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04 - 08.10.2012
INHALT
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FEIERLICHE ERÖFFNUNG DER XIII. ORDENTLICHEN GENERALVERSAMMLUNG DER
BISCHOFSSYNODE
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ERSTE GENERALKONGREGATION (MONTAG, 8. OKTOBER 2012, VORMITTAGS)
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AUSSTELLUNG AUS ANLASS DER SYNODENVERSAMMLUNG
- ERRATA CORRIGE
FEIERLICHE ERÖFFNUNG DER XIII. ORDENTLICHEN GENERALVERSAMMLUNG DER
BISCHOFSSYNODE
“Die Wiederentdeckung des Glaubens fördern, einer Quelle der Gnade,
die Freude und Hoffnung in das persönliche, familiäre und
gesellschaftliche Leben trägt.” So hat Papst Benedikt XVI. gestern
vormittag während der feierlichen Konzelebration zur Eröffnung der
XIII. ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode auf dem
Petersplatz, der belebt war durch das Wehen der Fahnen aus allen
Ländern der Erde, das Ziel der Neuevangelisierung definiert. Das
Thema der Synode ist die Neuevangelisierung; diese bedeutet “eine
programmatische Orientierung für das Leben der Kirche, aller ihrer
Glieder, der Familien, der Gemeinschaften und ihrer Institutionen”,
wie der Papst in seiner Homilie sagte. Über 400 Konzelebranten
bekräftigten zusammen mit dem Papst, daß “die Kirche existiert, um
zu evangelisieren”: “Zu jeder Zeit und an jedem Ort ist die Mitte
und das Ziel der Evangelisierung immer Jesus, der Christus, der Sohn
Gottes; und das Kreuz ist schlechthin das Erkennungszeichen dessen,
der das Evangelium verkündet: ein Zeichen der Liebe und des Friedens,
ein Aufruf zur Umkehr und zur Versöhnung”. Die Neuevangelisierung,
führte der Papst aus, richtet sich vor allem an jene Getauften, die
sich von der Kirche entfernt haben und “in ihrem Leben keine
Beziehung mehr zur christlichen Praxis haben”. Ausgehend vom
Evangelium des XXVII. Sonntags im Jahreskreis unterstrich der Papst
dann die Bedeutung der Ehe zwischen Mann und Frau, die sich heute in
einer tiefen Krise befindet, sowie der Heiligmäßigkeit Protagonistin
bei der Evangelisierung. “Die Ehe ist an den Glauben gebunden, nicht
in oberflächlich-allgemeinen Sinn”, sagte weiter der Papst, sondern“als
eine Verbindung treuer und unauflösbarer Liebe”. Dies ist eine
“bereits bekannte, aber vielleicht nicht voll zur Geltung gebrachte
Wahrheit”, welche “in sich ein Evangelium, eine Frohe Botschaft für
die Welt von heute” darstellt, besonders für die “entchristlichte”.
Danach kam Benedikt XVI auf die beiden neuen Kirchenlehrer zu
sprechen: Zu dem Hl. Johannes von Avila, einem Spanier des 16. Jh.,
meinte er: “Als ein wahrer Gottesmann verband er das ständige Gebet
mit der apostolischen Tätigkeit”. Die Hl. Hildegard von Bingen, eine
Deutsche des 12. Jh., war “eine Frau von lebhafter Intelligenz”,
welche die Gabe besass, “die Zeichen der Zeit zu unterscheiden”.
Diese Beiden, und mit ihnen alle Heiligen, so der Hl. Vater, sind
“die wahren Protagonisten der Evangelisierung” und auch “die
mitreißenden Pioniere der neuen Evangelisierung”. Zum Abschluss
erinnerte Benedikt XVI an seinen Vorgänger, den seligen Papst
Johannes Paul II., denn “sein langes Pontifikat war auch ein
Beispiel neuer Evangelisierung”. Während des Grußwortes in
verschiedenen Sprachen nach dem Angelus betete der Hl. Vater
schließlich um “den betenden Beistand für die Synodenarbeit”, damit
“jeder Christ sich erneut verantwortlich fühlt, den Heiland und
seine Botschaft von Liebe und Frieden bekannt zu machen”.
[00017-05.09] [NNNNN] [Originaltext: Italienisch]
ERSTE GENERALKONGREGATION (MONTAG, 8. OKTOBER 2012, VORMITTAGS)
- MEDITATION DES HEILIGEN
VATERS
-
GRUßWORT DES DELEGIERTEN PRÄSIDENTEN, S. EM. KARD. JOHN TONG HON,
BISCHOF VON HONG KONG (CHINA)
-
BERICHT DES GENERALSEKRETÄRS DER BISCHOFSSYNODE, S. EXZ. NIKOLA
ETEROVIĆ, TITULARERZBISCHOF VON CIBALE
(VATIKANSTADT)
-
RELATIO ANTE DISCEPTATIONEM DES GENERALRELATORS, S. EM. KARD. DONALD
WILLIAM WUERL, ERZBISCHOF VON WASHINGTON (USA)
Heute vormittag, am Montag, den 8. Oktober 2012; um 09.10 Uhr haben
in Gegenwart des Heiligen Vaters in der Synodenaula im Vatikan die
Arbeiten der XIII. Generalversammlung der Bischofssynode über das
Thema «Die neue Evangelisierung für die
Weitergabe des christlichen Glaubens» begonnen.
Die Erste Generalkongregation wurde mit dem Hora Tertia
eröffnet.
In der Folge publizieren wir eine Synthese der Meditation des
Heiligen Vaters wärend der Hora Tertia.
MEDITATION DES HEILIGEN
VATERS
Die Säulen der Neuevangelisierung sind die Confessio (das Bekenntnis
des Glaubens) und die Caritas (Nächstenliebe), wenn wir im
Geiste des Evangeliums einen Weg gehen wollen, der das gute Feuer
der Frohen Botschaft offenbart, die wir den anderen bringen wollen.
Mit diesen Worten hat der Heilige Vater heute morgen während der
Hora Tertia betont, daß nur Gott Quelle dieses Weges sein kann, der
dann aber auch die Teilhabe der Menschen benötigt. Im Geiste des
Evangeliums also, durch die Rückkehr zum Gebet, auf dem die
Zusammenarbeit mit Gott gründet.
Denn Gott zeigt sich in der Gestalt Jesu, der das Wort ist, von dem
wir uns durchdringen lassen sollen. Zum Bekenntnis des christlichen
Glaubens, sagte der Heilige Vater weiter, gehört die Bereitschaft zu
leiden: die Confessio (das Bekenntnis) enthält das Konzept des
Martyrologiums, das heißt, es drückt den Willen aus, Zeugnis
abzulegen bis zum Tod. Diese Haltung garantiert unsere
Glaubwürdigkeit. Die Confessio (das Bekenntnis) muß mit dem Herzen
und mit dem Mund abgelegt werden. Es muß öffentlich gemacht werden,
denn der Glaube, den man in sich trägt, muß den anderen mitgeteilt
werden, er muß geäußert werden mit dem Mut, der eine Folge der
Intelligenz ist.
Denn Gott, sagte der Heilige Vater, ist nicht nur ein geistiges
Wesen. Er dringt in das Leben und in die Sinne des Menschen ein. So
ist die Kraft unserer Sinne, die sich im Einklang mit Gott
durchdringen lassen, notwendig für die Confessio (das Bekenntnis).
All das setzt die Caritas (Nächstenliebe) voraus, die Liebe, die zum
Feuer wird. Sie ist die Flamme, so der Papst, die die anderen
entzündet und so zum Feuer der Nächstenliebe wird.
Der Christ darf nicht lau sein: das ist die größte Gefahr. Indem er
die Heilige Schrift und die Kirchenväter zitierte, erklärte der
Papst, daß das Feuer, der Geist Licht, Farbe und Kraft ist. Der
Geist Gottes ist die Macht der Verwandlung. So schafft die Kraft die
Begeisterung für die Nächstenliebe, die für die Evangelisierung
entscheidend ist.
Andererseits enthält das Wort Evangelium schon die Ankündigung eines
Sieges, des Guten und der Freude, die im Zusammenhang mit der
Evangelisierung zu Gerechtigkeit, Frieden und Heil werden müssen.
Dann griff der Heilige Vater auf die ursprüngliche Bedeutung des
Wortes in der altrömischen Kultur zurück und erklärte, wie das
Evangelium an sich eine Botschaft der Kraft, der Erneuerung und des
Heils sei. Ein Wort, das auch heute noch seine Gültigkeit hat, in
einer Zeit, in der sich viele Menschen fragen, ob hinter den Wolken
der Geschichte ein Gott ist, ob es sich um eine Hypothese oder um
Wirklichkeit handelt
Für den Christen, fuhr der Papst fort, existiert Gott und allein
schon diese Existenz ist Quelle des Heils. Doch das ist nicht alles,
denn Gott liebt uns, er hat zu uns gesprochen und sich uns gezeigt.
Das ist für den Heiligen Vater die Grundlage der Verkündigung, das
ist die Botschaft, die von der Kirche verbreitet werden soll. Dabei
darf nie das Gebet vergessen werden, denn wenn Gott nicht wirkt,
fügte der Papst hinzu, ist das Werk der Menschen unvollständig. Nur
Gott kann also den Prozeß der Erneuerung einleiten. Die Menschen
haben die Aufgabe, bereitwillig daran mitzuarbeiten, und dabei ihr
ganzes Sein aufs Spiel zu setzen und damit die Gegenwart Gottes
sichtbar zu machen.
[00022-05.05] [NNNNN] [Originaltext: Italienisch]
Wir werden den vollständigen Text der Meditation des Papstes
veröffentlichen, sobald uns dies möglich ist.
Vorsitzführender Delegierter Präsident S. Em. Kard. John TONG HON,
Bischof von Hong Kong (CHINA)
Nach dem Gebet ergriffen das Wort: S. Em. Kard. John TONG HON,
Bischof von Hong Kong (CHINA), zur Begrüßung des Delegierten
Präsidenten; S. Exz. Nikola ETEROVIĆ,
Titularerzbischof von Cibale (VATIKANSTADT), um den Bericht des
Generalsekretärs vorzulegen.
Nach der Pause ergriff S. Em. Kard. Donald William WUERL, Erzbischof
von Washington (USA), das Wort zur Relatio ante disceptationem des
Generalrelators.
Die Generalkongregation schloß um 12:00 Uhr mit dem Gebet des
Angelus Domini unter Leitung des Heiligen
Vaters.
256 Synodenväter waren anwesend.
Die Zweite Generalkongregation wird am heutigen Nachmittag, 8.
Oktober 2012, um 16.30 Uhr stattfinden. Bei dieser Gelegenheit
werden die Berichte über die einzelnen Kontinente vorgelegt und die
allgemeine Diskussion wird eröffnet.
Wir werden hier in der Folge die vollständigen Texte der Beiträge
veröffentlichen, die in der Aula vorgetragen wurden.
GRUßWORT DES DELEGIERTEN PRÄSIDENTEN, S. EM. KARD. JOHN TONG HON,
BISCHOF VON HONG KONG (CHINA)
Lieber Heiliger Vater,
von Seiten der Synodenväter und der Teilnehmer möchte ich Ihnen
unsere herzlichen Grüße und unsere tiefe Dankbarkeit zum Ausdruck
bringen dafür, dass Sie uns zur dieser Versammlung der
Bischofssynode eingeladen haben. Die neue Evangelisierung für die
Weitergabe des christlichen Glaubens ist in der Tat ein dringliches
Thema, weil viele Menschen in der Welt unseren Herrn Jesus Christus
immer noch nicht kennen und viele der Getauften die Glaubenspraxis
aufgegeben haben.
Vor fünfzig Jahren hat uns das Zweite Vatikanische Konzil ermutigt
“hinauszufahren” (Lk 5,4). In ähnlicher Weise müssen wir uns auch
heute die Gemeinschaft der frühen Kirche (Apg 2,42-47) zum Vorbild
nehmen für die Evangelisierung. Die Mitglieder dieser Gemeinschaft
besaßen drei Eigenschaften, die mit den drei griechischen Worten
didache, koinonia und diakonia beschrieben werden
können. Didache bedeutet Lehre, die nicht nur Theorie ist,
sondern vielmehr eine persönliche Annahme des menschgewordenen,
gekreuzigten und auferstandenen Jesus Christus. Koinonia
bedeutet Gemeinschaft auf verschiedenen Ebenen: grundsätzlich mit
Gott; und dann mit allen Gliedern der Kirche; und in noch weiterem
Sinn mit den Menschen der ganzen Welt, insbesondere mit den Armen.
Diakonia bedeutet Dienst, von dem Jesus uns lehrt, dass wir
uns nicht bedienen lassen, sondern dass wir dienen sollen, auch bis
zur totalen Selbsthingabe am Kreuz (vgl. Mt 20,28). Für diese drei
Eigenschaften gibt es in Hongkong, Macao und Festlandchina Zeugnisse.
In Hongkong erlebten viele Familien vor der Rückkehr der Stadt unter
die Souveränität von China 1997 eine Krise aufgrund der Angst davor,
unter einem kommunistischen Regime zu leben. Der Begriff “Krise”
besteht in der chinesischen Sprache aus zwei Zeichen: “Gefahr” und
“Chance”. So kehrten angesichts der Krise der Unsicherheit auch
nicht-praktizierende Katholiken auf der Suche nach einer geistlichen
Unterstützung zur Kirche zurück. Und viele Gläubige nahmen an den
Katechesen, Bibelkursen und theologischen Seminaren teil, um ihren
Glauben zu vertiefen und das Evangelium verkünden zu können. Heute
hat unsere Diözese mehr als eintausend gut ausgebildete freiwillige
Katecheten. In diesem Jahr haben mehr als dreitausend Erwachsene in
der Osternacht die Taufe empfangen.
Macao, unsere Nachbardiözese, hat ähnliche Bemühungen unternommen
und in den letzten Jahren eine wachsende Zahl von Taufen erlebt.
Der Pfarrer einer ländlichen Gemeinde in Nordchina hat mir von
seinen Erfahrungen bei der Evangelisierung erzählt. Nachdem er viel
gebetet hatte, beschloss er, die Pfarrgemeinde in zwei Gruppen mit
verschiedenen Aufgaben einzuteilen. Den Neugetauften gab er den
Auftrag, ihre nicht-katholischen Freunde und Verwandten zur
Katechese zu bringen, und denen, die schon länger den katholischen
Glauben angenommen hatten, gab er den Auftrag, die Katechumenen im
Katechismus zu unterrichten. Während des Katechismusunterrichts
betete der Pfarrer mit ganzem Herzen in der Kirche. Schließlich gab
es in der Pfarrei mehr als tausend Taufen pro Jahr.
Unter den Merkmalen von didache, koinonia und
diakonia, wie sie beispielhaft in der
frühen Kirche gelebt wurde und sich in den oben genannten Zeugnissen
widerspiegeln, scheint mir die didache
am wichtigsten zu sein, denn Gott wirkt durch uns als Seine Zeugen.
Wir müssen in der heutigen Zeit angesichts einer in der Welt
vorherrschenden materialistischen Kultur und angesichts des Problems
der abgefallenen Katholiken in der Kirche eifrige Zeugen unseres
Glaubens sein. Wir müssen ebenso den jungen Menschen Aufmerksamkeit
schenken, woran der Heilige Vater uns immer wieder erinnert: “Mögen
die jungen Menschen den Jugendlichen das Evangelium verkünden.”
Gottes Heilsplan ist wundervoll. Ich bin sicher, dass wir mit
Glauben, Hoffnung und Liebe in unserem Evangelisierungsauftrag
Erfolg haben werden.
Lieber Heiliger Vater, die Synodenväter und die Teilnehmer danken
Ihnen für ihre freundliche Aufmerksamkeit. Sie freuen sich darauf,
Ihre Worte und Ihr Zeugnis zu hören.
[00007-05.11] [NNNNN] [Originaltext: Englisch]
BERICHT DES GENERALSEKRETÄRS DER BISCHOFSSYNODE, S. EXZ. NIKOLA
ETEROVIĆ, TITULARERZBISCHOF VON CIBALE (VATIKANSTADT)
Heiliger Vater,
Eminenzen und Exzellenzen, verehrte Synodenväter,
liebe Brüder und Schwestern,
“Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen
Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des
Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch
geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende
der Welt” (Mt 28,19-20). Die Worte des auferstandenen
Christus am Ende des Evangeliums nach Matthäus leiten die Zeit der
Mission der Kirche ein. Nachdem die Jünger, die “alle dort einmütig
im Gebet verharrten, zusammen mit den Frauen und mit Maria, der
Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern” (Apg 1,14) den Heiligen
Geist empfangen hatten, der in die ganze Wahrheit führt (vgl. Joh
16,13), verließen sie den Abendmahlssaal, um “überall” (Mk
16,20) und in jeder Sprache das Evangelium Jesu Christi zu verkünden.
Diese Weisung des auferstandenen Herrn lässt sich in dieser Weise
auch auf uns übertragen, die wir hier zur XIII. Ordentlichen
Generalversammlung der Bischofssynode zusammengekommen sind, um über
das Thema Die neue Evangelisierung zur Weitergabe des
christlichen Glaubens nachzudenken. Es geht um die Frohbotschaft,
die die Apostel verkündet und der Kirche anvertraut haben, dass
nämlich “Christus für unsere Sünden gestorben ist, gemäß der Schrift,
und [dass er] begraben worden ist. Er ist am dritten Tag auferweckt
worden, gemäß der Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf”
(1Kor 15,3-5).” Das Evangelium bleibt dasselbe; nur die
menschlichen, religiösen, kulturellen und sozialen Kontexte, in
denen dieses Wort des Heils gelebt und den anderen vermittelt werden
muss, haben sich verändert. Die unabdingbare Bedingung für dieses
dringliche Missionswerk ist der Glaube, das Maß der apostolischen
Dynamik. Lasset uns, in dem Bewusstsein, dass uns der Herr auch
vorwerfen könnte, Kleingläubige (ὀλιγόπιστοι)
zu sein (vgl. Mt 8,26), nun beten, wie die Apostel gebetet
haben: “Stärke unseren Glauben!” (πρόσθες
ἡμÃν πίστιν) (Lk
17,5). Bei dieser Synode beten wir auf eine besonders intensive
Weise, besonders bei den vier Eucharistiefeiern unter dem Vorsitz
des Heiligen Vaters Benedikt XVI. Außer bei der gestrigen
Eröffnungsliturgie wird er bei der Messe zur Heiligsprechung von
sieben Seligen am 21. Oktober, und beim Abschlussgottesdienst am
Sonntag, dem 28. Oktober, den Vorsitz führen. Der Eucharistiefeier
am 11. Oktober kommt eine besondere Bedeutung zu. Der Bischof von
Rom wird bei der feierlichen Konzelebration zur Eröffnung des Jahres
des Glaubens den Vorsitz führen. Da der Glaube und seine Vermittlung
zum Thema dieser Synode gehören, das wir im Kontext der
Neuevangelisierung betrachten wollen, wird sich dieses Ereignis
zweifellos überaus positiv auf die Arbeiten dieser Synode auswirken.
