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HOCHFEST DER GOTTESMUTTER MARIA
XLI. WELTFRIEDENSTAG

BENEDIKT XVI.

ANGELUS

Petersplatz
Mittwoch, 1. Januar 2008

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Wir haben ein neues Jahr begonnen, und ich spreche den Wunsch aus, daß es für alle friedvoll und fruchtbringend sein möge. Ich vertraue es dem himmlischen Schutz Mariens an, die uns die heutige Liturgie unter ihrem ältesten und wichtigsten Titel anrufen läßt, dem der Mutter Gottes. Mit ihrem »Ja« gegenüber dem Engel hat die Jungfrau am Tag der Verkündigung in ihrem Schoß durch den Heiligen Geist das ewige Wort empfangen, und in der Weihnachtsnacht hat sie es zur Welt gebracht. In Betlehem wurde in der Fülle der Zeiten aus Maria Jesus geboren: der Sohn Gottes ist Mensch geworden zu unserem Heil, und die Jungfrau wahre Mutter Gottes. Dieses übergroße Geschenk, das Maria empfangen hat, ist nicht ihr allein vorbehalten, sondern es ist für uns alle. In ihrer fruchtbaren Jungfräulichkeit hat Gott nämlich »der Menschheit das ewige Heil geschenkt… [Sie hat] uns den Urheber des Lebens geboren« (Tagesgebet). Nachdem Maria also dem eingeborenen Sohn Gottes sterbliches Fleisch gegeben hat, ist sie zur Mutter der Gläubigen und der ganzen Menschheit geworden.

Und es geschieht gerade im Namen Mariens, der Mutter Gottes und der Menschen, daß seit 40 Jahren am ersten Tag des Jahres der Weltfriedenstag begangen wird. Das Thema, das ich zum heutigen Anlaß gewählt habe, lautet: »Die Menschheitsfamilie, eine Gemeinschaft des Friedens.« Dieselbe Liebe, die die Familie, Lebenszelle der Gesellschaft, aufbaut und vereint hält, begünstigt unter den Völkern der Erde die Schaffung jener Beziehungen der Solidarität und der Zusammenarbeit, wie sie sich für die Glieder der einen Menschheitsfamilie geziemen. Daran erinnert das II. Vatikanische Konzil, wenn es sagt: »Alle Völker sind […] eine einzige Gemeinschaft, sie haben denselben Ursprung…; auch haben sie Gott als ein und dasselbe letzte Ziel« (Erklärung Nostra aetate, 1). Es besteht somit eine enge Verbindung zwischen Familie, Gesellschaft und Frieden. »Wer die Einrichtung der Familie behindert – und sei es auch unbewußt –«, so merke ich in der Botschaft zu diesem Weltfriedenstag an, »macht also den Frieden in der gesamten nationalen und internationalen Gemeinschaft brüchig, denn er schwächt das, was tatsächlich die wichtigste ›Agentur‹ des Friedens ist« (Nr. 5). Und weiter: »Wir leben nicht zufällig nebeneinander; als Menschen sind wir alle auf demselben Weg und darum gehen wir ihn als Brüder und Schwestern« (Nr. 6). So ist es wirklich wichtig, daß ein jeder Gott gegenüber seine Verantwortung übernimmt und in Ihm den Urquell der eigenen Existenz wie auch jener der anderen erkennt. Diesem Bewußtsein entspringt das Engagement, aus der Menschheit eine wahre Gemeinschaft des Friedens zu machen, die von einem »gemeinsamen Gesetz« getragen wird, »das der Freiheit hilft, wirklich sie selbst zu sein…, und das den Schwachen vor Übergriffen des Stärkeren schützt« (Nr. 11).

Maria, die Mutter des Friedensfürsten, stütze die Kirche in ihrem unermüdlichen Wirken im Dienst am Frieden, und sie helfe der Völkergemeinschaft, die 2008 den 60. Jahrestag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte begeht, einen Weg wahrer Solidarität und beständigen Friedens zu beschreiten.


Dopo l'Angelus:

Mein herzlicher Dank geht an alle, die mir Glückwünsche für das neue Jahr zum Ausdruck gebracht haben. Insbesondere danke ich dem Präsidenten der Republik Italien, der dies gestern abend in der Fernsehbotschaft an die Nation getan hat. Gerne erwidere ich seine guten Wünsche für das hohe Amt, das er innehat, sowie für Eintracht und Wohlergehen des geliebten italienischen Volkes.

