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APOSTOLISCHE REISE IN DIE BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
PREDIGT VON JOHANNES PAUL II.
Köln, 15. November 1980
1. ”Das Himmelreich ist gleich einem Netz...“.
Erlaubt mir, verehrter Oberhirt der altehrwürdigen Kirche von
Köln, verehrte Mitbrüder, Kardinäle und Bischöfe, erlaubt mir, ihr alle,
liebe Brüder und Schwestern, daß ich in dieser Eucharistiefeier die
Bedeutung unserer außergewönlichen Begegnung am heutigen Tag mit Hilfe
dieses Gleichnisses zu erläutern versuche, mit Hilfe der Worte Christi, der
das Reich Gottes immer wieder durch Gleichnisse erklärt hat. Mit ihrer Hilfe
verkündete er die Anwesenheit dieses Reiches mitten in der Welt.
Auch wir müssen uns in dieser Dimension begegnen. Das ist
gewissermaßen die wesentliche Voraussetzung des heutigen Besuches des
Nachfolgers des Apostels Petrus auf dem Bischofssitz von Rom bei eurer Kirche
in Deutschland, bei euch hier in Köln, die ihr die Kirche Gottes darstellt,
wie sie sich seit vielen Jahrhunderten um die römische ”Colonia Agrippina“
herausgebildet hat. Das herausragende Zeichen dieser Kirche ist bis heute ihr
herrlicher Dom, dessen geistige Bedeutung euch beim diesjährigen Jubiläum
wieder neu bewußt geworden ist: machtvoll kündet er vom Reich Gottes mitten
unter uns.
Wir, die jetzt die Kirche Christi auf Erden bilden, auf diesem
Stück deutscher Erde, müssen uns in der Dimension der Wahrheit vom Reich
Gottes begegnen: Christus ist gekommen, um dieses Reich zu offenbaren und es
auf dieser Erde einzuleiten, an jedem Ort der Erde, in den Menschen und
zwischen den Menschen.
Dieses Reich Gottes ist mitten unter uns, so wie es in allen
Generationen eurer Väter und Vorfahren gewesen ist. Wie sie bitten aber auch
wir im ”Vater unser“ noch jeden Tag:”Dein Reich komme“.
Diese Worte bezeugen, daß das Reich Gottes immer vor uns
liegt, daß wir ihm entgegengehen und dafür heranreifen inmitten der
verschlungenen Wege, ja manchmal sogar der Irrwege unserer irdischen Existenz.
Wir bezeugen mit diesen Worten, daß das Reich Gottes sich ständig
verwirklicht und herannaht, auch wenn wir es so oft aus den Augen verlieren
und seine vom Evangelium bestimmte Gestalt nicht mehr wahrnehmen. Es scheint
oft, als ob die einzige und ausschließliche Dimension unserer Existenz ”diese
Welt“ sei: ”das Reich dieser Welt“ mit seiner sichtbaren Gestalt, seinem
atemberaubenden Fortschritt in Wissenschaft und Technik, in Kultur und
Wirtschaft... atemberaubend und oft auch besorgniserregend! Wenn wir jedoch
jeden Tag oder wenigstens dann und wann zum Beten niederknien, sprechen wir
inmitten dieser Lebensumstände immer wieder dieselben Worte: ”Dein Reich
komme“.
Liebe Brüder und Schwestern! Diese Stunden, in denen wir uns
hier begegnen, die Zeit, die ich dank eurer Einladung und eurer
Gastfreundschaft unter euch verbringen darf, ist die Zeit des Reiches Gottes:
des Reiches, das schon ”da ist“ und zugleich jenes, das noch”kommt“.
Darum müssen wir alles Wesentliche, was zu diesem Besuch gehört, mit Hilfe
dieses Gleichnisses deuten, das wir im heutigen Evangelium hören: ”Das
Himmelreich gleicht...“.
