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17 - 15.10.2012
INHALT
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ZWÖLFTE GENERALKONGREGATION (MONTAG, 15. OKTOBER 2012 - NACHMITTAG)
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PRÄSENTATION EINES BANDES ÜBER DIE X. ORDENTLICHE GENERALVERSAMMLUNG
DER BISCHOFSSYNODE
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TAG DES AUSTAUSCHS UND DES DIALOGS ÜBER DIE NEUEVANGELISIERUNG
ZWÖLFTE GENERALKONGREGATION (MONTAG, 15. OKTOBER 2012
- NACHMITTAG)
- BEITRÄGE IN DER AULA
(FORTSETZUNG)
Heute, Montag, 15. Oktober 2012, begann um 16.30 Uhr mit dem Gebet
Actiones nostras die Zwölfte Generalkongregation zur Fortsetzung der
Beiträge der Synodenväter in der in Aula über das Synodenthema: «Die
neue Evangelisierung für die Weitergabe des christlichen Glaubens».
Es folgten freie Wortbeiträge.
Turnusmäßiger Delegierter Präsident S. Em. Kard. John TONG HON,
Bischof von Hong Kong (CHINA).
An dieser Generalkongregation, die um 19.00 Uhr mit dem Gebet des
Angelus Domini endete, nahmen 249 Synodenväter teil.
Am Ende der Kongregation wurde der Film “Die Glocken Europas”
ausgestrahlt, dessen Beschreibung in der Verlautbarung Nr. 16 des
heutigen Vormittags abgedruckt wurde.
BEITRÄGE IN DER AULA
(FORTSETZUNG)
Die folgenden Synodenväter haben das Wort ergriffen:
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P. José RODRÍGUEZ CARBALLO, O.F.M., Generalminister der Franziskaner
Minderbrüder
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Kardinal Wilfrid Matthew NAPIER, O.F.M., Erzbischof von Durban
(SÜDAFRIKA)
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S.Exz. Adolfo GONZÁLEZ MONTES, Bischof von Almería (SPANIEN)
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S.Exz. Jorge HERBAS BALDERRAMA, O.F.M., Bischof-Prälat von Aiquile
(BOLIVIEN)
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S.Exz. Bernard LONGLEY, Erzbischof von Birmingham (GROßBRITANNIEN)
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S.Exz. Gabriel Akwasi Ababio MANTE, Bischof von Jasikan (GHANA)
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S.Exz. Robert ZOLLITSCH, Erzbischof von Freiburg im Breisgau,
Vorsitzender der Bischofskonferenz (DEUTSCHLAND)
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S.Exz. Sanctus Lino WANOK, Bischof von Nebbi (UGANDA)
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S.Exz. Ladislav NEMET, S.V.D., Bischof von Zrenjanin (SERBIEN UND
MONTENEGRO)
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P. Bruno CADORÉ, O.P., Ordensmeister der Dominikaner
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S.Exz. Shlemon WARDUNI, Bischof von Curia von Babylon der Chaldäer,
Titularbischof von Anbar der Chaldäer (IRAK)
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Kardinal Leonardo SANDRI, Präfekt der Kongregation für die
Orientalischen Kirchen (VATIKANSTADT)
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S.Exz. Peter J. KAIRO, Erzbischof von Nyeri (KENIA)
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S.Exz. Franz-Josef Hermann BODE, Bischof von Osnabrück (DEUTSCHLAND)
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Kardinal Angelo AMATO, S.D.B., Präfekt der Kongregation für die
Selig- und Heiligsprechungsprozesse (VATIKANSTADT)
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S.Exz. Emmanuel Adetoyese BADEJO, Bischof von Oyo (NIGERIA)
Wir geben hier die Zusammenfassungen der Beiträge wieder:
- P. José RODRÍGUEZ CARBALLO, O.F.M., Generalminister der
Franziskaner Minderbrüder
Die Träger der Neuevangelisierung sollen in erster Linie von einem
aufrechten Glauben beseelte Männer und Frauen sein. Wenn die
“Weitergabe des Glaubens das Ziel der Evangelisierung ist” (vgl. IL
31), dann ist es auch unerläßlich, dass der Träger der
Neuevangelisierung gläubig ist, aber es muß ein Glaube sein, der auf
eigener Erfahrung fußt, gelebt wird, gefeiert und bekannt wird ...
Bei Erziehung und Ausbildung, sei diese nun andauernd oder in der
Anfangsphase, muß besondere Aufmerksamkeit auf die Glaubensfrage
gelegt werden.
Dieser Glaube muß durch ein intensives Gebetsleben genährt und zum
Ausdruck gebracht werden. Der Träger der Neuevangelisierung muß sich
selbst bereits vom Anfang seiner Ausbildung an als einen ständigen
Schüler der Kunst des Gebetes verstehen. Nur auf diese Weise kann er
die allmähliche Abschwächung seines Glaubens und die Verführung
durch Alternativen vermeiden. Das Gebet ermöglicht es dem Träger der
Evangelisierung, mit der Weisheit des Evangeliums auf die
schwierigen Fragen, die sich im Herzen des Menschen regen und auf
dessen dringendste Bedürfnisse, einschließlich die Sehnsucht nach
Gott, zu antworten.
Die Liebe zu Gott muß Hand in Hand gehen mit der Liebe zu den
Menschen, vor allem zu den Ärmsten, bis hin zu dem Punkt, an dem man
selbst “geringer als die Geringsten auf Erden” wird. Wenn wir nicht
bezeugen, dass wir eine aktive und konkrete Liebe für die Ärmsten
der Armen empfinden, noch durch ein konsequentes, stets in
Übereinstimmung mit der Logik der Minderheit und des unentgeltlichen
Dienstes geführtes Leben dafür Zeugnis ablegen, dann wird unsere
Botschaft unglaubwürdig sein und Gefahr laufen, in einem Meer von
Worten zu unterzugehen (vgl. NMI 50).
Diese Liebe zur Menschheit wird die Träger der Neuevangelisierung
dazu bringen, sich mit einigen der Herausforderungen
auseinanderzusetzen, die die Menschen unserer Zeit als besonders
dringlich empfinden - ökologische Störungen, ständige Bedrohungen
des Friedens, die Untergrabung der grundlegendsten Menschenrechte
wie beispielsweise des Rechts auf Leben - und selbst einen
angemessenen Platz auf den modernen Areopagen der Mission
einzunehmen: der Welt der Erziehung, der Kultur und der sozialen
Kommunikation (vgl. VC 96-99).
