er uns in der Heiligen Schrift geschenkt und wie er bei
den großen Konzilien interpretiert worden ist. In dieser Stunde der
Welt, die voll ist von Skepsis und von Zweifeln, aber auch reich an
Verlangen nach Gott, erkennen wir von neuem unsere gemeinsame
Mission, Christus zusammen zu bezeugen und auf der Basis dieser
vollen Einheit, die uns schon gegeben wurde, der Welt zu helfen,
weil sie glaubt. Und wir bitten den Herrn mit ganzem Herzen, dass er
uns zur vollen Einheit leite in der Weise, dass das Licht der
Wahrheit, welches allein die Einheit kreieren kann, in der Welt von
neuem sichtbar werde”, Benedikt XVI., Predigt zum Hochfest der
Heiligen Apostel Petrus und Paulus (29. Juni 2005)
[48] Das II. Vatikanische Konzil lehrt: “Hier sind vor allem zwei
Prinzipien maßgebend: die Bezeugung der Einheit der Kirche und die
Teilnahme an den Mitteln der Gnade. Die Bezeugung der Einheit
verbietet in den meisten Fällen die Gottesdienstgemeinschaft, die
Sorge um die Gnade empfiehlt sie indessen in manchen Fällen.”,
Unitatis redintegratio 8.Vgl. auch Orientalium Ecclesiarium 26-29;
Secretariatus ad Christianorum Unitatem Fovendam, Directorium ad ea
quae a Concilio Vaticano II de re oecumenica promulgata sunt
exsequenda, Pars prima Ad totam Ecclesiam (14. Mai 1967); Pars
altera Spiritus Domini (16. April 1970); Instructio In quibus rerum
circumstantiis de peculiaribus casibus admittendi alios christianos
ad communionem eucharisticam in Ecclesia cattolica (1. Juni 1972);
Päpstlicher Rat zur Förderung der Einheit der Christen, Direktorium
zur Anwendung der Prinzipen und der Normen zum Ökumenismus III (25.
März 1993); Johannes Paul II., Ecclesia de Eucharistia 43-46.
[49] Der Katechismus der Katholischen Kirche, 1327: “Die Eucharistie
ist das Kompendium und die Summe unseres Glaubens: Unsere Denkweise
steht in Übereinstimmung mit der Eucharistie, und die Eucharistie
ihrerseits stimmt mit unserer Denkweise überein (Hl. Irenäus v.
Lyon, Adversus haereses, 4, 18,5)”
[50]Vgl. Johannes Paul II., Ecclesia de Eucharistia 44.
[51]Vgl. Codex Iuris Canonici 844; Codex Canorum Ecclesiarum
Orientalium 671;Päpstlicher Rat zur Förderung der Einheit der
Christen,, Direktorium zur Anwendung der Prinzipen und der Normen
zum Ökumenismus Nr. 123-25, 130-132 ."In diesem Fall geht es nämlich
darum, einem schwerwiegenden geistlichen Bedürfnis einzelner
Gläubiger im Hinblick auf das ewige Heil entgegenzukommen, nicht
aber um eine Praxis einer Interkommunion, die nicht möglich ist,
solange die sichtbaren Bande der kirchlichen Gemeinschaft nicht
vollständig geknüpft sind.” Johannes Paul II., Ecclesia de
Eucharistia 45.
[52]Vgl.Johannes Paul II. Ut Unum sint 46
[53]Sacrosanctum Concilium 56: “Die beiden Teile, die in gewisser
Weise die Messe ausmachen, d.h. der Wortgottesdienst und die
eucharistische Liturgie, sind miteinander so eng verbunden, dass sie
einen einzigen Akt des Kultes bilden”.
[54]Die Besonderheit und die außergewöhnliche Wichtigkeit der Frage
müssten in der gegenwärtigen Synodalversammlung Anlass geben zu
einem weitreichenden Vergleich, der dazu dienen soll, die
verschiedenen Zeugnisse hinsichtlich der Vorbereitung, des Inhalts
und die Arten der Ausführung der Predigt zu sammeln und auszuwerten.
[55]Es ist wichtig, hinsichtlich der Beziehung zwischen der Heiligen
Schrift und der Eucharistie auf die Tatsache hinzuweisen, dass die
sakramentale Feier den vorzüglichen Rahmen für die Lesung und
Auslegung der Heiligen Schrift bildet.
