|
11 - 07.10.2005
INHALT
♦ ACHTE GENERALKONGREGATION (FREITAG, 7. OKTOBER 2005 - VORMITTAG)
● BEITRÄGE IN DER AULA (FORTSETZUNG)
Heute, Freitag 7. Oktober 2005, am Gedenktag Unserer Lieben Frau vom
Rosenkranz, hat um 9.00 Uhr in Gegenwart des Heiligen Vaters und mit
dem Gesang der Terz die Achte Generalkongregation zur Fortsetzung
der Beiträge der Synodenväter in der Aula zum Synodenthema Die
Eucharistie: Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der
Kirche, begonnen.
Turnusmäßiger Delegierter Präsident S. Em. Kardinal Juan SANDOVAL
ÍÑIGUEZ, Erzbischof von Guadalajara (Mexiko).
Nach der Pause der Achten Generalkongregation hat der
Generalsekretär der Bischofssynode die Synodenväter um ein Gebet für
die Opfer der Unwetterkatastrophe in Zentralamerika gebeten.
Dann hat er auf Grund des heutigen Gedenktages Glückwünsche zum
Namenstag zweier Synodenväter ausgedrückt.
Schließlich, bevor die Synodenväter in der Aula wieder das Wort
ergriffen, hat der Generalsekretär bekannt gegeben, dass der Heilige
Vater die Anregung verschiedener Synodenväter aufgenommen und
angeordnet hat, dass, Montag, den 17. Oktober 2005 von 17.00 bis
18.00 Uhr, in der Patriarchalbasilika von St. Peter im Vatikan, eine
Stunde der eucharistischen Anbetung stattfinden wird.
Bei dieser Generalkongregation, die um 12.30 Uhr mit dem Gebet
Angelus Domini geschlossen wurde, waren 245 Väter anwesend.
● BEITRÄGE IN DER AULA (FORTSETZUNG)
- Kardinal Alfonso LÓPEZ TRUJILLO, Präsident des Päpstlichen Rates
für die Familie (VATIKANSTADT)
- Kardinal Darío CASTRILLÓN HOYOS, Präfekt der Kongregation des
Klerus (VATIKANSTADT)
- Kardinal Nasrallah Pierre SFEIR, Patriarch der Maroniten von
Antiochien, Vorsitzender der Synode der Maroniten (Libanon)
- Bf. Mons. Aleksander KASZKIEWICZ, Bischof von Grodno (Weißrußland)
- Bf. Mons. Dominik DUKA, O.P., Bischof von Hradec Králové
(Tschechlowakei)
- Kardinal Juan Luis CIPRIANI THORNE, Erzbischof von Lima (Peru)
- Kardinal Karl LEHMANN, Bischof von Mainz, Präsident der
Bischofskonferenz (Deutschland)
- Bf. Mons. Henryk MUSZYŃSKI, Erzbischof von Gniezno (Polen)
- Kardinal Francis ARINZE, Präfekt der Kongregation für den
Gottesdienst und die Sakramentenordnung (VATIKANSTADT)
- Bf. Mons. Rosario Pio RAMOLO, O.F.M. Cap., Bischof von Goré
(TSCHAD)
- Bf. Mons. Juan Antonio UGARTE PÉREZ, Erzbischof von Cuzco (Peru)
- Bf. Mons. Brian Michael NOBLE, Bischof von Shrewsbury
(Großbritannien und Wales)
- Bf. Mons. Cornelius Fontem ESUA, Koadjutor des Bischofs von
Bamenda (KAMERUN)
- Bf. Mons. Theotonius GOMES, C.S.C., Titularbischof von Zucchabar,
Weihbischof von Dhaka
- Bf. Mons. Joseph Mohsen BÉCHARA, Erzbischof von Antélias deri
Maronitern (Libanon)
- Bf. Mons. Denis George BROWNE, Bischof von Hamilton in Neuseeland,
Präsident der Föderazion der Bischofskonferenz der Katholiken
Ozeaniens (F.C.B.C.O.) (Neueseeland)
- Kardinal Jean-Louis TAURAN, Archivar und Bibliothekar von S.R.C.
(VATIKANSTADT)
- Bf. Mons. William Joseph LEVADA, Emeritiert Erzbischof von San
Francisco, Präfekt der Glaubenskongregation (San Francisco,
VATIKANSTADT)
- Kardinal Péter ERDŐ, Erzbischof von Esztergom-Budapest, Präsident
der Bischofskonferenz (Ungarn)
- Bf. Mons. Adrian Leo DOYLE, Erzbischof von Hobart (AUSTRALIEN)
- Bf.
Mons. Anthony MUHERIA, Bischof von Embu (Kenya)
- Bf. Mons. Tarcisius Gervazio ZIYAYE, Erzbischof von Blantyre
(Malawi)
Hier im Folgenden die Zusammenfassungen der Beiträge:
- Kardinal Alfonso LÓPEZ TRUJILLO, Präsident des Päpstlichen Rates
für die Familie (VATIKANSTADT)
Es handelt sich um ein brennendes Problem nicht weniger Staaten und
Parlamente. Heute bringen die vorgeschlagenen Gesetze und die
getroffenen oder zu treffenden Entscheidungen “die wunderbare
Nachricht”, das heißt das Evangelium der Familie und des Lebens, die
eine unlösbare Einheit bilden, in schwere Gefahr. Die Zukunft des
Menschen und der Gesellschaft steht auf dem Spiel, und in vielerlei
Hinsicht die eigentliche Möglichkeit einer gesamtheitlichen
Evangelisierung.
Es gibt, wie man oft hört, eine falsche Argumentationsweise für eine
sogenannte freie politische Entscheidung, die Vorrang hätte vor den
Prinzipien des Evangeliums und auch vor der Bezugnahme auf die
rechte Vernunft. Der juristische Positivismus wäre eine ausreichende
Grundlage. Die mehrdeutigen Positionen von Gesetzgebern über die
Scheidung, über nichteheliche Lebensgemeinschaften, die zumindest
implizit eine Alternative zur Ehe darstellen würden, wenn auch diese
Verbindungen einfach eine “juristische Erfindung” wären, “in Umlauf
gesetztes Falschgeld”, sind wohl bekannt. Noch schlimmer, wenn es
sich um gleichgeschlechtliche “Paare” handelt, eine bisher in der
Kulturgeschichte der Völker und des Rechts unbekannte Erscheinung,
auch wenn diese nicht als “Ehe” angesehen werden.
Sicherlich ist es noch zerstörerischer, diese juristische Erfindung
als “Ehe” darzustellen und das Recht auf die Adoption von Kindern zu
fordern. Diese ganze Tendenz, die in viele Nationen eindringen kann,
steht eindeutig in Gegensatz zum göttlichen Recht, zu den Geboten
Gottes, und ist eine Verneinung des Naturrechts. Das soziale Netz
wird auf tödliche Weise verletzt. Daraus folgt eine disaströse
Wirkung auf das Recht und auf die Wahrheit bezüglich des Menschen,
der nicht mehr den “transzendenten” Charakter seines “menschlichen
Daseins” wahrnimmt und sich auf ein Werkzeug und ein Objekt in den
verschiedenen Anschlägen auf das Leben, angefangen beim
abscheulichen Vergehen der Abtreibung, reduziert.
Kann man denen, die die menschlichen und christlichen Prinzipien und
Werte leugnen, den Zugang zur eucharistischen Kommunion erlauben?
Die Verantwortung der Politiker und Gesetzgeber ist groß. Man kann
eine sogenannte persönliche Option nicht von der sozio-politischen
Verpflichtung trennen. Es ist kein “privates” Problem, es braucht
die Annahme des Evangeliums, des Lehramts und der rechten Vernunft!
