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12 - 07.10.2005
INHALT
♦ NEUNTE GENERALKONGREGATION (FREITAG, 7. OKTOBER 2005 -
NACHMITTAG)
● BEITRÄGE IN DER AULA (FORTSETZUNG)
Heute, am Donnerstag, den 6. Oktober 2005, hat um 16.35 Uhr mit dem
Gebet Adsumus die Neunte Generalkongregation zur Fortsetzung der
Beiträge der Synodenväter in der Aula zum Synodenthema Die
Eucharistie: Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der
Kirche begonnen.
Turnusmäßiger Deligierter Präsident S. Em. Kardinal Juan SANDOVAL
ÍÑIGUEZ, Erzbischof von Guadalajara (Mexiko).
● BEITRÄGE IN DER AULA (FORTSETZUNG)
In dieser Neunten Generalkongregation haben folgende Väter das Wort
ergriffen:
-
Bf. Mons. Gervais BANSHIMIYUBUSA, Bischof von Ngozi
- Kardinal Francisco Javier ERRÁZURIZ OSSA, der Schönstatt Patres,
Erzbischof von Santiago de Chile, Präsident des Bischöflichen Rates
von Lateinamerika (C.E.L.AM.) (CHILE)
- Bf. Mons. Agostino VALLINI, Emeritierter Erzbischofbischof von
Albano, Präfekt des Obersten Gerichtshofs der Apostolischen Signatur
(VATIKANSTADT)
- Bf. Mons. José de la Trinidad VALERA ANGULO, Bischof von La Guaira
(Venezuela)
- Bf. Mons. Paul BÙI VĂN ÐOC, Bischof von My Tho (Vietnam)
- Bf. Mons. Manuel Felipe DÍAZ SÁNCHEZ, Bischof von Carúpano
(Venezuela)
- Bf. Mons. Luis Antonio G. TAGLE, Bischof von Imus (Philippinen)
- Bf. Mons. Lucius Iwejuru UGORJI, Bischof von Umuahia (Nigeria)
- Kardinal Zenon GROCHOLEWSKI, Präfekt der Kongregation für das
Katholische Bildungswesen (für die Seminare und die
Studieneinrichtungen) (VATIKANSTADT)
- Bf. Mons. Andrej GLAVAN, Titularbischof von Musti di Numidia,
Weihbischof von Ljubljana (Slowenien)
- Bf. Mons. Dominic JALA, S.D.B., Erzbischof von Shillong (Indien)
-
Bf. Mons. Renato CORTI, Bischof von Novara (Italien)
- Bf. Mons. Leo Laba LADJAR, O.F.M., Bischof von Jayapura
(Indonesien)
Hier im Folgenden die Zusammenfassungen der Beiträge:
-
Bf. Mons. Gervais BANSHIMIYUBUSA, Bischof von Ngozi
Mein Beitrag soll ein Zeugnis über die Wichtigkeit der Eucharistie
in den Momenten von Konflikten sein, mit Bezug auf das, was die
Kirche in Burundi in diesen letzten Jahren erlebt hat. Burundi, ein
christliches, zu mehr als 60 % katholisches Land, hat zuletzt eine
Phase der Prüfung durch tragische Konflikte zwischen den
verschiedenen ethnischen Gemeinschaften dieses Landes erlebt. Diese
Konflikte haben sich in einem Bürgerkrieg entladen bis zum dem
Punkt, dass die Menschen verschiedener Ethnien sich nicht einmal
mehr auf der Straße zu kreuzen getrauten.
Die Eucharistiefeiern sind der bevorzugte Ort geblieben, wo die
Leute verschiedener Ethnien sich begegnen konnten, um für ihre
Versöhnung zu beten. Durch ihren “doppelten Tisch” des Wortes Gottes
und des eucharistischen Brotes war die Eucharistiefeier sozusagen
eine vorzügliche Gelegenheit für:
- eine prophetische Verkündigung, die die Hoffnung des Volkes
hinsichtlich einer möglichen Versöhnung stärkte
- ein Wort, das alle ohne Parteinahme betraf, zur Bekehrung der
Herzen und der Mentalitäten. Über all dem war die Eucharistiefeier
eine Quelle der Gnade, die den Christen übernatürlichen Mut gab, um
gegen den Strom zu schwimmen in der oft mit dem Preis ihres Blutes
bezahlten Verweigerung jeder negativen Solidarität, die auf der
einzigen natürlichen Grundlage der Ethnien oder egoistischen
Interessen beruhte.
Dank der Eucharistie hat die Kirche in Burundi den Glanz der
christlichen Dimension des Martyriums wiedergefunden. Laien,
Personen geweihten Lebens und Hirten haben ihr Leben bis zum
tödlichen Opfer gegeben zugunsten jener universalen
Geschwisterlichkeit, die ihren Ursprung in der Kommunion am selben
Leib und am selben Blut Christi hat!
Einen großen Dank an die Universalkirche, die im Bewusstsein seiner
universalen Gemeinschaft mit uns durch die Eucharistie, uns auf
verschiedene Weise ihre Nähe, ihren Eifer und ihre
Geschwisterlichkeit gezeigt hat.
Ich wünsche gerade, dass diese Synode uns helfe, diese Dimension
einer einzigen Kommunion im selben Christus, der uns zu der
Geschwisterlichkeit der Kinder der selben Familie - der Familie
Gottes - öffnet, noch mehr hervorzuheben. Indem wir diese
Geschwisterlichkeit unter den Kirchen der Länder des Nordens und des
Südens noch mehr konkretisieren, werden wir dazu beigetragen haben,
dass diese Welt von heute, die empfänglicher ist für das Zeugnis als
für das Wort, an dieses große Geheimnis des Glaubens zu unserer
Vergeschwisterlichung glauben kann.