2. Wem gleicht es?
Nach den Worten Jesu, wie sie uns die vier Evangelisten
überliefert haben, wird dieses Reich durch vielerlei Gleichnisse und
Vergleiche erklärt. Der Vergleich von heute ist einer von vielen. Er
erscheint uns besonders eng mit jener Arbeit verbunden, welche die Apostel
Christi, darunter auch Petrus, sowie viele seiner Zuhörer am Ufer des Sees
von Genesaret verrichteten. Christus sagt, das Himmelreich gleiche ”einem
Netz, das man ins Meer warf, um Fische aller Art zu fangen!“. Diese
einfachen Worte verändern völlig das Bild unserer Menschenwelt, wie wir es
uns durch Erfahrung und Wissenschaft formen. Erfahrung und Wissenschaft
können ja nicht jene Grenzen der ”Welt“ und der menschlichen Existenz in
ihr überschreiten, die mit dem”Meer der Zeit“notwendig verbunden sind:
die Grenzen einer Welt, in welcher der Mensch geboren wird und stirbt,
entsprechend den Worten der Genesis:”Staub bist du und zum Staub mußt du
zurück“. Der Vergleich Christi dagegen spricht von der Überführung des
Meschen in eine andere”Welt“, in eine andere Dimension seiner Existenz.
Das Himmelreich ist genau diese neue Dimension, die sich über dem ”Meer der
Zeit“ eröffnet und zugleich das”Netz“ist, das in diesem Meer für das
endgültige Geschick des Menschen und aller Menschen in Gott arbeitet.
Unser heutiges Gleichnis fordert uns auf, das Himmelreich als
endgültige Erfüllung jener Gerechtigkeit zu erkennen, nach der der Mensch
mit einer unüberwindlichen Sehnsucht verlangt, wie sie ihm der Herr ins Herz
gelegt hat, jener Gerechtigkeit, die Jesus selbst wirkte und verkündete,
jener Gerechtigkeit schließlich, die Christus mit seinem eigenen Blut am
Kreuz besiegelt hat.
Im Himmelreich, dem ”Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und
des Friedens“ wird auch der Mensch sich selbst vollkommen finden. Denn der
Mensch ist das Wesen, das aus der Tiefe Gottes hervorgeht und selbst eine
solche Tiefe in sich birgt, daß nur Gott sie zu füllen vermag. Er, der
Mensch, ist mit seinem ganzen Sein ein Abbild Gottes und ihm ähnlich.
3. Jesus hat seine Kirche auf die zwölf Apostel gegründet,
von denen mehrere Fischer waren. Das Bild vom Netz lag so nahe. Jesus wollte
sie zu Menschenfischern machen. Auch die Kirche ist ein Netz, verbunden durch
den Heiligen Geist, verknüpft durch die apostolische Sendung, wirkmächtig
durch die Einheit in Glaube, Leben und Liebe.
Ich denke in diesem Augenblick an das weitgespannte Netz der
gesamten Weltkirche. Zugleich steht mir jede einzelne Kirche in eurem Land vor
Augen, zumal die große Kirche von Köln und die benachbarten Bistümer. Und
schließlich steht mir von Augen die kleinste dieser Kirche, die ”Ecclesiola“,
die Hauskirche, der die jüngste Bischofssynode in Rom eine so große
Aufmerksamkeit beim Thema über die ”Aufgaben der christlichen Familie“
geschenkt hat.
Die Familie: Hauskirche, einzigartige und unersetzliche
Gemeinschaft von Personen, von der der hl. Paulus in der 2. Lesung von heute
spricht. Er hat dabei natürlich die christliche Familie seiner Zeit vor
Augen; was er sagt, müssen wir jedoch ebenso auf die Belange der Familien in
unserer Zeit anwenden: das, was er den Ehemännern sagt, was er den Ehefrauen
sagt, den Kindern und den Eltern. Und schließlich das, was er uns allen sagt:
”Darum bekleidet euch mit aufrichtigem Erbarmen, mit Güte, Demut, Milde und
Geduld! Ertraget euch gegenseitig und vergebt einander... vor allem aber liebt
einander, denn die Liebe ist das Band, das alles zusammenhält und vollkommen
macht. In eurem Herzen herrsche der Friede Christi; dazu seid ihr berufen als
Glieder des einen Leibes. Seid dankbar!“. Was für eine großartige Lektion
an Ehe- und Familienspiritualität!
