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20 - 12.10.2005
INHALT
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FÜNFZEHNTE GENERALKONGREGATION (MITTWOCH, 12. OKTOBER 2005 -
VORMITTAG)
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SECHZEHNTE GENERALKONGREGATION MITTWOCH, 12. OKTOBER 2005 -
NACHMITTAG)
♦ MITTEILUNGEN
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FÜNFZEHNTE GENERALKONGREGATION (MITTWOCH, 12. OKTOBER 2005 -
VORMITTAG)
Folgende Synodenväter haben in der Fünfzehnten Generalkongregation
von heute Morgen das Wort ergriffen:
-
Bf. Mons. Joseph ZEN ZE-KIUN, S.D.B., Bischof von Hong Kong
(Xianggang) (CHINA)
-
Bf. Mons. Estanislao Esteban KARLIC, Emeritierter Erzbischof von
Paraná (ARGENTINIEN)
Es folgen die Zusammenfassungen der zwei Beiträge, die nach dem
Redaktionsschluss der Verlautbarungen Nr. 10 von heute Morgen
eingetroffen sind:
-
Bf. Mons. Joseph ZEN ZE-KIUN, S.D.B., Bischof von Hong Kong
(Xianggang) (CHINA)
Die Kirche in China, die augenscheinlich in zwei Kirchen geteilt ist,
eine offizielle, die von der Regierung anerkannt ist, und einer
illegalen, die sich weigert, unabhängig von Rom zu sein, ist
tatsächlich nur eine einzige Kirche, denn alle wollen mit dem Papst
vereint sein.
Nach langen Jahren der erzwungenen Trennung ist der Großteil der
Bischöfe der offiziellen Kirche dank der Großzügigkeit des Hl.
Vaters legitimiert worden.
Besonders in den letzten Jahren ist es immer klarer geworden, dass
die Bischöfe, die ohne die Zustimmung des römischen Pontifex geweiht
worden sind, weder vom Klerus noch von den Gläubigen akzeptiert
werden.
Man hofft, dass angesichts dieses sensus Ecclesiae die Regierung die
Vorzüge einer Normalisierung der Situation einsieht, auch wenn die "konservativen"
Elemente innerhalb der offiziellen Kirche sich dem aus klaren
Beweggründen des eigenen Interesses widersetzen.
Die Einladung des Hl. Vaters an vier Bischöfe zur Synode war eine
gute Gelegenheit, aber sie scheint vergeudet worden zu sein.
Die gut gefeierte Eucharistie führt sicherlich dazu, die
Verwirklichung der wahren Religionsfreiheit für das chinesische Volk
zu beschleunigen.
[00309-05.03] [IN231] [Originalsprache: Italienisch]
-
Bf. Mons. Estanislao Esteban KARLIC, Emeritierter Erzbischof von
Paraná (ARGENTINIEN)
1. Die Eucharistie, Sakrament des Pascha Christi
Das Pascha Christi lässt uns am Leib, am Blut und an der Gegenwart
des Herrn teilhaben. In der Eucharistie hat der Herr eine
geheimnisvolle Gleichzeitigkeit zwischen seinem Tod und seiner
Auferstehung sowie dem Lauf der Jahrhunderte hergestellt. Nur der
Glaube kann diese wunderbare Transparenz von Zeit und Raum zur Kraft
der Liebe und Herrlichkeit Christi mittels des Sakraments der
Eucharistie erkennen. Im “Heute” der eucharistischen Liturgie wird
das eine erlösende Pascha zur zeitgleichen Feier.
2. Die Eucharistie und die Spiritualität des Martyriums
Die Eucharistie macht uns, da sie das Sakrament des Pascha ist, in
grundlegender Weise österlich und lässt uns teilhaben an der
Berufung des Martyriums. Sie gibt uns die Gnade, die Opfergabe
Christi in jedem Moment unserer Existenz nachzuahmen, indem wir
lieben, wie Christus geliebt hat am Kreuz.
3. Die Eucharistie, Quelle und Höhepunkt der Sendung
Die Eucharistie ist in sich selbst “der wirksamste missionarische
Akt, den die kirchliche Gemeinschaft in der Weltgeschichte
verwirklichen kann”, da sie den Retter in seinem erlösenden Pascha
enthält. Von der Eucharistie muss die Kirche ausgehen, um mit
unendlicher Freude das Evangelium der erlösenden Liebe Gottes zu
verkünden. Sein Empfänger ist die ganze Welt, jeder Mensch und seine
Kultur, um sich die Fehler und die Sünde aufzuladen und davon zu
reinigen und um alles zum Altar des Kreuzes des Herrn zu tragen.
[00308-05.02] [IN228] [Originalsprache: Spanisch]
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SECHZEHNTE GENERALKONGREGATION MITTWOCH, 12. OKTOBER 2005 -
NACHMITTAG)
● RELATIO POST DISCEPTATIONEM
● AUDITIO AUDITORUM II
Heute, am Mittwoch, den 12. Oktober 2005, hat um 16.30 Uhr mit dem
Gebet Adsumus die Sechzehnte Generalkongregation für die Auditio
Auditorum II, die zweite Anhörung der Hörer und Hörerinnen und für
die Fortsetzung der Beiträge der Synodenväter in der Aula zum
Synodenthema Die Eucharistie: Quelle und Höhepunkt des Lebens und
der Sendung der Kirche begonnen.
Turnusmäßiger Delegierter Präsident S. Em. Kardinal Telesphore
Placidus TOPPO, Erzbischof von Ranchi (Indien).
Bei dieser Generalkongregation, die um 19.10 Uhr mit dem Gebet
Angelus Domini geschlossen wurde, waren 239 Väter anwesend.
● RELATIO POST DISCEPTATIONEM
In dieser Sechzehnten Generalkongregation hat der Generalreferent,
S. Em. Kard. Angelo SCOLA, Patriarch von Venedig (Italien), in
lateinischer Sprache die Relatio post disceptationem verlesen. In
seinem zweiten Bericht zum Abschluss der allgemeinen Diskussion zum
Synodenthema in der Aula hat der Generalrelator die verschiedenen
Beiträge, die in diesen Tagen in den Generalkongregationen erfolgt
waren, zusammengefasst und einige Orientierungslinien hinsichtlich
der Arbeit der Circuli minores geboten.
Wir veröffentlichen im Folgenden eine Zusammenfassung der Relatio
post disceptationem in deutscher Sprache:
Zusammenfassung
Die Relatio post disceptationem seiner Em. Kard. Angelo Scola,
Generalreferent, eröffnet mit einer Erinnerung an Papst Johannes
Paul II., der diese XI. Ordentliche Vollversammlung der
Bischofssynode dem Thema “Die Eucharistie: Quelle und Höhepunkt des
Lebens und der Sendung der Kirche” widmen wollte und an die
Betrachtung, mit der Papst Benedikt XVI. die I. Congregatio
Generalis eingeleitet hat. Auf die Einladung des Oberhirten der
Kirche, gemäß dem Gebot Pauli, sich die Haltung Christi zu eigen zu
machen, hat - so lesen wir in der Einleitung zur Relatio - ein
Kaleidoskop von Beiträgen, Vorschlägen und des Austausches in einem
Klima geantwortet, das durch eine große kollegiale Zuneigung, durch
die Dimension des Zeugnisses in vielen Beiträgen und durch große
Freiheit und Offenheit, mit der jeder der Anwesenden sich ausdrückte,
gekennzeichnet war.
Kardinal Angelo Scola bekräftigt, indem er die Natur der Relatio
post disceptationem unterstreicht, aufgrund welcher der Verfasser
dieser die ganze Versammlung und nicht der Referent ist, dass er
nicht eine Synthese, sondern vielmehr eine Zusammenstellung der
Beiträge gemacht habe, und zwar auch aufgrund der Vielfalt der
behandelten Themen und der eingebrachten Empfindungen. Die
Einleitung schließt mit dem Aufweis der im großen Ganzen zum
Vorschein gekommenen Grundorientierung der Beiträge: Die Überwindung
jedes Dualismus zwischen Lehre und Pastoral, zwischen Theologie und
Liturgie.
Die Relatio besteht aus zwei Teilen: Der erste Teil, Das Volk Gottes
zum Glauben an die Eucharistie heranbilden, ist in fünf Kapitel
unterteilt. Im ersten stellt der Referent fest, dass zahlreiche
Beiträge die objektiven Schwierigkeiten, denen das Volk Gottes heute
im Glauben und Feiern der Eucharistie begegnet, hervorheben, und
dass die große Verantwortung seitens der Hirten bezüglich der
Evangelisierung und der Neuevangelisierung zum Vorschein kam. Durch
die Einsetzung der Eucharistie, bekräftigt der Referent, rief Jesus
eine radikale Neuheit ins Leben: Er vollzog in sich selbst den neuen
und ewigen Bund, und diese Neuheit will von der Kirche als ein
unersetzliches und äußerst wertvolles Geschenk empfangen und behütet
werden. Im zweiten Kapitel werden die Grundzüge der grundlegenden
Inhalte dieses großen Geheimnisses angeführt, die aus der
Notwendigkeit der Heranbildung der Gläubigen zu einem gesamthaften
eucharistischen Glauben erwuchsen. Im dritten Kapitel wird der
bedeutsame Platz, den in der disceptatio die Verbindung der
Eucharistie mit der Siebenzahl der Sakramente einnahm, unterstrichen.
Das vierte Kapitel handelt von der Eucharistie und dem
priesterlichen Volk, den Gläubigen, die durch ihr sich Versammeln
ihre Zugehörigkeit zur Kirche wiederentdecken, und es wird vom Dies
Domini, vom Bischof und dem Presbyterium, ständigen Diakonen und
außerordentlichen Dienern der Kommunion, von Pfarrei und kleinen
Gemeinschaften, Familie, geweihtem Leben und den Jugendlichen
gesprochen. Schließlich nimmt das fünfte Kapitel das Thema
Eucharistie und Sendung auf: Um missionarisch zu sein, muss die
Kirche auch zutiefst eucharistisch sein.
Der zweite Teil, Die eucharistische Handlung, besteht aus vier
Kapiteln. Im ersten stellt Kardinal Scola fest, dass nicht wenige
Väter mit Dankbarkeit dem positiven Einfluss der Liturgiereform auf
die Kirche, die nach dem II. Vatikanischen Konzil umgesetzt worden
war, gedachten, verbunden mit einem Anmahnen an den Reichtum der
Römischen Messbuchs und an die Dringlichkeit einer vergrößerten
Achtsamkeit für die ars celebrandi (drittes Kapitel), von der die
actuosa participatio (viertes Kapitel) abhängt, nachdem im zweiten
Kapitel die Struktur der liturgischen Feier behandelt worden war.
In der Konklusion, die den 17 Questiones für die kleinen
Arbeitsgruppen, mit denen die Relatio schließt, vorausgeht, stellt
Kardinal A. Scola fest, dass die Arbeit, die nun alle Synodenväter
erwartet, den schwierigsten Abschnitt darstellt, aus dem “die
Propositiones hervorgehen werden, die wir der Entscheidungskraft,
die dem Charisma des Nachfolgers Petri eigen ist, vorlegen werden.