[56]”Habens ergo novus sacerdos, non iam vetus Melchisedech, neque
natus caro de carne, non de sudore suo, neque de terra, cui misere
et multiplicate servit; sed novus Iesus natus de Spiritu spiritus,
de donis ac datis divinis, de coelo coelestem hostiam carnis et
sanguinis offert, dicens, non ut prius timide, neque hostiam
servitutis, sed cum exsultatione et laetitia”, Isacco della Stella,
Epistola De officio missae; PL 194, 1894 B-C.
[57]Vgl. Paul VI., Mysterium fidei 26-34; Katechismus der
Katholischen Kirche 1362-1372; Johannes Paul II., Ecclesia de
Eucharistia 12-13.
[58]Vgl. Katechismus der Katholischen Kirche 1384-1390; Johannes
Paul II., Ecclesia de Eucharistia 16-17.
[59]”Das Opfer, das zu töten ist, wird nicht mehr innerhalb der
Herde der Tiere ausgewählt; zu den heiligen Altären führt man nicht
mehr Schafe oder Ziegen: das Opfer unserer Tage ist nunmehr der Leib
und das Blut des Priesters selbst. Und sicherlich schon seit der
Zeit der Psalmen war es von ihm prophezeit worden: ”Du bist Priester
auf ewig nach der Ordnung Melchisedeks” (Ps 110, 4)”, Augustinus,
Reden 228/B, 1. “Es wurde zuerst von seinen Händen bei dem
mystischen Abendmahl vollzogen, als er das Brot nahm und es brach,
und dann vom Kreuz, als er auf dieses gebunden wurde. In dem Moment
vollzog er, da er die Würde des Priestertums empfangen hatte, oder
besser, da er sie schon immer besessen hatte und sie auch mit seinem
Tun verwirklichte, vollzog er das Opfer, das uns dargeboten werden
sollte”, Eusych v. Jerusalem, Kommentar zu Levitikus, 1,4.
[60]”In diesem Opfer, oh Vater, feiern wir, deine Diener und dein
heiliges Volk, das Gedenken an das glückliche Leiden, die
Auferstehung von den Toten und die glorreiche Himmelfahrt von
Christus, deinem Sohn und unserem Herrn; und wir bringen deiner
göttlichen Herrlichkeit in Gestalt der Gaben, die du uns gegeben
hast, das reine, heilige und unbefleckte Opfer dar, das heilige Brot
des ewigen Lebens und den Kelch des ewigen Heils”, Eucharistisches
Hochgebet I.
[61]Vgl. Pier Damiani, Liber qui appellatur Dominus vobiscum, X; PL
144, 238 D - 239 A.
[62]Vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, 1076.
[63]Vgl. Cyrill v. Jerusalem, Mystagogische Katechesen, 5, 7.
[64]”[...]ut omnes in Christo unum simus[Gal 3, 38][...] Unitas
Ecclesiae ex personis innumerabilibus, diversi sexus, diversae
conditionis, diversi ordinis, diversaeque professionis, multis modis
solet significari. Hoc autem loco ab Apostolo significatur per
unitatem panis et unitatem corporis”, Balduin v. Ford, Das Sakrament
des Altars, II, 4: SC 94, 362. Vgl auch Johannes Chrysostomus,
Homilie zu Pfingsten, 1, 4.
[65] Cfr. Sacra congregatio rituum, Eucharisticum mysterium (25.
März 1967) 31-41; Sacra congregatio de disciplina sacramentorum,
Immensae caritatis (29.Januar 1973); Sacra congregatio pro cultu
divino, Eucharistiae sacramentum (21. Juni 1973) 13-78: Sacra
congregatio pro sacramentis et cultu divino, Inaestimabile donum (3.
April 1980) 1-19; Kongregation für den Gottesdienst und die
Sakramentenordnung, Redemptionis sacramentum (25. März 2004) 80-107.
[66] “Novum plane quod carnis Dominicae substantia, in aliena specie
sumpta, sanctificationis virtutem animae confert”, Gilbert v.
Hoyland, In cantica. Sermo VIII, 8: PL 184, 46 D.