4. Aber wir dürfen die Augen auch vor der anderen Seite nicht
verschließen; die Synodenväter in Rom haben sich sehr ernst auch mit ihr
befaßt; ich meine die Schwierigkeiten, denen das hohe Ideal des christlichen
Familienverständnisses und Familienlebens heute ausgesetzt ist. Die moderne
Industriegesellschaft hat die Lebensbedingungen für Ehe und Familie
grundlegend verändert. Ehe und Familie waren früher nicht nur
Lebensgemeinschaft, sondern auch Produktions- und Wirtschaftsgemeinschaft. Sie
wurden aus vielen öffentlichen Funktionen verdrängt. Das öffentliche Klima
ist nicht immer freundlich gegenüber Ehe und Familie. Und doch erweisen sie
sich in unserer anonymen Massenzivilisation als Zufluchtsort auf der Suche
nach Geborgenheit und Glück. Ehe und Familie sind wichtiger denn je:
Keimzellen zur Erneuerung der Gesellschaft, Kraftquellen, aus denen das Leben
menschlicher wird. Ich darf das Bild aufgreifen: Netz, das Halt und Einheit
gibt und heraushebt aus den Strömungen der Tiefe.
Lassen wir nicht zu, daß dieses Netz zerreißt. Staat und
Gesellschaft leiten ihren eigenen Zerfall ein, wenn sie Ehe und Familie nicht
mehr wirksam fördern und schützen und andere, nichteheliche
Lebensgemeinschaften ihnen gleichstellen. Alle Menschen guten Willens,
besonders wir Christen, sind aufgerufen, die Würde und den Wert von Ehe und
Familie neu zu entdecken und überzeugend vorzuleben. Die Kirche bietet dazu
aus dem Licht des Glaubens ihren Rat und ihren geistlichen Dienst an.
5. Ehe und Familie sind zutiefst verknüpft mit der personalen
Würde des Menschen. Sie entspringen nicht nur dem Trieb und der Leidenschaft,
auch nicht allein dem Gefühl; sie entspringen vor allem einem Entschluß des
freien Willens, einer personalen Liebe, durch die die Gatten nicht nur ein
Fleisch, sondern auch ein Herz und eine Seele werden. Die leibliche und
sexuelle Gemenschaft ist etwas Großes und Schönes. Sie ist aber nur dann
voll menschenwürdig, wenn sie in eine personale, von der bürgerlichen und
kirchlichen Gemeinschaft anerkannte Bindung integriert ist.
Volle Geschlechtsgemeinschaft zwischen Mann und Frau hat darum
ihren legitimen Ort allein innerhalb der ausschließlichen und endgültigen
personalen Treuebindung in der Ehe. Die Endgültigkeit der ehelichen Treue,
die heute vielen nicht mehr verständlich erscheinen will, ist ebenfalls ein
Ausdruck der unbedingten Würde des Menschen. Man kann nicht nur auf Probe
leben, man kann nicht nur auf Probe sterben. Man kalm nicht nur auf Probe
lieben, nur auf Probe und Zeit einen Menschen annehmen.
6. So ist Ehe auf Dauer, auf Zukunft ausgerichtet. Sie schaut
über sich hinaus. Die Ehe ist der einzig angemessene Ort für die Zeugung und
Erziehung von Kindern. Darum ist eheliche Liebe ihrem Wesen nach auch auf
Fruchtbarkeit ausgerichtet. In dieser Aufgabe, menschliches Leben
weiterzugeben sind die Ehegatten Mitwirkende mit der Liebe Gottes, des
Schöpfers. Ich weiß, daß auch hier in der heutigen Gesellschaft die
Schwierigkeiten groß sind. Belastungen zumal der Frau, enge Wohnungen,
wirtschaftliche, gesundheitliche Probleme, oft sogar ausgesprochene
Benachteiligung kinderreicher Familien stehen einem größeren Kinderreichtum
im Wege. Ich appelliere an alle Verantwortlichen, an alle Kräfte der
Gesellschaft: Tut alles, um Abhilfe zu schaffen. Ich appelliere vor allem aber
an eure Gewissen und an eure persönliche Verantwortung, liebe Brüder und
Schwestern. In eurem Gewissen müßt ihr im Angesicht Gottes die Entscheidung
über die Zahl eurer Kinder fallen.