Wie für alle, so gilt auch für die Politiker und Gesetzgeber das
Wort Gottes: “Wer also unwürdig von dem Brot ißt und aus dem Kelch
des Herrn trinkt, ... der zieht sich das Gericht zu, indem er ißt
und trinkt” (1Kor 11,27.29).
In der Eucharistie ist der Herr der Familie und des Lebens, der
Liebe, des Bundes, der die Ehepartner eint, wirklich gegenwärtig.
Gott ist der Schöpfer der Menschenwürde. Die Frage löst sich nicht
auf konjunkturelle Weise gemäß der Vielfalt von Haltungen in den
verschiedenen Ländern, denn dadurch würde das Gewissen der Christen
und die kirchliche Gemeinschaft verwischt und durcheinander gebracht.
Alle diese Fragen müssen vom Wort Gottes im Licht des kirchlichen
Lehramts, im splendor Veritatis, geklärt und erleuchtet werden. Die
Politiker und Gesetzgeber müssen wissen, dass sie, indem sie
unrechte Gesetzesvorschläge einbringen oder verteidigen, eine
schwere Verantwortung haben und dass sie zum vollbrachten und
verbreiteten Übel Wiedergutmachung leisten müssen, um zur Kommunion
mit dem Herrn, der der Weg, die Wahrheit und das Leben (vgl. Joh
14,6) ist, Zugang haben zu können.
[00155-05.04] [IN125] [Originalsprache: Italienisch]
- Kardinal Darío CASTRILLÓN HOYOS, Präfekt der Kongregation des
Klerus (VATIKANSTADT)
Wir nehmen heute vor allem Bezug zu den Nummern 6, 25-33, 34 und 18
des Instrumentum Laboris.
Diese Synode bekennt und bekräftigt den jahrhundertealten Glauben
der Kirche an das große Sakrament, das alle anderen Sakramente
übersteigt, weil in ihm, in den eucharistischen Gestalten, in wahrer,
wirklicher und wesenhafter Weise unser Herr Jesus Christus, wahrer
Gott und wahrer Mensch, enthalten ist. In der Eucharistie kann ich
mit dem Herrn, da er wahrer Mensch und wirklich gegenwärtig ist,
sprechen, kann mich ohne Furcht in der Armut meiner Sprache und
meiner Gefühle an ihn wenden; und weil Er wirklich Gott ist, öffnet
sich vor mir ein unendlicher Horizont der Betrachtung, ein Feld von
Sicherheiten und Gewissheiten. Weiß das katholische Volk wirklich
mit lebendigem Wissen, was die heilige Eucharistie ist? Die
schwindende Teilnahme an der sonntäglichen Eucharistie, das
Verschwinden der Vereinigungen eucharistischer Verehrung, der Mangel
an Übereinstimmung von eucharistischer Praxis mit dem Leben bei
vielen Personen, die allgemeine Gewohnheit, ohne Beichte zur
Kommunion zu gehen, der Vollzug des Sakraments von Seiten
wiederverheirateter Geschiedener oder von gewalttätigen Personen
werfen die Frage auf: Weiß das katholische Volk wirklich, was die
Eucharistie ist? Man
kennt das Geheimnis eines Gottes, der sich zu Brot und zum Gefährten
macht, der sich in den Zelten der Pilgerschaft niederlässt, um seine
erlösende Liebe anzubieten, nicht genug.
Ich erlaube mir, einige Lösungen anzubieten:
1. Eine Katechese auf allen Ebenen je nach Kultur, Alter,
intellektuellen, ökonomischen, sozialen Verhältnissen.
2. Die Leader, die dazu aufgerufen sind, dieses Projekt auszuführen,
sind die Priester. Seit Anbeginn vom Vater auserwählt, erhielten sie
von Christus das Siegel. Treu in ihrer Aufgabe, bedürfen sie der
Unterstützung in der Mühsal des Weges, der Hilfe und des
Verständnisses in der Zerbrechlichkeit und der Leitung zur
Heiligkeit. Es sind über 400.000, eine sehr große Kapillarität, die
das Gebot “tut dies zu meinem Gedächtnis” nicht vergessen hat. Wir
könnten darum bitten, dass der Heilige Vater im nachsynodalen
Schreiben sie ermutige und antreibe. Sie, die sie ausgebildet und
begleitet werden, können die Leerstellen füllen, die Übertretungen
berichtigen, eine gesunde und starke Belehrung erteilen. Sie können
die Laien, die Gemeinden ohne ansässigen Priester leiten, führen
und, wenn die Bedingungen es erfordern, sozusagen auf wandernde
Weise die Messe feiern. Zusammen mit den Priestern gibt es die
Ordensmänner und -frauen, die Familien, die Bewegungen, die
Katecheten, die Jugendlichen, alle jene engagierten Laien, die von
derselben Eucharistie genährt und motiviert werden.
Bei dieser katechetischen Unternehmung können wir auf zwei
wirkkräftige Werkzeuge zählen: Den Katechismus der Katholischen
Kirche und das Kompendium des Katechismus, das kürzlich vom Heiligen
Vater der Kirche übergeben wurde.
3. Für einen geeigneten eucharistischen Kult ist es nötig, den Sinn
für das Geheimnis und der frommen Verehrung des Heiligen
wiederzuerlangen. Die Würde des Ritus schließt die Oberflächlichkeit,
die Banalisierung des Heiligen aus. Die Übertretungen verdunkeln den
Reichtum der Liturgiereform.
4. Eine weltweite Aktion für die Heiligung der Diener der
Eucharistie ist dringend: tiefe spirituelle Reflexion, ständiges
Gebet, Tage des Fastens und der stillen Betrachtung des
eucharistischen Antlitzes Jesu, des Herrn. Sie werden diese Kraft
und dieses Leben der ganzen katholischen Familie weitergeben.
Der Reichtum des Zölibats, das ein wertvolles Geschenk des Heiligen
Geistes ist, erhebt die Person und die eucharistische Gestalt des
Priesters. Im Umfeld der heutigen sexuellen Kultur wäre die Ehe der
Priester keine Garantie und noch weniger eine Sicherheit angesichts
der Probleme in der Moral, von denen einige Priester betroffen sind.
Die Synode kann den Heiligen Vater darum bitten, das er uns dazu
ermutige, in unserer Kirche das unschätzbare Geschenk des Zölibats
immer mehr zu schätzen und die Türen für falsche Erwartungen, die
Unruhe und Durcheinander hervorrufen können, zu schließen.
[00157-05.04] [IN132] [Originalsprache: Spanisch]
- Kardinal Nasrallah Pierre SFEIR, Patriarch der Maroniten von
Antiochien, Vorsitzender der Synode der Maroniten (Libanon)
1. Ich nehme Bezug auf den Bericht vor der Diskussion, Punkt a2,
betitelt “Viri probati?”, der den Zölibat der katholischen Priester
behandelt. Der Text lautet: “Um dem Priestermangel entgegenzuwirken,
bringen einige, geleitet vom Prinzip ‘salus animarum suprema lex’,
die Bitte vor, verheiratete Gläubige zu weihen, die geprüften
Glaubens und Tugend sind, die sogenannten viri probati,” um die
Pfarreien nicht ohne priesterlichen Dienst zu lassen.
2. Es gibt ein Problem, das niemandem unbekannt ist und das eine
aufmerksame Prüfung verdient. In der maronitischen Kirche sind
verheiratete Priester zugelassen. Die Hälfte unserer
Diözesanpriester sind verheiratet. Aber es gilt anzuerkennen, dass
der Rückgriff auf Verheiratete ein Problem löst und andere,
gleichermaßen schwere, hervorruft. Der verheiratete Priester hat die
Pflicht, sich um seine Frau und seine Kinder zu kümmern, ihnen eine
gute Erziehung zu gewährleisten und sie in die Gesellschaft
einzufügen. Im Übrigen hat sich das Priestertum im Libanon auch als
ein Mittel zum sozialen Aufstieg erwiesen.
