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SYNODUS EPISCOPORUM
VERLAUTBARUNGEN

XI. ORDENTLICHE GENERALVERSAMMLUNG
DER BISCHOFSSYNODE
2.-23. Oktober 2005

Die Eucharistie: Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche


Die Verlautbarungen dienen nur als Arbeitsmittel zum journalistischen Gebrauch.
Die Übersetzungen aus der Originalsprache haben keinen offiziellen Charakter.


Deutsche Fassung

 

20 - 12.10.2005

INHALT

FÜNFZEHNTE GENERALKONGREGATION (MITTWOCH, 12. OKTOBER 2005 - VORMITTAG)
SECHZEHNTE GENERALKONGREGATION MITTWOCH, 12. OKTOBER 2005 - NACHMITTAG)
MITTEILUNGEN

FÜNFZEHNTE GENERALKONGREGATION (MITTWOCH, 12. OKTOBER 2005 - VORMITTAG)

Folgende Synodenväter haben in der Fünfzehnten Generalkongregation von heute Morgen das Wort ergriffen:

- Bf. Mons. Joseph ZEN ZE-KIUN, S.D.B., Bischof von Hong Kong (Xianggang) (CHINA)
- Bf. Mons. Estanislao Esteban KARLIC, Emeritierter Erzbischof von Paraná (ARGENTINIEN)

Es folgen die Zusammenfassungen der zwei Beiträge, die nach dem Redaktionsschluss der Verlautbarungen Nr. 10 von heute Morgen eingetroffen sind:

- Bf. Mons. Joseph ZEN ZE-KIUN, S.D.B., Bischof von Hong Kong (Xianggang) (CHINA)

Die Kirche in China, die augenscheinlich in zwei Kirchen geteilt ist, eine offizielle, die von der Regierung anerkannt ist, und einer illegalen, die sich weigert, unabhängig von Rom zu sein, ist tatsächlich nur eine einzige Kirche, denn alle wollen mit dem Papst vereint sein.
Nach langen Jahren der erzwungenen Trennung ist der Großteil der Bischöfe der offiziellen Kirche dank der Großzügigkeit des Hl. Vaters legitimiert worden.
Besonders in den letzten Jahren ist es immer klarer geworden, dass die Bischöfe, die ohne die Zustimmung des römischen Pontifex geweiht worden sind, weder vom Klerus noch von den Gläubigen akzeptiert werden.
Man hofft, dass angesichts dieses sensus Ecclesiae die Regierung die Vorzüge einer Normalisierung der Situation einsieht, auch wenn die "konservativen" Elemente innerhalb der offiziellen Kirche sich dem aus klaren Beweggründen des eigenen Interesses widersetzen.
Die Einladung des Hl. Vaters an vier Bischöfe zur Synode war eine gute Gelegenheit, aber sie scheint vergeudet worden zu sein.
Die gut gefeierte Eucharistie führt sicherlich dazu, die Verwirklichung der wahren Religionsfreiheit für das chinesische Volk zu beschleunigen.

[00309-05.03] [IN231] [Originalsprache: Italienisch]

- Bf. Mons. Estanislao Esteban KARLIC, Emeritierter Erzbischof von Paraná (ARGENTINIEN)

1. Die Eucharistie, Sakrament des Pascha Christi
Das Pascha Christi lässt uns am Leib, am Blut und an der Gegenwart des Herrn teilhaben. In der Eucharistie hat der Herr eine geheimnisvolle Gleichzeitigkeit zwischen seinem Tod und seiner Auferstehung sowie dem Lauf der Jahrhunderte hergestellt. Nur der Glaube kann diese wunderbare Transparenz von Zeit und Raum zur Kraft der Liebe und Herrlichkeit Christi mittels des Sakraments der Eucharistie erkennen. Im “Heute” der eucharistischen Liturgie wird das eine erlösende Pascha zur zeitgleichen Feier.
2. Die Eucharistie und die Spiritualität des Martyriums
Die Eucharistie macht uns, da sie das Sakrament des Pascha ist, in grundlegender Weise österlich und lässt uns teilhaben an der Berufung des Martyriums. Sie gibt uns die Gnade, die Opfergabe Christi in jedem Moment unserer Existenz nachzuahmen, indem wir lieben, wie Christus geliebt hat am Kreuz.
3. Die Eucharistie, Quelle und Höhepunkt der Sendung
Die Eucharistie ist in sich selbst “der wirksamste missionarische Akt, den die kirchliche Gemeinschaft in der Weltgeschichte verwirklichen kann”, da sie den Retter in seinem erlösenden Pascha enthält. Von der Eucharistie muss die Kirche ausgehen, um mit unendlicher Freude das Evangelium der erlösenden Liebe Gottes zu verkünden. Sein Empfänger ist die ganze Welt, jeder Mensch und seine Kultur, um sich die Fehler und die Sünde aufzuladen und davon zu reinigen und um alles zum Altar des Kreuzes des Herrn zu tragen.

[00308-05.02] [IN228] [Originalsprache: Spanisch]

SECHZEHNTE GENERALKONGREGATION MITTWOCH, 12. OKTOBER 2005 - NACHMITTAG)

RELATIO POST DISCEPTATIONEM
AUDITIO AUDITORUM II

Heute, am Mittwoch, den 12. Oktober 2005, hat um 16.30 Uhr mit dem Gebet Adsumus die Sechzehnte Generalkongregation für die Auditio Auditorum II, die zweite Anhörung der Hörer und Hörerinnen und für die Fortsetzung der Beiträge der Synodenväter in der Aula zum Synodenthema Die Eucharistie: Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche begonnen.

Turnusmäßiger Delegierter Präsident S. Em. Kardinal Telesphore Placidus TOPPO, Erzbischof von Ranchi (Indien).

Bei dieser Generalkongregation, die um 19.10 Uhr mit dem Gebet Angelus Domini geschlossen wurde, waren 239 Väter anwesend.

● RELATIO POST DISCEPTATIONEM

In dieser Sechzehnten Generalkongregation hat der Generalreferent, S. Em. Kard. Angelo SCOLA, Patriarch von Venedig (Italien), in lateinischer Sprache die Relatio post disceptationem verlesen. In seinem zweiten Bericht zum Abschluss der allgemeinen Diskussion zum Synodenthema in der Aula hat der Generalrelator die verschiedenen Beiträge, die in diesen Tagen in den Generalkongregationen erfolgt waren, zusammengefasst und einige Orientierungslinien hinsichtlich der Arbeit der Circuli minores geboten.

Wir veröffentlichen im Folgenden eine Zusammenfassung der Relatio post disceptationem in deutscher Sprache:

Zusammenfassung

Die Relatio post disceptationem seiner Em. Kard. Angelo Scola, Generalreferent, eröffnet mit einer Erinnerung an Papst Johannes Paul II., der diese XI. Ordentliche Vollversammlung der Bischofssynode dem Thema “Die Eucharistie: Quelle und Höhepunkt des Lebens und der Sendung der Kirche” widmen wollte und an die Betrachtung, mit der Papst Benedikt XVI. die I. Congregatio Generalis eingeleitet hat. Auf die Einladung des Oberhirten der Kirche, gemäß dem Gebot Pauli, sich die Haltung Christi zu eigen zu machen, hat - so lesen wir in der Einleitung zur Relatio - ein Kaleidoskop von Beiträgen, Vorschlägen und des Austausches in einem Klima geantwortet, das durch eine große kollegiale Zuneigung, durch die Dimension des Zeugnisses in vielen Beiträgen und durch große Freiheit und Offenheit, mit der jeder der Anwesenden sich ausdrückte, gekennzeichnet war.
Kardinal Angelo Scola bekräftigt, indem er die Natur der Relatio post disceptationem unterstreicht, aufgrund welcher der Verfasser dieser die ganze Versammlung und nicht der Referent ist, dass er nicht eine Synthese, sondern vielmehr eine Zusammenstellung der Beiträge gemacht habe, und zwar auch aufgrund der Vielfalt der behandelten Themen und der eingebrachten Empfindungen. Die Einleitung schließt mit dem Aufweis der im großen Ganzen zum Vorschein gekommenen Grundorientierung der Beiträge: Die Überwindung jedes Dualismus zwischen Lehre und Pastoral, zwischen Theologie und Liturgie.
Die Relatio besteht aus zwei Teilen: Der erste Teil, Das Volk Gottes zum Glauben an die Eucharistie heranbilden, ist in fünf Kapitel unterteilt. Im ersten stellt der Referent fest, dass zahlreiche Beiträge die objektiven Schwierigkeiten, denen das Volk Gottes heute im Glauben und Feiern der Eucharistie begegnet, hervorheben, und dass die große Verantwortung seitens der Hirten bezüglich der Evangelisierung und der Neuevangelisierung zum Vorschein kam. Durch die Einsetzung der Eucharistie, bekräftigt der Referent, rief Jesus eine radikale Neuheit ins Leben: Er vollzog in sich selbst den neuen und ewigen Bund, und diese Neuheit will von der Kirche als ein unersetzliches und äußerst wertvolles Geschenk empfangen und behütet werden. Im zweiten Kapitel werden die Grundzüge der grundlegenden Inhalte dieses großen Geheimnisses angeführt, die aus der Notwendigkeit der Heranbildung der Gläubigen zu einem gesamthaften eucharistischen Glauben erwuchsen. Im dritten Kapitel wird der bedeutsame Platz, den in der disceptatio die Verbindung der Eucharistie mit der Siebenzahl der Sakramente einnahm, unterstrichen. Das vierte Kapitel handelt von der Eucharistie und dem priesterlichen Volk, den Gläubigen, die durch ihr sich Versammeln ihre Zugehörigkeit zur Kirche wiederentdecken, und es wird vom Dies Domini, vom Bischof und dem Presbyterium, ständigen Diakonen und außerordentlichen Dienern der Kommunion, von Pfarrei und kleinen Gemeinschaften, Familie, geweihtem Leben und den Jugendlichen gesprochen. Schließlich nimmt das fünfte Kapitel das Thema Eucharistie und Sendung auf: Um missionarisch zu sein, muss die Kirche auch zutiefst eucharistisch sein.
Der zweite Teil, Die eucharistische Handlung, besteht aus vier Kapiteln. Im ersten stellt Kardinal Scola fest, dass nicht wenige Väter mit Dankbarkeit dem positiven Einfluss der Liturgiereform auf die Kirche, die nach dem II. Vatikanischen Konzil umgesetzt worden war, gedachten, verbunden mit einem Anmahnen an den Reichtum der Römischen Messbuchs und an die Dringlichkeit einer vergrößerten Achtsamkeit für die ars celebrandi (drittes Kapitel), von der die actuosa participatio (viertes Kapitel) abhängt, nachdem im zweiten Kapitel die Struktur der liturgischen Feier behandelt worden war.
In der Konklusion, die den 17 Questiones für die kleinen Arbeitsgruppen, mit denen die Relatio schließt, vorausgeht, stellt Kardinal A. Scola fest, dass die Arbeit, die nun alle Synodenväter erwartet, den schwierigsten Abschnitt darstellt, aus dem “die Propositiones hervorgehen werden, die wir der Entscheidungskraft, die dem Charisma des Nachfolgers Petri eigen ist, vorlegen werden. Es ist eine Arbeit, die wir nochmals in voller Freiheit und Freimut erfüllen werden, denn wir wollen sie in voller Demut tun. Denn wir sind uns bewusst, dass die Eucharistie, soweit sie Geschenk ist, zuinnerst mit dem Zeugnis verbunden ist, das, wie uns in Erinnerung gerufen worden ist, bis zum Martyrium reichen kann. Aber das Martyrein ist selbst ein Geschenk, das wiederum der Demut bedarf. Daran erinnert uns die schöne italienische Übersetzung der Präfation für Märtyrer: ‘Vater, der du deine Macht in den Schwachen erweist und den Wehrlosen die Kraft zum Martyrium schenkst’”.

