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15 - .10.2005
INHALT
♦ ZEHNTE GENERALKONGREGATION (SAMSTAG, 8. OKTOBER 2005 - VORMITTAG)
♦ ELFTE GENERALKONGREGATION (MONTAG, 10. OKTOBER 2005 - VORMITTAG)
♦ ZWEITE PRESSEKONFERENZ
♦ ZEHNTE GENERALKONGREGATION (SAMSTAG, 8. OKTOBER 2005 - VORMITTAG)
● VOM VORSTAND DES PRÄSIDENTEN DES PÄPSTLICHEN RATES FÜR
GERECHTIGKEIT UND FRIEDEN, KARDINAL RENATO RAFFAELE MARTINO WURDE
DIE FRANZÖSISCHE AUSGABE DES KOMPENDIUMS DER SOZIALLEHRE DER KIRCHE
VORGESTELLT.
Nach den Editionen auf Italienisch, Englisch und Spanisch hat der
Päpstliche Rat für Gerechtigkeit und Frieden auch die französische
Edition des Kompendiums der Soziallehre der Kirche herausgegeben,
das in Harmonie und deutlicher Synthese die wesentlichen Prinzipien
der Soziallehre der Kirche aufnimmt, umfangreich wiedergebend die
vollständigen Zitate der Ursprünge des Lehramtes selbst.
Bei der X. Generalkongregation hat der Präsident des Päpstlichen
Rates für Gerechtigkeit und Frieden, Kardinal Renato Raffaele
Martino den Synodenvätern die französische Edition des Kompendiums
der Soziallehre der Kirche vorgestellt, das von diesen selbst mit
einem herzlichen Applaus aufgenommen worden ist.
Seit langer Zeit erwartete die französisch sprechende Welt die
Veröffentlichung der französischen Edition, nach der mit lauter
Stimme von den pastoralen Mitarbeitern und den Studienzentren
gefragt wurde, nicht nur in Frankreich, sondern in allen Nationen,
wo Französisch gesprochen wird.
Derselbe Kardinal Martino hat die erste Kopie der französischen
Edition in die Hände des Heiligen Vaters Benedikt XVI. gegeben.
[00205-05.02] [NNNNN] [Originalsprache: Italienisch]
♦ ELFTE GENERALKONGREGATION (MONTAG, 10. OKTOBER 2005 - VORMITTAG)
● BEITRÄGE IN DER
AULA (FORTSETZUNG)
Heute, am 10. Oktober 2005 um 9.00 Uhr hat im Beisein des Heiligen
Vaters mit dem Gesang der Terz die Elfte Generalkongregation zur
Fortsetzung der Beiträge der Synodenväter im Saal zum Synodenthema
Die Eucharistie: Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der
Kirche begonnen
Turnusmäßiger Delegierte Präsident S. Em. Kardinal Francis ARINZE,
Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die
Sakramentenordnung.
Zur Eröffnung der Elften Generalkongregation hat der Turnusmäßige
Delegierte Präsident, in Erinnerung an die Worte des Heiligen Vaters
nach dem Gebet des Angelus Domini von gestern, zum Gebet und zur
weltweiten Solidarität für die Opfer des Erdbebens in Südasien
(Pakistan, Indien und Afghanistan) und auch des Wirbelsturmes in
Mittelamerika und Mexiko, besonders in El Salvador, Guatemala,
Honduras und Nicaragua, eingeladen
Dann hat der Generalsekretär der Bischofssynode, S. E. Mons. Nikola
ETEROVIĆ, zur Eröffnung der Arbeiten der zweiten Woche der XI.
Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode mitgeteilt, dass
148 Synodenväter während der ersten Arbeitswoche Beiträge gehalten
haben.
Bei dieser Generalkongregation, die um 12.30 Uhr mit dem Gebet
Angelus Domini geschlossen wurde, waren 244 Väter anwesend.
● BEITRÄGE IN DER
AULA (FORTSETZUNG)
In dieser Elften Generalversammlung haben folgende Väter das Wort
ergriffen:
- Kardinal Lubomyr HUSAR, M.S.U., Großerzbischof von, Präsident der
Synode der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine (Kyiv-Halych,
Ukraine)
- Bf. Mons. Evarist PINTO, Erzbischof von Karachi (Pakistan)
- P. Barry FISCHER, C.PP.S., Generalmoderator der Missionare vom
Kostbaren Blut
- Kardinal Varkey VITHAYATHIL, C.SS.R., Großerzbischof von
Ernakulam-Angamaly der syrischen Malabaresen, Präsident der Synode
der syrisch-malabaresischen Kirche (Indien)
- Bf. Mons. Tharcisse TSHIBANGU TSHISHIKU, Bischof von Mbujimayi
(KONGO)
- Kardinal Crescenzio SEPE, Präfekt der Kongregation für die
Evangelisierung der Völker (VATIKANSTADT)
- Bf. Mons. Djura DŽUDŽAR, Titularbischof von Acrasso, Apostolischer
Exarch von Serbien und Montenegro für die Katholiken des
byzantinischen Ritus (Serbien und Montenegro)
- Bf. Mons. Bosco LIN CHI-NAN, Bischof von Tainan (CHINA)
- Bf. Mons. Christopher Henry TOOHEY, Bischof von Wilcannia-Forbes
(AUSTRALIEN)
-
Bf. Mons. Petru GHERGHEL, Bischof von Iaşi (Rumänien)
- Bf. Mons. Gabriel MALZAIRE, Bischof von Roseau (DOMINIKANISCHE
REPUBLIK)
- Bf. Mons. John Olorunfemi ONAIYEKAN, Erzbischof von Abuja,
Präsident der Bischofskonferenz, Präsident des Symposions der
Bischofskonferenz von Afrika und Madagaskar (S.E.C.A.M.) (Nigeria)
- P. Peter-Hans KOLVENBACH, S.I., Generalpräposition der Gefährten
Jesu (Arabisch Lande)
- Bf. Mons. Oswald GRACIAS, Erzbischof von Agra, Präsident der
Bischofskonferenz (Indien)
- Kardinal Pedro RUBIANO SÁENZ, Erzbischof von Bogotá (KOLUMBIEN)
- Kardinal Jozef TOMKO, Präsident des Päpstlichen Komitees für die
internationalen eucharistischen Kongresse (VATIKANSTADT)
- Bf. Mons. Jean-Louis BRUGUÈS, O.P., Bischof von Angers
(Frankreich)
- Bf. Mons. Francesco CACUCCI, Erzbischof von Bari-Bitonto (Italien)
- Bf. Mons. George Cosmas Zumaire LUNGU, Bischof von Chipata
(Zambia)
- Bf. Mons. Luis SÁINZ HINOJOSA, O.F.M., Titularbischof Giunca von
Mauritania, Weihbischof von Cochabamba (BOLIVIEN)
- Bf. Mons. Menghisteab TESFAMARIAM, M.C.C.I., Bischof von Asmara
(Erythräa)
- Bf. Mons. Jean-Baptiste TIAMA, Bischof von Sikasso (Mali)
Hier im Folgenden die Zusammenfassungen der Beiträge:
- Kardinal Lubomyr HUSAR, M.S.U., Großerzbischof von, Präsident der
Synode der griechisch-katholischen Kirche der Ukraine (Kyiv-Halych,
Ukraine)
Ich glaube, es ist vor allem angemessenen, meinen Dank dem
Generalsekretär und der Vorbereitenden Kommission auszusprechen,
dass sie den Bemerkungen der Ostkirchen sowohl in den Lineamenta als
auch im Instrumentum Laboris Rechnung getragen haben.
Ich möchte auch hinsichtlich der Eucharistiepraxis (No. 22, 23, 24)
in der Tradition der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche
sprechen, aber da ich diesen Beitrag auf ein anderes Problem
fokussieren will, verschiebe ich ich diesen Aspekt auf eine
lediglich schriftliche Behandlung.
Das Problem, das ich mir vornehme als Würdenträger einer Ostkirche
sui iuris, bezieht sich auf die Nr. 85, 86 und 87 des Instrumentum
laboris. Ich drücke mich in Fragetermini aus. Meine Vorbemerkung
ist, dass es keinerlei Zweifel darüber geben kann, dass die
Eucharistie Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der
Kirche ist. Das ist aber auch wahr hinsichtlich der orthodoxen
Kirchen!
- Wenn die Liturgie regula fidei ist (lex orandi, lex credendi).
- Wenn die Heilige Liturgie, die von den Ostkirchen in Übereinkunft
mit dem Heiligen Stuhl und von den Orthodoxen oder Apostolischen
Kirchen gefeiert wird, identisch für beide ist.
- Wenn die Anerkennung der Apostolischen Nachfolge der Bischöfe und
folglich der Priester, die zelebrieren, beidseitig ist, dann ist
also meine Frage: was ist darüber hinaus nötig für die Einheit? Gibt
es vielleicht eine andere Quelle oder einen anderen Höhepunkt, der
höher ist als die Eucharistie? Und wenn das nicht existiert, warum
erlaubt man nicht die Konzelebration?
Ein Vorschlag zum Schluss. Auch um in der katholischen
innerkirchlichen Gemeinschaft zu wachsen, möchte ich vorschlagen,
dass die kommende Synode genau den Ostkirchen gewidmet sei.
[00087-05.04] [IN081] [Originalsprache: Italienisch]
- Bf. Mons. Evarist PINTO, Erzbischof von Karachi (Pakistan)
Ich bin als Vertreter der Bischofskonferenz aus Pakistan gekommen.
Es handelt sich um eine kleine Kirche von 1,3 Mio. Katholiken in
einem Land, das zu 98 % muslimisch ist.
Die Eucharistie ist Kraft und Nahrung der Katholiken. Sie lieben das
Wort Gottes, das Hören von Kirchenmusik, den Gesang der Psalmen in
ihrer Muttersprache.
Nicht immer kann der Priester die Eucharistie feiern, weil die
Pfarreien groß sind und viele Ableger haben. In den ländlichen Zonen
ist die Situation noch schlimmer, weil die Katholiken in Dörfern
versreut sind, die weit entfernt voneinander liegen.