Der Träger der Neuevangelisierung muß sowohl in seiner andauernden
als in seiner anfänglichen Ausbildung die Kunst der Dialogführung
lernen. Die Neuevangelisierung geht Hand in Hand mit dem
kulturellen, dem ökumenischen und dem interreligiösen Dialog.
Ich schlage vor, dass diese Synode Richtlinien für die Ausbildung
der Träger der Neuevangelisierung anbietet, in denen den
Anforderungen der Neuevangelisierung Rechnung getragen wird.
[00121-05.06] [IN092] [Originaltext: Spanisch]
- Kardinal Wilfrid Matthew NAPIER, O.F.M., Erzbischof von Durban
(SÜDAFRIKA)
Ich möchte euch mitteilen, was die Kirche der IMBISA im südlichen
Afrika, zu der Angola, Botswana, Lesotho, Mosambik, Namibia, São
Tomé und Príncipe, Südafrika, Swasiland und Simbabwe gehören,
unternommen hat, um auf die Veränderungen, die im Hinblick auf die
Personalversorgung, die Entwicklung der Infrastruktur und den Zugang
zu Geldmitteln stattgefunden haben, zu reagieren.
Die IMBISA (das Interregionale Treffen der Bischöfe des südlichen
Teils von Afrika) hat sich seit ihrer Gründung verpflichtet, so
wirksam wie möglich auf die Bedürfnisse und Anliegen der gesamten
Region einzugehen. Infolgedessen befaßte sich die IMBISA, nachdem
sie ihre konstitutionellen und organisatorischen Fragen gelöst
hatte, mit Systemanalyse, theologischen Reflexionen und praktischer
Planung im Hinblick darauf, wie unter anderem auch die Armut ihrer
Bevölkerungen gemildert werden könnte, etwa durch die Nutzung
eigener Geldmittel.
Der erste Schritt in diese Richtung wurde im Jahr 2001 unternommen,
mit einer Untersuchung darüber, über welche Mittel wir verfügten.
Wir bedienten uns hierzu der vier praktischen Schritte des
Pastoralzyklus: a) Darlegung/Vertiefung; b) Sozialanalyse; c)
theologische Reflexion und d) pastorale Planung.
Bei der folgenden Vollversammlung des Jahres 2004 lernten wir eine
einfache Methode der strategischen pastoralen Planung und wandten
sie unverzüglich auf die Erreichung unseres Ziels an, in den
Schlüsselbereichen a) des Personals, b) der Infrastruktur und c) der
Finanzen eigenständig zu werden. Die Bischöfe setzten jeder
Lokalkirche ein praktisches Ziel, und zwar dass jede von ihnen bis
zum Jahr 2007 ihre finanzielle Autonomie um 15% erhöhen müsse.
Im Jahr 2007 konnten die meisten Ortskirchen positive Fortschritte
vermelden, so dass die IMBISA daran gehen konnte, das bereits
erreichte Niveau der Eigenständigkeit durch ein Seminar über “Gute
Verwaltung” zu konsolidieren. Wir betrachteten das als den Weg
dahin, sicherzustellen, dass unsere Eigenständigkeit auch ohne
gewichtige Hilfe von außen nachhaltig werden könnte. Diesem Seminar
folgte eines über “gute Arbeitsethik”.
Wir hoffen daher, dass die Kirche im südlichen Afrika, die über
diese Geldmitteln verfügt, in der Lage sein wird, die Projekte
durchzuführen, die durch a) die Sonderversammlungen der
Bischofssynode für Afrika der Jahre 1994 und 2009, b) durch das Jahr
des Glaubens und c) durch die Neue Evangelisierung für die
Weitergabe des christlichen Glaubens angeregt wurden.
Diese Hoffnung gründet auf der Erfahrung zahlreicher Diözesen,
einschließlich der Erzdiözese Durban, die sich aktiv für die
Neuevangelisierung eingesetzt haben, wobei sie Verfahren eingesetzt
haben, die denen von “renew” vergleichbar sind, mit ihrer
Methodologie, die aus über mehrere Jahre dauernden 6- bis 8-wöchigen
Reflexionsperioden zu Themen wie “Freundschaft mit Jesus”, “Freunde
für immer”, “Die Gaben des Heiligen Geistes” oder “Früchte des
Heiligen Geistes” besteht.
Bei einer jüngst erfolgten Umfrage haben zahlreiche Laien von
Erfahrungen mit persönlichen Begegnungen mit Jesus im Gebet
berichtet, die erfolgten, als sie gemeinsam die Heilige Schrift
lasen, sie einander mitteilten und beteten. Im Übrigen waren sie der
Ansicht, dass die Evangelisierung in ihren Pfarrgemeinden
Fortschritte machte, und zwar durch ihren Einsatz in den folgenden
Bereichen: a) ständige Unterweisung der Erwachsenen im Glauben; b)
systematische Ehevorbereitungskurse sowie Mentorentätigkeit bei
frischvermählten Paaren; c) sinnvolle Katechese nach der heiligen
Erstkommunion, nach der Firmung und nach der Hochzeit; sowie d) ein
christliches, auf den Grundwerten des Evangeliums fundiertes Leben,
das die Kirche braucht, um wahrhaft zur Familie Gottes zu werden.
[00206-05.05] [IN151] [Originaltext: Englisch]
- S.Exz. Adolfo GONZÁLEZ MONTES, Bischof von Almería (SPANIEN)
Der Glaube ist das Werk Gottes, aber er erreicht die Menschen, die
Christus noch nicht kennen, durch jene, die ihn schon erkannt haben
und lieben. Die Mitwirkung an der Glaubensweitergabe beginnt mit dem
Zeugnis und wird zu ausdrücklichem Bekenntnis von Christus durch die
Erstverkündigung. Seinen Glauben begründen setzt voraus, Christus
kennengelernt zu haben, aber ebenso macht man ihn bekannt, indem man
Gründe für den Glauben anführt und damit dem Unglauben
entgegentritt.
Der Glauben kann eine innere Unruhe hervorrufen, die merkt, dass sie
sich vor der langesuchten Wahrheit und dem Guten befindet; er kann
aber ebenso auf Widerstand gegen das Evangelium stoßen, wenn die
verkündete Wahrheit als Hindernis für die eigene Freiheit und die
eigenen Vorstellungen von Glück verstanden wird. Jesus ist der
Heiland des Menschen und gleichzeitig “Stein des Anstoßes und des
Widerspruchs”. Der Mensch kann sich der Botschaft der Kirche
verweigern, weil die Frohbotschaft des göttlichen Erbarmens die
Bekehrung fordert und den Verzicht auf die Erbauung einer Welt “ohne
Gott und ohne Christus”.
