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KONGREGATION FÜR DEN KLERUS

 

DIREKTORIUM
FÜR DIENST UND LEBEN
DER PRIESTER

NEUAUSGABE

 

ZUSAMMENFASSUNG

VORWORT

EINLEITUNG

IDENTITÄT DES PRIESTERS

Das Priestertum als Geschenk

Sakramentaler Ursprung

1.1  Trinitarische Dimension

In Gemeinschaft mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist
In der trinitarischen Heilsdynamik
Vertraute Beziehung zur Dreifaltigkeit

1.2  Christologische Dimension

Spezifische Identität
Weihe und Sendung

1.3  Pneumatologische Dimension

Sakramentaler Charakter
Personale Communio mit dem Heiligen Geist
Anrufung des Heiligen Geists 
Kraft zur Gemeindeleitung

1.4  Ekklesiologische Dimension

“In” und “gegenüber” der Kirche
Teilhabe an der Brautschaft Christi
Universalität des Priestertums
Missionarisches Priestertum für eine neue Evangelisierung
Geistliche Vaterschaft
Autorität als “amoris officium  
Demokratische und egalitäre Versuchung
Unterschied zwischen allgemeinem Priestertum und Amtspriestertum

1.5  Priesterliche Gemeinschaft

Communio” mit der Dreifaltigkeit und mit Christus
Communio”mit der Kirche  
Hierarchische “Communio
Communio” in der Eucharistiefeier
Communio” in der Ausübung des Dienstes
Communio” im Presbyterium
Die Inkardination, eine rechtliche Bindung mit spirituellem Wert
Das Presbyterium als Ort der Heiligung 
Brüderlich-priesterliche Freundschaft
Vita communis
Communio” mit den gläubigen Laien
Communio” mit den Gottgeweihten
Berufungspastoral
Politischer und sozialer Einsatz

II. PRIESTERLICHE SPIRITUALITÄT

2.1  Der historische Kontext der Gegenwart

Die Zeichen der Zeit zu verstehen wissen
Die Dringlichkeit der Bekehrung  für die Evangelisierung  
Herausforderung durch Sekten und neue Kulte
Licht und Schattenseiten der Dienstausübung

2.2  Mit Christus im Gebet verweilen

Primat des geistlichen Lebens
Mittel für das geistliche Leben
Das Vorbild des betenden Christus
Das Vorbild der betenden Kirche
Gebet als “Communio

2.3  Pastorale Liebe

Zeichen der Liebe Christi
Jenseits des Funktionalismus

2.4  Der Gehorsam

Fundament des Gehorsams
Hierarchischer Gehorsam
Autorität mit Liebe ausüben
Einhaltung der liturgischen Normen
Einheit in den Pastoralplänen
Bedeutung und Vorschrift der Priesterkleidung

2.5  Verkündigung des Wortes

Treue zum Wort
Wort und Leben
Wort und Katechese

2.6  Das Sakrament der Eucharistie

Das eucharistische Geheimnis
Die Eucharistie gut feiern
Eucharistische Anbetung
Messintentionen

2.7  Das Sakrament der Buße

Diener der Versöhnung
Hingabe im Dienst der Versöhnung
Beichten als Notwendigkeit
Seelenführung für sich und für andere

2.8  Stundengebet

2.9  Gemeindeleiter

Priester für die Gemeinde 
"Sentire cum Ecclesia"

2.10  Der priesterliche Zölibat

Fester Wille der Kirche
Theologisch-spirituelle Begründung des Zölibats
Das Beispiel Jesu
Schwierigkeiten und Einwände

2.11  Priesterliche Armut

Armut als Verfügbarkeit

2.12  Marienverehrung

Die Tugenden der Mutter nachahmen
Die Eucharistie und Maria

III. FORMATIO PERMANENS

3.1   Grundsätze

Notwendigkeit von Weiterbildung heute
Mittel der Heiligung
Sie muss von der Kirche erteilt werden
Sie muss kontinuierlich sein
Sie muss umfassend sein
Menschliche Bildung
Spirituelle Formung
Intellektuelle Bildung
Pastorale Ausbildung
Sie muss systematisch und vollständig sein
Sie muss auf die einzelne Person zugeschnitten sein

3.2   Organisation und Mittel

Studientage und Priestertreffen
Pastoraljahr
Zeiten der Erholung
Priesterhaus
Einkehrtage und Exerzitien
Nötige Planung

3.3  Die Verantwortlichen

Der Priester selbst
Hilfe der Mitbrüder
Der Bischof
Ausbildung der Ausbilder
Zusammenarbeit der Teilkirchen
Zusammenarbeit akademischer und spiritueller Zentren

3.4  Anforderungen bezüglich diverser Lebensalter und Situationen

Die ersten Jahre des Priestertums
Nach einer gewissen Anzahl von Jahren
Im vorgerückten Alter
Priester in besonderen Situationen
Einsamkeit des Priesters

SCHLUSS


 VORWORT

Das Phänomen der „Säkularisierung“ – die Tendenz, das Leben rein horizontal zu sehen und die Dimension der Transzendenz beiseite zu schieben oder zu neutralisieren, bei gleichzeitiger bereitwilliger Annahme des religiösen Diskurses – betrifft seit mehreren Jahrzehnten ausnahmslos alle Getauften so stark, dass dies diejenigen, die von Gott mit einer Führungsrolle in der Kirche beauftragt sind, zu einer entschiedenen Stellungnahme verpflichtet. Eine Folge der Säkularisierung, sicherlich die entscheidendste, ist die Aufgabe der religiösen Praxis, verbunden mit der Ablehnung – zuweilen bewusst, zuweilen verleitet von Gewohnheiten, die von einer zur Entchristianisierung der zivilen Gesellschaft entschlossenen Kultur still und heimlich auferlegt werden – sowohl des depositum fidei, wie es vom katholischen Lehramt authentisch gelehrt wird, als auch der Autorität und der Rolle der geweihten Amtsträger, die Christus zu sich ruft (vgl. Mk 3,13-19), damit sie an seinem Heilsplan mitwirken und die Menschen zum Gehorsam des Glaubens führen (vgl. Sir 48,10; Hebr 4,1-11; Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 144ff.). Hierin hat der besondere Einsatz von Benedikt XVI. seine Wurzeln, der von Anfang seines Pontifikates an darauf ausgerichtet ist, die katholische Lehre als organisches System der von Gott offenbarten authentischen Weisheit ins Licht zu rücken. Diese Lehre findet in Christus ihre Erfüllung, ihre veritative Bedeutung ist der Vernunft aller Menschen zugänglich (vgl. KKK, Nr. 27ff.).

Die Kirche existiert, lebt und überdauert in der Zeit durch ihre missionarische Tätigkeit (vgl. Zweites Vatikanisches Konzil, Dekret Ad Gentes), und so wird deutlich, dass die für sie verderblichste, von der vorherrschenden Säkularisierung verursachte Auswirkung die Krise des priesterlichen Dienstes ist; eine Krise, die sich zum einen in der spürbaren Abnahme von Berufungen zeigt. Zum anderen äußert sie sich in einem zunehmenden Verlust des Bewusstseins von der übernatürlichen Bedeutung der priesterlichen Sendung, unechte, unglaubwürdige Formen, die nicht selten in den extremsten Ausartungen zu mit schwerem Leid verbundenen Situationen geführt haben. Aus diesem Grund fällt die Reflexion über die Zukunft des Priestertums zusammen mit der Zukunft der Evangelisierung und deshalb mit der Zukunft der Kirche an sich. Im Jahr 1992 hat der selige Johannes Paul II. mit dem nachsynodalen Schreiben Pastores dabo vobis das eben Gesagte bereits umfassend ins Licht gerückt und anschließend durch eine Reihe von Stellungnahmen und Initiativen dazu gedrängt, das Problem ernsthaft zu bedenken. Zweifellos muss hier auch an das Priesterjahr 2009-2010 erinnert werden, das mit dem 150. Jahrestag des Todes von Johannes Maria Vianney zusammenfiel, Patron der Pfarrer und priesterlichen Seelsorger.

Das waren die Gründe, die uns 1994 nach einer langen Reihe von Beratungen und Konsultationen zur Herausgabe der ersten Auflage des Direktoriums für Dienst und Leben der Priester bewogen haben, ein geeignetes Mittel, um den geweihten Amtsträgern – den in eine schwierige und sich beständig verändernde Welt eingebundenen, immer mehr desorientierten Aposteln – Licht und Führung zu bieten bei ihrer Verpflichtung zur geistlichen Erneuerung. Die fruchtbare Erfahrung des Priesterjahres (dessen Nachklang wir noch spüren), die Förderung einer „neuen Evangelisierung“, die wertvollen weiterführenden Hinweise des Lehramtes von Benedikt XVI. und auch – leider – die schmerzhaften Wunden, die die Kirche aufgrund des Verhaltens einiger ihrer Amtsträger aufgewühlt haben, waren uns eine Mahnung, an eine neue Ausgabe des Direktoriums zu denken, die dem gegenwärtigen historischen Augenblick besser entspricht, dabei aber im wesentlichen den Aufbau des Originaldokumentes beibehält sowie selbstverständlich auch die immerwährende Lehre der Theologie und der Spiritualität des katholischen Priestertums. Bereits in der kurzen Einleitung werden dessen Absichten deutlich: „Es schien opportun, die grundlegenden Elemente der Lehre zu unterstreichen, die im Mittelpunkt der Identität, der Spiritualität und der beständigen Weiterbildung der Priester stehen, damit sie ihnen helfen, die Bedeutung ihres Priesterseins und ihre exklusive Beziehung zu Christus, dem Haupt und Hirten, zu vertiefen: denn dies wird notwendigerweise dem Sein und Handeln des Priester insgesamt zugute kommen.“ Damit dies keine fruchtlose Abhandlung bleibt, muß sie von ihren direkten Adressaten konkret angenommen werden: „Dieses Direktorium ist ein Dokument zur Auferbauung und Heiligung der Priester in einer Welt, die in vielerlei Hinsicht säkularisiert und indifferent ist.“

Es lohnt sich, einige traditionelle Themen zu bedenken, die nach und nach in den Hintergrund gerückt oder zuweilen offen zurückgewiesen wurden zugunsten einer funktionalistischen Sichtweise des Priester als „Profi des Sakralen“ oder einer „politischen“ Auffassung, die ihm Würde und Wert nur dann zuspricht, wenn er im sozialen Bereich aktiv ist. All dies hat häufig die mehr konnotative Dimension in den Hintergrund verwiesen, die man als „sakramental“ bezeichnen könnte, das heißt die Dimension des geweihten Amtsträgers, der, während er die Schätze der göttlichen Gnade austeilt, selbst auf geheimnisvolle Weise die Gegenwart Christi in der Welt darstellt, in den Grenzen einer von der Sünde verletzten Menschheit.

Da ist vor allem die Beziehung des Priesters zum dreifaltigen Gott. Die Offenbarung Gottes als Vater, Sohn und Heiliger Geist ist verbunden mit dem Offenbarwerden Gottes als Liebe, die erschafft und erlöst. Wenn nun die Erlösung eine Art Erschaffung und deren Fortsetzung ist (denn sie wird „neue Schöpfung“ genannt), dann wird der Priester als Diener der Erlösung, die ihrem Wesen nach Quelle neuen Lebens ist, dadurch zum Werkzeug der Neuschöpfung. Und das reicht bereits aus, um über die Größe des geweihten Priestertums nachzudenken, unabhängig von persönlichen Fähigkeiten und Talenten, Grenzen und Armseligkeiten. Und das veranlasst den heiligen Franz von Assisi in seinem Testament zu erklären: „Und diese und alle anderen will ich fürchten, lieben und ehren wie meine Herren. Und ich will in ihnen die Sünde nicht sehen, weil ich den Sohn Gottes in ihnen erblicke und sie meine Herren sind. Und deswegen tue ich das, weil ich leiblicherweise von ihm, dem höchsten Sohn Gottes, in dieser Welt nichts sehe als seinen heiligsten Leib und sein heiligstes Blut, das sie selbst empfangen und sie allein den anderen darreichen.“ Jenen Leib und jenes Blut, das die Menschheit zu neuem Leben gebiert.

Ein weiterer wichtiger Punkt, über den man im allgemeinen wenig spricht, der aber die Grundlage aller praktischen Implikationen ist, ist der Aspekt der ontologischen Dimension des Gebets, in der das Stundengebet eine besondere Rolle spielt. Häufig wird betont, dass dieses auf liturgischer Ebene eine Art Fortsetzung des eucharistischen Opfers ist (Ps 50: „Wer Opfer des Lobes bringt, ehrt mich“) und in juridischer Hinsicht eine Pflicht, von der man nicht absehen kann. Aus theologischer Sicht des geweihten Priestertums als ontologische Teilhabe am „Haupt-Sein“ Christi jedoch ist das Gebet des geweihten Amtsträgers, ganz abgesehen von seiner moralischen Situation, in vollem Sinn Gebet Christi mit derselben Würde und derselben Wirksamkeit. Darüber hinaus erfüllt es – mit der Autorität, die die Hirten vom Sohn Gottes empfangen haben, den Himmel an die auf Erden zur Heiligung der Gläubigen entschiedenen Fragen zu „binden“ (vgl. Mt 18,18) – vollkommen das Gebot des Herrn, ohne Unterlass zu beten, in jedem Augenblick, unermüdlich (vgl. Lk 18,1; 21,36). Und das ist ein Aspekt, denn man sehr wohl unterstreichen sollte. „Wir wissen, dass Gott einen Sünder nicht erhört; wer aber Gott fürchtet und seinen Willen tut, den erhört er“ (Joh 9,31). Wer aber, wenn nicht Christus, ehrt den Vater und erfüllt vollkommen seinen Willen? Wenn der Priester also in jeder seiner an der Erlösung teilhabenden Tätigkeit – mit den gebührenden Unterschieden: in der Lehre, in der Heiligung, in der Führung der Gläubigen zum Heil – in persona Christi handelt, dann kann nichts an seiner sündhaften Natur die Macht seines Gebetes verdunkeln. Das darf uns natürlich keineswegs dazu verleiten, die Bedeutung des moralisch rechten Verhaltens des Amtsträgers (wie jedes Getauften im übrigen) geringzuschätzen, dessen Maß stets die Heiligkeit Gottes sein muss (vgl. Lev 20,8; 1Petr 1,15-16); vielmehr dient es dazu hervorzuheben, dass das Heil von Gott kommt und dass Er die Priester braucht, um dies in der Zeit fortzusetzen. Ebenso wird unterstrichen, dass es keiner komplizierten asketischen Praktiken oder besonderer spiritueller Ausdrucksformen bedarf, damit allen Menschen auch durch das Gebet der für sie erwählten Hirten die Heilswirkung des Opfers Christi zugute kommt.

Erneut wird die Wichtigkeit der Ausbildung und Formung des Priesters betont, die ganzheitlich sein muss, ohne einem Aspekt unter Vernachlässigung eines anderen den Vorrang zu geben. Das Wesentliche der christlichen Bildung darf in keinem Fall als „Training“ verstanden werden, das die spirituellen Fähigkeiten des Menschen (Vernunft und Willen) in ihrer äußerlichen Erscheinungsweise berührt. Sie ist vielmehr Verwandlung des menschlichen Wesens selbst, und jede ontologische Veränderung kann nur von Gott selbst bewirkt werden, und zwar durch den Heiligen Geist, dessen Aufgabe es ist, wie es im Credo heißt, „lebendig zu machen“. „Formen“ bedeutet die Gestalt von etwas zu verleihen oder, wie in unserem Fall, von Jemandem: „Wir wissen, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zum Guten führt, bei denen, die nach seinem ewigen Plan berufen sind; denn alle, die er im voraus erkannt hat, hat er auch im voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben“ (Röm 8,28-29). Die besondere Ausbildung und Formung des Priesters erfordert demnach, weil er, wie bereits gesagt, eine Art „Mit-Schöpfer“ ist, eine einzigartige Hingabe an das Wirken des Heiligen Geistes. Dabei ist zu vermeiden, daß man bei gleichzeitiger Einbringung der persönlichen Talente der Gefahr des Aktivismus erliegt und meint, dass die Wirksamkeit des eigenen pastoralen Wirkens vom persönlichen Können abhängig sei. Dieser bedenkenswerte Aspekt kann sicherlich denjenigen Mut und Vertrauen schenken, die in einer weitgehend säkularisierten und für die Argumente des Glaubens tauben Welt leicht der Entmutigung verfallen und von da in die pastorale Mittelmäßigkeit, die Nachlässigkeit abrutschen könnten und die so letztlich jene Sendung, die sie anfangs mit so großer aufrichtiger Begeisterung angenommen haben, in Frage stellen.

