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BENEDIKT XVI.

ANGELUS

Petersplatz
Sonntag, 6. Februar 2011

(Video)

 

Liebe Brüder und Schwestern!

Im Evangelium des heutigen Sonntags sagt Jesus, der Herr, zu seinen Jüngern: »Ihr seid das Salz der Erde … Ihr seid das Licht der Welt (Mt 5,13.14). Mit diesen bedeutungsreichen Bildern will er ihnen den Sinn ihrer Sendung und ihres Zeugnisses vermitteln. In der Kultur des Nahen Ostens ruft das Salz verschiedene Werte ins Gedächtnis wie den des Bundes, der Solidarität, des Lebens und der Weisheit. Das Licht ist das erste Werk des Schöpfergottes und Quell des Lebens; das Wort Gottes selbst wird mit dem Licht verglichen, wie der Psalmist ausruft: »Dein Wort ist meinem Fuß eine Leuchte, / ein Licht für meine Pfade« (Ps 119,105). Und ebenso sagt der Prophet Jesaja in der heutigen Liturgie: »Wenn du dem Hungrigen dein Brot reichst und den Darbenden satt machst, dann geht im Dunkel dein Licht auf, und deine Finsternis wird hell wie der Mittag« (58,10). Die Weisheit faßt in sich die wohltuenden Wirkungen des Salzes und des Lichtes zusammen: denn die Jünger des Herrn sind dazu berufen, der Welt neuen »Geschmack« zu schenken und sie vor der Verderbnis zu bewahren, mit der Weisheit Gottes, die in Fülle auf dem Antlitz des Sohnes erglänzt, da er das »wahre Licht [ist], das jeden Menschen erleuchtet« (Joh 1,9). Vereint mit ihm können die Christen mitten in der Finsternis der Gleichgültigkeit und des Egoismus das Licht der Liebe Gottes verbreiten, die wahre Weisheit, die dem Dasein und Handeln der Menschen Sinn verleiht.

Am kommenden 11. Februar, dem Gedenktag Unserer Lieben Frau in Lourdes, werden wir den Welttag der Kranken begehen. Dieser bildet eine günstige Gelegenheit, um nachzudenken, zu beten und die Sensibilität der kirchlichen Gemeinden sowie der Zivilgesellschaft gegenüber den kranken Brüdern und Schwestern zu stärken. In der Botschaft zu diesem Tag, die sich an einem Wort aus dem Ersten Petrusbrief inspiriert: »Durch seine Wunden seid ihr geheilt« (2,24), lade ich alle ein, Jesus, den Sohn Gottes, zu betrachten, der gelitten hat und starb, aber auferstanden ist. Gott widersetzt sich radikal der Vorherrschaft des Bösen. Der Herr kümmert sich um den Menschen in jeder Lebenslage, er teilt das Leid und öffnet das Herz für die Hoffnung. Daher ermahne ich alle im Gesundheitswesen tätigen Menschen, im Kranken nicht nur einen durch Gebrechlichkeit gezeichneten Leib zu erkennen, sondern vor allem eine Person, der jegliche Solidarität zu schenken ist sowie angemessene und sachkundige Antworten zu geben sind. In diesem Zusammenhang erinnere ich außerdem daran, daß heute in Italien der »Tag für das Leben« begangen wird. Ich bringe die Hoffnung zum Ausdruck, daß sich alle dafür engagieren, die Kultur des Lebens zu stärken, um in allen Lebens - umständen den Wert des Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Dem Glauben und der Vernunft nach darf die Würde der Person nicht auf ihre Möglichkeiten und Fähigkeiten verkürzt werden, die sie an den Tag legen kann, und sie wird daher nicht geringer, wenn die Person schwach, behindert oder hilfsbedürftig ist. Liebe Brüder und Schwestern, bitten wir um die mütterliche Fürsprache der Jungfrau Maria, auf daß die Eltern, Großeltern, Lehrer, Priester und alle, die sich im Bereich der Erziehung engagieren, die jungen Generationen zur Weisheit des Herzens heranbilden können, damit sie zur Fülle des Lebens gelangen.


Nach dem Angelusgebet:

In diesen Tagen verfolge ich aufmerksam die angespannte Situation in der geliebten Nation Ägypten. Ich bitte Gott, daß dieses durch die Anwesenheit der Heiligen Familie gesegnete Land wieder im gemeinsamen Einsatz für das Gemeinwohl zu Ruhe und friedlichem Zusammenleben finde.

Einen herzlichen Gruß richte ich an die Delegationen der Fakultäten für Medizin und Chirurgie der Universitäten Roms in Begleitung des Kardinalvikars anläßlich der von den Abteilungen für Gynäkologie und Geburtshilfe veranstalteten Tagung, die sich mit dem Thema der ärztlichen Begleitung während der Schwangerschaft auseinandersetzte. Wenn die wissenschaftliche und technologische Forschung von echten ethischen Werten geleitet ist, ist es möglich, angemessene Lösungen für die Aufnahme des entstehenden Lebens und für die Förderung der Mutterschaft zu finden. Ich spreche die Hoffnung aus, daß die neuen Generationen von im Gesundheitswesen tätigen Menschen Träger einer neuen Kultur des Lebens sein mögen.

