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17 - 11.10.2005
INHALT
♦ DREIZEHNTE GENERALKONGREGATION (DIENSTAG, 11. OKTOBER 2005,
VORMITTAG)
♦ ZWEITE PRESSEKONFERENZ
♦ DREIZEHNTE GENERALKONGREGATION (DIENSTAG, 11. OKTOBER 2005,
VORMITTAG)
● BEITRÄGE IN DER
AULA (FORTSETZUNG)
Heute, am 11. Oktober 2005, hat um 9.00 Uhr im Beisein des Heiligen
Vaters mit dem Gesang der Terz die Dreizehnte Generalkongregation
zur Fortsetzung der Beiträge der Synodenväter in der Aula zum
Synodenthema Die Eucharistie: Quelle und Höhepunkt des Lebens und
der Sendung der Kirche begonnen.
Turnusmäßiger Delegierter Präsident ist S.Em.Kardinal Juan SANDOVAL
ÍÑIGUEZ, Erzbischof von Guadalajara (Mexiko).
Bei dieser Generalkongregation, die um 12.30 Uhr mit dem Gebet
Angelus Domoni geschlossen wurde, waren 241 Väter anwesend.
● BEITRÄGE IN DER
AULA (FORTSETZUNG)
In dieser Dreizehnten Generalversammlung haben folgende Synodenväter
das Wort ergriffen:
-
Kardinal Angelo SODANO, Staatssekretär (VATIKANSTADT)
- Bf. Mons. Czeslaw KOZON, Bischof von København (Kopenhagen,
Dänemark)
- S.S. Michel SABBAH, Patriarch von Jerusalem von den Lateinern,
Präsident der Bischofskonferenz der Lateiner in den arabischen
Ländern (Arabische Länder)
- Kardinal Vinko PULJIĆ, Erzbischof von Vrhbosna, Sarajevo,
Präsident der Bischofskonferenz (BOSNIEN UND HERZEGOWINA)
- P. Julián CARRÓN, Präsident der Bruderschaft Comunione und
Liberazione (Spanien)
- Bf. Mons. Carmelo Dominador F. MORELOS, Erzbischof von Zamboanga
(Philippinen)
- Bf. Mons. António Augusto DOS SANTOS MARTO, Bischof von Viseu
(Portugal)
- Bf. Mons. Jean-Claude MAKAYA LOEMBE, Bischof von Pointe-Noire
(KONGO)
- Kardinal Renato Raffaele MARTINO, Präsident des Päpstlichen Rates
für Gerechtigkeit und Frieden (VATIKANSTADT)
- Bf. Mons. Antun ŠKVORČEVIĆ, Bischof von Požega (KROATIEN)
- Bf. Mons. Diarmuid MARTIN, Erzbischof von Dublin (Irland)
- Bf. Mons. Frédéric RUBWEJANGA, Bischof von Kibungo (Kibungo,
Rwanda)
- Bf. Mons. Wilton Daniel GREGORY, Erzbischof von Atlanta (USA)
- Bf. Mons. Edward Gabriel RISI, O.M.I., Bischof von
Keimoes-Upington (Südafrika)
- Bf. Mons. Paul Mandla KHUMALO, C.M.M., Bischof von Witbank
(Südafrika)
- Bf. Mons. Lewis ZEIGLER, Bischof Gbarnga, Präsident der
Bischofskonferenz (Liberia)
- Bf. Mons. Stanislav ZVOLENSKÝ, Titularbischof von Novasinna,
Weihbischof von Bratislava-Trnava (Slowakei)
- Bf. Mons. Prakash MALLAVARAPU, Bischof von Vijayawada (Indien)
- P. Carlos Alfonso AZPIROZ COSTA, O.P., Generallehrer der
Prädikatoren Brüder (Domenikaner)
- Bf. Mons. Gabriel MBILINGI, C.S.Sp., Bischof von Lwena (Angola)
- Bf. Mons. Leon MAŁY, Titularbischof von Tabunia, Weihbischof von
Lviv der Latainer (Ukraine)
- Kardinal Peter Kodwo Appiah TURKSON, Erzbischof von Cape Coast
(Ghana)
- Bf. Mons. Thomas SAVUNDARANAYAGAM, Bischof von Jaffna (Sri Lanka)
Hier im Folgenden die Zusammenfassungen der Beiträge:
-
Kardinal Angelo SODANO, Staatssekretär (VATIKANSTADT)
Das Arbeitspapier unserer Versammlung hat uns unter Nr. 85
eingeladen, über das Verhältnis von Eucharistie und kirchlicher
Einheit nachzudenken. Verschiedene Väter haben schon einen Beitrag
zu diesem Thema geliefert und dabei die verschiedenen Aspekte
unterstrichen.
Meinerseits möchte ich zuerst aufzeigen, dass uns die ganze
eucharistische Liturgie dazu bringt, die Bande der Einheit unter uns
zu festigen. Wichtig ist dafür das Gebet für den Papst, der in jeder
Heiligen Messe gegenwärtig ist. Wichtig ist das Gebet für den
Bischof, den Hirten der Teilkirche, in der die Eucharistie gefeiert
wird. Wichtig ist der Friedensgruß unter den Anwesenden, um
allfällige Verletzungen der Einheit, die es in den Ortsgemeinden
geben kann, zu heilen. Und oft gibt es auch viele Spaltungen unter
uns, den Dienern des Herrn, in den Instituten geweihten Lebens, in
den Diözesen mit verschiedenen ethnischen Gruppen. Die Eucharistie
ist immer eine Einladung zur Einheit an alle Jünger Christi; ja sie
ist sogar immer Agent der Einheit aufgrund der einigenden Gnade, die
sie uns vermittelt.
Ein heikles Problem ist dagegen die Haltung, die wir gegenüber
unseren getrennten Geschwistern, die an der in unserer Heiligen
Kirch gefeierten Eucharistie teilzunehmen wünschen, einzunehmen
haben. Ich habe hier diesbezüglich verschiedene Gedanken gehört. Von
meiner Seite möchte ich aber daran erinnern, dass wir, um die
Einheit mit unseren getrennten Geschwistern voranzubringen, uns
nicht unter uns spalten dürfen. Und der sichere Weg, um uns nicht zu
spalten, ist die Treue zur geltenden Ordnung der Kirche.
Die Ordnung in dieser Hinsicht ist klar: Es genügt, die letzte
Enzyklika des betrauerten Papstes Johannes Paul II. “Ecclesia de
Eucharistia” zu lesen. Es gibt darin ein ganzes Kapitel zur
Eucharistie und der kirchlichen Gemeinschaft.
Bei Nr. 44 zum Beispiel ist zu lesen: “Weil die Einheit der Kirche,
welche die Eucharistie durch das Opfer und den Empfang des Leibes
und des Blutes des Herrn verwirklicht, unter dem unabdingbaren
Anspruch der vollen Gemeinschaft durch die Bande des
Glaubensbekenntnisses, der Sakramente und des kirchlichen
Leitungsamtes steht, ist es nicht möglich, die eucharistische
Liturgie gemeinsam zu feiern, bevor diese Bande nicht
wiederhergestellt ist. Eine derartige Konzelebration wäre kein
gültiges Mittel, sondern könnte sich sogar als ein Hindernis für das
Erreichen der vollen Gemeinschaft erweisen. Sie würde den Sinn dafür
abschwächen, wie weit das Ziel entfernt ist, und eine zweideutige
Auffassung über die eine oder andere Glaubenswahrheit mit sich
bringen und fördern. Der Weg zur vollen Einheit kann nur in der
Wahrheit beschritten werden. Das Verbot durch das kirchliche Gesetz
läßt in dieser Frage keinen Raum für Unklarheiten und folgt in Treue
der vom Zweiten Vatikanischen Konzil verkündeten moralischen Norm.
Ich möchte aber bekräftigen, was ich in der Enzyklika Ut unum sint
ausführte, nachdem ich die Unmöglichkeit der gegenseitigen
Eucharistiegemeinschaft festgestellt habe: ‘Doch haben wir den
sehnlichen Wunsch, gemeinsam die Eucharistie des Herrn zu feiern,
und dieser Wunsch wird schon zu einem gemeinsamen Lob, zu ein und
demselben Bittgebet. Gemeinsam wenden wir uns an den Vater und tun
das zunehmend mit nur einem Herzen’”.
Bei Nr. 45 ruft dieselbe Enzyklika in Erinnerung: “Wenn die volle
Gemeinschaft fehlt, ist die Konzelebration in keinem Fall gestattet.
Dies gilt nicht für die Spendung der Eucharistie unter besonderen
Umständen und an einzelne Personen, die zu Kirchen oder kirchlichen
Gemeinschaften gehören, die nicht in der vollen Gemeinschaft mit der
katholischen Kirche stehen. In diesem Fall geht es nämlich darum,
einem schwerwiegenden geistlichen Bedürfnis einzelner Gläubiger
entgegenzukommen, nicht aber um die Praxis der Interkommunion, die
nicht möglich ist, solange die sichtbaren Bande der kirchlichen
Gemeinschaft nicht vollständig geknüpft sind.”
In diesem Abschnitt der Enzyklika benutzt das päpstliche Lehramt den
Begriff Interkommunion, der sicher der Erklärung bedarf, der aber,
recht verstanden, den außerordentlichen Charakter der
Kommunionsspendung an jemanden, der nicht katholisch ist,
verständlich machen kann.
Unser Instrumentum Laboris hat den Fall gelöst, indem es den Begriff
“Interkommunion” am Ende von Nr. 86 in Anführungszeichen gesetzt
hat!
Abschließend möchte ich sagen, dass die Treue zur Lehre der Kirche
auch betreffend dieses heiklen Punktes eine Garantie der Einheit
unter uns ist, in Erwartung, dass das Gebet Christi sich
bewahrheite: “Ut unum sint” (Joh 17,21).