Es ist eine Arbeit, die wir nochmals in voller Freiheit und Freimut
erfüllen werden, denn wir wollen sie in voller Demut tun. Denn wir
sind uns bewusst, dass die Eucharistie, soweit sie Geschenk ist,
zuinnerst mit dem Zeugnis verbunden ist, das, wie uns in Erinnerung
gerufen worden ist, bis zum Martyrium reichen kann. Aber das
Martyrein ist selbst ein Geschenk, das wiederum der Demut bedarf.
Daran erinnert uns die schöne italienische Übersetzung der Präfation
für Märtyrer: ‘Vater, der du deine Macht in den Schwachen erweist
und den Wehrlosen die Kraft zum Martyrium schenkst’”.
[00304-05.03] [NNNNN] [Originalsprache: Italienisch]
● AUDITIO AUDITORUM
Nach der Verlesung der Relatio post disceptationem haben in dieser
Sechzehnten Generalkongregation folgende Hörerinnen und Hörer das
Wort ergriffen:
-
Sr. Maria Regina CESARATO, Generaloberin der Frommen Jüngerinnen des
Göttlichen Meisters (Italien)
-
Frau Bruna TOMASI, Direktionsmitglied der Focolar Bewegung (Italien)
-
Herr Leonardo CASCO, Präsident der "Alianza para la Familia";
Mitglied des Päpstlichen Rates für die Familie (Honduras)
-
Frau Martha Lorena ALVARADO de CASCO, Präsident der "Comité por la
Vida"; Mirglied des Päpstlichen Rates für die Familie (Honduras)
-
Herr Carl Albert ANDERSON, Oberster Kavalier des Ordens der
Kavallier von Colombo (USA)
-
Mons. Peter John ELLIOTT, Direktor des Instituts Johannes Paul II.
für Ehe und Familie in Melbourne. Mitglied des Internationalen Rates
für die Katechesen (AUSTRALIEN)
-
Sr. Yvonne COLY, Formatorin des Zentrums "Mater Christi" von
Bobo-Dioulasso (Burkiner)
-
Herr Luis Fernando FIGARI, Gründer der Sodalitium Vitae Christianae
(Peru)
-
P. Athanasius SCHNEIDER. O.R.S., Pater Sprirtual und Direktor der
Studien des Höheren Seminars von Karaganda. Sekretär der
Liturgischen Kommission der Bischofskonferenz (Kazakhistan)
-
Br. Marc HAYET, Generalverantwortlicher der Kleinen Brüder Jesu
(Großbritannien und Wales)
-
Sr. Rita BURLEY, A.C.I., Generaloberin der Mägde des Heiligsten
Herzens Jesu (Italien)
-
P. Ignacio GRAMSCH LABRA, Pfarrvikar von San Luis Beltrán de
Pudahuel, Santiago de Chile. Assessore Erzdiözesan der Pastoral der
Akolyten (CHILE)
-
Herr Andrea RICCARDI, Gründer der Gemeinschaft Sant'Egidio (Italien)
-
Sr. Hermenegild MAKORO, C.P.S., der missionarischen Schwestern des
Kostbaren Blutes, Pastorale Animation der Christlichen Gemeinschaft
(Südafrika)
-
Herr Zbigniew NOSOWSKI, Direktor der Katholischen Monatszeitschrift
"Więź", Varsavia; Mitglied des Nationalen Rates für Laien in Polen
(Polen)
-
Frau Marie-Hélène MATHIEU, Internationale Koordinatorin der Bewegung
"Foi et Lumière" (Frankreich)
-
Herr Alexei V. JUDIN, Professor für Kirchengeschichte und den
interkonfessionalen Dialog in der Russischen Föderation, Russische
Staatsuniversität für die Menschheit, St. Thomas Kollege (Moskau)
(Föderation Rußland)
-
Herr Francisco José GÓMEZ ARGÜELLO WIRTZ, Mitgründer des
Neo-Katechumenalen Wegs (Spanien)
-
Sr. Margaret WONG, F.D.C.C., Kongregation der Töchter der
kanonischen Liebe, Förderin der Zentren für eucharistische Anbetung
(Hong Kong, KONTINENTALCHINA)
Es folgt die Zusammenfassung der Beiträge der Hörerinnen und Hörer:
-
Sr. Maria Regina CESARATO, Generaloberin der Frommen Jüngerinnen des
Göttlichen Meisters (Italien)
Ich danke von Herzen für das Geschenk, an dieser Synodenversammlung
teilnehmen zu dürfen, die mir die Möglichkeit gibt, mit der
pilgernden Kirche in jedem Teil der Welt auf apostolische Weise
mitzufiebern und deren Leiden und Hoffnungen zu teilen.
Ich gehöre der Kongregation der frommen Jüngerinnen des göttlichen
Meisters an, gegründet vom seligen Giacomo Alberione und eines der
10 Institute, welche die paulinische Familie bilden. Das Thema der
Synode, wie es im Instrumentum Laboris erklärt wird, bestätigt uns
in unserer kirchlichen Identität. Unsere apostolische Erfahrung,
besonders im Bereich der Liturgiepastoral und der Kunst im Dienst
der Liturgie, zeigt die Notwendigkeit, den Dienst am Volk Gottes
fortzuführen, indem man einen Beitrag zu seiner Bildung leistet,
damit es zu einer vollen und fruchtbaren Teilnahme an den göttlichen
Geheimnissen gelange und in Schönheit beten kann. Daraus folgt eine
abgestufte Bildung der “Kultur der Eucharistie”, wovon Nr. 78 des
Instrumentum Laboris spricht und die mit der “Kultur des Lebens”
zusammenfällt. Diese Notwendigkeit der Bildung hinsichtlich einer
Liturgie, die die menschliche Existenz verwandeln und zu seiner
vollständigen Erfüllung führen soll, diese sehen wir auch im Dienst
an der Person der Priester, besonders wenn sie von einer Krankheit
oder besonderen Schwierigkeit in ihrem Dienst betroffen sind. Dann
erfahren wir als geweihte Frauen die Wichtigkeit, dass in der Kirche
das “marianische Prinzip”, durch welches Maria “eucharistische Frau”
ist, neben dem “petrinischen Prinzip” präsent gehalten und geachtet
werde.
Der slg. G. Alberione, der vielleicht besser bekannt ist als der
Apostel der sozialen Kommunikation, war ein Mann Gottes, der tief
verwurzelt war im eucharistischen Geheimnis: gefeiert, angebetet,
gelebt und dauernde Quelle apostolischer Kreativität zum Wohl der
Kirche. Die entscheidende eucharistische Erfahrung geschah in der
Nacht des Jahrhundertwechsels, vom 19. zum 20. Jh., als Giacomo
Alberione, damals 16jähriger Seminarist in längerer Anbetung nach
der Mitternachtsmesse fühlte, vom Herrn bezüglich der Situation der
Menschheit erleuchtet zu werden, und mit Kraft die Notwendigkeit
wahrnahm, sein eigenes Leben in den Dienst am Evangelium zu stellen
und dabei die schnellsten und wirksamsten Mittel zu nutzen. Er
verstand immer besser, dass dies für Gott keine Frucht tragen konnte,
wenn es nicht in einem intensiven Gebetsleben seine Grundlage hatte.
So ist unsere Kongregation wie ein ständiges Gedenken, dass die
Eucharistie “Quelle und Höhepunkt” des ganzen Lebens der Kirche und
folglich des Apostolats ist, das in der paulinischen Familie erfüllt
wird.
In unserem alltäglichen Leben, das die Kontemplation mit dem
apostolischen Einsatz zu verbinden sucht, ist die Quelle von allem
die Feier der heiligen Eucharistie. Diese setzt sich fort in der
ewigen eucharistischen Anbetung, die im Turnus Tag und Nacht
andauert, und wird über die mystagogische Erfahrung hinaus als
apostolisches Gebet gelebt. Wir leben diesen Dienst des Lobes und
der Fürbitte als eine Form der Solidarität, die uns mit den
verschiedenen Situationen der Kirche und der Menschheit vereint. In
diesem Geist versichern wir, wie es auch in anderen Kirchen
geschieht, seit dem 2. Oktober 1981 täglich unsere Präsenz für die
eucharistische Anbetung in der Kapelle des Allerheiligsten in der
Basilika des Vatikans gemäß den Anliegen des Heiligen Vaters, der in
der Liebe allen Kirchen vorsteht.
[00245-05.03] [AU007] [Originalsprache: Italienisch]
-
Frau Bruna TOMASI, Direktionsmitglied der Focolar Bewegung (Italien)
Seit den Anfängen unserer Bewegung hat Gott uns auf das Testament
Jesu “dass alle eins seien“ (Joh 17,21) ausgerichtet. Seit damals
schien es uns, dass dies unsere Magna Charta sei.
Und wir haben sofort verstanden, dass die Einheit unbedingt mit der
Eucharistie verbunden ist: Bevor Jesus den Vater um die Einheit der
Seinen bittet, führt er die Eucharistie, das Sakrament der Einheit,
ein!
Und aus diesem Grund fühlten wir uns seit jeher angetrieben, jeden
Tag die Eucharistie zu empfangen, sicher das es der Heilige Geist
war, der uns dazu antrieb.
Und aus diesem Grund ist die aktive Teilnahme an der Eucharistie
eins mit der Spiritualität der Bewegung.
Die hl. Messe ist der wichtigste Moment im Tagesablauf der Fokolare.
Und wir bereiten uns auf diesen Moment vor, indem wir uns bemühen,
dass es unter uns und den Brüdern und Schwestern, die Gott uns
jeweils zur Seite stellt, nichts gebe als die Liebe: dass es keine
Schatten gebe in unseren Beziehungen, dass nichts das göttliche
Licht der Eucharistie trübe. Sagt das Evangelium nicht an einem
anderen Ort: “Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir
dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine
Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit
deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe” (Mt 5,23-24)?
Es war uns klar, dass es unter uns jenes neue Herz brauchte, dass
eine Frucht der Eucharistie ist; aber es ist auch die unabdingbare
Bedingung, damit die Eucharistie alle ihre Früchte bringen kann.
Die erste von diesen ist die Verwandlung in Christus.
Und indem wir durch die Eucharistie zu Christus wurden, haben wir
erfahren und erfahren weiterhin, dass wir auf immer vollere Weise
jene Einheit mit den Brüdern und Schwestern verwirklichen konnten,
die uns - die andererseits Grundlage unseres Lebens ist -
ermöglichte, in uns die ganze göttliche Kraft der Eucharistie
freizusetzen.
Und da haben wir etwas verstanden. Der auferstandene Christus ist im
Schoß des Vaters: die Kirche, sein Leib durch die Eucharistie, ist
auf gewisse Weise schon im Diesseits auch sie im Schoß des Vaters.
Unser Leben erschien uns damit wie der Weg hin zur Erfüllung einer
Wirklichkeit, die uns schon geschenkt worden ist und in der zu
bleiben wir uns bemühen mussten. Die Eucharistie führte uns dorthin.
Die Eucharistie behütete uns dort.
In dem kurzen Zeitraum, der mir zur Verfügung steht, möchte ich eine
Einzelheit unterstreichen.
Der Mensch wird in Christus in seiner Gesamtheit von Leib und Seele
in den Schoß des Vaters geführt. Und dorthin erwartet die ganze
Schöpfung geführt zu werden, wie Paulus sagt (Röm 8,22).