Im Namen aller Synodenväter und Teilnehmer der Synodenversammlung
möchte ich dem Heiligen Vater meinen tiefempfundenen Dank dafür zum
Ausdruck bringen, dass er zum Gedenken an den 50. Jahrestag des
Beginns des Zweiten Vatikanischen Konzils und den 20. Jahrestag der
Veröffentlichung des Katechismus der Katholischen Kirche das
Jahr des Glaubens ausrufen wollte. Indem wir uns der Gnade des
Heiligen Geistes anvertrauen, den der in unserer Mitte gegenwärtige
auferstandene Herr “unbegrenzt gibt” (Joh 3,34), vertrauen
wir fest darauf, dass das Jahr des Glaubens der Heiligen Kirche
Gottes, Unserer Mutter, reiche geistliche Früchte bringen wird.
Heiliger Vater, ich möchte Ihnen vor allem dafür danken, dass Sie
diese Synodenversammlung - die 5. in Ihrem 8jährigen Pontifikat -
einberufen haben. Diese große Zahl zeigt, wie sehr Sie die
Bischofssynoden als privilegierten Ausdruck der Gemeinschaft unter
den Bischöfen als Mitglieder des Bischofskollegiums, und ihre
Einheit mit Ihnen als Oberhaupt dieses Kollegiums, zu schätzen
wissen. So konnten in den Jahren 2005 und 2008 unter Ihrer weisen
Führung ja auch zwei Ordentliche Generalversammlungen über die
Eucharistie und das Wort Gottes stattfinden, sowie die Zweite
Sonderversammlung für Afrika 2009 und die Sonderversammlung für den
Nahen Osten 2010.
Es freut mich, Sie, die 262 Synodenväter aus 5 Kontinenten,
begrüßen zu dürfen: Afrika, Amerika, Asien, Europa und Ozeanien:
Repräsentanten der 13 Bischofssynoden der katholischen Ostkirchen
sui iuris, der 114 Bischofskonferenzen und der Union der
Ordensoberen. Mein herzlicher Gruß geht auch an Sie, die
Dikasterienleiter der Römischen Kurie und enge Mitarbeiter des
Heiligen Vaters, Papst Benedikt XVI., dem 264. Nachfolger des hl.
Petrus am Sitz von Rom. Der Großteil der Synodenväter, die an der
Ordentlichen Generalversammlung teilnehmen, nämlich 182, wurden
gewählt: 172 davon von Bischofskonferenzen, 10 von der Union der
Generaloberen. Von den verbliebenen wurden 3 von den katholischen
Ostkirchen sui iuris ernannt, 37 nehmen ex officio
teil, und 40 andere wurden vom Heiligen Vater ernannt. Davon sind: 6
Patriarchen, 49 Kardinäle, 3 Großerzbischöfe (einer davon ist
Kardinal), 71 Erzbischöfe, 120 Bischöfe und 14 Priester. Was die von
ihnen bekleideten Ämter angeht, sind 10 Oberhäupter der Ostkirchen
sui iuris, 32 sind Präsidenten von Bischofskonferenzen, 26
Dikasterienleiter der Römischen Kurie, 211 Ordinarien und 11
Weihbischöfe.
Einen besonderen Gruß richte ich an die Bruderdelegierten,
Repräsentanten der Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften, die die
Sorge um die Evangelisierung unserer Brüder und Schwestern in
unserer heutigen Welt mit den Katholiken teilen.
Im Laufe der Synode werden wir die Gelegenheit haben, drei
Sondergäste begrüßen zu dürfen, die der Einladung des Heiligen
Vaters Benedikt XVI., an den Synodenarbeiten teilzunehmen, gefolgt
sind.
Es freut mich, die 45 Experten und 49 Auditoren begrüßen zu dürfen -
Männer und Frauen -, die unter vielen im Bereich der Evangelisierung
und der Förderung des Menschen beschäftigten Experten und Personen
ausgewählt wurden, und die nun wissen, dass ihr persönliches Zeugnis
und ihre jeweiligen Gemeinschaften eine große Bereicherung für
unsere Synodenarbeit darstellen.
Herzlich begrüße ich auch alle Pressevertreter,
Assistenten, Übersetzer und Techniker, und - ganz
besonders - die Mitarbeiter des Generalsekretariats der
Bischofssynode, denen ich für Ihre großzügige und lobenswerte Arbeit
für die Vorbereitung dieser Synodenversammlung danke.Diese
Vorstellung ist in 4 Teile gegliedert:
I. Die Aktivitäten zwischen der XII. und der XIII. Ordentlichen
Generalversammlung
II. Die Vorbereitung der XIII. Ordentlichen Generalversammlung
III. Die Aktivitäten des Generalsekretariats
IV. Schluss
I. Die Aktivitäten zwischen der XII. und der XIII. Ordentlichen
Generalversammlung
Die XII. Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode zum Thema
Das Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche fand
vom 5.-26. Oktober 2008 statt. Zum Abschluss dieser
Synodenversammlung setzte sich der XII. Ordentliche Rat des
Generalsekretariats der Bischofssynode aus 15 Mitgliedern zusammen.
In Übereinstimmung mit dem Ordo Synodi Episcoporum wählten
die Synodenväter 12 Mitglieder, und der Heilige Vater Papst Benedikt
XVI. ernannte 3 Bischöfe, damit die vorgesehene Anzahl erreicht
wurde. Der XII. Ordentliche Rat hatte zwei Hauptaufgaben: die
Umsetzung der Beschlüsse der XII. Synodenversammlung zum Wort Gottes
und die Vorbereitung der XIII. Ordentlichen Generalversammlung.
Um diese Aufgaben zu erfüllen, hielt der Ordentliche Rat in Rom 7
Treffen ab. Das erste fand am 25. Oktober 2008 statt, als sich die
Synodenversammlung dem Ende zuneigte, wodurch es den Mitgliedern
ermöglicht wurde, einander besser kennenzulernen und den Terminplan
für die zukünftigen Aktivitäten abzustecken. Im Jahr 2009
versammelte sich der Ordentliche Rat dreimal, vom 20.-21. Januar,
3.-4. Juni, und vom 24.-25 September. Der Ordentliche Rat hielt 2012
ein Meeting ab (8.-9. Juni); eines 2011 (22.-23. November), und
eines 2012 (16. Februar). Die Mitglieder des Ordentlichen Rats und
das Generalsekretariat kamen überein, via E-Mail Informationen und
Dokumentationsmaterial auszutauschen, in der Absicht, jede
Unannehmlichkeit, die sich aus dem Umstand ergeben könnte, dass die
Bischöfe wegen ihrer wiederholten Reisen nach Rom und zum
Generalsekretariat in ihren Diözesen häufig abwesend sind,
weitgehendst zu vermeiden.
Hauptzweck der ersten beiden Meetings des XII. Ordentlichen Rats war
es, über die reiche Dokumentation der Synode über das Wort Gottes
nachzudenken. Die Mitglieder des Ordentlichen Rats konzentrierten
sich besonders darauf, die 55 Propositiones zu untersuchen,
die die Synodenväter zum Großteil durch Zwei-Drittel-Mehrheit
approbiert hatten. In den ersten Vorschlägen wurde der Heilige Vater
Papst Benedikt XVI. gebeten, “ein Dokument über das Geheimnis des
Wortes Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche, sowie auch im
Licht des dem heiligen Völkerapostel Paulus zum 2000. Jahrestag
seiner Geburt gewidmeten Jahres” in Erwägung ziehen zu wollen.
Der Heilige Vater war gewillt, der Anfrage der Synodenväter
zuzustimmen. Wie bereits in der Vergangenheit geschehen, waren die
Mitglieder des XII. Ordentlichen Rats des Generalsekretariats der
Bischofssynode dem Heiligen Vater bei der Abfassung des
Nachsynodalen Apostolischen Schreibens behilflich. Unterstützt
wurden sie dabei von renommierten Experten. Beim Meeting vom Januar
2009 stimmten sich die Mitglieder über einen ersten Entwurf des
Dokuments ab und machten viele detaillierte Vorschläge. Im Juni
besprachen sie den ersten Entwurf des Nachsynodalen Apostolischen
Schreibens. In zahlreichen Beiträgen wurde versucht, die
Fruchtbarkeit der Besprechung bei der XII. Ordentlichen
Generalversammlung der Bischofssynode herauszustellen, im Licht des
kirchlichen Lehramts, besonders des Zweiten Vatikanischen Konzils,
der Kirchenväter und der Lehre des Heiligen Vaters Papst Benedikt
XVI. Nachdem diese ersten Überlegungen eingefügt worden waren, wurde
der Text zur weiteren Durchsicht via E-mail an die Mitglieder des
Ordentlichen Rats geschickt, und die so ergangenen Vorschläge wurden
später in den endgültigen Text eingefügt. Am 7. Juli 2009
unterbreitete das Generalsekretariat dem Papst ein Schreiben, der
gemäß seinem Charisma als Universaler Hirte der Kirche beträchtliche
Änderungen eingefügt hat. Bei einer dem Generalsekretär am 13. Juni
2009 gewährten Audienz nahm der Heilige Vater den Vorschlag des
Ordentlichen Rats an und gab dem Nachsynodalen Apostolischen
Schreiben den bedeutungsvollen Titel Verbum Domini. Der
Bischof von Rom unterzeichnete das Dokument am 30. September 2010,
dem Gedenktag des hl. Hieronymus, der eine so große Liebe zur
Heiligen Schrift hegte. Veröffentlicht wurde es am 11. November
2010; und noch am selben Tag wurde es vorgestellt von: S.E. Kard.
Marc Ouellet PSS, Präfekt der Kongregation für die Bischöfe und
Generalkoordinator der XII. Ordentlichen Generalversammlung; S.E.
Kard. Gianfranco Ravasi, Präsident des Päpstlichen Rats für die
Kultur und Präsident der Kommission für die Synodenbotschaft; S.Exz.
Nicola Eterovic, Generalsekretär der Bischofssynode, und Msgr.
Fortunato Frezza, Untersekretär des Generalsekretariats. Das
Nachsynodale Apostolische Schreiben wurde ursprünglich in 8 Sprachen
veröffentlicht. Später wurden noch weitere Übersetzungen angefertigt.
Am 30. März 2009 schickte der Generalsekretär der Bischofssynode die
Relatio circa labores peractos der XII. Ordentlichen
Generalversammlung der Bischofssynode an die Oberhäupter der
katholischen Ostkirchen sui iuris, die Präsidenten der
Bischofskonferenzen, die Dikasterienleiter der Römischen Kurie und
den Präsidenten der Union der Ordensoberen. Besagtes Dokument
enthielt die Zusammenfassung der Vorbereitung und der Arbeiten der
Synodenversammlung sowie unter anderem folgende Statistiken: an der
Versammlung des Jahres 2009 hatten 253 Synodenväter teilgenommen,
183 davon waren gewählt, 38 waren Mitglieder ex officio, 32
vom Papst ernannt. 51 Synodenväter kamen aus Afrika, 62 aus Amerika,
41 aus Asien, 90 aus Europa und 9 aus Ozeanien. Es wurden insgesamt
23 Generalversammlungen abgehalten und 8 Sitzungen der kleinen
Arbeitsgruppen. Die Synodenväter approbierten den Text des
Nuntius an das Gottesvolk durch Akklamation und die 55
Propositiones mit großer Mehrheit.
II. Die Vorbereitung der XIII. Ordentlichen Generalversammlung
Die kollegiale Natur der Bischofssynode zeigt sich auch in der Art
und Weise, wie das Thema der XIII. Generalversammlung zustandekam.
Zwei Konsultationen waren dafür nötig. Vor Abschluss der XII.
Generalversammlung der Bischofssynode wurden die Synodenväter
aufgefordert, Themen vorzuschlagen, die ihrer Meinung nach bei der
XIII. Synodenversammlung zur Besprechung vorgelegt werden könnten.
Obwohl zahlreiche und unterschiedliche Vorschläge eingingen, erwies
es sich, dass eine erstaunlich große Zahl von ihnen eine gewisse
Vorliebe für das Thema der Glaubensvermittlung zeigte.
Zu Beginn des Jahres 2009 schrieb Seine Exzellenz Nikola Eterovic,
der Generalsekretär der Bischofssynode, am 9. Januar im Anschluss an
eine Papstaudienz an die Oberhäupter der katholischen Ostkirchen
sui iuris, die Präsidenten der Bischofskonferenzen, die Leiter
der Dikasterien der Römischen Kurie und den Präsidenten der Union
der Ordensoberen und bat sie darum, die drei möglichen Themen zu
benennen, die ihres Erachtens Gegenstand einer möglichen
Synodendiskussion werden könnten. Den Normen der Synode zufolge
sollten die vorgeschlagenen Themen die drei folgenden Bedingungen
erfüllen: 1) sie sollten von Interesse für die Universalkirche sein;
2) sie sollten aktuelle seelsorgerische Bedürfnisse erfüllen und 3)
realistischerweise dazu geeignet sein, in einer Bischofssynode
gründlich untersucht zu werden. Die Antworten sollten beim
Generalsekretariat bis zum 1. Juni 2009 eingehen, so dass sie vom
Ordentlichen Rat des Generalsekretariats in seiner Sitzung vom 3.-4.
Juni geprüft werden konnten.
Bei dieser Sitzung untersuchte der Ordentliche Rat des
Generalsekretariats der Bischofssynode die zahlreichen Vorschläge,
die aus diesen Gruppen stammten, zu denen das Generalsekretariat
offizielle Beziehungen unterhält. Nach gründlicher Untersuchung
wurden drei Themen formuliert, die Seine Exzellenz Nikola Eterovic,
der Generalsekretär, dem Heiligen Vater Papst Benedikt XVI. zur
Auswahl unterbreitete. In der Papstaudienz vom 13. Juni 2009 drückte
der Papst seine Vorliebe für den ersten der drei Vorschläge aus, der
von den Bischofskonferenzen am meisten genannt worden war. Es
handelte sich um das Thema Die Weitergabe des Glaubens durch
Erziehung und Hinführung zum christlichen Glauben. Die beiden
anderen Vorschläge, die die Bischofssynoden weniger oft genannt
hatten, betrafen die Pfarrgemeinde als Gemeinschaft der
Gemeinschaften und die anthropologischen Herausforderungen unserer
Tage. Im Verlauf dieser Audienz entschied der Heilige Vater außerdem,
dass die XIII. Synodenversammlung im Oktober 2011 (vom 2.-23.)
stattfinden sollte. Beide Entscheidungen wurden aus den folgenden
Gründen geändert.
Was das Thema anbelangt, so teilte Seine Heiligkeit Papst Benedikt
XVI. in einer dem Generalsekretär gewährten Audienz seine
Entscheidung mit, einen Rat für die Neuevangelisierung zu gründen.
Im Interesse einer besseren Koordination hat der Heilige Vater es
für angemessen erachtet, das Thema der Glaubensübermittlung mit dem
der Neuevangelisierung zu verbinden. In beiden Fällen ermutigte er
die Mitglieder der Ordentlichen Ratsversammlung dazu, die Frage bei
ihrer Versammlung am 24.-25. September 2009 zu beraten, während sie
ihre Arbeit am Entwurf der Lineamenta für die XIII.
Ordentliche Vollversammlung der Bischofssynode fortsetzten. Ich habe
die Angelegenheit pflichtgemäß den Mitgliedern des Ordentlichen Rats
des Generalsekretariats der Bischofssynode vorgetragen, die die
Vorschläge des Heiligen Vaters begrüßten und, nach eingehender
Reflexion, das Synodenthema folgendermaßen umformulierten: Die
neue Evangelisierung für die Weitergabe des christlichen Glaubens.
In einer dem Generalsekretär am 3. Juli 2010 gewährten Audienz
billigte der Papst das Thema der Synodenversammlung. Wie erwähnt
rief der Papst mit dem Apostolischen Schreiben in Form eines “
Motu proprio” Ubicumque et semper (vom 21. September
2010) den Päpstlichen Rat für die Neuevangelisierung ins Leben.
Was den Termin anbelangt, so kündigte der Heilige Vater Benedikt XVI.,
indem er einer Bitte der Bischöfe aus dem Mittleren Osten entspach,
nach einer Beratung mit seinen engsten Mitarbeitern am 19. September
2009 die Einberufung einer Sonderversammlung der Bischofssynode für
den Nahen Osten während eines Treffens mit den Patriarchen und
Großerzbischöfen der katholischen Ostkirchen sui iuris an.
Diese Synodenversammlung, die im Oktober 2010 stattfand, führte zu
einem Aufschub der XIII. Ordentlichen Generalversammlung der
Bischofssynode um ein Jahr. Der Heilige Vater Papst Benedikt XVI.
selbst wollte das Thema der XIII. Ordentlichen Generalversammlung am
24. Oktober 2010 im Verlauf der feierlichen Eucharistiefeier in der
Petersbasilika ankündigen, beim Abschluss der Sonderversammlung der
Bischofssynode für den Nahen Osten, wobei er gleichzeitig auch
ankündigte, dass die Synode im Oktober 2012 stattfinden würde.
Daher stellt das Thema der XIII. Ordentlichen Generalversammlung der
Bischofssynode das Ergebnis eines weit angelegten Prozesses dar, in
dem die Meinung des weltweiten Episkopats eingeholt wurde und die
pastoralen Anliegen des Heiligen Vaters, des Bischofs von Rom und
Universaler Hirte der Kirche eingebracht wurden Er möchte die
Reflexion über die Vermittlung des christlichen Glaubens in den
Kontext der Neuevangelisierung einbringen, wobei er ihren
gegenseitigen Ergänzungscharakter betont: die Neuevangelisierung hat
die Übermittlung des christlichen Glaubens zum Ziel; die
Übermittlung des christlichen Glaubens ihrerseits hat in einer
religiösen, kulturellen und sozialen Umgebung stattzufinden, die der
Neuevangelisierung bedarf, “neu in ihrem Eifer, ihren Methoden und
Ausdrucksweisen.” (JOHANNES PAUL II., Ansprache vor der XIX.