[00273-05.03] [IN215] [Originalsprache: Italienisch]
- Bf. Mons. Czeslaw KOZON, Bischof von København (Kopenhagen,
Dänemark)
Die Länder der nordischen Bischofskonferenz bilden ein ausgedehntes
Diasporagebiet mit ungefähr 200.000 Katholiken, unterschiedlich
verteilt auf die einzelnen Länder, mit einer stärkeren Konzentration
in Schweden, Norwegen und Dänemark. Die Länder als solche sind
überwiegend lutherisch, wenn auch - jedoch unterschiedlich -
säkularisiert.
Eine der großen Herausforderungen sind die erheblichen geografischen
Entfernungen. Trotzdem kann in den meisten Pfarreien jeden Sonntag
die Eucharistie gefeiert werden, und es nehmen ungefahr 20 - 30% der
Gläubigen daran teil. Wenn die Zahl der Priester im Verhältnis zu
der der Gläubigen verhältnismäßig hoch ist, fordern eben die weiten
Entfernungen diese Zahl von Priestern und zwar als ein Minimum.
Unter diesen aussergewöhnlichen Verhältnissen machen die Seelsorger
und Gläubigen im Norden dieselben Erfahrungen, die von vielen
anderen Ländern in Nord- und Westeuropa geschildert werden.
Die sonntägliche Eucharistiefeier bleibt die zentrale, meistens aber
auch die einzige liturgische Veranstaltung, die die Menschen in der
Kirche sammelt. Mancherorts nehmen viele an den Werktagsmessen teil,
und eucharistische Anbetung findet ein langsam wachsendes Interesse.
Die Erwartungen an die liturgischen Feiern sind unter den Gläubigen
verhältnismässig hoch, und sie wissen auch gut gestaltete und
vorbereitete Liturgie zu schätzen. Die Teilnahme der Gläubigen an
der Vorbereitung und Durchführung der Liturgiefeiern ist mancherorts
sehr stark. Trotzdem benötigt man weitere Ausbildungsmöglichkeiten
und Kursangebote, um das Wissen über und den Sinn von Liturgie
weiter zu entwickeln. Zwar ist bei den meisten das genuine
Verständnis von der Eucharistie da, jedoch muss durch Katechese
immer mehr der Aspekt des Mysteriums und der Opfercharakter der
heiligen Messe vertieft und unterstrichen werden. Auch die
nordischen Katholiken stehen vor der Herausforderung, Glauben und
Leben zu vereinen, so dass die Teilnahme an der Eucharistie sie zu
einem engagierten Leben in Kirche und Gesellschaft führt. Die
Beichtpraxis lässt auch noch viel zu wünschen übrig. Dennoch kommen
ernsthafte liturgische Missbräuche so gut wie nicht vor.
Die Gläubigen erwarten in vieler Hinsicht gehört und ernstgenommen
zu werden, haben aber eine große und gleichzeitig unkomplizierte
Achtung vor dem Klerus. Die Tätigkeit von Laienmitarbeitem, auch als
Gottesdienstleiter, führen zu keiner Verwischung des Unterschiedes
zwischen Laien und Klerus.
In ökumenischer Hinsicht merkt die Katholische Kirche, trotz einem
im allgemeinen positiven Klima, verstärktes Unverständnis bezüglich
der Frage der Interkommunion. Die katholische Sicht in dieser Frage
gilt bei den anderen Christen als überholt, eine Ansicht, die leider
auch einige Katholiken teilen.
Erwähnen möchten wir auch die weiterhin schmerzliche Lage vieler
geschiedener und wiederverheirateter Katholiken, die nicht an der
Kommunion teilnehmen können.
Trotz dieser Herausforderungen und Probleme wird die Eucharistie im
Norden als ein Fest des Glaubens gefeiert, das die Gemeinden sammelt
und so ein stark kirchenbildendes Element ausmacht.
[00203-05.05] [IN168] [Originalsprache: Deutsch]
- S.S. Michel SABBAH, Patriarch von Jerusalem von den Lateinern,
Präsident der Bischofskonferenz der Lateiner in den arabischen
Ländern (Arabische Länder)
In Jerusalem wurde die Eucharistie eingeführt, in Jerusalem hat sich
das ganze Geheimnis der Erlösung ereignet. Heute ist die Realpräsenz
an allen geweihten Stätten, in allen Gemeindekirchen, den Städten
und den Dörfern. Aber im Saal des Letzten Abendmahls - gerade dort -
existiert die eucharistische Präsenz seit Jahrhunderten nicht.
Ferner ist das heilige Land heute und seit vielen Jahren ein Land
des Konflikts, des Hasses, des Todes, Land vergossenen Blutes und
der genommenen Würde. Zur gleichen Zeit ist es auf der Suche nach
Frieden und auf der Suche nach Gott, der einzigen Quelle des wahren
Friedens. Einstweilen jedoch ist es die willkürliche Macht des
Menschen, die auf sich selbst und ihren Nächsten Druck ausübt und
das Land Gottes in ein Land verwandelt, das nur von Menschen gemacht
ist.
Deshalb würde mein Beitrag gerne einen Aspekt sozialer Dimension der
Eucharistie (Instrumentum Laboris Nr. 79) behandeln. Die Eucharistie
ist Nahrung der Seele und Quell und Kraft einer christlichen
Präsenz, die in der Gesellschaft aktiv ist.
Eine Umerziehung zur Eucharistie ist folglich notwendig, um den
Menschen des Heiligen Landes zu sagen, dass die Anbetung, die Messe,
die Kommunion nicht Übungen des Erbarmens sind, sondern ein Leben in
Gemeinschaft mit der Gemeinde und über die Gemeinde hinaus, mit der
ganzen Stadt oder dem Dorf und mit dem gesamten Land. Eine
Umerziehung, die dem Christen seinen Minderwertigkeitskomplex nimmt,
eine kleine Minderheit zu sein, und die ihn von einem Erbarmen als
Unterschlupf zu einem Erbarmen treibt, das missionarisch ist. Es
werden Anbetende benötigt, die in die Welt hinaus gehen, um an ihrem
Aufbau mitzuhelfen, um Konstrukteure zu werden und nicht als
Schwache zu leben, nur voller Klagen und Beschwerden oder als
Minderheit, die auf der Suche nach Schutz ist.
Durch die Eucharistie und die Anbetung kommen die Christen zur
“Statur Christi”, und als wahre Anbetende haben sie einen Platz, den
ihnen kein anderer geben kann. Der Christ erreicht mit seiner
Anbetung und seinem Glauben an die Realpräsenz, dass Gott in seiner
Gesellschaft und in Konfliktsituationen präsent sei. Unter der
Präsenz Gottes werden alle - Große und Kleine, Starke und Schwache,
Positionen der Gleichheit als menschliche Wesen haben, alle in
gleicher Weise Objekte der Liebe Gottes, des Schöpfers und Erlösers,
und alle werden gemeinsam die Wege finden, die zu Frieden und
Versöhnung führen.
[00206-05.05] [IN170] [Originalsprache: Französisch]
- Kardinal Vinko PULJIĆ, Erzbischof von Vrhbosna, Sarajevo,
Präsident der Bischofskonferenz (BOSNIEN UND HERZEGOWINA)
Diese Bischofssynode könnte zur Erneuerung des Glaubens, des
Bewußtseins, der Verantwortung und des Respekts für die sehr
würdevolle Feier der Eucharistie beitragen. Vor uns steht eine
Lebensdynamik, in der sich der Erziehungsprozess der einzelnen
Person und der Gemeinde auf verschiedenen Ebenen des Alltags
abspielt.
Ich bleibe bei einigen Fragen stehen:
1. Der Priester als Subjekt der Eucharistiefeier
Oft scheint uns, dass viele unserer Priester müde sind und ohne
Enthusiasmus für den eigenen Dienst. Wie können die Jugendlichen,
vor die Wahl des eigenen Lebensentwurfs gestellt, sich für die
priesterliche Berufung begeistern, wenn sie ihre Pfarrer oft müde,
lustlos und langweilig erleben?
Aus welchem Grund sollte man sich dafür begeistern, die Heilige
Messe mehr als drei Mal am Tag zu feiern? Man sollte die menschliche
Natur nicht aufbrechen. Wie kann ein Priester mehr als drei Messen
am Tag feiern und immer frisch und konzentriert bei dem, was sich
vor seinen Augen abspielt, bleiben? Die Gefahr besteht darin, dass
alles nur zu einer täglichen Arbeit wird - wie die im Büro oder in
der Fabrik. Die Tage und Jahre im priesterlichen Dienst vergehen,
ohne respektable Früchte und Ergebnisse hervorzubringen. Wo bleiben
die Früchte?
Es scheint mir, dass der Priester sich oft in Gefahr befindet. Indem
er mit den anderen Menschen dieses Jahrtausends in den Prozessen des
Säkularismus, Materialismus, Konsumismus usw. lebt, verliert sich
auch der Sinn für das Heilige.
2. Der Sinn für das Heilige
Die Werte befinden sich heutzutage in Unordnung. Der Sinn für das
Heilige hat ich verdunkelt und der für die Sünde hat sich
relativiert. Was ist heute, für die neuen Generationen, die Sünde?
Die eucharistische Anbetung ist nicht nur für den Priester eine
besondere Gelegenheit, um alle heiligen Handlungen und Gesten zu
verinnerlichen. Es ist nötig, sich auf die Eucharistie
vorzubereiten. Nur mit der Würde der heiligen Handlungen und dem
tiefen Bewusstsein des eucharistischen Geheimnisses kann man die
Früchte der Eucharistie empfangen.