Daher haben wir uns gefragt (und fragen dies uns weiterhin): Könnten
wir uns nicht denken, dass unsere Körper, die auf lange Zeit von der
Eucharistie genährt und nach dem Tod in den Erdboden gelegt werden,
Samen der Verwandlung des Universums sein könnten? Dass wir
Eucharistie der Erde wären? Die Erde nimmt uns auf, wie wir die
Eucharistie aufnehmen; aber um in uns, wenn man so sagen kann,
umgewandelt zu werden, wie wir in Christus umgewandelt werden.
Können wir denken, dass die Erde, wenn sie unsere von der
Eucharistie genährten Körper aufnimmt, vorbereitet wird für jene
Verwandlung, zu der Gott sie beruft?
Die Eucharistie, Verwandlung des Todes in Lebens, ist Leben für das
ganze Universum.
Wenn dies wahr ist, können wir umso mehr sagen - und wir erfahren es
- dass die Eucharistie sich als das Werkzeug schlechthin (dieses
Wort sei mir erlaubt) erweist, das die volle Verchristlichung allen
menschlichen Tuns bewirkt.
[00246-05.03] [AU008] [Originalsprache: Italienisch]
-
Herr Leonardo CASCO, Präsident der "Alianza para la Familia";
Mitglied des Päpstlichen Rates für die Familie (Honduras)
Es ist richtig, dass die Synodenväter sich in den Beiträgen, die ich
in diesen Tagen zu den verschiedenen Nummern des Instrumentum
laboris hören konnte, vor allem auf die Handlung und die Teilnahme
des Priesters an der Liturgie und der Eucharistiefeier bezogen haben;
aber ich bin der Meinung, dass man in gleicher Weise die Tatsache
hervorheben sollte, dass der Laiengläubige des Beginns des 21.
Jahrhunderts sich nicht seiner Erhebung zur unvergleichbaren Würde
als Kind Gottes und als Mitglied dieses heiligen Volkes, das die
Römisch Katholische Apostolische Kirche ist, bewusst ist und auf
diese Weise im größten Teil der Fälle seine einmalige und
unersetzliche Berufung zur Heiligkeit ignoriert. All dies läßt ihn
unter anderem unfähig werden, ein wahres christliches Zeugnis in den
verschiedenen Bereichen seiner Gegenwart in der Welt abzulegen, eine
Einheit des Lebens im familiären, beruflichen, sozialen und
politischen Bereich aufrecht zu erhalten und die lebendige, reale
und persönliche Gegenwart Christi im Sakrament der Eucharistie zu
erfassen.
Basierend auf dem Gesagten möchte ich mit dem gehörigen Respekt
folgendes andeuten:
ERSTENS: Weil die Realität uns zeigt, dass eine enorme Zahl
Katholiken, die gegenwärtig auf dieser Welt leben, nicht genau die
theoretischen Prinzipien dessen kennen, was sie bekennen und das
leben, was man Katholizismus “light”(um ein Modewort zu verwenden)
nennen könnte, würde es unumgänglich und unaufschiebbar erscheinen,
40 Jahre nach Abschluss des II. Vatikanischen Konzils eine neue
katechetische Formulierung innerhalb und außerhalb der Eucharistie
zu finden, die den Laiengläubigen unseres Glaubens die Grundlagen
unserer Religion, ihrer Glaubensdogmen, ihrer Moraltheologie usw.
deutlich macht, damit die Gläubigen den Grund und den Sinn eines
durchgängig christlichen Lebens finden; also eine Formel, die dem
Laiengläubigen eine theoretische, ethische und moralische
Grundausbildung zukommen läßt, sowie das Bewusstsein der Wichtigkeit,
der einen Kirche Christi anzugehören, im positiven Sinn verstanden,
katholisch zu sein.
ZWEITENS: Auf dieser Ebene halte ich es weiterhin für notwendig,
dass die Bischöfe und Priester nicht zögern, mit Freude und
Sicherheit den Laiengläubigen ein verpflichtendes und festes
Glaubensleben vorzuschlagen, so wie es immer und für alle in der
Geschichte unserer Kirche war. Ich beziehe mich nicht nur auf die
Tatsache, auf die Teilnahme an der sonntäglichen Messe zu bestehen,
sondern auch die Praxis der täglichen Frömmigkeit, die von der
Spende der Werke am Morgen über das Sprechen des Angelus und des
Rosenkranzes bis - warum nicht- wenn möglich, zur täglichen Messe
reicht. Nach meiner persönlichen Erfahrung kann ich sagen, dass wenn
man solche Handlungen erfüllt und sie sich ständig und ohne sich zu
Ermüden vornimmt, man fast unmittelbar die Früchte erntet indem sie
den Laien in eine Glaubensatmosphäre führen, die ihn im persönlichen
und im übernatürlichen Leben besser macht. Auf diese Weise wird der
Getaufte besser auf ein wahres christliches Zeugnis in der heutigen
säkularisierten und unterdrückenden Welt vorbereitet.
Zusammenfassend konkretisiert sich mein Beitrag in der Aufforderung,
mit erneuertem Enthusiasmus in den Laien den engagierten Geist der
Christen der frühen Zeit zu wecken, oder die Berufung zum Gebet und
zum Opfer, die täglichen Handlungen grundlegender Werte der
Frömmigkeit und die Pflicht und das Recht aller Gläubigen auf das
Apostolat.
[00248-05.02] [AU010] [Originalsprache: Spanisch]
-
Frau Martha Lorena ALVARADO de CASCO, Präsident der "Comité por la
Vida"; Mirglied des Päpstlichen Rates für die Familie (Honduras)
Als Ehefrau, Mutter, Schwester, Tochter und Großmutter denke ich,
dass eine Ausbildung der Frau, die sie seit der frühen Kindheit auf
die Entwicklung der beiden wesentlichen Eigenschaften vorbereitet,
notwendig ist: Die Weiblichkeit und das Geschenk der Mutterschaft.
Die Frau ist im Herzen der Familie die natürliche Erzieherin im
Glauben, die Hand, die uns mit größter Sicherheit vor Jesus in der
Eucharistie führt. Leider hat die Mutter in den vergangenen
Jahrzehnten nach und nach die wahre Bedeutung ihrer Identität
verloren und somit auch den wahren Sinn ihrer christlichen Mission.
Offensichtlich haben viele Faktoren diesen Mentalitätswandel
beeinflußt, aber sicher denkt man darüber nicht nur intensiv im
familiären und sozialen Leben unserer Länder, sondern auch im Herzen
der Kirche nach.
Bezüglich der Frauen gibt es viel zu tun; dennoch schlage ich auf
sehr respektvolle Weise vor:
1. Soweit es möglich ist, sollte die Erziehung der Jungen und
Mädchen getrennt erfolgen, mit dem Ziel, ein Umfeld zu schaffen, das
die Entwicklung der Mädchen nach dem Vorbild der Jungfrau Maria,
Modell aller Frauen, fördert. Studien belegen, dass die getrennte
Erziehung von Jungen und Mädchen unter anderem den erzieherischen
Prozess und die Entwicklung einer gesunden Zuneigung, besonders im
Jugendalter, vereinfacht. Wenn wir den Anstieg der sexuellen
Promiskuität, die wachsende Zahl der Teenagerschwangerschaften und
die erstarren lassende Anzahl von Abtreibungen in Betracht ziehen,
können wir daraus schließen, dass es dringend notwendig ist, den
Jugendlichen geeignete Bedingungen zu bieten, um eine angemessene
christliche Erziehung zu erhalten. Die getrennte Erziehung
vereinfacht darüber hinaus die Berufungen zum religiösen Leben und
die daraus folgenden Berufungen zum Priestertum unter den Männern.
2. Ich möchte euch auch darauf hinweisen, dass es notwendig ist,
Jugendgruppen die sich ausschließlich an Mädchen richten zu bilden,
um ihre weibliche Verfassung und ihre spirituelle und doktrinale
Ausbildung zu verstärken. Nicht wenige Male habe ich in den
katholischen Jugendgruppen eine extreme Vertrautheit zwischen den
Jugendlichen verschiedenen Geschlechts festgestellt, sogar während
der Feier der Heiligen Messe. Vielleicht dürfte die Ausbildung in
gemischten Gruppen nicht immer die Norm in der Arbeit mit
Jugendlichen sein, in Anbetracht der Tatsache, dass auf diese Weise
diese Situation ein Hindernis für die Entstehung von Berufungen zum
Priestertum und zum religiösen Leben darstellen kann.
3. Bezugnehmend auf die Nr. 34 des Instrumentum laboris scheint es
mir passend, spezifische Normen über die Kleidungsweise der Frau in
der Kirche und im Verlauf anderer religiöser Zeremonien festzulegen.
In meinem Land zum Beispiel, bemerkt man eine immer stärkere
Nachlässigkeit in der Scham und die Kirche muß der Frau helfen, sich
ihrer Würde und der Heiligkeit ihres Körpers bewusst zu werden.
Um zum Schluß zu kommen, denke ich, dass es eine schöne Erfahrung
sein könnte, in den Pfarrgemeinden an bestimmten Tagen der Woche die
Anbetung Jesu im Sakrament seitens der Familien zu fördern. Auf
gleiche Weise teile ich, wie es in verschiedenen Beiträgen gesagt
wurde, die Ansicht der Wichtigkeit, den Laiengläubigen die Beichte
zu erleichtern und die aus vielen Gründen resultierendenVorteile der
Nutzung des Beichtstuhls, wenn es sich um Frauen jeden Alters
handelt.
[00247-05.01] [AU009] [Originalsprache: Spanisch]
-
Herr Carl Albert ANDERSON, Oberster Kavalier des Ordens der
Kavallier von Colombo (USA)
Meine Bemerkungen beziehen sich auf Instrumentum Laboris bei Nr. 37
über das heilige Messopfer. In seiner jüngsten Ansprache beim
eucharistischen Kongress der Diözese von Rom rief der Heilige Vater
in Erinnerung: “Der Mensch ist nach dem Abbild Gottes geschaffen,
und Gott selbst ist Liebe. Aus diesem Grund ist es die Berufung zur
Liebe, die den Menschen zum echten Abbild Gottes macht.”
Diese Erinnerung an die Berufung zur Liebe ist die anthropologische
Grundlage der Lehre von Papst Johannes Paul II. zur Würde der
menschlichen Person, Ehe und Familie (familiaris consortio Nr. 11).
Vielleicht ist nur diese “Anthropologie der Liebe” stark genug, den
Nihilismus der zeitgenössischen Kultur zu überwinden, einer Kultur
also, welche die Verbindung zwischen Freiheit und Wahrheit
zerbrochen hat.
Descartes versuchte vor Jahrhunderten, den philosophischen
Relativismus mit der Feststellung “Ich denke, also bin ich” zu
überwinden. Vielleicht kann heute der Relativismus mit einer
einfachen und doch tieferen Einsicht überwunden werden: “Ich liebe,
also bin ich”. Oder besser: “Ich werde geliebt, also bin ich”.
In unserer Zeit kann vielleicht nur durch die Wahrheit der Liebe die
Wahrheit der Freiheit wieder verstanden und die Freiheit wieder mit
der Wahrheit verbunden werden.
Jede Person sucht nach einer Liebe, die wahr ist. Und in dieser
Suche nach der wahren Liebe kann jede Person in ihrem Herzen
erfassen, ob die Liebe wahr ist, und in dieser Wahrheit kann sie
eine grundlegende Wahrheit der menschlichen Person erfassen.