Versammlung der C.E.L.A.M., Port-au-Prince, Haiti, 9. März 1983), 3:
AAS 75 I (1983) 778).
Die Vorbereitung der Lineamenta
Die Vorbereitungen für die XIII. Ordentliche Vollversammlung
begannen noch vor der Veröffentlichung ihres offiziellen Themas,
nachdem der Heilige Vater Papst Benedikt XVI. das Thema festgelegt
hatte, das die Synode beraten sollte. Die XII. Ordentliche
Ratsversammlung des Generalsekretariats traf zweimal zusammen, um
den Text der Lineamenta zu studieren. Bei ihrem Treffen vom
24.-25. September 2009 einigten sich die Mitglieder, mit Hilfe
einiger Experten, auf einen Entwurf für die Lineamenta, wobei
sie auch die Anregungen der Bischöfe und die existierenden
seelsorgerischen und sozialen Umstände, unter denen die Teilkirchen
in der heutigen Zeit leben und arbeiten in ihre Vorschläge möglicher
Synodenthemen mit einbezogen. Sie bezogen sich wiederholt auf die
Lehren des Zweiten Ökumenischen Vatikanischen Konzils und die
späteren Äußerungen des kirchlichen Lehramts, vor allem diejenigen
des Heiligen Vaters Papst Benedikt XVI.
Bei ihrem Treffen vom 8.-9. Juni 2010 untersuchten die Mitglieder
der Ordentlichen Ratsversammlung den Entwurf der Lineamenta,
der das Thema der Neuevangelisierung und der Vermittlung des
Glaubens behandelte, auch wenn das endgültige Thema noch nicht
veröffentlicht worden war. Nach einer gründlichen Diskussion wurden
zahlreiche Veränderungen angebracht, um den Text zu verbessern und
zugleich verwiesen Mitglieder auf einige Gesichtspunkte, die noch
weiterer Vertiefungen bedurften. Das Generalsekretariat versuchte,
mit Hilfe einiger Experten diese Hinweise mit einzubeziehen. Nach
der Veröffentlichung des Synodenthemas sandte das Generalsekretariat
den Text der Lineamenta per Email an jedes Mitglied der
Ordentlichen Ratsversammlung, um deren Billigung bzw. eventuelle
Vorschläge einzuholen, um den Text noch zu verbessern. Die wenigen
Hinweise, die daraufhin eingingen, wurden dann in den Text
integriert, der daraufhin in die verschiedenen Sprachen übersetzt
wurde.
Nach Abschluss der Übersetzungsarbeiten publizierte das
Generalsekretariat die Lineamenta für die XIII. Ordentliche
Generalversammlung der Bischofssynode, die das Datum des 2. Februars
2011, des Festes der Darstellung des Herrn, trägt. Das Dokument
wurde am 4. März 2011 im Presseamt des Heiligen Stuhls durch Seine
Exzellenz Nikola Eterovic, den Generalsekretär, und Msgr. Fortunato
Frezza, den Untersekretär der Bischofssynode, vorgestellt. Die
Lineamenta wurden dann all denen zugesandt, mit denen das
Generalsekretariat offiziell in Verbindung steht. Im Übrigen
erfuhren sie eine weite Verbreitung, in erster Linie durch die
üblichen Kommunikationsmittel des Heiligen Stuhls und der
katholischen Kirche. Unter dem Stichwort “Bischofssynode” wurde der
Text der Lineamenta auf der Internetseite des Heiligen
Stuhles in acht Sprachen zugänglich gemacht: Lateinisch, Französisch,
Englisch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch, Spanisch und Deutsch,
wobei das Generalsekretariat die Übersetzungen vorbereitete. Wie
bereits in der Vergangenheit enthalten die Lineamenta eine
Reihe von Fragen - insgesamt 72 - , die dazu dienten, die Reflexion
und Vertiefung der Diskussion über dieses Thema zu erleichtern. In
der Vorrede bat der Generalsekretär darum, dass die davon
Betroffenen bis zum 1. November 2011, dem Fest Allerheiligen,
antworten sollten, so dass das Instrumentum Laboris für die
XIII. Ordentliche Vollversammlung der Bischofssynode zügig abgefaßt
werden konnte.
Die Abfassung des Instrumentum laboris
Das Generalsekretariat erhielt zahlreiche Antworten, die im
allgemeinen sehr ausführlich waren, was auf ein großes allgemeines
Interesse am Thema der Synode schließen ließ. Im Übrigen zählten die
Antworten die seelsorgerischen Aktivitäten auf, die in zahlreichen
Partikularkirchen bereits stattfanden. Zugleich unterstrichen sie
die Notwendigkeit eines erneuerten apostolischen Eifers beim Werk
der Evangelisierung, um sie empfänglicher zu machen für die Gnade
des Heiligen Geistes, der neue Wege eingibt, um nah und fern die
Frohe Botschaft zu verkündigen, vor allem aber den Getauften, die
sich von der Kirche entfernt haben.
Der Prozentsatz der Antworten, die von Institutionen eingingen,
liegt bei 90,5 %, die sich folgendermaßen aufteilen:
- Synoden katholischer Orientalischer Kirchen suis iuris:
84,6 % (11 von 13 Kirchen antworteten) (keine Antwort kam von den
folgenden Kirchen sui iuris: vom Großerzbistum der
Syrisch-Malankarischen Kirche und von der Ruthenischen
Metropolitankirche);
- Bischofskonferenzen: 81,5 % (93 von 144 Bischofskonferenzen
antworteten);
Dikasterien der Römischen Kurie: 96,1 % (25 von 26 Dikasterien
antworteten) (Die Verwaltung der Güter des Heiligen Stuhles
antwortete nicht);
- Union der Ordensoberen: 100 %.
Was die Bischofskonferenzen anbelangt, so mag eine alphabetische
Ordnung der Prozentsätze, nach Kontinenten geordnet, von Interesse
sein:
- Afrika: 66,6 % (24 von 36 Bischofskonferenzen antworteten)(zwölf
Bischofskonferenzen gaben keine Antwort: Kamerun, Tschad, die
Republik Kongo, Gabun, Gambia und Sierra Leone, Guinea, Namibia,
Nigeria, Indischer Ozean, Zentralafrikanische Republik und Uganda).
- Amerika: 95,8 % (23 von 24 Bischofskonferenzen antworteten)(Die
Bischofskonferenz von Haiti gab keine Antwort).
- Asien: 88,8 % (16 von 18 Bischofskonferenzen antworteten)(Die
Bischofskonferenzen von Sri Lanka und Ost-Timor antworteten nicht).
- Europa: 81,25 % (26 von 32 Bischofskonferenzen antworteten)(Es
gingen keine Antworten von den folgenden Bischofskonferenzen ein:
Albanien, Bulgarien, Griechenland, Litauen, Türkei und Ukraine).
- Ozeanien: 100 % (4 von 4 Bischofskonferenzen antworteten).
Zu diesen Antworten gesellten sich Beiträge des Rats der
Europäischen Bischofskonferenzen (C.C.E.E.) wie auch der Versammlung
der katholischen Hierarchie in Ägypten. Das Generalsekretariat der
Bischofssynode erhielt außerdem Hinweise seitens unterschiedlicher
kirchlicher Institutionen, wie beispielsweise von der
Internationalen Union der Ordensoberen (U.I.S.G.). Einige
Universitäten und Zentren höherer Bildung reichten gleichfalls
Vorschläge ein, ganz zu schweigen von zahlreichen Einzelpersonen,
die am Thema der Synode interesse zeigten. Das Generalsekretariat
stellt all diese Antworten und Vorschläge in Rechnung, gemeinsam mit
den Ergebnissen zahlreicher Sitzungen und Artikel, die sowohl in der
Fachpresse als in populären Zeitschriften erschienen.
Im Verlauf des Treffens vom 22.-23. November 2011 unterzogen die
Mitglieder der XII. Ordentlichen Ratsversammlung, die durch Experten
unterstützt wurden, die Antworten auf die Lineamenta einer
gründlichen Analyse, einigten sich auf einen Entwurf für das
Instrumentum laboris und machten zahlreiche Vorschläge für den
Textentwurf.
Beim Treffen vom 16. Februar 2012 untersuchte die Ordentliche
Ratsversammlung den Entwurf des Instrumentum laboris. Die
Arbeiten waren auf einen einzigen Tag beschränkt, da am 17. Februar
eine Mehrheit der Mitglieder der Ordentlichen Ratsversammlung an dem
Konsistorium teilnahmen, das der Heilige Vater Benedikt XVI.
einberufen hatte. Um die Diskussion zu vereinfachen, hatte das
Generalsekretariat bereits zuvor den Text des Dokumentes an die
Mitglieder des Rates gesandt. Sie waren daher in der Lage,
unmittelbar in eine lebhafte Debatte einzutreten und so zahlreiche
fruchtbare Bemerkungen beizusteuern, um den Text zu verbessern. Die
Mitglieder des Rates nahmen auch dankbar die Entscheidung des
Heiligen Vaters Papst Benedikt XVI. zur Kenntnis, das Jahr des
Glaubens auszurufen. Beim Entwurf des Instrumentum laboris
verwandten sie große Aufmerksamkeit auf das Apostolische Schreiben
in Form eines Motu proprio “Porta fidei”. Um die endgültige
Approbation für das Dokument zu erlangen, sandte das
Generalsekretariat den Text des Instrumentum laboris wieder
per Email an die Mitglieder der Ordentlichen Ratsversammlung. Einige
Mitglieder machten weitere Vorschläge, die noch eingearbeitet wurden,
um den Text zu verbessern. Das Generalsekretariat übersetzte
daraufhin das Dokument in acht Sprachen. Das Instrumentum laboris,
das das Datum vom 27. Mai 2012 trägt, dem Hochfest Pfingsten, wurde
am 19. Juni 2012 im Presseamt des Heiligen Stuhles durch Seine
Exzellenz Nikola Eterovic, den Generalsekretär, und Msgr. Fortunato
Frezza, den Untersekretär der Bischofssynode, vorgestellt. Das
Instrumentum laboris wurde weit verbreitet, auch durchs Internet
- es ist unter dem Stichwort “Bischofssynode” auf der Webseite des
Heiligen Stuhles zu finden - und in zahlreichen weiteren
Publikationen. Die italienische Fassung wurde von der Libreria
Editrice Vaticana publiziert. Die Publikation des
Instrumentum laboris gab zahlreichen Personen Zugang zum
Terminkalender der Synodenversammlung, informierte sie über
Leistungen der Partikularkirchen und über einige weitere Punkte, die
noch weitere Reflexionen und Verbesserungen benötigen. Das Dokument
über die Neuevangelisierung und die Weitergabe des Glaubens - zwei
äußerst wichtige Themen im Leben und der Sendung der Kirche - ist
von besonderem Interesse für die Synodenväter, die sich in ihren
Beiträgen darauf beziehen müssen.
Die Ernennung derer, die bei der Synode mit besonderer
Verantwortung betraut sind
Am 22. Oktober 2011 hat Papst Benedikt XVI. zur Vorbereitung der
XIII. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode Seine
Eminenz Kardinal Donald William Wuerl, Erzbischof von Washington
(USA) zum Hauptberichterstatter und zum Sondersekretär Seine
Exzellenz Pierre-Marie Carré, Erzbischof von Montpellier (Frankreich),
ernannt.
Am 29. Juni 2012 hat Seine Heiligkeit dreiVizepräsidenten ernannt:
Seine Eminenz Kardinal John Tong Hon, Bischof von Hong Kong (China);
Seine Eminenz Kardinal Francisco Robles Ortega, Erzbischof von
Guadalajara (Mexiko); und Seine Eminenz Kardinal Laurent Monsengwo
Pasinya, Erzbischof von Kinshasa (Demokratische Republik Kongo).
III. Die Tätigkeiten des Generalsekretariats
In der Zeit vom Oktober 2008 bis zur Gegenwart war das
Generalsekretariat der Bischofssynode mit seinen Routinetätigkeiten
beschäftigt, vor allem der Aufgabe, die XII. Ordentliche
Generalversammlung der Bischofssynode zum Abschluss zu bringen und
Vorbereitungen für die XIII. Ordentliche Generalversammlung zu
treffen.
Gleichzeitig bereitete das Generalsekretariat auf Ersuchen des
Heiligen Vaters Papst Benedikt XVI. zwei Sonderversammlungen der
Bischofssynode vor: die Zweite Sonderversammlung für Afrika und die
Sonderversammlung für den Nahen Osten. Erstere, die vom 4.-25.
Oktober 2009 stattfand, zählte 244 Synodenväter. Die Erträge der
Synodendiskussion wurden in dem Postsynodalen Apostolischen
Schreiben Africae munus zusammengefaßt, welches der Heilige
Vater persönlich im Verlauf seiner Apostolischen Reise nach Cotonou
in Benin am 20. November 2011 den Präsidenten der Afrikanischen
Bischofskonferenzen überreichen wollte.
Die Sonderversammlung für den Nahen Osten, die vom 10.-24. Oktober
2010 tagte, sah die Teilnahme von 185 Synodenväter, die sich um den
Bischof von Rom versammelten und unter denen sämtliche Bischöfe des
Nahen Ostens waren. Die Ergebnisse der Arbeiten der Synode wurden in
dem Postsynodalen Schreiben Ecclesia in Medio Oriente
publiziert. Am 16. September 2012 überreichte Seine Heiligkeit im
Verlauf seiner Apostolischen Reise in den Libanon dieses Dokument
Vertretern des Episkopats aus dem Nahen Osten, den Patriarchen und
den Präsidenten der jeweiligen Bischofskonferenzen.
Das Generalsekretariat war außerdem an weiteren Tätigkeiten
beteiligt, die ich kurz aufzählen werde.
Besondere Ratsversammlungen
Zusätzlich zu den Tätigkeiten der Ordentlichen Ratsversammlung
war das Generalsekretariat der Bischofssynode auch an den
Zusammenkünften besonderer Ratsversammlungen beteiligt, vor allem
denen für Afrika und den Nahen Osten, zum Zwecke der Vorbereitung
ihrer jeweiligen Sonderversammlungen. In der Tat trat seit der Feier
der XII. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode die
Besondere Ratsversammlung für Afrika sechs mal zusammen (27.-28.
November 2008; 23.-24. Januar 2009; 19. März 2009; 19.-20. Januar
2010; 27.-28. April 2010; 19.-20. November 2011).
Die Ratsversammlung für den Mittleren Osten hielt neun Versammlungen
ab (21.-22. September 2009; 24.-25. November 2009; 23.-24. April
2010; 4.-6. Juni 2010; 20.-21. Januar 2011; 30.-31. März 2011;
17.-18. Mai 2011; 6.-7. Juli 2011; 14.-16. September 2012).
Von den übrigen Ratsversammlungen trat die Besondere Ratsversammlung
für Amerika am häufigsten zusammen, praktisch einmal pro Jahr:
18.-19. November 2008; 17.-18. November 2009; 16.-17. November 2010;
27.-28. Oktober 2011.
Die Aktualisierung des Vademecum
Der vom Heiligen Vater Papst Benedikt XVI. am 29. September 2006
verabschiedete Ordo Synodi Episcoporum richtete seine
Aufmerksamkeit auf Verfahren, die in jüngsten Synodenversammlungen
eine gewisse Weiterentwicklung erfahren haben und die in den
Vorgehensweisen der Synode das Klima der Kollegialität verbessert
haben. Gestatten Sie mir, einige praktische Aspekte hervorzuheben,
die sich als nützlich für die gegenwärtige Synodalversammlung
erweisen könnten.
Wie bereits bei früheren Synodenversammlungen wird jeder
Synodenvater die Möglichkeit haben, 5 Minuten lang das Wort zu
ergreifen. Eine längere Version seines Beitrags kann außerdem beim
Generalsekretariat eingereicht werden. Bitte denken Sie daran, dass
eine kurze Zusammenfassung des Beitrags, den jeder Synodenvater den
Hinweisen des Vademecum folgend vorbereitet hat, publiziert
werden wird.
4-minütige Beiträge sind vorgesehen für die Bruderdelegierten
und die Auditoren. In Anbetracht der großen Zahl von
Auditoren kann jeder einen schriftlichen Text beim
Generalsekretariat der Bischofssynode einreichen, so dass er in der
allgemeinen Diskussion des Synodenthemas berücksichtigt werden kann.
Auf jeden Fall wird alles erdenklich Mögliche dafür getan, dass
selbst die Auditoren während der Generalkongregationen das Wort
ergreifen können, sei es einzeln oder als Vertreter einer ganzen
Gruppe.
Im Verlauf des heutigen Nachmittags werden nach den Worten des
Generalrelators Vertreter der 5 Kontinente einen Beitrag vortragen,
der versuchen wird, eine Übersicht zum Thema der Neuevangelisierung
und der Weitergabe des christlichen Glaubens in ihren jeweiligen
Kontinenten zu geben. Jeder von ihnen kann 10 Minuten lang sprechen.
Am Schluß der Generalkongregationen gibt es am Nachmittag zwischen
18.00 und 19.00 Uhr Gelegenheit zu freier Diskussion. Ein
Synodenvater darf bei der Gelegenheit nicht länger als 3 Minuten
sprechen und höchstens noch ein weiteres mal. Diesselbe Regel gilt
für die anderen Diskussionszeiten im Synodensaal, um eine möglichst
große Teilnahme zu ermutigen. Es sind auch themengebundene
Diskussionen vorgesehen. Die erste, die am 8. Oktober stattfinden
wird, dreht sich um den Vortrag des Generalrelators, Seine Eminenz
Kardinal Donald William Wuerl, Erzbischof von Washington (USA). Die
zweite, am 9. Oktober, sollte sich dem Thema des Postsynodalen
Apostolischen Schreibens Verbum Domini widmen, gefolgt von
einem 30-minütigen Vortrag zu diesem Thema von Seiner Eminenz
Kardinal Marc Ouellet, P. S. S., den Präfekten der
Bischofskongregation. Vergleichbare Diskussionszeiten werden dem
Vortrag Seiner Gnaden Rowan Douglas Williams, des Erzbischofs von
Canterbury und Primas von England und der Anglikanischen
Gemeinschaft folgen, der am Mittwoch, 10. Oktober gehalten wird. Der
Erzbischof wird die anglikanische Perspektive der Herausforderung
der Neuevangelisierung und der Weitergabe des christlichen Glaubens
mit uns teilen. Am 12. Oktober wird Dr. Werner Arber, Professor für
Mikrobiologie am Biozentrum der Universität Basel (Schweiz) und
Präsident der Päpstlichen Akademie der Wissenschaften seine
Beobachtungen zum Thema der Beziehung zwischen Wissenschaft und
Glaube mit uns teilen. Nach seinem Vortrag wird Herr Dr. Arber auf
Fragen seitens der Synodenväter gern antworten.*
Der erste Teil des Synodenverfahrens ist Beiträgen der Synodenväter
vorbehalten. Um eine gewisse Ordnung nach Themen unter den Beiträgen
einzuhalten, wird jeder Synodenvater, der das Wort zu ergreifen
wünscht, gebeten, sich im Generalsekretariat registrieren zu lassen
und dabei das Thema anzugeben, zu dem er zu sprechen wünscht. Es
wird sehr empfohlen, sich hierbei auf die Nummer oder Nummern zu
beziehen, die im Instrumentum laboris vorgegeben sind.