Eine gute Kenntnis der Humanwissenschaften (insbesondere der Philosophie und der Bioethik), um die Herausforderungen des Laizismus mit Kompetenz anzunehmen; die Wertschätzung und der Einsatz der Massenmedien zur Unterstützung einer wirksamen Verkündigung des Wortes; die eucharistische Spiritualität als spezifisch priesterliche Spiritualität (die Eucharistie ist das Sakrament Christi, der bedingungsloses und vollkommenes Geschenk der Liebe an den Vater und die Brüder wird, und dies muss auch derjenige sein, der an der Hingabe Christi teilhat), von der auch der Sinn des Zölibats abhängt (das von mehreren Seiten aus Unverständnis bekämpft wird); die Beziehung zur kirchlichen Hierarchie und die priesterliche Brüderlichkeit; die Liebe zu Maria, Mutter der Priester, der in der Heilsökonomie eine herausragende Rolle zukommt, als wesentliches und nicht als dekoratives oder fakultatives Element: diese und andere Themen werden im vorliegenden Direktorium der Reihe nach angesprochen, in klarer und vollständiger Weise, hilfreich, um falsch verstandene oder entstellte Vorstellungen von der Identität und der Funktion des Dieners Gottes in der Kirche und in der Welt zu klären. Vor allem kann es eine wirkliche Hilfe für jeden Priester sein, sich mit Stolz als besonderes Glied des wunderbaren Liebesplanes Gottes zu fühlen: der Rettung des Menschengeschlechts.

Mauro Card. Piacenza
Präfekt

+ Celso Morga Iruzubieta
Titularerzbischof von Alba Marittima
Sekretär
o

 

 

EINLEITUNG

Benedikt XVI. hat in seiner Ansprache an die Teilnehmer des von der Kongregation für den Klerus organisierten Kongresses am 12. März 2010 darauf hingewiesen, dass „das Thema der priesterlichen Identität […] für die Ausübung des Amtspriestertums in Gegenwart und Zukunft entscheidend“ ist. Diese Worte machen auf eine der für das Leben der Kirche zentralen Fragen aufmerksam: das Verständnis des Weiheamtes.

Gestützt auf die reiche Erfahrung der Kirche in Bezug auf den Dienst und das Leben der Priester, wie sie in verschiedenen lehramtlichen Dokumenten[1] und insbesondere im nachsynodalen Apostolischen Schreiben Pastores dabo vobis[2]zusammengefasst ist, hat dieses Dikasterium vor einigen Jahren ein Direktorium für Dienst und Leben der Priester[3] herausgegeben.

Die Veröffentlichung dieses Dokuments entsprach damals einer grundlegenden Notwendigkeit: „Die vorrangige pastorale Aufgabe der Neu-Evangelisierung, die das ganze Volk Gottes betrifft und einen neuen Eifer, neue Methoden und eine neue Ausdruckskraft für die Verkündigung und das Zeugnis des Evangeliums fordert, verlangt heute Priester, die radikal und vollständig in das Geheimnis Christi eingebettet und fähig sind, einen neuen, von tiefer Verbundenheit mit dem Papst, den Bischöfen und untereinander und von fruchtbarer Zusammenarbeit mit den gläubigen Laien gekennzeichneten Stil des pastoralen Lebens zu verwirklichen.“[4] Das genannte Direktorium stellte 1994 eine Antwort auf diese Notwendigkeit dar und auch auf die von zahlreichen Bischöfen geäußerten Bitten, sowohl während der Synode von 1990 als auch aus Anlass der von diesem Dikasterium durchgeführten allgemeinen Konsultation des Episkopats.

Nach 1994 war das Lehramt des seligen Johannes Paul II. zum Thema des Priestertums sehr reich; ein Thema, das auch Papst Benedikt XVI. seinerseits mit zahlreichen Beiträgen vertieft hat. Das Priesterjahr 2009-2010 war eine besonders günstige Zeit, um über den priesterlichen Dienst nachzudenken und eine echte geistliche Erneuerung der Priester zu fördern.

Schließlich wollte Benedikt XVI. mit der Übertragung der Kompetenzen hinsichtlich der Priesterseminare von der Kongregation für das Katholische Bildungswesen an dieses Dikasterium einen klaren Hinweis auf die untrennbare Verbindung von priesterlicher Identität und Ausbildung der zum heiligen Dienst Berufenen geben.

Deshalb schien es angebracht, eine neu bearbeitete Version des Direktoriums herauszugeben, die auch das reiche jüngere Lehramt aufnimmt.[5]

Folglich behält die Neuausgabe den Aufbau des Originaldokumentes generell bei, das von der Kirche sehr positiv aufgenommen wurde, insbesondere von den Priestern selbst. Bei der inhaltlichen Erarbeitung waren sowohl die Vorschläge des zu diesem Thema weltweit konsultierten Episkopats berücksichtigt worden als auch die Ergebnisse der Arbeiten der im Oktober 1993 im Vatikan abgehaltenen Vollversammlung. Zudem wurden die Reflexionen nicht weniger Theologen, Kirchenrechtler und Fachleute aus verschiedenen Teilen der Welt, die die konkreten pastoralen Situationen kannten und erlebten, in Betracht gezogen.

Bei der Neubearbeitung des Direktoriums stand das Bemühen im Vordergrund, die wichtigsten Aspekte des Lehramtes hinsichtlich des Weiheamtes zu unterstreichen, wie es sich von 1994 bis in unsere Tage entwickelt hat, unter Bezugnahme auf die wesentlichen Dokumente des seligen Johannes Paul II. und Benedikts XVI. Auch wurden die praktischen Hinweise, die für etwaige Initiativen nützlich sein könnten, beibehalten. Es wurde jedoch vermieden, Detailfragen anzugehen, für die nur die legitime örtliche Praxis und die realen Gegebenheiten jeder Diözese und Bischofskonferenz der Klugheit und dem Eifer der Hirten sinnvolle Lösungen empfehlen kann.

Angesichts des gegenwärtigen kulturellen Klimas mag es nützlich sein, daran zu erinnern, dass die Identität des Priesters als Mann Gottes nicht überholt ist und dies niemals sein kann. Es schien opportun, die grundlegenden Elemente der Lehre zu unterstreichen, die im Mittelpunkt der Identität, der Spiritualität und der beständigen Weiterbildung der Priester stehen, damit sie ihnen helfen, die Bedeutung ihres Priesterseins und ihre exklusive Beziehung zu Christus, dem Haupt und Hirten, zu vertiefen: denn dies wird notwendigerweise dem Sein und Handeln des Priesters insgesamt zugute kommen.

Wie bereits in der Einleitung zur ersten Auflage des Direktoriums gesagt wurde, soll auch diese Neubearbeitung weder eine umfassende Darlegung über das Priestertum noch eine bloße und einfache Wiederholung dessen anbieten, was vom Lehramt der Kirche bereits authentisch zum Ausdruck gebracht wurde. Vielmehr soll eine Antwort gegeben werden auf die wichtigsten Fragen doktrinärer, disziplinärer und pastoraler Art, die den Priestern von den Herausforderungen der Neu-Evangelisierung gestellt werden, zu deren Förderung Papst Benedikt XVI. einen entsprechenden Päpstlichen Rat eingerichtet hat [6].

So sollte beispielsweise die christologische Dimension der priesterlichen Identität besonders hervorgehoben werden wie auch die priesterliche Gemeinschaft, Freundschaft und Brüderlichkeit, die als lebensnotwendiges Gut angesehen werden angesichts ihres Einflusses auf das Leben des Priesters. Dasselbe kann gesagt werden vom geistlichen Leben des Priesters insoweit es auf das Wort Gottes und die Sakramente, insbesondere die Eucharistie, gegründet ist. Schließlich werden einige Ratschläge für eine angemessene ständige Weiterbildung gegeben, verstanden als Hilfe, die Bedeutung des Priesterseins zu vertiefen und so mit Freude und Verantwortungsbewusstsein die eigene Berufung zu leben.

Dieses Direktorium ist ein Dokument zur Auferbauung und Heiligung der Priester in einer Welt, die in vielerlei Hinsicht säkularisiert und gleichgültig ist. Der Text ist durch die Vermittlung der Bischöfe in erster Linie an alle Priester der lateinischen Kirche gerichtet, auch wenn ein großer Teil des Inhalts den Priestern anderer Riten nützlich sein kann. Die darin enthaltenen Direktiven betreffen insbesondere die diözesanen Weltpriester, wenn auch viele dieser Richtlinien von den priesterlichen Mitgliedern der Institute geweihten Lebens und der Gesellschaften apostolischen Lebens – entsprechend angepasst – genauso beachtet werden müssen.

Wie bereits zu Beginn angedeutet stellt diese Neuausgabe des Direktoriums aber auch eine Hilfe für die Ausbilder in den Priesterseminaren und die Priesteramtskandidaten dar. Das Seminar ist die Zeit und der Ort, wo die Kenntnis des Geheimnisses Christi wachsen und reifen soll, und mit ihm das Bewusstsein, dass so wie sich äußerlich die Echtheit unserer Liebe zu Gott im Maße der Liebe zu unseren Brüdern und Schwestern erweist (vgl. 1Joh 4,20-21), im inneren Bereich die Liebe zur Kirche nur dann wahr ist, wenn sie die Folge einer intensiven und ausschließlichen Bindung an Christus ist. Über das Priestertum nachzudenken ist so gleichzusetzen mit der Betrachtung dessen, für den man bereit ist, alles zu verlassen und ihm nachzufolgen (vgl. Mk 10,17-30). So ist das Ausbildungsprogramm im wesentlichen gleichzusetzen mit der Kenntnis des Gottessohnes, der durch die prophetische, priesterliche und königliche Sendung alle Menschen durch den Heiligen Geist zum Vater führt: „Und er gab den einen das Apostelamt, andere setzte er als Propheten ein, andere als Evangelisten, andere als Hirten und Lehrer, um die Heiligen für die Erfüllung ihres Dienstes zu rüsten, für den Aufbau des Leibes Christi. So sollen wir alle zur Einheit im Glauben und in der Erkenntnis des Sohnes Gottes gelangen, damit wir zum vollkommenen Menschen werden und Christus in seiner vollendeten Gestalt darstellen“ (Eph 4,11-13).

Es bleibt zu wünschen, dass diese Neuausgabe des Direktoriums für Dienst und Leben der Priester für jeden Mann, der berufen ist, am Priestertum Christi des Hauptes und Hirten teilzunehmen, eine Hilfe sein kann für die Vertiefung der eigenen Identität und ein Beitrag zum Wachstum des eigenen geistlichen Lebens; eine Ermutigung im Dienst und in der Verwirklichung der eigenen Weiterbildung, deren Erstverantwortlicher jeder selbst ist, sowie ein Bezugspunkt für ein reichhaltiges und authentisches Apostolat zum Nutzen der Kirche und der ganzen Welt.

Möge Maria Tag für Tag, und insbesondere dann, wenn wir uns auf die Feier des Altarsopfers vorbereiten, ihre Aufforderung bei der Hochzeit in Kana in Galiläa in unseren Herzen erklingen lassen: „Was er euch sagt, das tut!“ (Joh 2,5). Wir vertrauen uns Maria, der Mutter der Priester, mit einem Gebet von Papst Benedikt XVI. an:

„Mutter der Kirche,
wir Priester wollen Hirten sein,
die nicht sich selbst weiden,
sondern sich Gott hingeben
für die Brüder und Schwestern
und darin ihre Erfüllung und ihr Glück finden.

Nicht nur mit Worten, sondern mit unserem Leben
wollen wir demütig
Tag für Tag unser ‚Hier bin ich‘ sagen.
Von dir geführt,
wollen wir Apostel
der Göttlichen Barmherzigkeit sein
und voll Freude jeden Tag
das heilige Opfer des Altares feiern
und allen, die darum bitten,
das Sakrament der Versöhnung spenden.


Fürsprecherin und Mittlerin der Gnaden,
du bist ganz hineingenommen
in die einzige universale Mittlerschaft Christi,
erflehe uns von Gott
ein völlig neues Herz,
das Gott mit all seiner Kraft liebt
und der Menschheit dient wie du.

Sprich zum Herrn noch einmal
dein wirkungsvolles Wort:
‚Sie haben keinen Wein mehr‘ (Joh 2,3),
damit der Vater und der Sohn
über uns den Heiligen Geist
wie in einer neuen Sendung ausgießen.“ [7]


I. IDENTITÄT DES PRIESTERS

In seinem nachsynodalen Apostolischen Schreiben Pastores dabo vobis, hat der selige Johannes Paul II. die Identität des Priesters wie folgt beschrieben: „Die Priester sind in der Kirche und für die Kirche eine sakramentale Vergegenwärtigung Jesu Christi, des Hauptes und Hirten; sie verkünden mit Vollmacht sein Wort, sie wiederholen sein vergebendes Wirken und sein umfassendes Heilsangebot, vor allem durch die Taufe, die Buße und die Eucharistie, sie sorgen wie er liebevoll bis zur völligen Selbsthingabe für die Herde, die sie in der Einheit sammeln und durch Christus im Geist zum Vater führen.“[8]

Das Priestertum als Geschenk

1. Der gesamten Kirche wurde an der priesterlichen Salbung Christi im Heiligen Geist Anteil gegeben. In der Kirche bilden „nämlich alle Gläubigen eine heilige und königliche Priesterschaft, bringen geistige Opfer durch Jesus Christus Gott dar und verkünden die Machttaten dessen, der sie aus der Finsternis in sein wunderbares Licht gerufen hat (1Petr 2,5.9)“[9]. In Christus ist im Hinblick auf das Heil aller Menschen sein ganzer mystischer Leib durch den Heiligen Geist mit dem Vater vereint.

Die Kirche kann eine solche Sendung jedoch nicht allein weiterführen: Ihre gesamte Tätigkeit braucht zuinnerst die Verbundenheit mit Christus als Haupt seines Leibes. Sie ist unauflöslich mit dem Herrn vereint, von Ihm selbst empfängt sie ständig Gnade und Wahrheit, sowie Führung und Unterstützung (vgl. Kol 2,19), damit sie allen und jedem „Zeichen und Werkzeug für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit“[10] sein kann.

Das Amtspriestertum findet seine Daseinsberechtigung in dieser Perspektive der vitalen und wirksamen Einheit mit Christus. Durch diesen Dienst nämlich fährt der Herr fort, inmitten seines Volkes jenes Wirken zu vollbringen, das allein Ihm als Haupt seines Leibes zukommt. Daher macht das Amtspriestertum das eigene Tun Christi, des Hauptes, greifbar nahe und bezeugt damit, dass Christus seine Kirche nicht verlassen hat, sie vielmehr mit seinem andauernden Priestertum weiterhin belebt. Deshalb betrachtet die Kirche das Amtspriestertum als Geschenk, das ihr durch den Dienst einiger ihrer Gläubigen vermittelt wird.

Dieses Geschenk wurde von Christus eingesetzt, um seine Heilssendung weiterzuführen. Anfänglich den Aposteln verliehen, besteht es durch deren Nachfolger, die Bischöfe, in der Kirche weiter. Diese geben es wiederum in untergeordnetem Rang an die Priester weiter insofern sie Mitarbeiter der Bischöfe sind; aus diesem Grund wurzelt die Identität der Bischöfe in ihrer Übereinstimmung mit der Sendung der Kirche, die sich für den Priester wiederum verwirklicht in der Gemeinschaft mit dem eigenen Bischof.[11] „Die Berufung des Priesters ist daher eine sehr hohe Berufung, die auch für jene, die sie empfangen haben, ein großes Geheimnis bleibt. Unsere Grenzen und unsere Schwächen müssen uns dazu veranlassen, mit tiefem Glauben dieses kostbare Geschenk zu leben und zu hüten, mit dem Christus uns sich gleichgestaltet hat, indem er uns an seiner heilbringenden Sendung teilhaben lässt.“[12]

Sakramentaler Ursprung

2. Durch die sakramentale Weihe, die durch Handauflegung und Weihegebet des Bischofs geschieht, wird im Priester ein „besonderes ontologisches Band“ bewirkt, „das den Priester mit Christus, dem Hohenpriester und Guten Hirten eint“[13].

Daher leitet sich die Identität des Priesters von der spezifischen Teilhabe am Priestertum Christi ab. In und für die Kirche wird der Geweihte ein reales, lebendiges und transparentes Bild des Priesters Christus, „eine sakramentale Vergegenwärtigung Christi, des Hauptes und des Hirten“[14]. Durch die Weihe erhält der Priester „als Geschenk eine geistliche Vollmacht, die Teilhabe an jener Autorität ist, mit welcher Jesus Christus durch den Heiligen Geist die Kirche leitet“[15].