[00188-05.04] [IN160] [Originalsprache: Französisch]
- Kardinal Francisco Javier ERRÁZURIZ OSSA, der Schönstatt Patres,
Erzbischof von Santiago de Chile, Präsident des Bischöflichen Rates
von Lateinamerika (C.E.L.AM.) (CHILE)
Der intensive Austausch, der in dieser Synodenversammlung vor sich
geht, lässt täglich die tiefe Bewunderung wachsen, welche in uns das
große Geheimnis des Glaubens auslöst. Das eucharistische Geschenk
kann den Hunger der Menschheit stillen: den Hunger nach
Gemeinschaft, nach Leben und Frieden, nach Transzendenz und
Intimität, Wahrheit und Schönheit, nach Sinn des Schmerzes und nach
Würde, nach Sendung, Solidarität und Fruchtbarkeit, kurz gesagt, der
Hunger nach Gott.
Wir werden immerwährend von dem brennenden Wunsch, diesen Schatz der
Kirche zu teilen, begleitet: Jesus Christus, unser Ostern.
Reflektieren wir deshalb über die Teilnahme der Laiengläubigen an
der Eucharistie. Das Instrumentum laboris lädt uns unter der Nr. 25
ein, die innere Teilnahme zu erwägen. Es stellt fest, dass “die
Beteiligung der Gläubigen an der Liturgie, vor allem an der
Eucharistie, hauptsächlich im Eintreten in diesen Kult besteht, in
dem Gott zum Menschen herabsteigt und der Mensch zu Gott geht”. Das
Geschenk Gottes, der herabsteigt, besteht deswegen im Empfangen mit
andauerndem Staunen, bei unserer bereuten Armut, im Brot,
herabgestiegen vom Himmel, und gebrochen für das Leben der Welt, die
Sein Sohn ist, wobei es das Geheimnis der Inkarnation und des Neuen
Bundes in seinem Blut prolungiert, durch Zutun des Heiligen Geistes.
Es besteht auch im Inkrafttreten der eucharistischen Aktion, um ihn
anzuhören, zu loben und ihm zu danken, dass er bis zu uns
herabgestiegen ist, aber auch, um seine Gnade zu erbitten. Wir
wünschen uns so an sein Opfer an den Vater anzuschließen, darbietend
das, was wir sind, und das, was wir besitzen, wie auch unsere Leiden
und unsere Hoffnungen. Indem wir uns von seinem Leib und seinem Blut
ernähren, wünschen wir, Christus gleichgestellt zu werden als Kinder
des Vaters und Brüder des Erstgeborenen, und uns zu verwandeln in
Nahrung für unsere Geschwister, vor allem für die am meisten
Heimgesuchten, in Missionare, um mit Ihm alles in der Fruchtbarkeit
seines Geistes zu versinnbildlichen in der Weise, dass er als Haupt
der ganzen Schöpfung anerkannt werde. Wir wünschen nicht zu Ihm
allein zu gehen, sondern zusammen mit allen Erlösten, Tag für Tag,
indem wir seine Familie als Miterben Christi bilden.
Man muss also, wie es das Instrumentum laboris sagt, in die
liturgische Aktion eintreten. Deshalb ist es der bessere Weg, die
Gefühle und die Disposition mit der Heiligsten Maria zu teilen, “die
eucharistische Frau”, die in der Kirche als Braut längs der Wege der
Glaubens, des Kalvarienberges, des Bundes und des neuen Lebens mit
Leidenschaft und mit der Sendung des Pfingsten vorausgegangen ist
und die voraus geht.
Die Laiengläubigen nehmen vollgültig teil, wenn ihr ganzes Leben
tief mit der Eucharistie verbunden ist; wenn es ganz Aufnahme Gottes
ist, Anhörung des Wortes, Gelehrigkeit des Geistes; wenn es Anbetung
und Handeln der Gnaden ist, wie auch Erneuerung des Neuen Bundes;
wenn es vollkommen Gabe ist und Gemeinschaft, Opfer, flehende Bitte
und Sühne, unentgeltliches Geschenk Gottes für die Brüder. Die
Eucharistie ist wirklich die Quelle und der Höhepunkt des Lebens und
der Sendung der Laiengläubigen, wenn - im persönlichen, familiären,
beruflichen, künstlerischen, kulturellen, sozialen und politischen
Leben, bei den täglichen Beschäftigungen und den außerordentlichen
Aufgaben - die Aufgabe der priesterlichen, prophetischen und
großartigen Funktion ihrer christlichen Existenz mit ihr
zusammenfließt und von ihr ausgeht. Ich erinnere an einige Worte des
Seligen Alberto Hurtado, an dessen Kanonisation, so Gott will, wir
teilnehmen werden können: “Meine Messe ist mein Leben, und mein
Leben ist eine ewige Messe!”. Dies ist das Ziel und der Weg jedweder
eucharistischen Pädagogik.