Diejenigen haben den Vortritt, die über ein Thema zu sprechen
wünschen, das im ersten Teil des Instrumentum laboris in den
Nummern 1-40 enthalten sind, die die Einleitung und das Thema
Jesus Christus, Gute Nachrichten Gottes für die Menschheit
enthalten sind. Es folgen Themen des zweiten Teils, Nummern 90-128,
Weitergabe des Glaubens. Der vierte Teil, Nummern 129-169,
umfasst das vierte Kapitel, Die Wiederbelebung der
Seelsorgetätigkeit und der Beschluss. Ein geordneterer
Ansatz, Thema für Thema, sollte eine Vertiefung der Entwicklung des
Themas erleichtern.
Während dieser Synodenversammlung wird die Abstimmung elektronisch
erfolgen, was nicht nur der Zeitersparnis dient, sondern auch
ermöglicht, dass Ergebnisse in Echtzeit erzielt werden können. In
Anbetracht der Wichtigkeit der Abstimmung über die Propositiones
und der Verfahrensweise wird diese Abstimmung sowohl in
schriftlicher als auch elektronischer Form erfolgen. Wie bereits
gesagt, können die Synodenväter über die Vorschläge in schriftlicher
Form abstimmen, auch jene unter ihnen, die nicht an der
Generalversammlung teilnehmen können, wenn die elektronische
Abstimmung erfolgt. Die offiziellen Abstimmungsergebnisse sind daher
jene, die von der Abstimmungskommission fristgerecht erstellt werden
müssen; letztere hat die Aufgabe, die Abstimmungsergebnisse auf
Papier aufzuführen.
Im Verlauf der Synodenversammlung dürfen wir drei Sondergäste
begrüßen: Frère Alois, Prior von Taizé (Frankreich), Hw. Lamar Vest,
Präsident der Amerikanischen Bibelgesellschaft (USA) und den
neuernannten Hr. Werner Arber, Professor für Mikrobiologie am
Biozentrum der Universität Basel (Schweiz), Präsident der
Päpstlichen Akademie der Wissenschaften und Gewinner des
Nobelpreises für Physik des Jahres 1978.
Der ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., wird
zur feierlichen Eucharistiefeier am 11. Oktober erwartet, bei der
der Heilige Vater Papst Benedikt XVI. den Vorsitz führt.
Wie bereits erwähnt, wird der Erzbischof von Canterbury und Primas
von ganz England und der Anglikanischen Gemeinschaft, Seine Gnaden
Rowan Douglas Williams, am 10. Oktober in der Synodenhalle eine
einführende Ansprache halten.
Auf dem Terminkalender der XIII. Ordentlichen Generalversammlung
stehen verschiedene Initiativen, an denen sich die Synodenväter als
Gruppe beteiligen sollten. Die diesbezüglichen Informationen werden
rechtzeitig weitergegeben werden. All diese Termine sind dazu
gedacht, nicht nur die Kollegialität der Bischöfen untereinander und
mit dem Bischof von Rom zu fördern, dem Oberhaupt des
Bischofskollegiums, sondern auch die communio inmitten des
Gottesvolkes, dessen Repräsentanten in dieser Synodenversammlung
versammelt sind. Den Synodenvätern steht es frei, an anderen
Veranstaltungen teilzunehmen, die abseits des Synodenkalenders
stattfinden.
Publikationen
Die Aktivität des Generalsekretariats schloss auch die folgenden
Publikationen ein: 2011 veröffentlichte die “Lateran University
Press” unter der Schirmherrschaft des Generalsekretariats der
Bischofssynode das Buch La Parola di Dio
nella vita e nella missione della Chiesa. Dieses Buch enthält
nicht nur die reiche Dokumentation der Phase, in der die XII.
Ordentliche Generalversammlung der Bischofssynode vorbereitet und
abgehalten wurde, sondern alle offiziellen Texte der
Synodenversammlung, darunter auch die Zusammenfassungen der
Einführungen der einzelnen Synodenväter und das Nachsynodale
Apostolische Schreiben Verbum Domini, das den Höhepunkt der
Synodenarbeiten darstellt. Das Personenverzeichnis stellt ein
nützliches und schnelles Nachschlagwerk dar.
In Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeitern hat der Generalsekretär
beim diesem Verlag auch das Buch Il Vescovo Servitore del Vangelo
di Gesù Cristo herausgegeben, das das Ergebnis der Arbeit der X.
Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode ist, die von 30.
September - 27. Oktober 2001 abgehalten wurde. Diese Publikation des
Generalsekretariats der Bischofssynode vervollständigt die Reihe der
Ordentlichen und Außerordentlichen Versammlungen und ermöglicht,
dass nicht nur den Bischöfen und Forschern ein reiches Angebot an
Synodendokumentation zur Verfügung steht, sondern allen anderen
Personen, die daran interessiert sind.
Der Kongregation für die Evangelisierung der Völker ist es zu
verdanken, dass das Generalsekretariat die Veröffentlichung des
Buches La Chiesa in Africa a servizio della riconciliazione,
della giustizia e della pace im Verlag Urbaniana University
Press, Vatikanstadt 2012, unterstützt hat. Darin sind die Ergebnisse
der Zweiten Sonderversammlung der Bischofssynode für Afrika
enthalten, die von 4.-25. Oktober 2009 in Rom abgehalten wurde.
IV) Schluss
Jesus Christus, der allererste und größte Künder des Evangeliums
Die Neuevangelisierung für die Weitergabe des christlichen Glaubens,
das Thema der XIII. Ordentlichen Generalversammlung der
Bischofssynode, lenkt unseren Blick auf Jesus Christus,
unerschöpfliche Quelle aller Evangelisierung. In dem Nachsynodalen
Apostolischen Schreiben Evangelii nuntiandi schreibt der
Diener Gottes Papst Paul VI., der die Arbeit der XIII. Ordentlichen
Generalversammlung der Bischofssynode (27. September - 26. Oktober
1974) zum Thema Evangelisierung in der modernen Welt
zusammenfassen wollte: “Die Bischöfe haben im Verlauf der Synode
sehr oft diese Wahrheit hervorgehoben: Jesus selbst, Frohbotschaft
Gottes, ist der allererste und größte Künder des Evangeliums gewesen.
Er ist es bis zum Äußersten gewesen: bis zur Vollkommenheit und zur
Hingabe seines irdischen Lebens.” (En,
7). Auch wir, die wir hier in der XIII. Ordentlichen
Generalversammlung versammelt sind, wollen, in Kontinuität mit
unseren Vorgängern, mit Jesus Christus, “dem Alpha und Omega, dem
Ersten und dem Letzten, dem Anfang und dem Ende” (Offb
22,13), wieder neu über die Neuevangelisierung für die Weitergabe
des christlichen Glaubens nachdenken.
In den Priscilla-Katakomben kann man ein diesbezügliches Fresko von
Christus dem Guten Hirten bewundern, das reich ist an theologischem
Inhalt. Nachdem der Herr die 99 verlassen hatte, kehrte mit einem
Schaf auf den Schultern zurück, das verloren war, nun aber
wiedergefunden ist. Das Bild ist eine künstlerische Darstellung des
Gleichnisses vom verlorenen Schaf (vgl. Lk 15,1-7; Mt
18,12-14). Jesus Christus, der Gute Hirte, tut, was Gott im Alten
Testament verheißen hat: “Die verloren gegangenen Tiere will ich
suchen, die vertriebenen zurückbringen, die verletzten verbinden,
die schwachen kräftigen, die fetten und starken behüten. Ich will
ihr Hirt sein und für sie sorgen, wie es recht ist” (Ez
34,16) In diesem Bild kann man auf besondere Weise die Freude
wahrnehmen, die es dem Hirten bereitet hat, die verlorenen Schafe
wieder zur Herde zurückzubringen. Das ruft uns die Worte des
Evangelisten Matthäus wieder ins Gedächtnis ruft: “er freut sich
über dieses eine mehr als über die neunundneunzig, die sich nicht
verirrt haben” (Mt 18,13).
Zwei Schafe grasen friedlich in der Nähe des Guten Hirten. Es sind
treue Schafe, die beim Herrn geblieben sind. Sie kennen ihren Hirten
(vgl. Joh 10,14), der sie einzeln beim Namen ruft (vgl.
Joh 10,3). An ihrer Seite stehen zwei grüne Bäume, auf deren
Zweigen zwei Tauben sitzen, die zwei Olivenzweige im Schnabel tragen.
Das Bild ruft noch einen anderen biblischen Vergleich mit dem
Wachstum des Himmelreiches in Erinnerung, das “wie ein Senfkorn ist,
das ein Mann in seinem Garten in die Erde steckte; es wuchs und
wurde zu einem Baum und die Vögel des Himmels nisteten in seinen
Zweigen” (Lk 13,19; vgl Mk 4,31; Mt 13,31). Die
Olivenzweige verweisen darüber hinaus auf die Erfahrung des Noah,
der wusste, dass die Sintflut vorbei war, als die Taube zur Arche
zurückkam, “in ihrem Schnabel hatte sie einen frischen Olivenzweig”
(Gen 8,11). Mit Seinem Kommen beginnt Jesus der Gute Hirt die
Rettung der Welt. Durch sein Kreuzesopfer bringt er Eintracht und
Frieden: Er ist “unser Friede” (Eph 2,14).
Das Bild von Jesus, dem Guten Hirten - einschließlich dem in den
Priscilla-Katakomben - ist ein Beispiel der Inkulturation der
christlichen Botschaft in der griechisch-römischen Kultur. Die
Bürger des Römischen Reiches erinnerte das Bildnis an Hermas - bzw.
Hermes Kriophoros -, der einen Widder auf den Schultern tragend die
Herde leitet. Dieses Symbol birgt die Aufforderung, das bleibende
Evangelium Jesu Christi den Kulturen den Kulturen der Männer und
Frauen unserer Zeit bekannt zu machen, die, zu ihrer Zeit, von der
Frohbotschaft unseres Herrn Jesus, den einzigen Retter der Welt (vgl.
Apg 4,12) geläutert und erhöht werden müssen.
Unter den Schafen, die der Gute Hirte wieder der Herde zugeführt hat,
sind berühmte Heilige, vor allem große Künder des Evangeliums wie
die Heiligen Petrus und Paulus, der auf eine besondere Weise mit den
anderen Aposteln verbunden ist. Wie im Abendmahlssaal wird der
seligen Jungfrau Maria, der Mutter Jesu und der Mutter der Kirche,
dem Stern der Neuevangelisierung, ein besonderer Platz eingeräumt.
Am Donnerstag, dem 4. Oktober, vertraute der Heilige Vater Papst
Benedikt XVI. in Loreto die Synodenarbeit und das Jahr des Glaubens
ihrem mütterlichen Schutz an. Es ist uns ein Anliegen, von allen
Seligen und Heiligen, die in der Geschichte der Kirche ihrem
Beispiel gefolgt sind, besonders des seligen Papstes Johannes Paul
II. zu gedenken, der sich im Laufe seines Pontifikats unermüdlich
für die Förderung der Neuevangelisierung eingesetzt hat und es nicht
versäumen wird, vom Himmel aus über unsere Arbeit zu wachen. Im
Laufe dieser Synodenversammlung wird die Zahl der Heiligen um
weitere 7 erweitert werden, die der Bischof von Rom, Papst Benedikt
XVI., am 21. Oktober zur Ehre der Altäre erheben wird. Wir vertrauen
die Arbeit dieser Synodenversammlung ihrer Fürsprache und der der
Heiligen Johannes von Avila und Hildegard von Bingen, den neuen
Kirchenlehrern, an, auf dass unsere Arbeit die Worte Jesus Christi,
des Guten Hirten, fruchtbar machen möge: “Ich habe noch andere
Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen
und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde
geben und einen Hirten” (Joh 10,16).
Danke für Ihre Aufmerksamkeit.
[00008-05.61] [NNNNN] [Originaltext: Latin
RELATIO ANTE DISCEPTATIONEM DES GENERALRELATORS, S. EM. KARD. DONALD
WILLIAM WUERL, ERZBISCHOF VON WASHINGTON (USA)
Es ist mir eine große Ehre, bei dieser Synode als Generalrelator
meinen Dienst zu leisten, und ich bin unserem Heiligen Vater dankbar
für dieses Privileg. Wir beginnen nun mit unseren Arbeiten über die
Neuevangelisierung zur Weitergabe des christlichen Glaubens. Ich
möchte daher einige Punkte behandeln, die, so hoffe ich, dazu
beitragen werden, unsere Beratungen zu umreißen und einige Themen
zur gemeinsamen Reflexion zu bieten.
Keiner von uns ist zu dieser Synode gekommen ohne die vorausgehende
Vorbereitung, die in unserem pastoralen Dienst enthalten ist und die
ihrerseits auch von der Arbeit des Generalsekretariats der
Bischofssynode gespeist wird, das zunächst die Lineamenta
erarbeitet hat mit den Ratschlägen und Vorschlägen der
Bischofskonferenzen, der Synoden der katholischen Kirchen sui
iuris, der Dikasterien der Römischen Kurie, der Bischöfe ohne
Bischofskonferenzen und der Union der Ordensoberen. Anregungen kamen
auch von einzelnen Bischöfen, Frauen und Männern des geweihten
Lebens und Laiengläubigen, wobei die kirchlichen Bewegungen und
Vereinigungen nicht vergessen werden dürfen. Vor kurzem wurde uns
auch das Instrumentum laboris geschenkt, das in seinen
eingehenden Überlegungen das Augenmerk auf die Neuevangelisierung
richtet. Das Instrumentum gibt bereits einen
Orientierungsrahmen für einen großen Teil der Synodenberatungen, und
es ist meine Absicht, einige Abschnitte herauszustellen, die
eingehender behandelt werden können. In meinen Ausführungen werde
ich auf das Instrumentum laboris Bezug nehmen.
In meine Beobachtungen möchte ich folgende Punkte einschließen:
1) was und wen wir verkünden- das Wort Gottes;
2) neue Ressourcen, die uns bei dieser Aufgabe helfen;
3) Begleitumstände unserer Zeit, die diese Synode notwendig machen;
4) Elemente der Neuevangelisierung;
5) einige theologische Prinzipien für die Neuevangelisierung;
6) Eigenschaften der Träger der Neuevangelisierung; und schließlich
7) Charismen der Kirche heute, um die Aufgabe der Neuevangelisierung
zu unterstützen
1) Was / Wen wir verkünden
Im Mittelpunkt unserer Verkündigung steht Jesus, sein Evangelium und
sein Weg. Christliches Leben ist definiert als eine Begegnung mit
Jesus. Als Jesus zum ersten Mal zu uns kam, bot er eine völlige neue
Art zu leben an. Die Begeisterung breitete sich aus, so wie der Sohn
Gottes, der auch einer von uns ist, das Kommen des Gottesreiches
verkündete. Auch heute lädt er uns ein, seine Jünger zu werden, und
bietet uns einen Platz in seinem Reich an, so wie er es bei jenen
tat, die ihm zuhörten. Und dies war in den vergangenen zwanzig
Jahrhunderten so. Mit dem immer besseren Verständnis seiner
Botschaft wurde auch immer klarer, dass Jesus uns nicht nur eine
völlig neue Art zu leben anbietet, sondern auch eine neue Art zu
sein. Der heilige Petrus schreibt: “Gepriesen sei der Gott und Vater
unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns in seinem großen Erbarmen
neu geboren, damit wir durch die Auferstehung Jesu Christi von den
Toten eine lebendige Hoffnung haben...” ( 1 Petr 1,3). Dieses neue
Leben als Kinder Gottes durch die Taufe ist uns von Jesus selbst
offenbart worden: “Amen, amen, ich sage dir: Wenn jemand nicht aus
Wasser und Geist geboren wird, kann er nicht in das Reich Gottes
kommen” (Joh 3,5). (vgl. Instrumentum laboris Nr. 18-19, Nr.
31)
Wir freuen uns, weil wir als Kinder angenommen worden sind, und der
heilige Johannes versichert uns, das diese Annahme an Kindes Statt
keine juristische Fiktion ist: “Seht wie groß die Liebe ist, die der
Vater uns geschenkt hat: Wir heißen Kinder Gottes, und wir sind es”
(1 Joh 3,1).
Das Evangelium, zu dessen Verkündigung Jesus Christus gekommen ist,
ist nicht eine Nachricht über Gott, sondern Gott selbst in unserer
Mitte. Gott hat sich selbst sichtbar, hörbar, berührbar gemacht. Im
Gegenzug will er unsere Liebe.
In der im Matthäusevangelium enthaltenen Bergpredigt hören wir von
eine neue Lebensweise und was diese mit dem Barmherzigen, dem nach
Gerechtigkeit Dürstenden, dem Trauernden, dem Friedfertigen, dem
Armen im Geiste zu tun hat. Hier hören wir von der Berufung, Salz
der Erde und Licht auf dem Leuchter zu sein. Später hören wir im
selben Evangelium die aussergewöhnliche Formulierung, dass wir im
Nächsten die Gegenwart Christi selbst sehen sollen. Die Jünger Jesu
sind dazu gerufen, eine Welt für möglich zu halten, in der nicht nur
der Hungrige gesättigt, der Durstige getränkt, der Fremde
aufgenommen und der Nackte bekleidet wird, sondern dass sogar Sünden
vergeben werden und das Unterpfand für das ewige Leben gegeben wird.