[00304-05.03] [NNNNN] [Originalsprache: Italienisch]

AUDITIO AUDITORUM

Nach der Verlesung der Relatio post disceptationem haben in dieser Sechzehnten Generalkongregation folgende Hörerinnen und Hörer das Wort ergriffen:

- Sr. Maria Regina CESARATO, Generaloberin der Frommen Jüngerinnen des Göttlichen Meisters (Italien)
- Frau Bruna TOMASI, Direktionsmitglied der Focolar Bewegung (Italien)
- Herr Leonardo CASCO, Präsident der "Alianza para la Familia"; Mitglied des Päpstlichen Rates für die Familie (Honduras)
- Frau Martha Lorena ALVARADO de CASCO, Präsident der "Comité por la Vida"; Mirglied des Päpstlichen Rates für die Familie (Honduras)
- Herr Carl Albert ANDERSON, Oberster Kavalier des Ordens der Kavallier von Colombo (USA)
- Mons. Peter John ELLIOTT, Direktor des Instituts Johannes Paul II. für Ehe und Familie in Melbourne. Mitglied des Internationalen Rates für die Katechesen (AUSTRALIEN)
- Sr. Yvonne COLY, Formatorin des Zentrums "Mater Christi" von Bobo-Dioulasso (Burkiner)
- Herr Luis Fernando FIGARI, Gründer der Sodalitium Vitae Christianae (Peru)
- P. Athanasius SCHNEIDER. O.R.S., Pater Sprirtual und Direktor der Studien des Höheren Seminars von Karaganda. Sekretär der Liturgischen Kommission der Bischofskonferenz (Kazakhistan)
- Br. Marc HAYET, Generalverantwortlicher der Kleinen Brüder Jesu (Großbritannien und Wales)
- Sr. Rita BURLEY, A.C.I., Generaloberin der Mägde des Heiligsten Herzens Jesu (Italien)
- P. Ignacio GRAMSCH LABRA, Pfarrvikar von San Luis Beltrán de Pudahuel, Santiago de Chile. Assessore Erzdiözesan der Pastoral der Akolyten (CHILE)
- Herr Andrea RICCARDI, Gründer der Gemeinschaft Sant'Egidio (Italien)
- Sr. Hermenegild MAKORO, C.P.S., der missionarischen Schwestern des Kostbaren Blutes, Pastorale Animation der Christlichen Gemeinschaft (Südafrika)
- Herr Zbigniew NOSOWSKI, Direktor der Katholischen Monatszeitschrift "Więź", Varsavia; Mitglied des Nationalen Rates für Laien in Polen (Polen)
- Frau Marie-Hélène MATHIEU, Internationale Koordinatorin der Bewegung "Foi et Lumière" (Frankreich)
- Herr Alexei V. JUDIN, Professor für Kirchengeschichte und den interkonfessionalen Dialog in der Russischen Föderation, Russische Staatsuniversität für die Menschheit, St. Thomas Kollege (Moskau) (Föderation Rußland)
- Herr Francisco José GÓMEZ ARGÜELLO WIRTZ, Mitgründer des Neo-Katechumenalen Wegs (Spanien)
- Sr. Margaret WONG, F.D.C.C., Kongregation der Töchter der kanonischen Liebe, Förderin der Zentren für eucharistische Anbetung (Hong Kong, KONTINENTALCHINA)

Es folgt die Zusammenfassung der Beiträge der Hörerinnen und Hörer:

- Sr. Maria Regina CESARATO, Generaloberin der Frommen Jüngerinnen des Göttlichen Meisters (Italien)

Ich danke von Herzen für das Geschenk, an dieser Synodenversammlung teilnehmen zu dürfen, die mir die Möglichkeit gibt, mit der pilgernden Kirche in jedem Teil der Welt auf apostolische Weise mitzufiebern und deren Leiden und Hoffnungen zu teilen.
Ich gehöre der Kongregation der frommen Jüngerinnen des göttlichen Meisters an, gegründet vom seligen Giacomo Alberione und eines der 10 Institute, welche die paulinische Familie bilden. Das Thema der Synode, wie es im Instrumentum Laboris erklärt wird, bestätigt uns in unserer kirchlichen Identität. Unsere apostolische Erfahrung, besonders im Bereich der Liturgiepastoral und der Kunst im Dienst der Liturgie, zeigt die Notwendigkeit, den Dienst am Volk Gottes fortzuführen, indem man einen Beitrag zu seiner Bildung leistet, damit es zu einer vollen und fruchtbaren Teilnahme an den göttlichen Geheimnissen gelange und in Schönheit beten kann. Daraus folgt eine abgestufte Bildung der “Kultur der Eucharistie”, wovon Nr. 78 des Instrumentum Laboris spricht und die mit der “Kultur des Lebens” zusammenfällt. Diese Notwendigkeit der Bildung hinsichtlich einer Liturgie, die die menschliche Existenz verwandeln und zu seiner vollständigen Erfüllung führen soll, diese sehen wir auch im Dienst an der Person der Priester, besonders wenn sie von einer Krankheit oder besonderen Schwierigkeit in ihrem Dienst betroffen sind. Dann erfahren wir als geweihte Frauen die Wichtigkeit, dass in der Kirche das “marianische Prinzip”, durch welches Maria “eucharistische Frau” ist, neben dem “petrinischen Prinzip” präsent gehalten und geachtet werde.
Der slg. G. Alberione, der vielleicht besser bekannt ist als der Apostel der sozialen Kommunikation, war ein Mann Gottes, der tief verwurzelt war im eucharistischen Geheimnis: gefeiert, angebetet, gelebt und dauernde Quelle apostolischer Kreativität zum Wohl der Kirche. Die entscheidende eucharistische Erfahrung geschah in der Nacht des Jahrhundertwechsels, vom 19. zum 20. Jh., als Giacomo Alberione, damals 16jähriger Seminarist in längerer Anbetung nach der Mitternachtsmesse fühlte, vom Herrn bezüglich der Situation der Menschheit erleuchtet zu werden, und mit Kraft die Notwendigkeit wahrnahm, sein eigenes Leben in den Dienst am Evangelium zu stellen und dabei die schnellsten und wirksamsten Mittel zu nutzen. Er verstand immer besser, dass dies für Gott keine Frucht tragen konnte, wenn es nicht in einem intensiven Gebetsleben seine Grundlage hatte. So ist unsere Kongregation wie ein ständiges Gedenken, dass die Eucharistie “Quelle und Höhepunkt” des ganzen Lebens der Kirche und folglich des Apostolats ist, das in der paulinischen Familie erfüllt wird.
In unserem alltäglichen Leben, das die Kontemplation mit dem apostolischen Einsatz zu verbinden sucht, ist die Quelle von allem die Feier der heiligen Eucharistie. Diese setzt sich fort in der ewigen eucharistischen Anbetung, die im Turnus Tag und Nacht andauert, und wird über die mystagogische Erfahrung hinaus als apostolisches Gebet gelebt. Wir leben diesen Dienst des Lobes und der Fürbitte als eine Form der Solidarität, die uns mit den verschiedenen Situationen der Kirche und der Menschheit vereint. In diesem Geist versichern wir, wie es auch in anderen Kirchen geschieht, seit dem 2. Oktober 1981 täglich unsere Präsenz für die eucharistische Anbetung in der Kapelle des Allerheiligsten in der Basilika des Vatikans gemäß den Anliegen des Heiligen Vaters, der in der Liebe allen Kirchen vorsteht.

[00245-05.03] [AU007] [Originalsprache: Italienisch]

- Frau Bruna TOMASI, Direktionsmitglied der Focolar Bewegung (Italien)

Seit den Anfängen unserer Bewegung hat Gott uns auf das Testament Jesu “dass alle eins seien“ (Joh 17,21) ausgerichtet. Seit damals schien es uns, dass dies unsere Magna Charta sei.
Und wir haben sofort verstanden, dass die Einheit unbedingt mit der Eucharistie verbunden ist: Bevor Jesus den Vater um die Einheit der Seinen bittet, führt er die Eucharistie, das Sakrament der Einheit, ein!
Und aus diesem Grund fühlten wir uns seit jeher angetrieben, jeden Tag die Eucharistie zu empfangen, sicher das es der Heilige Geist war, der uns dazu antrieb.
Und aus diesem Grund ist die aktive Teilnahme an der Eucharistie eins mit der Spiritualität der Bewegung.
Die hl. Messe ist der wichtigste Moment im Tagesablauf der Fokolare. Und wir bereiten uns auf diesen Moment vor, indem wir uns bemühen, dass es unter uns und den Brüdern und Schwestern, die Gott uns jeweils zur Seite stellt, nichts gebe als die Liebe: dass es keine Schatten gebe in unseren Beziehungen, dass nichts das göttliche Licht der Eucharistie trübe. Sagt das Evangelium nicht an einem anderen Ort: “Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe” (Mt 5,23-24)?
Es war uns klar, dass es unter uns jenes neue Herz brauchte, dass eine Frucht der Eucharistie ist; aber es ist auch die unabdingbare Bedingung, damit die Eucharistie alle ihre Früchte bringen kann.
Die erste von diesen ist die Verwandlung in Christus.
Und indem wir durch die Eucharistie zu Christus wurden, haben wir erfahren und erfahren weiterhin, dass wir auf immer vollere Weise jene Einheit mit den Brüdern und Schwestern verwirklichen konnten, die uns - die andererseits Grundlage unseres Lebens ist - ermöglichte, in uns die ganze göttliche Kraft der Eucharistie freizusetzen.
Und da haben wir etwas verstanden. Der auferstandene Christus ist im Schoß des Vaters: die Kirche, sein Leib durch die Eucharistie, ist auf gewisse Weise schon im Diesseits auch sie im Schoß des Vaters.
Unser Leben erschien uns damit wie der Weg hin zur Erfüllung einer Wirklichkeit, die uns schon geschenkt worden ist und in der zu bleiben wir uns bemühen mussten. Die Eucharistie führte uns dorthin. Die Eucharistie behütete uns dort.
In dem kurzen Zeitraum, der mir zur Verfügung steht, möchte ich eine Einzelheit unterstreichen.
Der Mensch wird in Christus in seiner Gesamtheit von Leib und Seele in den Schoß des Vaters geführt. Und dorthin erwartet die ganze Schöpfung geführt zu werden, wie Paulus sagt (Röm 8,22).
Daher haben wir uns gefragt (und fragen dies uns weiterhin): Könnten wir uns nicht denken, dass unsere Körper, die auf lange Zeit von der Eucharistie genährt und nach dem Tod in den Erdboden gelegt werden, Samen der Verwandlung des Universums sein könnten? Dass wir Eucharistie der Erde wären? Die Erde nimmt uns auf, wie wir die Eucharistie aufnehmen; aber um in uns, wenn man so sagen kann, umgewandelt zu werden, wie wir in Christus umgewandelt werden.
Können wir denken, dass die Erde, wenn sie unsere von der Eucharistie genährten Körper aufnimmt, vorbereitet wird für jene Verwandlung, zu der Gott sie beruft?
Die Eucharistie, Verwandlung des Todes in Lebens, ist Leben für das ganze Universum.
Wenn dies wahr ist, können wir umso mehr sagen - und wir erfahren es - dass die Eucharistie sich als das Werkzeug schlechthin (dieses Wort sei mir erlaubt) erweist, das die volle Verchristlichung allen menschlichen Tuns bewirkt.