[00189-05.08] [IN162] [Originalsprache: Spanisch]
- Bf. Mons. Agostino VALLINI, Emeritierter Erzbischofbischof von
Albano, Präfekt des Obersten Gerichtshofs der Apostolischen Signatur
(VATIKANSTADT)
In den Gemeinden des westlichen Erdkreises sind die statistischen
Daten zur eucharistischen Praxis wenig tröstlich. Unter den
vielfachen Ursachen möchte ich die Konkurrenz zwischen antiken und
modernen Glaubensrichtungen, die wachsende Säkularisierung und den
um sich greifenden Relativismus anzeigen. In diesem kulturellen
Kontext ist die Pastoral und vor allem die Pfarreipastoral
hinzuzuziehen. Wenn die Tatsache, dass in vielen Pfarreien blühende
und lebendige Gruppen von Gläubigen existieren, tröstlich ist, kann
man doch nicht behaupten, dass die Mehrheit der Getauften an die
Eucharistie glaube und sie lebe. Das bedeutet, dass die Einrichtung
der ordinären Pfarreipastoral zu überdenken wäre, weil der Glaube
nicht vorausgesetzt werden kann. Die Pfarrei müsste mit Mut, Geduld
und Nachhaltigkeit Inhalte und Methoden der ordinären Pastoral
erneuern, indem sie ihr Handeln auf die Grundlage der
“Glaubensfrage” als vordringlicher Aufgabe stellt, auf die die
meisten Energien zu richten wären. Die Pfarreipastoral, die nach dem
Konzil viele Schritte vorwärts gemacht hat, gehorcht noch einem
Schema, das zu großen Teilen an die kultische Dimension gebunden
ist. Diese Pastoral schafft es nicht, eine Gemeinde zu formen, die
die Eucharistie als “Wurzel und Angelpunkt” ihres Lebens feiert. In
den Pastoralplänen müsste man von kerygmatischen Verkündigungsformen
ausgehen, die Gelegenheit zu einer persönlichen und bewussten
Glaubensentscheidung bieten; man müsste dem Wort Gottes in der Form
der lectio divina oder anderen Methoden, die seiner Aufnahme helfen,
mehr Raum geben und nachfolgend der Liturgiekatechese, die dem
Verständnis und der würdigen und fruchtbaren Feier der Eucharistie
behelfen soll. Es geht darum, die Christen in die köstliche
Erfahrung der Eucharistiefeier einzuführen. Aber dies kann man nicht
improvisieren, sondern es erwächst aus dem Glauben. Um diese
pastorale Neuerung zu verwirklichen, kann man nicht von der Figur
des Pfarrers absehen, der das Charisma des Hirten mit dem des
Evangelisten verbinden sollte (wovon Eph 4,11 spricht). Keine
einfache Aufgabe, die aber die Dringlichkeit des Moments erwarten
lässt.
[00190-05.03] [IN165] [Originalsprache: Italienisch]
- Bf. Mons. José de la Trinidad VALERA ANGULO, Bischof von La Guaira
(Venezuela)
Mit Freude Feiern und die Freude von Ostern des Herrn feiern
Die Welt hat das Bedürfnis, die Freude des Heiligen Geistes kennen
zu lernen und zu erleben, sie hat Hunger nach Gott, und Christus ist
derjenige, der dem Menschen den Menschen offenbart. Die Offenbarung
ist - mehr als eine reine Überlegung - das LEBEN, ist der Jubel der
Selbstmitteilung der Dreifaltigkeit des einen Gottes.
Diese Freude feiern wir in Heiligkeit in der Liturgie. In der Feier
der Eucharistie erlebt man die Neuheit des österlichen Christus,
Freude der Gläubigen und Versprechen für alle, die Ihn noch nicht
kennen. Wie viele Märtyrer haben durch die Freude der Eucharistie
gewonnen! Die Eucharistie im Ganzen ist Gesang, sie bedeutet, die
Zeit-Raum-Grenze überzuschreiten und in das Geheimnis des Lebendigen
und Wahren Gottes einzutreten.
Unser Dienst als Hirten der Herde besteht darin, den Weg zu finden,
der unser Volk dazu bringt, die Freude des Auferstandenen zu
erleben. Die liturgischen Vorschriften müssen jeden Legalismus
vermeiden und versuchen, in Übereinstimmung zu sein mit dem Jubel im
Heiligen Geist, damit die Welt glaubt und das Leben hat.
[00150-05.02] [LN108] [Originalsprache: Spanisch]
- Bf. Mons. Paul BÙI VĂN ÐOC, Bischof von My Tho (Vietnam)
In der Liturgie ist der perfekte Mystagoge der Heilige Geist, wie
der Katechismus der katholischen Kirche klar bestätigt: “In der
Liturgie ist der Pädagoge des Glaubens des Volkes Gottes der Heilige
Geist” (KKK 1091; vgl. KKK 1092).
Es ist die gemeinsame Aufgabe des Heiligen Geistes und der
Versammlung, insbesondere seiner Religionsdiener (vgl.KKK 1098), die
Herzen auf die Begegnung mit Christus vorzubereiten. Und hier
handelt es sich um einen Religionsdiener, der der Bischof ist, des
ersten Austeilers der Geheimnisse Gottes. Hier ist es der Bischof,
der mit dem Heiligen Geist bei der Hinführung zum Geheimnis des
Glaubens das Gottesvolk führt. Die Mystagogik, da sie die Hinführung
zum Geheimnis der Präsenz Christi repräsentiert, benötigt das Licht
und die Kraft des Heiligen Geistes. Ich bin persönlich sehr
überzeugt vom Beistand des Heiligen Geistes während meiner
eucharistischen Feiern, ich bete mit Inbrunst vor und während des
Messe zum Heiligen Geist und bitte ihn inständig, mir zu Hilfe zu
kommen.
Wenn wir gute Mystagogen sein wollen, müssen wir die Gläubigen ins
Geheimnis einführen, indem wir uns selbst vom Heiligen Geist in das
Geheimnis Christi einführen lassen. Die Kunst der Feier muss eine
Atmosphäre, das göttliche Ambiente für die Begegnung des Gläubigen
mit dem auferstandenen Christus hervorrufen. Es ist der Heilige
Geist, der mit unserer Mithilfe dieses göttliche Ambiente schafft.
Er selbst ist die göttliche Atmosphäre: wir feiern in der Tat die
Heilige Messe in Spiritu.
[00151-05.07] [IN110] [Originalsprache: Französisch]
- Bf. Mons. Manuel Felipe DÍAZ SÁNCHEZ, Bischof von Carúpano
(Venezuela)
Bezugnahme auf die Nr. 52 des Instrumentum laboris (Ars celebrandi).