(Vgl. Instrumentum laboris Nr. 23, Nr. 28-29)
Jesus zieht uns an sich. Die Freude, die wir erfahren drängt uns,
sie mit anderen zu teilen. Wir sind nicht nur Jünger, sondern wir
sind Missionare, Verkünder des Evangeliums. Wie die ersten Jünger
sollen wir uns selbst an der Seite Jesu sehen, der als Sämann die
Samen einer neuen Lebensweise aussät, Samen der Teilhabe an einem
Königreich, das für immer bestehen wird (vgl. Mt 13, 1-9, 18-23; Mk
4,3; Lk 8, 5). (vgl. Instumentum laboris Nr. 25 und Nr. 34)
Dieselbe Sicht müssen wir heute haben, wenn wir andere einladen, das
Evangelium aufzuschlagen und von dem Ruf zu lesen, Reben am
Weinstock des Herrn zu sein, von dem Brot des ewigen Lebens zu essen
und die Worte der Wahrheit zu hören, Worte die auf immer bestehen
werden.
Wir müssen mit lebendigem Glauben, fester Überzeugung und freudigem
Zeugnisgeben fähig sein, unsere Verkündigung zu erneuern, in der
Überzeugung, dass Gott so wie in vergangenen Zeiten auch heute immer
noch zu uns spricht. So sagt das Nachsynodale Apostolische Schreiben
Verbum Domini des Heiligen Vaters ganz klar: “Die Beziehung
zwischen Christus, dem Wort des Vaters, und der Kirche kann nicht
einfach nur als Ereignis der Vergangenheit verstanden werden,
sondern es ist eine lebendige Beziehung, in die persönlich
einzutreten jeder Gläubige berufen ist. Tatsächlich sprechen wir von
der Gegenwart des Wortes Gottes heute bei uns: ‘Seid gewiss: Ich bin
bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt’ (Mt 28,20)” (51).
Was unseren katholischen Glauben heute auszeichnet, ist genau dieses
Verständnis von der Kirche als fortdauernder Gegenwart Christi, dem
Mittler von Gottes rettendem Eingreifen in unsere Welt, und der
Kirche als Sakrament von Gottes heilsbringendem Handeln. Das Zweite
Vatikanische Konzil hat in der Dogmatischen Konstitution über die
Kirche Lumen Gentium am Anfang daran erinnert, dass “die
Kirche [... ] ja in Christus gleichsam das Sakrament, das heißt
Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für
die Einheit der ganzen Menschheit [ist]...”. (1) (vgl.
Instrumentum laboris Nr. 27).
Die intellektuelle und ideologische Trennung von Christus und seiner
Kirche ist einer der ersten Fakten, mit denen wir bei dem Versuch
einer Neuevangelisierung von Kultur und Menschen heute umzugehen
haben. Schon in seiner Enzyklika Gott ist die Liebe (Deus
caritas est) hat uns der Heilige Vater daran erinnert, dass “die
Kirche [...] Gottes Familie in der Welt” ist und dass sich “das
Wesen der Kirche in einem dreifachen Auftrag aus [drückt]:
Verkündigung von Gottes Wort (kerygma-martyria), Feier der
Sakramente (leiturgia), Dienst der Liebe (diakonia)”. Weiter
unterstreicht er, dass dies “Aufgaben [sind], die sich gegenseitig
bedingen und sich nicht voneinander trennen lassen” (25).
Alles, was die Kirche ist, hat sie von Christus empfangen. Die erste
und kostbarstes Gabe ist die aus dem Ostermysterium gewonnene Gnade:
aus seinem Leiden, Tod und seiner glorreichen Auferstehung. Jesus
hat uns aus der Macht der Sünde befreit und uns vom Tod errettet.
Die Kirche empfängt von ihrem Herren nicht nur die überwältigende
Gnade, die er für uns verdient hat, sondern auch die Aufgabe, seinen
Sieg mittzuteilen und zu verkündigen. Wir sind dazu aufgerufen, die
Frohbotschaft Jesu Christi treu der Welt zu übermitteln. Die erste
Aufgabe der Kirche ist die Evangelisierung. (Vgl. Instrumentum
laboris Nr. 23-26).
Eine der Herausforderungen, die einerseits die Neuevangelisierung
dringend macht und andererseits eine Barriere gegen sie bildet, ist
der heutige Individualismus. Unsere Kultur und der Schwerpunkt in
vielen Teilen der gegenwärtigen Gesellschaft heben den Einzelnen
hervor und schätzen die für jede Person notwendige Bindung an andere
gering. In unserer Gesellschaft, die individuelle Freiheit und
Autonomie, persönliche Selbstverwirklichung und Dominanz wertschätzt,
verliert man leicht unsere Abhängigkeit von anderen und unsere
Verantwortung für sie aus den Augen. In seiner Ansprache an die
nordamerikanischen Bischöfe während seines Washingtonbesuches 2008
hat uns unser Heiliger Vater gelehrt, dass die Betonung unserer
persönlichen Beziehung zu Gott auf Kosten unserer Berufung in die
Mitgliedschaft einer erlösten Gemeinschaft “nur ein weiterer Beweis
dafür [ist], dass eine Erneuerung der Evangelisierung der Kultur
dringend ansteht” (vgl. Instrumentum Laboris Nr. 7, Nr. 35, Nr.
43-44, Nr. 48).
Die Kirche wird niemals müde, die vom Herrn empfangene Gabe zu
verkünden. Das Zweite Vatikanische Konzil hat daran erinnert, dass
die Evangelisierung das Herzstück der Kirche ist. In Lumen
Gentium, dem grundlegenden Text und Kern der Aussagen des
Konzils über das Leben der Kirche, unterstreichen die Konzilsväter:
“Diesen feierlichen Auftrag Christi zur Verkündigung der
Heilswahrheit hat die Kirche von den Aposteln erhalten und muss ihn
erfüllen bis zu den Grenzen der Erde” (17). Das Konzil spricht
überzeugend von der Wahrheit, dass die göttliche Sendung, die Jesus
der Kirche übertragen hat, in den Aposteln und ihren Nachfolgern bis
an das Ende der Welt fortdauert. (Vgl. Instrumentum laboris Nr. 27
und Nr. 92)
2) Neue Ressourcen
Wir stellen uns der Aufgabe der Neuevangelisierung nicht innerhalb
eines luftleeren Raumes. Seit Jahrzehnten hat das päpstliche Lehramt
die Kirche zu einem tiefen Bewusstsein sowohl der Problematik als
auch der Art und Weise, wie ihr zu begegnen ist, geführt. Papst Paul
VI. hat das Interesse daran angestoßen, der selige Papst Johannes
Paul II. zu einem tieferen Bewusstsein ihrer Notwendigkeit gedrängt,
und unser Heiliger Vater, Papst Benedikt XVI., hat diese Aufgabe der
Kirche zu einem beständigen Thema seiner Lehre und Predigt gemacht.
In seinem Apostolischen Schreiben Evangelii nuntiandi hat
Papst Paul VI. die Lehre des Konzils wiederaufgenommen, wenn er sagt,
die Kirche ist “eine Gemeinschaft, die ihrerseits evangelisiert. Der
Auftrag, der den Zwölf gegeben wurde – ‘Gehet hin, verkündet die
Frohbotschaft’ –, gilt auch, wenngleich in anderer Art, für alle
Christen... Im übrigen gilt die Frohbotschaft vom Reich, das kommt
und das angefangen hat, für alle Menschen aller Zeiten. Jene, die
sie empfangen haben, jene, die sie zu einer Gemeinschaft des Heils
versammelt, können und müssen sie mitteilen und ausbreiten” (13). In
diesem historischem Dokument, das zehn Jahre nach dem Abschluss des
Zweiten Vatikanischen Konzils veröffentlicht wurde, erkannte der
Papst die Dringlichkeit einer “neuen Zeit der Evangelisierung”. (vgl.
Instrumentum laboris Nr. 3 und Nr. 27)
Das Pontifikat des seligen Johannes Paul II. hat uns häufige
Bezugnahmen auf die Elemente der Neuevangelisierung und eine
mutmachenden Unterweisung geschenkt: im Nachsynodalen Apostolischen
Schreiben Catechesi Tradendae, im nach der Synode über die
Laien veröffentlichten Schreiben
Christifideles Laici sowie in der Enzyklika Redemptoris
Missio. Der selige Johannes Paul II. hat uns in Erinnerung
gerufen, dass die Evangelisierung “der vorrangige Dienst (ist), den
die Kirche jedem einzelnen und der Menschheit insgesamt anbieten
kann”, und er hat den Einsatz für eine Evangelisierung angeregt, die
“neu im Eifer, in den Methoden und in ihrer Durchführung.” ist (vgl
Instrumentum laboris Nr. 130, Nr. 100-101)
Papst Benedikt XVI. hat bekräftigt, dass die Unterscheidung der
“neuen Erfordernisse der Evangelisierung” “die prophetische Aufgabe
der Päpste” ist. Er betonte, dass “die gesamte Aktivität der Kirche
ein Ausdruck der Liebe ist”, welche die Welt zu evangelisieren sucht.
Mit der Bekanntgabe der Schaffung einer neuen vatikanischen Behörde
für die Neuevangelisierung in der Predigt am Fest der Apostel Peter
und Paul in der Basilika St. Paul vor den Mauern hat unser Heiliger
Vater diesem Einsatz eine formale Struktur gegeben und hat die
Notwendigkeit und die all-umfassende Natur dieser Sendung der Kirche
verdeutlicht. (vgl. Instrumentum laboris Nr. 130, Nr. 149)
Eine andere Quelle, die der universalen Kirche bei diesem Bemühen
zur erneuten Präsentation des Evangeliums zur Verfügung steht, ist
der Katechismus der Katholischen Kirche. Dieses Kompendium
des Glaubens in seinen vielfältigen Manifestationen und Anwendungen
ist ein helles Licht in dem, was leider in zu vielen Fällen
Finsternis der religiösen Ignoranz geworden ist (vgl.
Instrumentum laboris Nr. 100-101).
3) Begleitumstände unserer Zeit
Der dramatischen Veränderungen unterworfene gesellschaftliche
Hintergrund für die Annahme, die Aneignung und das Leben des
Glaubens ist der Kontext dieser Synode. Der Aufruf, den katholischen
Glauben, die Botschaft des Evangeliums, die Lehre Christi erneut
vorzuschlagen, ist gerade deshalb notwendig, weil wir so vielen
Menschen begegnen, die diese Heilsbotschaft zwar gehört haben, für
die diese Verkündigung aber jetzt schal geworden ist. Die Vision ist
verblasst. Die Verheißungen scheinen leer zu sein oder keinen Bezug
zum wirklichen Leben zu haben (vgl. Instrumentum laboris Nr.
41-44).
In der Kirche haben wir es in vielen Fällen, insbesondere in den
meisten Ländern der so genannten “Ersten Welt”, mit einem
dramatischen Rückgang der Glaubenspraxis der bereits Getauften zu
tun. Unser Heiliger Vater hat darüber hinaus präzisiert, dass das
Werk der Neuevangelisierung darin besteht, Jesus Christus und sein
Evangelium in den Ländern zu verkünden, “wo zwar schon eine erste
Verkündigung des Glaubens erfolgte und es Kirchen alter Gründung
gibt, die aber eine fortschreitende Säkularisierung der Gesellschaft
und eine Art ‘Finsternis des Sinnes für Gott’ erleben” (28. Juni
2010; vgl. Instrumentum laboris Nr.
52-53, Nr. 94).
Die Antworten der Bischöfe aus der so genannten Dritten Welt - den
erst in jüngerer Zeit evangelisierten Gesellschaften - weisen auf
dieselben Erfahrungen in ihren Ortskirchen hin (vgl.
Instrumentum laboris Nr. 87-89).
Die gegenwärtige Situation hat ihre Wurzeln in den Umbrüchen der
1970er und 1980er Jahre, Jahrzehnte, in denen es offenkundig eine
mangelhafte oder fehlerhafte Katechese auf vielen Unterrichtsebenen
gab. Wir standen vor einer Hermeneutik der Diskontinuität, von der
das Milieu der höheren Bildungszentren durchdrungen war und sich
auch in einer irrigen liturgischen Praxis widerspiegelte. Ganze
Generationen wurden getrennt von dem System der Unterstützung, das
die Glaubensweitergabe erleichterte. Es ist, als hätte sich der
Einfluss der Säkularisierung wie ein Tsunami über die kulturelle
Landschaft ergossen und wichtige Kennzeichen der Gesellschaft wie
Ehe, Familie, den Begriff des Gemeinwohls und des objektiven
“richtig” und “falsch” hinweggespült. Tragischerweise haben die
Sünden einiger weniger dem Misstrauen gegenüber den Strukturen der
Kirche Vorschub geleistet (vgl.
Instrumentum laboris Nr. 69, Nr. 95, Nr. 104).
Die Säkularisierung hat zwei Generationen von Katholiken geformt,
die die Grundgebete der Kirche nicht mehr kennen. Viele sehen keinen
Wert in der Teilnahme an der heiligen Messe, unterlassen es, das
Bußsakrament zu empfangen, und haben oft den Sinn für das Geheimnis
oder die Transzendenz verloren als etwas, das reale und nachweisbare
Bedeutung hat.
All das oben Genannte hatte zur Folge, dass ein großer Teil der
Gläubigen schlecht darauf vorbereitet war, mit einer Kultur
umzugehen, die - wie unser Heiliger Vater auf seinen vielen Reisen
in die ganze Welt unterstrichen hat - gekennzeichnet ist von
Säkularismus, Materialismus und Individualismus.
Aber die heutige Situation ist nicht in allem düster. So wie es
möglich ist, die Ursachen oder zumindest die Anlässe für die heutige
negative Situation auszumachen, so ist es auch möglich, eine
zunehmend erkennbare positive Antwort festzustellen. Viele Menschen,
vor allem die Jugendlichen, die der Kirche entfremdet wurden, sind
der Meinung, dass die säkularisierte Welt keine angemessenen
Antworten auf die ewigen und tiefen Fragen des menschlichen Herzens
hat (vgl. Instrumentum laboris Nr. 63-64, Nr. 70-71).
Viele Hirten haben bemerkt, dass sich die Neuevangelisierung auf
zwei Ebenen zugleich entfaltet, nämlich in der Einführung der Kinder
in den Glauben und die Unterrichtung ihrer Eltern im Glauben. Für
viele Lehrer und diejenigen, die bereits in der Katechese
unterrichtet sind, ist dies ein besonders bereichernder Moment, denn
die jungen Erwachsenen nähern sich dieses Mal dem Glauben mit einer
viel größeren Offenheit, weil sie selbst mehr wissen wollen.
Kontaktpunkte finden sich für viele junge Erwachsene heute in den
Programmen der Universitätspastoral an weltlichen Universitäten und
höheren Schulen, in Pfarrei- oder Diözesanprogrammen mit einem
Schwerpunkt auf aktuellen wichtigen Fragestellungen sowie in auf die
Familie zugeschnittene Veranstaltungen für diejenigen, die Kinder
haben und sowohl spirituelle als auch soziale Unterstützung suchen.
Heutzutage sollte auch die Familie selbst als vorbildlicher Ort der
Neuevangelisierung und damit zusammenhängenden Lebensfragen
besonders erwähnt werden. Während die zeitgenössische Gesellschaft
das traditionelle Familienleben herunterspielt oder sogar lächerlich
macht, bleibt dies jedoch eine natürliche Realität und der erste
Baustein der Gemeinschaft. Die Familie ist der natürliche und
normale Kontext für die Weitergabe des Glaubens und der Werte und
ebenso die Realität, auf die wir unser ganzes Leben lang häufig
zurückkommen, um Unterstützung zu finden (vgl. Instrumentum
laboris Nr.110-113).
Ein immer offensichtlicheres Merkmal der Neuevangelisierung ist,
dass unsere Bemühungen, das Evangelium zu verbreiten, uns nicht
länger notwendigerweise in fremde Länder und zu weit entfernten
Völkern führen. Die Menschen, die es nötig haben, erneut von
Christus zu hören, sind mitten unter uns, in unserer Nachbarschaft
und in unseren Pfarreien, auch wenn sie im Herzen und im Geist weit
von uns entfernt sind. Immigration und weit verbreitete Migration
haben ein neues nachbarschaftliches Umfeld geschaffen, das nur zu
oft wirklich eine Übung der Neuevangelisierung ist.
Die Missionare der Erstevangelisierung überwanden immense
geographische Distanzen, um die Frohe Botschaft zu verbreiten. Wir,
die Missionare der Neuevangelisierung, müssen ideologische Distanzen
überwinden, die genauso immens sind, und das häufig, bevor wir über
unsere Nachbarschaft oder Familie hinausgekommen sind.
4) Elemente der Neuevangelisierung
Die Neuevangelisierung ist kein Programm, sie ist eine Art, zu
denken, zu sehen und zu handeln. Sie ist eine Art Linse, durch die
wir die Möglichkeit sehen, das Evangelium erneut zu verkünden. Sie
ist auch Zeichen für das Weiterwirken des Heiligen Geistes in der
Kirche.
Im Kern besteht die Neuevangelisierung darin, erneut eine Begegnung
mit dem auferstandenen Herrn, mit seinem Evangelium und seiner
Kirche denjenigen anzubieten, die die Botschaft der Kirche nicht
mehr anziehend finden. Ich glaube, es gibt drei verschiedene, jedoch
miteinander zusammenhängende Phasen:
a) die Erneuerung oder Vertiefung unseres Glaubens sowohl auf
intellektueller als auch auf emotionaler Ebene (vgl. Instrumentum
laboris Nr.24, Nr. 37-40, Nr. 118-119, Nr. 147-158)
b) ein neues Vertrauen in die Wahrheit unseres Glaubens (vgl.
Instrumentum laboris Nr.31, Nr. 41, Nr. 46, Nr. 49, Nr. 120) und
c) die Bereitschaft, ihn mit anderen zu teilen (vgl.
Instrumentum laboris Nr. 33-34, Nr. 81)
Die Neuevangelisierung beginnt bei jedem einzelnen von uns, indem
wir es uns zur Aufgabe machen, unser Glaubensverständnis und unsere
Aneignung des Glaubens zu erneuern, und zwar so, dass die Botschaft
des Evangeliums und dessen Umsetzung im Heute tiefer, bereitwilliger
und freudiger erfasst wird.
Unser Bemühen um eine erneute Wertschätzung des Glaubens sollte ein
neues Vertrauen in die Wahrheit unserer Botschaft zur Folge haben.
Leider haben wir erlebt, wie dieses Vertrauen nur allzu lange durch
die Übernahme eines großen Teils des säkularen Wertesystems
untergraben wurde, das sich in den vergangenen Jahrzehnten
durchgesetzt hat als eine höherwertige und bessere Lebensweise als
diejenige, die von Jesus, seinem Evangelium und seiner Kirche
vorgeschlagen wird. Im schulischen und theologischen Bereich der
Kultur, der die Hermeneutik der Diskontinuität widerspiegelt, wurde
die Sicht des Evangeliums nur zu oft verdunkelt und eine sichere,
überzeugte Stimme machte den Entschuldigungen Platz für das, woran
wir festhalten und was wir glauben.