Die Eucharistie ist auch ein Dank für den göttlichen Tisch, für die
göttliche Verständigung zwischen Schöpfer und Schöpfung. Also nähren
wir mit der Eucharistie unser spirituelles Leben. Persönliche Liebe
und die Bereitschaft, Gott selbst in Vorbereitung auf das heilige
Geheimnis zu empfangen, sogar Dank für die Möglichkeit, alle
heiligen Geheimnisse der Eucharistie zu feiern, sind die Werte, die
ein Priester annehmen müsste, um sich selbst zu heilen und um die
Früchte der Eucharistie auf die anderen, die sich anvertrauen und
die Gott in der Eucharistie suchen, zu übertragen.
3. Das göttliche Wort
Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt,
dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor
dem Altar liegen; geh und versöhne Dich zuerst mit deinem Bruder (Mt
5, 23 - 24). Wie können die Menschen, die Neid und Hass gegen ihre
Nächsten hegen, die heiligen Geheimnisse der Eucharistie mit Liebe
feiern? Ohne Vergebung und Frieden gibt es keine Früchte der
Eucharistie, welche dann auch nicht würdig gefeiert werden kann.
4. Wie kann sich darüber hinaus ein Christ zum Tisch des Herrn
begeben, wenn er Ungerechtigkeiten verübt?
Ich habe einen katholischen Diplomaten, der für mein Land bei der
Europäischen Union arbeitet, gefragt: “Wie kannst Du den Leib des
Herrn empfangen, wenn Du mit den armen und kleinen Leuten so
umgehst?” Er antwortete: “Ich mache es, um Geld zu verdienen”.
5. Die priesterliche Berufung
Jesus hat uns das Gebot, für die Berufungen zu beten, gegeben. In
den Familien, in denen man betet und anbetet, wachsen auch die
Berufungen zum Priestertum. Die Liebe und Berufung zum Priestertum
wachsen in der eigenen Familie. Die familiäre Kirche sollte die
erste Schule der Berufung, aber auch der Tempel, wo die Liebe zur
Eucharistie gepflegt wird, sein. In den Jugendlichen, die die
Eucharistie schätzen, keimt auch die priesterliche Berufung.
[00210-05.02] [IN174] [Originalsprache: Italienisch]
- P. Julián CARRÓN, Präsident der Bruderschaft Comunione und
Liberazione (Spanien)
Die Situation des heutigen Menschen ist voller Schwierigkeiten, aber
keine von diesen bringt es fertig, die Hoffnung des Herzens
auszulöschen. Der Mensch von heute nimmt das christliche Angebot
ernst, wenn er es als bedeutsame Antwort auf den Schrei seiner
menschlichen Not wahrnimmt.
1. “Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen
Sohn hingab” (Joh 3,16). Der Höhepunkt dieses ungeschuldeten
Entgegenkommens des Vaters besteht im Tod und der Auferstehung
Christi, durch die Christus die Menschen mit Gott versöhnt und so
die wahrhafte Gemeinschaft mit ihm ermöglicht hat.
Durch die eucharistische Handlung, die ewiges Gedenken seiner Liebe
ist, macht sich Christus zu unserem Zeitgenossen und treibt uns an,
“nicht für uns zu leben, sondern für den, der für uns gestorben und
auferstanden ist” (vgl. 2Kor 5,14f). Der Mensch, der mit Glauben das
Geschenk des Leibes und des Blutes des Herrn empfängt, wandelt sich
in eine neue Schöpfung (vgl. 2Kor 5,17) und wird Teil einer einzigen
Einheit (vgl. Gal 3,28), die aus der Teilhabe am selben Brot
hervorgeht (vgl. 1Kor 10,17).
2. “Die Eucharistie - so sagte Don Giussani - ist die höchste
Bestätigung der Methode, die Gott mit seiner Schöpfung angewendet
hat: sich in einem sichtbaren und berührbaren und so auch
erfahrbaren Zeichen gegenwärtig zu machen.” Ihrer sakramentalen
Struktur gemäß wirkt die Kirche auf die Geschichte ein, da sie
Personen hervorbringt und heranbildet, die in die Neuheit des Lebens
Christi einbezogen werden möchten und dadurch es den Menschen, ihren
Geschwistern, weitergeben können.
3. Angesichts der Herausforderung unserer Zeit ist das Sakrament der
Eucharistie mit der ganzen Wirksamkeit seiner Früchte wahrhafter
Gemeinschaft und einer neuen Menschheit unabdingbar. Das Licht
Christi kann so in seinen Zeugen aufleuchten, damit die Menschen
unserer Zeit Gründe finden, um zu glauben und zu hoffen, dass die in
der Tiefe ihrer Herzen eingeschriebenen Versprechen sich erfüllen,
die im eucharistischen Auftrag Christi ausgedrückt und vollständig
verwirklicht sind.
[00223-05.03] [IN187] [Originalsprache: Spanisch]
- Bf. Mons. Carmelo Dominador F. MORELOS, Erzbischof von Zamboanga
(Philippinen)
In Südostasien, ausgenommen die Philippinen und Osttimor, werden die
Katholiken zahlenmäßig von Angehörigen anderer Glaubenstraditionen
übertroffen. Auf den Philippinen ist die Verkündigung Christi durch
fortschreitende Säkularisierung und negative Auswirkungen der
Globalisierung gefährdet.
Für die meisten Leute unseres Erdteils kann das Antlitz Christi nur
im Lebenszeugnis der Gemeinschaft betrachtet werden. Der Christus,
den wir ihnen zeigen, ist das Leben, das sie sehen. Wenn wir die
Eucharistie feiern, bekräftigen wir unseren Willen, Zeugnis von
Christus zu geben, Gott für die wunderbare Gelegenheit,
selber”Eucharistien” zu sein, zu danken. Ein wahrer Christ dankt und
lobt Gott nicht nur, wenn eine Krise überwunden ist. Er dankt Gott
während einer Krise, wenn er das Kreuz trägt. In unseren Kirchen
findet der Ruf, den Glauben zu bezeugen, Ausdruck in der Bildung von
eucharistischen Gemeinschaften - die kirchlichen Basisgruppen. Dies
sind kleine Gemeinschaften von Christen, die sich um das Wort und
die Eucharistie versammeln. Dieses Leben in der Gnade der
Eucharistie ist die “Garantie für eine wahrhafte kirchliche
Gemeinschaft und die Quelle moralischen Lebens, das durch gute Taten
gekennzeichnet ist”. Die daraus resultierende Einheit, begründet auf
Liebe, findet ihre Erfüllung in der Liebe und im Dienst an den
Außenstehenden, vor allem an denjenigen, denen es weniger gut geht.
Verbesserte Katechese, Bestärkung der Laien, Wachstum der Berufungen
zum priesterlichen und zum geweihten Leben, Einsatz für Frieden und
Gerechtigkeit sind unleugbare Zeichen der Lebendigkeit einer auf die
Eucharistie zentrierten Gemeinschaft. Wenn eine sonntägliche
Eucharistie speziell den Kindern, mit kreativer Feier, gewidmet ist,
wird nicht nur eine solide Grundlage für das Glaubensleben der
Kinder gelegt, sondern sie geben ihren Glauben auch ihren Eltern zu
Hause weiter.
[00226-05.02] [IN190] [Originalsprache: Englisch]
- Bf. Mons. António Augusto DOS SANTOS MARTO, Bischof von Viseu
(Portugal)
1. EINE EUCHARISTISCHE DRINGLICHKEIT
Die Abnahme der Teilnahme an der sonntäglichen Messe ist ein Indiz
für die Schwächung des Glaubens und der Liebe für die Eucharistie.
Das ist der Grund, weshalb man von einer “eucharistischen
Dringlichkeit, nicht abgeleitet von einer Ungewissheit der Formeln,
sondern weil die heutige eucharistische Praxis einen neuen Ausdruck
der Liebe zu Christus benötigt” (Lineamenta) sprechen kann.
2. DER WEG DER SCHÖNHEIT
Wie soll man das eucharistische Staunen, den Sinn für das Wunderbare
vor dem Geheimnis der Eucharistie wieder erwecken, wenn es nicht
gelingt, ihre Schönheit wieder zu entdecken? In der postmodernen
Kultur, die geprägt ist von der Relativität bezüglich der Wahrheit
und des Guten, die aber noch immer fasziniert ist von der Ästhetik,
der Schönheit, gibt es wirklich einen Weg oder eine Tür, um die
Eucharistie als Geheimnis der Schönheit zu entdecken. Die
Eucharistie ist in der Tat die höchste Ikone der Schönheit Gottes,
die in Christus offenbar geworden ist, weil sie die Realpräsenz des
“Schönste[n] von allen Menschen” (Ps 45, 3) in der Totalität seiner
Präsenz als Auferstandenem und in der Gänze seines Geheimnisses ist:
die Schönheit der Liebe, die sich gibt, uns erlöst und verklärt, uns
den Blick des Vaters offenbart, der uns in permanenter Weise schafft
und uns gut und schön macht. Um Worte Seiner Heiligkeit zu benutzen,
ist dieses nicht nur ein theologisches Problem, sondern auch ein
pastorales, das dem Menschen von heute das Zusammentreffen mit der
Schönheit des Glaubens darbieten muss.
3. EUCHARISTIE UND EVANGELISIERUNG
All dieses beinhaltet ein Projekt der Evangelisierung von großer
kontemplativer und missionarischer Reichweite, das der Eucharistie
entspringt und für das ich folgende Punkte als grundlegend
betrachte:
a) Die Beziehung, die zwischen der Eucharistie und den tiefen
Herzenswünschen des heutigen Menschen bestehen sichtbar machen;
b) Wieder bei Christus beginnen und mittels der ersten Verkündigung
zum Herzen des Glaubens gehen;
c) Vorantreiben der Qualität und der Schönheit der eucharistischen
Feier als privilegiertes Momentum der Evangelisierung mystagogischen
Typs;
d) Die Eucharistie ist auch für die Welt. Die eucharistische
Versammlung, über das öffentliche Zeugnis des Glaubens hinaus, ist
auch Trägerin einer eucharistischen Kultur, von persönlichem und
sozialem Verhalten: der Erfahrung der Brüderlichkeit, des Geistes
der Versöhnung und des Friedens, dem Sinn der Teilhabe und der
Solidarität, der Kraft der Hoffnung, der festlichen Dimension des
Lebens... Das sind menschliche Verhaltensweisen, die eine
eucharistische Spiritualität formen, was ein unersetzlicher Beitrag
ist, um die Kultur der Schönheit und der Liebe aufzubauen.