In der neuen sozio-politischen Situation von Venezuela ist es nötig,
dass die Katholiken ein Zeugnis der Einheit geben. In der
Eucharistie finden sie die Kraft, um Zeugnis zu geben. In Venezuela
hat die Kirche eine Vollversammlung gefeiert, deren liturgisches
Thema im Dokument “La Celebración de los Misterios de la Fé”
behandelt wurde. Dort finden wir einen expliziten Hinweis auf Ars
celebrandi. Diese Wiederaufnahme in der Nr. 52 des Instrumentum
laboris ist sehr wichtig. Es besteht immer die Möglichkeit, den
Glauben selbst in Gefahr zu bringen, wenn die Ars celebrandi nicht
vollumfänglich dominiert. Ein Beispiel dafür finden wir gerade in
meinem Land.
Die Liturgie feiert das Geheimnis der Begegnung zwischen Gott und
Mensch, wo dieser Letztere geheiligt wird. Sie hat eine didaktische
und gestaltende Rolle. Wenn eine Feier Epiphanie des Geheimnisses
sein muss, bedeutet dies, dass wer an ihr teilnimmt wahrnehmen muss,
was dort geschieht.
Der pädagogische Charakter der Liturgie betrifft nicht nur den
ästhetischen und künstlerischen Aspekt. Die Liturgie bildet und
lehrt die Gläubigen, man bedient sich der Mittel der Kunst um ihre
Sensibilität zu berühren, sie hat einen maßgeblichen Charakter um
ihre Einheit und ihren kirchlichen Charakter zu bewahren. All dies
braucht man, um den Charakter der sakramentalen Feier als
Heilsgeschehen hervorzuheben.
Jeder Dienst muss der Sorge der Kultivierung der Ars celebrandi
gelten, zur selben Zeit aber erinnert das Instrumentum laboris, dass
die Bischöfe ein Beispiel in dieser abgeben müssen. Für uns Bischöfe
besteht die Aufgabe darin, mit Liebe und Eifrigkeit diese
unersetzbare Aufgabe zu leisten inmitten unserer eigenen Kirchen.
[00161-05.03] [IN112] [Originalsprache: Spanisch]
- Bf. Mons. Luis Antonio G. TAGLE, Bischof von Imus (Philippinen)
Wir danken Gott, denn die Katholiken auf den Philippinen, vor allem
die Kinder und die Jugendlichen, wissen die Eucharistie und die
Anbetung noch zu schätzen. Wir haben Priester, doch nicht genug für
die große katholische Bevölkerung. Einige Gemeinden haben keinen
dauerhaften Zugang zur Eucharistie.
Um dem Hunger nach der Eucharistie entgegenzukommen, feiern die
Priester viele Messen, nehmen viele Messintentionen an und senden
Laiendiener für Wortgottesfeiern mit Kommunionempfang aus. Die
Priester erfüllen ihre Verantwortung so gut sie können. Die
Gläubigen kennen den Unterschied zwischen einem Wortgottesdienst und
einer Eucharistiefeier, einem Priester und einem Laienmitarbeiter.
Viele Gemeinden erwarten mit Demut das Geschenk des Priestertums und
die Eucharistie. Zum Wohle dieser Gemeinden schlage ich folgendes
vor:
1) Die Synode könnte eine klare Studie zum Priestermangel in Auftrag
geben. Wenn wir in der Welt nach Gefahren für das Geschenk der
Berufung ausschauen, sollten wir auch fragen, ob die Kirche ein
guter Verwalter des Geschenkes ist. 2) Um der Verwirrung bezüglich
der Rollen in der Kirche und bei der Eucharistie zu begegnen, ist es
nicht ausreichend, auf LG 10 über den grundlegenden Unterschied
zwischen dem Amtspriestertum und dem allgemeinen Priestertum der
Getauften zu verweisen. LG 10 sagt auch, dass beide aufeinander
zugeordnet sind. In Gegenseitigkeit und Gemeinschaft werden wir das
Geschenk des Priestertums und der Eucharistie wiederentdecken.
[00176-05.04] [IN115] [Originalsprache: Englisch]
- Bf. Mons. Lucius Iwejuru UGORJI, Bischof von Umuahia (Nigeria)
Es ist von großer Bedeutung, dass Christus sich beim letzten
Abendmahl mit dem gebrochenen Brot identifizierte. Das Brechen des
Brotes wurde zu der Handlung, durch welche seine Jünger ihn in
Emmaus erkannten (Lk 24,13-35). In der Eucharistiefeier in der
apostolischen Zeit war das Brechen des Brotes so wichtig, dass die
ersten Christen den Begriff “Brechen des Brotes” benutzten, um damit
die eucharistischen Versammlungen zu bezeichnen (Apg 2,42-46; 20,7).
Wir können die Wichtigkeit des reichen Symbols des Empfangs Christi
in der Eucharistie im Zeichen und Symbol des gebrochenen Brotes
nicht unbeachtet lassen. Gemeinschaft mit Christus, dem gebrochenen
Brot, kann nicht anders sein, als Gemeinschaft mit denen, die
Glieder Christi sind. Die brüderliche Einheit, die von der
Eucharistie ausgeht, kommt durch die urchristliche Gemeinde in einer
eucharistischen Modellgemeinschaft konkret zum Ausdruck. Sie lebten
zusammen und teilten geistige und materielle Güter untereinander
(Apg 2,42-44).
Wenn die Eucharistie brüderliche Einheit im Leib Christi
hervorbringt, dann ist der immer weiter werdende Graben zwischen den
Vermögenden und den Millionen von Armen, die in Hunger und
unverdientem Elend leben, in der heutigen Gesellschaft ein großer
Skandal (vgl. 1Kor 11,17-22). Wenn die Christen das am Altar des
Herrn gebrochene Brot teilen, müssen sie bereit sein, für eine
bessere und gerechtere Welt für alle zu arbeiten. Sie müssen bereit
sein, zu gebrochenem Brot zu werden und ihr Brot mit der gebrochenen
Welt zu teilen.