Aber kann man in einer Kultur des Materialismus, der Säkularisierung
und des Relativismus die Wirklichkeit wahrer Liebe finden? In
unserer zunehmend postmodernen Kultur des Westens hat
philosophisches Denken immer weniger Überzeugungskraft. Dennoch
suchen alle Menschen nach der Liebe, denn die Berufung zur Liebe ist
ins Herz jeder Person eingeschrieben.
Wir wissen, dass die Liebe, die wir suchen, uns jeden Tag im
lebendigen Selbstopfer unseres Herrn zugänglich ist, das uns in der
Eucharistie gegenwärtig wird.
Gaudium et spes sagt uns: “Nur im Geheimnis des fleischgewordenen
Wortes wird das Geheimnis des Menschen wirklich deutlich” (Nr. 22).
Ist es dann nicht auch möglich, dass es in unserer Zeit das
Geheimnis des heiligen Selbstopfers des Herrn ist, dass die
Identität des Menschen - sein Wert, seine Würde, seine wahre
Berufung und die tiefe Wahrheit seiner Existenz - offenbar wird.
Daher setzen die eucharistische Ekklesiologie und die eucharistische
Gemeinschaft, die während dieser Versammlung so oft erwähnt wurden,
eine eucharistische Anthropologie voraus. Durch die Erkundung einer
eucharistischen Sicht der menschlichen Person - zentriert im
Liebesopfer unseres Herrn in der Messe - können wir eine neue
Katechese unserer Eucharistie finden, die zugleich ein neues
evangelisches Geschenk ermöglicht: Indem die Eucharistie den
Menschen tiefer mit unserem Herrn vereint, vereint sie den Menschen
tiefer mit der tiefsten Wirklichkeit seiner selbst.
[00249-05.03] [AU011] [Originalsprache: Englisch]
-
Mons. Peter John ELLIOTT, Direktor des Instituts Johannes Paul II.
für Ehe und Familie in Melbourne. Mitglied des Internationalen Rates
für die Katechesen (AUSTRALIEN)
Ich beziehe mich auf die Nr. 43 und 52 des Instrumentum laboris, die
der ars celebrandi und der eucharistischen Spiritualität der
Priester gewidmet sind. Augenblicklich fehlt dem römischen Ritus die
vorgeschriebene Vorbereitung der allmählichen Annäherung an die
Feier der Eucharistie, die man in den Riten der Ostkirchen finden
kann. Ich möchte daher einige praktische Vorschläge einbringen: die
Gebete, die für die Einkleidung vorgesehen sind, sollten in der
Sakristei vor jeder Messe gesprochen werden, einschließlich die
Konzelebrationen; die zuständigen Dikasterien der Römischen Kurie
sollten ein “Eucharistisches Vademecum” für die Priester ausarbeiten,
das auch Gebete für die Vorbereitung auf die Danksagung und die
eucharistische Anbetung enthalten sollte; alle Ausgaben der
Stundenliturgie sollten die Gebete für die Vorbereitung und die
Danksagung für die Messe enthalten. Während der Messe müsste das
Gebet des Zelebranten die Einhaltung der Rubriken durch die
Gläubigen beleben, beispielsweise über den aufmerksamen Gebrauch der
Stimme und indem man sich ohne Eile der Weihe der Heiligen Gestalt
widmet und die Hostie und den Kelch erhebt. Die Rubriken müssen als
Anleitung zum Gebet interpretiert werden. Mit Bezug auf Nr. 66 des
Instrumentum laboris könnten, wie die Bischöfe der Vereinigten
Staaten, auch die Bischofskonferenzen oder die Ordinari Anpassungen
für das 40-Stunden-Gebet oder die jährliche Anbetung des
Allerheiligsten veröffentlichen, die im Kirchenrecht vorgesehen ist.
Viele Priester würden auch Altarhandbücher für die Riten der
öffentlichen Anbetung begrüßen.
[00250-05.02] [AU012] [Originalsprache: Englisch]
-
Sr. Yvonne COLY, Formatorin des Zentrums "Mater Christi" von
Bobo-Dioulasso (Burkiner)
Ich danke dem Heiligen Vater für die Einladung zur Teilnahme an
diesem Treffen, das in mir ein kirchlicheres Herz schlagen lässt und
mir ein lebendigeres Bewusstsein der Kirche als Familie, ihres
Geheimnisses der Gemeinschaft und ihrer universalen Wirklichkeit
gibt.
Wenn bei uns die Frauen zusammengerufen werden oder sich versammeln,
weil das Leben “am Entstehen” oder “in Gefahr” ist, kommt jede mit
ihrer Kalebasse zum Treffen.
Da es um die Eucharistie geht, dem Brot des ewigen Lebens, geht es
um das Leben, das zu empfangen und zu fördern ist, denn “die
Eucharistie trägt in sich ihren eigenen Plan”, sagte uns unser Papst
Johannes Paul II. Darum ist sie eine “ernste” Sache, denn es gibt
nichts Größeres, und sie ist eine “schwere” Sache, denn ihr Verlust
wäre das Schlimmste, was uns passieren kann.
Als afrikanische Ordensfrau komme ich zu Ihnen mit meiner besonderen
Kalebasse:...im Namen des Lebens.
Kalebasse unseres Lebens, die offen ist für die Geschenke des Vaters,
die es anzunehmen, zu leben und weiterzugeben gilt. Durch den
Glauben (weiße Perlen), lässt uns der Geist vom Tod (schwarze Perlen)
zum Leben übergehen in der Großzügigkeit der bis ins Äußerste
gelebten Liebe (rote Perlen) in der Freude (Stängel); es handelt
sich um die Kalebasse der Gabe der Gemeinschaft und des Teilens.
Wenn die “Eucharistie die Kirche hervorbringt”, kann ich auch sagen:
“Die Kirche bringt das geweihte Leben hervor”. Dieser Aspekt wurde
mit Klarheit und Tiefe von S. Exz. Mgr. Rodé dargestellt.
Ausgehend von der Symbolik der Kalebasse kann ich noch folgendes
hinzufügen:
- Das Leben wächst: Welch schöne Erlebnisse um die Eucharistie im
Teilen der Erfahrungen der Kirchen! Wir freuen uns darüber und
danken Gott.
- Das Leben ist gefährdet: Die Zeugnisse bestätigen es uns. Das Volk
hat Hunger, das Volk hat Durst nach Sinn, nach Würde, nach Gründen
und Mitteln zum Leben: Der Hunger, Aids, die Ausbeutung der Frau,
der Kinder, die ökologischen Probleme...
- Das Leben muss sich entwickeln und erhalten werden. “Gott hat uns
die Eucharistie gegeben, damit wir weder unfruchtbar noch undankbar
seien” (hl. Irenäus, zitiert von Mgr. A. Sanon). Nur ein erhellter
Glaube kann anbeten, loben, danken, dienen im “Geist der Wahrheit”
- Mehrere haben die Notwendigkeit einer Katechese auf allen Ebenen
betont: für die Seminaristen wie auch für uns Ordensleute, vor allem
für die Frauen. Eine Bildung in der Glaubenslehre, der Liturgie,
Pastoral, Spiritualität, aber auch in der Kultur und in der
Psycho-Pädagogik der Weitergabe und der Kommunikation.
- Bei den Priestern eine Bildung im Sinn und in der Sendung des
geweihten Lebens, in der spirituellen Begleitung, um uns zu helfen,
unsere Begegnungen in den Sakramenten der Eucharistie und der Buße
als ein Weg der Umkehr, der Gemeinschaft, aber auch des spirituellen
Wachstums und der Reifung zu leben, damit wir fähig sind, die
“Übergänge vom Tod ins Leben” zu leben, die unserer Eigenschaft als
Sünder und den Schwierigkeiten des gemeinschaftlichen und
apostolischen Lebens innewohnen.
Im Namen aller aktiven und klaustrierten Ordensleute von den am
wenigsten begüterten Ländern danke ich dem Heiligen Vater, seinen
Mitarbeitern und den Teilkirchen für die geleistete Unterstützung
für die Ausbildung oder die Schaffung von Bildungseinrichtungen in
unseren Ländern.
“Herr, ich reiche dir die Kalebasse des Glaubens, der Hoffnung und
der Liebe deiner Kirche. Lege du die Früchte hinein, die du möchtest,
dass diese Synode sie hervorbringe, “damit dein Volk das Leben in
Fülle habe”. Darum bitten wir dich um die Fürsprache Mariens, der
Mutter des Lebens.
[00251-05.03] [AU013] [Originalsprache: Französisch]
-
Herr Luis Fernando FIGARI, Gründer der Sodalitium Vitae Christianae
(Peru)
In diesen Tagen, an denen wir eine großartige Erfahrung kirchlichen
Lebens machen, hat sich das Staunen vor dem Geheimnis angesichts der
wiederholten Blicke auf die Eucharistie erhöht.
Man beobachtet, dass es grundlegend ist, die Bewertung des
liebevollen und unentgeltlichen Opfers des Sohnes Marias, das
Bewusstsein dessen, was das Wunder der Realpräsenz bedeutet, wie die
Dimension des sakramentalen Opfers, die Beteiligung an der
sonntäglichen Messe, die Verbindung zwischen Buße und Kommunion, die
Anbetung des Herrn Jesus, der fortbesteht im Allerheiligsten
Sakrament als Immanuel, l’ars celebrandi, die spirituelle
Gemeinschaft als Wert an sich und die Antwort auf schmerzhafte
pastorale Situationen und so viele andere grundlegende Themen gelebt
werden, zu vertiefen.
Die Bedeutsamkeit des funktionierenden Agnostizismus, die
Säkularisierung und viele negative Strömungen, die die “Kultur des
Todes” charakterisieren, laden ein zu einer wachsenden und eifrigen
neuen Evangelisierung ad intra Ecclesiae angesichts der Schwächen,
die man feststellt.
Der Glaube, Schlüssel des christlichen Lebens, ist das Fundament,
das uns erlaubt, dass wir uns der Eucharistie nähern, und deshalb
verdient er eine besondere Aufmerksamkeit. Er fordert eine
rechtschaffene anthropologische und kulturelle Perspektive, wie auch
ein aufmerksames Hinschauen auf den Prozess, wie die Sehnsucht nach
dem Unendlichen und die vierfache Versöhnung der menschlichen Person
von den verschiedenen Surrogaten versteckt werden - von den
Ideologien und von den Gebräuchlichkeiten unserer Tage vorgebracht.
Der Blick des Glaubens auf das Geschenk der Eucharistie müsste zum
fortwährenden Staunen führen und zum Ausruf: “mein Herr und mein
Gott!”.
Auch unsere Zeit hat, wie andere, viele Eigenheiten und Bedürfnisse,
die eine Herausforderung für das christliche Leben und für die
Evangelisierung darstellen. Mit der Hilfe, die von Gott kommt,
werden diese nicht unüberwindbar sein. Wir müssen uns unserer
Schwächen bewusst sein, und indem wir von ihnen ausgehen, müssen wir
uns dem Licht und der Kraft öffnen, die uns zu Hilfe kommen, und so
müssen wir leben und der Welt unserer Hoffnung recht geben.