[67] „Wirklich groß und unaussprechlich ist das Sakrament, in dem
wir wirklich dein Fleisch essen und dein Blut trinken: ein
Mysterium, das Angst und Zittern einflößt, dessen Höhe den
menschlichen Blick zurückweichen läßt, der es erforschen möchte.
[...] Das Opfer unserer Erlösung soll in der Erfüllung meines Amtes
durch dein Mitgefühl und deine Gabe ausweiten, bis alle lebenden und
verstorbenen Gläubigen zum Heil geführt werden.”, Giovanni Di
Fecamp, Theologisches Bekenntnis, III. Teil, 28.
[68] Vgl. Congregatio pro clericis et aliae, Instr. Ecclesiae de
Mysterio (15. August 1997); Congregatio pro cultu divino et
disciplina sacramentorum, Directorium de celebrationibus
dominicalibus absente presbytero (2. Juni 1988).
[69] Wie das Zweite Vatikanische Konzil lehrt, ist die Diözese “der
Teil des Gottesvolkes, der dem Bischof in Zusammenarbeit mit dem
Presbyterium zu weiden anvertraut wird. Indem sie ihrem Hirten
anhängt und von ihm durch das Evangelium und die Eucharistie im
Heiligen Geist zusammengeführt wird, bildet sie eine Teilkirche, in
der die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche wahrhaft
wirkt und gegenwärtig ist”, Christus Dominus 11.
[70] Vgl. Die Regel des Heiligen Benedikt 62, 1.
[71] Die theologische Tradition und das Lehramt sind zur Kategorie
der Transsubstantiation zurückgekehrt, um diesen essenziellen Aspekt
des eucharistischen Glaubens angemessener zum Ausdruck zu bringen.
Vgl. Konzil von Trient, Session XIII. Decretum de Ss Eucharistia, DS
1642 und 1652; Paul VI., Mysterium fidei 40 und 47; Johannes Paul
II., Ecclesia de Eucharistia 15.
[72] Vgl. XI. Ordentliche Vollversammlung der Bischofssynode: Die
Eucharistie: Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der
Kirche. Lineamenta 60.
[73] Deshalb kann Augustinus sagen: “Niemand isst dieses Fleisch
ohne es vorher angebetet zu haben”, und fügt hinzu, dass, wenn man
dieses Fleisch isst, ohne es anzubeten, sündigt, vgl. Augustinus,
Auslegung der Psalmen 98,9.
[74] Johannes Paul II., Ecclesia de Eucharistia, Nr. 25: “Der Kult,
welcher der Eucharistie außerhalb der Messe erwiesen wird, hat einen
unschätzbaren Wert im Leben der Kirche. Dieser Kult ist eng mit der
Feier des eucharistischen Opfers verbunden. Die Gegenwart Christi
unter den heiligen Gestalten, die nach der Messe aufbewahrt werden,
- eine Gegenwart, die so lange andauert, wie die Gestalten von Brot
und Wein Bestand haben - kommt von der Feier des Opfers her und
bereitet auf die sakramentale und die geistliche Kommunion vor. [..]
Wenn sich das Christentum in unserer Zeit vor allem durch die „Kunst
des Gebetes“ (NMI 32) auszeichnen soll, wie könnte man dann nicht
ein erneuertes Verlangen spüren, lange im geistlichen Zwiegespräch,
in stiller Anbetung, in einer Haltung der Liebe bei Christus zu
verweilen, der im Allerheiligsten gegenwärtig ist?“.
[75] Benedikt XVI.: Predigt der Heiligen Messe zum XX. Weltjugendtag
auf dem Marienfeld (21.August 2005).
[76] Vgl. Codex Iuris Canonici 938.
[77] Vgl. Sacra congregatio rituum, Eucharisticum mysterium (25.März
1967); Sacra congregatio pro cultu divino, Eucharistiae sacramentum
(21.Juni 1973) 1-12, 79-112; Sacra congregatio pro Sacramentis et
cultu divino, Inaestimabile donum (3. April 1980) 20-27;
Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung,
Redemptionis sacramentum (25.März 2004) 129-145.
[78]“Die eucharistische Gegenwart Christi - sein sakramentales “Ich
bin bei Euch” - ermöglicht es der Kirche, das eigene Geheimnis immer
tiefer zu entdecken, wie es die ganze Ekklesiologie des II.