Ich möchte zwei Anregungen vortragen:
1. Inkulturation
Oft werden die Rituale von einfachen Personen nicht verstanden. Wir
müssen in den Völkern “den Samen der schon gegenwärtigen göttlichen
Weisheit” enthüllen (Kirche in Asien, 20).
2. Neue Formen des Dienstes
Unsere Katechisten üben eine große und lobenswerte pastorale Aufgabe
aus. Aber wir brauchen weitere pastorale Mitarbeiter: verheiratete
Diakone, Pastoralassistenten und andere Formen des Dienstes.
[00148-05.03] [IN105] [Originalsprache: Englisch]
- P. Barry FISCHER, C.PP.S., Generalmoderator der Missionare vom
Kostbaren Blut
“Ist der Kelch des Segens, über den wir den Segen sprechen, nicht
Teilhabe am Blut Christi?” (1 Kor 10, 16). Mit diesen Worten
erinnert Paulus an den Kreis der Gemeinschaft, der sich durch die
Teilnahme an der Eucharistie bildet.
Mit der Anteilnahme am Kelch in der Eucharistie lädt uns Gott dazu
ein, das Bundesverhältnis mit ihm zu erneuern, das die Grundlage für
jedes andere Verhältnis bildet. Weil die Versöhnung ein wirkliches
Geschenk Gottes ist, “der uns durch Christus mit sich versöhnt und
uns den Dienst der Versöhnung aufgetragen hat... Wir sind also
Gesandte an Christi Statt, und Gott ist es, der uns ermahnt” (2 Kor
5, 18 - 20).
Ziel dieser Einrichtung der Versöhnung ist die Überwindung des
Hasses, der Ungerechtigkeit und der Trennung. Aber ihr letzter Zweck
ist es, Frieden zu bringen, den Frieden den Christus am Kreuz
gestiftet hat durch sein Blut (vgl. Kol 1, 20), der Friede, der in
Christus alles versöhnt.
Die Gemeinschaft, die sich im versöhnenden Blut Christi
verwirklicht, gibt uns die Kraft, Brücken zu bauen, Boten der
Wahrheit und Balsam für die Wunden zu werden. Unser “amen”, wenn wir
die Kommunion empfangen, bestätigt nicht nur die Realpräsenz Christi
in der Eucharistie; es lädt uns dazu ein, gebrochenes Brot und
vergossenes Blut zu werden, für die Welt hingegebenes Leben. Wir
werden wahrhaftig “lebendige Kelche”, die das kostbare Blut des
Herrn in sich tragen, das heilige Balsam für die, deren Brüche
geheilt werden müssen, für die, die an den Wunden der Armut leiden,
für die, die an einer Straßenecke einsam sterben, verhöhnt und
unterdrückt von Vorurteilen, vom Rassismus und vom Krieg. Als
“Gesandte an Christi Statt” (vgl. 2 Kor 5, 20) geben wir das Blut
Christi einer Welt hin, die Durst nach der Harmonie mit Gott, mit
der Menschheit und mit der ganzen Schöpfung hat. Das Blut Christi
löscht den Durst der Gemeinschaft, in der sich sehr unterschiedliche
Völker in einer tiefen und dauerhaften Einheit treffen können und
ermahnt uns, eucharistische Gemeinschaften zu sein, die auch die,
die entfernt, getrennt oder hinausgedrängt sind, umarmen. Die
Teilnahme an der Eucharistie bekräftigt und spornt uns an, eine
andere Welt zu träumen, eine neue Welt zu konstruieren, eine Welt,
die sich dem Vorhaben Gottes anpasst, wie es uns im Leben, im Tod
und in der Auferstehung Jesu Christi offenbar wurde.
[00152-05.02] [IN111] [Originalsprache: Englisch]
- Kardinal Varkey VITHAYATHIL, C.SS.R., Großerzbischof von
Ernakulam-Angamaly der syrischen Malabaresen, Präsident der Synode
der syrisch-malabaresischen Kirche (Indien)
Die Eucharistie verleiht die Fähigkeit, das Evangelium in der ganzen
Welt zu predigen. Die syro - malabarische Kirche ist eine auf die
Eucharistie zentrierte Gemeinschaft. Die Kirchen der Pfarrgemeinden
sind am Sonntag überfüllt und viele nehmen auch an Werktagen an der
Eucharistie teil. Vielleicht kommt es daher, dass unsere Kirche mit
so vielen Berufungen zum Priestertum und zum religiösen Leben
gesegnet ist.
Ich bin froh hervorheben zu können, dass ein großer Teil des
Personals für die Mission in den missionarischen Diözesen Indiens,
sogar in vielen Diözesen die dem lateinischen Ritus folgen, aus der
syro - malabarischen Kirche stammt und wir Priester und Ordensbrüder
und -schwestern nach Afrika, Mittel- und Nordamerika, Europa und
Ozeanien schicken. Aber die territoriale Einschränkung dieser Kirche
seit über hundert Jahren hat ernste Probleme sowohl in der
missionarischen Tätigkeit als auch in der pastoralen Sorge um ihre
Gläubigen in Indien und im Ausland verursacht. Die Thomaschristen
der syro - malabrischen Kirche zeigen eine außergewöhnliche
Frömmigkeit für die Heilige Jungfrau Maria. Ihre Haltung der
beständigen Erfüllung des Willens Gottes, ihr demütiger Dienst an
den Bedürftigen und ihre radikale Nachfolge, auch unter dem Kreuz,
all das bewegt uns dazu, uns dem Aufbau einer besseren Gesellschaft
auf der Grundlage von Gerechtigkeit und Frieden zu widmen.
Deshalb halte ich dieses Jahr der Eucharistie, dessen letzte Etappe
die Synode ist, für eine uns allen von Gott gegebene Möglichkeit,
uns wieder der Eucharistie des Herrn und seinem Missionsauftrag zu
widmen.
[00175-05.02] [IN113] [Originalsprache: Englisch]
- Bf. Mons. Tharcisse TSHIBANGU TSHISHIKU, Bischof von Mbujimayi
(KONGO)
I. Die Eucharistie, Aufbau der Kirche, Inkulturation und liturgische
Riten.
Die Eucharistie ist, wie mit Recht Papst Benedikt XVI. betont, und
steht wirklich im Zentrum, und sie stellt das große sichtbare
Fundament der Fortdauer und der Kontinuität des Glaubens und des
Lebens der Kirche dar. Um die Orte der Eucharistiefeier und aller
anderen christlichen Sakramente herum, wird die Kirche aufgebaut und
werden die verschiedenen Einrichtungen und Dienste zum Wohl des
Volkes Gottes organisiert.
Auf die Eucharistie im Besonderen konzentrieren sich also die
Bemühungen zur nötigen und indispensablen Inkulturation. Hier ist
der Ort, wo, wie bei anderen Gegenständen der übernatürlichen
Offenbarung, sich die Gelegenheit und die Notwendigkeit ergibt, in
jeder soziokulturellen Gegend oder Region - im Sinne von Ad Gentes
Nr. 22 - eindringliche Forschungen und Studien der Theologie zu
führen und weiterzuführen im Hinblick darauf, die geeignetsten
katechetischen Mittel anzupassen und zur Verfügung zu stellen.
Der Rahmen für die Eucharistiefeier ist die Liturgie. Hier sind neue
missionarische Anstrengungen noch zu tun und fortzuführen. Nach dem
II. Vatikanum mussten die Christen in Afrika, wie diejenigen anderer
Teile der Welt oder Regionen des Katholizismus, den Schock des
Übergangs vom universalen Ritus der Liturgie oder Messe von Pius V.
zum von Paul VI. promulgierten Ritus erleben.
In der Folge eröffneten sich Möglichkeiten zur Integration neuer
spezifischer Elemente, bis hin zur offiziellen Promulgation
namentlich des Ritus, der, “Römischer Messritus für die Diözesen von
Zaire” genannt, von Johannes Paul II. 1988 publiziert wurde und
allgemein als “Zairischer Messritus” bezeichnet wird.
Heute, fast zwanzig Jahre später, spürt man überall in Afrika,
angefangen bei der Kirche der Demokratischen Republik Kongo, das
Bedürfnis zur Evaluierung der Praxis, um die Art der Ausführung des
Ritus noch zu verbessern, wie sie wirklich sein sollte, und um
leichtere oder mehr oder weniger besorgniserregende Abweichungen,
die da und dort schon festgestellt wurden, zu vermeiden.
II. Soziale Implikationen der Eucharistie in der globalisierten Welt
von heute.
Die heutige globalisierte Welt ist voller positiver Versprechungen
für alle. Aber sie bringt auch viele negative Aspekte und
Auswirkungen mit sich, die ungünstig sind für die Länder der
südlichen Hemisphäre im Allgemeinen und im Besonderen Afrikas als
dem Kontinent, der von allen als am stärksten globalisiert angesehen
wird.
III. Themen für die nächste “afrikanische Synode”.
Bei der Feier der afrikanischen Synode (Sondersynode für Afrika),
die von Papst Benedikt XVI. bereits angekündigt wurde, sollten
wichtige Fragen wie die folgenden auf der Tagesordnung stehen:
- Inkulturation des Gottesdienstes und der Liturgie in Afrika.
- der aktuelle allgemeine Kontext der “Globalisierung” und die
Sendung der Kirche.
- interkirchliche Solidarität. Austausch und gegenseitige Hilfe.
- Situation und Zukunft der Missionsinstitute und der
Kongregationen.
- allgemeine Entwicklung Afrikas und der Einsatz der Kirche.
- Herausforderungen für die Mission und Wege für die theologische
Forschung in Afrika.
Abschluss:
Möge diese XI. Ordentliche Generalversammlung des Bischofssynode
beitragen, den missionarischen Eifer der Kirche zu erneuern und zu
stärken.