Solches Teilen muss ein gewisses Brechen von politischen und
ökonomischen Mustern, die den Vermögenden Sicherheit bieten, während
sie Millionen auf abscheuliche Armut und unbarmherziges Leiden
reduzieren, einbeziehen. Wenn Christen bekennen, das Brot zu
brechen, bedeutet dies, dass sie gewillt sind, gebrochen zu werden
in Bezug auf ihren Wohlstand und ihre Sicherheit und Förderer von
Gerechtigkeit und Solidarität zu werden. Die sich daraus ergebenden
sozialen, politischen und wirtschaftlichen Implikationen können
immens sein. Unter anderem beinhaltet dies eine einfache
Lebensweise, damit andere einfach nur leben können.
[00177-05.04] [IN116] [Originalsprache: Englisch]
- Kardinal Zenon GROCHOLEWSKI, Präfekt der Kongregation für das
Katholische Bildungswesen (für die Seminare und die
Studieneinrichtungen) (VATIKANSTADT)
Ich nehme Bezug auf den dritten und vierten Teil des Instrumentum
Laboris im Allgemeinen.
1. Die Zentralität des Eucharistie in der Ausbildung in den
Seminarien. Die Eucharistie ist eng an das Weihesakrament gebunden,
soweit, “dass die Eucharistie der wesentliche und zentrale
Seinsgrund für das Sakrament des Priestertums ist, das ja im
Augenblick der Einsetzung der Eucharistie und zusammen mit ihr
gestiftet worden ist” (Ecclesia de Eucharistia, 31a). Die Priester
sind also in ihrer Qualität als Diener am Heiligen “vor allem die
Diener am Messopfer” (Presbyterorum Ordinis, 13c). All die
vielfältigen pastoralen Aktivitäten des Priesters finden in der
pastoralen Liebe ihr verbindendes Element, das Einheit und Sinn
verleiht. Eine solche Liebe geht aus dem eucharistischen Opfer
hervor, das die Mitte und die Wurzel des ganzen Lebens des Priesters
ist (vgl. Presbyterorum Ordinis, 14b). Die Zentralität der
Eucharistie für das Leben und das Amt des Priesters muss
notwendigerweise das Herz der Ausbildung der Priesteramtskandidaten
werden (vgl. Pastores dabo vobis, 48). Wir könnten sagen, dass die
Eucharistie die Handlung der gesamten, sowohl menschlichen wie
spirituellen, intellektuellen und pastoralen Ausbildung der
Seminaristen ist. Diese Zentralität der Eucharistie muss im Leben
des Seminars auf verschiedenen Ebenen sehr deutlich hervorgehoben
werden: die solide theologische Darstellung des eucharistischen
Geheimnisses und seiner Beziehung zum Sakrament der Versöhnung, die
nötige Erklärung der Bedeutung der liturgischen Normen, das Beispiel
seitens der Ausbilder, die geeignete Vorbereitung der
Eucharistiefeiern selbst, damit sie von der ganzen Gemeinschaft tief
gelebt werden können, wie auch die Anwesenheit und Verfügbarkeit von
guten Beichtvätern, die gut vorbereiteten eucharistischen
Anbetungen, die eindringliche Einladung zur persönlichen
eucharistischen Anbetung usw. Wenn all dies ernst genommen wird,
müsste es den Seminaristen dazu einführen, die Eucharistie bis ins
Tiefste zu begreifen, zu lieben und zu leben, so dass sie wirklich
fons et culmen seines ganzen Lebens und seines eifrigen Apostolats
würde. Ich denke, dass - obwohl Pastores dabo vobis davon spricht -
in nicht wenigen Seminaren diesbezüglich noch viel zu tun ist.
Diese Ausbildung der Seminaristen ist von größter Wichtigkeit und
müsste unterstrichen werden, denn es wird in erster Linie von den
Priestern abhängen, wie in Wirklichkeit die Eucharistie gefeiert,
wie sie aufgenommen und wie sie von den Gläubigen gelebt werden
wird. Von ihnen wird abhängen, ob das Allerheiligste angebetet
werden wird oder nicht, ob die Leute das Bedürfnis spüren werden
oder nicht, die Kniebeuge zu machen, wenn sie am Tabernakel
vorbeigehen. Von ihnen hängt also all dies ab, wovon wir im dritten
Teil des Instrumentum Laboris lesen, aber auch im vierten bezüglich
der Einwirkung der Eucharistie auf die Moral, auf die Spiritualität
und auf das Apostolat der christlichen Gemeinden.
Es wäre nicht realistisch zu erwarten, dass unsere Gedanken
bezüglich der Beförderung der Eucharistie Früchte bringen ohne eine
geeignete Vorbereitung derer zu verstärken, die sie in erster Linie
im Leben der Kirche umsetzen werden müssen.
2. Die Wichtigkeit der Eucharistie für die theologische Bildung. Ich
habe gesagt, dass die Eucharistie für alle Aspekte der
Priesterausbildung von Bedeutung ist: menschlich, spirituell,
intellektuell und pastoral. Ich möchte bei der Beziehung zwischen
der Eucharistie und der intellektuellen oder theologischen
Ausbildung verweilen, denn diese wird leider weniger wahrgenommen.
Hier aber beziehe ich mich natürlich nicht nur auf die Seminare,
sondern auf das Theologiestudium im Allgemeinen. Das Instrumentum
Laboris stellt richtigerweise fest: “In der Liturgie macht [Jesus,
der Weg, die Wahrheit und das Leben] sich bekannt” um gleichzeitig
“die Vernunft und den Verstand des Gläubigen anzuregen, ihn ständig
zu suchen” (31b). Die Theologiestudenten müssen sich bewusst werden,
dass, um die Glaubenswahrheiten zu verstehen, die Schärfe des
menschlichen Denkens, das eigene Forschen jedes Wissenschaftlers
nicht genügt, sondern es nötig ist, tief mit Gott vereint zu sein,
demütig im Gebet die wahre Weisheit zu suchen. In der Tat haben die
Jünger von Emmaus Jesus noch nicht erkannt, das der ihnen die
Schrift erklärte, sondern sie erkannten ihn im Brechen des Brotes.