[00252-05.05] [AU014] [Originalsprache: Spanisch]
-
P. Athanasius SCHNEIDER. O.R.S., Pater Sprirtual und Direktor der
Studien des Höheren Seminars von Karaganda. Sekretär der
Liturgischen Kommission der Bischofskonferenz (Kazakhistan)
Ich habe meine Kindheit und frühe Jugend in der Sowjetunion
verbracht. Das sakramentale und besonders das eucharistische Leben
musste im Geheimen stattfinden. Was mich am tiefsten getroffen hat
und in meinem Gedächtnis sehr lebendig geblieben ist, war die
Haltung gegenüber der Hl. Kommunion, die ich als ars communicandi
beschreiben würde, um so auf den Ausdruck ars celebrandi anzuspielen.
Ich möchte das Beispiel zweier Priester jener Zeit anführen. Der
erste ist der Selige Alexej Saritski, der als Martyrer in Kasachstan
(+30.10.1963) gestorben ist. In den 50er Jahren, während seiner
geheimen Besuche bei den Katholiken, die die Berge des Urals
deportiert worden waren, wo meine Eltern leben, hat meine Mutter ihn
gebeten ihr eine geweihte Hostie für ihre Mutter zu geben, die
schwer krank war und die so sehr wünschte, vor ihrem Tod nochmals
die Hl. Kommunion zu empfangen, und man ja nicht wusste, wann wieder
ein Priester in diese weit entfernte Region gekommen wäre. Der
Selige Alexej gab meiner Mutter eine geweihte Hostie und ebenso die
Anweisungen, um die Kommunion in der ehrerbietigsten Weise zu
erteilen. Als die Zeit gekommen war, zog meine Mutter weiße
Handschuhe an und gab ihrer kranken Mutter mit einer Pinzette die
Hl. Kommunion. Dies war für sie die letzte Kommunion. Während der
Spendung der Eucharistie brannte auch meine Mutter darauf, sie zu
empfangen, aber da sie es sakramental nicht machen konnte, machte
sie es spirituell. Es sind noch einige Jahre vergangen, bevor meine
Mutter die Hl. Kommunion empfangen konnte, aber jene spirituelle
Kommunion gab ihr die Kraft, während der Verfolgung im Glauben treu
zu bleiben und die Liebe für die Eucharistie auch ihren Kindern zu
übermitteln. Ein anderes Beispiel ist Pater Janis Pawlowski. Auch er
hat eine Zeit in den stalinistischen Lagern in Kazakhstan verbracht
und ist dann im Ruf der Heiligkeit in Lettland gestorben (+09.05.2000).
Er hat mir die Erste Heilige Kommunion im Geheimen erteilt. Wir
waren eine kleine Gruppe von Kindern. Die äußeren Umstände waren
einfach, aber es war ein großes Fest in der Seele und P. Pawlowski
sagte uns: “Empfangt jede Kommunion so, als wäre sie eure erste und
letzte Kommunion.“
[00253-05.02] [AU015] [Originalsprache: Italienisch]
-
Br. Marc HAYET, Generalverantwortlicher der Kleinen Brüder Jesu
(Großbritannien und Wales)
Ich gehe von der Erfahrung einer kontemplativen Gemeinschaft aus,
die unter den Armen arbeitet. Die Eucharistie ist der gewöhnliche
Weg unseres Gebetes. Aber wie Charles de Foucauld geschrieben hat,
hat uns der Herr “die Aussetzung des Heiligen Sakraments und ein
ausgesetztes Leben” zusammenfügen lassen. Ein Leben unter den Augen
der Armen, die wissen, dass wir eine ähnlichen Arbeit und einen
ähnlichen Stil des Lebens wie sie haben und mit ihnen die Sorge für
eine gerechtere und würdigere Existenz teilen. Ein Leben also, das
dieser anderen Gegenwart des Herrn ausgesetzt ist: seine Gegenwart
in den Armen. Das Leben der Personen verlässt uns nicht; es hat
einen Platz in unseren Gebeten. Diese Teilnahme am Leben lässt uns
das Antlitz eines Gottes voll von Zärtlichkeit entdecken, der
demütig mit uns geht, wie uns die Eucharistie sehen lässt.
Ich habe hier eine Bitte. Seien wir vorsichtig mit unserer Art des
Sprechens. Fehlt nicht im Sprechen von unserer Welt, vor allem in
Begriffen wie”Kultur des Todes”, vielleicht der Respekt gegenüber
denen, die versuchen ihren Glauben an Gott oder ihren Glauben an den
Menschen zu leben, der sich verschenkt im Dienst des Lebens - von
den Vätern und den Müttern der Familie bis zu den Personen, die
beschäftigt sind in der Politik oder im sozialen Bereich? Diese Welt
ist auch der Ort der Großzügigkeit und des Engagements, manchmal
auch um den Preis des Lebens; und es ist genau für diese vielfältige
Welt und nicht für eine andere, für die der Vater liebt, für die er
seinen Sohn geschenkt hat (woran die Eucharistie erinnert) und für
die der Heilige Geist wirkt.
Die Säkularisierung hat uns die Bedeutung geraubt, die wir vorher
hatten. Wir haben Mühe, dies zu akzeptieren. Die Männer und die
Frauen hören heute das Wort des Evangeliums nur, wenn es als Angebot
für ihre Freiheit und in einem wahren Dialog vorgebracht wird, in
welchem wir ihre Anfrage respektieren und die Aufnahme ihrer
Kompetenz und ihrer Lebenserfahrung akzeptieren, eingeschlossen die
der Ärmeren, die reich ist an Menschlichkeit. Das demütige Zeichen
des Brotes und des Weines, zugänglich für alle und verstanden von
allen, lädt uns vielleicht zu diesem Dialog ein.
[00254-05.02] [AU254] [Originalsprache: Französisch]
-
Sr. Rita BURLEY, A.C.I., Generaloberin der Mägde des Heiligsten
Herzens Jesu (Italien)
Die Mägde vom Heiligen Herzen Jesu, eine religiöse Gemeinschaft, die
1877 in Spanien von der hl. Raffaela Maria Porras gegründet wurde,
hat im Zentrum des Lebens die Eucharistie stehen; sie ist für das
Institut das, was dem Baum die Wurzel ist, das heißt das Leben.
Die Aufforderung Christi “tut dies zu meinem Gedächtnis” erleben wir
in der Fortsetzung der Gnade der Feier in der eucharistischen
Anbetung und in der apostolischen Arbeit, die die Erfahrung der
heilenden Liebe Gottes weiterträgt.
Die Kontemplation Christi in der Eucharistie führt uns zur Suche und
zur Beantwortung seiner Gegenwart in allen Dingen und macht aus
unserem Leben in einen andauernden Akt der Anbetung. “In all meinen
Handlungen muß ich darauf achten, dass ich mich in einem großen
Tempel befinde und wie ein Priester immer und in jeder Sache
ständiges Opfer und Lob zum höchsten Ruhm Gottes darbringen muß”
betont die hl. Raffaela Maria Porras.
“Es gibt also keine echte Feier und eucharistische Anbetung, die
nicht zur Mission führt (Rede von Johannes Paul II. an die
Jugendlichen der Diözese Roms, Teilnehmer an der Mission “Jesus im
Zentrum”, 9. Oktober 2004). Was alles was wir sind und tun in eine
Teilnahme an der Mission Christi verwandelt, ist die Wandlung
unseres Herzens durch die Gemeinschaft mit der Liebe Christi im
Geheimnis der Eucharistie. Wenn wir den Blick auf das Herz dessen “
den sie durchbohrt haben” (Joh 19, 37) richten, sehen wir die
liebevolle Güte Gottes und somit schauen wir die Welt mit Hoffnung
an.
Es ist unser Wunsch, Frauen und Gemeinschaft des Mitgefühls und der
Gemeinschaft, im Dienst des wahren Lebens (Joh 6, 35) zu sein. “Ich
bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben” (Joh
10, 10). Wir machen dies auf vielerlei Weise, entsprechend den
lokalen Bedürfnissen und Kulturen; die Eucharistie bildet immer das
schlagende Herz unserer Mission. (Vgl. IL 88).
Die Leute von Bazartete in Ost-Timor erleben die leidvollen Folgen
des Krieges. Unsere Schwestern bieten die heilende Gegenwart der
eucharistischen Anbetung an, unterstützen humanitäre und schulische
Projekte und widmen sich dem Zuhören der Leiden der Menschen und
begleiten sie auf dem schwierigen Weg in Richtung Frieden und
Versöhnung: “ Frieden hinterlasse ich euch, meinen Frieden gebe ich
euch” (Joh 14, 27).
In der Diözese von Yokohama in Japan, innerhalb einer stark
buddhistischen Kultur, legen die Schwestern ein stilles Zeugnis
ihres Glaubens an die Gegenwart des auferstandenen Herrn ab; und in
ihrem Unterricht in den Schulen und Universitäten übertragen sie die
evangelischen Werte der Liebe, der Vergebung und des Respekts. Viele
wurden von dem Glauben von Jesus angezogen: “ Und ich, wenn ich über
die Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen” (Joh 12, 32). Die
Eucharistie und das Arbeiten für die Gerechtigkeit sind zwei
untrennbare Tatsachen. Die Gemeinschaft mit Christus in der
Eucharistie bringt die Annahme der moralischen Verantwortung mit
sich, für ihn zu arbeiten in Zusammenarbeit mit den anderen, um
ungerechte Systeme und Mentalitäten in Strategien und Pläne
umzuwandeln, die die wahre Natur der Liebe Gottes für unsere
menschliche Familie fördern: “Ja, ich komme...um Deinen Willen, Gott,
zu tun” (Heb 10, 7).
[00255-05.03] [AU017] [Originalsprache: Englisch]
-
P. Ignacio GRAMSCH LABRA, Pfarrvikar von San Luis Beltrán de
Pudahuel, Santiago de Chile. Assessore Erzdiözesan der Pastoral der
Akolyten (CHILE)
Ich bin noch immer überrascht, dass ich eingeladen wurde, als Hörer
an der Synode teilzunehmen. Ich bin sehr überrascht, aber ich danke
Gott unendlich, dass er mir die Möglichkeit gegeben hat zu hören,
mit viel Liebe ihr, liebe Bischöfe, über unsere Kirche sprecht und
euch um die Evangelisierung in der heutigen Welt sorgt mit der
Gewissheit der Gegenwart unseres Herrn Jesus Christus unter uns in
der Eucharistie.
Seit fünf Jahren bin ich der Beauftragte für die
Ministrantenpastoral der Erzdiözese von Santiago. Wir arbeiten mit
den Kindern und den Jugendlichen: Sie dienen am Altar, damit die
Feier der Sakramente und besonders der Eucharistie mit viel Liebe,
Hingabe und Schönheit gefeiert werden.
In der Jugend- und Berufungspastoral sind wir uns der Wichtigkeit
der Arbeit mit den Messdienern bewusst geworden, denn eine recht
bedeutende Anzahl der heute in Chile vorhandenen Priester sind als
Kinder oder Jugendliche Messdiener gewesen. Wahrscheinlich auch der
eine oder andere von euch, liebe Bischöfe, ist als Kind Messdiener
gewesen.
