VIDEOBOTSCHAFT VON PAPST LEO XIV.
AN DAS "ANKAWA YOUTH MEETING" (IRAK)
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Liebe junge Freunde,
es ist mir eine Freude, euch alle zu begrüßen, die ihr am Jugendtreffen von Ankawa in der Erzeparchie Erbil teilnehmt. Ihr seid aus verschiedenen Regionen des Irak gekommen, um euch in einer Atmosphäre des Glaubens und der Gemeinschaft zu treffen. Ich bete, dass es für euch alle eine Gelegenheit sein möge, in der Freundschaft mit Jesus und untereinander zu wachsen. Die Jugend ist eine Lebensphase, die geprägt ist vom Wunsch, Großes zu tun und in der Welt etwas zu bewirken. In dieser Hinsicht freue ich mich zu erfahren, dass das für euer Treffen in diesem Jahr gewählte Thema die »Mission« ist. Die Kirche hat eine wichtige Mission: der Welt zu dienen, indem sie das Licht Christi verbreitet (vgl. Joh 8,12) und Männer und Frauen in Gemeinschaft mit Gott bringt. Ihr habt Teil an dieser Mission, und ich zähle auf euch, dass ihr in den kommenden Jahren helfen mögt, die Kirche – und die Welt – mitzugestalten. Wie ich bereits gesagt habe: Junge Menschen sind nicht nur die Zukunft der Kirche, sondern auch ihre Gegenwart.
Es ist nicht immer leicht, ein Licht in der Welt zu sein (vgl. Mt 5,13). Gerade heute seid ihr aufgerufen, dieses Licht in einer oft von Krieg und Instabilität geprägten Situation auszustrahlen. Der Herr hat großes Vertrauen in euch gesetzt, indem er euch diese Sendung anvertraut hat, und auch ich habe großes Vertrauen in euch alle. Ihr müsst Christi Licht sein inmitten einer Dunkelheit, die manchmal überwältigend erscheinen mag. Habt keine Angst! Und denkt nicht, dass ihr mit dieser Aufgabe allein seid. Ich bin bei euch. Die Kirche ist bei euch. Setzt euer Vertrauen auf Jesus. Hört auf ihn im Gebet und indem ihr euch durch andere Gläubige begleiten lasst. Lasst zu, dass er euch führt!
Licht ist in vielerlei Hinsicht lebensnotwendig, und ich möchte drei Dinge hervorheben, die euch bei dieser Mission als Orientierung dienen können. Zunächst ist das Licht notwendig, um zu sehen, was uns an die Gabe des Glaubens erinnert. Glauben an Gott ist kein Mechanismus, um den Schwierigkeiten des Lebens gewachsen zu sein. Vielmehr bedeutet er, die Realität anzuerkennen und in der Wahrheit zu leben, indem wir lernen, die Welt, die anderen und uns selbst so zu sehen, wie Gott dies tut. Dies erfordert, dass wir auf unserem Lebensweg unsere Herzen und unseren Blick auf die wahre Heimat richten (vgl. Hebr 11,14), weil wir wissen, dass Gott mit uns ist, auch wenn wir ihn nicht sehen können. Auch eure Lebensweise muss euren Glauben bezeugen, damit andere in euch die Wahrheit und den Sinn erkennen, nach denen auch sie sich sehnen, und so Anteil an demselben Licht erhalten.
Das zweite Merkmal des Lichts besteht darin, dass es Wärme ausstrahlt, ein Symbol für die Liebe. Um Licht für die Welt zu sein müssen wir zuerst an Licht und Leben Christi teilhaben. Um an der Mission teilzunehmen, müssen wir zuerst die lebendige Beziehung zu Gott entdecken. Wir müssen ihn kennenlernen. Indem wir uns der verwandelnden Liebe Gottes öffnen, empfangen wir die Gnade, die notwendig ist, um Jesus nachzufolgen und das Leben zu führen, zu dem er uns beruft. Das ist der Grund, warum es so wichtig ist, jeden Tag Zeit im Gebet zu verbringen und Gott durch die Sakramente, besonders Beichte und Eucharistie, näherzukommen. Verwurzelt eure Herzen im festen Fundament der Liebe Gottes zu euch. Entdeckt das Herz Christi und habt keine Angst, euer Leben auf ihn zu bauen (vgl. 1 Joh 4,16). Wenn ihr das tut, findet ihr nicht nur die Erfüllung, nach der ihr euch sehnt. Ihr könnt auch die Wärme der Liebe Gottes weitergeben und die versöhnende Kraft seiner Gnade mit den Menschen in eurer Umgebung teilen.
Schließlich ist das Licht notwendig für Wachstum und neues Leben, und es ist ein Bild für die Hoffnung. In der Nächstenliebe verwurzelt, seid ihr insbesondere dazu aufgerufen, Friedensstifter zu sein, Einheit zu stiften unter den Menschen in eurer Umgebung und in anderen die Hoffnung auf eine Zukunft zu wecken, die von einem dauerhaften Frieden gekennzeichnet ist. Ihr mögt nicht in der Lage sein, die Kontrolle über eure Situation oder über die Herausforderungen zu behalten, vor denen ihr steht, aber ihr könnt euch immer dafür entscheiden, dass der Friede Christi in euren Herzen triumphieren soll (vgl. Kol 3,15). Die Tugend der Hoffnung spornt uns an, den Blick zum Himmel zu richten. Das bedeutet nicht, die Welt zu vergessen, sondern ihr voller Zuversicht den Frieden und das Leben zu bringen, die von Christus kommen, dessen Licht das neue Jerusalem erleuchtet (vgl. Offb 21,23).
Liebe junge Menschen, zweifelt niemals an der Güte Gottes und habt keine Angst vor dem Plan, den der Herr für euer Leben hat, für jeden von euch. Auch der Prophet Jeremia hatte schwierige Augenblicke zu bewältigen und er bezeugt, dass die Pläne des Herrn Pläne »des Heils und nicht des Unheils« sind, denn er will euch »eine Zukunft und eine Hoffnung geben« (vgl. Jer 29,11). Während ich einen jeden von euch dem mütterlichen Schutz Mariens, Mutter der Kirche, und ihrer Führung anvertraue, bete ich, dass ihr in diesen Tagen der geistlichen Erneuerung in ihr das wahre Vorbild eines Lebens entdecken könnt, das ganz der Gnade Gottes anvertraut ist.
Der allmächtige Gott segne euch alle, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.
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