Vatikanischen Konzils bezeugt, für das “die Kirche... in Christus
gleichsam das Sakrament, d.h. Zeichen und Werkzeug für die innigste
Vereinigung mit Gott, wie für die Einheit der ganzen Menschheit”
ist. Als Sakrament entwickelt sich die Kirche vom österlichen
Geheimnis des “Fortgehens” Christi her, indem sie von seinem stets
neuen “Kommen” durch das Wirken des Heiligen Geistes innerhalb
derselben Sendung des Geistes der Wahrheit, des Trösters lebt”.
Johannes Paul II., Dominum et vivificantem 63.
[79] Johannes Paul II., Mane Nobiscum Domine 18: “Verweilen wir
lange auf den Knien vor dem in der Eucharistie gegenwärtigen Herrn,
indem wir mit unserem Glauben und unserer Liebe die Nachlässigkeit,
die Vergessenheit und sogar die Beleidigungen wiedergutmachen, die
unser Erlöser in vielen Teilen der Welt erleiden muss.”
[80] “Wer sich im Zustand der Sünde der Eucharistie nähert, ist
schlimmer als der Dämon“, Johannes Chrysostomus, Predigten zum
Matthäusevangelium, 82, 6. „Überall wird daher der geordnete Vollzug
des Mysteriums beachtet: zuerst das Heilen der Wunden durch die
Vergebung der Sünden, nachfolgend wird die Nahrung vom himmlischen
Tisch in Überfluß gegeben.“ Ambrosius, Auslegung des
Lukasevangeliums, 6, 71.
[81] Vgl Konzil von Trient, Session XIII. Decretum de Ss.
Eucharistia, DS 1661.
[82]Vgl. Johannes Paul II., Reconciliato et Paenitentia 17 und 27 ;
Katechismus der Katholischen Kirche 1385.
[83] “Nicht jede Medizin ist für alle Krankheiten geeignet.[...] In
ähnlicher Weise sind die Taufe und die Buße reinigende Medikamente
(medicinae purgativae), die verabreicht werden, um das Fieber der
Sünde zu entfernen. Die Eucharistie dagegen ist ein Stärkungsmittel
(medicina confortativa), die nur für die zugelassen werden darf, die
schon frei sind von Sünde” Thomas v. Aquin, Summa Theologiae III,
q.80, a. 4, ad 2um.
[84]Vgl. Katechismus der Katholischen Kirche 1449-1460.
[85] Vgl.Johannes Paul II.: Redemptor hominis 20 “Ohne diese
ständigen und immer wieder neuen Bemühungen um die Bekehrung wäre
die Teilnahme an der Eucharistie der vollen und erlösenden
Wirklichkeit beraubt, würde sie herabgemindert oder in ihr allgemein
jene besondere Fähigkeit geschwächt, Gott das geistige Opfer
darzubringen, in dem isch auf grundlegende und umfassende Weise
unsere Teilnahme am Priestertum Christi ausdrückt.”
[86] Vgl.Johannes Paul II.: Familiaris consortio 84;
Glaubenskongregation, Brief an die Bischöfe der Katholischen Kirche
hinsichtlich des Empfanges der Kommunion von geschiedenen und
wiederverheirateten Gläubigen, 14. September 1994.
[87] Vgl.Johannes Paul II.: Familiaris consortio 57.
[88] Vgl. Johannes Paul II.: Mulieris dignitatem 26. “Wir befinden
uns hier mitten im Ostergeheimnis, das Gottes bräutliche Liebe
zutiefst offenbart. Christus ist der Bräutigam, weil er ‘sich
hingegeben hat’: Sein Leib wurde ‘hingegeben’, sein Blut wurde
‘vergossen’ (vgl. Lk 24,19.20). So hat er ‘seine Liebe bis zur
Vollendung erwiesen’ (Joh 13,1). Die aufrichtige Hingabe, die im
Kreuzesopfer enthalten ist, hebt endgültig den bräutlichen Sinn der
Liebe Gottes hervor. Christus ist als Erlöser der Welt der Bräutigam
der Kirche. Die Eucharistie ist das Sakrament des Bräutigams und der
Braut. Die Eucharistie vergegenwärtig und verwirklicht auf
sakramentale Weise aufs neue den Erlösungsakt Christi, der die
Kirche als seinen Leib ‘erschafft’. (...) Vor allem in der
Eucharistie wird ja in sakramentaler Weise der Erlösungsakt Christi,
des Bräutigams, gegenüber der Kirche, seiner Braut, ausgedrückt. Das
wird dann durchsichtig und ganz deutlich, wenn der sakramentale
Dienst der Eucharistie, wo der Priester ‘in persona Christi’
handelt, vom Mann vollzogen wird.” Vgl. auch Konzil v. Trient,
Sessio XXII. Decretum de Missa, DS 1740; Katechismus der
Katholischen Kirche 1617
[89] Vgl. Glaubenskongregation, Brief an die Bischöfe der
Kattholischen Kirche hinsichtlich des Empfanges der Kommunion von
geschiedenen und wiederverheirateten Gläubigen (14. September 1994)
7-8.