Es gibt eine andere Schwierigkeit für einen verheirateten Priester
und das ist die, keine gute Beziehung zu seinen Pfarreiangehörigen
zu haben. Dennoch kann der Bischof ihn nicht ersetzen wegen der
Unmöglichkeit, zusammen mit ihm die ganze Familie zu versetzen.
Trotz allem haben die verheirateten Priester den Glauben jenes
Volkes bewahrt, mit dem sie das harte Leben teilen. Ohne sie wäre
dieser Glaube verschwunden.
3. Auf der anderen Seite ist der Zölibat das wertvollste
Schmuckstück im Schatz der katholischen Kirche. Doch wie kann man
ihn in einer erotisierten Atmosphäre bewahren: Zeitungen, Internet,
Werbeplakate, Aufführungen, alles zeigt sich ohne Scham und verletzt
ständig die Tugend der Enthaltsamkeit. Es versteht sich von selbst,
dass man, einmal zum Priester geweiht, nicht mehr eine Ehe eingehen
kann. Priester in ein Land zu senden, dem es an Priestern fehlt, aus
einem Land, dass deren viele hat, ist keine ideale Lösung, wenn man
die Traditionen, Gewohnheiten und Mentalitäten bedenkt.
Das Problem bleibt. Man muss den Heiligen Geist bitten, dass er
seine Kirche anrege, die Mittel zu einer geeigneten Lösung zu finden.
[00154-05.03] [IN143] [Originalsprache: Französisch]
- Bf. Mons. Aleksander KASZKIEWICZ, Bischof von Grodno (Weißrußland)
In meinem Beitrag möchte ich mich auf den zweiten Teil des
Instrumentum laboris beziehen, d.h. den Glauben der Kirche an das
Geheimnis der Eucharistie. Genauer gesagt steht das von mir
behandelte Thema mit dem Schluß des zweiten Teils in Verbindung. Den
Ausgangspunkt meiner Gedanken bildet die von der Ortskirche in
Weißrussland gelebte Erfahrung im Vergleich zu dem, was man in
anderen Ländern der Welt beobachten kann.
Daraus ergeben sich einige konkrete Vorschläge:
- dem Tabernakel wieder den zentralen Ort in den Kirchen zugestehen,
um den Glauben an die Realpräsenz Christi in den sakramentalen
Zeichen zu unterstreichen;
- eine exakte Norm in Bezug auf die Planung der heiligen Gebäude
entwickeln, damit die Architektur zum Zusammentreffen zwischen dem
Menschen und dem eucharistischen Jesus Christus beitragen kann;
- auch wenn einige Kirchen als historische Gebäude dienen, ist es
notwendig in ihnen ein Klima tiefen Respekts gegenüber dem
Allerheiligsten auszubilden, damit aus keinem wirtschaftlichen oder
kommerziellen Grund ihr Charakter als Gotteshaus geschmälert werde;
- die Kirchen auch außerhalb der Zeiten der Feiern zugänglich machen,
um den Menschen die Möglichkeit eines Zusammentreffens mit dem im
Allerheiligsten gegenwärtigen Christus zuzusichern;
- vor allem in den Städten die eucharistische Anbetung wenigstens
für einige Stunden täglich mit der Möglichkeit der sakramentalen
Wiederversöhnung fördern; unsere Erfahrung zeigt uns, dass die Orte
der eucharistischen Anbetung zur Steigerung einer gesunden
Frömmigkeit beitragen.
[00153-05.02] [IN144] [Originalsprache: Italienisch]
- Bf. Mons. Dominik DUKA, O.P., Bischof von Hradec Králové
(Tschechlowakei)
Wenn wir das Leben der Kirche in der Feier der Eucharistie erfahren,
können wir nicht erwarten, dass dies eine "spannungsfreie Erfahrung"
wird. Es gibt kein Leben ohne Spannungen! Viele von uns sind davon
überzeugt, dass es eine "tridentinische Liturgie" gibt und eine
"Liturgie nach dem 2. Vatikanischen Konzil". Aber das stimmt so
nicht. Es gibt unterschiedliche Liturgien und es hat immer
liturgische Entwicklungen gegeben. Wir brauchen Hochachtung und
Respekt für die Liturgie der Ostkirchen, aber auch für neue
Entwicklungen der "lateinischen Liturgie".
Als die Byzantinische Liturgie entwickelt wurde, hat man, um
Christus die Ehre zu erweisen, auf das kaiserliche Hofzeremoniell
zurückgegriffen, aber zugleich die Treue zum Mysterium des
Gottessohnes gewahrt. In diesem Sinne müssen auch verschiedene
Weisen der Christusverehrung in Asien, Afrika oder Europa möglich
sein. Die Differenz zwischen der Lateinischen und der Byzantinischen
Liturgie ist größer als die zwischen dem "Tridentinischen Ritus" und
der "Liturgie von Zaire"!
Das Studium der Liturgie- und Sakramentengeschichte macht Mut auch
zu neuem liturgischen Handeln. Es kann nicht nur darum gehen, dem
Wortlaut von Rubriken treu zu gehorchen. Wir brauchen auch die
Wertschätzung für den tiefen Sinn, der der Liturgie innewohnt und
aus ihr herauswächst.
[00160-05.03] [IN153] [Originalsprache: Deutsch]
- Kardinal Juan Luis CIPRIANI THORNE, Erzbischof von Lima (Peru)
Die Nummer 37 des Instrumentum laboris erinnert uns daran, dass die
Heilige Messe das sakramentale Opfer ist; man muss jedoch hinzufügen,
dass das gesamte Leben Christi Opfercharakter hat. Die Messe ist für
den Christen der bevorzugte Ort für seine Identifikation mit
Christus. Deshalb ist die beste Antwort der Kirche auf die
säkularisierte Kultur das “Ärgernis des Kreuzes” (vgl. Gal 5, 11)
als Fundament der Pastoral der Heiligung, die man vorzuschlagen
beabsichtigt. Wir schlagen zwei Leitlinien vor: die erste, die sich
an alle Gläubigen wendet, um die Beichte zugänglicher zu machen, mit
Öffnungszeiten, die dem Arbeitstag angepasst sind, mit der
Anwesenheit von Priestern vor und während der Feiern, um das Recht
Beichtstühle zu benutzen zu unterstützen und nicht die Anzahl der
außerordentlichen Diener bei der Kommunion zu erhöhen. Die andere,
die sich auf die Heiligkeit der Priester und Seminaristen richtet:
man rät die häufige Ausübung der Beichte, die Auswahl der Kandidaten
für das Priesteramt und die Sorge um die Seminare.
[00159-05.02] [IN154] [Originalsprache: Spanisch]
- Kardinal Karl LEHMANN, Bischof von Mainz, Präsident der
Bischofskonferenz (Deutschland)
Eine Bischofssynode ist auf die Praxis der Kirche verwiesen, aber
sie tut gut daran, die theologischen Erkenntnisse im Blick zu
behalten, die ihr dabei helfen. Lange Zeit war das Lehrstück über
die Eucharistie stark von der Abwehr reformatorischer Tendenzen
mitbestimmt. Dies war notwendig und bewahrte den Glauben der Kirche.
Wir haben freilich durch die biblischen, patristischen, liturgischen
und ökumenischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts unsere eigene
reiche Tradition neu kennengelemt. Vieles ist im Zweiten
Vatikanischen Konzil und in den folgenden Dokumenten aufgenommen
worden. Aber vieles haben wir noch nicht genügend rezipiert und uns
fruchtbar zu eigen gemacht. Dies sind vor allem: Eucharistie als
umfassende Danksagung an den dreifaltigen Gott, Gedächtnis (Anamnesis,
memoria) als Grundcharakter, Opfer als Gegenwart der Selbsthingabe
Jesu Christi, Anrufung des Geistes, Eucharistiegemeinschaft und
Einheit der Kirche.