Diese Verbindung zwischen der Einheit mit Gott und des
Verständnisses der Wahrheiten wurde auch von Pastores dabo vobis
(vgl. 51 und 53) unterstrichen. Dies hat auf sehr ausdrückliche
Weise Papst Johannes Paul im Apostolischen Schreiben Novo millenio
ineunte (Nr. 20) hervorgehoben, als er die bekannte Begebenheit in
Cäsaräa Philippi (Mt 16,13-20) kommentierte. Suchten nicht
vielleicht der hl. Thomas v. Aquin, der hl. Robert Bellarmin und
viele andere das Verständnis der Geheimnisse Gottes vor dem
Tabernakel? Unsere alten Meister sagten uns, dass die Theologie auf
den Knien studiert werden muss. Ich denke, wenn man auf diese Art
die Glaubenswahrheiten angehen würde, würde man weniger extravagante
menschliche Erfindungen auf dem Gebiet der Theologie finden, und man
würde das wunderbare Geheimnis der Liebe Gottes tiefer erfassen.
3. Die katholischen Universitäten. Wenn wir den Blick auf die
zahlreichen katholischen Universitäten, die sich von ihrer Natur aus
in das Apostolat der Kirche einfügen, ausweiten, muss auch in ihnen
auf die Eucharistie Wert gelegt werden, damit deren Studenten sich
immer mehr bewusst und fähiger werden, ihr christliches Engagement
in der Ausübung ihrer verschiedenen Berufe zu verwirklichen.
[00178-05.04] [IN118] [Originalsprache: Italienisch]
- Bf. Mons. Andrej GLAVAN, Titularbischof von Musti di Numidia,
Weihbischof von Ljubljana (Slowenien)
Ich möchte zunächst die Nummer 23 des Instrumentum laboris
kommentieren, wo man liest:”In manchen Ländern wird dem Einzelnen
das Bußsakrament nicht gespendet; höchstens zweimal im Jahr wird
eine gemeinsame Bußandacht gefeiert...” In den slowenischen Diözesen
gibt es noch immer viele Beichten, jedoch sinkt ihre Anzahl
fortlaufend. Einerseits erarbeiten die Priester in den verschiedenen
Dekanaten gemeinsam einen Plan für die Beichten, vor allem im Advent
und in der Fastenzeit; selbiges geschieht auch an den
Wallfahrtsorten und für besondere Feiern mit einer großen Anzahl an
Gläubigen. Andererseits hört man überall, dass die Priester nicht
mehr so eifrig im Beichthören sind - und wenn die Gläubigen nicht
beichten, nähern sie sich nicht mehr der Kommunion an. Das
Instrumentum laboris dankt den Priestern, die die Beichte abnehmen.
Es wäre wichtig zu bekräftigen, dass auch sie die Pflicht haben, für
die Beichte verfügbar zu sein und mitverantwortlich sind, dass die
Gläubigen, angemessen vorbereitet, häufig die Heilige Kommunion
empfangen. Der Empfang der Kommunion setzt die Umkehr voraus und die
Umkehr tritt nach der Einzelbeichte ein.
Ich erlaube mir nun das Projekt der Eucharistischen Vereinigung
Sloweniens vorzustellen. Die Spiritualität dieser Vereinigung, die
sich die eucharistische Erneuerung der Pfarrgemeinden vorgenommen
hat, läßt sich von der Spiritualität der Gemeinschaft des Zweiten
Vatikanischen Konzils anregen, welche aus dem Geheimnis des
auferstandenen und heute in der Eucharistie gegenwärtigen Christus
entspringt. Das Projekt besteht im wesentlichen aus der Einrichtung
von eucharistischen Basisgemeinschaften, d.h. Anbeter des
Allerheiligsten in den Pfarrgemeinden - eine Gemeinschaft für jede
Pfarrgemeinde - und in der Vernetzung der Pfarrgemeinden für
eucharistische Treffen, die nach Gebieten geplant werden. Weil die
Eucharistie Quelle der Gemeinschaft ist, ist die eucharistische
Basisgemeinschaft eine Verbindung im spirituellen Kern der
Pfarrgemeinde und bildet keine Gruppe, die sich an andere schon
existierende Gruppen anfügt. Aus diesem Grund ist es notwendig, dass
der Pfarrer mit seiner Autorität die eucharistische
Basisgemeinschaft begleiten sollte, da er kraft des Weihesakraments
schon der Zelebrant und Hüter der Eucharistie ist. Er müsste also,
wenn möglich, an den Treffen der eucharistischen Gemeinschaft
teilnehmen. Zu dieser eucharistischen Basisgemeinschaft sind alle
Gläubigen, im Besonderen die Jugendlichen und auch die Kinder, über
die Mitglieder der verschiedenen Gruppen der Pfarrei hinaus,
eingeladen. In den Pfarrgemeinden, in denen schon eine
eucharistische Pfarrgruppe besteht, bietet die Eucharistische
Vereinigung Sloweniens ihre Hilfe an, damit eine eucharistische
Basisgemeinschaft wächst, die mögliche Isolierungen überwindet und
sich allen öffnet. Der dauerhafte Auftrag der eucharistischen
Basisgemeinschaften müßte die Vertiefung der gemeinschaftlichen
Anbetung des Allerheiligsten außerhalb der Messe sein, das Apostolat
der Feier am Tag des Herrn, dessen Mittelpunkt die sonntägliche
Messe ist, und die Erneuerung des eucharistischen Lebens mit einem
Akzent auf der Erneuerung der Familien. Die Mitglieder der
eucharistischen Basisgemeinschaften müßten sich mit der Einrichtung
von Tagen der Anbetung in den Pfarrgemeinden beschäftigen (die
“vierzig Stunden”) und den Besuchen des Allerheiligsten in unseren
Kirchen während der Woche. Nach dem Beispiel Mariens müßte die
eucharistische Spiritualität auch in der täglichen Hingabe gelebt
werden, in der Verpflichtung für den Frieden und die Einheit, in der
Solidarität mit allen, im Besonderen mit Menschen, die leiden und
einsam sind.