[00246-05.03] [AU008] [Originalsprache: Italienisch]

- Herr Leonardo CASCO, Präsident der "Alianza para la Familia"; Mitglied des Päpstlichen Rates für die Familie (Honduras)

Es ist richtig, dass die Synodenväter sich in den Beiträgen, die ich in diesen Tagen zu den verschiedenen Nummern des Instrumentum laboris hören konnte, vor allem auf die Handlung und die Teilnahme des Priesters an der Liturgie und der Eucharistiefeier bezogen haben; aber ich bin der Meinung, dass man in gleicher Weise die Tatsache hervorheben sollte, dass der Laiengläubige des Beginns des 21. Jahrhunderts sich nicht seiner Erhebung zur unvergleichbaren Würde als Kind Gottes und als Mitglied dieses heiligen Volkes, das die Römisch Katholische Apostolische Kirche ist, bewusst ist und auf diese Weise im größten Teil der Fälle seine einmalige und unersetzliche Berufung zur Heiligkeit ignoriert. All dies läßt ihn unter anderem unfähig werden, ein wahres christliches Zeugnis in den verschiedenen Bereichen seiner Gegenwart in der Welt abzulegen, eine Einheit des Lebens im familiären, beruflichen, sozialen und politischen Bereich aufrecht zu erhalten und die lebendige, reale und persönliche Gegenwart Christi im Sakrament der Eucharistie zu erfassen.
Basierend auf dem Gesagten möchte ich mit dem gehörigen Respekt folgendes andeuten:
ERSTENS: Weil die Realität uns zeigt, dass eine enorme Zahl Katholiken, die gegenwärtig auf dieser Welt leben, nicht genau die theoretischen Prinzipien dessen kennen, was sie bekennen und das leben, was man Katholizismus “light”(um ein Modewort zu verwenden) nennen könnte, würde es unumgänglich und unaufschiebbar erscheinen, 40 Jahre nach Abschluss des II. Vatikanischen Konzils eine neue katechetische Formulierung innerhalb und außerhalb der Eucharistie zu finden, die den Laiengläubigen unseres Glaubens die Grundlagen unserer Religion, ihrer Glaubensdogmen, ihrer Moraltheologie usw. deutlich macht, damit die Gläubigen den Grund und den Sinn eines durchgängig christlichen Lebens finden; also eine Formel, die dem Laiengläubigen eine theoretische, ethische und moralische Grundausbildung zukommen läßt, sowie das Bewusstsein der Wichtigkeit, der einen Kirche Christi anzugehören, im positiven Sinn verstanden, katholisch zu sein.
ZWEITENS: Auf dieser Ebene halte ich es weiterhin für notwendig, dass die Bischöfe und Priester nicht zögern, mit Freude und Sicherheit den Laiengläubigen ein verpflichtendes und festes Glaubensleben vorzuschlagen, so wie es immer und für alle in der Geschichte unserer Kirche war. Ich beziehe mich nicht nur auf die Tatsache, auf die Teilnahme an der sonntäglichen Messe zu bestehen, sondern auch die Praxis der täglichen Frömmigkeit, die von der Spende der Werke am Morgen über das Sprechen des Angelus und des Rosenkranzes bis - warum nicht- wenn möglich, zur täglichen Messe reicht. Nach meiner persönlichen Erfahrung kann ich sagen, dass wenn man solche Handlungen erfüllt und sie sich ständig und ohne sich zu Ermüden vornimmt, man fast unmittelbar die Früchte erntet indem sie den Laien in eine Glaubensatmosphäre führen, die ihn im persönlichen und im übernatürlichen Leben besser macht. Auf diese Weise wird der Getaufte besser auf ein wahres christliches Zeugnis in der heutigen säkularisierten und unterdrückenden Welt vorbereitet.
Zusammenfassend konkretisiert sich mein Beitrag in der Aufforderung, mit erneuertem Enthusiasmus in den Laien den engagierten Geist der Christen der frühen Zeit zu wecken, oder die Berufung zum Gebet und zum Opfer, die täglichen Handlungen grundlegender Werte der Frömmigkeit und die Pflicht und das Recht aller Gläubigen auf das Apostolat.

[00248-05.02] [AU010] [Originalsprache: Spanisch]

- Frau Martha Lorena ALVARADO de CASCO, Präsident der "Comité por la Vida"; Mirglied des Päpstlichen Rates für die Familie (Honduras)

Als Ehefrau, Mutter, Schwester, Tochter und Großmutter denke ich, dass eine Ausbildung der Frau, die sie seit der frühen Kindheit auf die Entwicklung der beiden wesentlichen Eigenschaften vorbereitet, notwendig ist: Die Weiblichkeit und das Geschenk der Mutterschaft.
Die Frau ist im Herzen der Familie die natürliche Erzieherin im Glauben, die Hand, die uns mit größter Sicherheit vor Jesus in der Eucharistie führt. Leider hat die Mutter in den vergangenen Jahrzehnten nach und nach die wahre Bedeutung ihrer Identität verloren und somit auch den wahren Sinn ihrer christlichen Mission. Offensichtlich haben viele Faktoren diesen Mentalitätswandel beeinflußt, aber sicher denkt man darüber nicht nur intensiv im familiären und sozialen Leben unserer Länder, sondern auch im Herzen der Kirche nach.
Bezüglich der Frauen gibt es viel zu tun; dennoch schlage ich auf sehr respektvolle Weise vor:
1. Soweit es möglich ist, sollte die Erziehung der Jungen und Mädchen getrennt erfolgen, mit dem Ziel, ein Umfeld zu schaffen, das die Entwicklung der Mädchen nach dem Vorbild der Jungfrau Maria, Modell aller Frauen, fördert. Studien belegen, dass die getrennte Erziehung von Jungen und Mädchen unter anderem den erzieherischen Prozess und die Entwicklung einer gesunden Zuneigung, besonders im Jugendalter, vereinfacht. Wenn wir den Anstieg der sexuellen Promiskuität, die wachsende Zahl der Teenagerschwangerschaften und die erstarren lassende Anzahl von Abtreibungen in Betracht ziehen, können wir daraus schließen, dass es dringend notwendig ist, den Jugendlichen geeignete Bedingungen zu bieten, um eine angemessene christliche Erziehung zu erhalten. Die getrennte Erziehung vereinfacht darüber hinaus die Berufungen zum religiösen Leben und die daraus folgenden Berufungen zum Priestertum unter den Männern.
2. Ich möchte euch auch darauf hinweisen, dass es notwendig ist, Jugendgruppen die sich ausschließlich an Mädchen richten zu bilden, um ihre weibliche Verfassung und ihre spirituelle und doktrinale Ausbildung zu verstärken. Nicht wenige Male habe ich in den katholischen Jugendgruppen eine extreme Vertrautheit zwischen den Jugendlichen verschiedenen Geschlechts festgestellt, sogar während der Feier der Heiligen Messe. Vielleicht dürfte die Ausbildung in gemischten Gruppen nicht immer die Norm in der Arbeit mit Jugendlichen sein, in Anbetracht der Tatsache, dass auf diese Weise diese Situation ein Hindernis für die Entstehung von Berufungen zum Priestertum und zum religiösen Leben darstellen kann.
3. Bezugnehmend auf die Nr. 34 des Instrumentum laboris scheint es mir passend, spezifische Normen über die Kleidungsweise der Frau in der Kirche und im Verlauf anderer religiöser Zeremonien festzulegen. In meinem Land zum Beispiel, bemerkt man eine immer stärkere Nachlässigkeit in der Scham und die Kirche muß der Frau helfen, sich ihrer Würde und der Heiligkeit ihres Körpers bewusst zu werden.
Um zum Schluß zu kommen, denke ich, dass es eine schöne Erfahrung sein könnte, in den Pfarrgemeinden an bestimmten Tagen der Woche die Anbetung Jesu im Sakrament seitens der Familien zu fördern. Auf gleiche Weise teile ich, wie es in verschiedenen Beiträgen gesagt wurde, die Ansicht der Wichtigkeit, den Laiengläubigen die Beichte zu erleichtern und die aus vielen Gründen resultierendenVorteile der Nutzung des Beichtstuhls, wenn es sich um Frauen jeden Alters handelt.

[00247-05.01] [AU009] [Originalsprache: Spanisch]

- Herr Carl Albert ANDERSON, Oberster Kavalier des Ordens der Kavallier von Colombo (USA)

