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APOSTOLISCHE REISE VON PAPST BENEDIKT XVI.
NACH MÜNCHEN, ALTÖTTING UND REGENSBURG
(9.-14. SEPTEMBER 2006)

ANGELUS

Neue Messe München
Sonntag, 10. September 2006

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Bevor wir unsere Eucharistiefeier mit dem feierlichen Segen abschließen, wollen wir uns sammeln im Gebet des „Engel des Herrn“. In unseren Überlegungen zu den Lesungen der Messe sind wir uns darüber klar geworden, wie notwendig es ist – für das Leben des Einzelnen wie für das friedliche Zusammenleben aller –, Gott als Zentrum der Wirklichkeit und als Zentrum unseres eigenen Lebens zu sehen. Das Vorbild schlechthin für eine solche Haltung ist Maria, die Mutter des Herrn. Sie war während ihres ganzen Lebens die Hörende, die Jungfrau mit dem offenen Herzen für Gott und für die Menschen. Das haben die Gläubigen von den ersten Jahrhunderten des Christentums an begriffen, und darum haben sie sich in jeder Not und Bedrängnis vertrauensvoll an sie gewandt und ihre Hilfe und ihre Fürsprache bei Gott erfleht.

Hier in unserem bayerischen Land bezeugen das Hunderte von Kirchen und Wallfahrtsorten, die ihr geweiht sind. Es sind Stätten, zu denen das ganze Jahr hindurch unzählige Pilger strömen, um sich der mütterlichen und fürsorglichen Liebe Marias anzuvertrauen. Hier in München erhebt sich im Zentrum der Stadt die Mariensäule, an der vor genau 390 Jahren das Land Bayern feierlich dem Schutz der Gottesmutter anvertraut wurde, und wo ich gestern erneut den Segen der Patrona Bavariae für Stadt und Land erfleht habe.

Und – wie könnte man es vergessen? – eine besondere Erwähnung gebührt natürlich dem Wallfahrtsort Altötting, zu dem ich morgen pilgern werde. Dort werde ich die Freude haben, die neue Anbetungskapelle feierlich dem Gebrauch zu übergeben, die als solche gerade an diesem Ort ein ausdrucksstarkes Zeichen für die Rolle Marias ist: Sie ist und bleibt immer die Magd des Herrn, die nicht sich selbst ins Zentrum setzt, sondern uns zu Gott hinführen will und uns einen Lebensstil lehren möchte, in dem Gott als Mitte der Wirklichkeit und als Zentrum unseres eigenen Lebens erkannt wird. An sie wenden wir uns jetzt mit dem Gebet des „Engel des Herrn“.

 

© Copyright 2006 - Libreria Editrice Vaticana

    

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