Wir können dadurch den Reichtum unseres Glaubens viel besser
verstehen und auch manche ökumenischen Blockierungen auflösen. Die
klassischen dogmatischen Entscheidungen lassen sich in diesen
Kontext gut integrieren und bleiben unentbehrlich. So können wir
auch den Auftrag des Bischofs an jeden Priester in der Ordination
besser erfüllen: "Bedenke, was Du tust!" Die Bischofssynode ist
dafür eine große Chance.
[00158-05.02] [IN155] [Originalsprache: Deutsch]
Bf. Mons. Henryk MUSZYŃSKI, Erzbischof von Gniezno (Polen)
Die Nummer 54 des Instrumentum “Wort und Brot des Lebens” erfordert
eine biblische und theologische Vertiefung. Sowohl die Heilige
Schrift wie auch die patristische Tradition bezeugen die
gegenseitige Abhängigkeit des Wortes und des göttlichen Brotes und
die Analogie (nicht die Identität) zwischen dem Wort, das Fleisch
geworden ist und dem Wort Gottes, das sich in menschlichem Gewand
“inkarniert” hat. In beiden gibt sich Christus, das Wort des ewigen
Lebens (1Joh 1,3), als Speise des Heils. Eine direkte Beziehung
zwischen dem Wort und dem Brot entspringt aus der Zentralität der
Person und der Sendung des Auferstandenen (vgl. die Erzählung der
Emmausjünger: die Gegenwart Christi in der Schrift bereitet die
Jünger darauf vor, das Geheimnis seiner Gegenwart im gebrochenen
Brot zu erkennen).
In analoger Weise entspricht das Brot des Lebens (vgl. Joh 6,5; vgl.
6,51) dem Wort des Lebens (1Joh 1,1, vgl. Joh 6,68). Dieselbe
Parallelität findet sich auch in der christlichen Tradition der
Antike, z. B. bei Origenes (Scholia in Mattheum 17,14-21),
Tertullian (De res. mort 37,11), Irenäus (Adv. Haereses 4.23,22-29),
Cäsar v. Arles (Sermo 78,2) und Hieronymus: Man kann nicht nur im
Geheimnis der Eucharistie sich von seinem Leib ernähren und sein
Blut trinken, sondern auch durch die Lesung der Heiligen Schrift (Hieronymus,
In Eccles. 3,12).
[00064-05.04] [IN056] [Originalsprache: Italienisch]
- Kardinal Francis ARINZE, Präfekt der Kongregation für den
Gottesdienst und die Sakramentenordnung (VATIKANSTADT)
In Bezug auf die Eucharistiefeier bezieht sich ars celebrandi sowohl
auf die innerliche wie auch auf die äußerliche Teilnahme seitens des
zelebrierenden Priesters und der Versammlung. Sie unterstreicht die
Wichtigkeit eines starken Sinns von bewundernder Betrachtung, fast
heiligen Staunens, gegenüber dem Geheimnis Gottes, der sich in der
Heiligen Eucharistie offenbart und uns seine Reichtümer gibt. Sie
bedarf einer empfangenden Stille und einer Reaktion im Gebet, das
von hörenden Herzen, die offen sind für das verborgene aber
wirkmächtige Handeln des Heiligen Geistes, ausgeht.
Ars celebrandi stellt ernste Anforderungen an den Priester, der das
eucharistische Opfer feiert: Bewusstsein bezüglich des bei der Weihe
erhaltenen Amtes (“agnosce quod agis, imitare quod tractas”) und
Bewusstheit, dass er “in persona Christi” handelt und auch als
Diener der Universalkirche. Sie überzeugt den Priester, das seine
Kenntnisse in Liturgie, Schrift und Theologie wachsen müssen und
unterstreicht die Wichtigkeit der Fortbildung für Priester in ihrem
Amt. Tatsächlich sind viele liturgische “Übertretungen auf Unwissen
zurückzuführen” oder auf “ein falsches Verständnis von Freiheit” (Redemptionis
Sacramentum, 7,9).
Ars celebrandi hilft dem Priester, bei der Messe eine vom Glauben
erfüllte und disziplinierte Haltung einzunehmen. Einerseits kann er
sich nicht von der Gegenwart des Volkes abschotten, andererseits
sollte er kein Selbstdarsteller werden. Die Liturgie ist nicht in
erster Linie, was wir machen, sondern was wir im Glauben empfangen.
In Bezug auf andere, die zur Eucharistiefeier beitragen - die
Messdiener, die Lektoren, der Chor usw. - erfordert ars celebrandi
gute Vorbereitung, Glauben, Demut, und konzentrierte Aufmerksamkeit
auf das heilige Geheimnis anstatt auf sich selbst.
Wenn die Messe in diesem Geiste gefeiert wird, nährt sie den Glauben
und stellt ihn wirkmächtig dar - lex orandi, lex credendi. Mit einem
echten Verständnis der Rolle von liturgischen Normen ist eine solche
Feier von Banalisierung und Entweihung frei. Sie sendet das Volk
Gottes in rechter Weise ernährt, geistig erfrischt und in
dynamischer Sendung zur Evangelisierung nach Hause.
Die Rolle des Diözesanbischofs in der Förderung der ars celebrandi
ist von zentraler Bedeutung (vgl. Sacrosanctum Concilium, 41; Instr.
Laboris, 52). Messen, die in Kathedralkirchen, in größeren
Wallfahrtsorten und Pilgerzentren und bei großen Versammlungen der
Gläubigen gefeiert werden, sollten Modelle der ars celebrandi sein.
[00074-05.04] [IN050] [Originalsprache: Englisch]
- Bf. Mons. Rosario Pio RAMOLO, O.F.M. Cap., Bischof von Goré
(TSCHAD)
Heiliger Vater, liebe Synodenbrüder, Brüder und Schwestern in
Christus,
Ich spreche im Namen der Bischofskonferenz von Tschad und in meinem
Namen.
Die ersten katholischen Missionare sind 1929 im Tschad eingetroffen.
Heute repräsentieren die katholischen Christen etwa 20 % der sieben
Millionen Einwohner, die auf sieben Diözesen und eine apostolische
Präfektur verteilt sind. Die Kirche von Tschad befindet sich im
stetigen Wachstum und lebt den Glauben hauptsächlich rund um die
Sakramente, von denen die Taufe und die Eucharistie die Stützen
unserer Gemeinden sind. Was die Eucharistie betrifft, wird unser
Land bald eine “Premiere” erleben: einen Nationalen Kongress zur
Eucharistie, der im nächsten Januar stattfinden wird. Er wurde drei
Jahre lang durch eucharistische Kongresse in den Pfarrgemeinden und
Diözesen vorbereitet, die sich entgegen aller Erwartungen als wahre
Erfolge herausstellten.
1. Unsere Freuden um den eucharistischen Jesus Christus
Die sonntäglichen Eucharistiefeiern sind in den Gemeinden sowohl der
Großstädte als auch der abgelegensten Dörfer die am meisten
erwarteten Momente der Woche. Die Eucharistie nimmt einen sehr
wichtigen Platz im Leben unserer Gemeinden und dem der Gläubigen ein.
Alle Eucharistiefeiern, vor allem die sonntäglichen, sind Festzeiten.
Sie sind Ausdruck unseres Heils und Zeichen unserer Einheit. Die
Christen sind stolz darauf, an ihnen teilzunehmen. Die Liturgie wird
durch die Gesänge und Tänze, die die Christen in den
unterschiedlichen Abschnitten der Feier ausüben, lebendig. Die große
Teilnahme von Kindern und Frauen macht diese Liturgie noch
feierlicher und fröhlicher.