Meine Bemerkungen beziehen sich auf Instrumentum Laboris bei Nr. 37 über das heilige Messopfer. In seiner jüngsten Ansprache beim eucharistischen Kongress der Diözese von Rom rief der Heilige Vater in Erinnerung: “Der Mensch ist nach dem Abbild Gottes geschaffen, und Gott selbst ist Liebe. Aus diesem Grund ist es die Berufung zur Liebe, die den Menschen zum echten Abbild Gottes macht.”
Diese Erinnerung an die Berufung zur Liebe ist die anthropologische Grundlage der Lehre von Papst Johannes Paul II. zur Würde der menschlichen Person, Ehe und Familie (familiaris consortio Nr. 11). Vielleicht ist nur diese “Anthropologie der Liebe” stark genug, den Nihilismus der zeitgenössischen Kultur zu überwinden, einer Kultur also, welche die Verbindung zwischen Freiheit und Wahrheit zerbrochen hat.
Descartes versuchte vor Jahrhunderten, den philosophischen Relativismus mit der Feststellung “Ich denke, also bin ich” zu überwinden. Vielleicht kann heute der Relativismus mit einer einfachen und doch tieferen Einsicht überwunden werden: “Ich liebe, also bin ich”. Oder besser: “Ich werde geliebt, also bin ich”.
In unserer Zeit kann vielleicht nur durch die Wahrheit der Liebe die Wahrheit der Freiheit wieder verstanden und die Freiheit wieder mit der Wahrheit verbunden werden.
Jede Person sucht nach einer Liebe, die wahr ist. Und in dieser Suche nach der wahren Liebe kann jede Person in ihrem Herzen erfassen, ob die Liebe wahr ist, und in dieser Wahrheit kann sie eine grundlegende Wahrheit der menschlichen Person erfassen.
Aber kann man in einer Kultur des Materialismus, der Säkularisierung und des Relativismus die Wirklichkeit wahrer Liebe finden? In unserer zunehmend postmodernen Kultur des Westens hat philosophisches Denken immer weniger Überzeugungskraft. Dennoch suchen alle Menschen nach der Liebe, denn die Berufung zur Liebe ist ins Herz jeder Person eingeschrieben.
Wir wissen, dass die Liebe, die wir suchen, uns jeden Tag im lebendigen Selbstopfer unseres Herrn zugänglich ist, das uns in der Eucharistie gegenwärtig wird.
Gaudium et spes sagt uns: “Nur im Geheimnis des fleischgewordenen Wortes wird das Geheimnis des Menschen wirklich deutlich” (Nr. 22). Ist es dann nicht auch möglich, dass es in unserer Zeit das Geheimnis des heiligen Selbstopfers des Herrn ist, dass die Identität des Menschen - sein Wert, seine Würde, seine wahre Berufung und die tiefe Wahrheit seiner Existenz - offenbar wird.
Daher setzen die eucharistische Ekklesiologie und die eucharistische Gemeinschaft, die während dieser Versammlung so oft erwähnt wurden, eine eucharistische Anthropologie voraus. Durch die Erkundung einer eucharistischen Sicht der menschlichen Person - zentriert im Liebesopfer unseres Herrn in der Messe - können wir eine neue Katechese unserer Eucharistie finden, die zugleich ein neues evangelisches Geschenk ermöglicht: Indem die Eucharistie den Menschen tiefer mit unserem Herrn vereint, vereint sie den Menschen tiefer mit der tiefsten Wirklichkeit seiner selbst.

[00249-05.03] [AU011] [Originalsprache: Englisch]

- Mons. Peter John ELLIOTT, Direktor des Instituts Johannes Paul II. für Ehe und Familie in Melbourne. Mitglied des Internationalen Rates für die Katechesen (AUSTRALIEN)

Ich beziehe mich auf die Nr. 43 und 52 des Instrumentum laboris, die der ars celebrandi und der eucharistischen Spiritualität der Priester gewidmet sind. Augenblicklich fehlt dem römischen Ritus die vorgeschriebene Vorbereitung der allmählichen Annäherung an die Feier der Eucharistie, die man in den Riten der Ostkirchen finden kann. Ich möchte daher einige praktische Vorschläge einbringen: die Gebete, die für die Einkleidung vorgesehen sind, sollten in der Sakristei vor jeder Messe gesprochen werden, einschließlich die Konzelebrationen; die zuständigen Dikasterien der Römischen Kurie sollten ein “Eucharistisches Vademecum” für die Priester ausarbeiten, das auch Gebete für die Vorbereitung auf die Danksagung und die eucharistische Anbetung enthalten sollte; alle Ausgaben der Stundenliturgie sollten die Gebete für die Vorbereitung und die Danksagung für die Messe enthalten. Während der Messe müsste das Gebet des Zelebranten die Einhaltung der Rubriken durch die Gläubigen beleben, beispielsweise über den aufmerksamen Gebrauch der Stimme und indem man sich ohne Eile der Weihe der Heiligen Gestalt widmet und die Hostie und den Kelch erhebt. Die Rubriken müssen als Anleitung zum Gebet interpretiert werden. Mit Bezug auf Nr. 66 des Instrumentum laboris könnten, wie die Bischöfe der Vereinigten Staaten, auch die Bischofskonferenzen oder die Ordinari Anpassungen für das 40-Stunden-Gebet oder die jährliche Anbetung des Allerheiligsten veröffentlichen, die im Kirchenrecht vorgesehen ist. Viele Priester würden auch Altarhandbücher für die Riten der öffentlichen Anbetung begrüßen.

[00250-05.02] [AU012] [Originalsprache: Englisch]

- Sr. Yvonne COLY, Formatorin des Zentrums "Mater Christi" von Bobo-Dioulasso (Burkiner)

Ich danke dem Heiligen Vater für die Einladung zur Teilnahme an diesem Treffen, das in mir ein kirchlicheres Herz schlagen lässt und mir ein lebendigeres Bewusstsein der Kirche als Familie, ihres Geheimnisses der Gemeinschaft und ihrer universalen Wirklichkeit gibt.
Wenn bei uns die Frauen zusammengerufen werden oder sich versammeln, weil das Leben “am Entstehen” oder “in Gefahr” ist, kommt jede mit ihrer Kalebasse zum Treffen.
Da es um die Eucharistie geht, dem Brot des ewigen Lebens, geht es um das Leben, das zu empfangen und zu fördern ist, denn “die Eucharistie trägt in sich ihren eigenen Plan”, sagte uns unser Papst Johannes Paul II. Darum ist sie eine “ernste” Sache, denn es gibt nichts Größeres, und sie ist eine “schwere” Sache, denn ihr Verlust wäre das Schlimmste, was uns passieren kann.
Als afrikanische Ordensfrau komme ich zu Ihnen mit meiner besonderen Kalebasse:...im Namen des Lebens.
Kalebasse unseres Lebens, die offen ist für die Geschenke des Vaters, die es anzunehmen, zu leben und weiterzugeben gilt. Durch den Glauben (weiße Perlen), lässt uns der Geist vom Tod (schwarze Perlen) zum Leben übergehen in der Großzügigkeit der bis ins Äußerste gelebten Liebe (rote Perlen) in der Freude (Stängel); es handelt sich um die Kalebasse der Gabe der Gemeinschaft und des Teilens.
Wenn die “Eucharistie die Kirche hervorbringt”, kann ich auch sagen: “Die Kirche bringt das geweihte Leben hervor”. Dieser Aspekt wurde mit Klarheit und Tiefe von S. Exz. Mgr. Rodé dargestellt.
Ausgehend von der Symbolik der Kalebasse kann ich noch folgendes hinzufügen:
- Das Leben wächst: Welch schöne Erlebnisse um die Eucharistie im Teilen der Erfahrungen der Kirchen! Wir freuen uns darüber und danken Gott.
- Das Leben ist gefährdet: Die Zeugnisse bestätigen es uns. Das Volk hat Hunger, das Volk hat Durst nach Sinn, nach Würde, nach Gründen und Mitteln zum Leben: Der Hunger, Aids, die Ausbeutung der Frau, der Kinder, die ökologischen Probleme...
- Das Leben muss sich entwickeln und erhalten werden. “Gott hat uns die Eucharistie gegeben, damit wir weder unfruchtbar noch undankbar seien” (hl. Irenäus, zitiert von Mgr. A. Sanon). Nur ein erhellter Glaube kann anbeten, loben, danken, dienen im “Geist der Wahrheit”
- Mehrere haben die Notwendigkeit einer Katechese auf allen Ebenen betont: für die Seminaristen wie auch für uns Ordensleute, vor allem für die Frauen. Eine Bildung in der Glaubenslehre, der Liturgie, Pastoral, Spiritualität, aber auch in der Kultur und in der Psycho-Pädagogik der Weitergabe und der Kommunikation.
- Bei den Priestern eine Bildung im Sinn und in der Sendung des geweihten Lebens, in der spirituellen Begleitung, um uns zu helfen, unsere Begegnungen in den Sakramenten der Eucharistie und der Buße als ein Weg der Umkehr, der Gemeinschaft, aber auch des spirituellen Wachstums und der Reifung zu leben, damit wir fähig sind, die “Übergänge vom Tod ins Leben” zu leben, die unserer Eigenschaft als Sünder und den Schwierigkeiten des gemeinschaftlichen und apostolischen Lebens innewohnen.
Im Namen aller aktiven und klaustrierten Ordensleute von den am wenigsten begüterten Ländern danke ich dem Heiligen Vater, seinen Mitarbeitern und den Teilkirchen für die geleistete Unterstützung für die Ausbildung oder die Schaffung von Bildungseinrichtungen in unseren Ländern.
“Herr, ich reiche dir die Kalebasse des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe deiner Kirche. Lege du die Früchte hinein, die du möchtest, dass diese Synode sie hervorbringe, “damit dein Volk das Leben in Fülle habe”. Darum bitten wir dich um die Fürsprache Mariens, der Mutter des Lebens.

[00251-05.03] [AU013] [Originalsprache: Französisch]

- Herr Luis Fernando FIGARI, Gründer der Sodalitium Vitae Christianae (Peru)

In diesen Tagen, an denen wir eine großartige Erfahrung kirchlichen Lebens machen, hat sich das Staunen vor dem Geheimnis angesichts der wiederholten Blicke auf die Eucharistie erhöht.
Man beobachtet, dass es grundlegend ist, die Bewertung des liebevollen und unentgeltlichen Opfers des Sohnes Marias, das Bewusstsein dessen, was das Wunder der Realpräsenz bedeutet, wie die Dimension des sakramentalen Opfers, die Beteiligung an der sonntäglichen Messe, die Verbindung zwischen Buße und Kommunion, die Anbetung des Herrn Jesus, der fortbesteht im Allerheiligsten Sakrament als Immanuel, l’ars celebrandi, die spirituelle Gemeinschaft als Wert an sich und die Antwort auf schmerzhafte pastorale Situationen und so viele andere grundlegende Themen gelebt werden, zu vertiefen.
Die Bedeutsamkeit des funktionierenden Agnostizismus, die Säkularisierung und viele negative Strömungen, die die “Kultur des Todes” charakterisieren, laden ein zu einer wachsenden und eifrigen neuen Evangelisierung ad intra Ecclesiae angesichts der Schwächen, die man feststellt.
Der Glaube, Schlüssel des christlichen Lebens, ist das Fundament, das uns erlaubt, dass wir uns der Eucharistie nähern, und deshalb verdient er eine besondere Aufmerksamkeit. Er fordert eine
rechtschaffene anthropologische und kulturelle Perspektive, wie auch ein aufmerksames Hinschauen auf den Prozess, wie die Sehnsucht nach dem Unendlichen und die vierfache Versöhnung der menschlichen Person von den verschiedenen Surrogaten versteckt werden - von den Ideologien und von den Gebräuchlichkeiten unserer Tage vorgebracht.
Der Blick des Glaubens auf das Geschenk der Eucharistie müsste zum fortwährenden Staunen führen und zum Ausruf: “mein Herr und mein Gott!”.
Auch unsere Zeit hat, wie andere, viele Eigenheiten und Bedürfnisse, die eine Herausforderung für das christliche Leben und für die Evangelisierung darstellen. Mit der Hilfe, die von Gott kommt, werden diese nicht unüberwindbar sein. Wir müssen uns unserer Schwächen bewusst sein, und indem wir von ihnen ausgehen, müssen wir uns dem Licht und der Kraft öffnen, die uns zu Hilfe kommen, und so müssen wir leben und der Welt unserer Hoffnung recht geben.