Die Neuevangelisierung drängt uns, dem heutigen Menschen die
Botschaft der Kirche als frohe Botschaft Jesu zu vermitteln, der
gekommen ist, uns zu retten und uns das vollkommene Glück zu
schenken. Es ist eine schwierige Aufgabe, in denen, die den Glauben
an Christus verloren haben, diesen wieder zu erwecken. Das können
wir bei Menschen, die von einer agnostischen Kultur beherrscht
werden, nur mit Hilfe eines Dialogs über das Menschenbild der
gegenwärtigen Kultur. Dabei kommt uns die Zusicherung einer offenen
Gesellschaft zugute.
Diese Aufgabe muß begleitet sein von (1.) der inneren Stärkung der
kirchlichen Gemeinschaft. Die gegenwärtigen Trennungen innerhalb der
Kirche müssen durch eine Stärkung des Erwachsenenkatechumenats sowie
der Katechese und der Zusammenarbeit von Pfarrei, Familie und Schule
für die christliche Erziehung der Kinder und Jugendlichen überwunden
werden; und (2.) von der Heiligkeit des eigenen Lebens und dem
Zeugnis der Nächstenliebe.
[00207-05.06] [IN152] [Originaltext: Spanisch]
- S.Exz. Jorge HERBAS BALDERRAMA, O.F.M., Bischof-Prälat von Aiquile
(BOLIVIEN)
Viele pastorale Mitarbeiter, die ihre Ausbildung in der Kirche
erfahren haben und eng mit der Pfarrgemeinschaft verbunden waren,
sind in die Politik gegangen, haben Machtpostionen erreicht und der
Kirche den Rücken gekehrt. Deshalb fragen wir uns, ob wir als Kirche
bei ihrer Glaubensbildung Fehler gemacht haben oder ob sie Christen
eher aus Tradition und praktischen Gründen denn aus Überzeugung
heraus waren.
Als Antwort darauf muß die Neuevangelisierung damit anfangen, vor
allen Dingen die Mitarbeiter an der Evangelisierung zu
evangelisieren. Die Verkündigung der Frohbotschaft Christi ist eine
Aufgabe aller Getauften. Sie beginnt mit der persönlichen Begegnung
mit Christus, die ein Glaubenserlebnis ist, das die Schönheit des
christlichen Glaubens entdecken läßt und das aus dem Christen einen
wirklich missionarischen Jünger macht. Ein im Glauben gereifter
Jünger handelt aus Überzeugung und ist bereit, seinen Glauben auch
in der Öffentlichkeit zu bekennen. So wird er zum Zeugen des
Glaubens, den er bekennt, und er bezeugt diese Verkündigung mit
seinem Leben. Er vermittelt Begeisterung und überzeugt.
Wir können nicht auf eine pastorale Bekehrung drängen (Aparecida
370), wenn wir uns nicht vorher persönlich bekehren. Dann können wir
von einer statischen Pastoral mit Strukturen, welche die
Glaubensvermittlung nicht fördern (Aparecida 365), zu einer
entschieden missionarischen und evangelisierenden Pastoral
übergehen. Und dies im Einklang mit der Kirche, welche Gemeinschaft
und Teilhabe ist, als Abbild der Gemeinschaft der Dreifaltigkeit
(Aparecida 213).
Das wird die Pfarrgemeinde anziehend machen. In ihr kann man
brüderliche Aufnahme finden, Antrieb für das eigene Glaubensleben
und Gelegenheit für einen festen Bund mit Gott in der Kirche. Wir
müssen die anfängliche und weiterführende Ausbildung der pastoralen
Mitarbeiter fördern, diese führen und ihnen dankbar sein für ihren
großherzigen Dienst an der Weitergabe des Glaubens an Christus.
[00208-05.03] [IN153] [Originaltext: Spanisch]
- S.Exz. Bernard LONGLEY, Erzbischof von Birmingham (GROßBRITANNIEN)
Das Instrumentum Laboris, Nr. 125, betont, dass eine”erneute
Hinwendung zur Ökumene“ Frucht der eigenen Transformation der Kirche
ist.
Daraus ergeben sich folgende sechs Punkte:
1. Die Bereitschaft zum Dialog und die Zeugenschaft können der
Neuevangelisierung dienen.
2. Wirkungsvolle Verkündigung des Glaubens erfordert tiefes Zuhören
in der Nachfolge Christi.
3. Der Dialog vertieft das Verstehen der Kulturen, die evangelisiert
werden sollen.
4. Der Selige John Henry Kardinal Newman ist ein angemessener
Fürsprecher für die Neuevangelisierung.
5. Die gläubigen Laien sind aufgefordert, Neuevangelisierer zu sein
und dafür müssen sie gezielt vorbereitet werden (vgl. Maryvale
Institue).
6. Diese Synode ist ein Beispiel für die Zusammenarbeit von Klerus,
Männern und Frauen des gottgeweihten Lebens und gläubigen Laien, die
die Neuevangelisierung charakterisiert.
[00209-05.02] [IN154] [Originaltext: Englisch]
- S.Exz. Gabriel Akwasi Ababio MANTE, Bischof von Jasikan (GHANA)
Die Herausforderungen für die Eigenschaften des Glaubens der
Katholiken in Ghana sind ein internes Problem der Kirche. Ihr
stellen sich aber auch äußere, ähnlich wichtige Herausforderungen.
Dazu gehören die immer weiter anwachsende Zahl von Sekten, das
Anwachsen eines militanten Islam und die anti-kirchliche Haltung von
internationalen Finanzorganisationen und sogenannten Partnern in der
Entwicklungshilfe.
Die Existenz und die Aktivitäten der Sekten mit ihrer Botschaft von
Wohlstand und schnellem Erfolg und Reichtum sind für die Jugend
ausgesprochen anziehend. Solche Anziehungskraft führt zu Verlusten
von Mitgliedern der Kirche. Dieses Phänomen legt aber auch nahe, daß
die Jugend mehr braucht als Reichtum und Erfolg. Ihre Einstellung
und ihr Benehmen zeigen, daß sie nach dem Wort Gottes dürsten und
nach einem Lebenssinn, der auf solide katholische Formung und
Führung aufbaut.
Bisher hat der Islam in Ghana noch keine offenen Drohungen gegen die
katholische Kirche und andere kirchliche Gemeinschaften
ausgesprochen. Tatsächlich haben beide Seiten ein gutes Verhältnis
zueinander und arbeiten in wichtigen sozialpolitischen Fragen
zusammen. Allerdings fragt man sich, ob es unter der Oberfläche
dieser guten Verhältnisses keine negativen Strömungen gibt. Die
geltende Situation sollte nicht als gesichert betrachtet werden.