2. Unsere Sorgen
Die Diözesen haben nicht genügend Priester, um den Bedürfnissen der
christlichen Gemeinden nachzukommen, deshalb bleiben viele Christen
am Sonntag ohne Eucharistiefeier und ohne Kommunion.
Die außerordentlichen Diener der Eucharistie sind nicht ausreichend
auf ein solches Amt vorbereitet. Die Gläubigen haben oft ein
Durcheinander zwischen der Eucharistiefeier und dem Wortgottesdienst
ohne die Gegenwart des Priesters. Diese Konfusion wird sogar noch
größer, wenn sich an letzteren die eucharistische Kommunion
anschließt.
Der Verlust des Bewusstseins für das Heilige ist eines der größten
Probleme, denen wir heute in den Eucharistiefeiern begegnen. Das
Bewusstsein für das Heilige ist eine Wirklichkeit, die den Gläubigen
gegenwärtig entflieht und das aus verschiedenen Gründen nicht mehr
Teil ihres kulturellen Erbes ist.
Eine andere Schwierigkeit wird durch die geringe Zahl derjenigen,
die trotz ihrer ehelichen Situation während der Eucharistiefeiern
kommunizieren, verursacht: Verspätung in der Regelung der Ehe, Angst
vor dem Ehesakrament, Polygamie... Die gleiche Situation erleben die
gemischten Paare.
3. Lösungsansätze
Angesichts dieser Probleme bedarf es einer Katechese für die
Vertiefung des Glaubens der Erwachsenen.
Das Nachdenken über die Institution eines ständigen Diakonats ist
erforderlich, damit die christlichen Gemeinden an jedem Sonntag die
eucharistische Kommunion erhalten können.
Man muss die Institution der außerordentlichen Diener der
Eucharistie offiziell auf den Weg bringen, auch wenn Probleme wie
die Transportmittel, die Besuche in großer Entfernung und das
wirtschaftliche Problem bleiben.
Über all diese Freuden hinaus und trotz der Sorgen und der
schwierigen Lösungsversuche bleibt die Eucharistie für unsere Kirche
der Mittelpunkt des gesamten christlichen Lebens und unserer Feiern.
Auf dass sie Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung dieser
jungen Kirche, Familie Gottes in Tschad, werde.
Danke.
[00061-05.02] [IN052] [Originalsprache: Französisch]
Bf. Mons. Juan Antonio UGARTE PÉREZ, Erzbischof von Cuzco (Peru)
Bei Nr. 50 des Instrumentum Laboris werden einige Voraussetzungen
für den würdigen Empfang des Leibes Christi aufgezählt. Dieser
Gedanke gibt mir den Anstoß, um diesbezüglich einen wichtigen Aspekt
zu kommentieren: Die Austeilung der Kommunion auf die Hand. Unter
den Bedingungen, in denen diese Praxis ursprünglich in Betracht
gezogen worden war - beschränkt auf Personengruppen mit einer guten
Bildung - handelt es sich bestimmt um eine annehmbare Option. In
diesem Fall läuft man nicht Gefahr, dass Missbräuche begangen werden,
die leider vorkommen, wenn die Kommunion wahllos auf die Hand
ausgeteilt wird, das heißt ohne die Gewissheit, dass, wer sie
empfängt, eine ausreichende Bildung und rechte Absichten hat. Für
den, der diese Risiken kennt, wandelt sich diese Praxis oft zu einer
Quelle von Spannungen: Sowohl für den Priester, der diejenigen
ermahnen muss, die die konsekrierte Hostie nicht sofort einnehmen,
als auch für die anderen Gläubigen, die solchen Situationen
beiwohnen. Abschließend halte ich es aus Respekt gegenüber dem
heiligen Sakrament und als Vorsichtsmaßnahme für notwendig, dass
diese Versammlung die Gelegenheit prüft, Normen vorzuschlagen, um
eine solche Praxis auf kleine Personengruppen guten Glaubens und mit
nachgewiesener Bildung zu beschränken.
[00063-05.04] [IN054] [Originalsprache: Spanisch]
- Bf. Mons. Brian Michael NOBLE, Bischof von Shrewsbury
(Großbritannien und Wales)
Nr. 71 spricht von der Wichtigkeit des Überlebens der sonntäglichen
Messe. Deshalb muss sie “für die größtmögliche Zahl von Gläubigen
gesichert werden”.
Doch in vielen Diözesen ist aufgrund des Priestermangels eine
geeignete Versorgung schwierig und wird es wahrscheinlich noch mehr
werden.
Nr. 55 und 56 des Instrumentum wenden die Aufmerksamkeit einigen
Auswirkungen dieser Situation zu: Der Ersatz durch Wortgottesfeiern
kann den christlichen Gottesdienst auf einen Dienst der Versammlung
reduzieren. Es kann ein Durcheinander betreffend des Unterschiedes
zwischen geweihtem und nicht geweihtem Amt entstehen. Müssen wir
dazu nicht die Gefahr hinzufügen, dass Priester eine fast
ausschließlich kultische Rolle annehmen müssen und so die
prophetische und pastorale Dimension des geweihten Amtes in Gefahr
bringen? Und ist es nicht ein wichtiger Teil unserer Tradition, dass
es eine enge Verbindung zwischen dem Vorstehen bei der Eucharistie
und dem Vorstehen über einer Gemeinde in Liebe gibt?
Gebete um Berufungen und ein Teilen der Priester unter den Kirchen
(55) sind Fortschritte, aber ich bringe die Notwendigkeit eines
dringlicheren Vorgehens vor. Wenn die Eucharistie Quelle und
Höhepunkt unseres Lebens und unserer Sendung ist, sollten wir der
ausreichenden Vorsorge für ihre Feier nicht den Vorzug geben? Und
wie lange sollten Gemeinden “Gemeinden in Erwartung eines Priesters”
sein?
Aus diesen Gründen schlage ich vor, dass der Heilige Stuhl die
Bischöfe über das Ausmaß des Problems zu Rate zieht und unsere Sicht
bezüglich des besten Umgangs mit dem Problem in den Ländern, wo der
Mangel akut ist, einfordert.
[00077-05.04] [IN064] [Originalsprache: Englisch]
Bf. Mons. Cornelius Fontem ESUA, Koadjutor des Bischofs von Bamenda
(KAMERUN)
Das Instrumentum Laboris bedauert in Nr. 47 die Tatsache, “dass die
Verkündigung des Wortes Gottes nicht immer in angemessener Weise
gepflegt wird”.
Um die Bedeutung des Wortgottesdienstes während der Eucharistiefeier
zu betonen, sollte es in erster Linie in unseren Pfarreien eine
rechte Organisation des bibelpastoralen Dienstes (des
Bibelapostolats) geben. Dadurch werden die Gläubigen darin
unterwiesen, das Wort Gottes zu achten und zu verehren (vgl. Dei
Verbum, Nr. 21). Bibeln werden in den Häusern, christlichen
Gemeinden und Kirchen aufgestellt zur Verehrung und zum Gebet,
genauso wie die Eucharistie in unseren Kirchen und Kapellen zur
Verehrung und zum Gebet aufbewahrt wird. Die Gläubigen lernen, das
Wort Gottes, das lebendig, aktiv und wirkmächtig ist, zu lesen,
anzubeten und zu meditieren. Dies würde den geweihten und nicht
geweihten Dienern helfen, das Wort Gottes während der liturgischen
Feier in bedeutsamerer Weise zu verkünden und die Gläubigen würden
mit mehr Gewinn, mit geschuldeter Aufmerksamkeit und Verehrung auf
es hören. Eine rechte Organisation von Bibelstudien und
Bibelgesprächsgruppen, vor allem auf der Ebene christlicher
Basisgemeinden, würde die Gläubigen für ein aufmerksameres und
fruchtbareres Hören auf das Wort Gottes bei der Verkündigung während
der Eucharistiefeier besser vorbereiten.