[90]Vgl. Päpstlicher Rat für die Interpretation von Gesetzestexten,
Dignitas connubii, 25. Januar 2005.
[91] Im byzantinischen Ritus ruft der Priester nach der Kommunion:
„Oh unser heiligstes Ostern, Christus, Weisheit, Wort und Macht
Gottes, mach, dass wir an dir in noch vollendeterer Weise teilhaben
im unerschöpflichen Licht Deines anbrechenden Reiches“, La Liturgie
de saint Jean Chrysostome, Ed. Des Benedictins de Chevetogne, 19574,
60.
[92]“Wenn du zu Tisch sitzt bei einem Herrscher, so achte nur auf
das, was vor dir steht. Begrenze deinen Hunger, denn du weißt, dass
du es vergelten mußt“ (Spr 23, 1-2). Ihr wisst, welches der Tisch
des Herrschers ist; auf ihm sind der Leib und das Blut Christi, wer
sich dem Tisch nähert, beeile sich, es zu vergelten. Und was
bedeutet das? Es bedeutet, dass, wie Christus sein Leben für uns
gegeben hat, so auch wir zur Auferbauung des Volkes und zur
Bestärkung des Glaubens unser Leben für unsere Brüder hingeben
müssen.“ Augustinus, Kommentar zum Johannesevangelium, 47, 2.
[93]Vgl. Johannes Paul II.: Mane Nobiscum Domine 24-25. “In
Gemeinschaft mit Christus im Ostergedächtnis zu treten heißt
zugleich, die Verpflichtung zu spüren, Boten und Verkünder des
Ereignisses zu werden, das durch diesen Ritus vergegenwärtigt wird.
Die Entlassung am Schluss jeder Messe stellt einen Auftrag dar,
welcher den Christen zum Einsatz für die Verbreitung des Evangeliums
und die christliche Beseelung der Gesellschaft drängt. Für diese
Sendung gibt die Eucharistie nicht nur die innere Kraft, sondern
liefert auch - in gewissem Sinne - den Plan. Die Eucharistie ist
wirklich eine Seinsweise, die von Jesus auf jeden Christen übergeht
und durch sein bzw. ihr Zeugnis in die Gesellschaft und in die
Kultur ausstrahlen möchte.”
[94]Vgl. Ordo lectionum missae 10.
[95]Vgl. Cyprian, Brief “De sacramento calicis Dominici”, 63 1. Vgl
auch Basilius, Über den Heiligen Geist, 27, 66.
[96] Vgl. Sacrosanctum Concilium 11.
[97] Vgl. Sacrosanctum Concilium 14.
[98] Vgl. Kongregation für den Gottesdienst und die
Sakramentenordnung, Redemptionis sacramentum (25. März 2004) 43-47.
[99] Vgl. Kongregation für den Gottesdienst und die
Sakramentenordnung, Redemptionis sacramentum (25. März 2004)
117-128.
[100] Es ist angebracht, daran zu erinnern, dass die ars celebrandi
beispielhafte Bezugspunkte braucht, die dem ganzen christlichen Volk
helfen können. In diesem Zusammenhang sollte an die Wichtigkeit der
Pontifikalämter der Bischöfe in den Kathedralen erinnert werden
(vgl. Institutio Generalis missalis Romani [20. April 2000] 22), wie
auch an die einzigartige Rolle, die die Institute des geweihten
Lebens spielen können, vor allem die Klostergemeinschaften (vgl.
