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BENEDIKT XVI.
GENERALAUDIENZ
Mittwoch, 28. Januar 2009
Liebe Brüder und Schwestern!
Im Verlauf des Paulusjahres behandle ich in den Katechesen der
Generalaudienzen einige Kernthemen der Paulusbriefe. So kommen wir heute zu den
drei sogenannten Pastoralbriefen, die an Timotheus und an Titus gerichtet sind.
Beide waren enge Mitarbeiter des Apostels und standen dann den Gläubigen von
Ephesus beziehungsweise Kreta als Hirten und Bischöfe vor. In diesen Texten, die
bereits eine gereifte Entwicklung und Struktur der christlichen Gemeinde
wiederspiegeln, spielen zwei Fragen eine besondere Rolle: Was verleiht Bestand
inmitten falscher Lehren und welche Anforderungen werden an den Bischof
gestellt, der aus den übrigen Dienstämtern der Priester und der Diakone
herausragt? Die Gemeinde kann in stürmischen Zeiten der Verwirrung nur durch ein
weises Verständnis der Schrift und durch die Bewahrung des anvertrauten
Glaubensguts bestehen; denn beides verankert sie in dem Fundament, das Gott
durch die Offenbarung seiner Liebe in Christus gelegt hat. Dementsprechend ist
das Festhalten an der Lehre und die Fähigkeit, andere im Glauben zu unterweisen,
auch eine Hauptanforderung an den Bischof. Seine Aufgabe können wir besser
verstehen, wenn wir die Kirche mit den Pastoralbriefen als Haus und Familie
Gottes betrachten. Der Bischof ist gleichsam der Vater der Gemeinde, der in
väterlicher Güte und zugleich mit der nötigen Stärke für Gottes Kinder sorgen
muß.
* * *
Ganz herzlich grüße ich die deutschsprachigen Pilger und
Besucher, besonders die Ökonominnen der Salvatorianerinnen und die verschiedenen
Schülergruppen vom ökumenischen und vom evangelischen Gymnasium. Ich freue mich,
daß sie da sind. Beten wir, daß unsere Diözesen, Pfarreien und alle kirchlichen
Gemeinschaften immer mehr zu einer wirklichen "Familie Gottes" werden, so daß
die Menschen in ihnen die Liebe Christi und seine frohe Botschaft erfahren
können. Der Herr segne euch und eure Angehörigen.
© Copyright 2009 - Libreria
Editrice Vaticana
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