Als Eheleute seid ihr aufgerufen zu einer verantwortlichen
Elternschaft. Diese aber meint eine solche Familienplanung, die die ethischen
Normen und Kriterien beobachtet, wie es auch von der letzten Bischofssynode
unterstrichen worden ist. Mit großem Nachdruck möchte ich euch in diesem
Zusammenhang heute nur dies eine besonders in Erinnerung rufen: Die Tötung
ungeborenen Lebens ist kein legitimes Mittel der Familienplanung. Ich
wiederhole, was ich am 31. Mai dieses Jahres den Arbeitern in der Pariser
Vorstadt Saint-Denis gesagt habe: ”Das erste Recht des Menschen ist das
Recht auf Leben. Wir müssen dieses Recht und diesen Wert verteidigen.
Andernfalls würde die ganze Logik des Glaubens an den Menschen, das ganze
Programm eines wahrhaft menschlichen Fortschritts erschüttert werden und in
sich zusammenbrechen“. Es geht in der Tat darum, dem Leben zu dienen.
7. Liebe Brüder und Schwestern! Auf der unerläßlichen
Grundlage und Voraussetzung des Gesagten wollen wir uns jetzt dem tiefsten
Geheimnis von Ehe und Familie zuwenden. Die Ehe ist in der Sicht unseres
Glaubens ein Sakrament Jesu Christi. Eheliche Liebe und Treue sind umgriffen
und getragen von Gottes Liebe und Treue in Jesus Christus. Die Kraft seines
Kreuzes und seiner Auferstehung trägt und heiligt die christlichen Eheleute.
Wie die kürzliche Bischofssynode in ihrer Botschaft an die
christlichen Familien in der Welt von heute hervorgehoben hat, ist die
christliche Familie in besonderer Weise berufen, am Heilsplan Gottes
mitzuwirken, indem sie ihren Gliedern beisteht, ”auf daß sie zu aktiven
Mitträgern der Heilsgeschichte und zu lebendigen Zeichen des Liebesplanes
Gottes für die Welt werden“.
Als sakramental gegründete”Kirche im Kleinen“oder
Hauskirche müssen Ehe und Familie eine Schule des Glaubens und ein Ort des
gemeinsamen Gebets sein. Ich messe gerade dem Gebet in der Familie große
Bedeutung zu. Es gibt Kraft zur Bewältigung der vielfältigen Probleme und
Schwierigkeiten. In Ehe und Familie müssen die menschlichen und christlichen
Grundhaltungen wachsen und reifen, ohne die Kirche und Gesellschaft nicht
Bestand haben können. Hier ist der erste Ort christlichen Laienapostolates
und des gemeinsamen Priestertums aller Getauften. Solche vom christlichen
Geist geprägte Ehen und Familien sind auch die wahren Seminarien, das heißt
Pflanzstätten für geistliche Berufe zum Priester- und Ordensstand.
Liebe Eheleute und Eltern, liebe Familien! Was könnte ich
euch bei dieser heutigen eucharistischen Begegnung herzlicher wünschen, als
daß ihr alle und jede einzelne Familie eine solche”Hauskirche“seid, eine
Kirche im Kleinen! Daß sich bei euch das Gleichnis vom Reich Gottes
verwirkliche! Daß ihr die Gegenwart des Reiches Gottes erfahrt, indem ihr
selbst lebendiges”Netz“seid, das eint und trägt und Halt gibt - für euch
selbst und für viele um euch herum.
Das ist mein Segenswunsch, den ich euch als euer Gast und Pilger und als
Diener eures Heils ausspreche.