[00179-05.03] [IN120] [Originalsprache: Französisch]
- Kardinal Crescenzio SEPE, Präfekt der Kongregation für die
Evangelisierung der Völker (VATIKANSTADT)
In Bezug auf Kapitel 2 des IV. Teils des Instrumentum laboris
scheint eine organischere und logischere Behandlung gelegen, die den
Unterschied zwischen Evangelisation “ad Gentes” und einer
Evangelisation derer, die den eigenen Glauben verloren haben,
verdeutlicht. Es ist wahr, das die Evangelisation dem Inhalt nach
einzig ist, aber sie unterscheidet sich im Verhältnis zu den
Empfängern, an die sie gerichtet ist.
Es gibt verschiedene Abschnitte des Instrumentum laboris, die
geklärt werden könnten, wie man beispielsweise klar und deutlich
sagen könnte, dass heute circa 5 Milliarden Menschen Jesus Christus
nicht kennen und sich folglich auch nicht von seinem Leib und seinem
Blut nähren können. Die Kirche hat das Recht und die Pflicht, auch
ihnen das Brot des Lebens und den Kelch des Heils zu bringen.
Um ein solches Ziel zu erreichen, ist es notwendig, dass die
Eucharistielehre den Nichtchristen in ihrer vollständigen Wahrheit
geboten wird, ohne an die “kulturellen Moden” zu glauben, die zu
jener hermeneutischen Drift führen würden, aufgrund welcher die
Eucharistie ihre mystisch - reale Dimension verlieren und eine
Variante jener kulturellen Anthropologie würde, die die Person Jesu
Christi relativiert.
Durch die Kraft des Heiligen Geistes weiß der Missionar auch heute,
die Kirche unter den Menschen zu errichten und sie mit dem Brot des
Lebens, das für alle hingegeben wurde, zu nähren.
[00180-05.02] [IN123] [Originalsprache: Italienisch]
- Bf. Mons. Djura DŽUDŽAR, Titularbischof von Acrasso, Apostolischer
Exarch von Serbien und Montenegro für die Katholiken des
byzantinischen Ritus (Serbien und Montenegro)
Ich nehme Bezug auf das vierte Kapitel des Instrumentum Laboris:
“Eucharistie und Inkulturation” (Nr. 80 und 81), “Eucharistie und
Ökumenimus (Nr. 86), “Eucharistie und Interkommunion” (Nr. 87).
Die Inkulturation
Die andauernde Frequentation zwischen Orient und Okzident führt zur
Gegenüberstellung der beiden christlichen liturgischen Traditionen.
Die östliche Liturgie wird der Unverständlichkeit und des Archaismus
“angeklagt”, die die Feiern “beschweren”, während sie auch zurecht
für einbeziehend und mystisch gehalten wird. Der lateinischen
Vereinfachung wird dagegen eine “liturgische Verarmung” angelastet.
Um unseren Feiern zugestehen zu können, Erkennungs- und
Identitätszeichen für die Nichtkatholiken zu sein, braucht es eine
Bildung in allen Kategorien des Volkes Gottes mit Priorität bei den
Ausbildungsstätten, den Priestern-Liturgen, Diakonen, Animatoren und
Ministranten. In einem Wort, der gewöhnlichen Pastorale muss eine
angemessene Liturgiekatechese vorausgehen.
Eucharistie und Ökumenismus
Gemeinsame Feiern können im Alltag zu einer starken Botschaft
werden. Aber dafür sind klare Voraussetzungen dienlich, die
anzeigen, bis wohin es möglich ist, mit den christlichen Kirchen und
Gemeinschaften, aus denen sich das ökumenische Mosaik zusammensetzt,
auf liturgischem Gebiet zusammenzuarbeiten. Deshalb schlagen wir
einen liturgischen Leitfaden vor, der helfen soll, dass die noch
nicht erreichte Gemeinschaft im Gebet erbeten und nicht als
selbstverständlich oder gar als ein Werkzeug des Dialogs angesehen
werde.
Eucharistie und Interkommunion
Ich unterstreiche zwei mögliche Fallen: Das Vorurteil als erste
Gefahr wie auch den Relativismus. Auch hier rufen wir zur Klarheit
und Wahrheit auf;Offenheit, aber ohne unsere Identät zu
verfehlen.Auch auf diesem Gebiet kann die Eucharistie nicht das
Mittel zur Gemeinschaft sein und auch nicht das Mittel zum Aufbau
einer künstlichen menschlichen Gemeinschaft. Die Eucharistie ist
auch nicht ein Ausgangspunkt. Sie ist das Geheimnis Christi, der uns
im Geschenk der Eucharistie zu seinem Leib macht. Sie ist das
Geschenk an diejenigen, die Christus angehören und heilig werden
sollen und daher auch, dank dieser grundlegenden Aufgabe, Samen der
Einheit in der Kirche und in der Welt.
Die dringendste Bitte an diese Synode: Das Geheimnis der Eucharistie
neu zu untersuchen im Verhältnis zu den anderen Sakramenten, vor
allem im Verhältnis zur Sakramentalität der Ehe bei gemischten Ehen,
und grundlegende Orientierungen bieten, die auch von den betroffenen
Bischöfen in den örtlichen Kontext einzubringen sind. Dies ist eine
Herausforderung, die, wie wir glauben, immer größere Ausmaße annimmt
und den europäischen Kontinent stark betrifft.
[00156-05.03] [IN127] [Originalsprache: Italienisch]
- Bf. Mons. Bosco LIN CHI-NAN, Bischof von Tainan (CHINA)
Heute befindet sich unser Glauben sowohl im Inneren als auch im
Äußeren, sowohl in der Pastoral als auch in der Evangelisation in
größten Schwierigkeiten. Zu Beginn dieses dritten Jahrtausends
müssen wir von ganzem Herzen und mit ganzer Kraft versuchen, die
Schwierigkeiten zu überwinden. Papst Johannes Paul II. hat uns
folgendes vorgeschlagen: 1. In der heutigen Zeit muss man in den
Menschen den Geist der Evangelisation entzünden und ihnen von Jesus
Christus, dem einzigen Heiland, predigen. 2. Die um das Sakrament
des Altares vereinigte Kirche kann ihre Herkunft und Sendung besser
verstehen. Die eine, heilige, katholische und apostolische Kirche,
vereint um das Sakrament der Eucharistie, wird zur Familie und zum
Volk Gottes.
1. Aus dem Sakrament der Eucharistie zieht man die Kraft, um die
Sendung der Evangelisation voranzubringen.
In diesem der Eucharistie gewidmeten Jahr hat der von der
taiwanischen Kirche betriebene Kult um die Eucharistie eine weite
Bewegung ausgelöst: die Predigt der Priester am Sonntag, die
Aussetzung des Allerheiligsten, die heilige Stunde usw. habe die
Leidenschaft der Gläubigen für das Allerheiligste entfacht, die
Gläubigen in Christus erhalten die Kraft, um das Evangelium ihrem
Nächsten zu verkünden. Viele Erwachsene sind getauft worden. Hoffen
wir, dass der Abschluss des Jahres der Eucharistie nicht ein Ende,
sondern einen Anfang darstellt.
2. Die Eucharistie ist ein Sakrament der Einheit und Gemeinschaft.
Das chinesische Volk wächst und somit auch die Anzahl der
Katholiken. Wir müssen uns nur bezüglich einer Tatsache Sorgen
machen: Der Mangel an Religionsfreiheit, weswegen die Kirche Gefahr
läuft, sich zu spalten.
Wir müssen von Herzen beten, dass wir ein Leib und ein Geist seien,
so wie wir gerufen wurden, den Leib unseres Herrn Jesu Christi
aufzubauen.
3. Die Eucharistie ist Quelle und Höhepunkt der Kirche und des
spirituellen Lebens der Gläubigen. Es ist nötig, den zur Heiligen
Eucharistie gehörigen Katechismus zu fördern und zu verbreiten,
damit alle Gläubigen ihr Verhältnis, ihre Einheit und ihre
Gemeinschaft mit der Eucharistie kennen lernen und damit sie ihre
heilige Mission “Gehet hin und predigt das Evangelium” erfüllen
können, um so das Ziel zu erreichen, nämlich: eine Herde und ein
Hirte.
[00182-05.02] [IN134] [Originalsprache: Latein]
- Bf. Mons. Christopher Henry TOOHEY, Bischof von Wilcannia-Forbes
(AUSTRALIEN)
Es ist die Tatsache zu bedenken, dass der Autor des Universums
selbst menschliche Natur annahm, von einer Jungfrau geboren wurde,
einen menschlichen Leib und eine menschliche Seele hatte (und noch
immer hat), lebte, starb und auferstand auf diesem winzigen Planet,
den wir Erde nennen. Er tat all dies für uns und zu unserem Heil.
Und seine Gegenwart bleibt wesenhaft und wirklich bei uns in der
Eucharistie. Dieses Geheimnis erschüttert unseren Geist; es
übersteigt unser volles Verständnis. Aber das menschliche Herz kann
es erkennen und lieben und in wahrer Demut im Akt der Bekehrung
annehmen.
Wir wissen, dass die Eucharistie das Versprechen des Vaters zur
Treue und Liebe zur Menschheit ist. Unser Glaube ist kühn und
wagemutig in seiner Sichtweise. Er kommt zu uns von Gott als ein
Geschenk. Wir, die wir die Lehrer dieses Glaubens sind, müssen in
der Art, wie wir über die Eucharistie sprechen, wie wir den
eucharistischen Ritus feiern und wie wir die Eucharistie leben,
seine erschütternde Schönheit widerspiegeln.
[00184-05.02] [IN138] [Originalsprache: Englisch]
-
Bf. Mons. Petru GHERGHEL, Bischof von Iaşi (Rumänien)
Das “in Christus bleiben” (Joh 15,4) hat von Anfang an die Vitalität
und Kraft der ersten christlichen Gemeinschaften, die sich zur
Eucharistiefeier versammelten, garantiert. Ihre lebendige und
zugleich sakramentale Gegenwart ist sichere Garantie einer
Kontinuität und eines Wachstums, die nie aufhören können trotz der
Schwierigkeiten in der Geschichte mit ihren Ideologien oder gar
Verfolgungen. Die zahlreichen Zeugnisse der Eucharistiefeiern in den
Katakomben jeder Zeit und jeden Ortes sind dafür deutlicher Beweis.