Johannes Paul II., Novo Millennio Ineunte 32-34; Kongregation für
die Institute geweihten Lebens, Instruktion Neubeginn in Christus 8,
25-26, 31).
[101] Vgl. Ad Gentes 22; Kongregation für den Gottesdienst,
Varietates legitimae (25. Januar 1994); Johannes Paul II.,
Redemptoris missio 25, 52-54, 76, 85; ders., Fides et ratio 61 und
72; ders. Ecclesia de Eucharistia 51.
[102]In dieser Hinsicht hat die Empfehlung von Sacrosantum Concilium
38 Bedeutung: “Unter Wahrung der Einheit des römischen Ritus im
wesentlichen ist berechtigter Vielfalt und Anpassung an die
verschiedenen Gemeinschaften, Gegenden und Völker, besonders in den
Missionen, Raum zu belassen, auch bei der Revision der liturgischen
Bücher. Dieser Grundsatz soll entsprechend beachtet werden, wenn die
Gestalt der Riten und ihre Rubriken festgelegt werden.”
[103]Vgl. Das Missel romain pour les dioceses du Zaire und die
Billigung des Ordo Missae für Indien. Bemühungen in dieser Richtung
sind auch in Lateinamerika gemacht worden.
[104] Vgl. Johannes Paul II., Redemptoris missio 52-55.
[105]”Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir,
und ich bleibe in ihm” Joh 6, 56. “Dieses Brot zu essen und diesen
Wein zu trinken, bedeutet in Christus zu wohnen und ihn immer in uns
zu tragen.” Augustinus, Kommentar zum Johannesevangelium, 26, 18.
[106] Wie im Brief an Diognet lautet: “Die Christen nämlich sind
weder durch Heimat noch durch Sprache noch durch Sitten von den
übrigen Menschen unterschieden. Denn sie bewohnen weder irgendwo
eigene Städte noch verwenden sie eine abweichende Sprache noch
führen sie ein absonderliches Leben. Wahrlich nicht durch irgendeine
Einbildung oder Träumerei vorwitziger Menschen ist ihnen diese Lehre
ersonnen worden. Und sie bewohnen griechische und nichtgriechische
Städte, wie es ein jeder zugeteilt erhalten hat; dabei folgen sie
den einheimischen Bräuchen in Kleidung, Nahrung und der übrigen
Lebensweise, bezeugen aber dabei ein außerordentliches und paradoxes
Gemeinschaftsleben. Sie bewohnen ihr jeweiliges Heimatland, aber nur
wie fremde Ansässige; sie erfüllen alle Aufgaben eines Bürgers und
erdulden alle Lasten wie Fremde; jede Fremde ist für sie Heimat und
jede Heimat ist für sie Fremde.” Diognetbrief V, 1-5.
[107] Stundengebet, Montag der zweiten Woche, Vesper, Antiphon 3.
[108] Johannes Paul II., Ecclesiae de Eucharistia, Nr. 20: “Eine
bedeutsame Konsequenz der eschatologischen Spannung, die in der
Eucharistie eingeschrieben ist, besteht auch darin, dass sie uns auf
dem Weg durch die Geschichte einen Impuls gibt und in die tägliche
Arbeit und Pflicht eines jeden einen Samen lebendiger Hoffnung legt.
Wenn die christliche Sichtweise nämlich dazu führt, auf einen „neuen
Himmel“ und „eine neue Erde“ zu blicken (vgl. Offb 21,1), so
schwächt dies nicht, sondern fördert unseren Verantwortungssinn für
die gegenwärtige Welt. [...] Den Tod des Herrn verkünden, „bis er
kommt“ (1 Kor 11,26) bringt für alle, die an der Eucharistie
teilnehmen, den Auftrag mit sich, das Leben zu „verwandeln“, damit
es in gewisser Weise ganz „eucharistisch“ werde. Genau diese Frucht
der Verwandlung der Existenz wie auch der Auftrag, die Welt nach dem
Evangelium umzugestalten, lassen die eschatologische Spannung der
Eucharistiefeier und des ganzen christlichen Lebens aufleuchten:
„Komm, Herr Jesus!“ (Offb 22,20).”