Im Evangelium lesen wir, dass Jesus lehrte, wie jemand, der
Vollmacht hat (Mk 1,21-22). Er lehrte aus seiner eigenen Identität
heraus. Jesus besitzt Autorität aufgrund dessen, wer er ist. “Ich
bin der Weg, die Wahrheit und das Leben”, verkündete er (Joh 14,6).
Diese göttliche Pädagogik bleibt das Vorbild für uns heute. Diese
Wahrheit - die Offenbarung dessen, wer Jesus ist - teilt er uns
durch die Kirche mit. Jesus hat uns nicht als Waisen zurückgelassen.
Als er zu seinem Vater zurückkehrte gab er denjenigen, die er
erwählt und mit dem Heiligen Geist gesalbt hatte den Auftrag, all
das, was er ihnen mitgeteilt hatte, zu lehren und es bis an die
Enden der Erde zu verkünden.
Viele Menschen, die heute Vergewisserung suchen hinsichtlich des
Wertes und der Bedeutung des Lebens werden überzeugt von der klaren,
eindeutigen und vertrauenswürdigen Botschaft Christi, wie sie in
seiner Kirche dargelegt wird. Um dies gut zu tun, müssen wir das
“Peinlichkeits-Syndrom” überwinden, wie manche das mangelnde
Vertrauen in die Wahrheit des Glaubens und in die Weisheit des
Lehramtes bezeichnet haben, das unsere Epoche kennzeichnet.
Das dritte Element der Neuevangelisierung muss die Bereitschaft und
der Wunsch sein, den Glauben zu teilen. Vor allem in der westlichen
Welt gibt sehr viele, die bereits von Jesus gehört haben. Für uns
besteht die Herausforderung darin, mitten in ihrem alltäglichen
Leben und ihrer konkreten Situation ein neues Bewusstsein und eine
neue Vertrautheit mit Jesus zu entfachen. Wir sind nicht nur zur
Verkündigung aufgerufen, sondern auch dazu, unsere Vorgehensweise so
anzupassen, dass eine ganze Generation angezogen und dazu gebracht
wird, den unkomplizierten, aufrichtigen und spürbaren Schatz der
Freundschaft mit Jesus wiederzufinden.
Der erste Moment jeder Evangelisierung entspringt nicht einem
Programm, sondern der Begegnung mit einer Person: mit Jesus Christus,
dem Sohn Gottes. Die Kirche bekräftigt: “Der Herr Jesus Christus
selbst, der in seiner Kirche gegenwärtig ist, geht dem Werk der
Verkünder des Evangeliums voraus, begleitet es und folgt ihm, und
lässt so ihre Arbeit fruchtbar werden: Was sich am Anfang ereignet
hat, setzt sich durch die ganze Geschichte hindurch fort” (Kongregation
für die Glaubenslehre, Lehrmäßige Note zu einigen Aspekten der
Evangelisierung, 1).
Wir vertrauen zuallererst und zu jeder Zeit auf Jesus. Er ist der
Eckstein. Wenn wir uns denen nähern, die im Glauben erkaltet sind
oder Abstand genommen haben von ihm, ist der Prüfstein stets die
Einfachheit der Lehre, die motiviert und den Menschen in der Tiefe
anspricht. Wir wenden uns unseren Brüdern und Schwestern zu, die das
Sakrament der Taufe empfangen haben und trotzdem nicht mehr am Leben
der Kirche teilnehmen. Ihnen bieten wir unsere Erfahrung der Liebe
Jesu an, nicht eine philosophische Abhandlung über das Verhalten.
Die Art und Weise, wie wir kommunzieren, muss Zugang zu den Herzen
finden, so dass der Heilige Geist unsere Brüder und Schwestern
wieder mit der Freundschaft mit Jesus vertraut machen kann, der
allein “der Schlüssel, der Mittelpunkt und das Ziel der ganzen
Menschheitsgeschichte” ist (Gaudium et
spes, 10).
Das persönliche Zeugnis derer, die Jesus nachfolgen, ist schon in
sich selbst eine Verkündigung des Wortes. Unsere Botschaft muss
daher heute in unserem Lebenszeugnis verwurzelt sein. Dies sollen
auch Momente der Einladung sein und nicht des Scheltens.
Wir müssen der Welt unsere Freude mitteilen, endgültig und
vollkommen geliebt und daher zur Liebe fähig zu sein. Unsere
Botschaft muss Ausdruck finden in Worten und im Leben, in Gebet und
Tat, im aktiven Handeln und im Ertragen des Leids.
5) Theologische Prinzipien für die Neuevangelisierung
Evangelisierung und Neuevangelisierung sind sowohl theologische
Begriffe wie auch pastorale Initiativen.
Das Dokument Dominus Iesus der Glaubenskongregation zählt
neun theologische/philosophische Mängel auf, die unsere
begrifflichen Vorstellungen beherrschen und die unsere
missionarischen Anstrengungen unterhöhlen. Schon zehn Jahre zuvor
hat die Bischofskonferenz der Vereinigten Staaten eine Überprüfung
von katechetischen Texten durchgeführt und zehn Mängel in der Lehre
entdeckt, die berichtigt werden müssen.
Da die Theologie Begriffe gebraucht, um unseren Glauben auszudrücken,
der im Evangelium verwurzelt ist, sind die Grundlagen unseres
Glaubens in Gefahr, wenn die Menschen mit dem begrifflichen Rahmen
Schwierigkeiten haben. Säkularismus und Rationalismus haben eine
Ideologie geschaffen, welche den Glauben der Vernunft unterwirft.
Religion wird zu einer persönlichen Angelegenheit. Die Lehre in
Glaubensangelegenheiten wird auf eigentümliche Auffassungen
reduziert, ohne dass die Möglichkeit eines Anspruchs auf eine
allgemein gültige Wahrheit besteht.
In einer vom Relativismus beherrschten Kultur haben Begriffe wie
Menschwerdung, Auferstehung, Erlösung, Sakrament und Gnade -
Zentralthemen der Theologie, um unseren Glauben an Jesus Christus zu
erklären - wenig Bedeutung für Katholiken und nicht mehr gläubige
Katholiken. (Vgl. Instrumentum laboris Nr. 20)
Es ist eine Versuchung für die Träger der Evangelisierung, und
vielleicht auch für die Seelsorger, diese begrifflichen Hindernisse
nicht in Angriff zu nehmen und statt dessen unsere Aufmerksamkeit
und Energie auf eher soziologische Notwendigkeiten oder pastorale
Initiativen zu lenken, oder sogar eine Wortfindung jenseits unser
eigenen Theologie zu betreiben.
Während die Neuevangelisierung notwendigerweise aufmerksam sein muss
gegenüber den Zeichen der Zeit und mit einer Stimme reden muss,
welche die heutigen Menschen erreicht, so darf sie doch auch nicht
die Verwurzelung in der großen lebendigen Tradition der Kirche
verlieren, wie sie sich schon in den theologischen Begriffen
ausgedrückt hat.
Am Beginn unserer Reflexionen über die Neuevangelisierung scheinen
mir einige theologische Grundlagen aus den Lineamenta, dem
Instrumentum laboris und viele aus dem Material der
Bischofkonferenzen aus aller Welt aufzufallen. Ich möchte vier davon
ansprechen.
a) Die anthropologischen Grundlagen der Evangelisierung
Wenn die Säkularisierung mit ihren atheistischen Tendenzen nicht
mehr mit Gott rechnet, verändert sich das gesamte Verständnis davon,
was Menschsein bedeutet. Deshalb muss die Neuevangelisierung ihre
Aufmerksamkeit auf den eigentlichen Ursprung von menschlicher Würde,
Selbsterkenntnis und Selbstverwirklichung richten. Die Tatsache,
dass jede Person als Abbild Gottes und ihm ähnlich geschaffen wurde,
ist zum Beispiel die Grundlage für die Deklaration von allgemein
gültigen Menschenrechten. Wir sehen hier wieder einmal die
Gelegenheit, mit Überzeugung einer zweifelnden Gemeinschaft von der
Wahrheit und Integrität von Realitäten wie Ehe, Familie, moralischem
Naturgesetz und objektiven Gut und Böse zu reden. (Vgl.
Instrumentum laboris Nr. 19)
Die Neuevangelisierung muss auf dem theologischen Verständnis
beruhen, dass es Christus ist, der dem Menschen den Menschen selbst
offenbart, und zwar die wahre Identität des Menschen in Christus,
dem neuen Adam. Dieser Gesichtspunkt der Neuevangelisierung besitzt
eine handfeste Bedeutung für den Einzelnen. Wenn es Christus ist,
der uns offenbart, wer Gott ist, und somit auch, wer wir sind und
was uns mit Gott verbindet, dann ist Gott nicht weit weg oder
unendlich entfernt. (Vgl. Instrumentum laboris Nr. 19)
Die anzunehmende Grundlage der Neuevangelisierung sollte die
natürliche Sehnsucht aller nach Gemeinschaft mit dem Transzendenten
- mit Gott - sein. In jedem Menschen findet sich die
Grundorientierung auf die Transzendenz und die rechte Lebensführung
hin, die in der natürlichen Schöpfungsordnung wurzelt. Der
Katechismus der Katholischen Kirche erinnert uns daran, dass die
Zehn Gebote selbst ein privilegierter Ausdruck des Naturrechts sind.
Die Neuevangelisierung muss von der Überzeugung getragen sein, dass
der christliche Glaube einige Einsichten besitzt in die Problematik
des Bösen, die Tatsache der Sünde, den Sündenfall und dem Ruf zu
einem neuen Leben. Das Böse und die Sünde sind in der Tat
Hindernisse für die Frohbotschaft, aber es ist die Frohbotschaft,
welche den Sinn des menschlichen Zustandes klärt und damit auch die
Möglichkeit eines Lebens, das die angeborenen Begrenzungen der
menschlichen Schwachheit überwindet. Letztlich muss die
Neuevangelisierung auf der Erkenntnis beruhen, dass wir nur im Licht
Jesu Christi voll begreifen, was es bedeutet, Menschen zu sein.
b) Christologische Grundlagen der Neuevangelisierung
Wie schon angemerkt, ist Neuevangelisierung die Wieder-Einführung,
die neue Darstellung von Christus. Unsere Verkündigung Christi
beginnt allerdings mit einer klaren theologischen Erläuterung dessen,
wer Christus ist, seiner Verbindung mit dem Vater, seiner Gottheit
und Menschheit und der Tatsache seines Todes und seiner Auferstehung.
Im Zentrum unseres christlichen Glaubens steht Christus. Aber der
Christus unsere Verkündigung ist der Christus der Offenbarung, der
Christus, so wie ihn seine Kirche sieht, der Christus der
Überlieferung und nicht der von persönlichen, soziologischen oder
abweichenden theologischen Kreationen. Niemand von uns konnte
alleine den Geist, das Herz, die Liebe und die Identität Gottes
erkennen. Jesus kam, um die Wahrheit zu offenbaren - von Gott und
von uns selber. (Vgl. Instrumentum laboris Nr. 18-21)
c) Die ekklesiologischen Grundlagen der Neuevangelisierung
Die Neuevangelisierung muss für eine klare theologische Erläuterung
der Heilsnotwendigkeit der Kirche Sorge tragen. Das ist ein
delikater Aspekt in unseren Predigten und ist in den Katechesen zu
oft vernachlässigt worden. In der heutigen wiederauflebenden Kultur
ist das Gefühl weit verbreitet, dass man das Heil jenseits von
Kirche erreicht durch eine Beziehung mit Jesus. Wir aber müssen
betonen und beweisen, dass Christus jeden Menschen überall, aber in
und durch die Gegenwart der Kirche, erreicht. (Vgl. Instrumentum
laboris Nr. 35-36)
Die Schrift bietet viele Bilder und Gleichnisse für die Beschreibung
von Kirche. Ein Bild davon ist das einer mit Christus und
untereinander durch die Taufe verbundenen großen Völkerfamilie. Der
heilige Paulus spricht von der Kirche als dem Leib Christi, mit
unserem Herrn als dem Haupt und uns als den Gliedern. Im Schreiben
an die Gläubigen aus Korinth sagt er: “Ihr aber seid der Leib
Christi, und jeder einzelne ist ein Glied an ihm” (1 Kor 12, 27).
Die Grundlage unserer Bemühungen für die Neuevangelisierung muss die
Erkenntnis sein, dass Christus jedem von uns bei der Taufe die Gaben
des Heiligen Geistes geschenkt hat. Es ist der Geist, die Seele der
Kirche, der uns in eine Einheit zusammenführt, die jede Art von
Trennung überwindet. (vgl.1 Kor 12,13). (vgl. Instrumentum
laboris Nr. 119)
Die Neuevangelisierung muss von Gottes allgemeinem Heilswillen
sprechen und gleichzeitig anerkennen, dass Jesus einen klaren und
alleinigen Weg zur Erlösung und Rettung geschaffen hat. Die Kirche
ist nicht ein unter vielen gleichberechtigten Wegen zu Gott. Auch
wenn Gott will, dass alle gerettet werden, so hat er doch aus seinem
allgemeinen Heilswillen heraus Christus gesandt, um uns an Kindes
Statt anzunehmen und uns vielleicht ewige Glückseligkeit zu schenken.
d) Soteriologische Grundlagen der Neuevangelisierung
Eingebunden in unser Verständnis der Gegenwart Gottes unter uns
heute ist das Bewusstsein dessen, was wir unter seinem Reich
verstehen. Im neuen Testament finden wir überall das Reich Gottes.
Für Jesus scheint es eine Sorge darzustellen. Vom Beginn seiner
Predigttätigkeit an verkündigte er: “das Himmelreich ist nahe” (Mt
4,17). Jesus redete von den Handelnden, der Macht, den Grenzen und
der Dauer des Reiches. (Vgl. Instrumentum laboris Nr. 24)
Das Herz des Evangeliums ist das Reich Gottes. Wenn wir ein
christliches Leben führen wollen - wenn wir den glaubhaften Anspruch
erheben wollen, Jesu Jünger zu sein - dann ist es wesentlich
notwendig, dass wir auf das von ihm verkündigte Reich hinschauen.
Auf Erden ist das Reich geheimnisvoll verborgen und kann überall
angetroffen werden, aber nur in einer geistlichen Weise. Das Reich
Gottes “existiert schon ... [Es] wird am Ende der Zeiten vollendet
sein. In der Person Christi ist es gekommen und im Herzen derer, die
ihm eingegliedert sind, wächst es geheimnisvoll bis zu seiner
endzeitlichen Vollendung”(KKK 865).
So wissen wir also, dass Christus sein Reich auf Erden errichtet hat,
auch wenn noch nicht in der Fülle seiner Herrlichkeit. Es ist schon
da, aber es ist immer noch am Wachsen: “Am Ende der Zeiten wird das
Reich Gottes zu seiner Vollendung gelangen” (KKK 1060).
Währenddessen gilt: “Christus der Herr herrscht schon jetzt durch
die Kirche” (KKK 680).
Die vier theologischen Grundlagenabschnitte für die
Neuevangelisierung zeigen, dass, gleich welche Ergebnisse wir in
dieser Synode zu erreichen hoffen und gleich welche pastoralen Ziele
wir setzen, um Christus der heutigen Zeit wieder vor Augen zu
stellen, wir dabei fest in die biblische Vorstellung verwurzelt sein
müssen, dass der Mensch als Abbild Gottes geschaffen ist, als Teil
einer Schöpfung, die Gottes Weisheit widerspiegelt und eine
natürliche, moralische Ordnung für die menschlichen Handlungen
bietet. Diese geschaffene Schönheit zu entstellen ist die Sünde und
der Egoismus, der jede nachfolgende Generation gezeichnet hat. Aber
Gott hat in diese Welt seinen Sohn gesandt, um uns neues Leben
anzubieten. Er hat die Kirche ins Leben gerufen, um seine lebendige
und rettende Gegenwart fortzusetzen. Unser Heil ist untrennbar
verbunden mit unserer Teilhabe an dem großen Sakrament, das die
Kirche ist. Durch sie hoffen wir, das jetzt kommende Reich
darzustellen und gleichzeitig unsern Anteil an ihrer Herrlichkeit zu
verwirklichen.
6) Die Qualitäten der Träger der Neuevangelisierung
Unter den Qualitäten, die heute von dem Träger der Evangelisierung
erwartet werden - und es gibt deren viele, die identifiziert werden
können - ragen vier heraus: Kühnheit und Mut, die Bindung an die
Kirche, das Gefühl der Dringlichkeit und der Freude (vgl.
Instrumentum laboris Nr. 46, Nr. 49, Nr. 168-169).
In der Apostelgeschichte lautet das Wort, das die Apostel nach der
Ausgießung des Heiligen Geistes an Pfingsten beschreibt, “mutig”.
Petrus wird dargestellt, wie er mutig aufsteht und die frohe
Botschaft der Auferstehung verkündigt, später greift Paulus das
Thema auf und verkündet mutig das Wort auf unermüdlichen Reisen quer
durch die ganze damals bekannte Welt (vgl. Instrumentum laboris
Nr. 41).
Heute muß die Neuevangelisierung einen Mut zeigen, der aus dem
Vertrauen in Christus geboren ist. Es gibt unzählige Beispiele für
stillen Mut: der hl. Maximilian Kolbe, die selige Teresa von
Kalkutta, und vor ihnen der selige Miguel Pro und die jüngsten
Märtyrer aus Litauen, Spanien, Mexiko und die zeitlich weiter
zurückliegenden Bezeugungen durch die Heiligen aus Korea, Nigeria
und Japan (vgl. Instrumentum laboris Nr. 128 und Nr. 158).
Wenn von Mut die Rede ist, dann müssen wir auch die Notwendigkeit zu
institutionellen Zeugnissen seitens jener Partikularkirchen
anerkennen, die sich der Präsenz institutioneller Ausdrücke der
Kirche erfreuen, wie Schulen, Universitäten, Krankenhäuser,
Dienstleistungen im Sektor des Gesundheitswesen, soziale
Dienstleistungen und weitere Formen der Hilfe für die Bedürftigen;
es muß anerkannt werden, dass diese institutionellen Ausdrucksformen
des kirchlichen Lebens auch Gottes Wort bezeugen sollten.