Anläßlich des Weltfriedenstages veranstalten die kirchlichen Gemeinschaften auf allen Kontinenten zahlreiche Initiativen. Allen Förderern und Teilnehmern gilt meine Wertschätzung, verbunden mit der Ermutigung, immer und überall Zeugen des Friedens und der Versöhnung zu sein. Ich grüße insbesondere all jene, die die Veranstaltung »Frieden in allen Ländern« ins Leben gerufen haben, die von der Gemeinschaft »Sant’Egidio« in Rom und in vielen anderen Städten der Welt organisiert wurde.

... auf französisch: Ich grüße euch alle herzlich, liebe Pilger aus dem französischen Sprachraum. Die Jungfrau Maria möge jeden Tag eure Führerin sein, und wie sie sollt ihr für das Wirken des Heiligen Geistes in euch bereit sein. Ich bete dafür, daß der Herr euch und euren Familien alle Tage Frieden und Hoffnung schenke, und wünsche euch ein frohes und gesegnetes Jahr. Mit meinem Apostolischen Segen.

auf englisch: Ich grüße alle englischsprachigen Besucher, die zum Angelusgebet am Neujahrstag zusammengekommen sind. An diesem Oktavtag von Weihnachten ehrt die Kirche Maria, die allzeit jungfräuliche Mutter Gottes, deren vollkommene Offenheit für Gottes Heilsplan in der Geburt des Friedensfürsten Frucht gebracht hat. Der von den Engeln in Betlehem verkündete Frieden möge in den Herzen der Menschen immer tiefere Wurzeln schlagen und die ganze Menschheitsfamilie dazu anregen, in Eintracht, Gerechtigkeit und brüderlicher Solidarität zu leben. An euch und eure Familienangehörigen richte ich von Herzen alle guten Wünsche für ein frohes neues Jahr!

auf deutsch: Einen frohen Neujahrsgruß richte ich an alle deutschsprachigen Brüder und Schwestern. Unter ihnen grüße ich besonders die Sternsinger aus Deutschland und ihre Begleiter, die in diesen Tagen die 50. Aktion Dreikönigssingen des Kindermissionswerkes durchführen. Gott ist Mensch geworden, um durch sein Licht und seine Liebe unser Leben hell zu machen. Im Licht seines Angesichts wollen wir in diesem neuen Jahr unseren Weg gehen. Dabei schauen wir vertrauensvoll auf Maria, die uns Jesus Christus, den Urheber des Lebens, geboren hat und so zur Mutter des Heils für uns alle geworden ist. Von ganzem Herzen erbitte ich euch allen Gottes Segen für ein gutes und friedvolles neues Jahr.

auf spanisch: Ich grüße die spanischsprachigen Pilger, die hier anwesend sind, sowie alle, die sich dem Gebet des Angelus über Radio und Fernsehen anschließen. Zum Beginn des neuen Jahres übermittle ich euch meine besten Wünsche des Friedens, der in der Familie ein unersetzbares Fundament hat. Vertrauen wir dieses ersehnte Geschenk der Fürsprache Mariens an, der Mutter Gottes und Mutter aller. Ein frohes neues Jahr!

auf portugiesisch: Allen Pilgern portugiesischer Sprache einen herzlichen Gruß mit den besten Wünschen für ein frohes Neues Jahr, das voll Segnungen des Himmels ist, die Jesus Christus uns gebracht hat und allen anbietet!

auf polnisch: Ich grüße alle Polen. Der allerseligsten Jungfrau Maria, Mutter Gottes, die wir heute feiern, empfehle ich das soeben begonnene Jahr an. Es möge glücklich und voller Gnaden sein. Ich segne euch von Herzen.

auf italienisch: Mein Gruß geht nun an die Pilger italienischer Sprache, insbesondere die Angehörigen der Bewegung der familiären Liebe, die diese Nacht auf dem Petersplatz gewacht und für die Familien sowie für die große Familie der Kirche gebetet haben; ebenso die jungen Mitglieder der Gemeinschaft von Don Orione, die aus Italien und anderen europäischen Ländern zu einem Jahresbeginn im Zeichen der Freundschaft und des Engagements gekommen sind. Ich grüße des weiteren das »Centro Sportivo Italiano« und segne gern die »Fackel des Friedens«, die ein Marathonläufer ins Heilige Land tragen wird. In mein Gedenken schließe ich den Kulturverein »Gente con l’anima« aus Chioggia und alle Anwesenden ein und wünsche euch die Fülle des Friedens und Wohlergehens. Ein gutes Jahr!

 

 

© Copyright 2008 - Libreria Editrice Vaticana

     

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