[00252-05.05] [AU014] [Originalsprache: Spanisch]

- P. Athanasius SCHNEIDER. O.R.S., Pater Sprirtual und Direktor der Studien des Höheren Seminars von Karaganda. Sekretär der Liturgischen Kommission der Bischofskonferenz (Kazakhistan)

Ich habe meine Kindheit und frühe Jugend in der Sowjetunion verbracht. Das sakramentale und besonders das eucharistische Leben musste im Geheimen stattfinden. Was mich am tiefsten getroffen hat und in meinem Gedächtnis sehr lebendig geblieben ist, war die Haltung gegenüber der Hl. Kommunion, die ich als ars communicandi beschreiben würde, um so auf den Ausdruck ars celebrandi anzuspielen. Ich möchte das Beispiel zweier Priester jener Zeit anführen. Der erste ist der Selige Alexej Saritski, der als Martyrer in Kasachstan (+30.10.1963) gestorben ist. In den 50er Jahren, während seiner geheimen Besuche bei den Katholiken, die die Berge des Urals deportiert worden waren, wo meine Eltern leben, hat meine Mutter ihn gebeten ihr eine geweihte Hostie für ihre Mutter zu geben, die schwer krank war und die so sehr wünschte, vor ihrem Tod nochmals die Hl. Kommunion zu empfangen, und man ja nicht wusste, wann wieder ein Priester in diese weit entfernte Region gekommen wäre. Der Selige Alexej gab meiner Mutter eine geweihte Hostie und ebenso die Anweisungen, um die Kommunion in der ehrerbietigsten Weise zu erteilen. Als die Zeit gekommen war, zog meine Mutter weiße Handschuhe an und gab ihrer kranken Mutter mit einer Pinzette die Hl. Kommunion. Dies war für sie die letzte Kommunion. Während der Spendung der Eucharistie brannte auch meine Mutter darauf, sie zu empfangen, aber da sie es sakramental nicht machen konnte, machte sie es spirituell. Es sind noch einige Jahre vergangen, bevor meine Mutter die Hl. Kommunion empfangen konnte, aber jene spirituelle Kommunion gab ihr die Kraft, während der Verfolgung im Glauben treu zu bleiben und die Liebe für die Eucharistie auch ihren Kindern zu übermitteln. Ein anderes Beispiel ist Pater Janis Pawlowski. Auch er hat eine Zeit in den stalinistischen Lagern in Kazakhstan verbracht und ist dann im Ruf der Heiligkeit in Lettland gestorben (+09.05.2000). Er hat mir die Erste Heilige Kommunion im Geheimen erteilt. Wir waren eine kleine Gruppe von Kindern. Die äußeren Umstände waren einfach, aber es war ein großes Fest in der Seele und P. Pawlowski sagte uns: “Empfangt jede Kommunion so, als wäre sie eure erste und letzte Kommunion.“

[00253-05.02] [AU015] [Originalsprache: Italienisch]

- Br. Marc HAYET, Generalverantwortlicher der Kleinen Brüder Jesu (Großbritannien und Wales)

Ich gehe von der Erfahrung einer kontemplativen Gemeinschaft aus, die unter den Armen arbeitet. Die Eucharistie ist der gewöhnliche Weg unseres Gebetes. Aber wie Charles de Foucauld geschrieben hat, hat uns der Herr “die Aussetzung des Heiligen Sakraments und ein ausgesetztes Leben” zusammenfügen lassen. Ein Leben unter den Augen der Armen, die wissen, dass wir eine ähnlichen Arbeit und einen ähnlichen Stil des Lebens wie sie haben und mit ihnen die Sorge für eine gerechtere und würdigere Existenz teilen. Ein Leben also, das dieser anderen Gegenwart des Herrn ausgesetzt ist: seine Gegenwart in den Armen. Das Leben der Personen verlässt uns nicht; es hat einen Platz in unseren Gebeten. Diese Teilnahme am Leben lässt uns das Antlitz eines Gottes voll von Zärtlichkeit entdecken, der demütig mit uns geht, wie uns die Eucharistie sehen lässt.
Ich habe hier eine Bitte. Seien wir vorsichtig mit unserer Art des Sprechens. Fehlt nicht im Sprechen von unserer Welt, vor allem in Begriffen wie”Kultur des Todes”, vielleicht der Respekt gegenüber denen, die versuchen ihren Glauben an Gott oder ihren Glauben an den Menschen zu leben, der sich verschenkt im Dienst des Lebens - von den Vätern und den Müttern der Familie bis zu den Personen, die beschäftigt sind in der Politik oder im sozialen Bereich? Diese Welt ist auch der Ort der Großzügigkeit und des Engagements, manchmal auch um den Preis des Lebens; und es ist genau für diese vielfältige Welt und nicht für eine andere, für die der Vater liebt, für die er seinen Sohn geschenkt hat (woran die Eucharistie erinnert) und für die der Heilige Geist wirkt.
Die Säkularisierung hat uns die Bedeutung geraubt, die wir vorher hatten. Wir haben Mühe, dies zu akzeptieren. Die Männer und die Frauen hören heute das Wort des Evangeliums nur, wenn es als Angebot für ihre Freiheit und in einem wahren Dialog vorgebracht wird, in welchem wir ihre Anfrage respektieren und die Aufnahme ihrer Kompetenz und ihrer Lebenserfahrung akzeptieren, eingeschlossen die der Ärmeren, die reich ist an Menschlichkeit. Das demütige Zeichen des Brotes und des Weines, zugänglich für alle und verstanden von allen, lädt uns vielleicht zu diesem Dialog ein.

[00254-05.02] [AU254] [Originalsprache: Französisch]

- Sr. Rita BURLEY, A.C.I., Generaloberin der Mägde des Heiligsten Herzens Jesu (Italien)

Die Mägde vom Heiligen Herzen Jesu, eine religiöse Gemeinschaft, die 1877 in Spanien von der hl. Raffaela Maria Porras gegründet wurde, hat im Zentrum des Lebens die Eucharistie stehen; sie ist für das Institut das, was dem Baum die Wurzel ist, das heißt das Leben.
Die Aufforderung Christi “tut dies zu meinem Gedächtnis” erleben wir in der Fortsetzung der Gnade der Feier in der eucharistischen Anbetung und in der apostolischen Arbeit, die die Erfahrung der heilenden Liebe Gottes weiterträgt.
Die Kontemplation Christi in der Eucharistie führt uns zur Suche und zur Beantwortung seiner Gegenwart in allen Dingen und macht aus unserem Leben in einen andauernden Akt der Anbetung. “In all meinen Handlungen muß ich darauf achten, dass ich mich in einem großen Tempel befinde und wie ein Priester immer und in jeder Sache ständiges Opfer und Lob zum höchsten Ruhm Gottes darbringen muß” betont die hl. Raffaela Maria Porras.
“Es gibt also keine echte Feier und eucharistische Anbetung, die nicht zur Mission führt (Rede von Johannes Paul II. an die Jugendlichen der Diözese Roms, Teilnehmer an der Mission “Jesus im Zentrum”, 9. Oktober 2004). Was alles was wir sind und tun in eine Teilnahme an der Mission Christi verwandelt, ist die Wandlung unseres Herzens durch die Gemeinschaft mit der Liebe Christi im Geheimnis der Eucharistie. Wenn wir den Blick auf das Herz dessen “ den sie durchbohrt haben” (Joh 19, 37) richten, sehen wir die liebevolle Güte Gottes und somit schauen wir die Welt mit Hoffnung an.
Es ist unser Wunsch, Frauen und Gemeinschaft des Mitgefühls und der Gemeinschaft, im Dienst des wahren Lebens (Joh 6, 35) zu sein. “Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben” (Joh 10, 10). Wir machen dies auf vielerlei Weise, entsprechend den lokalen Bedürfnissen und Kulturen; die Eucharistie bildet immer das schlagende Herz unserer Mission. (Vgl. IL 88).
Die Leute von Bazartete in Ost-Timor erleben die leidvollen Folgen des Krieges. Unsere Schwestern bieten die heilende Gegenwart der eucharistischen Anbetung an, unterstützen humanitäre und schulische Projekte und widmen sich dem Zuhören der Leiden der Menschen und begleiten sie auf dem schwierigen Weg in Richtung Frieden und Versöhnung: “ Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch” (Joh 14, 27).
In der Diözese von Yokohama in Japan, innerhalb einer stark buddhistischen Kultur, legen die Schwestern ein stilles Zeugnis ihres Glaubens an die Gegenwart des auferstandenen Herrn ab; und in ihrem Unterricht in den Schulen und Universitäten übertragen sie die evangelischen Werte der Liebe, der Vergebung und des Respekts. Viele wurden von dem Glauben von Jesus angezogen: “ Und ich, wenn ich über die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen” (Joh 12, 32). Die Eucharistie und das Arbeiten für die Gerechtigkeit sind zwei untrennbare Tatsachen. Die Gemeinschaft mit Christus in der Eucharistie bringt die Annahme der moralischen Verantwortung mit sich, für ihn zu arbeiten in Zusammenarbeit mit den anderen, um ungerechte Systeme und Mentalitäten in Strategien und Pläne umzuwandeln, die die wahre Natur der Liebe Gottes für unsere menschliche Familie fördern: “Ja, ich komme...um Deinen Willen, Gott, zu tun” (Heb 10, 7).

[00255-05.03] [AU017] [Originalsprache: Englisch]

- P. Ignacio GRAMSCH LABRA, Pfarrvikar von San Luis Beltrán de Pudahuel, Santiago de Chile. Assessore Erzdiözesan der Pastoral der Akolyten (CHILE)