Die Träger der Neuevangelisierung bedürfen der Bindung an die Kirche,
an ihr Evangelium und ihre seelsorgerische Präsenz. Die Beglaubigung
dessen, was wir verkünden und die Verifizierung der Wahrheit unserer
Botschaft, dass dies die Worte des Ewigen Lebens sind, hängen von
unserer Gemeinschaft mit der Kirche und von unser Solidarität mit
ihren Hirten ab (vgl. Instumentum laboris Nr. 77f.).
Eine weitere Eigenschaft der Neuevangelisierung und folglich der mit
ihr Befaßten ist das Gefühl der Dringlichkeit. Vielleicht sollten
wir in der Erzählung des Lukas über den Besuch Marias bei Elisabeth
ein Vorbild für unser eigenes Gefühl der Dringlichkeit sehen. Das
Evangelium berichtet, wie Maria eilig zu der langen und schwierigen
Reise von Nazareth zu einem Dorf auf den Hügeln von Judäa aufbrach.
Keine Zeit durfte verloren werden, da ihre Sendung so wichtig war (vgl.
Instrumentum laboris Nr. 138 & 149).
Schließlich, wenn wir uns umsehen und das weite offene Feld sehen,
das darauf wartet, dass wir die Samen des neuen Lebens aussäen, dann
müssen wir das mit Freuden tun. Unsere Botschaft sollte so geartet
sein, dass sie andere dazu inspiriert, und freudig auf dem Pfad zu
folgen, der zum Reich Gottes führt. Der Träger der Evangelisierung
muss sich durch Freude auszeichnen. Wir bringen eine Botschaft
großer Freude, Christus ist auferstanden, Christus ist bei uns. Ganz
gleich unter welchen Umständen wir leben, unser Zeugnis muss,
gemeinsam mit den Früchten des Heiligen Geistes, Liebe, Frieden und
Freude ausstrahlen (Gal 5,22).
7) Charismen der Kirche heute, die bei der Neuevangelisierung helfen
Die Probleme der sozialen Gerechtigkeit
Ein Bereich, der eine neue Wertschätzung unseres katholischen
Glaubens und Interesse an ihm anzeigt, ist der Wert, den man der
sozialen Gerechtigkeit beimißt. Wir sehen, dass die katholische
Soziallehre, die im Laufe von mehr als einem Jahrhundert erarbeitet
wurde, die Entwicklung der sozialen Gerechtigkeit in großen Teilen
der Welt geprägt hat und auch heute noch beeinflußt. Die katholische
soziale Gerechtigkeit entwickelte sich nicht aus dem Nichts. In den
Jahrzehnten vor der Enzyklika Rerum Novarum wurde der
Schauplatz vorbereitet, auf dem sich die Kämpfe für soziale
Gerechtigkeit und Menschenrechte abspielen sollten. Mit der
Verbreitung von Rerum Novarum im Jahr 1891 wollte die Kirche
der schrecklichen Ausbeutung und Armut der Arbeiter am Ende des 19.
Jahrhunderts entgegentreten (vgl. Instrumentum laboris Nr.
71, Nr. 123f., Nr. 130).
Es wäre nicht richtig, zu sagen, dass Jesus ein bestimmtes
politisches, soziales oder wirtschaftliches Programm vertreten hätte.
Er hat allerdings grundsätzliche Prinzipien festgelegt, die jedes
gerechte, menschliche, wirtschaftliche oder politische System
charakterisierten sollten. Nur durch den Glauben kann man zu der
Überzeugung gelangen, dass unser gerechtes Handeln zum Plan Gottes
gehört, das Kommen seines Reiches herbeizuführen.
Wenn wir heute die Themen betrachten, die diejenigen einladen, die
sich der Kirche entfremdet haben, so kann es uns ermutigen, dass so
viele junge Leute den Wunsch verspüren, in den Dienst der Kirche
einbezogen zu werden. Für sie stellt die Lehre der Kirche über
soziale Gerechtigkeit sowohl eine Offenbarung als auch eine
Einladung zu einem erfüllteren Leben innerhalb der Kirche dar.
Neue Gemeinschaften/ Kirchliche Bewegungen
Wir sind nicht die einzigen, die die Aufgabe der Neuevangelisierung
in Angriff nehmen. Noch sind wir die ersten, die überlegen, wie
diese Aufgabe bewältigt werden soll. Ausdruck dafür, dass die
Neuevangelisierung begonnen hat, sind die kirchlichen Bewegungen und
die neuen Gemeinschaften, ein wahrer Segen für die Kirche heute.
Dieses Zeugnis für das Wirken des Heiligen Geistes wird ergänzt
durch die reichen spirituellen Charismen der alten religiösen
Gemeinschaften und Kongregationen, die so treu dafür arbeiten,
Zeugnis abzulegen für den Anbruch des himmlischen Königreiches. Sie
tun dies durch ihr Engagement dafür, die evangelischen Räte der
Vollkommenheit zu leben. Die an viele ergangene Einladung Christi,
ihm als Jünger in größerer Nähe nachzufolgen, lebt in der Kirche auf
eine ganz besondere Weise im Ordensleben fort (vgl. Instrumentum
laboris Nr. 115).
Ich will nicht versuchen, die neuen religiösen Gemeinschaften
aufzuzählen, da ich befürchte, ich würde gar zu viele auslassen, die
bereits große Früchte tragen. Dasselbe trifft zu für die neuen
kirchlichen Bewegungen, wie etwa Comunione e Liberazione, Opus Dei
und den Neokatechumenalen Weg, um nur drei davon zu nennen. Sie alle
verweisen auf das Wirken des Heiligen Geistes, das die Kirche sich
heutzutage denen zuwenden lässt, die sich von ihr entfernt haben.
Eine der Aufgaben, die Teil unseres Bemühens sein könnte, die Kirche
in der Arbeit der Neuevangelisierung zu engagieren, könnte darin
bestehen, alle neuen Bewegungen und die neuen Gemeinschaften dazu
aufzurufen, ihre Energie und ihre Tätigkeiten stärker ins Leben der
Gesamtkirche zu integrieren, vor allem in deren Ausprägung als
Ortskirche oder Teilkirche, unter der apostolischen Leitung des
Bischofs (vgl. Instrumentum laboris Nr. 116).
Im Verlauf des im September 2011 vom Päpstlichen Rat zur Förderung
der Neuevangelisierung organisierten Treffens trat ganz klar zutage,
dass es viele junge, eifrige Gläubige gibt, die bereits an der
Neuevangelisierung mitarbeiten und die sich bereits zu Gruppen
zusammengeschlossen haben, die eine stattliche Schar von Bewegungen
und Orten umfasst, die eine geistliche Heimat sein können.
Schluss
Zu Beginn unserer Antwort auf den Auftrag unseres Heiligen Vaters,
der wünscht, dass sich diese Synode mit der Neuevangelisierung
befasst, erscheint es opportun, darauf hinzuweisen, dass uns ein
vierfacher Auftrag erwartet:
1) die Unentbehrlichkeit der Evangelisierung zu bekräftigen;2) die
theologischen Grundlagen der Neuevangelisierung zu berücksichtigen;
3) die zahlreichen aktuellen Äußerungsformen der Neuevangelisierung
zu unterstützen;
4) praktische Wege vorzuschlagen, wie die Neuevangelisierung
beispielsweise in den Gemeinden, in der Universitätsseelsorge, in
den Organisationen verschiedener Berufsvereinigungen, in der
Seelsorge für verschiedene Gruppierungen wie etwa das Militär, das
Gesundheitswesen oder soziale Einrichtungen ermutigt, strukturiert
und durchgeführt werden kann, aber auch junge Fachleute aller
Berufszweige zu ermutigen, sich selbst als die Werkzeuge der
Evangelisierungstätigkeit der Kirche zu betrachten. In Anbetracht
der Bedeutung der Politik, die ein Spiegel menschlicher Freiheit,
menschlicher Würde und der natürlichen Ordnung der Moral ist, sollte
auch die kommende Generation jener, die am politischen Leben
mitwirken, im Brennpunkt unserer praktischen Betrachtungen stehen.
Es scheint, dass die Überlegungen hinsichtlich der aktuellen
Situation, mit der sich die Kirche heute auseinander setzen muss, zu
einer Bestätigung ihrer wesentlichen Berufung zur Evangelisierung,
zur Anerkennung zahlreicher Faktoren und Instrumente für die
Erneuerung sowie zur Präsentation einer praktischen Orientierung und
Ermutigung führen sollte.
Diese Synode sollte ein Aufruf an die gesamte Kirche sein, das Leben
und die Realität in der Optik der Neuevangelisierung zu sehen, in
einer Weise, die betont, dass zahlreiche Gläubige bereits mit
einigen ihrer Aspekte vertraut sind, auch wenn sie nicht immer mit
dem Namen Neuevangelisierung identifiziert werden.
Nun, wo wir unsere Arbeit beginnen, haben wir guten Grund, dies
voller Optimismus und Enthusiasmus zu tun, denn die Samen der
Neuevangelisierung, die im Verlauf der Pontifikate Pauls VI.,
Johannes Pauls II. und Benedikts XVI. ausgesät wurden, haben bereits
zu keimen begonnen. Unsere Aufgabe besteht darin, Wege zu finden,
ihr Wachstum zu fördern, zu ermutigen und zu beschleunigen.
[00009-05.56] [NNNNN] [Originaltext: Latin]
AUSSTELLUNG AUS ANLASS DER SYNODENVERSAMMLUNG
Neuevangelisierung, ein Neuanfang unter dem Zeichen des Ursprungs
des christlichen Glaubens. Das ist der Sinn der in der Vorhalle der
Aula Paul VI. von den Vatikanischen Museen anläßlich der XIII.
Ordentlichen Vollversammlung der Bischofssynode vorbereiteten
Ausstellung. Drei Funde aus frühchristlicher Zeit werden die Arbeit
der Synodenväter und der übrigen Teilnehmer an den Synodensitzungen
begleiten. Die historisch und künstlerisch wertvollen Werke kommen
aus den Katakomben und zeigen symbolische Darstellungen aus dem
frühen Christentum. Sie wurden vom Museo Pio Cristiano ausgewählt,
wo sie auch aufbewahrt werden.
[00021-05.04] [NNNNN] [Originaltext: Italienisch]
-Nachstehend geben wir eine kurze
Beschreibung der ausgestellten Werke:0
Die kleine Statue des Guten Hirten
Ende des 3. - Anfang des 4. Jh.s n. Chr.
weißer Marmor
100x36x27 cm
aus der Calixtus-Katakombe in Rom (vor 1764)
Vatikanstadt, Vatikanische Museen, Museum Pio Cristianoinv. 28590
zum Schutz des Originals wird ein Abdruck aus Marmorharz der Statue
ausgestellt
Die kleine Statue des Guten Hirten ist das berühmteste Stück aus der
Sammlung von Funden der christlichen Antike, die in den
Vatikanischen Museen aufbewahrt werden, und sie gehört zweifellos,
tout court, zu den symbolträchtigen Darstellungen des frühen
Christentums. Dieses prächtige Monument gehört zu einer Gruppe von
Werken, die Papst Klemens XIII. (Rezzonico) (1758-1769)
großzügigerweise erwarb und die er der Sammlung frühchristlicher
Kunst des Museums für frühchristliche Kunst in der Vatikanischen
Apostolischen Bibliothek vermachte, die auf den weitsichtigen Wunsch
von Papst Benedikt XIV. (1740-1758), dem Vorgänger von Klemens,
gegründet worden war. Zu den Werken, die hier vor allem genannt
werden müssen, gehört eine Reihe christlicher Sarkophage aus den
ersten nachchristlichen Jahrhunderten, die mit Reliefs geschmückt
sind. Sie kamen durch den Ankauf des Bildhauers Giuseppe Angelini
(1735-1811) in die Bibliothek, den er auf dem Antiquitätenmarkt
tätigte, der damals in Rom durch die Funde in den zwischen dem 16.
und dem 17. Jahrhundert endeckten Katakomben eine Blütezeit erlebte.
Alle Kunstwerke, die im Museum eingegangen sind, wurden
ordnungsgemäß restauriert und vervollständigt: die Frontalseiten der
mit Bildern geschmückten Sarkophage wurden oft von den intakten
Särgen abgetrennt, die - da nicht mit Reliefs versehen - als unnötig
betrachtet wurden. So war es auch leichter, sie an den hohen Wänden
des Museums zu befestigen. In einigen Fällen waren die
“Restaurierungen” eigentlich vollkommene Neuüberarbeitungen, was so
weit ging, dass die ursprünglichen Charakteristiken nicht mehr zu
erkennen waren; ja, manchmal veränderte sich sogar das Aussehen der
Kunstwerke, was auch ihre ursprüngliche Bestimmung entstellte, wie
im Fall der Werke, von denen hier die Rede ist.
Wenn man die Arbeitsweise Angelinis verstehen will, sollte man lesen,
was er selber auf die Rechnungen geschrieben hat, die er zum Erhalt
seiner Vergütung vorlegte: “Ein mir zugestelltes Basrelief-Fragment,
das die Figur des Guten Hirten darstellt, wurde von mir restauriert
[...], und nachdem die Modelle gutgeheißen worden waren, wurden die
Arbeiten am Marmor ausgeführt, der dabei auf eine kleine Figur von
einer Größe von 4 1/2 Zoll reduziert wurde. Für diese Arbeiten
werden 100 Skudi geschuldet” (Vatikanisches Geheimarchiv, EDV-Archiv
309, Reg. 216 (Jahr 1764), S. 2). Wie man also bei aufmerksamer
Lektüre erkennen kann, war unser “Guter Hirt” in Wahrheit eigentlich
keine Statue, sondern ein “Basrelief-Fragment”, dessen Form “auf
eine kleine Figur reduziert wurde”, eine Rundplastik, die ca. einen
Meter hoch war. Wenn man sich die Figur genauer ansieht und dabei
das weglässt, was hinzugefügt wurde, kann man ihren
zweidimensionalen Umriss bewundern, der ihrem Ursprung als
“Basrelief” - oder genauer gesagt: Hochrelief - entspricht. Ähnliche
Beispiele erlauben es uns heute, das ursprüngliche Aussehen des
Fundstückes zu rekonstruieren, welches eben das Fragment eines
monumentalen, wahrscheinlich strigilierten Sarkophags war.
Doch auch wenn die romantische Figur der Statue so aus unserer
Vorstellung verschwunden ist, darf der ikonographische Wert dieses
Kunstwerks auf gar keinen Fall geschmälert werden. Die Darstellung
eines Hirten mit einem Schaf auf den Schultern, wie man es aus
allgemeinen Schäferszenen kennt, war in der Kunst des Altertums ein
oft verwendetes Motiv, das mit einer Vielzahl positiver Themen in
Verbindung gebracht wurde, deren bedeutendstes die Philantropie
(lateinisch: humanitas) zu sein scheint: so geleiteten der
römische Gott Merkur, aber auch der Held Herkules, die Seelen der
Verstorbenen ja auch tatsächlich ins Jenseits, indem sie sie auf
ihren Schultern trugen, wie es eben ein Hirte mit seinen Schafen
tut. Bilder von Schafträger-Hirten (griechisch: “die einen Widder
tragen”) waren daher im römisch-griechischen Altertum häufige
künstlerische Ausdrucksformen, verstanden als tugendhafte
Personifizierungen der Güte gegenüber dem Menschengeschlecht. Die
Christen der ersten Jahrhunderte fanden es ganz natürlich, diese
künstlerischen Bilder zu benutzen, um dadurch einen neuen Inhalt zu
vermitteln: die Offenbarung Jesu, des Guten (und schönen) Hirten,
gemäß den Worten des Johannes. Das im Evangelium verwendete Bild vom
Hirten erinnert wiederum an eines der bedeutendsten Themen der
jüdischen Bibelkultur. So gibt sich Gott selbst im Alten Testament
seinem Volk als Hirte zu erkennen (vgl. Ez 34; Ps 23),
und die Propheten verheißen, dass er seinem Volk einen Hirten seiner
Wahl erwachsen lassen wird, der den bezeichnenden Namen David trägt,
der das Königtum des Messias zum Ausdruck bringt: “Ich setze für sie
einen einzigen Hirten ein, der sie auf die Weide führt, meinen
Knecht David. Er wird sie weiden und er wird ihr Hirt sein. Ich
selbst, der Herr, werde ihr Gott sein und mein Knecht David wird in
ihrer Mitte der Fürst sein” (Ez 34, 23-24). Wenn sich Jesus
als “Guter Hirt” definiert, macht er also seine messianische
Identität und seine Gotteskindschaft geltend und gibt sich als
derjenige zu erkennen, der das Volk dem Neuen Bund zuführt.
Die Kirchenväter greifen bei der Erklärung der tiefen Bedeutung
dieses außerordentlichen antiken Symbols, das wir schlicht den
“Guten Hirten” nennen, vor allem auf Ausdrücke wie Abstieg
und Aufstieg zurück, wie man von jenem “keuschen Hirten”
ableiten kann, “der Schafherden weidet auf Berg und Tal” und als
dessen Schüler sich Abercius in der berühmten Inschrift zu erkennen
gibt. Der Abstieg ins Tal wird so zum Symbol der Menschwerdung Jesu:
“ein außerordentlicher Abstieg, bedingt durch ein Übermaß an Liebe
zu den Menschen, um - wie es in dem geheimnisvollen Wort der
Heiligen Schrift heißt -, die von den Bergen herabgestiegenen
“verlorenen Schafe des Hauses Israel” zurückzuführen” (Origenes,
Contra Coelsum, 4,17). Der Abstieg (griechisch: katàbasis)
des Hirten wird zum Bild seiner kénosis, also seiner “Erniedrigung”,
“Demütigung”: Er - so sagt Paulus - “war Gott gleich, hielt aber
nicht daran fest, wie Gott zu sein, sondern entäußerte sich und
wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das
eines Menschen; er erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod,
bis zum Tod am Kreuz” (Phil 2,6-8). Wie Origenes im Orient,
so greift auch Irenäus von Lyon (Ende des 2. Jahrhunderts) das
synoptische Gleichnis vom “Guten Hirten”, also vom verlorenen Schaf
wieder auf (vgl. Mt 18, 12-14; Lk 15,3-7). “Der Herr
ist gekommen, um das Schaf zu suchen, das sich verirrt hat, und es
ist der Mensch, der sich verirrt hatte” (Demonstratio apostolicae
praedicationis, 33). Aber der “Abstieg” des göttlichen Hirten
ist in seiner Menschwerdung auch der Abstieg in den Tod, die
äußerste Vollendung seiner kénosis: das Gleichnis vom
verlorenen Schaf wird also auch als “Gleichnis der Passion”
verstanden (Pseudo-Cyprian, De centesima, 10), indem es
darauf verweist, dass Christus, als er gestorben ist, “in die Tiefen
der Erde hinabstieg, um dort das verlorene Schaf zu suchen” (Irenäus,
Contra haereses, 3, 19, 3). Und doch ist es gerade Irenäus,
der, ein Bild aus dem Hebräerbrief wiederaufgreifend (“er hat
den erhabenen Hirten seiner Schafe von den Toten heraufgeführt”:
13,20), die reiche Symbolik des Hirten zur Vollendung bringt und
seinen letztendlichen Aufstieg (griechisch: anábasis)
herausstellt, sein Auferstehen von den Toten: “nachdem er für uns in
die Tiefen der Erde hinabgestiegen ist, um dort das verlorene Schaf
zu suchen [...], steigt er in die Höhe empor, um Seinem Vater den so
wiedergefundenen Menschen darzubringen und zu schenken” (Contra
haereses, 3, 19, 3). Und Origenes schließt: “Wegen eines
einzigen Schafes, das sich verirrt hat, ist er auf die Erde
herabgestiegen; er hat es gefunden; hat es auf seine Schultern
genommen und in den Himmel zurückgebracht” (In Josue, 7, 16).