[109] Johannes v. Damaskus zögert nicht, zusammen mit der orthodoxen
Tradition festzuhalten: “Ich ehre die Materie und behandle sie mit
Verehrung: Durch sie wurde mein Heil gewirkt”, Orationes de
imaginibus I, 16
[110] Johannes Paul II. Ansprache an die Teilnehmer des Kongresses
über Umwelt und Gesundheit, 24. März 1997, Nr. 5.
[111] Vgl. Franz v. Assisi, Erstes Mahnschreiben: “Oh ihr
Menschenkinder, wie lange noch verhärtet ihr euer Herz (Ps 4,3)?
Warum kennt ihr die Wahrheit nicht und glaubt nicht an den
Menschensohn (Joh 9,35)? Seht, jeden Tag erniedrigt er sich (Phil
2,8), wie damals, als er vom Königsthron (Weish 18,15) hinabstieg in
den Schoß der Jungfrau Maria; jeden Tag kommt er zu uns in demütiger
Form; jeden Tag steigt er vom Schoß des Vaters (Joh 1,18; 6,38)
hinab auf den Altar in die Hände des Priesters; Und wie er den
heiligen Aposteln in wahrem Fleisch erschien, so zeigt er nun sich
uns im heiligen Brot. Und wie sie, mit ihren leiblichen Augen nur
seinen Leib sahen, aber an ihn als Gott glaubten, da sie ihn mit den
Augen des Geistes schauten, so müssen auch wir, wenn wir mit den
leiblichen Augen Brot und Wein sehen, mit Sicherheit sehen und
glauben, dass sie sein heiliger Leib und sein lebendiges und wahres
Blut sind. Auf diese Weise ist der Herr immer mit seinen Gläubigen,
wie er sagt: “Seht,ich bin immer bei euch bis zum Ende der Welt (Mt
28,20)”, Fonti Francescane, EMP, 1980, 138.
[112] Vgl. Johannes Paul II. Ansprache an die Teilnehmer des
Kongresses über Umwelt und Gesundheit, 24. März 1997, Nr. 2.
[113] Vgl. Johannes Paul II., Dominicae Cenae 5.
[114] „Es ist Euch weiterhin gut bekannt, liebe Brüder, dass die
Eucharistie in den Gotteshäusern und den Oratorien als geistige
Mitte der religiösen Gemeinde und Pfarrgemeinde aufbewahrt wird, ja
gar der Weltkirche und der gesamten Menschheit, denn unter dem
Schleier der heiligen Gaben enthält sie Christus, das unsichtbare
Haupt der Kirche, Erlöser der Welt, Mitte aller Herzen,’von dem
alles stammt, und auf den hin wir leben’ (vgl. 1Kor 8,6). Daraus
folgt, dass der eucharistische Kult den Geist mit Kraft antreibt,
eine ‘soziale’ Liebe zu pflegen, mit der das Gemeinwohl vor das
eigene gestellt wird; machen wir uns die Sache der Gemeinschaft, der
Pfarrei, der Weltkirche zu eigen; und weiten wir unsere Liebe auf
die ganze Welt aus, denn wir wissen, dass es überall Glieder Christi
gibt”, Paul VI., Mysterium fidei, 7.
[115] Vgl. Lumen Gentium 52-69.
[116] Vgl. Johannes Paul II., Ecclesia de Eucharistia 53-58.
[00009-05.22] [NNNNN] [Originalsprache: Latein]
♦ MITTEILUNGEN
● PRESSEKONFERENZ
● BRIEFING DER SPRACHGRUPPEN
● “POOLS” FÜR DIE SYNODENAULA
● VERLAUTBARUNG
● ÖFFNUNGSZEITEN DES PRESSEAMTES DES HEILIGEN STUHLS
● PRESSEKONFERENZ
Die erste Pressekonferenz über die Arbeit der Synode (mit
Simultanübersetzung auf italienisch, englisch, französisch, spanisch
und deutsch) wird heute, um 12.45 in der Aula Johannes Paul II. des
Presseamtes des Heiligen Stuhls stattfinden..
Das Personal des Fernsehens (Kameramänner und Techniker) und
Fotografen werden gebeten, sich für die Akkreditierung an den
Päpstlichen Rat für die sozialen Kommunikationsmittel zu wenden.