Ich bin noch immer überrascht, dass ich eingeladen wurde, als Hörer an der Synode teilzunehmen. Ich bin sehr überrascht, aber ich danke Gott unendlich, dass er mir die Möglichkeit gegeben hat zu hören, mit viel Liebe ihr, liebe Bischöfe, über unsere Kirche sprecht und euch um die Evangelisierung in der heutigen Welt sorgt mit der Gewissheit der Gegenwart unseres Herrn Jesus Christus unter uns in der Eucharistie.
Seit fünf Jahren bin ich der Beauftragte für die Ministrantenpastoral der Erzdiözese von Santiago. Wir arbeiten mit den Kindern und den Jugendlichen: Sie dienen am Altar, damit die Feier der Sakramente und besonders der Eucharistie mit viel Liebe, Hingabe und Schönheit gefeiert werden.
In der Jugend- und Berufungspastoral sind wir uns der Wichtigkeit der Arbeit mit den Messdienern bewusst geworden, denn eine recht bedeutende Anzahl der heute in Chile vorhandenen Priester sind als Kinder oder Jugendliche Messdiener gewesen. Wahrscheinlich auch der eine oder andere von euch, liebe Bischöfe, ist als Kind Messdiener gewesen.
Wir haben einen einfachen Ausbildungsweg für die Messdiener durchgeführt, der aus sechs Etappen besteht, vom Moment, in dem der Junge eintritt und sich zum Altardienst vorbereiten will bis zum Moment, wo er das Sakrament der Firmung empfängt. In jeder Etappe gibt es Ziele, die es zu erreichen gilt, Themen für die Treffen, empfohlene Aktivitäten und eine Schlussauswertung. Wir sprechen von einem Jugendlichen im Alter von acht bis achtzehn Jahren. Es sind wöchentliche Treffen mit seinen Vorbereitern vorgesehen, die Nähe seiner Priester, die Integration in die Jugendpastoral. Bei der Ausbildung haben wir den Jugendlichen in seiner Gesamtheit in Betracht gezogen und zusammen mit seiner Ausbildung in der Glaubenslehre, in der Katechese und der Liturgie, wollen wir, dass sie gute Schüler, gute Söhne, gute Bürger und in Zukunft gute Väter katholischer Familien sind.
Die Messdiener helfen nicht nur bei der Sonntagsmesse, sondern auch an anderen Tagen der Woche. Da sie dem Herrn in der Eucharistie sehr nah sind, sind sie eher geneigt, den Herrn anzubeten, wie uns das Instrumentum Laboris bei Nr. 65 sagt. Sie sind es gewohnt, nahe beim Priester und seinen Freunden zu sein, daher haben sie ihn oft zum spirituellen Begleiter. Sie sind es gewohnt, an Einkehrtagen und Bildungskursen teilzunehmen. Viele dieser Kinder kommen zur Eucharistiefeier vor dem Priester in die Kapelle oder Kirche und helfen bei der Vorbereitung des Altars, des Messbuchs, des Lektionars, der Blumen usw. Sie spüren und leben die Eucharistiefeier als ihre Sache und nehmen auch wahr, wie das, was sie tun zur Schönheit der Feier beiträgt.
Wir haben die Eltern der Kinder einbezogen, da sie wissen wollen, wo ihre Söhne sind, mit wem sie zusammen sind und was sie tun. In vielen Fällen waren es die Kinder, welche die Eltern zu Kirche hinführten, und so wurden die Messdiener für die ganze Familie zu einer Eingangspforte zu den Sakramenten.
Ich möchte die Synode und vielleicht unseren geliebten Heiligen Vater bitten, ob sie ein Wort sagen könnten, um das Wachstum der Messdiener in unserer Kirche zu fördern, denn manchmal ziehen es die Priester vor, für diese einfachen liturgischen Dienste mit erwachsenen, engagierten Laien zu arbeiten. Die Erwachsenen machen ihnen keine Mühe, stellen ihnen keine indiskreten Fragen, sind im Allgemeinen pünktlich und verantwortungsbewusst. Mit den Kindern und Jugendlichen dagegen muss man Geduld haben, ihnen zuhören und sie mit Liebe erziehen. Dagegen kommen die Priesterberufungen nicht von verheirateten Männern, die schon eine Familie haben und vielleicht in der Kirche nicht stören, sondern sie gehen aus den Jugendlichen hervor, welche die ungeheure Liebe Gottes entdecken und die aufgenommen werden und denen sich die geeigneten Bedingungen bieten für das Gebet und die geistliche Leben, um aufmerksam zu sein auf Jesus, den Herrn, falls Er sie ruft, ihm in größerer Nähe zu folgen im priesterlichen oder geweihten Leben. Die Ministrantenpastoral möchte alle Möglichkeiten schaffen, dass diese Kinder und Jugendlichen zu einer tiefen Begegnung mit dem Herrn Jesus Christus gelangen und ihm ihr ganzes Leben lang folgen in der Berufung, zu denen Gott sie rufen will.

[00256-05.03] [AU018] [Originalsprache: Spanisch]

- Herr Andrea RICCARDI, Gründer der Gemeinschaft Sant'Egidio (Italien)

Das Leben des Christen unter den Menschen liegt häufig im Anonymen. Hat der Christ etwas, das er anderen geben kann? Man gibt nichts, außer dem, was man empfangen hat: das Brot des Wortes und der Eucharistie. Jesus sagt zu den Jüngern: “Gebt ihr ihnen zu essen” (Mt 14,16): das ist die Sendung. Wenn man gutes Brot anbietet, bemerkt man, dass es Hunger gibt; dass die Zeit weniger negativ ist als uns erscheint. Und angesichts der großen Armut? Heute ist man verwirrt oder vergisst. Man kann die Armen nicht ohne Evangelium lassen. Die Nächstenliebe dauert ohne die Nahrung der Eucharistie nicht an. Das habe ich in so vielen bekannten und unbekannten Existenzen unter den Armen gesehen, die heute dafür sorgen, dass - trotz unserer Beschränkungen - die Kirche eine Ressource für die Verzweifeltsten darstellt. Die Christen schließlich zeigen, ausgehen in dem sie von der Hölle der Verfolgungen des XX. Jahrhunderts, dass es immer möglich ist, das Evangelium zu leben und mitzuteilen. Im Jahr 2000 forderte Johannes Paul II. dazu auf, die Zeugnisse der neuen Martyrer zu sammeln. Ich lenke die Aufmerksamkeit auf die Tatsache, dass dies ein Werk ist, dass in den Teilkirchen und auf zentraler Ebene wieder aufgenommen werden muss. Es gibt ein Testament der Martyrer, das im Kontext der Eucharistie geöffnet werden muss. Die Verbindung zwischen Eucharistie und Martyrium ist Quelle des Vertrauens und der Hoffnung, jenseits unserer realistischen oder pessimistischen Sichtweise der Situationen.

[00257-05.02] [AU019] [Originalsprache: Italienisch]

- Sr. Hermenegild MAKORO, C.P.S., der missionarischen Schwestern des Kostbaren Blutes, Pastorale Animation der Christlichen Gemeinschaft (Südafrika)

Ich bin Schwester Makoro und gehöre zur diözesanen Animationsgruppe der Diözese von Umtata in Südafrika. Seit Januar dieses Jahres bereisen wir Gemeinden und kleine Gemeinschaften der Diözese, und mit ihnen leiten wir Arbeitskreise zur tieferen Bedeutung der Eucharistie. Da ich ganz nah an der Situation dran bin, möchte ich euch eine alarmierende Beobachtung mitteilen.
Vor allem besteht eine besorgniserregende Ignoranz, sogar bei guten Katholiken und den alten Katholiken hinsichtlich der tiefsten Bedeutung der Eucharistie. In zweiter Linie ist das eucharistische Gebet für den Großteil von ihnen nichts anderes als ein anderes Gebet, das vom Priester nach dem Wortgottesdienst gelesen wird. Der Wortgottesdienst ist häufig sehr viel interessanter als die Lesung des Kanons seitens des Priesters.
Wir haben ferner entdeckt, dass schöne Predigten oder brillante Vorlesungen zur Eucharistie gehaltlos sind, wenn die tiefere Bedeutung der Eucharistie, will sagen des Geheimnisses, bei der Feier nicht aufgenommen wird.
Aus diesem Grund gestattet mir bitte, folgende Bitte darzulegen:
Bitten wir unsere Autoritäten im Bereich der Liturgie, Arten und Mittel zu suchen, die hülfen, das grundsätzliche Thema der Eucharistie in unseren eucharistischen Hochgebeten hervorzuheben und zu betonen, damit unsere Gläubigen das Geheimnis verstehen können und es erleben.
Um ein Beispiel zu geben: im Wortgottesdienst erklärt und unterstreicht man die Präsenz des Herrn mit der feierlichen Prozession des Evangeliums und dem freudigen Singen des Halleluja.
Meine demütige Anfrage ist folgende:
Können wir etwas Ähnliches hinsichtlich des eucharistischen Hochgebets tun, um die verschiedenen Aspekte des eucharistischen Geheimnisses zu klären und offensichtlich werden zu lassen? Zum Beispiel:
- die Präsenz Christi “in persona” (z.B. durch die stille Anbetung, den freudigen Empfang)
- das Opfer Christi am Kreuz (z.B. mit der Zurschaustellung eines Kreuzes, wobei der Ausdruck “euch dargeboten” unterstrichen wird, was Licht auf den Sinn des Brotbrechens wirft)
- das Opfer der Kirche (was dem menschlichen Leiden Stimme gibt)
- die Auferstehung Christi (den auferstandenen Herrn grüßend: isibongo!)
- die Feier der Danksagung (die Teilnehmenden einladen, kurze Aussprüche der Dankbarkeit zu rezitieren)
- die Feier der Einheit (Personen verschiedener Herkunft zum Altar kommen lassen und sie einladen, das Zeichen des Friedens miteinander zu tauschen)
- das ewige Hochzeitsfest des Lammes (mit den Heiligen und den Vorfahren)
Ich möchte einen zweiten Vorschlag machen:
Man könnte eine Reihe von eucharistischen Feiern vorsehen, die die verschiedenen Aspekte des eucharistischen Geheimnisses behandeln. Man könnte geeignete Gebete rezitieren, eine besondere Einleitung, besondere Gebete seitens des Zelebranten und verschiedene Möglichkeiten, das Thema während des eucharistischen Hochgebets zu illustrieren. Diese Serie von eucharistischen Feiern könnte ab und zu in den Gemeinden stattfinden zum Zweck der Klärung eines besonderen Aspekts des eucharistischen Geheimnisses.

[00258-05.04] [AU020] [Originalsprache: Englisch]

- Herr Zbigniew NOSOWSKI, Direktor der Katholischen Monatszeitschrift "Więź", Varsavia; Mitglied des Nationalen Rates für Laien in Polen (Polen)