Wir haben einen einfachen Ausbildungsweg für die Messdiener
durchgeführt, der aus sechs Etappen besteht, vom Moment, in dem der
Junge eintritt und sich zum Altardienst vorbereiten will bis zum
Moment, wo er das Sakrament der Firmung empfängt. In jeder Etappe
gibt es Ziele, die es zu erreichen gilt, Themen für die Treffen,
empfohlene Aktivitäten und eine Schlussauswertung. Wir sprechen von
einem Jugendlichen im Alter von acht bis achtzehn Jahren. Es sind
wöchentliche Treffen mit seinen Vorbereitern vorgesehen, die Nähe
seiner Priester, die Integration in die Jugendpastoral. Bei der
Ausbildung haben wir den Jugendlichen in seiner Gesamtheit in
Betracht gezogen und zusammen mit seiner Ausbildung in der
Glaubenslehre, in der Katechese und der Liturgie, wollen wir, dass
sie gute Schüler, gute Söhne, gute Bürger und in Zukunft gute Väter
katholischer Familien sind.
Die Messdiener helfen nicht nur bei der Sonntagsmesse, sondern auch
an anderen Tagen der Woche. Da sie dem Herrn in der Eucharistie sehr
nah sind, sind sie eher geneigt, den Herrn anzubeten, wie uns das
Instrumentum Laboris bei Nr. 65 sagt. Sie sind es gewohnt, nahe beim
Priester und seinen Freunden zu sein, daher haben sie ihn oft zum
spirituellen Begleiter. Sie sind es gewohnt, an Einkehrtagen und
Bildungskursen teilzunehmen. Viele dieser Kinder kommen zur
Eucharistiefeier vor dem Priester in die Kapelle oder Kirche und
helfen bei der Vorbereitung des Altars, des Messbuchs, des
Lektionars, der Blumen usw. Sie spüren und leben die
Eucharistiefeier als ihre Sache und nehmen auch wahr, wie das, was
sie tun zur Schönheit der Feier beiträgt.
Wir haben die Eltern der Kinder einbezogen, da sie wissen wollen, wo
ihre Söhne sind, mit wem sie zusammen sind und was sie tun. In
vielen Fällen waren es die Kinder, welche die Eltern zu Kirche
hinführten, und so wurden die Messdiener für die ganze Familie zu
einer Eingangspforte zu den Sakramenten.
Ich möchte die Synode und vielleicht unseren geliebten Heiligen
Vater bitten, ob sie ein Wort sagen könnten, um das Wachstum der
Messdiener in unserer Kirche zu fördern, denn manchmal ziehen es die
Priester vor, für diese einfachen liturgischen Dienste mit
erwachsenen, engagierten Laien zu arbeiten. Die Erwachsenen machen
ihnen keine Mühe, stellen ihnen keine indiskreten Fragen, sind im
Allgemeinen pünktlich und verantwortungsbewusst. Mit den Kindern und
Jugendlichen dagegen muss man Geduld haben, ihnen zuhören und sie
mit Liebe erziehen. Dagegen kommen die Priesterberufungen nicht von
verheirateten Männern, die schon eine Familie haben und vielleicht
in der Kirche nicht stören, sondern sie gehen aus den Jugendlichen
hervor, welche die ungeheure Liebe Gottes entdecken und die
aufgenommen werden und denen sich die geeigneten Bedingungen bieten
für das Gebet und die geistliche Leben, um aufmerksam zu sein auf
Jesus, den Herrn, falls Er sie ruft, ihm in größerer Nähe zu folgen
im priesterlichen oder geweihten Leben. Die Ministrantenpastoral
möchte alle Möglichkeiten schaffen, dass diese Kinder und
Jugendlichen zu einer tiefen Begegnung mit dem Herrn Jesus Christus
gelangen und ihm ihr ganzes Leben lang folgen in der Berufung, zu
denen Gott sie rufen will.
[00256-05.03] [AU018] [Originalsprache: Spanisch]
-
Herr Andrea RICCARDI, Gründer der Gemeinschaft Sant'Egidio (Italien)
Das Leben des Christen unter den Menschen liegt häufig im Anonymen.
Hat der Christ etwas, das er anderen geben kann? Man gibt nichts,
außer dem, was man empfangen hat: das Brot des Wortes und der
Eucharistie. Jesus sagt zu den Jüngern: “Gebt ihr ihnen zu essen” (Mt
14,16): das ist die Sendung. Wenn man gutes Brot anbietet, bemerkt
man, dass es Hunger gibt; dass die Zeit weniger negativ ist als uns
erscheint. Und angesichts der großen Armut? Heute ist man verwirrt
oder vergisst. Man kann die Armen nicht ohne Evangelium lassen. Die
Nächstenliebe dauert ohne die Nahrung der Eucharistie nicht an. Das
habe ich in so vielen bekannten und unbekannten Existenzen unter den
Armen gesehen, die heute dafür sorgen, dass - trotz unserer
Beschränkungen - die Kirche eine Ressource für die Verzweifeltsten
darstellt. Die Christen schließlich zeigen, ausgehen in dem sie von
der Hölle der Verfolgungen des XX. Jahrhunderts, dass es immer
möglich ist, das Evangelium zu leben und mitzuteilen. Im Jahr 2000
forderte Johannes Paul II. dazu auf, die Zeugnisse der neuen
Martyrer zu sammeln. Ich lenke die Aufmerksamkeit auf die Tatsache,
dass dies ein Werk ist, dass in den Teilkirchen und auf zentraler
Ebene wieder aufgenommen werden muss. Es gibt ein Testament der
Martyrer, das im Kontext der Eucharistie geöffnet werden muss. Die
Verbindung zwischen Eucharistie und Martyrium ist Quelle des
Vertrauens und der Hoffnung, jenseits unserer realistischen oder
pessimistischen Sichtweise der Situationen.
[00257-05.02] [AU019] [Originalsprache: Italienisch]
-
Sr. Hermenegild MAKORO, C.P.S., der missionarischen Schwestern des
Kostbaren Blutes, Pastorale Animation der Christlichen Gemeinschaft
(Südafrika)
Ich bin Schwester Makoro und gehöre zur diözesanen Animationsgruppe
der Diözese von Umtata in Südafrika. Seit Januar dieses Jahres
bereisen wir Gemeinden und kleine Gemeinschaften der Diözese, und
mit ihnen leiten wir Arbeitskreise zur tieferen Bedeutung der
Eucharistie. Da ich ganz nah an der Situation dran bin, möchte ich
euch eine alarmierende Beobachtung mitteilen.
Vor allem besteht eine besorgniserregende Ignoranz, sogar bei guten
Katholiken und den alten Katholiken hinsichtlich der tiefsten
Bedeutung der Eucharistie. In zweiter Linie ist das eucharistische
Gebet für den Großteil von ihnen nichts anderes als ein anderes
Gebet, das vom Priester nach dem Wortgottesdienst gelesen wird. Der
Wortgottesdienst ist häufig sehr viel interessanter als die Lesung
des Kanons seitens des Priesters.
Wir haben ferner entdeckt, dass schöne Predigten oder brillante
Vorlesungen zur Eucharistie gehaltlos sind, wenn die tiefere
Bedeutung der Eucharistie, will sagen des Geheimnisses, bei der
Feier nicht aufgenommen wird.
Aus diesem Grund gestattet mir bitte, folgende Bitte darzulegen:
Bitten wir unsere Autoritäten im Bereich der Liturgie, Arten und
Mittel zu suchen, die hülfen, das grundsätzliche Thema der
Eucharistie in unseren eucharistischen Hochgebeten hervorzuheben und
zu betonen, damit unsere Gläubigen das Geheimnis verstehen können
und es erleben.
Um ein Beispiel zu geben: im Wortgottesdienst erklärt und
unterstreicht man die Präsenz des Herrn mit der feierlichen
Prozession des Evangeliums und dem freudigen Singen des Halleluja.
Meine demütige Anfrage ist folgende:
Können wir etwas Ähnliches hinsichtlich des eucharistischen
Hochgebets tun, um die verschiedenen Aspekte des eucharistischen
Geheimnisses zu klären und offensichtlich werden zu lassen? Zum
Beispiel:
- die Präsenz Christi “in persona” (z.B. durch die stille Anbetung,
den freudigen Empfang)
- das Opfer Christi am Kreuz (z.B. mit der Zurschaustellung eines
Kreuzes, wobei der Ausdruck “euch dargeboten” unterstrichen wird,
was Licht auf den Sinn des Brotbrechens wirft)
- das Opfer der Kirche (was dem menschlichen Leiden Stimme gibt)
- die Auferstehung Christi (den auferstandenen Herrn grüßend:
isibongo!)
- die Feier der Danksagung (die Teilnehmenden einladen, kurze
Aussprüche der Dankbarkeit zu rezitieren)
- die Feier der Einheit (Personen verschiedener Herkunft zum Altar
kommen lassen und sie einladen, das Zeichen des Friedens miteinander
zu tauschen)
- das ewige Hochzeitsfest des Lammes (mit den Heiligen und den
Vorfahren)
Ich möchte einen zweiten Vorschlag machen:
Man könnte eine Reihe von eucharistischen Feiern vorsehen, die die
verschiedenen Aspekte des eucharistischen Geheimnisses behandeln.
Man könnte geeignete Gebete rezitieren, eine besondere Einleitung,
besondere Gebete seitens des Zelebranten und verschiedene
Möglichkeiten, das Thema während des eucharistischen Hochgebets zu
illustrieren. Diese Serie von eucharistischen Feiern könnte ab und
zu in den Gemeinden stattfinden zum Zweck der Klärung eines
besonderen Aspekts des eucharistischen Geheimnisses.
[00258-05.04] [AU020] [Originalsprache: Englisch]
-
Herr Zbigniew NOSOWSKI, Direktor der Katholischen Monatszeitschrift
"Więź", Varsavia; Mitglied des Nationalen Rates für Laien in Polen
(Polen)
1. Vor zehn Jahren bereitete ich zusammen mit Freunden aus derselben
Generation ein Buch und eine Fernsehserie vor mit dem Titel “Die
Kinder des II. Vatikanums stellen Fragen”. Der von uns gewählte
Ausdruck - “Kinder des Konzils” - wurde in Polen ziemlich populär
als ein Name für jene Katholiken, die mit dem II. Vatikanischen
Konzil geboren wurden und die sich NICHT an eine andere Liturgie als
der in der eigenen Sprache erinnern, für die Dinge, die das Konzil
neue entdeckt hatte wie die universale Berufung zur Heiligkeit,
ökumenische Offenheit, den Dialog mit anderen Religionen und den
Nichtgläubigen, keinesfalls Neuigkeiten darstellen, sondern ein Teil
der offensichtlichen Lehre der Kirche, Teil und Gepäck der Tradition.
Von dieser Erfahrung her möchte ich nun diese Gelegenheit, an der
Bischofssynode, die im Jahr des 40. Jahrestages des Abschlusses des
II. Vatikanums stattfindet, sprechen zu können, nutzen, um Gottes
Vorsehung für dieses große Geschenk des Konzils und der
nachkonziliaren Reformen, einschließlich einer liturgischen, zu
danken. Es hat natürlich viele Missbräuche bei der Feier der
Eucharistie gegeben, und diese sollten überwunden werden. Doch ich
möchte meiner Überzeugung Ausdruck geben, dass ohne Liturgiereform
viele Katholiken meiner Generation ihren Platz in der Kirche nicht
gefunden hätten (oder zumindest wäre dies schwieriger gewesen).
2. Die Eucharistie ist zweifellos der wichtigste Moment im Leben der
Kirche. Lassen Sie es mich in der Wirtschaftssprache ausdrücken -
sie ist das Flaggschiff oder der Schaukasten der Kirche. Sehr oft
ist sie das Einzige, wodurch einige nominelle Katholiken oder
Nichtkatholiken irgendeinen direkten Kontakt mit der Kirche haben.