Das akkredierte Personal des Fernsehens wird gebeten, sich 30
Minuten, die akkreditierten Fotoreporter 15 Minuten, vor Beginn der
Pressekonferenz in der Aula Johannes Paul II. einzufinden. Die
Journalisten werden gebeten, 5 Minuten vor Beginn der
Pressekonferenz in der Aula Platz zu nehmen.
Es werden folgende Synodenväter sprechen:
- S. Em. Kard. Angelo Scola, Generalrelator
- S.Exz. Mons. Luis Antonio G. Tagle, Bischof von Imus (Philippine)
- S.Exz. Mons. Juan Matogo Oyana, C.M.F., Bischof von Bata (Guinea)
- S.Exz. Mons. Pierre-Antoine Paulo, O.M.I., Erzbischof Koadjutor
von Port-et-Paix (Haiti)
● BRIEFING DER SPRACHGRUPPEN
Das nächste Briefing der Sprachgruppen wird morgen, am 4. Oktober
2005 um 13.10 Uhr im Anschluß an die Dritte Generalkongregation am
Morgen stattfinden (an dem, in den Verlaubarungen Nr. 2 angegebenen
Treffpunkt und mit den Presseattachés). Es wird daran erinnert, dass
das Personal des Fernsehens (Kameramänner und Techniker) gebeten
wird, sich für die Akkreditierung an den Päpstlichen Rat für die
sozialen Kommunikationsmittel zu wenden (sehr beschränkt).
● “POOLS” FÜR DIE SYNODENAULA
Der nächste “Pool” für die Synodenaula wird bei dem Eröffnungsgebet
der Dritten Generalkongregation , am Dienstagmorgen, 4. Oktober 2005
gebildet.
Im Informations- und Akkreditierungsbüro des Presseamtes des
Heiligen Stuhls (in der Eingangshalle rechts), stehen den
Korrespondenten Listen zur Eintragung in die “Pools” bereit.
Es wird daran erinnert, dass das akkreditierte Fernsehpersonal
(Kameramänner und Techniker) und Fotografen gebeten werden, sich an
den Päpstlichen Rat für die sozialen Kommunikationsmittel zu wenden,
um an den “Pools” für die Synodenaula teilnehmen zu können.
Die Teilnehmer der “Pools” werden gebeten, sich um 08.30 Uhr im
Pressesektor, der sich vor dem Eingang der Aula Paul VI. befindet,
einzufinden. Von dort aus werden sie dann in die Synodenaula
gerufen. Die Korrespondenten werden von einem Assistenten des
Presseamtes des Heiligen Stuhls oder von einem Assistenten des
Päpstlichen Rates für die sozialen Kommunikationsmittel begleitet.
● VERLAUTBARUNG
Die nächste Verlautbaung Nr. 5, zur Arbeit der Zweiten
Generalkongregation der XI. Ordentlichen Vollversammlung der
Bischofssynode, wird den akkreditierten Journalisten am Dienstag, 4.
Oktober 2005, zur Öffnung des Presseamtes des Heiligen Stuhls zur
Verfügung stehen.
● ÖFFNUNGSZEITEN DES PRESSEAMTES DES HEILIGEN STUHLS
Samstag, 1. Oktober: von 09.00 bis 14.00 Uhr
Sonntag, 2. Oktober: von 09.00 bis 13.00 Uhr
Von Montag, 3.Oktober bis Samstag, 8. Oktober: von 09.00 bis 16.00
Uhr
Sonntag, 9. Oktober: von 09.00 bis 13.00 Uhr
Von Montag, 10. Oktober bis Freitag. 14. Oktober: von 09.00 bis
16.00 Uhr
Samstag, 15. Oktober: von 09.00 bis 18.30 Uhr
Sonntag, 16. Oktober: von 09.00 bis 13.00 Uhr
Von Montag, 17. Oktober bis Samstag, 22. ottobre: von 09.00 bis
16.00 Uhr
Sonntag, 23. Oktober: von 09.00 bis 13.00 Uhr
Von Montag, 24. Oktober bis Frteitag, 28. Oktober: von 09.00 bis
15.00 Uhr
Samstag, 29. Oktober: von 09.00 bis 14.00 Uhr
Sonntag, 30. Oktober: von 11.00 bis 13.00 Uhr
Montag, 31. Oktober: von 09.00 bis 15.00 Uhr |