Die anti-kirchliche Haltung internationaler Finanzorganisationen hat
für die Kirche in Ghana besonders im Erziehungsbereich negative
Auswirkungen. Zum Beispiel war die Wiedereinführung von
Religionsunterricht und sittlicher Erziehung in den Grundschulen ein
harter Kampf für die katholische Bischofskonferenz. Und selbst dann
wird christliche Religion und Sittenlehre neben den Lehren von
anderen Glaubensgemeinschaften gelehrt.
Des weiteren müssen wir uns um ein tieferes Vertrauensverhältnis
zwischen den Gläubigen und den Seelsorgern bemühen. Das geschieht
durch eine breit angelegte Ausbildung der Laien, die dann
letztendlich mehr Gelegenheit haben sollten, mit ihren Talenten der
Kirche zu dienen.
Für die Jugend sind planmäßige Hilfestellungen für die Entwicklung
einer starken Bindung an Christus dringend notwendig. Für sie kann
Jesus als Vorbild und Kraftquelle eine Hilfe sein, die
Herausforderung ihrer Reifung zum Erwachsensein hin zu bestehen.
[00210-05.05] [IN155] [Originaltext: Englisch]
- S.Exz. Robert ZOLLITSCH, Erzbischof von Freiburg im Breisgau,
Vorsitzender der Bischofskonferenz (DEUTSCHLAND)
Nicht erst seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts laufen
in den mittel- und westeuropäischen Ländern gesellschaftliche
Prozesse ab, die unter den Begriffen Modernisierung und
Säkularisierung zusammengefasst werden können. Sie bringen
spezifische Umbrüche und Veränderungen mit sich, die insbesondere
auch den Bereich des Religiösen betreffen. Es handelt sich um einen
tiefen Umgestaltungsprozess fundamentaler Lebens-Erfahrungen, indem
der Einzelne nicht einfach Traditionen übernimmt, sondern
herausgefordert ist, sich persönlich zu entscheiden. In dieser
Herausforderung zur persönlichen Entscheidung liegt auch eine Chance
zur Neuevangelisierung. Es gibt ein innerstes Verlangen des Menschen
nach Sinn, der in der Modeme nicht abgestorben, sondern überlagert
ist und übertönt wird und sich stets neu meldet.
Neuevangelisierung heißt deshalb: Den Menschen zu helfen, diese
Wasseradern des Glaubens frei zulegen! Ihnen Weggefährten zu sein
und Helfer, mitten im Alltag die Spuren Gottes zu entdecken. Es geht
um die gemeinsame Suche nach der “veritas semper maior”. Und bei
dieser gemeinsamen Suche geht es zuerst darum, die Menschen durch
unser ganzes Verhalten die selbstlose Liebe Gottes für den einzelnen
Menschen erfahren zu lassen.
[00211-05.03] [IN156] [Originaltext: Deutsch]
-
S.Exz. Sanctus Lino WANOK, Bischof von Nebbi (UGANDA)
In Ostafrika, und insbesondere in der Diözese Nebbi, möchten
zahlreiche Menschen das Wort Gottes kennen und verstehen lernen.
Zahlreiche Bewegungen des Laienapostolats versuchen, das Wort Gottes
in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten zu stellen. Die Laien zeigen
zunehmend mehr Interesse daran, an Exerzitien, Gebetsversammlungen
und Pilgerfahrten teilzunehmen, um das Wort Gottes zutiefst zu
erleben. In vielen der Missionsgebiete, vor allem aber in jenen
riesigen Pfarrgemeinden, die nicht regelmäßig von Priestern besucht
werden können, gibt es Gemeindezentren, in denen die Katechisten
Sonntags das Wort Gottes verkündigen. Sicher, sie benötigen korrekte
Richtlinien. Unter den Jugendlichen und jungen Erwachsenen gibt es
eine in stetem Wachstum begriffene Tendenz, sonntags an der
Eucharistiefeier teilzunehmen, anschließend aber zu den
Versammlungen evangelischer Prediger gehen, um ihnen zuzuhören oder
sie im Radio oder im Fernsehen zu hören, weil “unsere Liturgie das
Wort Gottes nicht ausreichend verkündet”. Tatsächlich sehnen sich
die Gläubigen nach Predigern und Lehrern, die ihnen das Wort Gottes
so vortragen, als spreche die Stimme Christi zu ihnen und über ihr
Leben.
Mehr als Lesen und Verstehen besteht ein Bedarf nach täglichem Gebet
und Meditation über dieses Wort des Lebens. Die Neuevangelisierung
bedarf:
1. Einer Erneuerung der Kirche, mit einer Bibel, die sich in der
persönlichen Begegnung mit Christus selbst interpretiert und selbst
bezeugt. Dadurch werden die Christen zu wahren Jüngern, die das
lebendige Wort hören und darüber nachdenken.
2. Einer Bibelkommission und eines Apostolats, um durch neue
Methoden innerhalb jeder Diözese und auch auf Gemeindeebene gestärkt
zu werden, so dass sie eine Führungsrolle dabei übernehmen können,
die Menschen besser zu einem tieferen Verständnis von Gottes Wort
führen zu können.
3. Jede Pfarrgemeinde soll all ihre Mitglieder dazu ermutigen, in
ihren Familien, in den Laienbewegungen und in ihrem persönlichen
Leben als Jünger Christi eine Bibel zu besitzen und zu gebrauchen.
4. Den Gebrauch der Bibel beim Gebet fördern: sowohl bei Exerzitien
und Novenen als bei seelsorgerischen Beratungen.
5. Verschiedenerlei Medien nutzen, um die Wertschätzung von Gottes
Wort als Zentrum der Spiritualität im Leben eines jeden Christen zu
fördern.
Die Verkündigung von Gottes Wort hat die Kraft, die Gläubigen zu
einer Begegnung mit Jesus Christus hinzuführen. Durch die Schrift
gelangen wir zur Erfahrung des Mysteriums der Erlösung; die rettende
Liebe des Vaters und die lebensspendende Gegenwart des Heiligen
Geistes ist wahrhaft am Werk im Leben der Kirche. Das Wort Gottes
kann das Leben der Menschen verwandeln und kann die Umkehr des
Herzens bewirken.
[00225-05.04] [IN157] [Originaltext: Englisch]
- S.Exz. Ladislav NEMET, S.V.D., Bischof von Zrenjanin (SERBIEN UND
MONTENEGRO)
Bei meinen Bemerkungen zur Neuevangelisierung möchte ich mich auf 4
Punkte konzentrieren.
