ANSPRACHE VON PAPST PAUL VI. AN DIE
OFFIZIERE DER DEUTSCHEN BUNDESMARINE
Samtag, 27. März 1971
Sehr geehrte Herren!
Wir wissen Ihren Besuch sehr zu schätzen und begrüssen Sie herzlich hier im
Vatikan.
Als Offiziere der deutschen Bundesmarine und Teilnehmer eines Lehrganges des
Admiralstabes bereiten Sie sich auf eine verantwortungsvolle Stellung im
öffentlichen Leben Ihrer Heimat vor. Auf Ihren Fahrten zur See kommen Sie zudem
in zahlreiche andere Länder und Erdteile. Sie treffen mit vielen Völkern
zusammen und können daher mehr als andere Berufe feststellen, wie aufgewühlt
unsere heutige Zeit ist und wie sehr den Menschen der wahre Friede fehlt.
Gern benützen Wir darum diese Begegnung, Ihnen nahezulegen, sich mit aller Kraft
für die Grundlegung und Erhaltung des Friedens unter den Völkern einzusetzen.
Bei dem Besuch so vieler Länder können Sie immer wieder aufs neue beobachten:
Das einfache Volk bejaht den Frieden; es lehnt das Wettrüsten ab und ist
zufrieden, wenn es in Ruhe und Sicherheit leben und seiner täglichen Arbeit
nachgehen kann.
Die katholische Kirche unterstützt und fördert alle Bemühungen, die einen
wahren, dauerhaften und menschenwürdigen Frieden zum Ziel haben. Seien Sie aber
überzeugt, sehr geehrte Herren, ein solcher Friede ist nur auf religiöser
Grundlage möglich, dass nämlich die unantastbaren Rechte Gottes gegenüber dem
einzelnen Menschen wie den Völkern geachtet werden. Rein humanitäre Ideen oder
nur politische Berechnungen genügen dabei nicht, wie es der Lauf der Geschichte
immer wieder bestätigt.
Wir alle wollen daher überzeugte Werkleute des Friedens sein. Von Herzen
wünschen Wir Ihnen die ganze Fülle des christlichen Osterfriedens und rufen auf
Sie und Ihre Angehörigen Gottes bleibenden Schutz und Segen herab.
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