[00227-05.07] [IN191] [Originalsprache: Italienisch]
- Bf. Mons. Jean-Claude MAKAYA LOEMBE, Bischof von Pointe-Noire
(KONGO)
Seit 1992 erleben die Jugendlichen aus Zentralafrika leidvoll den
Zusammenbruch der sozialen Strukturen, die ihre Ausbildung
garantieren, und die Tatsache, dass die Region und die Ethnien in
ihren Ländern zu Vorwänden geworden sind, um sich mit sich selbst zu
beschäftigen und die anderen auszuschließen. Mit dem Zusammenbruch
ihrer Länder konfrontiert, der von der Gewalt und den von den
Erwachsenen verübten Kriminaltaten verursacht wurde, haben sich
viele von ihnen in den Drogen, im Alkohol, in der Prostitution, in
der Gewalt verloren. Die offensichtliche Konsequenz unter den
Jugendlichen ist der Verlust moralischer und spiritueller
Anhaltspunkte, deshalb haben sich viele von ihnen den Sekten
zugewandt, in der Hoffnung, einfache Lösungen für ihre materiellen
und spirituellen Probleme zu finden.
Die Jugendlichen haben das Verlangen, wie das Instrumentum laboris
in der Nummer 79 anführt, “eine Gesellschaft aufzubauen, in der die
Gemeinschaft, die Solidarität, die Freiheit, die Achtung der
Personen, die Hoffnung und das Vertrauen auf Gott vorherrschen”.
Im Schoß unserer Bischofskonferenz von Kongo halten wir die
eucharistische Spiritualität für eine Energiequelle, die die
Jugendlichen nicht auf den spirituellen Wegen, die ihnen von den
sogenannten Kirchen des Erwachens oder den Sekten angeboten werden,
finden können.
Im Bewusstsein, dass die eucharistische Spiritualität auf die Kultur
des Lebens antwortet, können unsere Jugendlichen lernen, auf
unbeschwerte Weise über das Verhältnis zwischen Mann und Frau, über
ihre Sexualität und deren Erfordernisse nachdenken.
Unsere Jugend ist fähig, ein tiefes Verhältnis zu Christus im Elan
der Anbetung zu leben sowie von den Früchten der Aufnahme seiner
Gegenwart.
Wir hoffen, dass die Synode dieser eucharistischen Spiritualität
einen Abschnitt widmet, von der die Jugendlichen schon einen
Vorgeschmack mit dem Thema des Weltjugendtages in Köln “Wir sind
gekommen, ihn anzubeten” erhalten haben.
[00230-05.02] [IN194] [Originalsprache: Französisch]
- Kardinal Renato Raffaele MARTINO, Präsident des Päpstlichen Rates
für Gerechtigkeit und Frieden (VATIKANSTADT)
Ich halte es für wichtig, auf dieser Synode die enge Verbindung
zwischen Eucharistie und Liebe zu vertiefen, und die enormen
Möglichkeiten, die diese Verbindung in sich trägt, hervorzuheben, um
dem christlichen Zeugnis im Umfeld der sozialen und politischen
Wirklichkeiten unserer Zeit Sinn und Stärke zu geben. Ich würde mich
im Besonderen auf die dramatische Situation extremer Armut beziehen,
die Millionen und Abermillionen Männer und Frauen und ganze Völker
fest im Griff hält, trotz des wachsenden Reichtums auf unserem
globalisierten Planeten, eine Situation, die heutzutage die
Proportion einer wahren und wirklichen weltweiten sozialen Frage
annimmt.
In diesem Zusammenhang bleibt eine besondere Aufmerksamkeit auch dem
Verhältnis zwischen Eucharistie und dem Gebrauch der Güter der Erde
vorbehalten, welche die Kirche als ursprünglich allen zugänglich
betrachtet. Das Verhältnis zwischen Eucharistie und sozialer und
politischer Liebe hervorzuheben, bedeutet offensichtlich
unrechtmäßige Politisierungen unserer Eucharistie vorzuschlagen,
aber vor allem die volle Wahrheit des eucharistischen Geheimnisses
anzuregen, das in seinem unerschöpflichen Reichtum fähig ist, auch
die soziale und politische Dimension der Liebe zu inspirieren und zu
fördern.
Auf derselben Ebene befindet sich die Problematik bezüglich des
Verhältnisses zwischen Eucharistie und Frieden, die so einschneidend
von unserem beweinten und sehr geliebten Papst Johannes Paul II. in
Mane Nobiscum Domine hervorgehoben wurde: “Das zerrissene Bild
unserer Welt, das das neue Jahrtausend mit einem Spektrum von
Terrorismus und Kriegstragödien begonnen hat, ruft die Christen mehr
denn je dazu auf, die Eucharistie wie eine große Schule des Friedens
zu leben”, doch im Schutz vor unrechtmäßiger weltlich - politischer
Einmischung.
Ich erlaube mir zu empfehlen, dass aufgrund der Aktualität dieser
Themen, die Synode dem Heiligen Vater vorschlagen könnte, einen
organischen Beitrag, Frucht seines hohen Amtes, zu den neuen Themen,
die den Frieden in der Nächstenliebe, die Militanz für den Frieden,
das rechte Verhältnis zwischen Eucharistie und Frieden, die
Spiritualität des Friedens betreffen, zu veröffentlichen.
[00261-05.02] [IN203] [Originalsprache: Italienisch]
- Bf. Mons. Antun ŠKVORČEVIĆ, Bischof von Požega (KROATIEN)
Das Privileg, das das kroatische Volk über ein Jahrtausend mit
Billigung des Heiligen Stuhls genossen hat, nämlich die heilige
Messe nach lateinischem Ritus, aber immer in der eigenen Sprache zu
feiern, hat viel dazu beigetragen, dass die Väter des II.
Vatikanischen Konzils die Feier der lateinischen Liturgie in den
nationalen Sprachen akzeptierten. Das erwähnte Privileg hat u.a.
eine aktive Teilnahme der Gläubigen an der Liturgie gefördert und
hat eine fruchtbare Vertiefung der Beziehungen zwischen dem
kroatischen Volk und dem Nachfolger Petri vorangebracht - wie auch
zwischen der Kirche eben dieses Volkes und der Universalkirche,
ihrer Einheit in der Verschiedenartigkeit.
Auf der Grundlage dieser historischen Erfahrung haben die
kroatischen Katholiken mit Enthusiasmus die Erneuerung der Liturgie
nach dem II. Vatikanischen Konzil akzeptiert und kannten nicht die
Nostalgie für die Liturgie in lateinischer Sprache, was ernste
Probleme in bestimmten Kreisen europäischer Christen hervorgebracht
hat, die bis heute nicht gelöst sind.
Der Prozess der Vorbereitung neuer liturgischer Bücher in den
Ortssprachen ist keine rein technische Arbeit. Inwieweit die
Episkopalkonferenzen und ihre Spezialisten sich bemühen, einen
liturgischen Text vorzubereiten und ihn in zweiter Instanz
hinsichtlich der Anerkennung an die Kongregation für den heiligen
Kult und die Disziplin der Sakramente senden, treiben sie
eine Gemeinsamkeit zwischen den einzelnen Kirchen und dem
Apostolischen Stuhl in Rom oder der Universalkirche, die bei den
eucharistischen Feiern ihren Höhepunkt findet, voran. Wenn das oben
genannte Dikasterium nicht über die ausreichende Zahl von Experten
verfügt, vor allem für die Sprachen der zahlenmäßig weniger großen
Völker, wie dem kroatischen, ist es naheliegend, die Zusammenarbeit
mit den Episkopalkonferenzen zu intensivieren, um Probleme auf dem
Niveau der einzelnen Kirchen und Vorwürfe eines Zentralismus bei der
Ausarbeitung der liturgischen Texte zu verhindern.
Was die liturgischen Normen betrifft, dienen diese dem
Ritus-Zelebration, während der Ritus zum Geheimnis führt, in das man
mittels des Glaubens eintritt und folglich muss man jeden Missbrauch
in der Liturgie korrigieren. Andererseits gibt es Normen, die nicht
die gleiche Bedeutung haben wie die erwähnte. Man muss überprüfen,
ob alle notwendig und realisierbar sind.
[00229-05.07] [IN193] [Originalsprache: Italienisch]
- Bf. Mons. Diarmuid MARTIN, Erzbischof von Dublin (Irland)
Die Eucharistie stellt eine wichtige Kraft dar, um den tiefen
Quellen der Hoffnungslosigkeit von heute entgegenzutreten. Weil ihre
Horizonte zu eng sind für eine universale und vollständige Vision,
ist eine der hinterhältigsten Auswirkungen der wachsenden
Säkularisierung die Untergrabung der Hoffnung. Hoffnungslosigkeit
wird von der Schwierigkeit, die Gerechtigkeit in unserer Welt
aufzurichten und von der Sicherheit, dass unsere menschlichen
Anstrengungen uns nur einen kleinen Teil erreichen lassen,
verursacht.
In einer von vielen Sorgen bestimmten Welt ist die Eucharistie ein
Zeichen und eine Botschaft der Hoffnung. Die Christen, die die
Eucharistie feiern, wissen, dass die Werte der gegenwärtigen Welt
nicht die bis in die Ewigkeit Andauernden sein werden.