Der Kontext der Verkündigung: Wir leben in einer sich ständig
verändernden Welt. Das kann für gewisse Bereiche zutreffen, aber es
gibt fundamentale Werte und Fragen, die für immer gültig sind. Jesus
Christus und seine Lehre sind solche Wirklichkeiten. Das Evangelium
verändert sich nicht, aber seine Verkündigung kann verschiedene
Formen gemäß dem kulturellen Kontext in unserer Zeit annehmen.
Volksmission: Für die Erneuerung kleinerer Gemeinschaften (nicht
großer Städte), wie Pfarreien oder pastoraler Einheiten scheint es,
dass eine einmal bewährte Praxis der Volksmission neu überdacht und
unseren Zeiten angepasst werden kann. Die Neuevangelisierung ist
hauptsächlich mit Pfarrarbeit und der Mission ad gentes verbunden
(RM 3234). DieOrtskirchen sollten beim Prozess der
Neuevangelisierung ihre Berufung zur Teilnahme an der Mission ad
gentes nicht vergessen. Personelle und strukturelle Umkehr von uns
allen scheint in diesem Moment der Geschichte sehr wichtig.
[00212-05.04] [IN158] [Originaltext: Englisch]
-
P. Bruno CADORÉ, O.P., Ordensmeister der Dominikaner
Das Engagement für die Evanglisierung bezieht seine Freude und seine
Kraft aus der Meditation. Diese Intuition der Bettelorden
veranschaulicht drei Herausforderungen, denen sich die
Evanglisierung heute stellen muß.
Die Herausforderung des Wissens, die im Dialog mit allen, die die
Wahrheit suchen, Philosophen Wissenschaftler und Forscher, in
Angriff genommen werden muß. Die Entwicklung von Wissenschaften und
Erkenntnissen ist eine Gelegenheit, die “schöne Freundschaft
zwischen Glaube und Wissenschaft” zu verwirklichen, die vom Konzil
verkündet wurde. Im Glauben berachtet man das Geheimnis der
ständigen Schöpfung Gottes und seinen zuversichtlichen Appell an die
Freiheit und die Vernunft des Menschen. In der Freundschaft können
wir, zusammen mit den Vertretern der Wissenschaften, die
Herausforderungen erkennen und so gemeinsam eine Welt für den
Menschen aufbauen.
Die Herausforderung der Freiheit. In der Begegnung mit unseren
Zeitgenossen, gläubigen und nicht gläubigen, müssen wir vor allem
die Freundschaft Gottes zu den Menschen bezeugen, und nicht so sehr
Antworten auf Fragen geben, die oft nicht in der richtigen Weise
gestellt werden. Wir müssen uns von Gottes Geduld leiten lassen, der
darauf vertraut, daß der Mensch lernt, seine Freiheit auf der Höhe
seiner Würde anzusiedeln und die Barmherzigkeit Christi zu erkennen,
der uns vorausgeht, Er, der seine Freunden lehrt, was er vom Vater
empfangen hat.
Die Herausforderung der Brüderlichkeit. Die religiösen
Gemeinschaften wollen Stätten sein, an denen die auf die
Verschiedenheit aufgebaute Brüderlichkeit durch den Geist der
Gemeinschaft in ein “Sakrament” der Freundschaft Gottes mit der Welt
verwandelt werden soll. Und auf Grund dieser Hoffnung sind sie
herausgefordert, diese Hoffnung auf Gemeinschaft auszuweiten und ihr
Schicksal an das der von der Welt Vergessenen zu binden, und sich
die Überzeugung der Synode von 1971 zu eigen zu machen: ”Das
Eintreten für die Gerechtigkeit und die Teilnahme an der
Umgestaltung der Welt erscheinen uns zweifellos als konstitutive
Dimension der Verkündigung des Evangeliums”.
[00213-05.04] [IN159] [Originaltext: Französisch]
- S.Exz. Shlemon WARDUNI, Bischof von Curia von Babylon der
Chaldäer, Titularbischof von Anbar der Chaldäer (IRAK)
Um wirksam und produktiv zu sein, muß die Evangelisierung neue
Methoden und Wege erfinden: in erster Linie muß sie sich auf die
Gnade des Heiligen Geistes stützen, der den Menschen erleuchtet und
ihn dazu bringt, seine christliche und menschliche Berufung im
authentischen Licht des Geistes und mit der wahren Freude des
Herzens anzunehmen und zu leben.
Das aufrichtige Leben der Lehrer und Vorbilder, das einem Modell der
“Heiligkeit” folgt. Wir müssen uns fragen: Wo ist unsere Demut? Wo
ist unsere Einheit? Wo ist unsere wahre Liebe zu Gott, der uns so
geliebt hat, dass er uns seinen einzigen Sohn geschenkt hat (Joh
3,16; 13,1; 1 Petr 1,22; Joh 13,34)?
Die letzte Synode befasste sich mit dem Wort Gottes, jenem Wort, das
für die Neuevangelisierung lebensnotwendig ist, wie der Psalmist
sagt: “Dein Wort ist meinem Fuß eine Leuchte, ein Licht für meine
Pfade”. Ohne das Wort wäre es uns unmöglich, dem Logos zu begegnen.
Er ist dazu bereit,zu kommen und denen seine Stärke zu geben, die
sich von ihm leiten lassen. Daher muß man mit der Evangelisierung
zunächst bei sich selbst beginnen, bevor man die anderen
evangelisiert.
Leider ist die Mentalität weit verbreitet, die Religion gering zu
schätzen, die man als Hindernis für die gesellschaftliche und
wissenschaftliche Entwicklung betrachtet. Diese Perspektive drängt
zur tödlichen Gleichgültigkeit, in Gestalt eines maskierten
Atheismus. Ein in allen Gesellschaften praktizierter und
weitverbreiteter Atheismus, der leider durch Zwistigkeiten im
Inneren der Kirche noch verstärkt wird. Einer Kirche, die sich oft
dazu gezwungen sieht, sich zu verteidigen statt Zeugnis für Christus
abzulegen. ... All das schwächt den Glauben der einfachen Leute.
Ein weiteres Motiv für diesen Niedergang der Religiosität ist die
Zunahme der Emigration, d. h. die Flucht vor einigen schwierigen
Realitäten hin zu anderen, unbekannten und oft sehr schwierigen -
zum “bitteren Honig”, wie es Benedikt XVI. in seiner Rede vor der
Jugend des Libanon genannt hat.
Wir dürfen aber auch den negativen Einfluss der Massenmedien nicht
vergessen, die sich oft gegen die Kirche wenden, um sie in
Misskredit zu bringen und ihre moralische Kraft zu schwächen,
wodurch sie vor allem den Glauben der Heranwachsenden und der
Jugendlichen zerstören.