Wenn auch nur teilweise, so bin ich doch direkter Zeuge vieler
heroischer Taten während der Jahrzehnte des totalitären Kommunismus
gewesen. Ich habe Bischöfe und Priester kennengelernt, die es
geschafft haben, mit einer kaum vorstellbaren Fantasie sogar in
ihren Zellen das heilige Brot der Eucharistie zu weihen und
aufzubewahren. Während der langen Phase des Kommunismus war die
Kirche der einzige Ort, wo die Gläubigen den Mut ihres Glaubens
nähren konnten. Die Eucharistiefeier war zugleich Moment der
Evangelisation, der Katechese und der Gemeinschaft mit Gott und mit
den Brüdern und Schwestern.
Die Veränderungen des Jahres 1989 haben den Weg für viele Werte
geöffnet unter den Bedingungen der Freiheit, aber eine falsch
verstandene Freiheit führt zum Niedergang der Sitten im Sozialleben
und in der Familie und manchmal auch zur Entfernung vom Glauben.
Gott sei Dank haben solche Tendenzen unsere katholischen Kirchen, in
denen die Achtung und Liebe zur Eucharistie noch stärker sind als in
der Vergangenheit, nicht ergriffen. Der Besuch der Sonntagsmesse ist
eher hoch und vielleicht stärker motiviert.
Ich möchte einen Vorschlag machen zur Steigerung der Achtung der
Eucharistie. Indem mir die östliche Tradition, der Reichtum ihres
Zeugnisses und die Absicht eines Austauschs der Gaben unter unseren
Kirchen gegenwärtig ist, schlage ich vor, für die Heilige Messe
neben der lateinischen, bereits gebräuchlichen aber wenig präzisen
Bezeichnung auch die der “Heiligen und Göttlichen Liturgie” zu
verwenden. Dies ist ein Titel, der das Heilige mehr zum Ausdruck
bringt und zur Sammlung, zum Staunen, zur Stille, zur Anbetung
einlädt.
Schließlich ein Appell: Behalten wir in der Struktur unserer Kirchen
den sichtbarsten und zugänglichsten Platz für den Tabernakel, um
nicht zu riskieren, dass unsere Kirchen zu Muschelschalen werden,
deren Bewohner nicht zu finden ist.
[00186-05.02] [IN140] [Originalsprache: Italienisch]
- Bf. Mons. Gabriel MALZAIRE, Bischof von Roseau (DOMINIKANISCHE
REPUBLIK)
Mein Beitrag bezieht sich auf die pastoralen Herausforderungen, die
sich auf den Antillen stellen mit Blick auf einige im Instrumentum
laboris vorgestellte Bereiche.
Die Bischofskonferenz der Antillen steht auch im Dienst von Guayana,
Cayenne und Surinam auf dem südamerikanischen Kontinent, der
Britischen, Französischen, Holländischen Antillen und Belize. Die
ethischen Grundlagen der Katholiken in jeder dieser Diözesen hängen
sehr stark von der jeweiligen europäischen Kolonialmacht ab.
Gegenwärtig ist die aus den Vereinigten Staaten kommende
Evangelikale Bewegung sowohl in die katholische als auch in die
protestantische Kultur der Antillen eingedrungen, und beeinflusst
auf diese Weise ihre Art der Anbetung und Kirche zu sein.
In einigen Diözesen, die vor allem protestantisch und/oder stark von
der evangelikalen Kultur beeinflußt sind, haben einige Gläubige eine
gewisse Schwierigkeit, den Unterschied zwischen einer Messe und
einer nicht-katholischen Anbetung zu verstehen.
Für die praktizierenden Katholiken ist die Eucharistie für das
Wachstum ihres Glaubens sehr wichtig.
Eine systematische Ausbildung der Kinder und Jugendlichen, die sich
auf die Erstkommunion und Firmung vorbereiten ist extrem wichtig.
Man unternimmt große Anstrengungen, um zu garantieren, dass die
Feier der Eucharistie mit Würde, Anstand und echter Teilnahme der
Gläubigen vollzogen wird.
In der Karibik wächst das Bewusstsein für die Notwendigkeit einer
Inkulturation der Liturgie. Viele Gläubige sind gegen den Händedruck
als Zeichen des Friedens. Sie würden eine brüderlicheren Ausdruck,
wie eine Umarmung, bevorzugen.
Das Sakrament der Buße ist für eine immer größere Anzahl der
Katholiken nicht mehr Teil des normalen spirituellen Lebens.
Mischehen führen manchmal zu einer verminderten Achtung der
Eucharistie. Die Interkommunion stellt auf den Antillen ein Problem
dar.
Viele Gläubige sind überzeugt davon, dass die Kommunion zur
persönlichen Heiligung und zu einer Veränderung der Verhaltensweisen
und zur Ausbildung eines Sinnes für die Bedürftigkeit der anderen
führt. Trotzdem gibt es für viele eine Diskordanz zwischen dem, was
sie glauben und ihrer Lebensweise.
Einige Empfehlungen: 1. Rückkehr zur Betonung der österlichen
Pflichten mit der Erfordernis einer (wenigstens) einmal jährlichen
Beichte; 2. Zurückgewinnung des Respekts und der Ehrfurcht, die den
heiligen Stätten entsprechen; 3. Die Notwendigkeit größerer Stille
vor und während der Feier der heiligen Messe; 4. Die
Wiedereinführung von Kirchenbänken mit Kniebänken, so dass die
Menschen ihre Verehrung vor dem Allerheiligsten ausdrücken können.
[00187-05.05] [IN146] [Originalsprache: Englisch]
- Bf. Mons. John Olorunfemi ONAIYEKAN, Erzbischof von Abuja,
Präsident der Bischofskonferenz, Präsident des Symposions der
Bischofskonferenz von Afrika und Madagaskar (S.E.C.A.M.) (Nigeria)
Mein Beitrag ist eine Dankes- und Lobeshymne auf Gott für die großen
Wohltaten, die das Volk Afrikas in der Zeit nach dem Zweiten
Vatikanischen Konzil durch die “tätige, bewusste, fruchtbare” und
auch freudige Teilnahme an der Eucharistie erfahren hat, die in dem
Reichtum unserer kulturellen Ausdrucksformen gefeiert wird. Ich
beziehe mich in besonderer Weise auf die Nummern 80 und 81 des
Instrumentum laboris mit dem Titel “Eucharistie und Inkulturation”.
Das IL drückt an vielen Stellen Vorsicht und Umsicht aus und
manchmal äußert es sogar Angst vor Fehlern, Übertreibungen und
unüberlegten Experimenten in dieser Sache. Zweifelsohne ist es
vernünftig, diese Vorbehalte zu äußern und sie sollten ernst
genommen werden, aber in der Gesamtheit, wie es das IL in Nummer 34
ausdrückt, “sollen [sie] keine falsche Panik verursachen”. Im
Gegenteil, wir müssen uns der wundervollen Dinge, die der Heilige
Geist in unseren Ortskirchen ausübt, erfreuen. In ganz Afrika sind
in den vergangenen 40 Jahren wunderschöne Eucharistiefeiern
aufgetaucht, die den Glauben der Menschen vertieft, die Qualität
ihrer Teilnahme verbessert, die Liebe zum Priestertum vergrößert,
Freude und Hoffnung inmitten von Entmutigung und Hoffnungslosigkeit
gepflanzt, die ökumenischen Beziehungen angekurbelt und im
Allgemeinen die Evangelisation gefördert haben.
Die Eucharistie verdient - und erhält - das Beste unserer Kulturen.
Wir haben nicht viel auf der Ebene einer prächtigen Architektur der
europäischen Kathedralen oder bewundernswerter Gemälde wie die von
Michelangelo oder Leonardo da Vinci zu bieten. Aber das, was wir
haben, geben wir gerne: unsere Gesänge und Gedichte, unser Trommeln
und die Rhythmen unserer Tänze, all das zu Gottes Ehren.
Wir setzen uns dafür ein, das reiche Erbe der eucharistischen
Traditionen der verschiedenen alten Riten sowohl aus dem Osten als
auch aus dem Westen anzuerkennen und zu rühmen. Ich halte auch diese
für ein Ergebnis einer vor vielen Jahrhunderten unter der Führung
des Heiligen Geistes stattgefundenen Inkulturation. Dieser Heilige
Geist schläft jedoch nicht. “Der Inkulturationsprozeß bleibt auch in
den heutigen kirchlichen Gemeinschaften lebendig” (IL 80).
Ich schließe mit der schönen Erinnerung an unseren lieben Papst
Johannes Paul II., dessen Liebe, Respekt und Bewunderung für unsere
Anstrengungen in der Inkulturation der Eucharistie sich klar und
lebhaft nicht nur in den Liturgiefeiern seiner vielen Besuche in
Afrika äußerten, sondern zu vielen Anlässen genau hier, in der
Basilika St. Peter.
Die Probleme Afrikas sind vielfältig. Aber wenigstens in diesem Fall
sind wir froh, dass der Allmächtige große Dinge für uns vollbracht
hat. Heilig ist sein Name! Amen.
[00172-05.02] [IN148] [Originalsprache: Englisch]
- P. Peter-Hans KOLVENBACH, S.I., Generalpräposition der Gefährten
Jesu (Arabisch Lande)
Die Wiederentdeckung der tridentinischen Kenntnis der sakramentalen
Wiedererscheinung zum Werk von Odo Casel, vor kurzem integriert und
begründet unter biblischem Profil, öffnet vielversprechende
Horizonte im Dialog zwischen Katholiken und Reformierten. Statt zu
sagen, dass die Messe eine Erneuerung des Kreuzesopfers ist, sagen
wir heute exakter, dass die Messe eine Erneuerung des Gedächtnisses
des Kreuzesopfers ist. Die Messe ist wirklich ein sakramentales
Opfer, das Sakrament dieses Opfers, die sakramentale Darstellung
unseres einzigen Opfers.
