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VIDEOBOTSCHAFT VON PAPST FRANZISKUS
 UND DEM GENERALSEKRETÄR DER VEREINTEN NATIONEN
 

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Es ist schön, dass unsere Begegnung in den Tagen stattfindet, die uns zum Weihnachtsfest führen. In diesen Tagen ist unser Blick zum Himmel gerichtet, um Gott die Menschen und Situationen anzuvertrauen, die uns am Herzen liegen. In diesem Blick erkennen wir einander als Kinder des einen Vaters, als Geschwister. Wir danken für all das Gute, das es in der Welt gibt, für die vielen, die sich unentgeltlich einsetzen, für die, die ihr Leben im Dienen hingeben, für die, die nicht aufgeben und eine menschlichere und gerechtere Gesellschaft aufbauen. Wir wissen es: Wir können uns nicht alleine retten.

Angesichts der Ungerechtigkeiten, Ungleichheiten, angesichts des Skandals des Hungers in der Welt, der Armut, der Kinder, die sterben, weil sie kein Wasser, keine Nahrung haben und ihnen die notwendige medizinische Versorgung fehlt, können und dürfen wir unseren Blick nicht abwenden. Wir dürfen nicht wegsehen bei jeder Art von Missbrauch an den Schwächsten. Wir müssen dieses Übel alle gemeinsam bekämpfen. Wir dürfen die Augen nicht verschließen gegenüber so vielen unserer Brüder und Schwestern, die aufgrund von Krieg und Gewalt, Elend oder Klimawandel ihre Länder verlassen und häufig einem traurigen Schicksal entgegengehen.

Wir dürfen nicht gleichgültig bleiben angesichts der mit Füßen getretenen und ausgebeuteten Menschenwürde, der Angriffe auf das menschliche Leben, sowohl des ungeborenen Lebens als auch jedes pflegebedürftigen Menschen. Wir können und dürfen uns nicht abwenden, wenn Gläubige unterschiedlicher Glaubensrichtungen in verschiedenen Teilen der Welt verfolgt werden.

Der Missbrauch der Religion, um zu Hass, Gewalt, Unterdrückung, Extremismus, blindem Fanatismus aufzurufen und zu Exil und Ausgrenzung zu zwingen, schreit zum Himmel. Zum Himmel schreien ebenso der Rüstungswettlauf und das atomare Wettrüsten. Unmoralisch ist nicht nur der Einsatz, sondern auch der Besitz von Atomwaffen, die ein so großes Zerstörungspotential haben, dass die bloße Gefahr eines Unfalls eine düstere Bedrohung für die Menschheit darstellt. Bleiben wir nicht gleichgültig angesichts der vielen Kriege, in denen weiterhin gekämpft wird und denen so viele Unschuldige zum Opfer fallen. Das Vertrauen in den Dialog zwischen Menschen und Nationen, in multilaterales Vorgehen, in die Rolle der internationalen Organisationen, in die Diplomatie als Mittel des Verständnisses und der Verständigung ist für den Aufbau einer friedlichen Welt unerlässlich.

Wir wollen uns als Mitglieder der einen Menschheit anerkennen und uns der Sorge um unsere Erde annehmen, die uns Generation um Generation von Gott zur Obhut anvertraut wurde, damit wir sie kultivieren und unseren Kindern als Erbe hinterlassen. Der Einsatz für die Reduzierung der Schadstoffemissionen und für eine ganzheitliche Ökologie ist dringend notwendig: Tun wir etwas, bevor es zu spät ist! Hören wir die Stimme der vielen jungen Menschen, die uns helfen, uns bewusst zu werden, was heute in der Welt geschieht, und die uns auffordern, Friedensstifter zu sein sowie gemeinsam, nicht allein, eine menschlichere und gerechtere Gesellschaft aufzubauen. In seiner ursprünglichen Einfachheit erinnert uns Weihnachten an das, was im Leben wirklich zählt: die Liebe.

 


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