Die Evangelisierung ist eine der Hauptaufgaben der Bischöfe, wie es
das II. Vatikanische Konzil im Dekret “Christus Dominus” (Nr. 13)
bekräftigt.
Die Neuevangelisierung im Irak: die Lage bleibt ausgesprochen
negativ, trotz der beständigen Bemühungen der Kirche. Die Zahl der
Christen nimmt aufgrund der ununterbrochenen Auswanderungsströme der
Gläubigen wie des Klerus ab, aber auch aufgrund unseres schlechten
Vorbilds, des mangelnden Zusammenhalts und der zunehmenden
Spaltungen unter uns.
[00215-05.05] [IN161] [Originaltext: Italienisch]
- Kardinal Leonardo SANDRI, Präfekt der Kongregation für die
Orientalischen Kirchen (VATIKANSTADT)
Bezugnehmend auf die Nummern 74 und 75 des Instrumentum Laboris
danke ich dem Heiligen Vater von Herzen für den Miteinbezug der
katholischen Ostkirchen in die Synode für die Neuevangelisierung,
durch das Geschenk des apostolischen Schreibens Ecclesia in Medio
Oriente und mit dem unvergesslichen Besuch im Libanon. Dieses
Dokument beginnt mit der Unterstreichung der Aktualität der vier
tragenden Säulen, auf denen die Kirche seit ihrem Ursprung erbaut
ist (Apg 2,42): der Verkündigung des Wortes, dem Dienst der
Nächstenliebe, der Eucharistie und der Gesamtheit der Sakramente,
dem persönlichen und gemeinschaftlichen Gebet (Nr. 5). Das Wortpaar
“Gemeinschaft und Zeugnis”, das die Synode für den Nahen Osten
geführt hat und das heute das kirchliche Hauptanliegen darstellt,
bezieht seine Kraft aus diesen vier tragenden Säulen: auch für die
gegenwärtige Synode gelten sie, da sie für jede Evangelisierung
Voraussetzung sind. Vom Konzil selbst wurden die Ostkirchen als
“lebendige Zeugen für diese Überlieferung” anerkannt (OE 1). Der
selige Johannes Paul II. hat die Ostkirchen als den zweiten
Lungenflügel des einen Leibes Christi bezeichnet und Papst Benedikt
als Träger der christlichen Authentizität für die gesamte Kirche,
welche der Zukunft nur dann mit Sicherheit entgegenblickt, wenn sie
in dem verwurzelt bleibt, was “am Anfang” (Joh 1) war. Die
Ostkirchen können weder auf die volle kirchliche Eingliederung
verzichten, welche ihnen das Konzil selbst zugesichert hat (vgl. OE
1; 24), noch auf die ihnen anvertraute “besondere Aufgabe ... die
Einheit aller Christen, besonders der ostkirchlichen, zu fördern”
(ibid.). Mit der Unterstützung des Heiligen Vaters und unserer
Kongregation versuchen sie deshalb zu erreichen, daß ihnen überall
wenigstens die notwendigsten Formen der Existenz und Jurisdiktion
zugestanden werden, in Erwartung von geeigneteren Formen. Die
Ostkirchen verlangen, daß die volle Einheit cum Petro et sub Petro
nie aus ökumenischen und interreligiösen Gründen, die sich damit
selbst aufheben, als zweitrangig betrachtet wird. Der lange und
treue kirchliche Weg, schon immer charakterisiert durch das
Martyrium, zeichnet sie als fähige Mitarbeiter an der
Neuevangelisierung aus. In der Heimat werden sie durch Angriffe auf
ihre physische Unversehrtheit und auf die Ausübung der
Religionsfreiheit hart geprüft. In den neuen Ländern müssen sie sich
auf eine ebenso schwere Prüfung durch die Verdunklung der
Gottesfrage und durch das Treffen auf völlig neue Sprachen und
Lebensmodelle vorbereiten. Aber eben diese Söhne und Töchter des
christlichen Ostens sind in den Großstädten aller Kontinente für die
Neuevangelisierung tätig, dort, wo die christlichen Gemeinden oft an
der Indifferenz oder wegen faktischen oder expliziten Austritten aus
der christlichen Zugehörigkeit leiden. Es ist mir ein Anliegen, an
die schwierigen Verhältnisse zu erinnern, in denen viele
orientalische Christen leben, in einigen Fällen sogar unter
Verfolgung und oft zum Weggehen gezwungen. In ihrem Sinne wünsche
ich, daß sie nicht als Minderheit gesehen werden, sondern als eine
Präsenz geschätzt werden, die, wie der Sauerteig des Evangeliums,
den ganzen Teig durchsäuert. Es ist nämlich die Kraft des Glaubens,
welche die Stoßkraft der Neuevangelisierung bestimmt. Die
bemerkenswerte Aufmerksamkeit des Heiligen Vaters und der
Universalkirche hat und wird die konkrete Furcht zerstreuen, daß in
Zukunft die “lebendigen Steine” für die Evangeliumsverkündigung dort
fehlen könnten, wo schon mit dem Glaubensweg begonnen wurde. Mögen
die Pilgerfahrten, welche die Kirchen besonders im Jahr des Glaubens
zu den geschichtlichen Orten unseres Heils unternehmen, die geistige
und materielle Nächstenliebe fördern und somit die Hoffnung der
Christen im Osten stärken und von ihrem Zeugnis dieselbe Hoffnung
empfangen, die für die Neuevangelisierung unverzichtbar ist.
Zusammen mit den ostkirchlichen Mitbrüdern sagen wir zu uns selbst:
Machen wir gemeinsam eine Bestandsaufnahme der Probleme, Trennungen,
der Untreue zum Evangelium, der Kompromisse mit den Machthabern oder
der Suche nach einer auch wirtschaftlichen Sicherheit. Deshalb
wollen wir gemeinsam mit unseren Gläubigen uns und unser pastorales
Handeln reinigen. Danke, meine lateinischen Mitbrüder, für die
Aufnahme der Ostkirchen als Protagonisten der Neuevangelisierung.
Sie sollen ganz sie selbst sein, mit den ihnen eigenen Ausprägungen
in Spiritualität, Ritus und Kirchendisziplin. Zum Wohl aller wird
der Heilige Geist machtvoll wirken, er ist der einzige Garant einer
vollen Einheit in der Vielfalt.
[00216-05.07] [IN162] [Originaltext: Italienisch]
-
S.Exz. Peter J. KAIRO, Erzbischof von Nyeri (KENIA)
Überall in der Welt sieht sich die Familie heute mit einer Reihe von
Problemen konfrontiert, wie Trennung, Scheidung, Zusammenleben,
Polygamie, mangelhafte Elternkompetenz und auch Unfruchtbarkeit.