Zum zweiten sollte die Predigt, die das Wort Gottes zum Empfang
durch die Gläubigen bricht, betont werden. Sie verbindet das Wort
mit der Eucharistie und ermöglicht es den Teilnehmenden,
fortzufahren die Eucharistie zu leben, sie in Nächstenliebe zu
bezeugen und am Ende der Feier in die Sendung einzutreten. Man
sollte sich bemühen, die Erfüllung der alttestamentlichen
Verheißungen in Jesus Christus, dem abschließenden Wort, das von
Gott zur Menschheit gesprochen wurde, und der fortfährt, sein
heilbringendes Wort heute in den konkreten Situationen unseres
Lebens zu sprechen, aufzuzeigen. Ohne die Predigt könnte die
Eucharistiefeier als magischer Akt betrachtet werden. Es ist die
Predigt, die die christliche Eucharistiefeier unterscheidet von den
Opfern der traditionellen Religionen Afrikas, die oft von Anrufungen
und magischen Formeln in Sprachen, die manchmal von den
Teilnehmenden nicht verstanden werden, begleitet sind. Drittens ist
die feierliche Prozession des Evangeliars vor der Verkündigung des
Evangeliums (der kleine Einzug der Byzantiner), verstanden als
“mystischer Eintritt des menschgewordenen Wortes und seiner
Gegenwart inmitten der Versammlung” (Nr. 46), nicht ausreichend, um
die Wichtigkeit des Wortgottesdienstes zu betonen. In einigen
Teilkirchen in Afrika, zum Beispiel in vielen Diözesen in Kamerun,
wird der Wortgottesdienst durch ein feierliches Lektionar oder eine
Bibelprozession, die unmittelbar nach dem Tagesgebet und nicht erst
vor der Verkündigung des Evangeliums beginnt, eröffnet. Die
Versammlung wird so eingeladen, mit Aufmerksamkeit und Ehrerbietung
auf das Wort Gottes zu hören, wie sie es tun, wenn ein
traditioneller Führer zu ihnen spricht oder wenn ihnen eine
Botschaft von ihm verkündigt wird. All dies würde helfen, die
Bedeutung des Wortes Gottes zu betonen und die Tatsache zu
unterstreichen, dass Gott selbst es ist, der zu ihnen spricht, wenn
sein Wort, sowohl vom Alten als auch vom Neuen Testament, während
der Eucharistiefeier verkündigt wird. Die Gläubigen würden mit mehr
Ehrerbietung auf es hören, wie sie es bei der Wandlung tun.
[00079-05.04] [IN068] [Originalsprache: Englisch]
Bf. Mons. Theotonius GOMES, C.S.C., Titularbischof von Zucchabar,
Weihbischof von Dhaka
Es folgen einige Aspekte der Eucharistie, die pastorales Handeln
erfordern:
a) Die Eucharistie als Nahrung: Die Schrift spricht von der Nahrung
als eine irdische fundamentale Notwendigkeit, auf die in der
Schöpfung Bezug genommen wird, in der Wüste Sinai, im “Gebet des
Herrn”; die Brotvermehrung drückt ihr“Genügen und Überfluß” aus; die
Eucharistie zeigt ihre tiefe Heiligkeit auf. Die Nahrung, die
unseren Körper in Einheit mit unserem Geist hält, hat ein
geistliches Ziel; empfangen als tägliches Brot, als Sättigung im
Geist der “Armen” wird sie zu einer heiligen Sache. Wenn sie mit
Gier verfolgt wird, verliert sie ihre Qualität als Heiliges. Die
Unterdrückung, der Tod vieler Menschen aufgrund von Nahrungsmangel
ist unsagbar “uneucharistisch”, ist eine sehr demütigende, sündhafte
Situation in unserer fortschrittlichen Zeit, die uns unwürdiger
macht, die Eucharistie zu feiern. Auf sehr konkrete Weise muss sich
die Ortskirche auf der Ebene der Pfarrgemeinden und Diözesen und auf
höheren Ebenen von Nationen und internationalen Gemeinschaften
dieser Situation als eucharistischer Pflicht und Aufgabe auf
deutliche Weise stellen.
B) Die Eucharistie als Leib: Die Eucharistie als Leib Christi drückt
aus, dass unser Körper heilig ist und dass die Eucharistie keine
Last und kein Hindernis für unseren Geist ist. Zwischen dem Körper
und dem Geist besteht eine Gemeinschaft und keine Zweiteilung. Wir
müssen unserem Körper “geistliche” Aufmerksamkeit zukommen lassen.
Der leidende Körper von Menschen mit schweren Krankheiten, von Alten
und Sterbenden, von Schwerbehinderten, von allen Menschen, die
schwer unterdrückt und körperlich verletzt werden, nimmt am
Geheimnis der Eucharistie teil und drückt innere Kraft, Herrlichkeit
und Schönheit aus. Dank ihrer Wunden, vereint mit dem Herrn, werden
wir geheilt.
C) Die Eucharistie als Gemeinschaft: Die Eucharistiefeier, die die
sakramentale und mystische Gemeinschaft mit Christus schafft, muss
uns zu einer immer stärkeren Gemeinschaft mit der Gemeinde führen.
Genauer gesagt könnten die Gaben während der Eucharistiefeier direkt
den Armen der Gemeinde gegeben werden, um unsere Werke der
Nächstenliebe direkt aus der Eucharistie entspringen zu lassen und
sie so geistlicher und mystischer, anziehender und wirksamer bei der
Schaffung von Gemeinschaft im Herzen der Gemeinde werden zu lassen.
D) Die wachsende ökumenische und interreligiöse Situation verlangt
eine bedeutungsvollere Anwesenheit der Nichtkatholiken und
Nichtchristen bei unserer Eucharistie, um eine größere Nähe zu uns
zu zeigen. Im Rahmen von doktrinalen oder weiteren pastoralen
Überlegungen sollte eine möglichst große Teilnahme oder aktive
Anwesenheit ihrerseits angestrebt werden, eingeschlossen all
diejenigen, die nicht die Eucharistie empfangen können.
[00083-05.03] [IN077] [Originalsprache: Englisch]
- Bf. Mons. Joseph Mohsen BÉCHARA, Erzbischof von Antélias deri
Maronitern (Libanon)
In Nr. 49 des Instrumentum laborís wird ein kleiner Abschnitt der
Epiklese gewidmet.
Ich möchte die Aufmerksamkeit auf zwei Punkte lenken:
1. Es wäre ein großer Vorteil, wenn man den so zahlreichen
eucharistischen Hochgebeten, die in den ostkirchlichen Liturgien
benutzt werden, mehr Raum geben würde, mit dem Ziel eine
vollständigere Sicht des Synodenthemas bieten zu können.
2. In Kürze ein wenig Licht in das Konzept der Epiklese in der
syrisch-maronitischen Tradition, besonders bei dem hl. Ephräm zu
bringen.
Nach dieser Tradition sind Wandlung und Epiklese bis ins Innerste
miteinander verbunden, weil sie eine globale Auffassung der
Heilsökonomie, die sich von der Schöpfung bis zur Parusie entwickelt,
offenbaren.
Die eucharistischen Hochgebete geben der Rolle des Heiligen Geistes,
der nicht nur das Brot und den Wein lebendig macht und vergöttlicht,
sondern auch die ganze christliche Gemeinde, um die Heiligen
Mysterien zu feiern, besonderen Raum. Genauer gesagt ist die Rolle
des Heiligen Geistes in der Feier der Eucharistie verbunden mit
seiner Rolle bei der Auferstehung Christi. Tatsächlich stellt der
Altar das Grab dar, während die Gestalten von Brot und Wein den Leib
und das Blut Christi symbolisieren, der ans Kreuz ausgeliefert und
begraben wurde. Christus ist durch die Kraft des Geistes
auferstanden; dasselbe geschieht mit den Gestalten: das Brot und der
Wein werden zum Leib und Blut des auferstandenen Christus. Das
eucharistische Gebet des Hl. Jakobus, aus dem 4. Jahrhundert, ist
diesbezüglich sehr erhellend.