Diese sakramentale Identifikation mit dem ewigen Hohenpriester fügt den Priester in besonderer Weise ins trinitarische Geheimnis und durch das Geheimnis Christi in die Gemeinschaft des Amtes der Kirche ein, um dem Volk Gottes zu dienen.[16] Aber nicht so wie ein Beauftragter für religiöse Fragen, sondern so wie Christus, „der nicht gekommen ist, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele“ (Mt 20,28). Es verwundert also nicht, dass „das innere Prinzip, die Kraft, die das geistliche Leben des Priesters, insofern er Christus, dem Haupt und Hirten, nachgebildet ist, beseelt und leitet […], die pastorale Liebe [ist], die Teilhabe an der Hirtenliebe Jesu Christi. Sie ist unverdientes Geschenk des Heiligen Geistes und zugleich Aufgabe und Appell an die freie und verantwortungsvolle Antwort des Priesters.“[17]

Zugleich darf nicht vergessen werden, dass jeder Priester als Person einzigartig ist und seine eigene Art zu sein besitzt. Jeder ist einmalig und unersetzlich. Gott löscht die Persönlichkeit des Priesters nicht aus, sondern fordert sie vielmehr ganz, weil er sich ihrer bedienen möchte – denn die Gnade baut auf der Natur auf –, damit der Priester die tiefsten und kostbarsten Wahrheiten durch seine persönlichen Eigenschaften hindurch vermitteln kann, die Gott respektiert und die auch die andern respektieren müssen.

1.1. Trinitarische Dimension

In Gemeinschaft mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist

3. Der Christ tritt durch die Taufe in Gemeinschaft mit dem einen und dreifaltigen Gott, der ihm das eigene göttliche Leben mitteilt, um ihn in seinem einzigen Sohn als Kind anzunehmen; von daher ist er gerufen, Gott als Vater anzuerkennen und durch die Gotteskindschaft die väterliche Vorsehung zu erfahren, die ihre Kinder nie im Stich lässt. So wie dies für jeden Christen gilt, so ist es auch wahr, dass der Priester durch das Weihesakrament in eine besondere und spezifische Beziehung mit dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist hineingestellt wird. Es stimmt: „Unsere Identität hat ihren tiefsten Ursprung in der Liebe des Vaters. Wir sind mit dem von ihm gesandten Sohn, dem Hohenpriester und Guten Hirten, durch den Heiligen Geist im Amtspriestertum sakramental vereint. Leben und Dienst des Priesters sind Weiterführung des Lebens und des Tuns Christi selbst. Das ist unsere Identität, unsere wahre Würde, Quelle unserer Freude und die Gewissheit unseres Lebens.“[18]

Identität, Amt und Existenz des Priesters sind also wesenhaft auf die Allerheiligste Dreifaltigkeit bezogen, und dies im Hinblick auf den priesterlichen Dienst in der Kirche und an allen Menschen.

In der trinitarischen Heilsdynamik

4. Der Priester ist „als sichtbare Weiterführung und sakramentales Zeichen Christi, der selbst sowohl der Kirche als auch der Welt als dauernder und immer neuer Ursprung des Heils gegenübersteht“[19], in die trinitarische Dynamik mit einer besonderen Verantwortung eingefügt. Seine Identität leitet sich vom ministerium verbi et sacramentorum ab, das wesenhaft in Beziehung steht: zum Dienst der rettenden Liebe des Vaters (vgl. Joh 17,6-9.24; 1 Kor 1,1; 2 Kor 1,1), zum priesterlichen Sein Christi, der seinen Diener persönlich beruft und dazu erwählt, mit ihm zu sein (vgl. Mk 3,15), sowie zur Gabe des Geistes (vgl. Joh 20,21), die dem Priester die nötige Kraft mitteilt, um vielen Kindern Gottes Leben zu schenken, die in sein einziges Volk berufen und zum Reich des Vaters unterwegs sind.

Vertraute Beziehung zur Dreifaltigkeit

5. Von daher versteht man die wesentlich „relationale“ (vgl. Joh 17,11.21)[20] Eigenschaft der Identität des Priesters.

Die Gnade und das unauslöschliche Prägemal, die mit der sakramentalen Salbung des Heiligen Geistes[21] vermittelt werden, stellen den Priester also in eine personale Beziehung zur Dreifaltigkeit, die ja die Quelle des priesterlichen Seins und Tuns ist.

Das Konzilsdekret Presbyterorum Ordinis betont gleich zu Anfang die grundlegende Beziehung zwischen dem Priester und der Allerheiligsten Dreifaltigkeit, wobei es auf die drei göttlichen Personen im einzelnen Bezug nimmt: „Da das Amt der Priester dem Bischofsstand verbunden ist, nimmt es an der Vollmacht teil, mit der Christus selbst seinen Leib auferbaut, heiligt und leitet. Darum setzt das Priestertum der Amtspriester zwar die christlichen Grundsakramente voraus, wird aber durch ein eigenes Sakrament übertragen. Dieses zeichnet die Priester durch die Salbung des Heiligen Geistes mit einem besonderen Prägemal und macht sie auf diese Weise dem Priester Christus gleichförmig, so dass sie in der Person des Hauptes Christus handeln können. […]  Das Ziel also, auf das Dienst und Leben der Priester ausgerichtet sind, ist die Verherrlichung Gottes des Vaters in Christus.“[22]

Diese Beziehung muss vom Priester klarerweise in vertrauter und personaler Art gelebt werden: im anbetenden und liebenden Dialog mit den drei göttlichen Personen und im Bewusstsein, dass ihm das empfangene Geschenk für den Dienst an allen gegeben wurde.

1.2. Christologische Dimension

Spezifische Identität

6. Wie die trinitarische, so leitet sich die christologische Dimension direkt vom Sakrament ab, das ontologisch mit Christus, dem Priester, Lehrer, Heiligmacher und Hirten seines Volkes gleichgestaltet.[23] Die Priester haben darüber hinaus als Mitarbeiter des Bischofs am einen Priestertum Christi teil:  dabei handelt es sich um eine sakramentale Bestimmung, die nicht allein „organisatorisch“ gedeutet werden darf.

Denjenigen Gläubigen, die zum Amtspriestertum erwählt und bestellt werden, obzwar sie dem allgemeinen oder dem mit der Taufe verbundenen Priestertum eingefügt bleiben, ist eine unauslöschliche Teilhabe am einzigen Priestertum Christi selbst gegeben in der öffentlichen Dimension als Vermittler und Autorität, und dies im Hinblick auf Heiligung, Lehre und Leitung des ganzen Gottesvolkes. Wenn also einerseits das allgemeine Priestertum der Gläubigen und das hierarchische oder Amtspriestertum aufeinander hingeordnet sind, weil beide auf jeweils eigene Weise am einzigen Priestertum Christi teilhaben, so unterscheiden sie sich andererseits wesenhaft voneinander und nicht nur dem Grad nach.[24]

In diesem Sinn ist die Identität des Priesters neu im Vergleich mit jener aller Christen, die in ihrer Gesamtheit durch die Taufe schon am einzigen Priestertum Christi teilhaben und dazu berufen sind, es auf der ganzen Erde zu bezeugen.[25] Die Besonderheit des Amtspriestertums ist daher nicht auf der Grundlage einer angenommenen „Überlegenheit“ gegenüber dem allgemeinen Priestertum zu sehen, sondern ist vielmehr definiert durch den Dienst, den es zugunsten aller Gläubigen zu leisten gerufen ist, damit sie der Mittlerschaft und der Herrschaft Christi zustimmen und treu sein können, die durch die Ausübung des Amtspriestertums sichtbar gemacht wird.

In bezug auf diese spezifisch christologische Identität muss sich der Priester bewusst sein, dass sein Leben als ein Geheimnis in einer neuen Art ganz eingetaucht ist in das Mysterium Christi und der Kirche und dass ihn dies im pastoralen Dienst ganz fordert und seinem Leben Sinn gibt.[26] Dieses Bewusstsein von seiner Identität ist im aktuellen säkularisierten kulturellen Kontext besonders wichtig, wo „der Priester oft dem allgemeinen Empfinden als ‚fremd‛ [erscheint], und das gerade wegen der grundlegendsten Aspekte seines Amtes: Mann des Heiligen, der Welt entrückt zu sein, um für die Welt einzutreten, und der in diese Sendung von Gott und nicht von den Menschen eingesetzt wird (vgl. Hebr 5,1).“[27]

7. Dieses Bewusstsein – das auf die ontologische Bindung an Christus gegründet ist – führt weg von „funktionalistischen“ Auffassungen, die den Priester lediglich als Sozialarbeiter oder Leiter heiliger Riten sehen wollten und „dabei Gefahr liefen, das Priestertum Christi zu verraten“[28] und das Leben des Priesters auf reine Pflichterfüllung zu reduzieren. Alle Menschen haben eine natürliche religiöse Sehnsucht, die sie von jedem anderen Lebewesen unterscheidet und sie zu Gottsuchern macht. Deshalb suchen die Menschen im Priester den Mann Gottes, durch den sie Sein Wort, Seine Barmherzigkeit und das Brot vom Himmel entdecken, das „der Welt das Leben gibt“ (Joh 6,33): „Gott ist der einzige Reichtum, den die Menschen letztendlich in einem Priester finden wollen.“[29]

Ist der Priester sich seiner Identität bewusst, wird er angesichts der Ausbeutung, des Elends oder der Unterdrückung, angesichts der säkularisierten und relativistischen Mentalität, die die Grundwahrheiten unseres Glaubens in Frage stellt, oder angesichts vieler anderer Situationen der postmodernen Kultur, eine Gelegenheit sehen, um sein besonderes Amt als Hirte auszuüben, der gerufen ist, der Welt das Evangelium zu verkünden. Denn der Priester „wird aus den Menschen ausgewählt und für die Menschen eingesetzt zum Dienst vor Gott“ (Hebr 5,1). Er verkündet den Seelen das Geheimnis Christi, in dessen Licht allein das Geheimnis des Menschen ganz verstanden werden kann.[30]

Weihe und Sendung

8. Christus gibt den Aposteln Anteil an seiner Sendung. „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“ (Joh 20,21). In der heiligen Weihe selbst ist die missionarische Dimension ontologisch gegenwärtig. Der Priester ist erwählt, geweiht und gesandt, um diese ewige Sendung Christi[31], dessen authentischer Repräsentant und Bote er wird, wirksam zu aktualisieren. Es geht dabei nicht um eine rein äußerliche Vertretungsfunktion, sondern er ist ein echtes Werkzeug zur Weitergabe der Gnade der Erlösung: „Wer euch hört, der hört mich, und wer euch ablehnt, der lehnt mich ab; wer aber mich ablehnt, der lehnt den ab, der mich gesandt hat“ (Lk 10,16).

Man kann also sagen, dass die Konfiguration mit Christus den Priester durch die sakramentale Weihe im Schoß des Gottesvolkes einsetzt und ihn in eigener Weise, der heiligenden, lehrenden und pastoralen Vollmacht Jesu Christi selbst teilhaftig werden lässt, des Hauptes und Hirten der Kirche.[32]

Indem der Priester Christus ähnlicher wird ist er – durch Christus und nicht durch sich selbst – Mitarbeiter am Heil seiner Brüder und Schwestern: nicht mehr er lebt, sondern Christus lebt in ihm (vgl. Gal 2,20).

Indem der Priester „in persona Christi Capitis“ handelt, wird er Diener der wesentlichen Heilstaten, vermittelt die zum Heil notwendige Wahrheit und leitet das Volk Gottes und führt es zur Heiligkeit.[33]

Aber die Gleichgestaltung des Priesters mit Christus erfolgt nicht nur durch die Tätigkeit der Evangelisierung, der Sakramentenspendung und der Pastoral. Sie verwirklicht sich auch in der Selbsthingabe und der Sühne, dass heißt in der liebevollen Annahme der Leiden und Opfer, die mit dem Priesteramt verbunden sind.[34] Der heilige Apostel Paulus hat diese bezeichnende Dimension des priesterlichen Dienstes mit der berühmten Formulierung zum Ausdruck gebracht: „Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze ich, in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt“ (Kol 1,24).

1.3. Pneumatologische Dimension

Sakramentaler Charakter

9. In der Priesterweihe hat der Priester das Siegel des Heiligen Geistes empfangen, welches aus ihm einen Menschen gemacht hat, der mit dem sakramentalen Prägemal bezeichnet ist, um für immer Diener Christi und der Kirche zu sein. Mit der versprochenen Zusicherung, der Tröster werde „für immer mit ihm sein“ (Joh 14,16-17), weiß der Priester, dass er nie die Gegenwart und wirksame Vollmacht des Heiligen Geistes verlieren wird, um seinen Dienst ausüben und die pastorale Liebe – Quelle, Kriterium und Maß der Liebe und des Dienstes – als Ganzhingabe für das Heil der eigenen Brüder und Schwestern leben zu können. Diese Liebe bestimmt im Priester die Art und Weise, zu denken, zu handeln und auch sein Verhalten den anderen gegenüber.

Personale Communio mit dem Heiligen Geist

10. Wiederum ist es der Heilige Geist, der dem Priester in der Priesterweihe die prophetische Aufgabe überträgt, das Wort Gottes zu verkünden und mit Autorität zu erläutern. Mit der gesamten Priesterschaft eingefügt in die Gemeinschaft der Kirche, wird der Priester vom Geist der Wahrheit geleitet, den der Vater durch Christus gesandt hat und der ihn alles lehrt und an alles erinnert, was Jesus den Aposteln gesagt hat. Daher entdeckt der Priester mit Hilfe des Heiligen Geistes und durch das Studium des Gotteswortes in den Schriften, im Licht der Überlieferung und des Lehramtes[35], den Reichtum des Wortes, um es der ihm anvertrauten Gemeinde zu verkünden.

Anrufung des Heiligen Geistes

11.  Der Priester ist vom Heiligen Geist gesalbt. Dies bringt nicht nur das Geschenk eines durch die Salbung  verliehenen unauslöschlichen Zeichens mit sich, sondern auch die Aufgabe, unaufhörlich den Tröstergeist anzurufen – Gabe des Auferstandenen –, ohne den der priesterliche Dienst fruchtlos bliebe. Jeden Tag bittet der Priester um das Licht des Heiligen Geistes, damit er Christus nachfolgen und ihm ähnlich werden kann.

Durch den sakramentalen Charakter und durch die Identifikation mit der Kirche ist der Priester in der Feier der Liturgie immer in Gemeinschaft mit dem Heiligen Geist, vor allem bei der Feier der Eucharistie und der anderen Sakramente. Den in jedem Sakrament ist es ja Christus selbst, der zum Wohl der Kirche handelt, und zwar durch den Heiligen Geist, der in seiner wirksamen Vollmacht vom zelebrierenden Priester in persona Christi angerufen wird.[36]

Die sakramentale Feier erhält ihre Wirksamkeit durch das Wort Christi, der sie eingesetzt hat, und durch die Kraft des Geistes, den die Kirche in der Epiklese anruft.

Dies ist besonders evident im eucharistischen Hochgebet: Der Priester ruft über Brot und Wein die Macht des Heiligen Geistes herab, spricht die Worte Jesu, damit sich die Transsubstantiation des Brotes in den von Christus hingegebenen Leib und des Blutes in das von Christus vergossene Blut vollzieht und sein einmaliges Erlösungsopfer sakramental vergegenwärtigt wird.[37]

Kraft zur Gemeindeleitung

12. Schließlich findet der Priester in der Gemeinschaft des Heiligen Geistes die Kraft, die ihm anvertraute Gemeinde zu leiten und sie in der vom Herrn gewollten Einheit zu bewahren.[38] Das Gebet des Priesters im Heiligen Geist kann sich das priesterliche Gebet Jesu Christi zum Vorbild nehmen (vgl. Joh 17). Daher muss er für die Einheit der Gläubigen beten, damit sie eins seien und die Welt glaube, dass der Vater zum Heil aller den Sohn gesandt hat.

1.4. Ekklesiologische Dimension

„In“ und „gegenüber“ der Kirche

13. Christus, der dauernde und immer neue Quell des Heils, ist das ursprüngliche Geheimnis, aus dem das Geheimnis der Kirche hervorgeht. Sie ist sein Leib und seine Braut, die er als Bräutigam berufen hat, Zeichen und Werkzeug der Erlösung zu sein. Durch das den Aposteln und ihren Nachfolgern anvertraute Werk fährt Christus fort, seiner Kirche Leben zu schenken. In ihr findet der Dienst der Priester seinen natürlichen „Ort“ und erfüllt er seine Sendung.