Die Grenze, die die katholische Theologie des 2. Jahrtausends zur
orthodoxen überschritten hat, war es, die eucharistische Verwandlung
auf der Basis der Kenntnis der physischen Zeit zu analysieren, indem
man sie ausschließlich vom Moment abhängig macht, in dem die Worte
der Weihe ausgesprochen werden oder in dem die weihende Epiklese
ausgesprochen wird. Wie von dem einen Teil so auch vom anderen
vergisst man, dass der Augenblick, in dem die Transsubstantiation
(oder Metabolie) stattfindet, nicht die unserer Zeitmessung, wohl
aber die des Augenblickes Gottes ist, der sakramentale Zeit ist. Die
Lehre des lex orandi lehrt, dass dieser Augenblick, der aufgrund
seiner Natur, die “jenseits der physischen Dinge” liegt, zwei starke
Momente eintreten lässt, beides Kenntnisse der Wirksamkeit der
absoluten Weihe: die institutionelle Erzählung und die Epiklese. In
Bezug auf die Worte der Weihe und der weihenden Epiklese, verträgt
die Kenntnis der absoluten weihenden Versorgung weder Konflikte noch
Exklusivität. Weit entfernt davon, ein Hindernis zu sein, enthüllt
die Frage der Epiklese eine wahre ökumenische Brücke im Dialog
zwischen Katholiken und Orthodoxen.
[00171-05.04] [IN149] [Originalsprache: Italienisch]
- Bf. Mons. Oswald GRACIAS, Erzbischof von Agra, Präsident der
Bischofskonferenz (Indien)
Dieser Beitrag nimmt Bezug auf den indischen Kontext und behält
dabei die Natur dieser Kirche als Minderheit im Blick.
1. Indem wir dem Beispiel der Erfahrung auf dem Weg nach Emmaus
folgen, wo der Herr die Schrift erklärte und dann mit seinen Jüngern
das Brot brach, müssen wir dem Wortgottesdienst in unseren
Eucharistiefeiern genügend Bedeutung zumessen. In Indien, wo ein
großer Bedarf nach Glaubensbildung herrscht, sollte mehr Achtung
darauf verwendet werden, die Menschen zum Verständnis, zur
Wertschätzung und zum Leben der Schrift in ihrem Reichtum zu führen.
Zu diesem Zweck könnten Versuche gemacht werden, mediale Mittel wie
audiovisuelle Unterrichtsmittel, Diaprojektionen von Szenen aus den
Evangelien und Bildschirmpräsentationen zu verwenden, um die
Verkündigung die verschiedenen menschlichen Sinne ansprechen zu
lassen. Die Bischöfe, die darin voll einbezogen wären, würden dafür
Sorge tragen, die Gefahr der Selbstdarstellung zu vermeiden.
2. Wie vom Instrumentum Laboris angezeigt, sollte die Verbindung
zwischen Eucharistie und Spiritualität verstärkt werden. Die
Teilnahme an der Eucharistie als einem Eintauchen in Leiden, Tod und
Auferstehung des Herrn muss die Gläubigen zu einer Verwandlung
führen, die ihnen ermöglicht, die zeitliche Welt mit der Kraft des
Evangeliums zu durchdringen. So würden sie zu Vorboten der Einheit
und Trägern des Friedens und der Versöhnung in einer Welt, die durch
den Streit der Kasten und Klassen, durch gemeinschaftliche und
religiöse Intoleranz zerrissen ist, und würden denen, die durch
Ungerechtigkeit und Ausbeutung vernichtet werden, menschliche Würde
geben.
3. In einigen Teilen Indiens werden die Leute von Sekten angezogen,
weil sie unsere Liturgien monoton und unpersönlich, weit entfernt
von einer Gotteserfahrung, finden. Die Bischofskonferenzen könnten
zusammen mit der Kongregation für den Gottesdienst und die
Sakramentendisziplin Wege zur weitergehenden Inkulturation der
Liturgie ausarbeiten und auch mehr Freiheit und Kreativität
einführen, aber gleichzeitig sie vor der Gefahr des Missbrauchs
bewahren.
Gruppenmessen und Messen für Familien könnten wirksame Mittel sein,
um die Einheit der Familien zu stärken und Familienkatechesen
durchzuführen.
[00168-05.03] [IN152] [Originalsprache: Englisch]
- Kardinal Pedro RUBIANO SÁENZ, Erzbischof von Bogotá (KOLUMBIEN)
In der Eucharistie erleben wir die Begegnung mit Christus, unserem
Frieden, und folglich müssen wir seinen Frieden annehmen, ihn
bezeugen und ihn mit unserem Leben fördern. Der Friede ist Liebe,
Wahrheit, Versöhnung, Gerechtigkeit und Solidarität mit dem Bruder,
in dem wir die Gegenwart Christi erkennen, der nicht nur
auferstanden ist, sondern auch verwundet wurde durch den Hass, die
Ungerechtigkeit und die Gewalt. Gemeinschaft zu schaffen erfordert
Einsatz und Willen, zusammen mit den Brüdern für den Aufbau des
Friedens zu arbeiten. Versöhnt und in Frieden zu sein ist die
Voraussetzung, um sich dem eucharistischen Mahl zu nähern, und viele
Christen leben ein Leben in Leiden aufgrund der durch Gewalt und
Hass verursachten Wunden.
Das Sakrament der Buße versöhnt uns mit Gott und erfordert nicht nur
das Erkennen der Sünde, sondern auch den Vorsatz, uns zu der
Bekehrung zu leiten, die dazu führt, das Leben gemäß dem Willen
Gottes zu führen. Wer sich von der Eucharistie nährt, muss mit
seinen Geschwistern versöhnt sein, um die Gemeinschaft mit Gott,
unserem Vater, zu leben. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn zeigt uns
die Barmherzigkeit Gott-Vaters und auch die Reue des Sünders, der
seine Sünde erkennt und sich von Neuem erhebt, da er sich der
Barmherzigkeit und der Vergebung Gottes sicher ist.
Im Moment, wo wir uns den Friedensgruß geben, zeigen wir, dass es in
unserem Herzen weder Hass noch Missmut gibt. Es wäre passender, sich
den Friedensgruß vor der Gabenbereitung, nach den Fürbitten, zu
geben, in Übereinstimmung mit dem, was der Herr im Evangelium von
uns fordert: “ Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir
dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine
Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit
deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe” (Mt 5,23). Denn wenn
wir den Frieden nicht haben, wie können wir ihn dann geben? Es wäre
einfach eine Geste ohne Inhalt und nicht ein Zeugnis der
Gemeinschaft mit dem Herrn und mit den Brüdern und Schwestern.
Wie kann man sich der Eucharistie, dem Sakrament der Liebe, nähern
ohne Vergebung und wahre Liebe? Der Friede, den uns der Herr gibt,
erfordert, dass wir vergeben und den Hass und das Verlangen nach
Vergeltung ausrotten, jene Mauer, die uns vom Bruder trennt wie auch
vom Herrn.
Die Gewalt, die der Hass hervorruft, wird erst dann überwunden
werden, wenn wir fähig sind, zu vergeben wie Gott uns vergibt, und
dann können wir mit Aufrichtigkeit an unseren Vater wenden: “Erlass
uns unsere Sünden, denn auch wir erlassen jedem, was er uns schuldig
ist.” (Lk 11,4).
Es ist ein Skandal, dass es Getaufte gibt, die aus Ehrgeiz,
Ungerechtigkeit, Diskriminierung, Groll und Hass die menschlichen
und geschwisterlichen Beziehungen zerstören: Wie können sie sich
Kinder Gottes nennen, wenn sie nicht in der Liebesbeziehung mit Ihm
im Nächsten leben? Wie können sie sich dem Sakrament der Eucharistie
nähern ohne anzuerkennen, dass sie wegen des Hasses die Gemeinschaft
mit dem Bruder gebrochen haben, ohne zuerst zur Barmherzigkeit
Gottes Zuflucht zu nehmen durch das Sakrament der Buße?
Es ist dringend, auf der ständigen Vorbereitung der Gläubigen auf
das Sakrament der Eucharistie als Nahrung für den Glauben zu
bestehen, damit sie die Begegnung mit Jesus Christus erleben und den
Frieden, den er uns schenkt und den wir mit unseren Geschwistern
teilen müssen, empfangen.
[00167-05.05] [IN157] [Originalsprache: Spanisch]
- Kardinal Jozef TOMKO, Präsident des Päpstlichen Komitees für die
internationalen eucharistischen Kongresse (VATIKANSTADT)
Mit dem Abschluss dieser Synodenversammlung findet auch das Jahr der
Eucharistie, das der Diener Gottes Johannes Paul II. am 18. Oktober
2004, am Ende des 48. Internationalen Eucharistischen Kongresses in
Guadalajara feierlich eröffnet hat, sein Ende. Das Thema des
Kongresses, der eine Woche dauerte und dem ein dichtes theologisches
Symposion vorausgegangen war, war folgendes: “Die Eucharistie, Licht
und Leben des neuen Jahrtausends”. Das Eindrucksvolle daran waren
die massive Bekundung des Glaubens, die sich über eine Woche
erstreckte mit einigen Millionen Teilnehmern, die mehrstündige
eucharistische Prozession, die von den Rufen der Jugendlichen:”Se
ve, se siente, Jesus es presente” begleitet wurde, der
eindrucksvolle Pilgerweg einiger Millionen Menschen zur Madonna von
Zapopan (die eucharistische Frau), die tägliche Anwesenheit von
17.000 Teilnehmern an den eucharistischen Liturgien, gefolgt von
Katechesen und Zeugnissen,und schließlich die Botschaft Johannes
Paul II. durch das Fernsehen. Es war ein wahres “Glaubensbad”. Die
ganze Kirche war an dieser “Statio Orbis” um den eucharistischen
Jesus Christus vertreten, mit Gruppen, die sogar aus Sibirien und
Korea kamen,und mit einer starken Präsenz von Gläubigen, die die
Eucharistie anbeteten.