Es ist augenscheinlich, dass die Dynamik der Epiklese sich nicht auf
festgesetzte Grenzen beschränkt, viel mehr hat sie eine unendliche
kirchliche Dimension.
Der Hl. Ephräm ist noch genauer, wenn er sich an die Kirche wendet:
“Er nannte das Brot seinen lebendigen Leib, er erfüllte es mit sich
selbst und mit seinem Geist. [...] Und der, der es mit Glauben ißt,
ißt Feuer und Geist. [...] Nehmt davon, eßt alle davon und eßt mit
ihm den Heiligen Geist. In der Tat ist es wirklich mein Leib und der,
der ihn ißt, wird ewig leben” (EdE 17).
Das Feuer und der Geist werden mit Brot und Wein der Eucharistie in
Verbindung gebracht, weil sie dieselbe pneumatische Wirklichkeit
übertragen, die durch die ganze Bibel und besonders in der Taufe
Christi, in seiner Auferstehung und im Pfingstfest wirkt. In den
Augen von Ephräm wirkt derselbe Geist auch auf dem Niveau des
christlichen Lebens, sowohl persönlich als auch gemeinschaftlich.
Das Empfangen des Geistes im Empfangen des eucharistischen Leibes
Christi, bedeutet den Leib Christi, der die Kirche ist, belebt vom
Geist, zu stiften und zu bilden. Die Eucharistie hat deswegen
gleichzeitig eine christliche, pneumatische und kirchliche Dimension.
Den Akzent neu auf die Epiklese zu setzen, zeigt, dass die Kirche in
den Pluralismus eintritt und aus seiner Tradition, sei es aus der
östlichen oder der westlichen, die Reichtümer seines vielfältigen
Erbes schöpft.
[00084-05.03] [IN078] [Originalsprache: Französisch]
- Bf. Mons. Denis George BROWNE, Bischof von Hamilton in Neuseeland,
Präsident der Föderazion der Bischofskonferenz der Katholiken
Ozeaniens (F.C.B.C.O.) (Neueseeland)
1. Es ist wichtig, dass wir als Kirche uns daran erinnern, dass
kleine katholische Gemeinden dasselbe Recht haben an der Eucharistie
teilzunehmen wie ihre Brüder und Schwester in großen und aktiven
Gemeinden. Wir als Kirche müssen fortwährend offen sein, Wege zu
finden, wie die Eucharistie für alle unsere Gläubigen leicht
zugänglich wird. “Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot”
(Joh 6,34). Wir müssen empfänglich sein für die Fragen, die uns die
Gläubigen oft stellen, z. B. “Warum scheint es bereits verheirateten
Priestern der Anglikanischen Kirche möglich zu sein, geweiht zu
werden und als katholische Priester zu wirken, während früheren
katholischen Priestern, die von ihrem Zölibatsgelübde dispensiert
wurden, nicht möglich ist, auf irgendeine Weise pastoral zu wirken?”
2. Wir müssen unsere Priester und Diakone beständig ermutigen, so
wirksam wie möglich im Halten von Predigten zu sein, die unseren
Versammlungen Nahrung, Hoffnung und Inspiration geben. Gute
Predigten ermöglichen es der Versammlung, mit vertieftem Glauben und
Liebe zum Herrn in die Eucharistiefeier einzutreten. Möge unser Volk
immer durch gute Predigten zur Begleitung Jesu Christi geführt
werden, wenn er die Versammlung vom Tisch des Wortes zum Tisch der
Eucharistie trägt.
[00090-05.03] [IN084] [Originalsprache: Englisch]
- Kardinal Jean-Louis TAURAN, Archivar und Bibliothekar von S.R.C.
(VATIKANSTADT)
Der Beitrag bezieht sich auf den III. Teil des “Instrumentum laboris”,
“Eucharistie im Leben der Kirche”, II. Kapitel, No. 66: “Haltungen
der Anbetung”.
Zumindest in der westlichen Welt ist das Niederknien immer weniger
gebräuchlich. Praktisch kniet man während der Messfeier nicht mehr
nieder. Während der Woche sind die Kirchen häufig geschlossen, der
Besuch des Heiligen Sakraments wird oft unmöglich. Es wäre gut, an
die Wichtigkeit des Zeugnisses der Christen und Gemeinschaften zu
erinnern, die nicht zögern, nieder zu knien, um die Größe und die
Nähe Gottes in der Eucharistie zu bezeugen.
Vor der Eucharistie erkennt der Mensch an, einen Anderen nötig zu
haben, der ihm neue Energien für die Kämpfe des Lebens gibt. Eine
Welt ohne Anbetung wäre eine Welt nur nach Maß des Menschen. Eine
Welt, die nichts anderes wäre als die Welt Produktion, würde schnell
unerträglich. Eine Welt ohne Anbetung ist nicht nur unreligiös, sie
ist unmenschlich!
[00111-05.03] [IN094] [Originalsprache: Französisch]
- Bf. Mons. William Joseph LEVADA, Emeritiert Erzbischof von San
Francisco, Präfekt der Glaubenskongregation (San Francisco,
VATIKANSTADT)
Eine gewisse künstliche Opposition zwischen den Homilien doktrinären
Charakters und jenen
liturgischen hat die katechetische Bildung der Gläubigen, um ihren
Glauben in der heutigen säkularisierten Welt zu verwirklichen,
verhindert. Diese falsche Dichotomie kann lediglich überwunden
werden, indem gezeigt wird, dass der doktrinale Aspekt der ist, der
den tiefsten Sinn der Heiligen Schrift erfasst - analog dazu, was
die Liturgie selbst tut: uns mit Christus, unseren Erlöser, zusammen
kommen zu lassen.
Ich schlage deshalb vor, dass die Synode genau die Empfehlung (vgl.
Nr. 47) aussprechen möge, zu fordern, dass ein pastorales Programm
vorbereitet werde - das denen, die in den sonntäglichen
Eucharistiefeiern predigen, nicht aufzuerlegen, sondern
vorzuschlagen ist - auf der Basis der Aufteilung des Lektionars auf
drei Jahre, das die Verkündung der Glaubenslehre mit den biblischen
Texten verbindet, in denen solche Wahrheiten begründet sind, und das
sich auf den Katechismus der Katholischen Kirche und auf ihr
kürzlich publiziertes Kompendium bezieht.
[00112-05.04] [IN095] [Originalsprache: Italienisch]
- Kardinal Péter ERDŐ, Erzbischof von Esztergom-Budapest, Präsident
der Bischofskonferenz (Ungarn)
Wie wir bei dem Bericht des Generalrelators gehört haben, ist das
“Staunen” bei der Eucharistie ein Verhalten, welches seiner
heiligsten Wirklichkeit entspricht. Das Verhalten des Anbetung muss
in der Tat schon die Art unserer Teilnahme an der eucharistischen
Feier selbst charakterisieren. Die Anbetung gegenüber Christus ist
bei der Eucharistie auch außerhalb der Messe ein Resultat unseres
Glaubens hinsichtlich des gefeierten Geheimnisses. So trifft Gott,
der der Andere ist hinsichtlich der gesamten geschaffenen Welt, wenn
er auch überall in dieser Welt präsent ist, mit dem Menschen auf
intensivste Weise bei der heiligsten Eucharistie zusammen. Auf diese
Weise wird Christus die Quelle unseres christlichen Lebens,
gemeinschaftlich und individuell, und der gesamten Sendung der
Kirche.
