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BENEDIKT XVI.

REGINA CÆLI

Petersplatz
IV. Sonntag der Osterzeit, 3. Mai 2009

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Ich habe mich ein wenig verspätet, denn soeben ist im Petersdom die Eucharistiefeier zu Ende gegangen, bei der ich 19 neue Priester der Diözese Rom geweiht habe. Darüber freuen wir uns. Erneut ist meine Wahl für dieses frohe Ereignis auf diesen Sonntag gefallen, den vierten der Osterzeit, da er vom Evangelium vom guten Hirten geprägt ist (vgl. Joh 10,1–8) und somit einen besonders geeigneten Rahmen bietet. Aus demselben Grund wird heute der Weltgebetstag um geistliche Berufungen begangen. In meiner diesjährigen Botschaft zu dem Anlaß habe ich dazu eingeladen, über das Thema nachzudenken: Das Vertrauen in die Initiative Gottes und die menschliche Antwort. In der Tat tritt das Vertrauen in den Herrn, der alle stets zur Heiligkeit und einige zu einer besonderen Weihe beruft, gerade im Gebet zutage. Wir müssen sowohl persönlich als auch in der Gemeinschaft intensiv um Berufungen beten, damit die Größe und Schönheit der Liebe Gottes viele dazu veranlasse, Christus auf dem Weg des Priestertums und des geweihten Lebens nachzufolgen. Es muß auch dafür gebetet werden, daß es ebenso viele heilige Eheleute geben möge, die fähig sind, vor allem durch ihr Vorbild den Kindern jene hohen Horizonte aufzuzeigen, nach denen sie mit ihrer Freiheit streben sollen. Die heiligen Männer und Frauen, die die Kirche der Verehrung aller Gläubigen vorschlägt, bezeugen die reife Frucht dieser Verflochtenheit zwischen dem Ruf Gottes und der Antwort des Menschen. Ihrer himmlischen Fürsprache wollen wir unser Gebet um die Berufungen empfehlen.

Es gibt noch ein weiteres Anliegen, für das ich euch heute zum Gebet einlade: die Reise ins Heilige Land, die ich, so Gott will, vom kommenden Freitag, 8. Mai, bis zum Freitag, 15. Mai, unternehmen werde. Auf den Spuren meiner verehrten Vorgänger Paul VI. und Johannes Paul II. werde ich zu den maßgeblichen heiligen Stätten unseres Glaubens pilgern. Mit meinem Besuch beabsichtige ich, die Christen im Heiligen Land, die täglich nicht wenige Schwierigkeiten bewältigen müssen, zu bestärken und zu ermutigen. Als Nachfolger des Apostels Petrus möchte ich sie die Nähe und Unterstützung des gesamten Leibes der Kirche spüren lassen. Zudem werde ich Pilger des Friedens im Namen des einen Gottes sein, der Vater aller Menschen ist. Ich werde für den Einsatz der katholischen Kirche zugunsten all jener Zeugnis ablegen, die sich darum bemühen, den Dialog und die Versöhnung in die Praxis umzusetzen, um zu einem beständigen und dauerhaften Frieden in der Gerechtigkeit und in der gegenseitigen Achtung zu gelangen. Schließlich wird diese Reise gewiß von beachtlicher ökumenischer und interreligiöser Bedeutung sein. Unter diesem Gesichtspunkt ist Jerusalem die Symbol-Stadt schlechthin: dort ist Christus gestorben, um alle versprengten Kinder Gottes wieder zu sammeln (vgl. Joh 11,52).

Wenn wir uns nun an die Jungfrau Maria wenden, rufen wir sie als Mutter des Guten Hirten an, daß sie über die neuen Priester der Diözese Rom wache, und daß in der ganzen Welt zahlreiche und heilige Berufungen zur besonderen Weihe für das Reich Gottes erblühen.


Nach dem Regina Cæli:

... auf französisch: Es freut mich, euch, liebe Pilger aus dem französischen Sprachraum, zu empfangen, und an diesem Weltgebetstag um geistliche Berufungen lade ich euch ein, für die Kirche und die Priesterberufungen zu beten. Diese Woche werde ich als Nachfolger Petri ins Heilige Land pilgern, um den von Christus geheiligen Boden zu betreten und den Herrn um das kostbare Geschenk der Einheit und des Friedens für den Nahen Osten und die ganze Welt zu bitten. Christus, der Gute Hirt, behüte die Völker, die im Heiligen Land wohnen, und segne insbesondere die dort ansässigen Christen, die ich mit meiner Gegenwart unterstützen will! Ich lade euch ein, für das Gelingen dieser Pastoralreise zu beten! Mit meinem Apostolischen Segen!