Die Eucharistie ist die Gegenwart Jesu in der Geschichte, in der
Heilsgeschichte und in der fortwährenden Evolution der
Menschheitsgeschichte, die ihrer Vollendung in Jesus Christus, der
“zurückkehren wird”, entgegenstrebt. Wir feiern den Tod und die
Auferstehung Christi inmitten der Wirklichkeit dieser Welt, während
wir seine Rückkehr in Herrlichkeit erwarten.
Wir erkennen die Eucharistie als “Unterpfand einer glorreichen
Zukunft” und wissen, dass unsere Gemeinschaft mit dem Herrn in der
Eucharistie ein Vorgeschmack auf unsere Begegnung und unsere letzte
Gemeinschaft mit ihm ist. Die Eucharistie öffnet uns zur Zukunft und
nimmt diese vorweg.
In einer durch wachsende Säkularisierung geprägten Gesellschaft muss
man in unseren Katechesen und unseren Pfarrgemeinden mehr Platz für
die Entwicklung im Glauben lassen. In vielen unserer Gemeinden
können wir heute keinen Glauben mehr voraussetzen. Der Samen des
Glaubens braucht Nahrung, und das nicht nur in den ersten
Lebensjahren des Christen durch traditionelle Jugendkatechesen,
sondern in jedem Abschnitt des Lebens. Die Schnelligkeit der
sozialen Veränderungen drängt immer mehr auf eine Entwicklung im
Glauben der Erwachsenen, um sie auf ihrer Suche Tag für Tag und Jahr
für Jahr, ein Leben in christlichem Einsatz in einer sich wandelnden
Welt zu führen, zu begleiten.
Der von eucharistischem Geist durchdrungene Laie wird in den
Gegebenheiten einer säkularisierten Welt präsent sein mit der
Fähigkeit, die bleibenden Werte zu sehen und die Fundamente einer
Hoffnung aufzuzeigen, die aus der Erkenntnis der Eucharistie als
Offenbarung und Gegenwart der geschenkten Liebe Gottes in Jesus, der
sich für uns hingegeben hat, entspringt.
[00231-05.02] [IN195] [Originalsprache: Englisch]
- Bf. Mons. Frédéric RUBWEJANGA, Bischof von Kibungo (Kibungo,
Rwanda)
Ich möchte die so oft betonte Tatsache unterstreichen, dass die
postmoderne säkularisierte Kultur sich weigert, der täglichen
Erfahrung des Leidens und des Todes ins Auge zu blicken und in ihre
Weltsicht zu integrieren.
Diese zwei Tatsachen werden durch die außerordentlichen technischen
Erfindungen, denen der Mensch sich rühmt, verdunkelt, aber sie
widerstehen einer solchen Art oberflächlicher Behandlung.
Dieselbe Erfahrung des Leidens und des Todes erlebt der
technologisch weniger fortgeschrittene Mensch auf andere Art; er
akzeptiert sie als eine Wirklichkeit, manchmal gar als ein
Schicksal. Das II. Vatikanische Konzil spricht von einem
Ungleichgewicht, das sich letztlich durch die Sünde des Menschen
erklärt.
Die Eucharistie, verstanden als eine Aktualisierung des
Kreuzesopfers, ist das geeignete Heilmittel gegen diese Sünde und
die Mentalität, aus der sie erwächst. Unter diesen Bedingungen
können wir nicht in Ruhe den heilbringenden Tod Jesu feiern, ohne
uns durch die dramatischen Situationen vieler Männer und Frauen
anfragen zu lassen.
Das Ostergeheimnis, das das Sakrament der Eucharistie uns intensiv
erleben läßt, müßte uns andauernd empfindlich machen für das Elend
des Anderen. Es wurde hier die Anfrage des hl. Johannes Chrysostomus
zitiert, der den Widerspruch aufzeigt, Sorge zu tragen um den Leib
Christi, indem man den Altar dekoriert, ohne aber sich des Armen
anzunehmen. Man müßte das eine tun, ohne das andere zu lassen.
Vor elf Jahren, im Jahre 1994, erlitten die Kirche in Ruanda und das
ruandische Volk den Genozid und die unerhörten Massaker. Die Medien
haben diese Ereignisse verbreitet und die Welt war davon bewegt. Wir
konnten in ziemlich großem Mass Hilfe vom Heiligen Stuhl, von der
Caritas Internationalis und von den Caritas der Geschwisterkirchen
des Nordens, denen wir zu tiefem Dank verpflichtet sind, erfahren.
Vor allem die mutige und eindringliche Intervention von Papst
Johannes Paul II. wurde sehr geschätzt. Der Papst war der erste, der
die Alarmglocke läutete, um die Dinge beim Namen zu nennen und den
begangenen Genozid offen zu denunzieren. Die internationale
Gemeinschaft zögerte, von einem Genozid zu sprechen, um nicht
eingreifen zu müssen. In dieser Intervention von Papst Johannes Paul
II. haben wir ein Beispiel kirchlicher Sensibilität, zu deren
Nachahmung die Eucharistiefeier uns führen sollte.
Im Übrigen kam es vor, das gewisse Personen in unseren Kirchen
getötet wurden. Nach einer Zeit der Bestürzung kam die Frage auf, ob
man in diesen entweihten Kirchen noch die Eucharistie feiern könne.
Aber es haben sich Stimmen erhoben, die sich dagegen aussprachen.
Denn, so sagte man, diese Orte erinnerten an schreckliche Dinge.
Mit dem nötigen Taktgefühl haben wir, die Verantwortlichen, die
Gläubigen dazu gebracht zu verstehen, dass die Eucharistiefeier, die
Trauer, anstatt sie zu durchbrechen, sie unterstützte und erhellte.
Denn durch die Feier des Todes des unschuldigen Jesus vereinte man
sich mit dem Drama des Todes der Unschuldigen.
Die Eucharistiefeiern haben stätig zugenommen und werden heute
wichtiger als vor dem Genozid. Es gab sicherlich einen gewissen
Abfall und die Herausforderungen fehlen nicht, vor allem die der
Versöhnung, aber die große Mehrheit der Überlebenden des nationalen
Dramas hat besser als je die Notwendigkeit der Eucharistie
begriffen, die versammelt und die Bande der Geschwisterlichkeit
besiegelt. Unter den vielversprechenden Zeichen der Eucharistie ist
die Intensivierung der Verehrung Unserer Lieben Frau zu Kibeho zu
beobachten, deren Erscheinungen vom Ortsbischof vor vier Jahren
anerkannt wurden. Die zentrale Botschaft der Erscheinungen war die
Umkehr, solange noch Zeit dafür ist. Nach dem Genozid wurde diese
Botschaft als eine Warnung verstanden, die vor der Katastrophe an
uns gerichtet worden war. So ist die Jungfrau immer nah bei ihrem
Sohn, der sich als Opfer hingibt zum Heil der Menschen, seiner
Geschwister.
[00228-05.02] [IN192] [Originalsprache: Französisch]
- Bf. Mons. Wilton Daniel GREGORY, Erzbischof von Atlanta (USA)
Die Gläubigen erwarten immer mehr bessere Predigten von den
Zelebranten der sonntäglichen Eucharistie. Mit ihrem guten Beispiel
und ihren Ermahnungen müssen die Bischöfe zu einer Verbesserung der
Qualität der katholischen Predigt während der Eucharistie am Sonntag
führen. Die alleinige Genauigkeit in den Riten wird diejenigen, die
nicht an der Messe am Sonntag teilnehmen, nicht zurückbringen.
[00235-05.02] [IN199] [Originalsprache: Englisch]
- Bf. Mons. Edward Gabriel RISI, O.M.I., Bischof von
Keimoes-Upington (Südafrika)
Wir von der Bischofskonferenz vom südlichen Afrika (SACBC) haben
entdeckt, dass die kleinen Basisgemeinschaften für die Vorbereitung
und die Feier der Liturgie eine wesentliche Rolle spielen sowie der
Ort sind, wo die Gabe des Geistes in das Leben ausgreift.
Beweise dafür finden wir vor allem in der auf dem Lektionar
gründenden Katechese und in den kleinen christlichen Gemeinschaften,
die sich auf die sonntägliche Feier durch das im Voraus
stattfindende Lesen und Beten der Lesungen des Sonntags vorbereiten.
Diese Gemeinschaften bilden einen Teil der liturgischen Gruppen der
Pfarrgemeinden, die sich auf die sonntägliche Liturgie vorbereiten.
Diese Methoden tragen dazu bei, dass die Gläubigen eine erfüllendere
und bedeutsamere Teilnahme an der eucharistischen Liturgie finden.
In einer solchen Atmosphäre gibt es wenig Befürchtung, dass die
Unterscheidung zwischen dem Weihepriestertum und dem Taufpriestertum
verwischt wird.
Jedoch gibt es aufgrund des Priestermangels viele Gemeinden, die die
Messe nur einmal im Monat oder einmal alle zwei Monate feiern. In
diesen Fällen bereiten sich die Laien mit Enthusiasmus (wie oben
beschrieben) auf die Feiern der sonntäglichen Liturgien vor,
manchmal mit, andere Male ohne Kommunion.
Es ist zu beobachten, dass der heiligste Teil der Liturgie am
Sonntag, das eucharistische Hochgebet, der Teil ist, der am
wenigsten Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann. Obwohl es der Kern,
der Höhepunkt der Eucharistie ist, so stellt sich heraus, dass es
der am wenigsten beachtete Punkt ist. Der Priester spricht es
alleine und die Laien wechseln von einer aktiven Teilnahme in eine
passive.
Wir möchten eine Art antwortende Teilnahme vorschlagen, die den
Menschen erlauben würde, aktiver teilzunehmen anstatt nur durch
respektvolle Stille. Wir schlagen nicht vor, dass die Rolle des
Zelebranten herabgesetzt würde, sondern dass den Menschen vor allem
eine Rolle zugestanden wird, mit der sie zusammen mit dem
Zelebranten aktiver werden können und die eigene Teilnahme ansteigen
lassen können.