Wenn wir genau beobachten, stellen wir fest, daß die Familie selten
darauf vorbereitet ist, ein eheliches Leben zu beginnen, und wo es
Ehevorbereitungskurse gibt, werden sie nur von wenigen Freiwilligen
in Anspruch genommen. Die Weiterbildung nach der Eheschließung
existiert praktisch überhaupt nicht. Das Problem der allein
erziehenden Eltern ist inzwischen zu einem weltweiten Problem
geworden, das nicht mehr ignoriert werden darf. Finanzielle
Bedürfnisse, die das Einkommen übersteigen, bedrängen viele
Familien. Das Erziehungswesen entfremdet die Kinder den Familien und
eine genaue Untersuchung ergibt, daß in einigen Teilen der Welt
getaufte Gläubige gleichzeitig zwei Ehen führen - die traditionelle
Ehe und die christliche Ehe - und damit verhindern, daß die Familie
eine klare Identität hat.
In einigen Familien fehlt die Kultur der Liebe und das zwingt
manchmal einige ihrer Mitglieder, sich von ihr zu entfernen. In
diesem Kontext braucht die Familie Halt, der ihr von dem Bewußtsein
gegeben werden kann, zur christlichen Gemeinschaft zu gehören, und
von ihr akzeptiert und gehört zu werden.
Die Kirche muß die wahre Bedeutung der Ehe wieder in den Vordergrund
stellen, als von Gott gewolltes komplementäres Band zwischen Mann
und Frau, das in all seinen Werten geachtet werden muß. Die Kirche
muß einen Weg finden, die Familie zu stärken, damit sie Ort für die
Evangelisierung wird, damit sie die Liebe zu Gott als Fundament für
die gegenseitige Liebe ihrer Mitglieder vertiefen kann, und sie muß
ihr in allen Herausforderungen des täglichen Lebens beistehen.
[00227-05.05] [IN164] [Originaltext: Englisch]
- S.Exz. Franz-Josef Hermann BODE, Bischof von Osnabrück
(DEUTSCHLAND)
Wir bemühen uns in Deutschland, die Pastoral an vielen Orten
unterschiedlich zu gestalten. Die territoriale, parochiale Struktur
bleibt bedeutsam. Hinzu kommen die kategorialen Dienste. Auch lokale
Formen sind wichtig (etwa Geistliche Zentren). Nicht wenige Menschen
finden sich temporal ein, etwa zu Glaubenskursen, Gebetsschulen und
Exerzitien im Alltag. Es wird immer mehr darauf ankommen, personale
Beziehungen in kleinen christlichen Gemeinschaften zu bilden -
“Biotope” des Glaubens, der Hoffnung, der Liebe. Viele finden einen
medialen Kontakt. Auch “globale” Großereignisse (Weltjugendtag,
Kirchentage) sollten nicht unterschätzt werden. Das diakonale
Zeugnis der Zuwendung zum Menschen wird heute besonders gut
verstanden. Ebenso sind Kultur, Ästhetik, Musik und Literatur
wichtig in einer vitalen heutigen Pastoral. Deshalb kräftigen wir
die Qualifizierung der freiwilligen ehrenamtlichen Katechetinnen und
Katecheten und das Zusammenspiel aller Dienste von Getauften,
Gefirmten, Beauftragten, Gesendeten und Geweihten. Dazu wäre es
wünschenswert, die Möglichkeiten zur kirchlichen Beauftragung von
Verantwortlichen in Liturgie, Katechese und Diakonie für Männer und
Frauen zu erweitern.
[00217-05.05] [IN165] [Originaltext: Deutsch]
- Kardinal Angelo AMATO, S.D.B., Präfekt der Kongregation für die
Selig- und Heiligsprechungsprozesse (VATIKANSTADT)
In den Lineamenta zählen wir an die vierzig Verweise einerseits auf
die Heiligkeit als Bekehrung zu Christus und umfassende Annahme
seiner Gnade, andererseits auf die Heiligen als unerläßliche
Protagonisten der Neuevangelisierung: “Das Geheimnis der neuen
Evangelisierung (liegt) am Ende in der Antwort jedes Christen auf
die Berufung zur Heiligkeit” (IL Nr. 158). Das Thema der Heiligkeit
der Kirche in ihrem Wesen und im Handeln ihrer Kinder stellt einen
wichtigen Pfeiler des Dokuments dar.
Warum dieser Nachdruck? Weil die Kirche den Menschen in den Heiligen
das erbauliche Schauspiel des gelebten, bezeugten und verkündeten
Evangeliums sine glossa bietet. Die Heiligen bewirken in der Tat
Evangelisierung durch ihr tugendsames Leben, das sich aus Glaube,
Hoffnung und Liebe speist. Sie verkörpern die Seligpreisungen des
Evangeliums, die der getreue Spiegel Christi sind: selig sind die
Armen, die, die keine Gewalt anwenden, die, die ein reines Herz
haben, die Barmherzigen, die Friedensstifter, die Verfolgten. Sie
antworten mit außergewöhnlicher Kreativität auf das Gebot, Gott und
den Nächsten zu lieben: ich hatte Hunger und Durst und ihr habt mir
zu essen und trinken gegeben, ich war ein Fremder und ihr habt mich
aufgenommen, ich war krank und eingekerkert und ihr habt mich
besucht. Die Heiligen umfangen die Menschheit mit ihrer Liebe und
machen das Zusammenleben besser, friedlicher, brüderlicher. Deshalb
sind die Tage unseres Kalenders mit den Namen der Heiligen
bezeichnet. Die Geschichte der Kirche, im Osten wie im Westen, im
Norden wie im Süden verzeichnet Heilige jeden Alters, aus allen
Ländern, jeder Rasse, Sprache oder Kultur, weil die Gnade des
Dreifaltigen Gottes wie der Morgentau ist. Er legt sich auf alle
Pflanzen des Gartens, aber auf den Rosen ist er rot, auf den
Blättern grün und auf den Lilien weiß. So ist auch die Heiligkeit,
die, obwohl sie dieselbe und eine göttliche Gabe ist, leicht und
verwandelnd in die Herzen der Kinder der Kirche auf der ganzen Welt
eindringt: in Asien wie in Afrika, im Amerika wie in Ozeanien oder
Europa. Es gibt heilige Märtyrer, heilige Bekenner und heilige
Kirchenlehrer. Sie alle sind Zeugen Christi und Träger der
Evangelisierung.