[00181-05.02] [IN129] [Originalsprache: Italienisch]
- Bf. Mons. Dominic JALA, S.D.B., Erzbischof von Shillong (Indien)
In einem multireligiösen Umfeld ist die zur Eucharistie
zusammengekommene Versammlung oft nicht nur aus Katholiken
zusammengesetzt. Die Anwesenheit von Anhängern anderer
Glaubensrichtungen stellt unsere eucharistische Ekklesiologie
speziell in Indien vor eine ernste Frage. Welchen Platz nehmen
solche Personen gegenüber unserer Glaubensgemeinschaft ein? Wie weit
kann sich eine eucharistische Gemeinschaft ausdehnen? Wenn das Opfer
der Kommunion für das Heil aller gefeiert wird, wie ist dann das
Verhältnis zwischen der christlichen Eucharistiegemeinschaft und dem
Rest?
Der Glaube und die Lehre der Kirche lassen zur Kommunion nur
diejenigen zu, die den Glauben teilen und sich zum selben
eucharistischen Glauben bekennen. Es scheint auch nicht passend,
während der Kommunion der Gläubigen andere “Geschenke” zu verteilen,
um die Bedeutung der eucharistischen Kommunion nicht zu verwischen.
Es bleibt die Herausforderung, Wege zu finden, um irgendein Zeichen
eucharistischer Gastfreundschaft gegenüber Angehörigen anderer
Glaubensrichtungen zu zeigen.
In Stammesgebieten wie auch in vielen jungen Kirchen des indischen
Subkontinents können Personen, die offen sind zur Glaubensannahme,
als in einer speziellen Beziehung zur Glaubensgemeinschaft bei der
Eucharistie stehend betrachtet werden. Durch diese Gemeinschaft
eröffnet sich uns ein Licht für die Lehre bezüglich der Eucharistie
als Opfer, eine Erfüllung und Vollendung unserer traditionellen
Opfer, und für den Sinn von Gemeinschaft, die in der Kirche erfahren
wird.
Solche Situationen erfordern, dass der Priester und die Gläubigen
der ars celebrandi spezielle Aufmerksamkeit zuwenden, doch nicht
vorwiegend im Stil oder im Einhalten von Regeln und Rubriken. Diese
müssen einer tiefen Glaubenerfahrung, Demut und Verehrung
entspringen, die die eucharistische Spiritualität eines jeden prägen
sollten. Die symbolische Natur der Liturgie trägt in sich eine
innere Kraft, Leben zu verwandeln und die Zelebranten müssen größte
Aufmerksamkeit aufbringen, um die Symbole sprechen zu lassen.
Die Verehrung der Eucharistie außerhalb der Messe, die von dieser
ausgeht und zu ihr hinführt, hatte und hat weiterhin einen großen
Einfluss darauf, Personen zur Kirche hinzuziehen und den Gemeinden
zu helfen, missionarischer zu sein. Von besonderer Bedeutung ist
beispielsweise die jährliche eucharistische Prozession speziell in
Nordostindien. Jedoch sind Gemeinden, die noch immer auf einen
Priester warten, wie in den meisten der entlegenen Dörfer unserer
Missionen der Fall ist, für uns eine große Sorge. Die sonntägliche
Liturgie sollte in diesen Gläubigen eine wahre Liebe und ein
Verlangen nach der Eucharistie nähren.
[00185-05.04] [IN139] [Originalsprache: Englisch]
-
Bf. Mons. Renato CORTI, Bischof von Novara (Italien)
Ich gehe von der Aussage von Papst Benedikt XVI. aus: “Die
Eucharistie ist nicht statisch, sie ist hingegen eine dynamische
Präsenz”. Man kann sich fragen warum. Mir scheint, dass man
antworten kann, dass sie es ist, weil die Eucharistie die Feier des
neuen und ewigen Bundes, der das ungeschuldete Heilsversprechen
Gottes enthält, die Verwirklichung des Wortes, dass wir im Buch
Jeremia finden, ist: “Ihr werdet mein Volk sein und ich werde euer
Gott sein”, der Ruf aufgrund der Freiheit und der Entscheidung dem
Herrn zu “dienen”. Alles in diesem Bund ist dynamisch: er ist es
gegenüber Gott, weil seine Liebe geschenkt ist; er ist es, wenn man
das Herz, das die Gemeinschaft der Menschen bildet, in Betracht
zieht; er ist es, wenn man den Teil, der uns zufällt, in Betracht
zieht: “Entscheidet euch heute, ob ihr dem Herrn dienen wollt”. All
dies war schon im alten Bund wahr und ist es im neuen, der seine
Fülle in Jesus Christus findet, nur umso mehr. Die Erfahrung zeigt
mir, dass wenn diese innerliche Dynamik der Eucharistiefeier mit
großer Eifrigkeit gepflegt wird, der Weg unserer Gemeinden und
einzelnen Gläubigen lebendig und stark wird. Ich möchte mich in
besonderer Weise dem Moment des Wortgottesdienstes widmen. Ich
möchte eine Grundbetrachtung in Bezug auf die Physionomie des
göttlichen Wortes im Zusammenhang mit der Eucharistie, d.h. in der
tiefen Einheit mit der Sakramentenfeier durchführen. Dieses Thema
wird im I.L. in den Nummern 46 - 47 angesprochen. Ich drücke es so
aus. Der Wortgottesdienst im Inneren der Eucharistiefeier ist im
Gegensatz zu anderen möglichen und kostbaren Formen der Annäherung
an das göttliche Wort etwas Ursprüngliches. Die Schönheit und die
Ursprünglichkeit des Wortgottesdienstes in der Eucharistie liegt
darin, dass er immer Gedächtnis des Geschehens ist, welches der
Gemeinde selbst, die ihn zelebriert, den Ursprung gab. Dieses
Ereignis schuf die Kirche und gibt ihr Leben, aus diesem Ereignis
bildet sich jeden Tag ihr Dasein aus. Richtigerweise erinnert das
I.L. an die Verehrung und die Ehre, die dem Evangeliar als
mystischem Eintritt des menschgewordenen Wortes und seiner Gegenwart
inmitten der Versammlung der Gläubigen erwiesen wird. (Nr. 46). Auf
der gleichen Schiene läuft der Gesang des “Halleluja”, das Wort, das
wir in der Offenbarung des Johannes finden und das sich genau auf
den auferstandenen Christus, den Lebenden und Gegenwärtigen unter
uns, bezieht. Die gleiche Bedeutung hat die Antwort am Ende der
Verkündigung des Evangeliums: “Lob sei dir Christus”. Ein Lob, das
die gegenwärtige Person Christi als Quelle des Lichtes und der
Freude anerkennt.