[00224-05.02] [IN188] [Originalsprache: Englisch]
- Bf. Mons. Paul Mandla KHUMALO, C.M.M., Bischof von Witbank
(Südafrika)
Es war immer davon ausgegangen worden, dass in der tridentinischen
Messfeier ein Sinn des Mysteriums vorhanden war. Mit der Reform des
II. Vatikanums, als dem Volk die bedeutsame Teilnahme an der
Liturgie eröffnet wurde, wurde der Mythos der Mystagogik enthüllt.
Niemand widersetzte sich der Mystagogik. Sie fand einfach nicht
statt.
Das daraus resultierende Fehlen des Sinns für das Mysterium war
nicht die Folge der Einführung der örtlichen Sprachen in der
Liturgie; eher machte die Einführung des neuen Messbuchs und die
Verwendung der örtlichen Sprachen das Fehlen des Sinns für das
Mysterium offenbar.
Unsere Aufgabe ist die Entwicklung eines Geistes der Anbetung und
der Verehrung. Die Konzentration auf Missbräuche führt zu einer
negativen Atmosphäre und hilft uns nicht, die mystagogische
Dimension der Eucharistiefeier wiederzuentdecken. Die vor uns
stehende Herausforderung ist mehr über Gott in unseren
Gemeinschaften zu lernen. Ein wegweisendes Wort kommt von Joh 15,15:
“Ich habe euch Freunde genannt; denn ich habe euch alles mitgeteilt,
was ich von meinem Vater gehört habe”.
Wir haben auch festgestellt, dass der gegenwärtige Ort des
Friedensgrußes in der Messliturgie
den Ritus der Brotbrechung und der Kommunion selbst überschatten
kann. Es gibt unter uns eine starke Bevorzugung, den im Instrumentum
Laboris bei Nr. 50 genannten Brauch anzuwenden und diesen speziellen
Ritus bei dem Moment vor der Gabenbereitung einzufügen.
[00225-05.02] [IN189] [Originalsprache: Englisch]
- Bf. Mons. Lewis ZEIGLER, Bischof Gbarnga, Präsident der
Bischofskonferenz (Liberia)
Ich verweise auf die Nr. 6 des Instrumentum laboris, die von der
Eucharistie in den verschiedenen Situationen der Kirche handelt.
- Während des blutigen Bürgerkriegs haben Frauen, Männer und Kinder
gelitten. Sie waren gezwungen, unter unmenschlichen Bedingungen als
Evakuierte und Flüchlinge zu leben.
- Die Bischöfe, Priester, Religiösen und Laien haben ihnen in den
Flüchtlingslagern in Liberia gedient. In ihrem Leiden haben wir den
gebrochenen Christus erfahren, der die Eucharistie ist. Die
Eucharistie ist unsere Freude, unsere Hoffnung, unser Friede, unsere
Stütze und unser Mut in den Zeiten der Prüfung.
Die Kirche ist den Bischöfen dankbar, besonders denen aus der
Region, dem Heiligen Vater, den Vereinten Nationen und der
internationalen Gemeinschaft, weil sie uns zur Hilfe gekommen sind.
Jetzt ist der Krieg zu Ende und die Kirche wächst.
Die Teilnahme an der Messe ist hoch, v.a. der Jugendlichen, jungen
Erwachsenen und Alten. Diese stellen die Mehrheit derer dar, die die
Heilige Kommunion während der Woche und am Sonntag empfangen. Unsere
Klassen für Katechesen werden stark besucht.
Jetzt beschäftigen wir uns mit der Katechese:
Trauung und das Leben in der Familie
Dienst der Jugendlichen
Hilfe für die Katholiken, die entfernt von der Kirche sind, um sie
wieder anzunähern.
Aber wir haben auch einige Probleme:
Es fehlen die Prieser für die wachsende katholische Bevölkerung.
Man muss lange Wege auf unwegsamen Straßen hinter sich bringen, um
die Pfarrei oder deren Niederlassungen zu erreichen.
Für diejenigen, die in Vielehe und alle, die wie Mann und Frau
zusammenleben, ohne an Trauung zu denken, ist es schwierig, die
Heilige Kommunion zu empfangen.
Danke.
[00232-05.04] [IN196] [Originalsprache: Englisch]
- Bf. Mons. Stanislav ZVOLENSKÝ, Titularbischof von Novasinna,
Weihbischof von Bratislava-Trnava (Slowakei)
Ich spreche in eigenem Namen und möchte zu Nr. 72 des Instrumentum
Laboris Bezug nehmen, wo festgestellt wird, dass das Leben aus der
durch die Eucharistie empfangenen Gnade eine Garantie auch für ein
moralischen Leben wird, das sich durch gute Werke und eine
Aufrichtigkeit im eigenen Handeln des mit Christus grundlegend
Geeinten kennzeichnet, und wo auf die Verbindung zwischen den drei
Dimensionen des christlichen Lebens - liturgia, martyria, diakonia -
hingewiesen wird, also auf das wirksame Band zwischen der Tatsache,
dass der Gläubige auf fruchtbare Weise Christus als den Lebendigen
in der Eucharistie empfängt, und dass er sich einsetzt, Christus
inmitten der Umstände seiner Zeit zu bezeugen und an der durch den
Dienst der Nächstenliebe hergestellten Gemeinschaft mitwirkt. (Vgl.
IL 72). Man kann sagen, dass das Maß des realen Einflusses auf das
Leben der Gesellschaft direkt proportional ist zum Maß, mit dem die
gläubigen Christen mit Christus vereint bleiben.
In diesem Zusammenhang erlaube ich mir, auf zwei Gegebenheiten in
meiner Heimat hinzuweisen. Wir haben Hoffnung auch für die Zukunft
für die gesegnete Tradition der “Herz-Jesu-Freitage”. In allen
Pfarreien versöhnen sich zahlreiche Gläubigen an den Tagen, die dem
ersten Freitag im Monat vorausgehen, mit dem Herrn im Sakrament der
Buße und empfangen dann auf fruchtbare Weise Christus in der
Eucharistie. Die zweite Gegebenheit ist die Tatsache, dass an der
sonntäglichen Liturgie auch die Gläubigen teilnehmen, die nicht zum
Kommunionempfang gehen, während sie sich substantiell von dem Brot
des Wortes Christi nähren. Dennoch scheint es, dass der Herr der
Dimension ihres Lebens, die martyria genannt wird, d.h. dem
moralischen, dem konkreten christlichen Leben, Kraft gebe und sie
bereichere. Hier eröffnet sich Raum für die tiefste Gewissensbildung
der Gläubigen. Denn, eingetaucht in das “mysterium iniquitatis”,
bedürfen wir notwendigerweise der Betrachtung, der Anbetung und des
Empfangs des Geheimnisses der Eucharistie.
[00233-05.03] [IN197] [Originalsprache: Italienisch]
- Bf. Mons. Prakash MALLAVARAPU, Bischof von Vijayawada (Indien)
In Indien ist die katholische Kirche eine glaubhafte Gegenwart, die
von Jesus Christus und seiner frohen Botschaft Zeugnis ablegt. Dies
ist die Frucht der Gemeinschaft mit dem Herrn, die im Wort und in
dem Brechen des Brotes in der Eucharistie erfahrbar wurde. Unter
Berücksichtigung der begrenzten Dimension der katholischen Gemeinde,
die etwa 1,8 % des Gesamtheit repräsentiert und der Tatsache, dass
der größte Teil der Gläubigen nicht am Tisch der Eucharistie
teilnehmen kann, ist es genau die Erfahrung des Glaubens an den
Herrn, die sie in ihrem Leben unterstützt. Mit der wirklichen
Anrufung des Opfers müsste die eucharistische Liturgie, die das
gefeierte und verkündete österliche Geheimnis ist, diese Erfahrung
weitergehend unterstützen.
Im letzten Abendmahl haben die 12 Apostel den Herrn gehört, gesehen
und fühlbar berührt. Der selbe Herr, der bei ihnen war und mit dem
sie sich trafen, bevor sich dieses Geschehen ereignete. Infolge
eines jeden Treffens mit ihm nach der Auferstehung verstanden sie
besser und machten eine tiefere Erfahrung mit dem Herrn.
Nach ihrem Tod haben das Brotbrechen und die Segnung des Kelches als
Gedächtnis des Todes und der Auferstehung Jesu den Gläubigen
geholfen, den Herrn, der die Quelle des Heils ist, zu spüren. Unser
Volk müßte heute aufgefordert werden, so wie die ersten Jünger vom
Herrn aufgefordert wurden, zu kommen und zu sehen, zu hören und mit
der Hand den Herrn zu berühren.
Die heutige Generation, die von einer wissenschaftlichen Mentalität
und ohne Sinn für Transzendenz gekennzeichnet ist, scheint zu sagen
“wir glauben nur das, was wir sehen, hören und anfassen können”.
Durch die heilige Liturgie muß die Kirche diesen Personen helfen,
den Herrn zu sehen, zu hören und anzufassen. Dies ist sicherlich
eine Handlung des Heiligen Geistes, dennoch sollte die Liturgie die
Glaubensgemeinschaft dazu führen, diese Handlung des Geistes zu
spüren! Nur dann werden die Wahrheiten der Eucharistielehre zu
berührbaren Wahrheiten des konkreten Lebens. Die Eucharistie kann so
Quelle und Höhepunkt des Lebens eines Menschen werden. In gleicher
Weise wird die Eucharistie auch für die Gemeinde Quelle und
Höhepunkt des Lebens und der Sendung. Wenn unsere Katholiken keine
Erfahrung mit dem Herrn in der Kirche machen, könnten sie diese an
anderen Orten suchen oder dabei enden, ihr Leben unabhängig von Gott
zu leben!