... auf französisch: Mein herzlicher Gruß geht an die Pilger französischer Sprache. Im Evangelium des heutigen Sonntags sagt Christus, daß wir »das Licht der Welt« sind. Wir wollen seine Botschaft als einen Aufruf und eine Sendung annehmen, die er heute an uns richtet! Da wir gerade in dieser Woche das Fest der Darstellung Jesu im Tempel gefeiert haben, das auch das Fest des geweihten Lebens ist, lade ich euch ein, für alle geweihten Personen zu beten und dankzusagen. Ihre wesentliche Rolle in der Kirche bezeugt, daß die Liebe Christi das menschliche Leben erfüllen und die Christen anregen kann, voll Freude den Weg zur Heiligkeit zu gehen. Die Jungfrau Maria begleite uns auf diesem Weg. Einen angenehmen Aufenthalt euch allen!

… auf englisch: Ich grüße alle englischsprachigen Pilger und Besucher, die zu diesem Angelusgebet gekommen sind. Im heutigen Evangelium ermutigt uns Jesus, unser Licht vor den anderen aufscheinen zu lassen, zum Lob des Vaters im Himmel. Das Licht Christi möge all unsere Gedanken und Werke reinigen. Während die Kirche am Fest Unserer Lieben Frau in Lourdes den Welttag der Kranken begeht, möge dasselbe Licht allen Kranken Hoffnung und Heilung bringen. Auf euch und alle eure Lieben rufe ich den Segen des allmächtigen Gottes herab.

… auf deutsch: Ganz herzlich grüße ich auch alle deutschsprachigen Gäste. Das Evangelium des heutigen Sonntags gibt einen Abschnitt der Bergpredigt Jesu wieder. Christus spricht zu den Menschen, die ihm folgen, und nennt sie »Licht der Welt« (Mt 5,14). Eine Stadt, die auf dem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben. So ist auch die Nachfolge Christi notwendig sichtbar und duldet keinen Rückzug. Bitten wir den Herrn, daß er uns zu treuen Zeugen mache, welche die Wahrheit und die Liebe Christi in der Welt verbreiten. Der Herr stärke euch und eure Familien mit seiner Gnade.

… auf spanisch: Ich grüße von Herzen die Pilger aus dem spanischen Sprachraum, die an diesem Mariengebet teilnehmen, besonders die Gruppen aus den Pfarreien »Cristo Rey« in Zamora, »Resurrección del Señor« in Segovia und »Santa Joaquina de Vedruna « in Barcelona. Zusammen mit der heutigen Liturgie lade ich alle ein, durch die guten Werke Abglanz der Liebe Gottes, Licht der Welt und Salz der Erde zu sein, die in allen den Horizont des wahren Grundes des Daseins und die höchste Hoffnung inspirieren, die Christus der Erde gegeben hat. Die Jungfrau Maria behüte und begleite euch auf dem Weg des Glaubens. Einen gesegneten Sonntag.

… auf slowenisch: Herzlich grüße ich die Pilger aus Oberlaibach in Slowenien! Eure Pilgerfahrt helfe euch, daß ihr durch das Evangelium, das wir bei der heutigen Liturgie gehört haben, immer mehr Salz der Erde und Licht der Welt werdet. Dabei begleite euch mein Segen!

… auf polnisch: Ich grüße alle Polen, die am Angelusgebet teilnehmen. »Ihr seid das Salz der Erde … Ihr seid das Licht der Welt« (Mt 5,13.14): Das sind die Aufgabe und das Privileg der Jünger Jesu, die aus dem heutigen Evangelium kommen. Wie das Salz den Speisen Geschmack verleiht und das Licht uns gestattet, die Dimensionen und Farben zu sehen, so führe das Zeugnis unseres Lebens alle zum Glauben und zeige ihnen die Dimension Gottes, seine Schönheit und Liebe. Euch allen wünsche ich einen schönen Sonntag und segne euch von Herzen.

... auf italienisch: Ich grüße die Pilger italienischer Sprache, besonders die Familien der Bewegung »Liebe in der Familie« und alle, die in der vergangenen Nacht in der Pfarrkirche »San Gregorio VII« vor dem Allerheiligsten Sakrament gewacht haben, um für die verfolgten Christen und die Religionsfreiheit zu beten. Ich grüße die Gläubigen aus Brescia und Vigodarzere sowie jene aus der römischen Pfarrei »Santa Maria Goretti«. Allen  wünsche ich einen gesegneten Sonntag.

 


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