Wenn ich mich frage, welches die christlichen Gemeinden sind, in
denen mir - vor allem durch pastorale Besuche - scheint, dass sich
diese Dynamik des Bundes ausdrückt, meine ich einige bedeutsame
Entscheidungen zu erkennen: Die erste ist die, in den Gläubigen
seitens der Priesters den Wunsch, den Herrn zu hören, heranzubilden.
Die zweite bedeutsame Entscheidung sehe ich in einem heute
vielleicht zu stark vernachlässigten Moment der Feier. Ich beziehe
mich auf den Moment der Kommunion und des Gesprächs mit dem Herrn,
mit dem zu sprechen wir gerufen sind. In diesem Moment kann das Wort
herabsteigen und gemeinsam mit dem Leib Christi in uns wohnen. Eine
dritte Entscheidung, dem sich besonders die Priester und die
Liturgiegruppe widmen müssen, besteht in der Sorgfalt, die die
Möglichkeit, klar und deutlich das verkündete Wort zu hören,
begünstigt. Groß ist die Verantwortung des Priesters, dem es zusteht
die Predigt zu halten.
[00173-05.02] [IN147] [Originalsprache: Italienisch]
- Bf. Mons. Leo Laba LADJAR, O.F.M., Bischof von Jayapura
(Indonesien)
Das Ziel meines Beitrags ist, einige Punkte im IL Kapitel II und an
anderen Stellen hervorzuheben, wo von der Eucharistie und
kirchlicher Gemeinschaft und der Rolle des Priesters die Rede ist.
“Die Eucharistie ist das Herz der kirchlichen Gemeinschaft ... Die
Eucharistie baut die Kirche, und die Kirche ist der Ort, wo sich die
Gemeinschaft mit Gott und unter den Menschen verwirklicht” (IL Nr.
12). Um für eine säkulare Gesellschaft relevant und bedeutsam zu
sein, muss unser Diskurs über die Eucharistie mehr vom Schaffen von
Gemeinschaft handeln. Viele säkulare Personen sind Humanisten, die
sich dem Schaffen von Gemeinschaft unter den Menschen widmen. Das
kann als unser gemeinsamer Standpunkt genommen werden.
Gemeinschaft zu schaffen mit allen Menschen und dem ganzen Kosmos
beginnt bei der Liturgie der Eucharistie selbst. Die ganze
liturgische Gemeinschaft spielt eine entscheidende Rolle. Die
Priester können von der Gemeinschaft nicht ausgeschlossen werden.
Ich habe den Eindruck, dass IL zu “priesterzentriert” ist. Es gibt
einige Praktiken und Regeln, die in Frage zu stellen sind, unter
anderem:
- Die Erlaubnis für einen Priester, die Eucharistie außerhalb einer
Versammlung zu feiern (die sogenannte “Privatmesse”)
- Die Eingrenzung des Zwecks der Weihe auf die Eucharistie, was
einen Schatten auf die anderen beiden munera der Kleriker wirft
- Die Ausweitung des Unterschieds zwischen geweihtem und allgemeinem
Priestertum zu dem Punkt, die Rolle von Akolythen auf Notsituationen
zu reduzieren
- Auch die Verbindung zwischen der Eucharistie und der Versöhnung
oder Buße wird nur aus der Perspektive des Priesters betrachtet. Die
Bedeutung der Versöhnung in Gemeinschaft und in der liturgischen
Versammlung wird unterbewertet. Tatsächlich suggeriert der Wortsinn
einiger biblischer Texte wie Mt 18,15-20 und Lk 17,3, dass die
Lösegewalt einem Bruder und auch der Gemeinschaft als ganzer
übertragen wird.
- Mein Eindruck der “priesterzentrierten” Sicht des IL wird
verstärkt durch die Unterbewertung des Wortgottesdienstes, dem auch
ein Laiendiener vorstehen kann. IL 55 spricht von ihr als “Liturgien
in Erwartung eines Priesters”, und nicht als das Hören auf die
Stimme des Herrn und das Antworten auf Ihn im Gebet.
Vorschläge: Wir müssen die Theologen ermutigen, eine neue Theologie
des Priestertums zu studieren und zu formulieren in Verbindung mit
dem dreifachen munus der Kleriker in der kirchlichen Gemeinschaft,
auch im Hinblick auf die Praxis in apostolischer Zeit und in den
Ostkirchen.
[00170-05.03] [IN150] [Originalsprache: Englisch]
Dann folgten in Gegenwart des Heiligen Vaters die freien Beiträge.
Bei dieser Generalkongregation, die um 19.00 Uhr mit dem Gebet
Angelus Domini geschlossen wurde, waren 239 Väter anwesend. |