Unsere eucharistische Liturgie mit einem bedeutsamen und bewußten
Gebrauch der einheimischen Zeichen und Symbole, der Inkulturation,
sollte auf wirkungsvolle Weise in unserem Volk die eucharistische
Erfahrung im Zusammenhang mit der alltäglichen Wirklichkeit des
Lebens hervorrufen. Dies wird die Menschen dazu bringen, ihre
missionarische Sendung zu erfüllen. Deshalb müsste in der Ordnung
der liturgischen Disziplin den Dienern, die der Eucharistie
vorstehen, größere Hilfe und eine geistliche Leitung zukommen, um
bessere Instrumente in der Förderung des Zusammentreffens zwischen
den Gläubigen und dem Herrn zu sein!
[00234-05.02] [IN198] [Originalsprache: Englisch]
- P. Carlos Alfonso AZPIROZ COSTA, O.P., Generallehrer der
Prädikatoren Brüder (Domenikaner)
Der hl. Thomas von Aquin hilft uns, ausgehend von ihrer Wirklichkeit
“als Gedenken, Gegenwart und Vorwegnahme” (Vergangenheit, Gegenwart
und Zukunft), das Geheimnis der Eucharistie zu verstehen.
Im Sprechen vom religiösen Leben wird auf analoge Weise dasselbe
Schema verwendet: Die religiöse Weihe wird symbolisch in den Opfern
des Alten Gesetzes angekündigt; die religiöse Weihe verwirklicht
sich im Opfer Christi, der in der Eucharistie gegenwärtig ist; die
religiöse Weihe ist auf der Erde Vorschuß auf die zukünftigen Güter.
Im eucharistischen Gebet zeichnen sich die Handlungen Jesu ab: er
nahm das Brot, segnete, brach und gab es. Auf diese Weise können wir
auch vom Leben und von der Sendung der Ordensmänner und Ordensfrauen
in der Kirche und in der Welt sprechen.
Durch die Barmherzigkeit Gottes sind wir auserwählt, am Leben Jesu
teilzuhaben. Bruder Pierre Claverie OP, dessen Blut in Algerien
vergossen wurde (06.08.1996), vertrat, dass wir noch mehr als den
Sinn der Sünde den Sinn der Liebe und der Barmherzigkeit Gottes, der
uns durch Jesus in seine Armen aufgenommen hat,verloren haben.
Jesus dankt dem Vater für unsere Anwort auf den Ruf und segnet uns.
Die Bestätigung unseres Bekenntnisses von Seiten der Kirche verleiht
dem göttlichen Segen, den wir bekommen haben, Objektivität. Der
Segen Jesu bedeutet, dass wir in einer Welt mit Personen ohne
Wurzeln, in dem innersten Leben der Dreifaltigkeit verwurzelt sind.
All das, was in uns nicht Zeichen der trasfigurierten Gegenwart
Gottes ist, zerbricht (zerstört sich), so dass wir von Jesus an die
Welt gegeben werden können. Auf diese Weise vollzieht sich jeden Tag
der schmerzhafte Prozess der Läuterung. Christus ist gestorben, um
unsere Augen zu öffnen und damit der Tod von der Liebe besiegt
werde. Das Teilen ist dem Geben vorausgegangen. In unserem Leben und
der Sendung haben wir das Bedürfnis, an der österlichen Erfahrung
teilzunehmen. Deswegen ist es normal und notwendig, dass es Momente
der Krise und der Läuterung gibt.
Die Freude der Bekehrung entspringt aus der Erkenntnis unserer
Armut, unserer unbewussten Bestrebungen und gleichzeitig der
Bahmherzigkeit des Herrn, ohne die wir nichts verrichten können.
Die Fruchtbarkeit unserer Sendung hängt von Gott ab und die Qualität
unseres Dienste drückt sich in der Qualität unseres
gemeinschaftlichen Lebens aus, weil die richtig verstandene
Nächstenliebe in unserem eigenen Haus beginnt.
Die hl. Katharina von Siena seufzte auf ihrem Sterbebett: “Ihr
wisst, dass ich mein Leben für die Heilige Kirche gegeben habe”
(vgl. Seliger Raimond von Kapua, Das Lebend der Hl. Katharina von
Siena, Buch III, Kap. IV). So wie sie, opfern auch wir, Ordensmänner
und Ordensfrauen das unser persönliches “eucharistisches Gebet”: “O
ewiger Gott, nimm das Opfer meines Lebens in diesem mystischen Leib
der heiligen Kirche. Ich kann nichts anderes geben, als was du mir
schenktest. Nimm mein Herz und drücke es in die heilige Kirche”
(vgl. Brief an Urban VI, Nr. 371).
[00237-05.04] [IN201] [Originalsprache: Spanisch]
- Bf. Mons. Gabriel MBILINGI, C.S.Sp., Bischof von Lwena (Angola)
1. Die Kirche ist vor nunmehr über fünf Jahrhunderten nach Angola
gekommen. Angola ist ein Land mit christlicher Mehrheit. Mit der
Unterzeichnung des Friedensabkommens im Jahr 2002, ist Angola aus
einem der längsten Bürgerkriege des afrikanischen Kontinents
herausgekommen.
2. Angola ist ein Land, das potentiell reich an materiellen
Ressourcen ist, das die marxistisch-atheistisch-kommunistische
Ideologie in all ihren Auswirkungen auf das Leben in der
Gesellschaft kennen gelernt und gelebt hat. Es gibt nur wenige
Priester für die pastorale Seelsorge und die sonntägliche
Eucharistiefeier in den verschiedenen christlichen Gemeinden, v. a.
im Landesinneren. Es besteht eine große Dichotomie zwischen dem
Glauben und dem moralischen Leben sowie eine Tendenz der Rückkehr zu
den heidnischen Praktiken mit fetischistischer Mentalität.
3. Mit einem so hohen Prozentsatz von Christen und insbesondere von
Katholiken muss man sich fragen, wie wir so lange Jahre im
Bürgerkrieg leben konnten. Welches Ergebnis haben die heiligen
Messen, an denen so vielen Christen teilgenommen haben, gebracht?
Warum schlägt das Gewicht der Katholiken, die wichtige Ämter in der
Politik und in den verschiedenen Aktivitäten der Gesellschaft
bekleiden, sich nicht nieder?
4. Angola ist auch weiterhin ein Land, das nach materiellem Brot
aber v. a. nach eucharistischem Brot hungert; eine Eucharistie, die
im Leben andauert; eine eucharistische Kommunion, die zu einer
wahren Wiederversöhnung führt, Frucht der Liebe, die vergibt, wie
die Liebe, die uns von Christus entgegengebracht worden ist.
5.a) Man muss bestehen auf dem persönlichen und kirchlichen Sinn der
Eucharistie in Beziehung auf das moralische Leben, die Heiligkeit
und die Sendung in der Welt.
b) Aus der eucharistischen Kommunion müsste eine moralische
Verpflichtung erwachsen, die Quelle des Lebens sein müsste, um die
Sünde zu überwinden, die Wahrheit zu suchen, die Aufrichtigkeit des
Bewusstseins und das Zeugnis der Werte des Evangeliums, die von der
Kriegssituation in den Schatten gestellt worden sind.
c) Wir müssen in der Katechese auf der Verbindung zwischen der
Eucharistie und dem Aufbau einer gerechten Gesellschaft durch die
persönliche Verantwortung eines jeden an der aktiven Teilnahme an
der Sendung der Kirche in der Welt bestehen (vgl. IL Nr. 74). Die
Eucharistie wird in unserem Kontext das Licht, die Kraft und die
Quelle der Dynamik des spirituellen Lebens, der Heiligkeit und des
Zeugnisses der Gläubigen sein (IL Nr. 72).
[00262-05.03] [IN204] [Originalsprache: Italienisch]
- Bf. Mons. Leon MAŁY, Titularbischof von Tabunia, Weihbischof von
Lviv der Latainer (Ukraine)
Ich spreche in eigenem Namen und nehme Bezug auf den IV. Teil des
Instrumentum Laboris, wo unter Nr. 76 zu lesen ist: ”Die Eucharistie
ist für alle Heiligen die Mitte und der Schwerpunkt des geistlichen
Lebens”. Unter den 18 Heiligen, die das Instrumentum Laboris nennt,
um gleichsam eine Brücke unter ihnen zu bilden, findet sich auch
unser seliger Jozef Bilczewski, verbunden mit dem hl. Johannes Maria
Vianney.
Seine Seligsprechung fand im Jahre 2001 in Lviv statt, als der
Diener Gottes Johannes Paul II. die Ukraine besuchte. Es ist ein
bemerkenswertes Zeichen für die Kirche in der Ukraine, dass auch
dieser Selige am Ende der Synode durch den Heiligen Vater Benedikt
XVI. in die Schar der Heiligen aufgenommen werden wird.
Der selige Jozef Bilczewski schrieb tiefsinnige Werke zur
Eucharistie und wurde der Theologe der Eucharistie genannt.
Ich möchte einige seiner Gedanken nachzeichnen, die noch heute
aktuell erscheinen.
1. Für den eucharistischen Kult genügt die Anbetung alleine nicht,
sondern diese muss mit einem tiefen Studium der Katechese vereinigt
werden. Dafür ist es gut, die mystagogischen Texte heranzuziehen und
die Zeichen des reichen Symbolismus, den die ersten Christen
verwendeten, lesen zu lernen.
2. Man muss sich um eine immer tiefere Teilnahme an der Heiligen
Messe bemühen. Diesbezüglich ist zu sagen, dass auch das II.
Vatikanische Konzil in der Konstitution Sacrosanctum Concilium Nr.