8. Und nun gestattet mir, daß ich mich am Schluß dieser
grundlegenden Betrachtung über das Reich Gottes und die christliche Familie
noch an den hl. Albert den Großen wende, dessen ”Siebenhundert-Jahr-Feier“
mich in eure Stadt geführt hat. Denn hier ist die Grabstätte dieses
berühmten Sohnes eures Landes, der in Lauingen geboren wurde und in seinem
langen Leben zugleich ein großer Wissenschaftler, ein geistiger Sohn des hl.
Dominikus und der Lehrer des hl. Thomas von Aquin war. Er war einer der
größten Geistesmenschen im 13. Jahrhundert. Er hat wie kaum ein anderer das
”Netz“ geknüpft, das Glaube und Vernunft, Gottesweisheit und Weltwissen
miteinander verbindet. Wenigstens im Geiste besuche ich auch seine Geburtstadt
Lauingen, wenn ich heute hier, in Köln, nahe bei seinem Grab weile und
zusammen mit euch die Worte betrachte, durch die ihn die heutige Liturgie
preist: ”Wenn Gott, der Höchste, es will, / wird er mit dem Geist der
Einsicht erfüllt: / Er bringt eigene Weisheitsworte hervor, / und im Gebet
preist er den Herrn. Er versteht sich auf Rat und Einsicht / und erforscht die
Geheimnisse; / er offenbart den sittlichen Wert seiner Lehre, / und sein Ruhm
ist das Bundesgesetz des Herrn. / Viele loben seine Einsicht; / sie wird
niemals vergehen. / Sein Andenken wird nicht schwinden, / sein Name wird leben
bis in ferne Geschlechter. / Von seiner Weisheit erzählt die
Volksversammlung, / sein Lob verkündet die Gemeinde“.
Diesen Worten des weisen Jesus Sirach braucht man nichts
hinzuzufügen. Man sollte aber auch keines auslassen. Denn sie beschreiben
vollständig die Gestalt jenes Mannes, dessen sich euer Vaterland, eure Stadt
zu Recht rühmen, der der ganzen Kirche zur Freude gereicht. Albertus Magnus,
doctor universalis - Albert der Große, von umfassender Gelehrsamkeit: ein
wahrer ”Jünger des Gottesreiches“!
Wenn wir heute miteinander die Berufung der christlichen
Familie für den Aufbau des Reiches Gottes auf Erden bedacht haben, dann
sollen uns die Worte des Gleichnisses Christi auch die tiefste Deutung dieses
Heiligen geben, dessen wir heute feierlich gedenken. Christus sagt nämlich:”Jeder
Schriftgelehrte also, der ein Jünger des Himmelreiches geworden ist, gleicht
einem Hausvater, der aus seinem reichen Vorrat Neues und Altes hervorholt“.
Einem solchen Hausvater gleicht auch der hl. Albert! Sein
Vorbild und seine Fürsprache mögen mich begleiten, wenn ich bei meiner
Pilgerreise durch euer Land versuche, als Menschenfischer das Netz dichter zu
knüpfen und weiter auszuwerfen, damit Gottes Reich komme. Amen.
Ruf des Papstes für die Entführung eines elfjährigen Mädchens
Bevor wir nun jedoch die Liturgiefeier fortsetzen, ist es mir
im Rahmen unserer heutigen Besinnung auf Ehe und Familie noch ein
Herzensanliegen, in euer aller Namen meine Betroffenheit über die kürzlich
erfolgte unmenschliche Entführung eines elfjährigen Mädchens, Cornelia
Becker, hier in eurem Land zu bekunden. Wir bangen zusammen mit den Eltern um
das Schicksal ihrer Tochter. Wieder einmal fühlen wir schmerzlich, wozu
menschliche Verirrung und Rücksichtslosigkeit fähig sind. Im Namen der
Menschlichkeit appelliere ich an das Gewissen der Entführer: Laßt ab von
eurem grausamen Tun! Gebt das unschuldige Kind Cornelia unverzüglich frei! -
Wir wollen dieses Anliegen jetzt auch im Gebet vor Gott tragen, der Zugang zum
Herzen der Menschen hat, wo unser Reden versagt. Beten wir mit den bangen
Eltern um ein baldiges frohes Wiedersehn mit ihrer Tochter. © Copyright 1980
- Libreria Editrice Vaticana
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