Durch das Geheimnis Christi ist der Priester in der Ausübung seines vielfältigen Dienstes auch in das Geheimnis der Kirche eingefügt, die „sich im Glauben bewusst wird, nicht aus sich selbst zu sein, sondern aus der Gnade Christi im Heiligen Geist“[39]. So findet sich der Priester zugleich in der Kirche und ihr gegenüber.[40]

Herausragendster Ausdruck dieser Stellung des Priesters in und gegenüber der Kirche ist die Feier der Eucharistie, in der „der Priester das Volk einlädt, die Herzen zum Herrn in Gebet und Danksagung zu erheben und es mit sich in jenem Gebet vereint, das er im Namen der ganzen Gemeinschaft durch Jesus Christus im Heiligen Geist an Gott den Vater richtet“[41].

Teilhabe an der Brautschaft Christi

14. Tatsächlich macht das Weihesakrament den Priester nicht nur zum Teilhaber am Geheimnis Christi, des Priesters, Lehrers, Hauptes und Hirten, sondern in gewisser Weise auch am Geheimnis Christi, des „Dieners und Bräutigams der Kirche“[42]. Sein „Leib“ ist sie, die er geliebt hat und die er liebt bis zur Hingabe seiner selbst für sie (vgl. Eph 5,25); er erneuert und läutert sie ständig durch das Wort Gottes und die Sakramente (vgl. ibid. 5,26); er macht sie immer schöner (vgl. ibid. 5,27) und schließlich nährt und umsorgt er sie (vgl. ibid. 5,29).

Die Priester bilden als Mitarbeiter der Bischöfe mit ihrem Bischof ein einziges Presbyterium[43] und partizipieren auf untergeordneter Stufe am einzigen Priestertum Christi. Sie partizipieren sogar ähnlich dem Bischof an jener bräutlichen Dimension hinsichtlich der Kirche, die im Ritus der Bischofsweihe durch die Ringverleihung gut zum Ausdruck kommt.[44]

Die Priester, die „in den einzelnen Ortsgemeinden der Gläubigen sozusagen den Bischof vergegenwärtigen, mit dem sie vertrauensvoll und großmütig geeint sind“[45], sollen der Braut treu sein und gleichsam als lebendige Ikonen Christi, des Bräutigams, die vielfältige Hingabe Christi an seine Kirche wirksam entfalten. Berufen aus übernatürlicher Liebe, absolut ohne Gegenleistung, liebt der Priester die Kirche wie Christus sie geliebt hat, indem er ihr all seine Energien widmet und sich ihr mit pastoraler Liebe bis zur täglichen Hingabe seines eigenen Lebens schenkt.

Universalität des Priestertums

15. Die Weisung des Herrn, zu allen Völkern zu gehen (vgl. Mt 28,18-20), bestimmt eine weitere Modalität der Einstellung des Priesters „gegenüber“ der Kirche.[46] Gesandt – missus – vom Vater durch Christus, gehört der Priester „in unmittelbarer Weise“ der gesamten Kirche[47] an, die die „Mission“ hat, die Frohbotschaft „bis an die Enden der Erde“ (Apg 1,8) zu verkünden.[48]

„Das geistliche Geschenk, das die Priester in der Weihe empfangen haben, bereitet sie auf eine sehr weite und universale Heilssendung vor.“[49] Durch die Weihe und das übertragene Amt sind ja alle Priester den Bischöfen verbunden und – in hierarchischer Gemeinschaft mit ihnen – dienen sie gemäß ihrer Berufung und Gnade dem Wohl der ganzen Kirche.[50] Daher darf die Tatsache der Inkardination[51] den Priester nicht in einer engen und partikularistischen Mentalität einschließen, sondern muss ihn vielmehr öffnen für den Dienst an der einen Kirche Jesu Christi.

Im Hinblick darauf empfängt jeder Priester eine Ausbildung, die es ihm erlaubt der universalen Kirche zu dienen und sich nicht nur an einem Ort oder auf eine bestimmte Aufgabe zu spezialisieren. Diese „Ausbildung für die universale Kirche“ bedeutet auch, bereit zu sein, die verschiedensten Situationen in Angriff zu nehmen mit der beständigen Bereitschaft, der ganzen Kirche bedingungslos zu dienen.[52]

Missionarisches Priestertum für eine neue Evangelisierung

16. Der Priester, der an der Weihe Christi teilhat, wird hineingenommen in seine Heilssendung, dem letzten Gebot Christi entsprechend: „Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes, und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe“ (Mt 28,19-20; vgl. Mk 16,15-18; Lk 24,47-48; Apg 1,8). Die missionarische Spannung ist konstitutiver Bestandteil des priesterlichen Lebens, denn der Priester ist berufen „Brot“ zu werden, „gebrochen für das Leben der Welt“: „Die erste und fundamentale Aufgabe, die uns aus den heiligen Geheimnissen, die wir feiern, erwächst, ist die, mit unserem Leben Zeugnis abzulegen. Das Staunen über das Geschenk, das Gott uns in Christus gemacht hat, überträgt unserem Leben eine neue Dynamik, indem es uns verpflichtet, Zeugen seiner Liebe zu sein. Wir werden Zeugen, wenn durch unser Handeln, unsere Worte, unser Sosein ein Anderer erscheint und sich mitteilt.“[53]

„Als Mitarbeiter des Bischofs sind die Priester kraft des Weihesakramentes aufgerufen, die Sorge für die Mission mit ihm zu teilen. ‚Die geistliche Gabe, die die Priester in der Weihe empfangen haben, bereitet sie nicht auf eine begrenzte und enge Sendung vor, sondern auf eine umfassende und allgemeine Heilssendung im weitesten Sinn […]‛ (Presbyterorum Ordinis, 10). […] Alle Priester müssen ein missionarisches Herz und eine missionarische Mentalität haben. Sie müssen offen sein für die Bedürfnisse der Kirche und der Welt.“[54] Diese Anforderung des kirchlichen Lebens in der zeitgenössischen Welt muss von jedem Priester gespürt und gelebt werden. Deshalb ist jeder Priester gerufen, einen missionarischen Geist zu haben, das heißt einen wirklich „katholischen“ Geist, der sich von Christus ausgehend an alle wendet, damit sie „gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit Christi gelangen“ (1Tim 2,4-6).

Deshalb ist es wichtig, dass er sich dieser missionarischen Realität seines Priestertums voll und ganz bewusst ist und diese wirklich lebt, und zwar in voller Übereinstimmung mit der Kirche, die es heute wie gestern als nötig erachtet, ihre Diener dorthin zu schicken, wo sie besonders dringend gebraucht werden, besonders zu den Ärmsten[55]. Dadurch wird auch eine gerechtere Verteilung des Klerus erreicht.[56] Diesbezüglich ist anzuerkennen, dass die Priester, die bereit sind, ihren Dienst in anderen Diözesen oder Ländern auszuüben, ein großes Geschenk sowohl für die Teilkirche sind, in die sie gesandt werden, als auch für diejenige, die sie sendet.

17. „Heute herrscht jedoch eine wachsende Verwirrung, die viele dazu verleitet, den Missionsauftrag des Herrn (vgl. Mt 28,19) ungehört und unwirksam zu lassen. Oft meint man, dass jeder Versuch, andere in religiösen Fragen zu überzeugen, die Freiheit einschränke. Es wäre nur erlaubt, die eigenen Ansichten darzulegen und die Menschen einzuladen, nach ihrem Gewissen zu handeln, ohne ihre Bekehrung zu Christus und zum katholischen Glauben zu fördern: Man sagt, es genüge, den Menschen zu helfen, bessere Menschen oder der eigenen Religion treuer zu sein; es genüge, Gemeinschaften zu bauen, die fähig sind, für Gerechtigkeit, Freiheit, Frieden und Solidarität zu arbeiten. Darüber hinaus behaupten einige, dass man Christus denen, die ihn nicht kennen, nicht verkünden und deren Zugehörigkeit zur Kirche nicht fördern sollte, weil es möglich sei, auch ohne ausdrückliche Kenntnis Christi und ohne formale Eingliederung in die Kirche gerettet zu werden.“[57]

Der Diener Gottes Paul VI. wendet sich auch an die Priester, wenn er sagt: „Es wäre sicher nicht ohne Nutzen, wenn jeder Christ und jeder Verkündiger folgenden Gedankengang im Gebet vertiefte: Die Menschen können durch die Barmherzigkeit Gottes auf anderen Wegen gerettet werden, auch wenn wir ihnen das Evangelium nicht verkünden; wie aber können wir uns retten, wenn wir aus Nachlässigkeit, Angst, Scham – was der heilige Paulus ‚sich des Evangeliums schämen‘ nennt (vgl. Röm 1,16) – oder infolge falscher Ideen es unterlassen, dieses zu verkünden? Denn das heißt, Gottes Anruf zu verraten, der durch die Stimme der Diener des Evangeliums den Samen wachsen lassen will; es hängt von uns ab, ob dieser zu einem Baum heranwachsen und reiche Frucht bringen kann.“[58] Deshalb muss der Klerus sich heute mehr denn je in seinem Apostolat verpflichtet fühlen, alle Menschen in Christus, in seiner Kirche zu vereinen. „Zu dieser katholischen Einheit des Gottesvolkes, die den allumfassenden Frieden bezeichnet und fördert, sind alle Menschen berufen.“[59]

Aus diesem Grund sind all jene Auffassungen unzulässig, die im Namen einer falsch verstandenen Achtung der einzelnen Kulturen dazu tendieren, das missionarische Wirken der Kirche zu entstellen. Denn diese ist gerufen am universalen Heilsgeheimnis mitzuwirken, das alle Kulturen übersteigt und sie beleben muss.[60] Die universale Ausweitung ist dem priesterlichen Dienst inhärent und daher unverzichtbar.

18. Von den Anfängen der Kirche an haben die Apostel dem letzten Gebot des auferstandenen Herrn Folge geleistet. Auf ihren Spuren „verkündet die Kirche durch die Jahrhunderte hindurch das Evangelium und hat den Weg der Evangelisierung niemals unterbrochen“[61].

Die Evangelisierung „geschieht freilich auf verschiedene Weisen je nach den unterschiedlichen Situationen, in denen sie sich entfaltet. Im eigentlichen Sinn gibt es die ‚missio ad gentes‘ zu denen, die Christus nicht kennen. In einem weiteren Sinn spricht man von ‚Evangelisierung‘, um die gewöhnliche Seelsorge zu bezeichnen“[62]. Evangelisierung ist die Aktivität der Kirche, die die Frohbotschaft verkündet im Hinblick auf die Bekehrung, die Einladung zum Glauben, die persönliche Begegnung mit Christus, in der man in Gemeinschaft mit der Kirche zu seinem Jünger wird. Dies erfordert das beständige Bemühen, zu denken wie er, zu urteilen wie er und zu leben, wie er gelebt hat.[63]

Die Evangelisierung beginnt mit der Verkündigung des Evangeliums und findet ihre letzte Erfüllung in der Heiligkeit des Jüngers, der als Glied der Kirche zum Verkünder des Evangeliums geworden ist. In diesem Sinne ist die Evangelisierung das globale Wirken der Kirche, ist sie „die zentrale und alle anderen einschließende Aufgabe im Kontext des Dienstes an der Menschheitsfamilie, zu dem die Kirche und in ihr die Laien berufen sind“[64].

„Der Evangelisierungsprozess gliedert sich folglich in Etappen oder ‚wesentliche Momente‘: das missionarische Wirken für die Nichtglaubenden und für die, die in religiöser Gleichgültigkeit leben; das katechetisch-initiierende Wirken für die, die sich für das Evangelium entscheiden, und für die, die es nötig haben, ihre Initiation zu vervollständigen oder neu zu strukturieren; und das pastorale Wirken für die schon reifen Christusgläubigen im Schoß der christlichen Gemeinde. Diese Momente sind jedoch nicht abgeschlossene Etappen: sie werden, wenn nötig, wiederholt, so dass sie dem geistlichen Wachstum jeder Person und der Gemeinde selbst die passende, dem Evangelium entsprechende Nahrung geben.“[65]

19. „Dennoch beobachten wir einen fortschreitenden Prozess der Entchristlichung und des Verlustes der grundlegenden menschlichen Werte, der besorgniserregend ist. Ein großer Teil der Menschheit von heute findet in der beständigen Evangelisierung der Kirche nicht das Evangelium, das heißt die überzeugende Antwort auf die Frage: Wie soll ich leben? […] Alle brauchen das Evangelium; das Evangelium ist für alle bestimmt und nicht nur für einen bestimmten Kreis, und deshalb sind wir verpflichtet, neue Wege zu suchen, um das Evangelium zu allen zu bringen.“[66]

Trotz aller Sorge darf uns eine solche Entchristlichung nicht dazu führen, zu bezweifeln, dass das Evangelium das Herz unserer Zeitgenossen berühren kann: „Jemand mag sich vielleicht fragen, ob die Männer und Frauen der postmodernen Kultur, der fortschrittlichsten Gesellschaften, noch in der Lage sind, sich dem christlichen Kerygma zu öffnen. Die Antwort muss positiv ausfallen. Das Kerygma kann von jedem Menschen zu jeder Zeit und in jeder Kultur verstanden undangenommen werden. Auch die intellektuellsten oder die einfachsten Milieus können evangelisiert werden. Wir müssen sogar glauben, dass auch die so genannten Post-Christenerneut von der Person Jesu Christi berührt werden können.“[67]

Schon Papst Paul VI. sagte: „Die Verhältnisse der Gesellschaft legen uns allen die Verpflichtung auf, die Methoden zu überprüfen und mit allen Mitteln uns zu bemühen herauszufinden, wie man dem modernen Menschen die christliche Botschaft nahebringen kann, in der allein er die Antwort auf seine Fragen zu finden vermag und die Kraft für seinen Einsatz zu menschlicher Solidarität.“[68] Der selige Johannes Paul II. beschrieb das neue Jahrtausend folgendermaßen: „Heute muss man sich mutig einer Situation stellen, die im Zusammenhang mit der Globalisierung und der neuen gegenseitigen Verflechtung von Völkern und Kulturen, die sie mit sich bringt, immer vielfältiger und anspruchsvoller wird.“[69] Es heißt also, dass eine „Neuevangelisierung“ begonnen hat, die allerdings nicht mit einer „Re-Evangelisierung“[70] gleichzusetzen ist, denn die neue Mission der Verkündigung „ist nicht anders als die erste. Das Kreuz dauert, mag sich auch die Welt verändern“[71]. Sie ist insofern neu, „als sie sich über die kontinuierliche, nie unterbrochene und nie aufzugebende Evangelisierung hinaus um eine neue Evangelisierung bemüht, die in der Lage ist, sich in jener Welt bemerkbar zu machen, die keinen Zugang zur ‚klassischen‘ Evangelisierung findet“[72].

20. Die Neuevangelisierung bezieht sich vor allem[73], aber nicht ausschließlich[74], auf „die Kirchen alter Gründung“[75], wo es viele Menschen gibt, „die zwar in der katholischen Kirche getauft, aber sich von der Übung des sakramentalen Lebens oder gar vom Glauben entfernt haben“[76]. Die Priester haben die Aufgabe, „allen die frohe Botschaft Gottes zu verkünden, um so in der Erfüllung des Herrenauftrags: ‚Gehet hin in alle Welt, und verkündet das Evangelium allen Geschöpfen‘ (Mk 16,15) das Gottesvolk zu begründen und zu mehren“[77]. Sie sind „Diener Jesu Christi unter den Völkern“[78], sie „schulden also allen, Anteil zu geben an der Wahrheit des Evangeliums, deren sie sich im Herrn erfreuen“[79]. Und dies um so mehr, weil festzustellen ist: „Die Zahl jener, die Christus nicht kennen und nicht zur Kirche gehören, ist ständig im Wachsen; seit dem Ende des Konzils hat sie sich sogar beinahe verdoppelt. Diese ungeheure Zahl von Menschen wird vom Vater, der für sie seinen Sohn gesandt hat, geliebt; die Dringlichkeit der Mission für sie liegt klar auf der Hand.“[80] Der selige Johannes Paul II. bekräftigte feierlich: „Ich halte die Zeit für gekommen, da alle kirchlichen Kräfte für die neue Evangelisierung und für die Mission ad gentes einzusetzen sind. Keiner, der an Christus glaubt, keine Institution der Kirche kann sich dieser obersten Pflicht entziehen: Christus muss allen Völkern verkündet werden.“[81]

21. Die Priester setzen alle ihre Kräfte für diese Neuevangelisierung ein, die vom seligen Johannes Paul II. folgendermaßen charakterisiert wurde: „Neu in ihrem Eifer, in ihren Methoden und in ihrer Ausdrucksweise“[82].