Daher sollten wir selbst aus pragmatischen Gründen in jeder Pfarrei
unser Bestes tun, damit die Sonntagsmesse wirklich schön und
inspirierend wird und ihre Teilnehmer in die Tiefe führt. Es ist
schön, wenn Pfarreien durch festliche Gartenparties oder
Sportanlässe neu belebt werden, doch das wichtigste Element im
Pfarreileben sollte die Sorge um die sonntägliche Eucharistie sein.
Auf diesem Gebiet ist die Verantwortung des Priesters zentral. Wenn
eine Messe vom Priester nur gelesen wird, wird sie von der
Pfarrgemeinde nur gehört. Wenn sie von einem Priester gefeiert wird
als das große Geheimnis, wenn er den Geist der Liturgie kenn, spürt
und ausdrückt, wenn er auf sichtbare Weise betet beim Feiern der
Eucharistie - dann wird sie von den Laien als eine Einladung zur
tiefen Gemeinschaft mit Gott erfahren.
3. So viel hängt vom Priester ab, doch zugleich möchte ich sagen,
was in den Diskussionen dieser Synode fehlt, ist eine Reflexion über
die Laienspiritualität, genauer eucharistische Laienspiritualität.
Das Instrumentum Laboris erwähnt sie kann kurz in den Nummern 75-76,
aber sie wird dort auf Formen der Frömmigkeit reduziert. Für mich
ist eucharistische Spiritualität nicht nur die Teilnahme an der
Messe und Anbetung des Allerheiligsten. Sie umfasst das ganze Leben.
Besonders die Laienchristen von heute benötigen ein neues
Verständnis der Beziehung zwischen der Eucharistie und ihrem
täglichen Leben. Die Eucharistie - als Opfer, als Gegenwart, als
Gedächtnis - sagt etwas sehr Wichtiges und Konkretes für unsere
täglichen Entscheidungen, für das, was wir in unseren Ehen, unseren
Familien, unseren Küchen, unseren Schlafzimmern, im sozialen Leben
tun. Sie sagt: Je mehr du dich andern gibst, umso mehr findest du
dich selbst; je mehr du liebst, umso mehr sollst du opfern; je mehr
du gibst, umso mehr wirst du empfangen. Dies ist die eucharistische
Haltung, auf diese Weise wirst man eine wirklich eucharistische
Person, selbst wenn man nicht jeden Tag an der heiligen Messe
teilnimmt. Auf diese Weise war Maria eine eucharistische Frau -
bevor diese eingesetzt wurde!
4. Meine über 20jährige Erfahrung in der Teilnahme an der Bewegung
“Glaube und Licht”, die von Jean Vanier und Marie-Helene Mathieu
gegründet wurde, führt mich zu meinem letzten Vorschlag. In diesen
Gemeinschaften, die sich um Personen mit einer geistigen Behinderung
sammeln, lernte ich, dass die Kirche zwei Schätze hat: Die
Eucharistie und die Armen. Aber diese beiden Schätze kommen selten
zusammen. Wir brauchen sichtbare Zeichen ihrer Einheit. Besonders
diejenigen, die am Teilen des eucharistischen Brotes teilnehmen,
sollten immer auf sichtbare Weise ihre Solidarität mit den Armen,
denen das tägliche Brot zum Essen fehlt, zum Ausdruck bringen.
[00259-05.01] [AU021] [Originalsprache: Englisch]
-
Frau Marie-Hélène MATHIEU, Internationale Koordinatorin der Bewegung
"Foi et Lumière" (Frankreich)
Die Nr. 79 des Instrumentum laboris macht den Hinweis auf den
Zusammenhang zwischen Christus, der in der Eucharistie gegenwärtig
und Christus, der in den geistig und körperlich Behinderten (die
zwischen 20 und 25 % der Bevölkerung ausmachen) gegenwärtig ist.
1. In der Haltung der Gesellschaft herrscht trotz allen gemachten
Fortschritten weiterhin oft Verachtung und Ablehnung. (Zum Beispiel,
einige Gesetze gegen die Abtreibung sehen die Beseitigung des
behinderten Kindes bis vor seiner Geburt vor).Im Gegensatz zu diesen
Praktiken manifestiert Jesus eine Vorliebe zu allen behinderten
Menschen. Über den Schatz von seiner Gegenwart in der Eucharistie
hinaus sichert uns Jesus seine Gegenwart in den armen und schwachen
Peronen zu.
2. Johannes Paul II sagte zu einigen Geistigbehinderten: “Nehmt
Platz im Herzen der Kirche”. Wie können die Gemeinden besser helfen
diesen Platz zu finden?
Spezielle Einrichtungen können helfen, aber mehr von Bedeutung ist
die Qualität der Aufnahme, welche erlaubt, dass jeder sich geliebt
fühlt, gerufen zu lieben, nützlich zu sein.
3. Die Kirche bittet die Eltern um den bedingslosen Respekt des
Lebens des Kindes, heilig seit seiner Empfängnis. Gleichzeitig ist
es wichtig, dass sie diese Eltern erleuchtet, ihnen beisteht, ihnen
ihre Gegenwart an ihrer Seite im menschlichen und spirituellen
Wachstum ihres Kindes versichert!
4. Die Personen mit einer geistigen Behinderung können, wenn sie
sich nicht mit dem Wort ausdrücken können, mit ihrer Haltung zeigen,
dass sie den Leib Christi von der gewöhnlichen Speise unterscheiden
und sie können vorbereitet werden, ihn zu empfangen.
Die Priester jedoch zögern mit Hinweis auf den Kanon 913, die
Eucharistie den Personen mit schweren Behinderungen, die
beziehungsunfähig scheinen, zu geben. Aber können wir nicht den
großen Wunsch und die Freude Jesu, sich den Geringsten seiner
Gläubigen zu schenken, in Betracht nehmen? Die Praxis der Ostkirchen,
was die drei Sakramente der christlichen Initiation betrifft, könnte
der Kirche vielleicht helfen, ihre Reflexion zu diesem Thema zu
vertiefen.
[00260-05.03] [AU022] [Originalsprache: Französisch]
-
Herr Alexei V. JUDIN, Professor für Kirchengeschichte und den
interkonfessionalen Dialog in der Russischen Föderation, Russische
Staatsuniversität für die Menschheit, St. Thomas Kollege (Moskau)
(Föderation Rußland)
Ich möchte einen kurzen Hinweis auf die Nr. 86 des Instrumentum
laboris zum Thema Eucharistie und Ökumenismus machen.
Wie ihr gut wisst, werden wir Katholiken in Russland mit dem Dialog
mit den Orthodoxen auf schwere Weise konfrontiert. In dieser
Synodenaula haben wir kürzlich verschiedene Beiträge zu diesem Punkt
gehört, darunter die konkrete Präzisierung von Kardinal W. Kasper
und die Beiträge von Kardinal L. Husar und den Bischöfen der
katholischen Ostkirchen. Die Frage, die Kardinal Husar gestellt hat
über die paradoxe Existenz des “superculmen” des christlichen Lebens
in der Perspektive der Einheit der Kirche, berührt mir das Herz und
scheint sehr anspruchsvoll. In der Tat verspüren wir Katholiken und
Orthodoxe vor dem Sakrament der Eucharistie ein wahres Staunen, von
dem viele Male während dieser Versammlung gesprochen wurde. Aber
dieses Staunen ist verwirrend und frustrierend. Tatsächlich enthüllt
sich gerade in der ökumenischen Tragweite der Eucharistie der große
Skandal der Trennung unter den Christen. Gerade vor dem
eucharistischen Christus wird evident, dass es keine
Entschuldigungen für den Uneinheit der christlichen Welt gibt.
Bei uns Katholiken gibt es Normen, die die Interkommunion mit
Nichtkatholiken regeln. Aber die gegenseitige Anerkennung der wahren
Gegenwart des Herrn in der Eucharistie mit den Orthodoxen
verpflichtet uns, Schritte nach vorne zu machen auf dem Weg der
Wiederannäherung. Welche Schritte können wir machen? Ohne die
deutlich dargelegten Regeln zu verletzen und die katholische
Identität zu verlieren, müssen wir vor allem über eine Weise
nachdenken, wie man die aktuelle Krise des Ökumenismus überwinden
kann. Der Ökumenismus in seiner aktuellen Lage konzentriert sich vor
allem auf die Diskussionen über diverse historische, theologische
Fragen, etc. Die Dimension des spirituellen Ökumenismus beschränkt
sich auf allgemeine Gebete, auf brüderliche Begegnungen auf
verschiedenen Ebenen, aber sie bleibt stehen vor der Eucharistie.
Tatsächlich versuchen diese Ausdrucksformen und diese Ereignisse,
das Thema der Eucharistie zu meiden.
Diesbezüglich denke ich, dass die Gegenwart Jesu in der Eucharistie
selbst uns in die Zukunft führen müsse. Man muss der Bedeutung
dieser lebendigen Gegenwart des Herrn auf den Grund gehen. Dieser
gemeinsame Weg muss weitergehen auf dem bereits begonnen Weg der
gegenseitigen Kenntnis. Im vergangenen Jahrhundert haben wir einen
solchen Fortschritt in dieser Kenntnis erreicht, und jetzt dürfen
wir uns nicht zufriedengeben mit den Früchten, die wir bis jetzt
gesammelt haben.
Wie können wir diese gegenseitige Kenntnis im Hinblick auf die
Eucharistie vertiefen? Ich habe keine genaue Antwort, aber ich kann
euch einen Vorschlag machen. Wir haben viele Charismen in der
Katholischen Kirche – die Charismen der verschiedenen Orden, der
verschiedenen Kongregationen, der verschiedenen Bewegungen usw. Wir
können die Einheit unter ihnen nicht nur auf
juridisch-administrativer Ebene, sondern auch auf geistlicher Ebene
sicherstellen. Diese Charismen, diese Gaben des Geistes im
Katholizismus sind untereinander sehr verschieden. Manchmal sind sie
noch unterschiedlicher, wenn nicht in der Glaubenslehre, so doch in
der Sensibilität und in den Ausdrucksformen, als der Katholizismus
und die Orthodoxie in ihrer Gesamtheit. Wenn wir also fähig sind, im
katholischen Umfeld die Dinge klar zu haben und die Einheit der
verschiedenen Charismen sicherzustellen, warum können wir uns dann
nicht gemeinsam dem eucharistischen Geheimnis annähern in der
versöhnten Einheit zwischen dem Osten und dem Westen? Die zentrale
und entscheidende Sache ist in diesem Fall in der Aufrichtigkeit
zusammengefasst, mit der wir daran festhalten, dass wir in Christus
und in seiner eucharistischen Gegewart bestehen, wie der bekannte
russisch-orthodoxe Theologe Pavel Florenskji sagte.
[00292-05] [AU023] [Originalsprache: Italienisch]
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Herr Francisco José GÓMEZ ARGÜELLO WIRTZ, Mitgründer des
Neo-Katechumenalen Wegs (Spanien)
Ich kann nicht umhin, vor dieser Versammlung Zeugnis dessen
abzulegen, was der Herr wirkt.