Das ist also der Bedeutungsreichtum, der sich hinter dem Hirten
verbirgt, der ein Schaf auf den Schultern trägt. Und das ist auch
der Grund, warum das heidnische Symbol der Menschenliebe so gut
die Menschenliebe Gottes zum Ausdruck bringen konnte, die sich
in Christus offenbart: “Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass
er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt,
nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat” (Joh 3,16).
Es ist also nicht wichtig zu klären, ob die Schafträger-Hirten, die
uns durch einen kulturell und spirituell so bedeutenden Moment der
Geschichte überliefert wurden, wie es das 3. Jahrhundert war,
tatsächlich in einem christlichen Ambiente entstanden sind oder
nicht: wenn wir uns von den biblischen und patristischen Schriften
leiten lassen, können wir in jedem Fall, und ohne Furcht, zu irren,
den wahren Hirten erkennen, von dem sie uns erzählen.
Manchmal ist diese Identifikation jedoch leichter, z. B. dort, wo
die inzwischen idealisierte Gestalt des Hirten die Züge des Apollo
angenommen hat, trügerischer Gott der Schönheit und der
Wortgewandheit, der sich jedoch - wie in diesem Beispiel, das das
berühmteste von allen ist -, dank der bereits gepriesenen
Ausdrucksfreiheit, dazu anbietet, ein antikes biblisches Bild
veranschaulichen soll, das sich auf den Messias bezieht: “Du bist
der Schönste von allen Menschen, Anmut ist ausgegossen über deine
Lippen; darum hat Gott dich für immer gesegnet” (Ps 45,3).
Umberto Utro
Vatikanische Museen
[00018-05.17] [NNNNN] [Originaltext: Italienisch]
Sarkophagfront mit einer Darstellung des Guten Hirten und des
Apostelkollegiums
ca. 375-400 n. Chr.
cm 60 x 221 x 11
Coemeterium der heiligen Cyriaka (oder San Lorenzo?); anschließend
in der Basilika Sankt Laurentius vor den Mauern; dann in Santa Maria
Nuova (S. Francesca Romana); ab 1757 im Museo Cristiano von Benedikt
XIV.; seit 1854 im Museo Pio Cristiano
Vatikanstadt, Vatikanische Museen, Museo Pio Cristiano
Inv. 31534 (Ex 177)
Die große Sarkophagfront, erhalten ohne Deckel und die restlichen
Sarkophagseiten, ist ganz mit Reliefs geschmückt: in der Mitte
befindet sich eine Darstellung Jesu als “Guter Hirte” mit
apollinischen Gesichtszügen und einem Heiligenschein. Er ist dabei,
ein Lamm zu seiner Rechten zu streicheln. Rechts und links von ihm
stehen jeweils sechs mit Tunika und Pallium bekleidete Männer in
verschiedenen Haltungen: Es sind die Apostel, unter denen man die
beiden Apostelfürsten Petrus und Paulus an ihren charakteristischen
Gesichtszügen erkennt. Zu Füßen der Dargestellten befinden sich
sechs Lämmer, einschließlich des Lammes zur Rechten Christi. An
beiden Seiten des Bildes kümmern sich in ländlicher Umgebung zwei
andere Hirten (ohne charakteristische Gesichtszüge) um weitere
Schafe.
Der Sarkophag ist ein wertvolles Beispiel für die römische Kunst
unter Kaiser Theodosius (379-395). In dieser Zeit entstand eine
ganze Reihe von auserlesenen Werken der Bildhauerkunst, die immer
mehr darauf abzielte, das neue Bewusstsein der kirchlichen
Gemeinschaft im Bild darzustellen: diese war nach der
Konstantinischen Wende am Ende des Jahrhunderts, zum einzigen vom
Staat anerkannten religiösen Bezugspunkts geworden (Edikt von
Thessaloniki 380). So sind auf den Sarkophagvorderseiten immer
häufiger Szenen zu finden, die Christus als König darstellen, der
von Aposteln und Würdenträgern umgeben ist. Die eindringlichen
Bilder der Maiestas Domini und der
Traditio legis verbreiten sich immer mehr. Die in die
dekorativen Teile eingelassenen biblischen Szenen mit
Triumphcharakter werden größer dargestellt: darunter zum Beispiel
der Einzug in Jerusalem, Jesus vor Pilatus (als Christus sich als
wahrer König offenbart), die Heilung des Lahmen am Teich Betesda (mit
Christus als Thaumaturg in der Mitte) oder der eindrucksvolle
Durchzug durch das Rote Meer (mit Mose als Vorläufer für Christus,
den Führer und Retter des neuen Volkes). Doch abgesehen von dem
sozialen Träger, ist es das immer tiefer und systematischer werdende
theologische Denken der Gemeinschaft selbst, das in den von ihrem
Ambiente gefertigten Kunstwerken zum Ausdruck kommt. So kann diese
Sarkophagfront auch als eine in Bildern verfasste Abhandlung der
Christologie und Ekklesiologie des späten IV. Jahrhunderts gesehen
werden, die wir hier kurz darstellen wollen.
Zunächst zur Gestalt des Hirten: Schon zwischen der Mitte des III.
Jahrhunderts und Anfang des IV. Jahrhunderts bevölkerten
Hirtenszenen sowie das schon von den Heiden verwendete Bild des
Hirten criòforo (“der ein Schaf trägt”) die christlichen
Sarkophagfronten, um die Gestalt des Guten Hirten (vgl. Joh 10,11)
aus dem Evangelium darzustellen - in einem überraschend natürlichen
interkulturellen Übergang vom Heidentum ins Christentum. Die
Ausdrucksfreiheit nach der Konstantinischen Wende hatte zum
allmählichen Verschwinden des Bildes geführt. Man bevorzugte jetzt
ausdrücklich Szenen mit den Wundern Christi, die die rettende Macht
des Erlösers besser zum Ausdruck brachten. Im vorliegenden Fall
dagegen kehrt die Darstellung Christi als Guter Hirte zurück in den
Mittelpunkt der Darstellung. Seine göttliche Natur offenbart sich in
seinen Gesichtszügen, die dem trügerischen Gott der Schönheit und
Redegewandtheit entlehnt sind, und in dem runden Heiligenschein, der
gerade in jenen Jahren aus der heidnischen Ikonographie übernommen
wurde. Die Figur des Hirten muß aber verstanden werden in Bezug auf
das ihn umgebende Apostelkollegium. Es handelt sich dabei um eine
überraschende ikonographische Zusammenstellung: Die Zwölf tragen der
Tradition entsprechend prunkvolle Gewänder und sind mit der Geste
der Akklamation oder adlocutio dargestellt oder einfach mit
einer Schriftrolle in der Hand. So zeigen sie sich als discipuli,
die mit ihrem magister einen Dialog führen. Aber gerade
hierin liegt das Überraschende: Während der Meister auf anderen
Sarkophagdarstellungen normalerweise ein ebenso vornehmes und
faltenreiches Gewand trägt, ist er hier in der Bekleidung eines
einfachen Hirten dargestellt, mit der kurzen Tunika und einem Umhang
über der Schulter. Zudem streichelt er das erste der zwölf Lämmer,
die zu Füßen der Apostel dargestellt sind: Es handelt sich bei ihnen
um nichts anderes als die Darstellung der Apostel selbst, in einer
der wahrscheinlich am weitesten verbreiteten “zoomorphen Ersetzungen”
der frühchristlichen Kunst, die biblische Gestalten symbolisch als
Tiere darstellen (man denke an Jesus als Fisch oder Lamm; an die
Apostel als Lämmer oder in anderen Fällen als Tauben, etc.).
Gewöhnlich wendet sich die Reihe der Lämmer/Apostel allerdings einem
Lamm, Christus, in der Mitte zu, das, so wie in vielen bekannten
Bildern, auf dem Berg der Geheimen Offenbarung dargestellt ist. Auf
unserem Sarkophag hat man also zwei unterschiedliche ikonographische
Typologien miteinander verschmolzen: das Apostelkollegium, bei dem
ein Philosoph als Lehrer den Vorsitz führt, und die Lämmer/Apostel,
die sich dem Lamm/Christus zuwenden. Das begriffliche Bindeglied
dieser einzigartigen Doppelkomposition liegt in der Gestalt im
Zentrum: die johanneische Theologie des Guten Hirten, Grundlage
eines großen Teils des christologischen Denkens im frühen
Christentum, verbindet sich hier mit einer ekklesiologischen
Überlegung zum Apostelkollegium und dem pastoralen Dienst in der
christlichen Gemeinde im späten IV. Jahrhundert: Die Apostel haben
die Aufgabe, die ihnen vom Herrn anvertraute Herde zu weiden (vgl. 1
Petr 5,2), indem sie die Gläubigen in der Wahrheit seines
Evangeliums unterrichten. Zugleich aber ist es wahr, dass dieses
pastorale munus abgeleitet ist aus der
Bestimmung Jesu selbst, des “obersten Hirten” (1 Petr 5,4), des
Guten Hirten, der im Zentrum, das heißt als Haupt, dieses Kollegiums
dargestellt ist. In diesem Zusammenhang kann man in der Geste der
Zärtlichkeit, die Jesus dem Lamm (das Petrus entspricht) zu seiner
Rechten erweist, ein Echo der Worte des Auferstandenen zu ihm sehen:
“Weide meine Lämmer!” (Joh 21,15-17). Auf Petrus, den Führer der
Apostel - als den ihn das Evangelium an mehreren Stellen zeigt und
wie es auch die Ikongraphie unterstreicht, indem sie ihn als ersten
zur Rechten Christi darstellt - wird ausdrücklich hingewiesen als
Lamm/Hirte der anderen Lämmer/Hirten, seiner Gefährten. Es ist nicht
weit hergeholt hierin einen Bezug zur immer klarer festgelegten
hierarchischen Struktur der Kirche in dieser Zeit zu sehen und zu
einem Bewusstsein vom Vorrang des “Apostolischen Stuhles” von Rom,
das gerade von den beiden Päpsten der zweiten Hälfte des IV.
Jahrhunderts unterstützt wurde, von Damasus (366-384) und Siricius
(384-399).
Man beachte schließlich auch die Gegenwart des heiligen Paulus auf
der linken Seite Christi, der in der Ikonographie mittlerweile den
Verräter-Apostel abgelöst und sich im kirchlichen Bildgedächtnis
gegenüber dem Matthias aus der Apostelgeschichte durchgesetzt hatte
(vgl. Apg 1,26). So wurde er in den bildlichen Darstellungen
definitiv zur symmetrischen Entsprechung des heiligen Petrus, wie
dies schon in den Szenen der Maiestas und der Traditio
der Fall gewesen war (so sollte der apostolische Ursprung der Kirche
Roms, Ort des Martyriums der beiden Apostel, bekräftigt werden, aber
ebenso die Einheit der westlichen und östlichen Seele der
Christenheit).
Die Hirten, die an beiden Enden der Sarkophagfront die Schafe
streicheln, schließen die Darstellung ab (auch als ikonographisches
Pendant zu Christus/zum Hirten in der Mitte) und sind zugleich der
letzte Interpretationsschlüssel für die beiden Apostelreihen: diese
sind in der Tat “gesandt” ( wie ihr Name sagt), sein Volk liebevoll
zu weiden. Sie hören von ihrem großen “Hirten” die Aufforderung, die
den Schluss des Matthäusevangeliums bildet: “Die elf Jünger gingen
nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte. Und als
sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. [...] Da trat Jesus auf
sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und
auf der Erde. Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu
meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich
euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum
Ende der Welt” (Mt 28,16-20).
Umberto Utro
Vatikanische Museen
[00019-05.16] [NNNNN] [Originaltext: Italienisch]
Sarkophagfragment mit der Darstellung Christi und der Evangelisten
in einem Boot
ca. 325-350 n. Chr.
weißer Marmor
20 x 46 x 7,5 cm
unbekannte Herkunft; in der Folgezeit in Spoleto, Ortsteil Apostoli,
wiederverwendet als Wandelement; erworben durch G. B. De Rossi und
schließlich im Jahr 1931 dem Museo Pio Cristiano vermacht durch
Natalia Ferraioli de Rossi
Vatikanstadt, Vatikanische Museen, Museo Pio Cristiano
Inventarnummer 31594
Dieses kleine, von einem Sarkophagdeckel vom Anfang des 4.
Jahrhunderts stammende Fragment ordnet sich ein in die große Reihe
von Seedarstellungen der antiken griechisch-römischen Kunst, die zur
Dekoration von Sarkophagen sehr beliebt waren. Man kann ein Schiff
mit schlankem Bug und niedrigem Schiffskörper erkennen, das von
einem Steuermann mit üppiger Mähne und prächtigem Gewand gelenkt
wird, während drei nur mit Lendenschurz bekleidete Ruderer seine
Befehle ausführen. Das Boot gleitet über ein von starken Wellen
bewegtes Meer, während zur Rechten gerade noch ein kleiner Rest des
Unterbaus eines Leuchtturms zu sehen ist. Inschriften, die in der
Art von Bildunterschriften neben den Gestalten angebracht sind,
klären über deren Identität auf: der Steuermann auf der rechten
Seite ist
Iesus Christus - seine
Identität konnte bereits aus der Ikonographie der apollinischen
Gesichtszüge erahnt werden, auch wenn sie teilweise beschädigt sind
- die Ruderer hingegen stellen, von links nach rechts gehend,
Marcus, Lucas und [Io]hannes dar, die Namen von
drei Evangelisten, die logischerweise jenseits der Bruchstelle auf
die Präsenz des vierten Evangelisten, nämlich Matthäus, schließen
lassen.
Die generische Schiffsdarstellung, die auf zahlreichen
antiken Sarkophagen und Inschriften erscheint, erhält folglich auf
diesem Fragment ihre wahrste Identität: sie verkörpert in der Tat
die Kirche, die, ganz wie das Schiff in der Episode von der Stillung
des Seesturms (vgl. Mt 8,23-27 und Parallelstellen), “auf dem
Meer der Welt von den Wogen der Verfolgungen und der Versuchungen
hin- und hergeworfen wird, während der Herr in seiner Geduld zu
schlafen scheint, bis zum letzten Augenblick, in dem er, da er durch
die Gebete der Heiligen geweckt wird, die Welt bezähmt und den
Seinen den Frieden wiedergibt” (Tertullian, De Baptismo,
12,8). Der Verfasser der Pseudo-Klementinen bekräftigt am Anfang
seiner Homiliae, und zwar im Brief an Jakobus (1,14), daß
“der gesamte Leib der Kirche einem großen Schiff ähnelt, das während
eines gewaltigen Sturmes Männer befördert, die aus weiter Ferne
kommen.” Er präzisiert auch, daß Christus der Steuermann dieses
Schiffes ist - gerade so, wie wir es gut auf unserem Fragment sehen
können -, der Bischof sitzt im Ausguck, während die Diakone, die
Priester und Katechisten die Ruderer sind. Auch Hippolyt von Rom
greift (in De antichristo, 59) diesselbe Analogie wieder auf,
indem er unterstreicht, daß “das Meer für die Welt steht, die Kirche,
gleich einem Schiff, von den Strömungen hin- und hergeworfen, aber
nicht überwältigt wird, da sie einen erfahrenen Steuermann an Bord
hat, nämlich Christus”, während “sie als Steuerruder die beiden
Testamente hat.”
Andere Väter betonen die Bedeutung der unterschiedlichen Teile
dieses Schiffes, wobei sie sich vor allem auf den Hauptmast beziehen,
der durch seine Form das Kreuz symbolisiert; es ist uns allerdings
wichtig, den von Hippolyt vorgeschlagenen Bezug auf die Heilige
Schrift und die Bedeutung, die Klemens im Hinblick auf die
Zusammensetzung der Schiffsbesatzung den Katchisten beimißt, zu
unterstreichen:in der Tat unterweisen Letztere die Gläubigen im
Glauben, vor allem über die Heilige Schrift und die Evangelien, und
sie sind die wahren Protagonisten der Ausbreitung und des
Verständnisses der “Frohen Botschaft” des Heils.
Die Evangelisten, die das von Christus gesteuerte Boot antreiben,
können gar nicht anders als sich auf die Einladung beziehen, die
Jesus am Ende der biblischen Erzählung an die Seinen richtet: “Geht
hinaus in die ganze Welt, und verkündet das Evangelium allen
Geschöpfen! Wer glaubt und sich taufen läßt, wird gerettet” (Mk
16,15); “Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu
meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes
und des Heiligen Geistes” (Mt 28, 19).
Das von den Evangelisten angetriebene und von Christus zum Hafen des
Heils geleitete Schiff stellt schließlich auch ein wirksames Bild
der unaufhaltsamen Verbreitung der christlichen Botschaft dar (auf
Griechisch: des ng1033 kérygma),
jenes euanghélion, der Frohen Botschaft, die, wenn sie
angenommen wird, zum Heile führt (durch die Taufe als Zugang zum
neuen Leben), und die sich, dank der engmaschigen Verbreitung der
Evangelientexte gerade über die Seewege an allen Ufern der antiken
Welt ausgebreitet hat.
Umberto Utro
Vatikanische Museen
[00020-05.06] [NNNNN] [Originaltext: Italienisch]
ERRATA CORRIGE
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