Zunächst gilt es, „in uns wieder den Schwung des Anfangs dadurch zu entzünden, dass wir uns von dem glühenden Eifer der apostolischen Verkündigung, die auf Pfingsten folgte, mitreißen lassen. Wir müssen uns die glühende Leidenschaft des Paulus zu eigen machen, der ausrief: ‚Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!‘ (1Kor 9,16).“[83] Denn: „Wer Christus wirklich begegnet ist, kann ihn nicht für sich behalten, er muss ihn verkündigen.“[84] Nach dem Vorbild der Apostel ist der Eifer des Apostolats die Frucht einer umstürzenden Erfahrung, die der Nähe zu Jesus entspringt. „Die Mission ist eine Frage des Glaubens, sie ist ein unbestechlicher Gradmesser unseres Glaubens an Christus und seine Liebe zu uns.“[85] Der Herr hört nicht auf, seinen Heiligen Geist zu senden, aus dessen Kraft wir uns beleben lassen müssen im Hinblick auf jenen „erneuerten missionarischen Elan […], Ausdruck einer neuen hochherzigen Offenheit für das Geschenk der Gnade“[86]. „Es ist grundlegend und unerlässlich, dass der Priester sich bewusst und entschieden dazu entschließt, nicht nur jene anzunehmen und zu evangelisieren, die ihn aufsuchen, sowohl in der Pfarrei als auch andernorts, sondern dass er ‚sich aufmacht‘ auf die Suche vor allem nach den Getauften, die aus verschiedenen Gründen die Zugehörigkeit zur kirchlichen Gemeinschaft nicht leben, aber auch nach all denen, die Jesus Christus kaum oder gar nicht kennen.“[87]

Die Priester sollen daran denken, dass sie sich nicht allein in der Mission engagieren können. Als Hirten ihres Volkes sollen sie die christlichen Gemeinden zum Zeugnis des Evangeliums und zur Verkündigung der Frohbotschaft ausbilden. Es geht um ein „neues missionarisches Engagement […], das nicht einer kleinen Schar von ‚Spezialisten‘ übertragen werden kann, sondern letztendlich die Verantwortung aller Glieder des Gottesvolkes einbeziehen muss. […] Ein neuer apostolischer Aufbruch tut not, der als tägliche Verpflichtung der christlichen Gemeinden und Gruppen gelebt werden soll.“[88] Die Pfarrgemeinde ist nicht nur Ort der Katechese, sondern sie ist auch das lebendige Umfeld, in dem die Neuevangelisierung umgesetzt werden muss[89], indem sie sich versteht als „unentwegte Mission“[90]. Jede Gemeinde ist Bild der Kirche, die „ihrer Natur nach gerufen ist, aus sich selbst hinauszugehen in einer Bewegung auf die Welt zu, um Zeichen des Emanuel zu sein, des fleischgewordenen Wortes, des Gott-mit-uns“[91]. „In der Gemeinde werden die Pfarrer die Gemeindemitglieder zusammenrufen müssen, Gottgeweihte und Laien, um sie angemessen vorzubereiten und sie in Mission zu den einzelnen Menschen, zu den Familien zu senden, auch durch Hausbesuche, und in alle sozialen Umfelder, die sich auf dem Gemeindegebiet befinden.“[92]

Im Gedenken daran, dass die Kirche „Geheimnis von Gemeinschaft und Sendung“[93] ist, werden die Hirten die Gemeinden dazu führen, mit ihrem Glauben, „der bekannt, gefeiert, gelebt und im Gebet ausgedrückt wird“[94], und mit ihrer Begeisterung[95] Zeugen zu sein. Papst Paul VI. rief zur Freude auf: „Die Welt von heute, die sowohl in Angst wie in Hoffnung auf der Suche ist, möge die Frohbotschaft nicht aus dem Munde trauriger und mutlos gemachter Verkünder hören, die keine Geduld haben und ängstlich sind, sondern von Dienern des Evangeliums, deren Leben voller Glut erstrahlt, die als erste die Freude Christi in sich aufgenommen haben.“[96] Die Gläubigen müssen von ihren Hirten ermutigt werden, damit sie keine Angst davor haben, den Glauben freimütig zu verkünden. Denn wer evangelisiert, der erlebt, dass die missionarische Geste schon Quelle der persönlichen Erneuerung ist: „Durch die Mission wird die Kirche tatsächlich erneuert, Glaube und christliche Identität werden bestärkt und erhalten neuen Schwung und neue Motivation. Der Glaube wird stark durch Weitergabe![97]

22. Die Evangelisierung ist auch neu in ihren Methoden. Angespornt von dem Apostel, der ausrief: „Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!“ (1Kor 9,16), wird sie sich all der Medien zu bedienen wissen, die die moderne Wissenschaft und Technik bieten.[98] Sicherlich ist nicht alles abhängig von diesen Mitteln oder den menschlichen Fähigkeiten, denn die göttliche Gnade kann ihr Ziel unabhängig vom Werk der Menschen erreichen; aber im Plan Gottes ist die Verkündigung des Wortes normalerweise der bevorzugte Kanal für die Weitergabe des Glaubens und die Sendung der Evangelisierung.

Er wird die Laien in die Evangelisierung mit den modernen Kommunikationsmitteln einzubeziehen wissen. In jedem Fall wird seine Teilnahme in diesen Bereichen stets eine besondere Nächstenliebe spiegeln müssen, einen Sinn für das Übernatürliche, Nüchternheit und Maß, um zu bewirken, dass sich alle nicht so sehr von der Person des Priesters als vielmehr von Jesus Christus, unserem Herrn, selbst angezogen fühlen.

23. Der dritte charakteristische Aspekt der Neuevangelisierung ist die Neuheit in ihren Ausdrucksweisen. In einer sich verändernden Welt muss das Bewusstsein von der eigenen Sendung als Verkünder des Evangeliums, als Werkzeug Christi und des Heiligen Geistes in der Pastoral immer konkreter werden, so dass der Priester im Licht des Wortes Gottes die verschiedenen Situationen und Lebensbereiche beleben kann, in denen er seinen Dienst ausübt.

Um wirksam und glaubwürdig zu sein, ist es daher wichtig, dass der Priester – im Hinblick auf den Glauben und sein Amt – mit konstruktiv kritischem Bewusstsein die Ideologien, die Sprache, die kulturellen Bezüge, die Stereotypen kennt, die über die Medien verbreitet werden und die Mentalität in großem Umfang konditionieren. Er soll sich an alle zu wenden wissen, „ohne jemals die radikalsten Forderungen zu verheimlichen, die das Evangelium stellt. Doch man muss auch den Bedürfnissen jedes einzelnen entgegenkommen, was Einfühlungsvermögen und Sprache angelangt. Paulus kann dafür als Beispiel dienen: ‚Allen bin ich alles geworden, um auf jeden Fall einige zu retten‘ (1Kor 9,22).“[99] Das Zweite Vatikanische Konzil hat bekräftigt, dass die Kirche „von Beginn ihrer Geschichte an gelernt hat, die Botschaft Christi in der Vorstellungswelt und Sprache der verschiedenen Völker auszusagen und darüber hinaus diese Botschaft mit Hilfe der Weisheit der Philosophen zu verdeutlichen, um so das Evangelium sowohl dem Verständnis aller als auch berechtigten Ansprüchen der Gebildeten angemessen zu verkünden. Diese in diesem Sinne angepasste Verkündigung des geoffenbarten Wortes muss ein Gesetz aller Evangelisation bleiben.“[100] Das wird jedoch mit dem gebührenden Respekt vor dem jeweils unterschiedlichen Weg eines jeden Menschen und mit Aufmerksamkeit gegenüber den verschiedenen Kulturen geschehen, in die die christliche Botschaft eingebettet werden soll, dabei vollkommen sie selbst bleibt in vollkommener Treue zur Verkündigung des Evangeliums und zur Tradition der Kirche. Das Christentum des dritten Jahrtausends wird so auch das Angesicht der vielen alten und neuen Kulturen tragen, deren spezifische Werte nicht verleugnet, sondern gereinigt und zu ihrer Fülle gebracht werden.[101]

Geistliche Vaterschaft

24. Die pastorale Berufung der Priester ist groß und universal: sie richtet sich auf die ganze Kirche und ist daher auch missionarisch. „Normalerweise ist sie an den Dienst für eine bestimmte Gemeinschaft des Volkes Gottes gebunden, wo jeder Aufmerksamkeit, Sorge und Liebe erwartet.“[102] Daher ist der Dienst des Priester auch ein Dienst der Vaterschaft.[103] Durch seine Hingabe an die Seelen werden viele von ihnen in Christus zu neuem Leben geboren. Es handelt sich um eine echte geistliche Vaterschaft, wie der heilige Paulus ausrief: „Hättet ihr nämlich auch ungezählte Erzieher in Christus, so doch nicht viele Väter. Denn in Christus Jesus bin ich durch das Evangelium euer Vater geworden“ (1Kor 4,15). Wie Abraham so wird auch der Priester „Vater vieler Völker“ (Röm 4,18) und findet im christlichen Wachstum, das um ihn erblüht, den Lohn für die Mühen und Leiden seines täglichen Dienstes. Darüber hinaus endet die Mission der Vaterschaft sowohl auf übernatürlicher wie auch auf natürlicher Ebene nicht mit der Geburt, sondern erstreckt sich auf das ganze Leben: „Wer hat Eure Seele beim ersten Eintritt in das Leben aufgenommen? Der Priester. Wer nährt sie, um ihr die Kraft zu geben, ihre Pilgerschaft zu vollenden? Der Priester. Wer wird sie darauf vorbereiten, vor Gott zu erscheinen, indem er sie zum letzten Mal im Blut Jesu Christi wäscht? Der Priester, immer der Priester. Und wenn diese Seele [durch die Sünde] stirbt, wer wird sie auferwecken, wer wird ihr die Ruhe und den Frieden geben? Wieder der Priester […] Nach Gott ist der Priester alles! […] Erst im Himmel wird er sich selbst recht verstehen.“[104]

Die Priester lassen in ihrem Leben die ergreifenden Worte des Apostels wahr werden: „meine Kinder, für die ich von neuem Geburtswehen erleide, bis Christus in euch Gestalt annimmt“ (Gal 4,19). So leben sie großherzig, jeden Tag neu, diese Gabe der geistlichen Vaterschaft, und auf sie richten sie die Erfüllung aller Aufgaben ihres Dienstes aus.

Autorität als „amoris officium“

25. Ein weiteres Zeugnis für die Tatsache, dass der Priester der Kirche gegenüber steht, ist: er ist Leiter, der jene Gläubigen zur Heiligung hinführt, die seinem wesenhaft pastoralen Dienst anvertraut sind. Jedoch tritt er dabei mit jener Autorität auf, die anziehend wirkt und die Botschaft glaubwürdig macht (vgl. Mt 7,29). Denn jede Autorität muss im Geiste des Dienstes ausgeübt werden, als amoris officium und uneigennützige Hingabe für das Wohl der Herde (vgl. Joh 10,11;13,14).[105]

Diese mit Demut und Kohärenz zu lebende Realität kann zwei gegensätzlichen Versuchungen ausgesetzt sein. Die erste ist die, das eigene Amt herrisch gegenüber der Herde auszuüben (vgl. Lk 22,4-27; 1Petr 5,1-4), während die zweite Versuchung darin besteht, in einer unrichtigen Vorstellung von „Gemeinschaft“ die eigene Gleichgestaltung mit Christus, dem Haupt und Hirten, herabzumindern.

Die erste Versuchung war auch für die Jünger sehr stark und erfuhr von Jesus einen deutlichen und wiederholten Tadel. Wenn diese Dimension fehlt, fällt man leicht der Versuchung des „Klerikalismus“ zum Opfer, mit dem Wunsch über die Laien zu herrschen, was immer Gegensätze zwischen Amts-priestertum und Volk zur Folge hat.

Der Priester darf seine eigene Rolle nicht auf die eines bloßen Leiters beschränkt sehen. Er ist der Mittler – die Brücke –, das heißt derjenige, der sich immer daran erinnern muss, dass der Herr und Meister „nicht gekommen ist, sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen“ (Mk 10,45); dass er sich niederkniete, um seinen Jüngern die Füße zu waschen (vgl. Joh 13,5), bevor er am Kreuz starb und bevor er sie in die ganze Welt aussandte (vgl. Joh 20,21). So wird der Priester, der für die Herde sorgt, die dem Herrn gehört, sich bemühen „die Herde zu schützen, zu nähren und sie zu Ihm zu führen, dem wahren Guten Hirten, der das Heil aller Menschen will. Die Herde des Herrn zu nähren ist daher ein Dienst wachsamer Liebe, der vollkommene Hingabe bis zur Erschöpfung der Kräfte erfordert und, falls notwendig, auch das Opfer des eigenen Lebens.“[106]

Die Priester geben dann authentisches Zeugnis für den auferstandenen Herrn, „dem alle Macht im Himmel und auf der Erde“ (Mt 28,18) gegeben wurde, wenn sie sie im sowohl demütigen als auch mit Autorität ausgestatteten Dienst an der eigenen Herde ausüben[107] und die Aufgaben respektieren, die Christus und die Kirche sowohl gläubigen Laien[108] als auch im Sinn der evangelischen Räte gottgeweihten Gläubigen[109] anvertrauen.

Demokratische und egalitäre Versuchung

26. Zuweilen geschieht es, dass man, um die erste Fehlhaltung zu vermeiden, der zweiten verfällt und dazu neigt, jeden Unterschied der Aufgaben zwischen den Gliedern des Leibes Christi, der die Kirche ist, zu eliminieren und damit praktisch die Unterscheidung zwischen allgemeinem Priestertum und Amtspriestertum ablehnt. [110]

Unter den diversen Formen dieser Ablehnung, die heute zu verzeichnen sind, ist der sogenannte „Demokratismus“, der dazu führt, die Autorität und die Gnade Christ als Haupt, die in den geweihten Priestern da ist, nicht anzuerkennen und die Kirche, die der mystische Leib Christi ist, zu entstellen. Es ziemt sich in diesem Zusammenhang daran zu erinnern, dass die Kirche all jene Verdienste und Wohltaten anerkennt, die die demokratische Kultur in der zivilen Gesellschaft mit sich gebracht hat. Zudem setzt sich die Kirche selbst immer mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln für die Annerkennung der gleichen Würde aller Menschen ein. Auf der Grundlage der Offenbarung hat sich das Zweite Vatikanische Konzil offen zur gleichen Würde aller Getauften in der Kirche bekannt.[111] Jedoch ist es notwendig, darauf hinzuweisen, dass das letzte Fundament sowohl dieser radikalen Gleichheit als auch der Verschiedenheit der Lebensformen und Aufgaben die Natur der Kirche selbst ist.

Denn sie verdankt ihre Existenz und ihre Struktur dem Heilsplan Gottes. Sie betrachtet sich selbst als Gabe eines wohlwollenden Vaters, der sie durch die Erniedrigung seines Sohnes am Kreuz befreit hat. Die Kirche möchte deshalb – im Heiligen Geist – dem freien und befreienden Willen ihres Herrn Jesus Christus ganz konform und treu sein. Dieses Heilsgeheimnis bewirkt, dass sich die Realität der Kirche aufgrund ihrer Eigennatur von menschlichen Gesellschaften unterscheidet.

Folglich ist in der Kirche eine gewisse Mentalität nicht zulässig, die sich bisweilen besonders in einigen Organismen der kirchlichen Mitbestimmung zeigt und die entweder dazu neigt, die Aufgaben der Priester und jene der gläubigen Laien zu verwechseln oder die dem Bischof eigene Autorität von jener der Priester als Mitarbeiter der Bischöfe nicht zu unterscheiden. Ebenso tendiert sie dazu, nicht in dem gebotenen Maße auf das universale Lehramt zu hören, das der Papst in seinem vom Herrn gewollten Primat ausübt. In verschiedener Hinsicht handelt es sich um den Versuch, die Mentalität und Praxis in einigen Strömungen der sozio-politischen Kultur unserer Zeit automatisch auf die Kirche zu übertragen, ohne ausreichend zu berücksichtigen, dass sie ihre Existenz und ihre Struktur dem Heilsplan Gottes in Christus zu verdanken hat.