Ich habe noch das Treffen in Köln vor Augen, wohin der Weg mehr als
100.000 Jugendliche geführt hat und wo, als Ergebnis des
Weltjugendtages mit Papst Benedikt XVI., im Berufungstreffen am Tag
danach, sich Tausende Jugendliche erhoben haben, um ins Seminar
einzutreten und viele Mädchen für das kontemplative Leben in der
Anbetung.
Wie war dies möglich? Der Papst hat es in Köln gesagt: Bildet
Gemeinschaften, die auf dem Glauben basieren und die einen Weg auf
Christus zu zurücklegen, in Gemeinschaft mit dem Papst und den
Bischöfen.
Es ist beeindruckend, zu denken, dass hinter jedem dieser
Jugendliche eine kleine Gemeinschaft in der Pfarrei steht, mit der
sie einen Weg christlicher Einführung durchlaufen und auf dem die
Eucharistie, die in der eigenen Gemeinschaft zelebriert wird,
grundlegend ist, um ihren Glauben und ihre Berufung reifen zu lassen.
Viele dieser Jugendlichen kommen aus den eigenen, wieder
hergestellten Familien und viele andere, die der Kirche fern standen,
haben die Zeichen des Glaubens in lebendigen Gemeinschaften gesehen.
Sie haben die Botschaft des Kerygmas in der Katechese erhalten und
ein Katechumenat nach der Taufe begonnen, das der Wiederentdeckung
der Taufe gewidmet ist und in dessen Mittelpunkt die österliche
Vigil steht, die das Geheimnis unserer Erlösung singt und
verwirklicht.
Da die Eucharistie, Osterfest der Woche, das christliche Leben nährt,
müssen wir uns heute fragen: Was ist das christliche Leben? Was
verkündet die Kirche?
Dass Gott seinen Sohn der Welt gegeben hat, um die Menschheit von
dieser Welt in den Himmel zu führen, von der Sklaverei in die
Freiheit, vom Tod ins Leben. Christus ist auferstanden, ruft die
Kirche! Christus hat den Tod besiegt und lebt auferstanden unter den
Christen. Wie können wir der Welt diese Botschaft bringen? Der Hl.
Paulus sagt: “Denn wir sind um Jesu willen dem Tod ausgeliefert,
damit auch das Leben Jesu an unserem sterblichen Fleisch offenbar
wird..., so erweist an uns der Tod, an euch aber das Leben seine
Macht” (vgl. 2 Kor 4,10.12).
Das ist die Dynamik des Osterfestes, das unseren Glauben nährt: Wir
brauchen Christus, der sich uns in der Eucharistie gibt, der für uns,
im gebrochenen Brot und in seinem vergossenen Blut stirbt, um seine
Auferstehung zu zeigen, sein unsterbliches Leben in der Welt.
[00293-05.03] [AU024] [Originalsprache: Italienisch]
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Sr. Margaret WONG, F.D.C.C., Kongregation der Töchter der
kanonischen Liebe, Förderin der Zentren für eucharistische Anbetung
(Hong Kong, KONTINENTALCHINA)
Ich danke euch, dass ihr mir erlaubt habt, im Namen der Behinderten
von Hong Kong zu sprechen. In der Vergangenheit war der größte Teil
der Behinderten in unserer Gegend von der Möglichkeit der Teilnahme
an der eucharistischen Feier ausgeschlossen, weil die Kirchen für
sie nicht zugänglich waren. Dank sei Gott, dass im Jahre 1993 das
pastorale Diözesanzentrum für Behinderte gebildet wurde, und so
haben unsere Behinderten begonnen, Messen für verschiedene Gruppen
gemäß ihren jeweiligen Bedürfnissen zu besuchen. Trotz unserer
Grenzen und ökonomischen Engpässe haben wir, wie die arme Witwe des
Evangeliums, alles, was uns zur Verfügung stand, mit unserem ganzen
Herzen investiert.
In diesen Jahren, vor der Rückkehr zur Zugehörigkeit zu China, ist
unsere Gesellschaft ergriffen worden von der Angst und von der
Ungewissheit. Nachdem wir von unserer Unfähigkeit, jegliches Problem
lösen zu können, Kenntnis genommen hatten, haben wir begonnen, uns
einzusetzen, täglich eine heilige Stunde und Gebete der Fürbitte im
Zentrum für Behinderte abzuhalten. Von 1996 an ist die tägliche
Anbetung auf 12 Stunden ausgeweitet worden, konzentriert auf das
Gebet für die Heiligung der Priester.
Wir sind zutiefst von der Zeugenschaft der Behinderten gerührt
worden, die jede Art von Opfer auf sich nehmen, um an der Messe und
an der Anbetung teilzunehmen, während die sogenannten
Nichtbehinderten keine Zeit dafür haben.
In der Zwischenzeit hat die Prozentzahl der Personen mit psychischen
Problemen und Suizidtendenzen immer mehr zugenommen. Diese Personen,
die von sich eine Versagervorstellung, die zerrüttete Beziehungen
hinter sich und den Geist des Versagertums haben, sind von den
eigenen Familien, die auch versagt haben und von unserer
Gesellschaft, die von Weltlichkeit und Materialismus bestimmt ist,
verstoßen worden. In der Eucharistie sehen wir das verletzte Herz
Christi, der den Wunsch hat, die zersplitterte Menschheit zu retten,
von Ihm lernen wir, alle diejenigen des zerstörten Lebens zu umarmen
und aufrichtig zu lieben. Wir laden sie ein, die spirituelle Heilung
im Eucharistischen Herrn zu suchen.Uns sind viele innere Heilungen
mitgeteilt worden und wir haben viele Telefonate seitens
Außenstehender erhalten, die uns um Gebete der Fürbitte baten. Indem
ich auf die laute Stimme meines Herzens seitens Unseres Herrn
antwortete, habe ich im Jahre 2002 eine kleine Gruppe für Laien des
geweihten Lebens mit dem Namen “Eucharistische Hostie für die
Verletzbaren” gegründet - mit der vollen Unterstützung unseres
Bischofs Joseph Zen. Wir haben mit 7 Mitgliedern begonnen, die
physische, geistige oder andere Probleme hatten, und wir haben uns
der immerwährenden Anbetung gewidmet. Wir glauben, dass die
menschliche Verletzlichkeit ein Geschenk der Liebe des Vaters ist
und dass sie in Gnade transformiert werden kann, ein Weg der
Heiligung durch die transformierende Kraft der Eucharistie.
Hauptsächlich hat unsere Gruppe die tägliche Anbetung im
Pastoralzentrum in der Weise unterstützt, dass daraus ein Zentrum
der immerwährenden Anbetung werde. Mit dem Anwachsen der Mitglieder
sind wir in der Lage gewesen, ein zweites Zentrum der Immerwährenden
Anbetung seit dem Aschermittwoch diesen Jahres aufzubauen. In beiden
Zentren sind wir glücklich, die täglicheMesse zu haben (mit Predigt),
den Segen, die marianische Stunde und das heilige Uffizium zu singen
(auch für die Blinden), die wöchentliche göttliche Lesung für
Gruppen verschiedenen Alters, die Messen monatlicher Heilung und den
Katechismus und letztlich einige auf die Eucharistie bezogenene
Einkehren zu haben. Mit diesem besonderen Charisma, Personen, die in
Schwierigkeiten sind, zur eucharistischen Anbetung zu führen, sendet
uns der Herr nach und nach viele Freiwillige, die sich auch der
eucharistischen immerwährenden Anbetung widmen, um unserem Dienst,
zum Beispiel, in folgenden Dingen zu helfen:
1. Das Fasten bei Brot und Wasser jeden Mittwoch und Freitag
beachten und in besonderer Weise für einzelne Priester zu beten.
2. Eucharistische Anbetung für die Kinder, wöchentlich und monatlich,
und auch eine nächtliche Anbetung an den Feiertagen.
3. Eucharistische Anbetung für Hunderte von Schülern der
Primarschule, von denen nur 10% katholisch sind, indem man an die
Lehrer für ihre außerordentliche Aufmerksamkeit hinsichtlich des
Eucharistischen Herrn appelliert.
4. Eucharistische Anbetung in der Republik China, die sich ergeben
hat aus der heiligen täglichen Stunde oder auch aus der
immerwährenden Anbetung in allen Gemeinden, in denen wir gewesen
sind (z.B. Bien Chuen in Hebei und Hl. Petrus und Paulus in
Shanghai).
5. Spirituelle Heilung von SARS-Kranken und ihren Angehörigen, sowie
von medizinischem Personal hauptsächlich während kritischer
Augenblicke.
6. Fasten und tägliches Fürbittegebet während der Essenszeit.
7. Fürbittegebet von Mitternacht bis 6 am Morgen für die Predigt des
Priesters.
8. Internetseite: www.eucharisticoblate.org
Wir beten, dass durch die Fürbitte unseres beweinten Papstes
Johannes Paul II. der Eucha-ristische Herr den Hunger unseres
chinesischen Volkes mit Seinem Wort und mit seinem Brot stillen
könne und dass Seine Majestät bald in China regieren könne.
Maranatha. Amen.
[00305-05.07] [AU025] [Originalsprache: Englisch]
♦ MITTEILUNGEN
● “BRIEFING”
● ZWEITE PRESSEKONFERENZ
● DRITTE PRESSEKONFERENZ
● “BRIEFING”
Das Briefing der Sprachgruppen am Samstag, 15. Oktober 2005, findet
um 12.00 Uhr statt.
● ZWEITE PRESSEKONFERENZ
Die akkredierten Journalisten werden informiert, dass am Donnerstag,
den 13. Oktober 2005, um 12.45 Uhr in der Aula Johannes Paul II. des
Presseamtes des Heiligen Stuhls die zweite Pressekonferenz über die
Arbeiten der XI. Ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode (Relatio
post disceptationem) stattfinden wird.
Interventen:
● S. Em. Mons. Kardinal Francis ARINZE
Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die
Sakramentenordnung
Delegierter Präsident
● S. Em. Kardinal Juan SANDOVAL IÑIGUEZ
Erzbischof von Guadalajara (Mexiko)
● S. Em. Mons. Kardinal Telesphore Placidus TOPPO
Erzbischof von Ranchi (Indien)
Delegierter Präsident
● S. E. Mons. John Patrick FOLEY
Titular-Erzbischof von Neapoli von Proconsolare
Präsident des Päpstlichen Rates für die sozialen
Kommunikationsmittel
Präsident der Informationskommission
● S. E. Mons. Sofron Stefan MUDRY, O.S.B.M.
Emeritierter Bischof von Ivano-Frankivsk (Ukraine)
Vize-Präsident der Informationskommission
● DRITTE PRESSEKONFERENZ
Wir informieren die akkreditierten Journalisten, dass am Samstag,
den 22. Oktober, um 12.45 Uhr die dritte Pressekonferenz zu den
Arbeiten der XI. Vollversammlung der Bischofssynode (Elenchus
finalis) in der Aula Johannes Paul II. des Presseamtes des Heiligen
Stuhls stattfinden wird.
● S. Em. Kardinal. George PELL
Erzbischof von Sydney (Australien)
● S. Em. Kardinal Mark OUELLET, P.S.S.
Erzbischof von Quebec (Kanada)
● S. Exz. Mons. Roland MINNERATH
Erzbischof von Dijon (Frankreich)
Sondersekretär
● S. Exz. Mons. Salvatore FISICHELLA
Titularbischof von Voghenza
Weihbischof von Rom
Rector Magnificus der Pontificia Università del Laterano |