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ANSPRACHE VON PAPST PAUL VI.
AN EINE DELEGATION
DER DEUTSCHEN BISCHOFSKONFERENZ

Mittwoch, 16. Januar 1974

 

Ehrwürdige Mitbrüder in Bischofsamt!
Sehr geehrte Herren!

Wir heißen sie alle herzlich willkommen und danken Ihnen für Ihr Kommen. Sie sind als publizistische Kommission der Deutschen Bischofskonferenz der Einladung der Päpstlichen Kommission für die Instrumente der sozialen Kommunikation zu einer Studientagung nach Rom gefolgt und nehmen in diesen Tagen im Rahmen eines dichten Arbeitsprogramms persönliche Kontakte auf mit den vatikanischen Dienststellen für die Massenmedien.

Wir wissen, sehr geehrte Herren, um Ihren weitgespannten Aufgabenkreis und Ihren unermüdlichen Einsatz, die modernen Instrumente der sozialen Kommunikation für die geistige Formung der heutigen Welt entscheidend heranzuziehen.

Wir alle sind uns bewusst und müssen es täglich aufs neue feststellen, nicht selten in bestürzender Weise: Wir stehen an der Wende einer neuen geschichtlichen Epoche. Das Alte bricht zusammen, eine neue Welt baut sich auf. Wie wird sie aussehen?

Wird es eine christliche Welt sein, geprägt und gestaltet von der lichtvollen Botschaft Christi? Oder eine unchristliche Welt, die nicht weiß um die letzte Sinndeutung menschlicher Existenz und einer menschenwürdigen Lösung ihrer Probleme? Wer sieht nicht, dass hier die sozialen Kommunikationsmittel, wie Presse, Rundfunk, Fernsehen und Film, eine wesentliche Aufgabe zu erfüllen haben?

Es gilt, diese Mittel, die heute eine so ungeheurer, die öffentliche Meinung formende Macht darstellen, immer mehr positiv einzusetzen, um den suchenden und ringenden Menschen die Wege des Heiles aufzuzeigen, und gleichzeitig die schädlichen Einflüsse, die durch dieselben Mittel leider vielfach ausgeübt werden, zu neutralisieren.

Hier geht es in Wahrheit um den eigentlichen Fortschritt der Menschheitsfamilie, wie in der Pastoralinstruktion »Communio et progressio« ausführlich dargelegt ist.

Noch ein anderes Anliegen dürfen wir Ihnen empfehlen. Setzen Sie sich stets mit allem Nachdruck für eine objektive Berichterstattung ein und treten Sie unerschrocken gegen tendenziöse und falsche Informationen auf. Hier wird viel Unheil und Verwirrung angerichtet von solchen, die sich in den Dienst dessen stellen, den man den »Vater der Lüge« nennt (Vgl. Io. 8, 44). Es ist darum doppelt beklagenswert, wenn Christen verantwortungslos und kritiklos Falschmeldungen übernehmen und verbreiten. Seien Sie überzeugt vom Sieg der Wahrheit, auch wenn ihr Dienst oft große Opfer fordert.

Gern benützen wir die Gelegenheit, jedem einzelnen von Ihnen im Namen Jesu Christi für alles zu danken, was Sie in den vergangenen Jahren in diesem so wichtigen Zweig des modernen Apostolates bereits geleistet haben.

Wir geben dem Wunsch Ausdruck, dass das Ergebnis dieser ersten Begegnung der publizistischen Kommission der Bischofskonferenz einer Lokalkirche hier in Rom sich dahin fruchtbar zeigen möge, dass die Verwirklichung der Richtlinien der genannten Pastoralinstruktion in Ihrer Heimatkirche von einer weltweiten Sicht geprägt sei und dass die Erwartungen, die an diese Zusammenkunft geknüpft werden, sich zum Wohle aller erfüllen mögen.

Dazu erteilen wir Ihnen und all jenen, die mit Ihnen zur Erreichung dieser hohen Ziele zusammenarbeiten, aus der Fülle des Herzens unseren Apostolischen Segen.

 

© Copyright 1974 - Libreria Editrice Vaticana

 

                         

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