In diesem Zusammenhang soll daran erinnert werden, dass das Presbyterium und der Priesterrat – ein vom Dekret Presbyterorum Ordinis[112] gewünschte juridische Institution – nicht Ausdruck des Assoziationsrechts der Kleriker sind und sie noch weniger nach Betrachtungsweisen gewerkschaftlicher Art angesehen werden können, welche das Aufkommen von Forderungen und Teilinteressen verursachen, die der kirchlichen Gemeinschaft fremd sind.[113]

Unterschied zwischen allgemeinem Priestertum und Amtspriestertum

27. Der Unterschied zwischen allgemeinem oder durch die Taufe erlangten Priestertum und Amtspriestertum, weit entfernt davon Trennung oder Teilung zwischen die Mitglieder der christlichen Gemeinde zu bringen, harmonisiert und eint das Leben der Kirche, denn „das gemeinsame Priestertum der Gläubigen und das Priestertum des Dienstes, das heißt das hierarchische Priestertum, unterscheiden sich zwar dem Wesen und nicht bloß dem Grade nach. Dennoch sind sie einander zugeordnet.“[114] Denn als Leib Christi ist die Kirche eine organische Gemeinschaft aller Glieder, wo jedes zum gemeinsamen Leben beiträgt, wenn es die eigene Rolle und die eigene spezifische Berufung im vollen Sinne lebt (1Kor 12,12ff ).[115]

Niemandem steht es daher zu, was Christus für seine Kirche gewollt hat, zu verändern. Sie ist unauflöslich an ihren Gründer und ihr Haupt gebunden, der ihr als einziger durch die Macht des Heiligen Geistes Amtsträger zum Dienst an den Gläubigen gibt. An die Stelle Christi, der durch die legitimen Hirten beruft, weiht und sendet, kann sich keine Gemeinde setzen, die sich – womöglich in einer Notlage befindlich – auf andere als von der Kirche vorgesehene Weise ihren eigenen Priester geben möchte: das Priestertum beruht auf einer Erwählung durch Jesus und nicht auf der Entscheidung der Gemeinde (vgl. Joh 15,16). Die Antwort zur Lösung von Notfällen ist das Gebet Jesu: „Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden“ (Mt 9,38). Wenn sich an dieses vom Glauben getragene Gebet das intensive Leben karitativer Gemeinschaft anschließt, dann seien wir sicher, dass es der Herr nicht versäumen wird, Hirten nach seinem Herzen zu schenken (vgl. Jer 3,15).[116]

28. Um die von unserem Herrn Jesus Christus eingerichtet Ordnung zu erhalten, ist auch die sogenannte „Klerikalisierung“[117], der Laien zu vermeiden, die dazu neigt, das Amtspriestertum des Presbyters zu unterdrücken, dem allein nach dem Bischof und aufgrund der vom Bischof empfangenen Priesterweihe im eigentlichen und eindeutigen Sinn der Begriff „Hirte, lat. pastor“ zukommen kann. Tatsächlich bezieht sich die Bezeichnung „pastoral“ auf die Teilhabe am bischöflichen Dienst.

1.5 Priesterliche Gemeinschaft

„Communio“ mit der Dreifaltigkeit und mit Christus

29. Im Licht all dessen, was bereits über die Identität des Priesters gesagt wurde, verwirklicht sich die Gemeinschaft des Priesters vor allem mit dem Vater, dem tiefsten Ursprung jeder seiner Vollmachten, mit dem Sohn, an dessen Erlösersendung er partizipiert, und mit dem Heiligen Geist, der ihm die Kraft schenkt, „als inneres Prinzip, die Kraft, die das geistliche Leben des Priesters […] beseelt und leitet“[118], jene pastorale Liebe zu leben und zu verwirklichen, die ihn priesterlich qualifiziert. Eine pastorale Liebe, die weit davon entfernt ist, auf eine Gesamtheit von Techniken und Methoden reduziert werden zu können, die auf die funktionale Wirksamkeit des Dienstes ausgerichtet sind. Vielmehr bezieht diese pastorale Liebe sich auf die der Sendung der Kirche eigene Natur, die auf das Heil der Menschheit ausgerichtet ist.

Tatsächlich „kann man also das Wesen und die Sendung des Priestertums des Dienstes nur in diesem vielfältigen und reichen Zusammenspiel von Beziehungen bestimmen, die aus der innergöttlichen Trinität kommen und sich in die Gemeinschaft der Kirche, als Zeichen und Werkzeug in Christus für die innigste Vereinigung mit Gott wie für die Einheit der ganzen Menschheit, hinein fortsetzen“[119].

„Communio“ mit der Kirche

30. Aus dieser fundamentalen Unio-Communio mit Christus und mit der Dreifaltigkeit leitet sich für den Priester seine Communio-Beziehung mit der Kirche im Hinblick auf ihr Mysterium und auf die kirchliche Gemeinschaft ab.[120]

Konkret verwirklicht sich die Gemeinschaft des Priesters mit der Kirche in verschiedener Weise. Mit der Priesterweihe tritt er nämlich in besondere Verbundenheit mit dem Papst, mit dem Bischofskollegium, mit dem eigenen Bischof, mit den anderen Priestern und mit den gläubigen Laien.

Hierarchische „Communio“

31. Die Communio als Charakteristikum des Priestertums ist auf der Einzigkeit des Hauptes, Hirten und Bräutigams der Kirche, auf Christus, gegründet.[121]

In solcher Gemeinschaft des Amtes nehmen auch bestimmte Bindungen Form an: zuallererst mit dem Papst, dem Bischofskollegium und dem eigenen Bischof. „Den priesterlichen Dienst gibt es nur in Gemeinschaft mit dem Papst und mit dem Bischofskollegium, besonders mit dem eigenen Diözesanbischof; ihnen muss der Priester ‚den kindlichen Respekt und den Gehorsam‘ entgegenbringen, den er im Ritus der Priesterweihe gelobt hat.“[122] Es handelt sich also um eine hierarchische Gemeinschaft, d. h. um eine Communio in jener Hierarchie, wie sie eben in ihrem Innern strukturiert ist.

Solche Communio impliziert aufgrund der Teilhabe am einen Amtspriestertum auf der den Bischöfen – die mit einer „eigenen, ordentlichen und unmittelbaren Gewalt“ bekleidet sind, „auch wenn ihr Vollzug letztlich von der höchsten kirchlichen Autorität geregelt wird“[123] – untergeordneten Stufe eine geistliche und organisch-strukturelle Bindung der Priester an den gesamten Stand der Bischöfe und an den Papst. Dies wird durch die Tatsache bestärkt, dass der ganze Stand der Bischöfe in seiner Gesamtheit und jeder einzelne Bischof in hierarchischer Gemeinschaft mit dem Haupt des Kollegiums sein muss.[124] Dieses Kollegium setzt sich nämlich nur aus geweihten Bischöfen zusammen, die in hierarchischer Gemeinschaft mit dem Haupt und seinen Gliedern stehen.

„Communio“ in der Eucharistiefeier

32. Die hierarchische Gemeinschaft findet man im eucharistischen Hochgebet bedeutungsvoll zum Ausdruck gebracht, wo der Priester für den Papst betet, für die Gemeinschaft der Bischöfe und für den eigenen Bischof, und damit nicht bloß ein Gefühl der Verehrung ausdrückt, sondern die Authentizität seiner Zelebration bezeugt.[125]

Selbst die Konzelebration unter den vorgesehenen Umständen und Bedingungen[126], wenn sie unter dem Vorsitz des Bischofs stattfindet und unter Mitfeier der Gläubigen, manifestiert gut die Einheit des Priestertums Christi in der Vielheit seiner Ämter, wie auch die Einheit des Opfers und des Gottesvolkes.[127] Außerdem trägt sie dazu bei, die Brüderlichkeit des Dienstes unter den Priestern zu stärken.[128]

„Communio“ in der Ausübung des Dienstes

33. Jeder Priester soll der Person des Heiligen Vaters mit tiefer, demütiger und kindlicher Liebe und ebensolchem Gehorsam verbunden sein und seinem Petrusamt als Lehrer, Priester und Hirte beispielhaft anhängen.[129]

Auch ist die Gemeinschaft mit dem eigenen Bischof in der Haltung eines Sohnes unerläßlich für die wirksame Ausübung seines Priesteramtes. Erfahrene Seelsorger stellen leicht die Notwendigkeit fest, jede Art von Subjektivismus in der Amtsausübung zu vermeiden und sich mitverantwortlich an die Pastoralpläne zu halten. Solches Zusammenhalten, die das Vorgehen in Übereinstimmung mit dem Geist des Bischofs beinhaltet, ist Ausdruck von Reife und trägt zur Auferbauung jener Einheit der Gemeinschaft bei, die für das Werk der Evangelisierung unerläßlich ist.[130]

Durch die volle Respektierung der hierarchischen Unterordnung wird der Priester zum Protagonisten einer aufrichtigen Beziehung zum eigenen Bischof, die durch ehrliches Vertrauen, herzliche Freundschaft, Gebet für seine Person und seine Anliegen, Suche nach Einvernehmen und Konvergenz in Ideen und Plänen charakterisiert ist. Überlegte persönliche Initiative und pastoraler Unternehmungsgeist werden dadurch nicht beeinträchtigt.[131] Im Hinblick auf das eigene geistliche und pastorale Wachstum und aus Liebe zu seiner Herde sollte der Priester dankbar die Hinweise des Bischofs oder seiner Vertreter in bezug auf die Entwicklung seines pastoralen Dienstes annehmen und diese auch regelmäßig zu erlangen suchen. Es ist ebenso eine bewundernswerte Praxis, Priester mit größerer Erfahrung und qualifizierte Laien um ihre Meinung hinsichtlich der besten pastoralen Methoden zu bitten.

„Communio“ im Presbyterium

34. Aufgrund des Weihesakramentes „ist jeder Priester mit den anderen Mitgliedern des Presbyteriums durch besondere Bande der apostolischen Liebe, des Amtes und der Brüderlichkeit vereint“[132]. Er ist ja eingefügt in den Ordo Presbyterorum, der jene Einheit bildet, die sich als eine wahre Familie verstehen kann, in der die Bande nicht aus Fleisch und Blut, sondern aus der Weihegnade kommen.[133]

Die Zugehörigkeit zu einem konkreten Presbyterium[134] erfolgt immer im Bereich einer Teilkirche, eines Ordinariates oder einer Personalprälatur, das heißt innerhalb einer „bischöflichen Sendung“, nicht nur im Hinblick auf die Inkardination. Das hindert nicht daran, dass der Priester als Getaufter unmittelbar zur universalen Kirche gehört: in der Kirche ist niemand ein Fremder; die ganze Kirche und jede Diözese ist eine Familie, die Familie Gottes[135].

Priesterliche Brüderlichkeit und Zugehörigkeit zum Presbyterium sind also den Priester charakterisierende Elemente. Besonders bedeutungsvoll ist diesbezüglich in der Priesterweihe der Ritus der Handauflegung durch den Bischof, an dem alle anwesenden Priester teilnehmen, um sowohl die Teilnahme an der gleichen Amtsstufe anzuzeigen als auch, dass der Priester nicht allein agieren kann, sondern immer nur innerhalb des Presbyteriums, da er Mitbruder all jener wird, die es bilden.[136] „Die Bischöfe und Priester empfangen die Sendung und die Vollmacht [heilige Gewalt], ‚in der Person Christi des Hauptes‘ [in persona Christi Capitis] zu handeln, die Diakone die Kraft, in Gemeinschaft mit dem Bischof und seinem Presbyterium dem Volk Gottes in der ‚Diakonie‘ der Liturgie, des Wortes und der Liebe zu dienen.“[137]

Die Inkardination, eine rechtliche Bindung mit spirituellem Wert

35. Die Inkardination in eine bestimmte „Teilkirche oder Personalprälatur oder ein Institut geweihten Lebens oder eine Gesellschaft, die diese Befugnis haben“[138] bildet eine echte rechtliche Bindung[139], die auch spirituellen Wert hat, so dass sich von ihr „die Beziehung zum Bischof in dem einen Presbyterium, die Teilnahme an seinem Bemühen um die Kirche und die Hingabe an die am Evangelium orientierte Sorge um das Volk Gottes unter den konkreten Bedingungen von Geschichte und Umwelt“[140] ableiten.

In diesem Zusammenhang darf nicht vergessen werden, dass in die Diözese nicht inkardinierte Weltpriester und solche Priester, die als Mitglieder einer Ordensgemeinschaft in der Diözese wohnhaft sind und zu deren Wohl irgendein Amt ausüben, sehr wohl ihrem legitimen Ordinarius unterstehen, jedoch voll oder unter anderem Titel dem Presbyterium der betreffenden Diözese[141] angehören, wo „sie aktives und passives Wahlrecht bei der Bildung des Priesterrates haben“[142]. Besonders die Priester der Ordensgemeinschaften tragen mit vereinten Kräften zum pastoralen Eifer bei, indem sie den Beitrag spezifischer Charismen anbieten und „durch ihre Anwesenheit die Teilkirche dazu anspornen, ihre Öffnung nach allen Seiten intensiver zu leben“[143].

Priester schließlich, die einer Diözese inkardiniert, jedoch einer von der zuständigen kirchlichen Autorität anerkannten kirchlichen Bewegung oder neuen approbierten Gemeinschaft[144] dienen, sollen sich bewusst sein, dass sie Mitglieder des Presbyteriums der Diözese sind, wo sie ihren Dienst verrichten, und dass sie ehrlich mit ihm zusammenarbeiten sollen. Seinerseits soll der Bischof der Inkardination das Recht auf eine eigene Spiritualität, welche das Kirchenrecht allen Gläubigen zuerkennt[145], aktiv fördern; den durch die Zugehörigkeit zur Bewegung erforderlichen Lebensstil respektieren und nach Maßgabe des Rechts bereit sein, dem Priester zu gestatten, sein Amt in anderen Teilkirchen auszuüben, falls dies zum Charisma der Bewegung gehört[146], wobei er sich in jedem Fall dafür einsetzt, die kirchliche Gemeinschaft zu fördern.

Das Presbyterium als Ort der Heiligung

36. Das Presbyterium ist der privilegierte Ort, wo der Priester die entsprechenden Mittel zur Ausbildung und Formung, zur Heiligung und Evangelisation finden können müsste und wo er Hilfe erfahren sollte, um besonders heute empfundene menschliche Grenzen und Schwächen zu überwinden.

 Er soll sich daher in jeder Weise bemühen, sein eigenes Priestertum nicht in einer isolierten und subjektivistischen Art zu leben. Er wird die brüderliche Gemeinschaft zu fördern suchen und zwar durch Geben und Nehmen – von Priester zu Priester –, herzliche Freundschaft, gefühlsmäßige Anteilnahme, Gastfreundschaft, brüderliche Zurechtweisung[147], im Bewusstsein, dass die Weihegnade „die menschlichen, psychologischen, emotionalen, freundschaftlichen und geistlichen Beziehungen erhebt […] und sich verdeutlicht und konkretisiert in den unterschiedlichen Formen gegenseitiger Hilfeleistung, nicht nur geistlicher, sondern auch materieller Art“[148].

All dies wird nicht nur in der Liturgiefeier mit der Weihe der heiligen Öle – Ausdruck der Gemeinschaft der Priester mit ihrem Bischof –, sondern auch in der Liturgie der Messe In Coena Domini am Gründonnerstag deutlich sichtbar, welche zeigt, wie die Priester aus der eucharistischen Gemeinschaft – eingesetzt beim Letzten Abendmahl – die Fähigkeit empfangen, einander so zu lieben, wie der Meister sie liebt.[149]

Brüderlich- priesterliche Freundschaft

37. Der tiefe und kirchliche Sinn des Presbyteriums behindert keinesfalls, sondern erleichtert vielmehr das Wahrnehmen der persönlichen Verantwortung jedes Priesters in dem Amt, das ihm vom Bischof anvertraut wurde.[150] Die Fähigkeit, reife und tiefe Freundschaftsbeziehungen zu kultivieren und zu leben, macht in der Ausübung des Amtes Gelassenheit und Freude sichtbar. Sie ist entscheidende Unterstützung in Schwierigkeiten und wertvolle Hilfe beim Wachstum pastoraler Liebe, die der Priester besonders jenen Mitbrüdern zuwenden muss, die sich in Schwierigkeiten befinden, Verständnis, Hilfe und Unterstützung brauchen.[151] Die priesterliche Brüderlichkeit, Ausdruck des Gesetzes der Liebe, ist weit davon entfernt, sich auf ein bloßes Gefühl zu reduzieren, sondern sie wird für den Priester existentielles Gedenken Christi und apostolisches Zeugnis der kirchlichen Gemeinschaft.

