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ANSPRACHE VON PAUL VI. AN DIE
GEMEINSCHAFT DES COLLEGIUM GERMANICUM ET HUNGARICUM IN ROM
Samstag, 12. Oktober 1963
Geliebte Söhne und Töchter!
Ein Wort besonderen Grusses gilt den Neupriestern des
Päpstlichen Collegium Germanicum-Ungaricum, die nach soeben erhaltener
Priesterweihe heute mit ihren Angehörigen zu Uns gekommen sind, um Unsern Segen
zu empfangen.
Ihr wisst, geliebte Söhne, dass die hobe Würde des
Priestertums vor allem darin liegt, dass dem Priester der eucharistische Leib
des Herrn und die Gnadenmittel des Neuen Bundes anvertraut sind. Der Priester
aber erhält diese Vollmachten nicht für sich selbst, sondern zum Dienst an der
Gemeinde. Dienst am Nächsten ist daher die wesentliche Aufgabe des Priesters: «Wer der Grösste unter euch ist, werde vielmehr wie der Geringste» (Luc.
22, 25). Erinnert euch daher immer daran, Priester sein heisst, Diener sein. Er
dient aber nicht allein als Spender der Geheimnisse Christi, sondern er dient
dem Nächsten ebenso durch immer grössere Loslösung von den Erdengütern, mit
der eine immer herzlichere Bereitschaft den Unglücklichen aller Art gegenüber
verbunden ist. Durch solch selbst-loses Dienen aber gewinnt der Priester die
Herzen aller, wird er zum Freund und Vater der Armen und Leidenden. Der
Priester, der aus diesem Geiste lebt, darf wie der heilige Paulus von sich
sagen: «Wir sind die Helfer Gottes» (1 Cor. 3, 9).
Euch aber, geliebte Söhne, wie euren Lieben, insbesondere euren
Eltern, die euch oft unter grossen Opfern zum Altar hingeführt haben und zu
denen die Gnade Gottes in Uberfülle zurückfliesse, erteilen Wir von Herzen
Unsern Apostolischen Segen.
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