auf englisch: Ich heiße alle englischsprachigen Pilger und Besucher willkommen, die zum heutigen Regina Caeli versammelt sind. Ich bete, daß ihr, dem Ruf des guten Hirten folgend, dem auferstandenen Herrn näherkommen und sein Evangelium mit all jenen teilen werdet, denen ihr begegnet. Am kommenden Freitag werde ich zu meiner Pilgerreise ins Heilige Land aufbrechen, wo Männer und Frauen zuerst die Stimme des guten Hirten vernommen haben. Ich bitte euch alle, euch mir im Gebet für die geplagten Menschen dieser Region anzuschließen. In besonderer Weise bitte ich darum, daß ihr des palästinensischen Volkes gedenkt, das große Not und großes Leid ertragen hat. Der Herr möge sie alle und all jene, die im Heiligen Land leben, mit den Gaben der Einheit und des Friedens segnen. Auf alle, die ihr in dieser österlichen Zeit Rom besucht, rufe ich den reichen Segen des allmächtigen Gottes herab.

auf deutsch: Mit Freude heiße ich alle deutschsprachigen Besucher willkommen. Besonders grüße ich die Pilger der Diözesanwallfahrt der Erzdiözese Wien und des Militärordinariats für Österreich sowie die Gläubigen und Musiker aus der Pfarre Pischelsdorf und die Stadtkapelle Laupheim wie auch das Musikinstitut der Kathedrale zu Haarlem in den Niederlanden. Jesus, der auferstandene Herr, schenkt Rettung, und in keinem anderen ist das Heil zu finden. Diesen Glauben bekennt Petrus in der heutigen Lesung; so verkündeten es auch Paulus und alle Jünger. Ebenso wollen wir die Botschaft von Jesus, dem Gekreuzigten und Auferstandenen, zu den Menschen bringen und heute Apostel des Heils und der Liebe Christi sein. Dabei helfe uns der Gute Hirt, der sein Leben für uns hingegeben hat. Euch allen wünsche ich einen gesegneten Aufenthalt hier in Rom!

auf spanisch: Herzlich grüße ich die Gläubigen spanischer Sprache, die an diesem Mariengebet teilnehmen, insbesondere die Pilger aus der Erzdiözese Granada und der Diözese Vic. Ich möchte meine Nähe und mein Gebet für die Opfer der Grippe zum Ausdruck bringen, von der Mexiko und andere Länder betroffen sind. Liebe mexikanische Brüder und Schwestern, bleiben wir geeint im Herrn, er wird uns helfen, diese Schwierigkeit zu überwinden. Ich lade euch ein, in diesem Augenblick der Prüfung in der Familie zu beten. Unsere Liebe Frau von Guadalupe stehe uns bei und behüte uns immer. Vielen Dank und schönen Sonntag.

auf polnisch: Herzlich grüße ich die Polen. Ich schließe mich im Geist den Bischöfen und Pilgern an, die in Jasna Góra versammelt sind und heute unter dem Vorsitz des Kardinalstaatssekretärs Maria, der Königin Polens, die Ehre erweisen. Ich bete, daß die Mutter Christi die Kirche Polens behüte; daß sie lehre und helfe, das zu tun, was der Sohn sagt, und daß sie für die ganze Nation das Geschenk des Friedens und allen Wohles erflehe. Gott segne euch!

... auf italienisch: Mein Gruß geht nun schließlich an die Pilger italienischer Sprache, insbesondere die große Gruppe aus der Diözese Novara unter Leitung ihres Bischofs Renato Corti. Ich grüße die Pilger aus Pordenone und Vittorio Veneto, Montegrotto Terme, Rovigo, San Donà di Piave, San Benedetto del Tronto, Barzanò, Calderara di Reno und Modena, Monturano, Caltanissetta; sowie die Bruderschaft der »Misericordia« aus Carmignano. Ich grüße die Jugendgruppenleiter aus Basilea, die Jugendlichen der »Katholischen Aktion« aus Mailand, Besana Brianza, Casatenovo, Trient und Altavilla Vicentina, die Pfadfinder aus Verona, die Kinder aus Milano-Precotto, Cuneo, Brignano Gera d’Adda, Cinisello Balsamo und dem Dekanat Trezzo; die Jugendlichen aus Nembro, die Firmlinge aus Lumezzane und Tione. Ich erinnere des weiteren an zwei Initiativen: an die Tagung zur Jugendmission der Päpstlichen Missionswerke sowie an den Tag für die Kinder, die Opfer von Gewalttaten sind, organisiert von der Vereinigung »Meter«.

Allen wünsche ich einen schönen Sonntag und einen schönen Monat Mai in geistlicher Begleitung der allerseligsten Jungfrau Maria.

 

© Copyright 2009 - Libreria Editrice Vaticana

 

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