Die Internationalen Eucharistischen Kongresse sind 1881 in
Frankreich aus einer brennenden eucharistischen Verehrung und dank
einer harmonischen Zusammenarbeit zwischen Laien und Klerikern und
durch die Inspiration durch den hl. Pier Giuliano Eymard entstanden.
Ihr Motto “Das Heil der Gesellschaft durch die Eucharistie”
beabsichtigte, der weit verbreiteten religiösen Gleichgültigkeit,
die dem Agnostizismus unserer Zeit sehr ähnelt, entgegenzutreten.
Für die Vorbereitung des ersten Internationalen Kongresses 1881 in
Lille wurde ein ständiges Komitee eingerichtet, welches durch Leo
XIII. bestätigt und später “päpstlich” wurde, das die periodische
Feier von Internationalen Eucharistischen Kongressen fördert und
darüber hinaus “die Initiativen, die in Harmonie mit den in der
Kirche geltenden Bestimmungen stehen und die Förderung der Anbetung
des eucharistischen Geheimnisses in all seinen Aspekten, von der
Feier der Eucharistie bis zum Kult extra missam zum Ziel haben,
fördert und privilegiert” (vgl. Satzung, Art. 3).
Die Internationalen Eucharistischen Kongresse werden alle vier Jahre
auf verschiedenen Kontinenten gefeiert. Viele werden sich noch des
Kongresses, der während des Jubiläums von 2000 in Rom gefeiert
wurde, sowie an die in absteigender Reihenfolge in Worclaw, Sevilla,
Seoul, Philadelphia, Bombay, München und an anderen Orten
stattgefundenen Kongresse erinnern. Der nächste wird in Quebec
(Kanada) im Jahr 2008 stattfinden. Der jüngste Weltjugendtag von
Köln ist dank seines Themas “Venimus adorare eum” schon fast zu
einem Eucharistischen Kongress geworden.
Mit dem 2. Vatikanischen Konzil haben die Internationalen
Eucharistischen Kongresse die Physionomie einer “Statio Orbis”,
einer Art “Halt”, bei dem die Teilkirchen der verschiedenen Teile
des Erdkreises sich mit dem Papst oder seinem Gesandten in einer
Stadt um Christus in seinem eucharistischen Geheimnis vereinigen, um
ihren Glauben auszudrücken und zu vertiefen. Die Katechese, die
Feier des Heiligen Opfers, die Anbetung des Allerheiligsten, die
feierliche eucharistische Prozession, die ersten Kommunionen, die
Taten der Nächstenliebe für die Armen, die Kranken, und die
Behinderten, die Treffen, die zum Nachdenken über bestimmte Themen
abgehalten werden, machen einen solchen Kongress zu einem wahren
Anlass der spirituellen Erneuerung mit sichtbaren und unsichtbaren
Früchten, die nur Gott kennt, die aber gewiss reichlich sind.
In den gebotenen Proportionen kann man dies auch von anderen Formen
Eucharistischer Kongresse, die auf der Ebene von Nationen, Diözesen,
Dekanaten / Vikariaten und ähnlichem gefeiert werden, behaupten.
Die gemeinschaftliche Begegnung mit dem eucharistischen Jesus
Christus ist immer fruchtbar und läßt die religiöse Leidenschaft,
die Gemeinschaft, die Berufungen, den missionarischen Geist, den
sozialen Frieden und die Solidarität wachsen.
Man hat von der Wiederentdeckung der - auch nächtlichen - Anbetung
gesprochen. Die mexikanischen Anbeter sind ein Beispiel, wie es auch
die kontemplativen Orden sind. Aber nun zieht der eucharistische
Jesus Christus auch die Jugendlichen an, die in ihm die Liebe Gottes
entdecken. Hoffen wir, dass dies auch in unseren Pfarrgemeinden, in
den Seminaren, in den Konventen und in den Häusern der Priester
geschieht. Vor ihm braucht es keine großartigen Gedankengänge, der
schlichte Glaube ist ausreichend. Wie der des Bauers von Ars, den
der hl. Johannes Vianney fragte, was er so lange vor dem Tabernakel
mache. Die Antwort ist in ihrer Tiefe entwaffnend: “Ich schaue ihn
an und er schaut mich an!”. In diesem begegnenden Blick liegt die
Lösung für viele Probleme unserer heutigen Zeit.
[00196-05.02] [IN159] [Originalsprache: Italienisch]
- Bf. Mons. Jean-Louis BRUGUÈS, O.P., Bischof von Angers
(Frankreich)
Wir müssen Stellung nehmen zu dieser sich im Gang befindlichen
Säkularisierung: Sie ist eine gravierende und dauerhafte historische
Tendenz. Sie hat zu einer Mentalität geführt - dem Säkularismus -
der sich einzig an das christliche Bewusstsein wendet. Der
Säkularismus weist jede Form der Beziehung mit dem Jenseits und der
unsichtbaren Welt zurück. Innerhalb unserer christlichen
Gemeinschaften existiert auch eine Selbst-Säkularisierung. Was wird
die Eucharistie, “Brot des Himmels”..., wenn der Himmel nicht mehr
existiert? Es ist angebracht, die Rolle zu präzisieren, die die
Eucharistie in der “neuen Evangelisierung”, genauer gesagt in der
Evangelisierung durch die Kultur, haben muss. Es ist außerdem
notwendig, unsere Jugendlichen zu ermutigen, die in der
eucharistischen Anbetung die Quelle ihrer Sendung gegenüber dem
modernen Rationalismus entdeckt haben.
[00197-05.03] [IN158] [Originalsprache: Französisch]
- Bf. Mons. Francesco CACUCCI, Erzbischof von Bari-Bitonto (Italien)
Das Bedürfnis nach einer “mystagogischen Wende” in unserer Pastoral
wird immer lebendiger und aktueller. Die Lineamenta der Synode haben
dem ein ganzes Kapitel gewidmet. Das Instrumentum Laboris nimmt
explizit Bezug auf die Mystagogik bei Nr. 31, 40, 47 und 52. Auch
einige Synodenväter haben sich in dieser Hinsicht geäußert.
Wir sind einer Pastoral verhaftet, die auf die Sakramente
“vorbereitet”. Kaum werden die Sakramente der christlichen
Initiation gefeiert, spricht man vom “Abschied” von der christlichen
Gemeinschaft. In Wirklichkeit mangelt es an einer grundlegenden
Erfahrung: Das fortschreitende Eintreten in das Heilsgeheimnis.
Die Kirchenväter, die in einer kulturellen Situation lebten, die in
gewisser Hinsicht der des postmodernen Menschen entsprach, trafen
eine “mystagogische” Entscheidung, die sich nicht an “eifrige”
Christen, sondern an Christen wandte, die von den Widersprüchen
einer gewissen “Säkularisierung” jener Zeit betroffen waren.
In einer Zeit der Zersplitterung wie der unseren führt die
Mystagogik ins Innere des Geheimnisses und steht für das
Zusammentreffen von Katechese, der Erfahrung der Feier und der
Lebenserfahrung der Christen.
Es kann keine wahre Synthese zwischen Glauben und Leben geben, wenn
das Verbindungsglied der Feier fehlt. Ebenso kann die Synthese von
Eucharistie und Leben sich nicht verwirklichen ohne den Glauben.
Dies ist das Trinom von Glaube, Liturgie und Leben, das im
Instrumentum Laboris bei Nr. 29 genannt wird und in den
Pastoralplänen so verbreitet ist.
Wie kann eine christliche Gemeinde diese mystagogische Wende
umsetzen? Indem sie die Zentralität der sonntäglichen Eucharistie
wiederherstellt. “Sine Dominico nun possumus”: Der Satz der Märtyrer
von Abitene, den ein Synodenvater in Erinnerung gerufen hat, stellt
die Frage nach der christlichen Identität mit präzisen ökumenischen
Bezügen.
Nr. 70 des Instrumentum Laboris unterstreicht diese Zentralität.
Angesichts der immer mehr im Aufschwung befindlichen
rationalistischen Versuchung streicht die eucharistische Mystagogik
das Primat der Gnade heraus.
Die sonntägliche Eucharistiefeier ist auch der wesentlichste
missionarische Ort der Kirche. Es treffen sich die sehr Treuen, aber
auch jene, die selten an der Sonntagsmesse teilnehmen.
Es geht aber auch um eine pastorale Methode, die meiner Ansicht nach
die Synode vorschlagen könnte.
Das liturgische Jahr wurde seit Anbeginn als Ort erlebt, in dem die
Gemeinde das Geheimnis Christi lebt und verkündet. Der Rhythmus
dieses Weges wird stark durch die Spendung der Sakramente der
christlichen Initiation bestimmt, die ihren Höhepunkt in der
Eucharistie hat sowie von den verschiedenen Schritten, die darauf
vorbereiten.
Wenn die christliche Gemeinde das Subjekt des Glaubensweges ist,
erfordert die volle, tätige und bewusste Teilnahme (vgl. SC Nr. 48)
des Volkes Gottes an der sonntäglichen Liturgie eine “mystagogische
Begleitung”, die nicht nur von den Priestern, sondern auch von den
Laienmitarbeitern in einem wöchentlichen gemeinsamen Treffen
vorbereitet werden könnte, während dem sie, ausgehend von dem im
Ritus gefeierten Geheimnis, im Licht des Wortes des Alten und des
Neuen Testaments und der Lehre der Kirchenväter, lernen, gemeinsam
über das Leben der Gemeinde nachzudenken und im Einsatz in der
Geschichte zu reifen.
Diese Gedanken entspringen einer pastoralen Entscheidung, die wir in
unserer Ortskirche gelebt und anläßlich des Nationalen
Eucharistischen Kongresses in Italien in diesem Jahr vorgestellt
haben.
[00204-05.03] [IN169] [Originalsprache: Italienisch]
- Bf. Mons. George Cosmas Zumaire LUNGU, Bischof von Chipata
(Zambia)
Ich spreche im Namen der Bischofskonferenz von Zambia. Ich muss
zugeben, dass trotz der heutigen fortschrittlichen technologischen
Mittel unsere Bischofskonferenz das Instrumentum Laboris nicht
rechtzeitig erhielt, um als Konferenz darauf antworten zu können.