1. Vor zehn Jahren bereitete ich zusammen mit Freunden aus derselben Generation ein Buch und eine Fernsehserie vor mit dem Titel “Die Kinder des II. Vatikanums stellen Fragen”. Der von uns gewählte Ausdruck - “Kinder des Konzils” - wurde in Polen ziemlich populär als ein Name für jene Katholiken, die mit dem II. Vatikanischen Konzil geboren wurden und die sich NICHT an eine andere Liturgie als der in der eigenen Sprache erinnern, für die Dinge, die das Konzil neue entdeckt hatte wie die universale Berufung zur Heiligkeit, ökumenische Offenheit, den Dialog mit anderen Religionen und den Nichtgläubigen, keinesfalls Neuigkeiten darstellen, sondern ein Teil der offensichtlichen Lehre der Kirche, Teil und Gepäck der Tradition.
Von dieser Erfahrung her möchte ich nun diese Gelegenheit, an der Bischofssynode, die im Jahr des 40. Jahrestages des Abschlusses des II. Vatikanums stattfindet, sprechen zu können, nutzen, um Gottes Vorsehung für dieses große Geschenk des Konzils und der nachkonziliaren Reformen, einschließlich einer liturgischen, zu danken. Es hat natürlich viele Missbräuche bei der Feier der Eucharistie gegeben, und diese sollten überwunden werden. Doch ich möchte meiner Überzeugung Ausdruck geben, dass ohne Liturgiereform viele Katholiken meiner Generation ihren Platz in der Kirche nicht gefunden hätten (oder zumindest wäre dies schwieriger gewesen).
2. Die Eucharistie ist zweifellos der wichtigste Moment im Leben der Kirche. Lassen Sie es mich in der Wirtschaftssprache ausdrücken - sie ist das Flaggschiff oder der Schaukasten der Kirche. Sehr oft ist sie das Einzige, wodurch einige nominelle Katholiken oder Nichtkatholiken irgendeinen direkten Kontakt mit der Kirche haben. Daher sollten wir selbst aus pragmatischen Gründen in jeder Pfarrei unser Bestes tun, damit die Sonntagsmesse wirklich schön und inspirierend wird und ihre Teilnehmer in die Tiefe führt. Es ist schön, wenn Pfarreien durch festliche Gartenparties oder Sportanlässe neu belebt werden, doch das wichtigste Element im Pfarreileben sollte die Sorge um die sonntägliche Eucharistie sein.
Auf diesem Gebiet ist die Verantwortung des Priesters zentral. Wenn eine Messe vom Priester nur gelesen wird, wird sie von der Pfarrgemeinde nur gehört. Wenn sie von einem Priester gefeiert wird als das große Geheimnis, wenn er den Geist der Liturgie kenn, spürt und ausdrückt, wenn er auf sichtbare Weise betet beim Feiern der Eucharistie - dann wird sie von den Laien als eine Einladung zur tiefen Gemeinschaft mit Gott erfahren.
3. So viel hängt vom Priester ab, doch zugleich möchte ich sagen, was in den Diskussionen dieser Synode fehlt, ist eine Reflexion über die Laienspiritualität, genauer eucharistische Laienspiritualität. Das Instrumentum Laboris erwähnt sie kann kurz in den Nummern 75-76, aber sie wird dort auf Formen der Frömmigkeit reduziert. Für mich ist eucharistische Spiritualität nicht nur die Teilnahme an der Messe und Anbetung des Allerheiligsten. Sie umfasst das ganze Leben.
Besonders die Laienchristen von heute benötigen ein neues Verständnis der Beziehung zwischen der Eucharistie und ihrem täglichen Leben. Die Eucharistie - als Opfer, als Gegenwart, als Gedächtnis - sagt etwas sehr Wichtiges und Konkretes für unsere täglichen Entscheidungen, für das, was wir in unseren Ehen, unseren Familien, unseren Küchen, unseren Schlafzimmern, im sozialen Leben tun. Sie sagt: Je mehr du dich andern gibst, umso mehr findest du dich selbst; je mehr du liebst, umso mehr sollst du opfern; je mehr du gibst, umso mehr wirst du empfangen. Dies ist die eucharistische Haltung, auf diese Weise wirst man eine wirklich eucharistische Person, selbst wenn man nicht jeden Tag an der heiligen Messe teilnimmt. Auf diese Weise war Maria eine eucharistische Frau - bevor diese eingesetzt wurde!
4. Meine über 20jährige Erfahrung in der Teilnahme an der Bewegung “Glaube und Licht”, die von Jean Vanier und Marie-Helene Mathieu gegründet wurde, führt mich zu meinem letzten Vorschlag. In diesen Gemeinschaften, die sich um Personen mit einer geistigen Behinderung sammeln, lernte ich, dass die Kirche zwei Schätze hat: Die Eucharistie und die Armen. Aber diese beiden Schätze kommen selten zusammen. Wir brauchen sichtbare Zeichen ihrer Einheit. Besonders diejenigen, die am Teilen des eucharistischen Brotes teilnehmen, sollten immer auf sichtbare Weise ihre Solidarität mit den Armen, denen das tägliche Brot zum Essen fehlt, zum Ausdruck bringen.

[00259-05.01] [AU021] [Originalsprache: Englisch]

- Frau Marie-Hélène MATHIEU, Internationale Koordinatorin der Bewegung "Foi et Lumière" (Frankreich)

Die Nr. 79 des Instrumentum laboris macht den Hinweis auf den Zusammenhang zwischen Christus, der in der Eucharistie gegenwärtig und Christus, der in den geistig und körperlich Behinderten (die zwischen 20 und 25 % der Bevölkerung ausmachen) gegenwärtig ist.
1. In der Haltung der Gesellschaft herrscht trotz allen gemachten Fortschritten weiterhin oft Verachtung und Ablehnung. (Zum Beispiel, einige Gesetze gegen die Abtreibung sehen die Beseitigung des behinderten Kindes bis vor seiner Geburt vor).Im Gegensatz zu diesen Praktiken manifestiert Jesus eine Vorliebe zu allen behinderten Menschen. Über den Schatz von seiner Gegenwart in der Eucharistie hinaus sichert uns Jesus seine Gegenwart in den armen und schwachen Peronen zu.
2. Johannes Paul II sagte zu einigen Geistigbehinderten: “Nehmt Platz im Herzen der Kirche”. Wie können die Gemeinden besser helfen diesen Platz zu finden?
Spezielle Einrichtungen können helfen, aber mehr von Bedeutung ist die Qualität der Aufnahme, welche erlaubt, dass jeder sich geliebt fühlt, gerufen zu lieben, nützlich zu sein.
3. Die Kirche bittet die Eltern um den bedingslosen Respekt des Lebens des Kindes, heilig seit seiner Empfängnis. Gleichzeitig ist es wichtig, dass sie diese Eltern erleuchtet, ihnen beisteht, ihnen ihre Gegenwart an ihrer Seite im menschlichen und spirituellen Wachstum ihres Kindes versichert!
4. Die Personen mit einer geistigen Behinderung können, wenn sie sich nicht mit dem Wort ausdrücken können, mit ihrer Haltung zeigen, dass sie den Leib Christi von der gewöhnlichen Speise unterscheiden und sie können vorbereitet werden, ihn zu empfangen.
Die Priester jedoch zögern mit Hinweis auf den Kanon 913, die Eucharistie den Personen mit schweren Behinderungen, die beziehungsunfähig scheinen, zu geben. Aber können wir nicht den großen Wunsch und die Freude Jesu, sich den Geringsten seiner Gläubigen zu schenken, in Betracht nehmen? Die Praxis der Ostkirchen, was die drei Sakramente der christlichen Initiation betrifft, könnte der Kirche vielleicht helfen, ihre Reflexion zu diesem Thema zu vertiefen.

[00260-05.03] [AU022] [Originalsprache: Französisch]

- Herr Alexei V. JUDIN, Professor für Kirchengeschichte und den interkonfessionalen Dialog in der Russischen Föderation, Russische Staatsuniversität für die Menschheit, St. Thomas Kollege (Moskau) (Föderation Rußland)

Ich möchte einen kurzen Hinweis auf die Nr. 86 des Instrumentum laboris zum Thema Eucharistie und Ökumenismus machen.
Wie ihr gut wisst, werden wir Katholiken in Russland mit dem Dialog mit den Orthodoxen auf schwere Weise konfrontiert. In dieser Synodenaula haben wir kürzlich verschiedene Beiträge zu diesem Punkt gehört, darunter die konkrete Präzisierung von Kardinal W. Kasper und die Beiträge von Kardinal L. Husar und den Bischöfen der katholischen Ostkirchen. Die Frage, die Kardinal Husar gestellt hat über die paradoxe Existenz des “superculmen” des christlichen Lebens in der Perspektive der Einheit der Kirche, berührt mir das Herz und scheint sehr anspruchsvoll. In der Tat verspüren wir Katholiken und Orthodoxe vor dem Sakrament der Eucharistie ein wahres Staunen, von dem viele Male während dieser Versammlung gesprochen wurde. Aber dieses Staunen ist verwirrend und frustrierend. Tatsächlich enthüllt sich gerade in der ökumenischen Tragweite der Eucharistie der große Skandal der Trennung unter den Christen. Gerade vor dem eucharistischen Christus wird evident, dass es keine Entschuldigungen für den Uneinheit der christlichen Welt gibt.
Bei uns Katholiken gibt es Normen, die die Interkommunion mit Nichtkatholiken regeln. Aber die gegenseitige Anerkennung der wahren Gegenwart des Herrn in der Eucharistie mit den Orthodoxen verpflichtet uns, Schritte nach vorne zu machen auf dem Weg der Wiederannäherung. Welche Schritte können wir machen? Ohne die deutlich dargelegten Regeln zu verletzen und die katholische Identität zu verlieren, müssen wir vor allem über eine Weise nachdenken, wie man die aktuelle Krise des Ökumenismus überwinden kann. Der Ökumenismus in seiner aktuellen Lage konzentriert sich vor allem auf die Diskussionen über diverse historische, theologische Fragen, etc. Die Dimension des spirituellen Ökumenismus beschränkt sich auf allgemeine Gebete, auf brüderliche Begegnungen auf verschiedenen Ebenen, aber sie bleibt stehen vor der Eucharistie. Tatsächlich versuchen diese Ausdrucksformen und diese Ereignisse, das Thema der Eucharistie zu meiden.
Diesbezüglich denke ich, dass die Gegenwart Jesu in der Eucharistie selbst uns in die Zukunft führen müsse. Man muss der Bedeutung dieser lebendigen Gegenwart des Herrn auf den Grund gehen. Dieser gemeinsame Weg muss weitergehen auf dem bereits begonnen Weg der gegenseitigen Kenntnis. Im vergangenen Jahrhundert haben wir einen solchen Fortschritt in dieser Kenntnis erreicht, und jetzt dürfen wir uns nicht zufriedengeben mit den Früchten, die wir bis jetzt gesammelt haben.
Wie können wir diese gegenseitige Kenntnis im Hinblick auf die Eucharistie vertiefen? Ich habe keine genaue Antwort, aber ich kann euch einen Vorschlag machen. Wir haben viele Charismen in der Katholischen Kirche – die Charismen der verschiedenen Orden, der verschiedenen Kongregationen, der verschiedenen Bewegungen usw. Wir können die Einheit unter ihnen nicht nur auf juridisch-administrativer Ebene, sondern auch auf geistlicher Ebene sicherstellen. Diese Charismen, diese Gaben des Geistes im Katholizismus sind untereinander sehr verschieden. Manchmal sind sie noch unterschiedlicher, wenn nicht in der Glaubenslehre, so doch in der Sensibilität und in den Ausdrucksformen, als der Katholizismus und die Orthodoxie in ihrer Gesamtheit. Wenn wir also fähig sind, im katholischen Umfeld die Dinge klar zu haben und die Einheit der verschiedenen Charismen sicherzustellen, warum können wir uns dann nicht gemeinsam dem eucharistischen Geheimnis annähern in der versöhnten Einheit zwischen dem Osten und dem Westen? Die zentrale und entscheidende Sache ist in diesem Fall in der Aufrichtigkeit zusammengefasst, mit der wir daran festhalten, dass wir in Christus und in seiner eucharistischen Gegewart bestehen, wie der bekannte russisch-orthodoxe Theologe Pavel Florenskji sagte.