Es ist ein großer Wert, wenn eine Person die Kommunion in der
katholischen Kirche flehentlich begehrt, aber es ist notwendig,
einen angemessenen Weg zu gehen, um bei ihr an zu kommen: das eigene
Leben ändern, das Sakrament der Buße empfangen, etc. Diese Schritte
müssen wirklich, objektiv durchgeführt sein. Der emotionale Wunsch
reicht nicht hin, das Empfangen der Eucharistie kann nicht mit
konsumistischer Mentalität gelebt werden.
Es scheint notwendig, dass die Priester und auch die Gläubigen eine
klare Orientierung durch die Verbreitung von Disziplinregeln
hinsichtlich dieser Punkte erhalten wie auch hinsichtlich der
Sakramentsfeier der Buße während der Messe.
Ein Resultat der besonderen Heiligkeit der Eucharistie ist die
Öffnung den Armen gegenüber. In unserem Land ist die Kollekte
während der Messe der wichtigste Moment, der die Solidarität mit den
Armen ausdrückt.
[00113-05.05] [IN096] [Originalsprache: Italienisch]
- Bf. Mons. Adrian Leo DOYLE, Erzbischof von Hobart (AUSTRALIEN)
Nachdem ich das Instrumentum laboris gelesen habe, das für diese
Synode vorbereitet worden ist, kam mir in den Sinn, dass eine starke
Anerkennung des wunderbaren Beitrags unserer Priester fehlt. In
einigen Teilen der Welt, mein Land, Australien, eingeschlossen,
fährt jene Berufung des Priesters fort, eine sehr entsagungsreiche
zu sein, vielleicht mehr als sie es in der kürzlichen Vergangenheit
war.
Ich will den Paragraphen 56 des Dokumentes unterstreichen, wo
Dankbarkeit gegenüber den Katecheten ausgesprochen wird. Ich bin
sicher, dass diese Dankbarkeit sehr wohl verdient ist, besonders in
jenen Gegenden, wo die Kirche sich so sehr auf die Präsenz und den
Beitrag der Katecheten verlässt.
Könnte nicht auch eine derartige Anerkennung an die Tausenden von
Priestern gerichtet werden, die, oft unter recht schwierigen
Bedingungen, einen unersetzbaren Dienst beim Zelebrieren der
Eucharistie, dem Thema, dem die Synode eine so große Beachtung
entgegen gebracht hat als Teil des Eucharistischen Jahres, leisten?
Oftmals akzeptieren viele alte Priester schwerwiegende Verantwortung
für eine längere Zeitspanne im Vergleich zu ihren Altersgenossen in
der Gesellschaft. Sie haben pastorale Verantwortung für eine größere
Zahl von Personen verglichen mit der Zahl der anfänglichen Jahre
ihres priesterlichen Amtes. Viele müssen lange Reisen auf sich
nehmen, um den Gemeinschaften, die auf ihrem Gebiet verstreut liegen,
zu dienen, während andere die Eucharistie und die anderen Sakramente
für eine sehr große Anzahl von Personen feiern, dieses mit wenig
Assistenz. Viele junge Priester gehen einer Zukunft entgegen, die
sie voller Herausforderungen wissen, wegen der begrenzten Anzahl von
Priestern, mit denen sie ihr Amt teilen.
[00146-05.07] [IN103] [Originalsprache: Englisch]
Bf.
Mons. Anthony MUHERIA, Bischof von Embu (Kenya)
Große Aufmerksamkeit wurde auf äußere Ausdrucksformen gerichtet, die
manchmal auf Kosten der “nicht ausgedrückten Innerlichkeit” des
Geheimnisses gehen. Die Herausforderung für die Kirche in Afrika ist
die Einsicht. Die Liturgie muss in das Geheimnis führen. In der
Auswahl der liturgischen Tänze und der anderen Elemente der
Inkulturation, muss man auf ihre Fähigkeit achten, in das Geheimnis
einzuführen, damit sie für die Liturgie geeignet sind. Es muss Raum
da sein, damit das Geheimnis zu uns sprechen kann, so dass man
ausführlich die zu Gott aufsteigenden Aspekte und den absteigenden,
heiligen Aspekt des Ostergeheimnisses beachtet. Nur diese
“innerliche Aszendenz” des feierlichen Aspekts der Kirche Afrikas
wird die Feier des eucharistischen Geheimnisses wirklich bereichern.
Die Feier der Eucharistie als Kreuzesopfer verlangt auch eine
kontemplative Annäherung. Insofern, müssen die
Inkulturationanstrengungen in der Feier der Liturgie durchgedrungen
sein von einem tiefen sakramentalen Bewußtsein, damit die
äußerlichen Aspekte eine wahre “Veräußerlichung” des Geheimnis sind,
das gefeiert wird. Die “Schaffenskraft” im Inkulturationsprozess
verliert ihre Orientierung, wenn sie nicht ein tiefes Verständnis
des Geheimnisses besitzt.
[00145-05.05] [IN104] [Originalsprache: Englisch]
- Bf. Mons. Tarcisius Gervazio ZIYAYE, Erzbischof von Blantyre
(Malawi)
Ich spreche im Namen der Bischofskonferenz von Malawi und beziehe
mich auf Instrumentum Laboris Nr. 70, Sonntägliche Eucharistie.
Die Eucharistie ist wirklich Mitte, Quelle und Höhepunkt unseres
christlichen Lebens; doch die Realität für 80 % der Gläubigen in
Malawi ist die, dass sie nicht jeden Sonntag die Eucharistie feiern
können. Zudem können viele von ihnen nicht einmal ein Mal im Monat
an der Eucharistie teilnehmen wegen des Mangels und Fehlens von
Priestern. Für die Mehrheit unserer Christen ist es das Wort Gottes,
das ihnen wirklich auf dauernde Weise gegenwärtig ist. Wir fördern
das Bibelteilen, das verbesserte Methoden zur Lektüre der Schrift
bietet, wie etwa die “Lectio Divina”.
Die Herausforderung in Malawi und anderen Ländern ist nun, die
Eucharistie zu dem zu machen, was sie wirklich ist: Mitte des
christlichen Lebens. Was können wir tun, damit alle Gläubigen die
Möglichkeit haben, jeden Sonntag an der Eucharistiefeier
teilzunehmen? Wie können wir angesichts des Mangels an geweihten
Dienern die Eucharistie zur Mitte des christlichen Lebens machen?
Wie machen wir die Heilige Messe dem Volk zugänglich, um für ihre
geistliche Nahrung und Wachstum zu sorgen? Die Kirche muss geeignete
Wege finden, um dieser Herausforderung zu begegnen.
Wir danken Gott, dass wir in Malawi viele Berufungen zum Priestertum
haben. Die Ausbildung unserer Seminaristen als unseren zukünftigen
Priestern, die Diener der Eucharistie sein werden, ist von höchster
Bedeutung. Doch werden unsere Bemühungen zur Erfüllung dieser
grundlegenden Verpflichtung manchmal durch einen kritischen und
ernsten Mangel an geeigneten und wirksamen, sowohl menschlichen wie
materiellen, Mitteln behindert. Wir glauben, dass die Verpflichtung
zu einem echten Teilen und Austausch der Mittel zwischen Nord und
Süd, unsere Situationen und Gemeinschaften verändern und sie mit gut
ausgebildeten Priestern versorgen kann, die bereit sind, dem Volk
Gottes volle pastorale Dienste zu erweisen. Die Mittel im Norden
zusammen mit unseren lokalen Mitteln kann der Ausbildung unserer
zukünftiger Priester helfen.
Die Kirche braucht viele Priester, die für eine fruchtbare Feier und
Empfang der heiligen Eucharistie gut ausgebildet sind. Vielen Dank.
[00149-05.04] [IN107] [Originalsprache: Englisch]
|