„Vita communis“

38. Ein Zeichen solcher Gemeinschaft ist auch die von der Kirche immer geförderte vita communis[152], die von den Dokumenten des II. Vatikanischen Konzils [153] sowie vom anschließenden Lehramt[154] empfohlen und in nicht wenigen Diözesen positiv praktiziert wird. „Das Gemeinschaftsleben ist daher Ausdruck einer Hilfe, die Christus unserem Dasein gewährt, indem er uns durch die Anwesenheit der Mitbrüder zu einer immer tieferen Gleichgestaltung mit seiner Person beruft. Miteinander leben bedeutet, die Notwendigkeit der eigenen ständigen Umkehr zu akzeptieren und vor allem die Schönheit dieses Weges zu entdecken, die Freude der Demut, der Buße, aber auch des Miteinandersprechens, der gegenseitigen Vergebung und Unterstützung. Ecce quam bonum et quam iucundum habitare fratres in unum, ‚Seht doch, wie gut und schön ist es, wenn Brüder miteinander in Eintracht leben‘ (Ps 133,1).“[155]

Um eines der wichtigsten heutigen Probleme im priesterlichen Leben, das heißt die Einsamkeit des Priesters, zu überwinden, „kann den Priestern nie genug eine gewisse Form des gemeinsamen Lebens empfohlen werden, die das priesterliche Amt stärker mit Frömmigkeit erfüllt; ebenso häufige Zusammenkünfte zu brüderlichem Gedanken- und Erfahrungsaustausch und mitbrüderlicher Ermunterung; und schließlich die Förderung von Vereinigungen, die Anregungen zur priesterlichen Heiligung bieten“[156].

39. Unter ihren verschiedenen Formen (gemeinsames Haus, Tischgemeinschaft, usw.) muss man die gemeinsame Teilnahme am liturgischen Gebet[157] am höchsten einschätzen. Die verschiedenen Modalitäten müssen gemäß den Möglichkeiten und einer angemessenen Handhabung gefördert werden, ohne deshalb ebenso lobenswerte Modelle des Ordenslebens zu kopieren. Besonders sind jene Vereinigungen zu loben, welche die priesterliche Brüderlichkeit fördern sowie die Heiligkeit in der Ausübung des Dienstes und die Gemeinschaft mit dem Bischof und mit der ganzen Kirche.[158]

Mit Rücksicht auf die Bedeutung der Tatsache, dass die Priester in der Nähe der Gläubigen wohnen, mit deren Seelsorge sie beauftragt sind, ist es zu wünschen, dass Pfarrer dazu bereit sind, im Pfarrhaus die „vita communis“ mit ihren Pfarrvikaren zu fördern[159], indem sie diese effektiv als Kooperatoren und Teilhaber an der pastoralen Sorge hochachten; ihrerseits müssen die Pfarrvikare zum Gelingen der priesterlichen Gemeinschaft beitragen, indem sie die Autorität des Pfarrers anerkennen und respektieren.[160] In Fällen, wo es nur einen Pfarrer in einer Gemeinde gibt, wird die Möglichkeit des Zusammenlebens mit anderen Priestern der benachbarten Pfarreien sehr empfohlen.[161]

Vielerorts ist die Erfahrung dieses gemeinsamen Lebens sehr positiv gewesen, denn es stellte eine echte Hilfe für den Priester dar: es wird ein familiäres Umfeld geschaffen, man kann – mit Erlaubnis des Ordinarius[162] – eine Kapelle mit dem Allerheiligsten im Haus haben, man kann gemeinsam beten, etc. Darüber hinaus kann, wie es die Erfahrung und die Lehre der Heiligen zeigen, niemand „die regenerierende Kraft des Gemeinschaftslebens […] ohne das Gebet, […] ohne ein getreu vollzogenes sakramentales Leben empfangen. Wenn man nicht in den ewigen Dialog eintritt, den der Sohn mit dem Vater im Heiligen Geist hält, ist kein echtes Gemeinschaftsleben möglich. Man muss mit Jesus sein, um mit den anderen sein zu können.“[163] Viele Priester haben in der Übernahme angemessener Formen des gemeinschaftlichen Lebens eine wichtige Hilfe sowohl für ihre persönlichen Bedürfnisse als auch für die Ausübung ihres pastoralen Dienstes gefunden.

40. Das gemeinschaftliche Leben ist Abbild jener apostolica vivendi forma Jesu und seiner Jünger. Mit dem Geschenk des heiligen Zölibats um des Himmelreiches willen hat der Herr uns in besonderer Weise zu Mitgliedern seiner Familie gemacht. In einer stark vom Individualismus gekennzeichneten Gesellschaft braucht der Priester tiefere persönliche Beziehungen und einen von der brüderlichen Freundschaft charakterisierten Lebensraum, wo er als Christ und Priester leben kann: „Die gemeinsamen Zeiten des Gebets und der Fortbildung sowie das Mittragen der Herausforderungen des priesterlichen Lebens und Wirkens der Mitbrüder sind ein notwendiger Teil eures Lebens.“[164]

So wird der Priester in dieser Atmosphäre gegenseitiger Hilfe ein geeignetes Terrain finden, um in der Berufung im Dienst der Kirche auszuharren: „In der Gesellschaft Christi und der Brüder kann jeder Priester die Kräfte finden, die notwendig sind, um sich um die Menschen zu kümmern, um sich der geistlichen und materiellen Bedürfnisse, auf die er trifft, anzunehmen, um mit immer neuen, von der Liebe diktierten Worten die ewigen Wahrheiten des Glaubens zu lehren, nach denen auch unsere Zeitgenossen dürsten.“[165]

Im Hohepriesterlichen Gebet beim Letzten Abendmahl hat Jesus für die Einheit seiner Jünger gebetet: „Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein“ (Joh 17,21). Jede Gemeinschaft in der Kirche „entspringt der Einheit des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“[166]. Die Priester sollen überzeugt sein, dass ihre brüderliche Gemeinschaft, insbesondere im gemeinsamen Leben, ein Zeugnis für das darstellt, was Jesus in seinem Gebet an den Vater beschrieben hat: die Jünger sollen eins sein, damit „die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast“ (Joh 17,21) und damit sie weiß, „dass du die Meinen ebenso geliebt hast wie mich“ (Joh 17,23). „Jesus bittet, dass die priesterliche Gemeinschaft Widerschein und Teilnahme an der trinitarischen Gemeinschaft sei. Welch ein hohes Ideal!“[167].

„Communio“ mit den gläubigen Laien

41. Als Mensch der Gemeinschaft wird der Priester seine Liebe zum Herrn und zur Kirche nicht zum Ausdruck bringen können, ohne sie in eine tatkräftige und bedingungslose Liebe zum christlichen Volk, dem Objekt seiner pastoralen Sorge, umzusetzen.[168]

Wie Christus muss er diese „in der ihm anvertrauten Herde gleichsam an sich selbst transparent werden lassen“[169], indem er mit den gläubigen Laien einen positiven und förderlichen Umgang pflegt. Deren Würde als Kinder Gottes anerkennend, fördert er deren eigene Rolle in der Kirche und dient ihnen mit seinem gesamten priesterlichen Dienst und mit seiner pastoralen Liebe.[170] Diese Haltung der Nächstenliebe ist weit entfernt von einer Angleichung der Priester an die Laien. Letztere führt dazu, im Priester gerade das zu verwässern, was seine Identität darstellt: die Gläubigen erwarten von ihren Priestern, dass sie als solche erkennbar sind, sowohl äußerlich als auch in ihrem Inneren, zu jeder Zeit, an jedem Ort und in jeder Situation. Eine wertvolle Gelegenheit für die Seelsorger, ihren Evangelisierungsauftrag zu erfüllen, besteht in den traditionellen jährlichen Hausbesuchen und der Ostersegnung der Familien.

Besonders zeigt sich diese Dimension beim Aufbau der christlichen Gemeinde in der Überwindung jeglicher partikularistischer Haltung; denn die Priester dürfen sich niemals in den Dienst einer besonderen Ideologie stellen, das würde ihrem Dienst die Wirksamkeit nehmen. Die Beziehung des Priesters zu den Gläubigen muss stets wesentlich priesterlich sein.

Im Bewusstsein der tiefen Gemeinschaft, die den Priester mit den gläubigen Laien und den Ordensleuten verbindet, wird dieser sich alle Mühe geben, um „die Mitverantwortung für die eine gemeinsame Heilssendung anzuregen und zu entfalten, mit lebhafter und herzlicher Anerkennung aller Charismen und Aufgaben, die der Geist den Gläubigen für die Auferbauung der Kirche schenkt“[171].

Konkret wird also der Pfarrer, der immer um das Gemeinwohl der Kirche bemüht ist, die Vereinigungen und Bewegungen oder neuen Gemeinschaften der Gläubigen mit religiösen Zielsetzungen fördern[172], sie alle aufnehmen und ihnen dabei helfen, untereinander Einheit in den Absichten, im Gebet und im Apostolat zu finden.

Eine Aufgabe, die besondere Aufmerksamkeit erfordert, ist die Ausbildung der Laien. Der Priester kann sich nicht damit zufriedengeben, dass die Gläubigen eine oberflächliche Kenntnis vom Glauben haben, sondern er muss sich bemühen, ihnen eine solide Ausbildung zu vermitteln, insbesondere durch theologische Vorträge, Kurse über die Glaubenslehre, vor allem verbunden mit dem Studium des Katechismus der Katholischen Kirche und seines Kompendiums. Eine solche Bildung wird den Laien helfen, ihre besondere Rolle ganz zu erfüllen, die in der Beseelung der zeitlichen (politischen, kulturellen, wirtschaftlichen, gesellschaftlichen) Wirklichkeiten mit christlichem Geist besteht.[173] Darüber hinaus können in bestimmten Fällen den Laien, die eine ausreichende Ausbildung und den aufrichtigen Wunsch haben, der Kirche zu dienen, in Übereinstimmung mit den Bestimmungen der Kirche einige Aufgaben übertragen werden, die nicht exklusiv dem priesterlichen Dienst zuzurechnen sind und die diese auf der Grundlage ihrer beruflichen und persönlichen Erfahrung übernehmen können. So wird der Priester mehr Freiheit haben, seinen vorrangigen Verpflichtungen mehr Sorgfalt zu widmen, wie der Predigt, der Feier der Sakramente und der geistlichen Leitung. In dieser Hinsicht besteht eine wichtige Aufgabe des Pfarrers darin, unter den Gläubigen Personen mit den Fähigkeiten, Tugenden und einem konsequenten christlichen Leben – zum Beispiel hinsichtlich der Ehe – zu finden, die ihn in den verschiedenen pastoralen Aktivitäten wirksam unterstützen können: Vorbereitung der Kinder auf die Erstkommunion und die erste Beichte oder der Jugendlichen auf die Firmung, Familienpastoral, Katechese in den Ehevorbereitungskursen, etc. Zweifelsohne sollte die Ausbildung und Formung dieser Personen – die Vorbilder für viele andere sind – und die Unterstützung ihres Glaubensweges eine Hauptsorge der Priester sein.

Insofern der Priester die Familie Gottes vereint und die Kirche als Communio verwirklicht, wird der Priester im Bewusstsein des großen Geschenks seiner Berufung zum „Pontifex“, der den Menschen mit Gott verbindet und sich zum Bruder der Menschen macht, gerade indem er ihnen Hirte, Vater und Lehrer sein will.[174] Für den heutigen Menschen, der den Sinn seiner Existenz sucht, ist er guter Hirte und Wegbegleiter zur Christusbegegnung. Diese Begegnung geschieht als Zusage und als zwar noch nicht endgültige, aber doch schon gegenwärtige Realität in der Kirche. So wird sich der zum Dienst am Volk Gottes bestimmte Priester als erfahren in den Fragen des Menschen erweisen, als ein Mensch der Wahrheit und der Gemeinschaft sowie als Zeuge der Sorge des einzigen Hirten für alle und jedes einzelne seiner Schafe. Die Gemeinde wird mit Sicherheit auf seine Verfügbarkeit zählen können, auf seine unermüdliche Evangelisierungsarbeit und vor allem auf seine treue und bedingungslose Liebe. Ausdruck dieser Liebe wird vor allem seine Hingabe in der Verkündigung, in der Feier der Sakramente, insbesondere der Eucharistie und des Bußsakraments, sein wie auch in der geistlichen Leitung als Hilfe, um die Zeichen des Willens Gottes zu erkennen.[175] Er wird daher seine geistliche Aufgabe mit Liebenswürdigkeit und Festigkeit ausüben, mit Demut und im Geist des Dienstes[176], indem er mitleidsvoll teilnimmt an den Leiden, die den Menschen aufgrund verschiedener Formen spiritueller und materieller, alter und neuer Armut erwachsen. Er wird es auch verstehen, mit Barmherzigkeit den schweren und tastenden Weg der Bekehrung der Sünder zu begleiten, denen er das Geschenk der Wahrheit und das geduldige und ermutigende Wohlwollen des Guten Hirten anbietet, der das verirrte Schaf nicht bestraft, sondern voller Freude über seine Rückkehr zur Herde auf die Schultern nimmt (vgl. Lk 15,4-7).[177]

Es geht darum, die Liebe Christi zu bekräftigen als Ursprung und vollkommene Verwirklichung des neuen Menschen (vgl. Eph 2,15), das heißt dessen, was der Mensch in seiner vollen Wahrheit ist. Diese Liebe verwandelt sich im Leben des Priesters in eine authentische Leidenschaft, die seinem Dienst ausdrücklich Gestalt verleiht im Hinblick auf die Hervorbringung des Gottesvolkes.

„Communio“ mit den Gottgeweihten

42. Besondere Aufmerksamkeit wird er den Brüdern und Schwestern vorbehalten, die in den verschiedensten Formen des gottgeweihten Lebens engagiert sind, indem er mit ehrlicher Hochachtung und im Geist apostolischer Zusammenarbeit deren spezifische Charismen respektiert und fördert. Er wird außerdem dazu beitragen, dass das gottgeweihte Leben zum Nutzen der ganzen Kirche immer leuchtender erscheint, sowie immer überzeugender und anziehender für die jungen Generationen.

Im Sinne solcher Hochschätzung des gottgeweihten Lebens, wird sich der Priester besonders um jene Gemeinschaften kümmern, die aus verschiedenen Gründen größeren Bedarf an guter Glaubenslehre, an Hilfestellung und an Ermutigung zur Treue und zur Förderung von Berufungen haben.

Berufungspastoral

43. Jeder Priester wird sich mit besonderer Hingabe der Förderung von Berufungen widmen, ohne zu versäumen, das Gebet um Berufungen anzuregen, sowie in der Katechese, in der Ausbildung der Ministranten und in sonstigen geeigneten Initiativen durch persönlichen Kontakt darauf zu achten, dass Talente entdeckt werden und dass der Wille Gottes im Hinblick auf eine mutige Entscheidung für die Nachfolge Christi erkannt wird.[178] Bei dieser Arbeit sind die Familien von grundlegender Bedeutung: Sie sind die Hauskirchen, wo die jungen Menschen von klein auf lernen zu beten, in den Tugenden zu wachsen, großherzig zu sein. Die Priester müssen die christlichen Eheleute ermutigen, ihre Familie zu einer wahren Schule des christlichen Lebens zu machen, zusammen mit ihren Kindern zu beten, Gott zu bitten, einen von ihnen in eine engere Nachfolge mit ungeteiltem Herzen (vgl. 1Kor 7,32-34) zu berufen, immer mit Freude auf die Berufungen zu reagieren, die in der eigenen Familie geweckt werden können.

Diese Pastoral muss hauptsächlich auf die Größe der Berufung gegründet sein – göttliche Erwählung im Dienst für die Menschen: den Jugendlichen muss vor allem das kostbare und schöne Geschenk vor Augen gestellt werden, das es bedeutet, Jesus nachzufolgen. Deshalb hat der geweihte Amtsträger hier eine besonders wichtige Rolle durch das Vorbild seines Glaubens und Lebens: das klare Bewusstsein der eigenen Identität, die Kohärenz des Lebens, offensichtliche Freude und missionarischer Eifer des Priesters sind unerlässliche Elemente einer Berufungspastoral, die in eine organische und ordentliche Pastoral zu integrieren sind. Deshalb strahlen das freudige Zeugnis für seine Treue zum Geheimnis Jesu, seine betende Haltung, die Sorgfalt und Frömmigkeit, mit der er die heilige Messe feiert und die Sakramente spendet, jenes Vorbild aus, das die Jugendlichen fasziniert.