[00292-05] [AU023] [Originalsprache: Italienisch]

- Herr Francisco José GÓMEZ ARGÜELLO WIRTZ, Mitgründer des Neo-Katechumenalen Wegs (Spanien)

Ich kann nicht umhin, vor dieser Versammlung Zeugnis dessen abzulegen, was der Herr wirkt.
Ich habe noch das Treffen in Köln vor Augen, wohin der Weg mehr als 100.000 Jugendliche geführt hat und wo, als Ergebnis des Weltjugendtages mit Papst Benedikt XVI., im Berufungstreffen am Tag danach, sich Tausende Jugendliche erhoben haben, um ins Seminar einzutreten und viele Mädchen für das kontemplative Leben in der Anbetung.
Wie war dies möglich? Der Papst hat es in Köln gesagt: Bildet Gemeinschaften, die auf dem Glauben basieren und die einen Weg auf Christus zu zurücklegen, in Gemeinschaft mit dem Papst und den Bischöfen.
Es ist beeindruckend, zu denken, dass hinter jedem dieser Jugendliche eine kleine Gemeinschaft in der Pfarrei steht, mit der sie einen Weg christlicher Einführung durchlaufen und auf dem die Eucharistie, die in der eigenen Gemeinschaft zelebriert wird, grundlegend ist, um ihren Glauben und ihre Berufung reifen zu lassen.
Viele dieser Jugendlichen kommen aus den eigenen, wieder hergestellten Familien und viele andere, die der Kirche fern standen, haben die Zeichen des Glaubens in lebendigen Gemeinschaften gesehen. Sie haben die Botschaft des Kerygmas in der Katechese erhalten und ein Katechumenat nach der Taufe begonnen, das der Wiederentdeckung der Taufe gewidmet ist und in dessen Mittelpunkt die österliche Vigil steht, die das Geheimnis unserer Erlösung singt und verwirklicht.
Da die Eucharistie, Osterfest der Woche, das christliche Leben nährt, müssen wir uns heute fragen: Was ist das christliche Leben? Was verkündet die Kirche?
Dass Gott seinen Sohn der Welt gegeben hat, um die Menschheit von dieser Welt in den Himmel zu führen, von der Sklaverei in die Freiheit, vom Tod ins Leben. Christus ist auferstanden, ruft die Kirche! Christus hat den Tod besiegt und lebt auferstanden unter den Christen. Wie können wir der Welt diese Botschaft bringen? Der Hl. Paulus sagt: “Denn wir sind um Jesu willen dem Tod ausgeliefert, damit auch das Leben Jesu an unserem sterblichen Fleisch offenbar wird..., so erweist an uns der Tod, an euch aber das Leben seine Macht” (vgl. 2 Kor 4,10.12).
Das ist die Dynamik des Osterfestes, das unseren Glauben nährt: Wir brauchen Christus, der sich uns in der Eucharistie gibt, der für uns, im gebrochenen Brot und in seinem vergossenen Blut stirbt, um seine Auferstehung zu zeigen, sein unsterbliches Leben in der Welt.

[00293-05.03] [AU024] [Originalsprache: Italienisch]

- Sr. Margaret WONG, F.D.C.C., Kongregation der Töchter der kanonischen Liebe, Förderin der Zentren für eucharistische Anbetung (Hong Kong, KONTINENTALCHINA)

Ich danke euch, dass ihr mir erlaubt habt, im Namen der Behinderten von Hong Kong zu sprechen. In der Vergangenheit war der größte Teil der Behinderten in unserer Gegend von der Möglichkeit der Teilnahme an der eucharistischen Feier ausgeschlossen, weil die Kirchen für sie nicht zugänglich waren. Dank sei Gott, dass im Jahre 1993 das pastorale Diözesanzentrum für Behinderte gebildet wurde, und so haben unsere Behinderten begonnen, Messen für verschiedene Gruppen gemäß ihren jeweiligen Bedürfnissen zu besuchen. Trotz unserer Grenzen und ökonomischen Engpässe haben wir, wie die arme Witwe des Evangeliums, alles, was uns zur Verfügung stand, mit unserem ganzen Herzen investiert.
In diesen Jahren, vor der Rückkehr zur Zugehörigkeit zu China, ist unsere Gesellschaft ergriffen worden von der Angst und von der Ungewissheit. Nachdem wir von unserer Unfähigkeit, jegliches Problem lösen zu können, Kenntnis genommen hatten, haben wir begonnen, uns einzusetzen, täglich eine heilige Stunde und Gebete der Fürbitte im Zentrum für Behinderte abzuhalten. Von 1996 an ist die tägliche Anbetung auf 12 Stunden ausgeweitet worden, konzentriert auf das Gebet für die Heiligung der Priester.
Wir sind zutiefst von der Zeugenschaft der Behinderten gerührt worden, die jede Art von Opfer auf sich nehmen, um an der Messe und an der Anbetung teilzunehmen, während die sogenannten Nichtbehinderten keine Zeit dafür haben.
In der Zwischenzeit hat die Prozentzahl der Personen mit psychischen Problemen und Suizidtendenzen immer mehr zugenommen. Diese Personen, die von sich eine Versagervorstellung, die zerrüttete Beziehungen hinter sich und den Geist des Versagertums haben, sind von den eigenen Familien, die auch versagt haben und von unserer Gesellschaft, die von Weltlichkeit und Materialismus bestimmt ist, verstoßen worden. In der Eucharistie sehen wir das verletzte Herz Christi, der den Wunsch hat, die zersplitterte Menschheit zu retten, von Ihm lernen wir, alle diejenigen des zerstörten Lebens zu umarmen und aufrichtig zu lieben. Wir laden sie ein, die spirituelle Heilung im Eucharistischen Herrn zu suchen.Uns sind viele innere Heilungen mitgeteilt worden und wir haben viele Telefonate seitens Außenstehender erhalten, die uns um Gebete der Fürbitte baten. Indem ich auf die laute Stimme meines Herzens seitens Unseres Herrn antwortete, habe ich im Jahre 2002 eine kleine Gruppe für Laien des geweihten Lebens mit dem Namen “Eucharistische Hostie für die Verletzbaren” gegründet - mit der vollen Unterstützung unseres Bischofs Joseph Zen. Wir haben mit 7 Mitgliedern begonnen, die physische, geistige oder andere Probleme hatten, und wir haben uns der immerwährenden Anbetung gewidmet. Wir glauben, dass die menschliche Verletzlichkeit ein Geschenk der Liebe des Vaters ist und dass sie in Gnade transformiert werden kann, ein Weg der Heiligung durch die transformierende Kraft der Eucharistie.
Hauptsächlich hat unsere Gruppe die tägliche Anbetung im Pastoralzentrum in der Weise unterstützt, dass daraus ein Zentrum der immerwährenden Anbetung werde. Mit dem Anwachsen der Mitglieder sind wir in der Lage gewesen, ein zweites Zentrum der Immerwährenden Anbetung seit dem Aschermittwoch diesen Jahres aufzubauen. In beiden Zentren sind wir glücklich, die täglicheMesse zu haben (mit Predigt), den Segen, die marianische Stunde und das heilige Uffizium zu singen (auch für die Blinden), die wöchentliche göttliche Lesung für Gruppen verschiedenen Alters, die Messen monatlicher Heilung und den Katechismus und letztlich einige auf die Eucharistie bezogenene Einkehren zu haben. Mit diesem besonderen Charisma, Personen, die in Schwierigkeiten sind, zur eucharistischen Anbetung zu führen, sendet uns der Herr nach und nach viele Freiwillige, die sich auch der eucharistischen immerwährenden Anbetung widmen, um unserem Dienst, zum Beispiel, in folgenden Dingen zu helfen:
1. Das Fasten bei Brot und Wasser jeden Mittwoch und Freitag beachten und in besonderer Weise für einzelne Priester zu beten.
2. Eucharistische Anbetung für die Kinder, wöchentlich und monatlich, und auch eine nächtliche Anbetung an den Feiertagen.
3. Eucharistische Anbetung für Hunderte von Schülern der Primarschule, von denen nur 10% katholisch sind, indem man an die Lehrer für ihre außerordentliche Aufmerksamkeit hinsichtlich des Eucharistischen Herrn appelliert.
4. Eucharistische Anbetung in der Republik China, die sich ergeben hat aus der heiligen täglichen Stunde oder auch aus der immerwährenden Anbetung in allen Gemeinden, in denen wir gewesen sind (z.B. Bien Chuen in Hebei und Hl. Petrus und Paulus in Shanghai).
5. Spirituelle Heilung von SARS-Kranken und ihren Angehörigen, sowie von medizinischem Personal hauptsächlich während kritischer Augenblicke.
6. Fasten und tägliches Fürbittegebet während der Essenszeit.
7. Fürbittegebet von Mitternacht bis 6 am Morgen für die Predigt des Priesters.
8. Internetseite: www.eucharisticoblate.org
Wir beten, dass durch die Fürbitte unseres beweinten Papstes Johannes Paul II. der Eucha-ristische Herr den Hunger unseres chinesischen Volkes mit Seinem Wort und mit seinem Brot stillen könne und dass Seine Majestät bald in China regieren könne. Maranatha. Amen.

[00305-05.07] [AU025] [Originalsprache: Englisch]

MITTEILUNGEN

● “BRIEFING”
● ZWEITE PRESSEKONFERENZ
● DRITTE PRESSEKONFERENZ

● “BRIEFING”

Das Briefing der Sprachgruppen am Samstag, 15. Oktober 2005, findet um 12.00 Uhr statt.

● ZWEITE PRESSEKONFERENZ

Die akkredierten Journalisten werden informiert, dass am Donnerstag, den 13. Oktober 2005, um 12.45 Uhr in der Aula Johannes Paul II. des Presseamtes des Heiligen Stuhls die zweite Pressekonferenz über die Arbeiten der XI. Ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode (Relatio post disceptationem) stattfinden wird.

Interventen:

● S. Em. Mons. Kardinal Francis ARINZE
Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung
Delegierter Präsident
● S. Em. Kardinal Juan SANDOVAL IÑIGUEZ
Erzbischof von Guadalajara (Mexiko)
● S. Em. Mons. Kardinal Telesphore Placidus TOPPO
Erzbischof von Ranchi (Indien)
Delegierter Präsident
● S. E. Mons. John Patrick FOLEY
Titular-Erzbischof von Neapoli von Proconsolare
Präsident des Päpstlichen Rates für die sozialen Kommunikationsmittel
Präsident der Informationskommission
● S. E. Mons. Sofron Stefan MUDRY, O.S.B.M.
Emeritierter Bischof von Ivano-Frankivsk (Ukraine)
Vize-Präsident der Informationskommission

● DRITTE PRESSEKONFERENZ

Wir informieren die akkreditierten Journalisten, dass am Samstag, den 22. Oktober, um 12.45 Uhr die dritte Pressekonferenz zu den Arbeiten der XI. Vollversammlung der Bischofssynode (Elenchus finalis) in der Aula Johannes Paul II. des Presseamtes des Heiligen Stuhls stattfinden wird.

● S. Em. Kardinal. George PELL
Erzbischof von Sydney (Australien)
● S. Em. Kardinal Mark OUELLET, P.S.S.
Erzbischof von Quebec (Kanada)
● S. Exz. Mons. Roland MINNERATH
Erzbischof von Dijon (Frankreich)
Sondersekretär
● S. Exz. Mons. Salvatore FISICHELLA
Titularbischof von Voghenza
Weihbischof von Rom
Rector Magnificus der Pontificia Università del Laterano

 

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- Verzeichnis Presseamt des Heiligen Stuhls
 
[Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch]

 

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