Daher wurde mir die Freiheit gegeben, einen persönlichen Beitrag zur
pastoralen Situation in Zambia zu liefern. Mein Beitrag bezieht sich
auf die Nr. 42, 44, 61 und 62 des Instrumentum Laboris.
Die Nr. 42 hält fest, dass in der Liturgie der Mensch nicht auf sich
selbst, sondern auf Gott schaut. Das Dokument muss daher stärkere
Betonung auf den lebendigen Gott in seiner Beziehung zu seinem Volk,
als auf die menschlichen Tätigkeiten, die in liturgischen
Traditionen, Normen und Rubriken zusammengefasst sind, legen. Auf
diese Weise werden wir die Versuchung, sowohl Lösungen aus der
Vergangenheit für die heutigen pastoralen Herausforderungen in
Verbindung mit der Eucharistie zu finden, als auch zu sehr auf die
Schatten zu schauen, wie im Dokument wiedergegeben wurde, vermeiden.
Ein Thema der Liturgie, das mir in den Sinn kommt, ist die
Schönheit.
Der Art. Nr. 62 nimmt Bezug auf die Schönheit als ein Mittel, um in
das Geheimnis Gottes und der Eucharistie einzudringen. Es wäre
nützlich, den damaligen Kardinal Ratzinger zu zitieren, der in einer
Ansprache an die als Gemeinschaft und Befreiung bekannte Bewegung im
Jahre 2002 sagte:
“Von der Schönheit Christi getroffen und überwältigt zu werden ist
realere und tiefere Erkenntnis als einfache rationale Ableitung.
Selbstverständlich dürfen wir die Wichtigkeit theologischer
Überlegungen exakten und präzisen theologischen Denkens nicht
unterbewerten; dieses bleibt absolut notwendig. Aber ausgehend
davon, die durch die Antworten des Herzens bei der Begegnung mit der
Schönheit hervorgerufene Wirkung als eine wahre Form der Erkenntnis
abzuwerten oder zurückzuweisen, würde unseren Glauben und unsere
Theologie verarmen und austrocknen lassen. Wir müssen diese Form der
Erkenntnis (durch die Schönheit) wiederentdecken, dies ist eine
dringende Notwendigkeit unserer Zeit.... Heute müssen wir, damit der
Glaube wachsen kann, uns selbst und die Personen, denen wir
begegnen, dazu bringen, den Heiligen zu begegnen und in Kontakt mit
dem Schönen zu treten.”
Kürzlich haben die Ordensleute, die sich hier in Rom für den
Kongress von 2004 versammelten, die gleiche Empfänglichkeit für
diesen Aspekt ausgedrückt, der schon in ihrem Schlussdokument
deutlich wurde, indem sie sagten:
“Kunst und Schönheit sind Ikonen für alle Kulturen; Künstler helfen
den Gemeinschaften geweihten Lebens, gegen eine Mentalität des
Konsumismus anzukämpfen, schaffen schöne Räume für das Gebet,
erfinden neue Symbole, um den Herzen von Männern und Frauen, die
darauf hören, neue Geschichten zu erzählen. Diese Kommunikation der
Schönheit wird Freude und Leben inmitten von Gewalt und Tod
hervorbringen” (Schlussdokument III/2/4, S. 222, Edizione Pauline).
Wäre es möglich, unsere Theologen darum zu bitten, eine pastorale
Reflexion zur Theologie der Schönheit in Angriff zu nehmen, um mehr
Licht auf die in der Feier der Eucharistie aufgetauchten Schatten zu
werfen?
Zur Teilnahme der Laien, Art. Nr. 44: Die Verwendung der
Formulierung “Minimum an Assistenz und Mitarbeit” in Bezug auf die
Teilnahme der Laien bei der Eucharistiefeier sollte entweder
geändert oder ganz weggelassen werden. In seinem Artikel “Die
Eucharistie: Quelle und Höhepunkt des Lebens der Laien” sagt Matteo
Calisi:
“Trotz der Liturgiereform gibt es noch immer eine weitverbreitete
klerikale Mentalität in der Liturgie, die die Feier des Geheimnisses
mehr als das Werk des Klerikers - des Zelebranten - ansieht denn als
das “Werk des ganzen Gottesvolkes”, das seinen Herrn feiert. Deshalb
geschieht es oft, dass das Volk sich nicht durch tätige und
lebendige Teilnahme mit dem Zelebranten vereint, sondern nur auf
formale Art durch bloßes in Verbindung treten mit dem Zelebrant
durch den Dialog der rituellen Antworten” (Die Eucharistie
wiederentdecken: Päpstlicher Rat für die Laien, S. 70).
Weiter zum Thema der Teilnahme der Laien, und diesmal durch Musik,
Gesang (Art. 61) und die Verwendung der lateinischen Sprache (bei
internationalen Zusammenkünften) (Art. 62), ist mein Eindruck zu
diesen Artikeln, dass sie die Beiträge einiger Missionsländer wie
Zambia nicht wiederspiegeln. Ich finde diesen Teil des Dokuments
bezüglich der Orgel, des gregorianischen Gesangs und gar der
Verwendung der lateinischen Sprache an internationalen
Zusammenkünften überoptimistisch im Versuch, den Bedürfnissen des
Volkes zu jeder Zeit und an jedem Ort entgegenzukommen. Mein
Vorschlag ist, dass wir nicht dazu zurückkehren sollten, diese
Instrumente der Andacht zu universalisieren. Unsere Reflexion über
kulturelle Themen sollte nicht im Vergleich oder in Verbindung zu
entweder der Orgel oder gregorianischem Gesang oder dem Latein
stehen, obwohl diese noch immer als Möglichkeiten von denen, die sie
hilfreich finden, behandelt werden können. Kommunikation und
Teilnahme sind bei jeder liturgischen Feier einschließlich der
Eucharistiefeier grundlegend. Unsere Hoffnung liegt in der Zukunft
und nicht in der Vergangenheit. Wir brauchen den Mut, unsere
gegenwärtigen pastoralen Herausforderungen bezüglich der Eucharistie
ohne nostalgische Tendenzen anzugehen, wenn die Eucharistie den
pastoralen Notwendigkeiten unserer Zeit entsprechen soll.
[00207-05.04] [IN171] [Originalsprache: Englisch]
- Bf. Mons. Luis SÁINZ HINOJOSA, O.F.M., Titularbischof Giunca von
Mauritania, Weihbischof von Cochabamba (BOLIVIEN)
Ich spreche im Namen der Bischofskonferenz von Bolivien und beziehe
mich auf die Nummern 53, 55 und 56 des Instrumentum laboris.
Der auferstandene Christus verlässt die Menschheit nicht, verewigt
die Erfahrung des Kreuzes, indem er seinen Leib und sein Blut
hingegeben hat, gibt er sich uns als Nahrung hin, nimmt uns in sich
auf. Er vereint uns in der tiefsten Gemeinschaft mit seinem ewigen
Leben und seiner unendlichen Liebe (Mane nobiscum Domine, 19).
In ihm zu bleiben gibt uns das göttliche Leben; für einen Jünger
Jesu ist dies die größte Gnade (Joh 15, 4-9). Symbole der Einheit
sind das Brot, das aus vielen Getreidekörnern gebildet wird, und der
Wein, der aus vielen Trauben produziert wird. Jesus, das eine Brot,
das mit allen geteilt wurde, schafft tiefe Gemeinschaft mit ihm: er
bildet aus denen, die an ihn glauben, einen einzigen Leib.
Die Eucharistie wurde der Kirche durch die Apostel gegeben. Jesus
selbst bietet den Menschen in der Brotvermehrung (Mk 6, 37-44) die
Brote nicht direkt an, sondern fordert die Zwölf auf, das Essen
auszugeben. Für die Kirche ist dies ein fundamentaler Hinweis. Den
Herrn, Brot des Lebens, Nahrung des Heils, treffen wir in der
Gemeinschaft der Gläubigen, in der die Apostel, die Bischöfe von
heute, den Auftrag, das Brot für das ganze Volk zu brechen und
seinen Hunger zu stillen, fortführen.
Ich komme, wie ihr alle, aus einem kulturell reichen Land; ein Land,
das einen tiefen Glauben an die Eucharistie, an die Jungfrau Maria
und den leidenden Christus hat.
Der Gottesdienst für die Verstorbenen ist etwas Heiliges; die Leute
verstehen nicht, wie man einen Verstorbenen begraben kann, ohne die
Heilige Eucharistie zu feiern; sie sind überzeugt davon, dass es der
beste Weg ist, ihn an Gott zu übergeben. Sie feiern die Feste der
Patronen, die zivilen Feste und alle anderen wichtigen Ereignisse
mit der Eucharistie; dann folgt die Folklore, die Tänze und den
manchmal übertriebenen Konsum von Getränken.
Das, was hauptsächlich hervortritt und die Aufmerksamkeit weckt,
sind die Schlichtheit, der tiefe Glaube und der Hunger des Volkes
nach Gott, das sich an die pastoralen Vertreter wendet. Aufgrund
dieser Erfahrung möchte ich die Wichtigkeit der Ausbildung zum
Priestertum und zum geweihten Leben unterstreichen und der Theologie
der Eucharistie Priorität einräumen als sehr wichtiges Fundament
seiner Spiritualität, unentbehrliche Nahrung in der Reifung der
Berufung, die den Priester einen guten Hirten werden läßt, einen
Missionar, der mit seinem großzügigen Dienst Zeugnis für seinen
Glauben gibt.
Die Spiritualität des Christen gründet auf der Eucharistie, in einer
Spiritualität tiefer kirchlicher Gemeinschaft; im Besonderen die
Bauern in den entlegensten Gemeinden, wo der Priester nicht
hingelangt, und die den Heiligen Vater und seine Hirten lieben,
werden im besten Fall von einem Katechisten oder Ordensmann oder
-frau betreut, das heißt sie bleiben ohne Eucharistie aufgrund des
Priestermangels... Was ist in der Zukunft zu tun? Das Volk wächst an
und die Priester werden immer weniger, die Sekten werden mehr.
