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APOSTOLISCHE
REISE NACH MALTA
ANLÄSSLICH DES 1950. JAHRESTAGES DES
SCHIFFBRUCHS DES HL. APOSTELS PAULUS
(17.-18. APRIL 2010)
INTERVIEW VON
BENEDIKT XVI.
MIT DEN JOURNALISTEN
AUF DEM FLUG NACH MALTA
Samstag, 17. April 2010
Pater Lombardi: Liebe Freunde, erneut ist Seine Heiligkeit unter uns – auf
der ersten von den fünf Reisen, die für dieses Jahr bereits geplant sind. Wir
freuen uns sehr, daß er auch am Beginn dieser Reise bei uns ist, weil wir ihm so
unsere Glückwünsche für die beiden Jubiläen dieser Tage überbringen können, für
das von gestern, den Geburtstag, und für das Jubiläum am nächsten Montag. Der
Heilige Vater hat die Fragen erhalten, die einige von Ihnen gestellt haben und
die ein wenig die Erwartungen zum Ausdruck bringen, die wir alle am Beginn
dieser Reise haben. Er wird uns einige Gedanken, einige Überlegungen auf der
Grundlage dieser unserer Erwartungen vortragen. Wir werden diesmal nicht dem
Frage-Antwort-Schema folgen, sondern wir wollen den Heiligen Vater von seiner
Seite einige zusammenfassende Worte sagen lassen. Danke Heiligkeit und gute
Reise.
Papst Benedikt XVI.: Liebe Freunde, guten Tag! Wünschen wir uns eine gute
Reise ohne diese dunkle Wolke, die einen Teil Europas bedeckt.
Also, warum diese
Reise nach Malta? Es gibt mehrere Gründe.
Der erste ist der heilige Paulus. Das
Paulusjahr der Weltkirche ist vorbei, aber Malta begeht den 1950. Jahrestag des
Schiffbruchs, und das ist für mich einmal mehr eine Gelegenheit, die große
Gestalt des Völkerapostels mit seiner gerade auch für heute wichtigen Botschaft
ins Licht zu rücken. Ich denke, man kann das Wesentliche seiner Reise mit den
Worten zusammenfassen, die er selbst am Schluß des Galaterbriefes gesagt hat:
Glaube, der in der Liebe wirksam ist.
Diese Dinge sind auch heute wichtig: der
Glaube, die Beziehung zu Gott, die sich dann in Liebe verwandelt. Aber ich
glaube auch, daß das Motiv des Schiffbruchs uns etwas zu sagen hat. Aus dem
Schiffbruch ist für Malta das Glück hervorgegangen, den Glauben zu haben; so
dürfen auch wir denken, daß die Schiffbrüche des Lebens Gottes Projekt für uns
Wirklichkeit werden lassen können und auch nützlich sein können für neue Anfänge
in unserem Leben.
Der zweite Grund: Es ist für mich eine große Freude, inmitten
einer lebendigen Kirche zu sein, wie es die Kirche von Malta ist, die auch heute
viele Berufungen hat, voller Glauben, mitten in unserer Zeit und die auf die
Herausforderungen unserer Zeit antwortet. Ich weiß, daß Malta Christus liebt und
seine Kirche liebt, die sein Leib ist. Auch wenn dieser Leib von unseren Sünden
verletzt wird, weiß Malta, daß der Herr diese Kirche dennoch liebt, und sein
Evangelium ist die wahre Kraft, die reinigt und heilt.
Drittens: Malta ist der
Punkt, wo die Flüchtlingsströme aus Afrika ankommen und an die Tür Europas
klopfen. Das ist ein großes Problem unserer Zeit, und natürlich kann das nicht
von der Insel Malta gelöst werden. Wir alle müssen auf diese Herausforderung
antworten, dafür arbeiten, daß alle in ihrem Land ein würdevolles Leben führen
können und andererseits alles in unserer Macht Stehende tun, damit die
Flüchtlinge dort, wo sie ankommen, in jedem Fall Raum für ein würdevolles Leben
finden. Eine Antwort auf eine große Herausforderung unserer Zeit: Malta erinnert
uns an diese Probleme, und es erinnert auch daran, daß gerade der Glaube jene
Kraft ist, die Liebe schenkt und daher auch die Phantasie, um auf diese
Herausforderungen gut zu antworten. Danke.
Pater Lombardi: Danke Heiligkeit und
gute Reise also, wir werden Sie auch mit unserer Arbeit und unserer Information
begleiten.
© Copyright 2010 - Libreria Editrice Vaticana
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