[00218-05.04] [IN166] [Originaltext: Italienisch]
- S.Exz. Emmanuel Adetoyese BADEJO, Bischof von Oyo (NIGERIA)
In den Lineamenta zählen wir an die vierzig Verweise einerseits auf
die Heiligkeit als Bekehrung zu Christus und umfassende Annahme
seiner Gnade, andererseits auf die Heiligen als unerläßliche
Protagonisten der Neuevangelisierung: “Das Geheimnis der neuen
Evangelisierung (liegt) am Ende in der Antwort jedes Christen auf
die Berufung zur Heiligkeit” (IL Nr. 158). Das Thema der Heiligkeit
der Kirche in ihrem Wesen und im Handeln ihrer Kinder stellt einen
wichtigen Pfeiler des Dokuments dar.
Warum dieser Nachdruck? Weil die Kirche den Menschen in den Heiligen
das erbauliche Schauspiel des gelebten, bezeugten und verkündeten
Evangeliums sine glossa bietet. Die Heiligen bewirken in der Tat
Evangelisierung durch ihr tugendsames Leben, das sich aus Glaube,
Hoffnung und Liebe speist. Sie verkörpern die Seligpreisungen des
Evangeliums, die der getreue Spiegel Christi sind: selig sind die
Armen, die, die keine Gewalt anwenden, die, die ein reines Herz
haben, die Barmherzigen, die Friedensstifter, die Verfolgten. Sie
antworten mit außergewöhnlicher Kreativität auf das Gebot, Gott und
den Nächsten zu lieben: ich hatte Hunger und Durst und ihr habt mir
zu essen und trinken gegeben, ich war ein Fremder und ihr habt mich
aufgenommen, ich war krank und eingekerkert und ihr habt mich
besucht. Die Heiligen umfangen die Menschheit mit ihrer Liebe und
machen das Zusammenleben besser, friedlicher, brüderlicher. Deshalb
sind die Tage unseres Kalenders mit den Namen der Heiligen
bezeichnet. Die Geschichte der Kirche, im Osten wie im Westen, im
Norden wie im Süden verzeichnet Heilige jeden Alters, aus allen
Ländern, jeder Rasse, Sprache oder Kultur, weil die Gnade des
Dreifaltigen Gottes wie der Morgentau ist. Er legt sich auf alle
Pflanzen des Gartens, aber auf den Rosen ist er rot, auf den
Blättern grün und auf den Lilien weiß. So ist auch die Heiligkeit,
die, obwohl sie dieselbe und eine göttliche Gabe ist, leicht und
verwandelnd in die Herzen der Kinder der Kirche auf der ganzen Welt
eindringt: in Asien wie in Afrika, im Amerika wie in Ozeanien oder
Europa. Es gibt heilige Märtyrer, heilige Bekenner und heilige
Kirchenlehrer. Sie alle sind Zeugen Christi und Träger der
Evangelisierung.
[00218-05.04] [IN166] [Originaltext: Italienisch]
PRÄSENTATION DES BANDES ÜBER DIE X. ORDENTLICHE
GENERALVERSAMMLUNG DER BISCHOFSSYNODE
“Der Bischof als Diener des Evangeliums Jesu Christi für die
Hoffnung der Welt” war das Thema der X. Ordentlichen
Generalversammlung der Bischofssynode, die im Jahr 2001 im Vatikan
stattfand. Bei der Zehnten Kongregation am heutigen Vormittag, 13.
Oktober, wurde ein Band, der eben dieses Synodenthema zum Titel hat,
dem Heiligen Vater Benedikt XVI. überreicht, der jedem Synodenvater
und allen Teilnehmern an dieser Versammlung ein Exemplar geschenkt
hat.
Der Text, der bei der Lateran University Press erschienen ist, wurde
vom Generalsekretär der Bischofssynode, S. Exz. Nicola Eterovic,
Titularerzbischof von Cibale (VATIKANSTADT) herausgegeben.
Das Buch umfasst vier Teile. Es enthält die Synodenakten und die
Ankündigung des Themas mit den jeweiligen Einleitungen und
beinhaltet auch das Nachsynodale Apostolische Schreiben “Pastores
gregis”.
Die zur Verfügung gestellte Dokumentation ist umfangreich: die
Synodenarbeiten werden wiedergegeben, wobei sämtliche
Generalkongregationen, die Versammlungen der Kleinen Arbeitsgruppen,
die Ausarbeitungen der Vorschläge sowie die Informationen über die
Tätigkeiten der Synode abgedruckt werden. Im Anhang werden auch die
Texte des Generalsekretariats, vor allem die Lineamenta, das
Instrumentum laboris, das Teilnehmerverzeichnis und die
verschiedenen Kommissionen wiedergegeben.
[00292-05.04] [NNNNN] [Originaltext: Italienisch]
TAG DES AUSTAUSCHS UND DES DIALOGS ÜBER DIE
NEUEVANGELISIERUNG
“Una bella notizia” (“Eine schöne Nachricht”): so heißt der von der
Hauptstadt Rom organisiert Tag der Begegnung und des Dialogs
anlässlich der XIII. Generalversammlung der Bischofssynode. In
Zusammenarbeit mit dem Generalsekretariat der Bischofssynode, Radio
Vatikan und der Organisation Hope sind für den nächsten Donnerstag,
den 18. Oktober 2012, zwei Veranstaltungen vorgesehen.
Am Vormittag findet um 10.30 Uhr im Saal der Protomothek des
Kapitols ein internationaler Kongress statt. Er beginnt mit den
offiziellen Grußbotschaften des römischen Oberbürgermeisters Gianni
Alemanno, des Generalsekretärs der Bischofssynode, S. Exz. Nicola
Eterovic, des Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der
Neuevangelisierung, S. Exc. Salvatore Fisichella, und des Leiters
von Radio Vatikan, des Vatikanischen Fernsehzentrums und des
Pressebüros, P. Federico Lombardi SJ.
Es folgen Zeugnisse der Präsidentin der Fokolarbewegung, Maria Voce,
des Nationalpräsidenten der Italienischen Katholischen Aktion,
Franco Miano, und der Gründerin und Präsidentin der Gemeinschaft
Nuovi Orizzonti, Chiara Amirante. Alle sind Auditoren dieser
Generalversammlung.
Um 12 Uhr wird Gelegenheit sein für die Reden einiger Synodenväter
aus allen fünf Kontinenten, koordiniert von dem Generaldirektor der
Organisation Hope, Marco Brusati.
Am Abend wird um 21 im Saal Sinopoli des Auditoriums “Parco della
Musica” ein internationales Konzert christlicher Musik angeboten.
[00293-05.07] [NNNNN] [Originaltext: Italienisch]
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