Pastorale Orientierungen und Vorschläge der Synode, die dazu
beitragen, die Erfahrung des auferstandenen Jesus Christus als
wahres Brot, das den Menschen sättigt und der als Einziger in der
Lage ist, das wahre Leben zu geben, kennenzulernen, werden gerne
angenommen; Vorschläge, die die Antwort auf eine von der
Religiosität des Volkes gelebten Kultur sind, eine Antwort, die den
wahren Sinn ihrer selbst verstehen läßt, ausgehend von den
“eucharistischen Gemeinschaften”, “die in Solidarität lieben und
dienen”.
[00211-05.02] [IN175] [Originalsprache: Spanisch]
- Bf. Mons. Menghisteab TESFAMARIAM, M.C.C.I., Bischof von Asmara
(Erythräa)
Ich komme aus einem Bereich der christlichen Tradition Ostafrikas,
wo unter den nicht-Katholiken, die tägliche Eucharistiefeier, die
häufige Einnahme der Heiligen Kommunion, die Aufbewahrung der
Heiligen Gestalten im Tabernakel und eucharistische Anbetung
außerhalb der Heiligen Messe nicht praktiziert werden.
Bedeutet dies vielleicht eine geringere Zelebration der Heiligen
Mysterien? Oder bedeutet es etwa, dass es in diesen Kirchen weniger
Anbetung gibt? Ganz und gar nicht. Es bestehen nur ein
unterschiedlicher Ansatz und andersartige theologische
Sensibilitäten. Als katholische Minderheit bestizen wir alle
traditionellen Praktiken des lateinischen Katholizismus, aber wir
empfinden das Bedürfnis, sie mit einer christlichen Spirituatlität
des östlichen Kultes zu integrieren.
Das zweite Kapitel des III. Teil des Instrumentum Laboris tägt einen
wunderschönen Titel: Das Geheimnis des Herrn anbeten. Die
Eucharistie ist tatsächlich das Geheimnis unseres Glaubens. Der
Untertitel desselben Kapitels ist aber nicht klar. Was bedeutet “Von
der Zelebration zur Anbetung”? Ich hoffe, das steht nicht für eine
zeitliche Sequenz oder eine grundsätzliche Dichotomie zwischen den
beiden Handlungen des Volkes Gottes. In der liturgischen Handlung
der Ostkirchen sind Zelebration und Anbetung zwei innerlich verbunde
Handlungen. Es sind zwei Aspekte derselben Realität, eben wie der
Tisch des Wortes und der des Leibes und des Blutes Christi Teil
desselben eucharistischen Banketts sind. Zelebration und Anbetung
gehen Hand in Hand. Die eine folgt nicht der anderen. Die erste
unterstreicht den feierlichen Aspekt, die zweite unterstreicht die
Größe und Heiligkeit Gottes. Einerseits feiern wir die großen Dinge,
die Gott für uns durch seinen einzigen Sohn, unseren Herrn und
Erlöser Jesus Christus, getan hat. Wir fühlen uns ihm nahe und
verbunden und singen Halleluja! In unserer Tradition müsste es nur
die feierliche Messe geben, die ganz gesungen ist und alle mit
einbezieht: Priester, Diakone, Laien. Vor der Messe bereiten die
Leute die liturgischen Tänze vor. Gott ist einer von uns geworden
und hat sein Leben für uns gegeben. Er ist der Immanuel!, der Gott
mit uns.
Andererseits beten wir den Herrn der Glorie gemeinsam mit den Engeln
und Erzengeln, den Kerubienen und Seraphienen an. Während der
heiligen, eucharistischen Handlung werfen sich Himmel und Erde
einhellig in Anbetung vor der Majestät des Dreieinigen Gottes, des
vollständig Anderen, nieder. Die gesungene Doxologie während der
Heiligen Messe ist nichts anderes als der Ausdruck der
tiefgreifenden Erfahrung des “Sanctus”, das zu ergebener Furcht
anregt: “Heilig, heilig, heilig, ist der Herr des ganzen Universums.
Erfüllt sind Himmel und Erde von seiner Herrlichkeit. Hosanna in der
Höhe”.
Zelebration und Anbetung sind beides untrennbare Handlungen des
Volkes Gottes um den Tisch des Wortes und den des Leibes und des
Blutes Christi. Diese beiden Handlungen vereinen Himmel und Erde.
Einen kurzen Moment lang steigt der Himmel herab zu den Menschen und
ist greifbar. Das ist wie die Erfahrung der Jünger Jesu, Petrus,
Johannes und Jakob auf dem Berge Tabor. Die Eucharistie ist das
Geheimnis des Glaubens. Sie kann nicht einfach nur mit Worten
zelebriert werden, ohne einen tiefen Sinn für das Heilige. Eine
Handlung der Anbetung, die nicht vom Eindruck des Wunders und des
Staunens begleitet ist, kann nur Angst und Verzweiflung auslösen.
Darum müssen wir die Einheit von Zelebration und Anbetung
unterstreichen. Wir müssen unsere Gläubigen ermutigen, eine
anbetende und zelebrierende Gemeinschaft zu sein, während der Messe
und außerhalb von ihr.
[00215-05.03] [IN179] [Originalsprache: Englisch]
- Bf. Mons. Jean-Baptiste TIAMA, Bischof von Sikasso (Mali)
In Mali hat die katholische Kirche beschlossen, eine familiäre
Kirche zu sein, eine brüderliche Gemeinschaft im Dienste des
Evangeliums.
Sie ist eine Minderheit unter einer Bevölkerung, die zu 80%
muslimisch ist und zu 20% die traditionellen Religionen des Landes
vertritt; die Christen (Katholiken und Protestanten) Malis stellen
lediglich einen kleinen Teil (3%) der Bevölkerung dar.
Die katholische Kriche ist im Land präsent und wird respektiert. Ihr
seelsorgerisches Ziel ist es, eine familiäre Kirche im Dienste des
Evangeliums aufzubauen, eine Kirche, die ihren Glauben lebt und
zelebriert: eine Kirche, in der das Wort Gottes verkündet,
aufgenommen und gefeiert wird und in der die Eucharistie den Ort
darstellt, an dem sich par excellence ihre Einheit ausdrückt, die
auch Ausgangspunkt für ihre Mission unter den Brüdern anderer
Religionen ist, wie dem Islam und der traditionellen Religion. Durch
die Gnade Gottes nimmt sie in jedem Jahr am Osterfest Hunderte neuer
Kinder auf.
Von dieser Synode erwartet sie Hilfe, um im gesamten Leib der Kirche
den “eucharistischen Kult” zu fördern: den Respekt der Heiligen
Stätten, die Anbetung und Prozession des Allerheiligsten Sakraments
mit den Priestern, den Personen des geweihten Lebens und den
Gläubigen.
Tatsächlich ist die Bevölkerung, unter der die Kirche lebt,
tiefgreifend religiös und nimmt mit Respekt alles auf, was die die
Religion betrifft. Darum hat der Christ die Möglichkeit, seinen
Arbeitsplatz zu verlassen, um an den Liturgiefeiern der Feiertage
teilzunehmen, auch wenn diese keine gesetzlichen Feiertage sind.
Während der Zeiten der Trockenheit und bei Naturkatastrophen richten
die Behörden ihre Bitten um Gebete an uns, um dem Land zu helfen,
diese Situation zu überwinden.
Die Ernsthaftigkeit und der Einsatz der Christen in der Gesellschaft
hat der Kirche den Platz eingeräumt, der ihr zusteht. Ein Zeugnis,
das Vertrauen einflößt, seine Quelle und seine Kraft in der guten
Ausbildung der Personen und vor allem in der Einheit aller um
Christus herum findet, eine Einheit, die dank der Eucharistie jeden
Tag wächst. Unser dringlichster Wunsch ist es, in dieser Kirche den
eucharistischen Kult zu fördern oder zumindest zu erhalten und das
sowohl auf der Ebene des Klerus als auch der geweihten und
weltlichen Personen.
Man muss auch auf der Ausbildung auf allen Ebenen bestehen: die
ordentliche Katechese und die christliche Einführung der
Erwachsenen, aber wir werden niemals genug auf dem bestehen, was uns
grundlegend erscheint. Sehr wichtig ist die Ausbildung der Kinder im
Kommunionsalter, für die Priester muss man die liturgische
Ausbildung in den Seminaren noch weiter intensivieren, damit, wenn
sie erst einmal in der Gemeinde angekommen sind, ihr Amt wirklich
Respekt gegenüber dem Kult ausdrückt, den sie zelebrieren.
[00216-05.05] [IN180] [Originalsprache: Französisch]
♦ ZWEITE PRESSEKONFERENZ
Die akkredierten Journalisten werden informiert, dass am Donnerstag,
den 13. Oktober 2005, um 12.45 Uhr in der Aula Johannes Paul II. des
Presseamtes des Heiligen Stuhls die zweite Pressekonferenz über die
Arbeiten der XI. Ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode
(Relatio post disceptationem) stattfinden wird.
Interventen:
● Em. Mons. Kardinal Francis Arinze
Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die
Sakramentenordnung
Delegierter Präsident
● Em. Mons. Kardinal Juan Sandoval Íñiguez
Erzbischof von Guadalajara (Mexiko)
Delegierter Präsident
● Em. Mons. Kardinal Telesphore Placidus Toppo
Erzbischof von Ranchi (Indien)
Delegierter Präsident
● S.E. Mons. John Patrick Foley
Titular-Erzbischof von Neapoli von Proconsolare
Präsident des Päpstlichen Rates für die sozialen
Kommunikationsmittel
Präsident der Informationskommission
● S.E. Mons. Sofron Stefan Mudry, O.S.B.M.
Emeritierter Bischof von Ivano-Frankivsk (Ukraine)
Vize-Präsident der Informationskommission |