55 dasselbe vorschlägt: “Es wird jene vollkommene Teilnahme an der
Messe sehr empfohlen, durch welche die Gläubigen nach der Kommunion
des Priesters den Leib des Herrn vom selben Opfer empfangen”. Die
Empfehlung ist keineswegs neu: Sie kam auch im Konzil von Trient vor
(Sess. XXII, cap. 6), im Apostolischen Schreiben Certiores effecti
von Papst Benedikt XIV. und dann in Mediator Die von Pius XII.
Vierzig Jahre nach dem II. Vatikanischen Konzil scheint es, als sei
dieser Hinweis, “es wird sehr empfohlen, dass die Gläubigen den Leib
des Herrn vom selben Opfer empfangen”, noch nicht vollständig
verstanden worden. Manchmal werden die Hostien für die Gläubigen
nicht geweiht, sondern die bereits geweihten Hostien werden aus dem
immer vollen Tabernakel genommen.
Doch die Empfehlung der Konzilsväter enthält ein tiefes Zeichen der
Kirche, ihrer Dimension als Volk Gottes sowie auch als mystischer
Leib Christi. Das Volk Gottes hat sich um den Altar versammelt, von
dem es den Leib Christi empfängt.
Nicht zufällig haben einige Väter des Konzils in ihren Vorschlägen
die Ausdrücke valde commendatur, perfectior partecipatio und ex
eodem Sacrificio unterstrichen.
[00263-05.03] [IN205] [Originalsprache: Italienisch]
- Kardinal Peter Kodwo Appiah TURKSON, Erzbischof von Cape Coast
(Ghana)
Das II. Vatikanische Konzil lehrt, dass das eucharistische Opfer
Jesu “die Quelle und der Höhepunkt des christlichen Lebens” ist (LG
11). Von dieser Lehre her formulierte Papst Johannes Paul II. das
Thema für die gegenwärtige Synode zur Eucharistie:”Die Eucharistie:
Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche”; es hat
auch die Wahl des Themas für den 3. Eucharistischen Kongress in
Ghana inspiriert: “Die Eucharistie als Quelle und Höhepunkt des
Lebens der Kirche in Ghana als Familie Gottes”.
Als nach der Bischofssynode für Afrika Papst Johannes Paul II. die
Empfehlung der Synode, die Kirche in Afrika als Familie Gottes zu
sehen, annahm, sagte er: “Die Neuevangelisierung wird so darauf
hinzielen, die Kirche als eine Familie aufzurichten..., ein Ausdruck
der Natur der Kirche, der für Afrika besonders geeignet ist” (EA
63). Er erklärte weiter, “dieses Bild betont die Sorge für die
anderen, Solidarität, Wärme in den menschlichen Beziehungen,
Annahme, Dialog und Vertrauen”. Entsprechend ermahnte er die Kirche
Afrikas “jeden Ethnozentrismus und exzessiven Partikularismus” zu
vermeiden und “Versöhnung und wahre Gemeinschaft zwischen den
verschiedenen ethnischen Gruppen, Solidarität und das Teilen von
menschlichen und materiellen Ressourcen... ohne ungebührliche
ethnische Rücksichtnahme” zu fördern (EA 63).
Die Kirche in Ghana erkennt in diesen Worten des Heiligen Vaters die
Formulierung eines neuen Programms für das Leben und die Sendung der
afrikanischen Kirche. Aber da weiter Bruderkriege über ihre Grenzen
hin toben, Stammespolitik die Ausübung guter Regierung weiter
gefährdet und die Missachtung der Armen in ihrer Mitte wächst,
erkennt sie auch, wie wenig von dieser Ermahnung nach zehn Jahren im
Leben umgesetzt wurde. Entsprechend konsultierte die Kirche in Ghana
bei ihrer Feier des Jahres der Eucharistie das Schreiben des Papstes
von Neuem und wandte sich für Hilfe an “Jesus Christus, den einzigen
Retter der Welt, dem Brot für ein neues Leben” (wie der
Eucharistische Kongress des Jubiläumsjahres ihn verkündigte). Der
Höhepunkt der Feier dieses Jahres wird die Versammlung der Kirche in
Ghana in einem Nationalen Eucharistischen Kongress im November sein.
Indem die Bischöfe von Ghana sehen, wie sehr der Herr selbst sein
Volk ernährt und auf seinem Weg unterhält (vgl. Israel in Ex 12;16
und Jos 5,10-12; Elija in Kön 19,5-10 und die Apostel in Mt 26,30;
Mk 14,26), beten sie, dass der Herr bei der Feier das Jahres der
Eucharistie denjenigen Gläubigen, die nicht zum eucharistischen
Tisch des Herrn schreiten, helfen möge, die Hindernisse, die sie
zurückhalten, zu überwinden so dass der Eucharistische Kongress ein
wahrhaftes Familienfest... ein Brunnen des Heils werden möge, von
dem alle die familiären Tugenden des Mahnschreiben des Papstes
schöpfen können.
Zudem werden die Bischöfe von Ghana aus pastoraler Fürsorge die vier
Provinztribunale mit Priestern und Laien verstärken, die über die
Traditionen und die Bräuche Ghanas Kenntnis haben. Diese werden die
Fälle jener Gläubigen untersuchen, die sich nicht dem Tisch des
Herrn nähern können, wegen
- des einen oder anderen Brauches
- ungerechtfertigten Forderungen unseres patrilinearen und
matrilinearen Familiensystems an Eheleute
- der schlichten Böswilligkeit oder des rigiden religiösen
Standpunktes eines Ehepartners,
und werden den Bischöfen Empfehlungen machen bezüglich der Fälle,
für welche die Bischöfe an die zuständigen Ämter des Vatikans
gelangen können wegen der einen oder anderen Dispens. Die Bischöfe
wünschen, das Medium dieser Synode zu verwenden, um bei den
zuständigen Ämtern des Vatikans, zu welchen diese Anfragen um
Dispensen gelangen werden, um Verständnis zu appellieren.
[00264-05.03] [IN206] [Originalsprache: Englisch]
- Bf. Mons. Thomas SAVUNDARANAYAGAM, Bischof von Jaffna (Sri Lanka)
Die Eucharistie enthüllt ihren christlichen Sinn des Lebens bei
jeder Gelegenheit, v.a. wenn wir Schwierigkeiten angehen, sogar bei
Lebensgefahr. In der Urkirche fanden die Märtyrer und Heiligen den
Mut, den Glauben zu verteidigen, weil sie die Gabe der Eucharistie
besaßen, die ihnen Kraft gab. Im Laufe der Kirchengeschichte griffen
die Katholiken, auch wenn sie Unterdrückung und Qualen erleiden
mussten, auf die Eucharistie zurück, die ihnen die Kraft und den Mut
gab, diese Schwierigkeiten anzugehen. In meinem Land, Sri Lanka,
einer Insel im Indischen Ozean, die kürzlich vom Tsunami heimgesucht
wurde, der 40.000 Personen getötet hat, ist seit 20 Jahren oder mehr
ein Bürgerkrieg im Gang. Sri Lanka ist ein buddhistisches Land: 72%
der Bevölkerung gehört der buddhistischen Religion an,während die
Katholiken lediglich 7% der Gesamtbevölkerung darstellen.
Der Bürgerkrieg zwischen der Regierung und den Minderheiten der
Tamilsprache, die Unabhängigkeit und das Recht auf Selbstbestimmung
fordern, hat großes Leiden ausgelöst. Laut Schätzungen sind 75.000
Zivilisten getötet worden; 30.000 Soldaten und Aktivisten haben das
Leben verloren und fast 250.000 Personen wurden evakuiert oder sind
aus Sicherheitsgründen ins Ausland gezogen. Bischöfe, Priester,
Ordensangehörige sind gemeinsam mit den Personen evakuiert worden
und mussten zahlreiche Entbehrungen erleiden. Die Kraft, die sie in
der Feier der Eucharistie erhalten haben, hat ihnen den Mut gegeben,
diese Leiden zu ertragen. Von ihren Städten und Dörfern entfernt,
haben sie auch weiterhin die Heilige Eucharistie gefeiert, nicht nur
um für ihre Befreiung zu kämpfen, sondern auch um ohne Unterlass für
den Frieden und die Beendung der Feindseligkeiten zu kämpfen. Das
Jahr der Eucharistie wurde von der Bevölkerung voll und mit großem
Enthusiasmus im Land gelebt. Wir danken dem betrauerten Heiligen
Vater, Johannes Paul II., für das Jahr der Eucharistie und dem
aktuellen Papst, Benedikt XVI., für dessen wundervollen Abschluss
mit der XI. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode. Möge
diese zu einer Blüte der Eucharistischen Spiritualität in der Kirche
führen.
[00265-05.03] [IN207] [Originalsprache: Italienisch]
♦ ZWEITE PRESSEKONFERENZ
Die akkredierten Journalisten werden informiert, dass am Donnerstag,
den 13. Oktober 2005, um 12.45 Uhr in der Aula Johannes Paul II. des
Presseamtes des Heiligen Stuhls die zweite Pressekonferenz über die
Arbeiten der XI. Ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode
(Relatio post disceptationem) stattfinden wird.
Interventen:
● S. Em. Mons. Kardinal Francis Arinze
Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die
Sakramentenordnung
Delegierter Präsident
● S. Em. Mons. Kardinal Juan Sandoval Íñiguez
Erzbischof von Guadalajara (Mexiko)
Delegierter Präsident
● S. Em. Mons. Kardinal Telesphore Placidus Toppo
Erzbischof von Ranchi (Indien)
Delegierter Präsident
● S. E. Mons. John Patrick Foley
Titular-Erzbischof von Neapoli von Proconsolare
Präsident des Päpstlichen Rates für die sozialen
Kommunikationsmittel
Präsident der Informationskommission
● S. E. Mons. Sofron Stefan Mudry, O.S.B.M.
Emeritierter Bischof von Ivano-Frankivsk (Ukraine)
Vize-Präsident der Informationskommission
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