Die lange Erfahrung des kirchlichen Lebens hat darüber hinaus gezeigt, dass man für die Ausbildung und Formung der jungen Menschen von klein auf mit Geduld, Ausdauer und ohne Entmutigung sorgen muss; so werden sie die notwendigen spirituellen Ressourcen haben, um auf eine etwaige Berufung durch Gott zu antworten. In diesem Zusammenhang ist es unerlässlich – und müsste Teil jeder Berufungspastoral sein –, bei ihnen das Gebetsleben und die Vertrautheit mit Gott, den Empfang der Sakramente, insbesondere der Eucharistie und der Beichte, die geistliche Leitung als Hilfe zum Fortschritt im inneren Leben zu fördern. Die Priester werden so in angemessener und großherziger Weise die Jugendlichen, die dafür empfänglich zu sein scheinen, zur Frage der persönlichen Berufung führen. Dieser Einsatz sollte konstant sein, wird sich aber unter besonderen Umständen verstärken, wie zum Beispiel aus Anlass von Einkehrtagen, der Vorbereitung der Firmlinge oder der Begleitung der Ministranten.

Mit dem Seminar als Wiege der eigenen Berufung und als Lernstätte erster Erfahrungen gemeinschaftlichen Lebens, wird der Priester immer Beziehungen herzlicher Zusammenarbeit und ehrlicher Fürsorge pflegen.

„Es ist ein unaufhebbares Erfordernis der pastoralen Liebe“[179], der Liebe zum eigenen Priestertum, dass jeder Priester – die Gnade des Heiligen Geistes unterstützend – sich bemüht, Berufungen zum Priestertum zu wecken, die sein Amt im Dienst des Herrn und zum Wohl der Menschen fortsetzen können.

Politischer und sozialer Einsatz

44. Der Priester wird als Diener der Kirche, die sich ihrer Universalität und ihrer Katholizität wegen an keine historische Kontingenz binden kann, über jeglichen politischen Parteiungen stehen. Er kann nicht in politischen Parteien oder in der Führung gewerkschaftlicher Vereinigungen aktiv teilnehmen, außer es wäre nach Ansicht der zuständigen kirchlichen Autorität für die Verteidigung der Rechte der Kirche oder zur Förderung des Gemeinwohls erforderlich. [180] Obwohl nämlich diese Dinge in sich gut sind, so sind sie doch dem Stand der Kleriker nicht angemessen, insofern sie eine schwere Gefahr der Spaltung der kirchlichen Gemeinschaft darstellen können.[181]

Wie Jesus (vgl. Joh 6,15ff.) muss der Priester „darauf verzichten, sich in Formen aktiver Politik zu betätigen, vor allem wenn dies fast unvermeidlich auf nur einer Seite geschieht, damit er als Mensch aller seine Schlüsselstellung hinsichtlich spiritueller Brüderlichkeit behalten kann“[182]. Jeder Gläubige muss daher jederzeit zum Priester kommen können, ohne sich jemals aus irgendeinem Grund ausgeschlossen zu fühlen.

Der Priester wird sich daran erinnern, dass es „nicht Sache der Hirten der Kirche ist, in die politischen Strukturen und in die Organisation des Gesellschaftslebens direkt einzugreifen. Diese Aufgabe gehört zur Sendung der gläubigen Laien, die aus eigenem Ansporn mit ihren Mitbürgern zusammenarbeiten.“[183] Allerdings wird er nicht versäumen, sich den Kriterien des Lehramtes folgend „für die rechte Bildung ihres Gewissens“[184] einzusetzen. Dem Priester kommt demnach eine besondere Verantwortung zu, die religiösen und sittlichen Wahrheiten zu erklären, zu unterstützen und, falls nötig, zu verteidigen – immer den Weisungen des Kirchenrechtes und des Lehramtes der Kirche folgend. Dies gilt auch gegenüber der öffentlichen Meinung und, wenn er die notwendige spezifische Ausbildung besitzt, im weiten Bereich der Massenmedien. In einer immer mehr säkularisierten Kultur, in der die Religion oft vernachlässigt und als irrelevant oder illegitim für die gesellschaftliche Debatte betrachtet oder höchstens auf den privaten Bereich der Gewissen beschränkt wird, ist der Priester gerufen, die öffentliche und gemeinschaftliche Bedeutung des christlichen Glaubens zu verteidigen, indem er ihn klar und überzeugend weitergibt, bei jeder Gelegenheit, ob man ihn hören will oder nicht (vgl. 2 Tim 4,2), und indem er sich auf den reichen Schatz der Soziallehre der Kirche stützt. Das Kompendium der Soziallehre der Kirche ist ein wirksames Instrument, das ihm helfen wird, diese Soziallehre darzulegen und im heutigen kulturellen Kontext deren Reichtum aufzuzeigen.

Die Reduktion seiner Sendung auf zeitliche, rein soziale, politische oder jedenfalls seiner Identität fremde Aufgaben ist keine Errungenschaft, sondern stellt vielmehr einen schweren Verlust für die evangeliumsgemäße Fruchtbarkeit der ganzen Kirche dar.

 

II. PRIESTERLICHE SPIRITUALITÄT

Die Spiritualität des Priesters besteht in erster Linie in einer tiefen Beziehung der Freundschaft zu Christus, denn er ist gerufen „zu ihm zu kommen“ (vgl. Mk 3,13). In diesem Sinn wird Jesus im Leben des Priesters immer den Vorrang vor allem anderen haben. Jeder Priester wirkt in einem besonderen historischen Kontext mit seine verschiedenen Herausforderungen und Bedürfnissen. Gerade deshalb wurzelt die Gewährleistung eines fruchtbaren Dienstes in einem tief innerlichen geistlichen Leben. Wenn der Priester nicht auf den Primat der Gnade zählt, wird er nicht auf die Herausforderungen der Zeit antworten können, und jeder Pastoralplan, so detailliert er auch ausgearbeitet sein mag, wäre zum Scheitern verurteilt.

2.1. Der historische Kontext der Gegenwart

Die Zeichen der Zeit zu verstehen wissen

45. Leben und Dienst der Priester entwickeln sich immer im historischen Kontext, in dem die pilgernde Kirche zu leben hat und der von mal zu mal voll neuer Probleme und unvermuteter Ressourcen ist.

Das Priestertum erwächst nicht aus der Geschichte, sondern aus dem unveränderlichen Willen des Herrn. Allerdings konfrontiert es sich mit den historischen Umständen und – obgleich es immer identisch bleibt – gestaltet sich durch die konkrete Form der Entscheidungen, aber auch durch eine kritische Bezugnahme und eine Suche nach einer dem Evangelium entsprechenden Bewertung der „Zeichen der Zeit“. Aus diesem Grund haben die Priester die Pflicht, solche „Zeichen“ im Licht des Glaubens zu interpretieren und sie einer klugen Unterscheidung zu unterziehen. Jedenfalls können sie diese nicht ignorieren, besonders dann nicht, wenn man das eigene Leben in wirksamer und passender Weise so orientieren möchte, dass Dienst und Zeugnis immer mehr fruchtbar werden für das Reich Gottes.

In der gegenwärtigen Phase des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens – in einem stark vom Säkularismus gekennzeichneten gesellschaftlichen Kontext und nachdem allen erneut der „hohe Maßstab“ des gewöhnlichen christlichen Lebens, nämlich die Heiligkeit, vor Augen gestellt wurde[185] – sind die Priester gerufen, mit ganzer Tiefe ihren Dienst zu leben, als Zeugen der Hoffnung und der Transzendenz angesichts der immer tiefgreifenderen, zahlreicheren und schwierigeren nicht nur pastoralen, sondern auch sozialen und kulturellen Bedürfnisse und Nöte, die anzugehen sind.[186]

Sie sind daher heute in verschiedenen Bereichen des Apostolats engagiert, wo Großzügigkeit und ganze Hingabe, intellektuelle Vorbereitung und vor allem ein reifes und tiefes, in pastoraler Liebe verwurzeltes geistliches Leben verlangt wird. Dies ist ihr spezifischer Weg zur Heiligkeit und dies stellt im Rahmen der pastoralen Tätigkeit einen authentischen Dienst an den Gläubigen dar. Wenn sie sich bemühen, ihre Weihe ganz zu leben – indem sie mit Christus vereint bleiben und sich von seinem Geist durchdringen lassen – , werden sie trotz ihrer Grenzen ihr Dienstamt verwirklichen können, mit Hilfe der Gnade, in die sie ihr Vertrauen setzen. Zu ihr müssen sie Zuflucht nehmen, „in dem Bewusstsein, dass sie so nach der Vollkommenheit streben können in der Hoffnung, immer mehr in der Heiligkeit zu wachsen“[187].

Die Dringlichkeit der Bekehrung für die Evangelisierung

46. Daraus ergibt sich, dass der Priester in ganz besonderer Weise in den Einsatz der gesamten Kirche für die Evangelisierung einbezogen ist. Ausgehend vom Glauben an Jesus Christus, den Erlöser des Menschen, hat er die Gewähr, dass in Ihm ein „unausschöpflicher Reichtum“ (Eph 3,8) da ist, den keine Kultur und keine Epoche je aufbrauchen kann und aus dem die Menschen immer Bereicherung erfahren.[188]

Daher ist dies die Stunde der Erneuerung unseres Glaubens an Jesus Christus, der „gestern, heute und immer“ (Hebr 13,8) derselbe ist. Deshalb ist „der Aufruf zur Neu-Evangelisierung zunächst ein Aufruf zur Bekehrung“[189]. Gleichzeitig ist es ein Aufruf zur Hoffnung, „die sich auf die Verheißungen Gottes stützt, auf die Treue zu seinem Wort, und die als unumstößliche Gewissheit die Auferstehung Christi hat, seinen endgültigen Sieg über Sünde und Tod, die erste Botschaft und Begründung jeder Evangelisierung, das Fundament jeden menschlichen Fortschritts, das Prinzip jeder authentischen christlichen Kultur“[190].

In diesem Kontext muss der Priester zunächst seinen Glauben, seine Hoffnung und seine aufrichtige Liebe zum Herrn verlebendigen, damit er Ihn den Gläubigen und allen Menschen veranschaulichen kann, wie Er wahrhaft ist: eine lebendige Person, faszinierend, uns mehr als alle anderen liebend, weil er sein Leben für uns hingab; „niemand hat eine größere Liebe als der, der sein Leben hingibt für seine Freunde“ (Joh 15,13).

Zugleich sollte der Priester in seinem Wirken von einer aufnahmebereiten und freudigen Haltung beseelt sein, die Frucht seiner Gottverbundenheit durch Gebet und Opfer ist. Denn dies ist ein wesentliches Element seines Evangelisierungsauftrags, allen alles zu werden (vgl. 1 Kor 9,19-23), um sie für Christus zu gewinnen. Ebenso muss er im Bewusstsein der unverdienten Barmherzigkeit Gottes in seinem eigenen Leben und in dem seiner Mitbrüder die Tugenden der Demut und der Barmherzigkeit gegenüber dem ganzen Gottesvolk pflegen, insbesondere jenen Personen gegenüber, die sich der Kirche fremd fühlen.

Gleichzeitig wird der Priester als Antwort auf alles Suchen Jesus Christus verkünden, und zwar im Bewusstsein, dass jeder Mensch auf verschiedene Weise eine Liebe sucht, die ihn die engen Grenzen seiner Schwächen, seines Egoismus und schließlich seines Todes überwinden lassen kann.

Der Priester ist aufgerufen, in der Neu-Evangelisierung ein Bote der Hoffnung[191] zu sein, die auch dem Bewusstsein entspringt, dass er selbst als erster vom Herrn berührt wurde: er lebt in seinem Inneren die Freude des ihm von Jesus geschenkten Heils. Es handelt sich dabei nicht um eine rein intellektuelle Hoffnung, sondern auch eine Hoffnung des Herzens, denn der Priester ist von der Liebe Christi berührt worden: „nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt“ (Joh 15,16).

Herausforderung durch Sekten und neue Kulte

47. Eine besondere Herausforderung ergibt sich für den pastoralen Dienst aus der Verbreitung von Sekten und neuen Kulten, die sich auch unter gläubigen Katholiken ausbreiten. Dieses Phänomen hat komplexe Ursachen. Jedenfalls wird vom Dienst der Priester verlangt, auf die Suche nach dem Heiligen und auf die heute besonders stark vorhandene Suche nach authentischer Spiritualität entsprechend vorbereitet und gezielt einzugehen. Folglich muss der Priester ein Mann Gottes und ein Meister des Gebetes sein. Gleichzeitig erscheint es notwendig, dass die seiner pastoralen Sorge anvertraute Gemeinde eine Atmosphäre bietet, wo sich niemand, der zu ihr gehört, der Anonymität oder auch der Gleichgültigkeit überlassen erfahren muss. Es handelt sich dabei um eine Verantwortung, die sicherlich alle Gläubigen angeht, aber in besonderer Weise doch den Priester als Mann der Gemeinschaft. Wenn es der Priester versteht, mit Freundlichkeit und Respekt jemanden, der auf ihn zukommt, anzunehmen und als Persönlichkeit zu schätzen, dann entsteht daraus ein Stil authentischer Liebe, der sich schrittweise in der ganzen Gemeinde bemerkbar machen wird.

Um der Herausforderung durch Sekten und neue Kulte zu begegnen, bedarf es – über den Wunsch des ewigen Heils für alle Gläubigen hinaus, der im Herzen jedes Priesters schlägt – besonders einer bewährten und umfassenden Katechese, die heute von Seiten des Dieners Gottes spezielle Anstrengungen verlangt, damit alle seine Gläubigen die Bedeutung der christlichen Berufung und des katholischen Glaubens wirklich kennenlernen. In diesem Sinne besteht die „einfachste und offensichtlich dringend zu ergreifende Maßnahme, die sich auch als die wirksamste erweisen könnte, darin, das Beste aus den Reichtümern des christlichen spirituellen Erbes hervorzuholen“[192].

Insbesondere müssen die Gläubigen darüber genau unterrichtet werden, welche Beziehung zwischen ihrer spezifischen Berufung in Christus und ihrer Zugehörigkeit zu seiner Kirche besteht, die sie aufrichtig und standhaft lieben sollen. All das lässt sich verwirklichen, wenn der Priester in seinem Leben und Dienst alles vermeidet, was Lauheit, Kälte oder bloß selektive Annahme der Lehren und Normen der Kirche zur Folge haben könnte. Zweifellos wird für alle, die im vielgestaltigen religiösen Angebot Antworten suchen, „die Faszination des Christentums vor allem deutlich werden im Zeugnis der Mitglieder der Kirche, in ihrem Vertrauen, ihrer Ruhe, Geduld und Zuneigung sowie in ihrer konkreten Nächstenliebe, alles Früchte ihres Glaubens, der genährt wird vom echten persönlichen Gebet“[193].

Licht und Schattenseiten der Dienstausübung

48. Sehr tröstlich ist festzustellen, dass heute Priester aller Altersstufen in überwiegender Mehrheit mit freudigem Einsatz, der oft Frucht eines stillen Heroismus ist, ihren heiligen Dienst ausüben und bis an die Grenzen der eigenen Leistungsfähigkeit arbeiten, manchmal ohne die Früchte ihrer Arbeit zu sehen.

Durch diesen ihren Einsatz stellen sie heute eine lebendige Verkündigung jener göttlichen Gnade dar, die im Augenblick der Priesterweihe gespendet, dauernd neue Kraft zur Dienst-ausübung schenkt.

Diesem Licht, welches das Leben des Priesters erhellt, fehlen freilich nicht die Schatten, die dazu neigen, die Schönheit des Zeugnisses vor der Welt abzuschwächen und die Wirksamkeit des Dienstes zu mindern: „In der Welt von heute, in der die Menschen so vielen Geschäften nachzukommen haben und von so vielfältigen Problemen bedrängt werden, die oft nach einer schnellen Lösung verlangen, geraten nicht wenige in Not, weil sie sich zersplittern. Erst recht können sich Priester, die von den überaus zahlreichen Verpflichtungen ihres Amtes hin und her gerissen werden, mit bangem Herzen fragen, wie sie mit ihrer äußeren Tätigkeit noch das innere Leben in Einklang zu bringen vermögen.“[194]

Der pastorale Dienst ist ein faszinierendes, aber auch schwieriges Unternehmen, vielfach dem Unverständnis und der Verdrängung ins Abseits ausgesetzt, und heute vor allem der Müdigkeit, der Isolation und manchmal der Einsamkeit.

Um gegenüber den Herausforderungen zu bestehen, die sich für den Priester von der verweltlichten Mentalität her ständig ergeben, wird er dem spirituellen Leben, dem Sein mit Christus und dem Leben großmütiger pastoraler Liebe den absoluten Vorrang einräumen, sowie die Gemeinschaft mit allen und zuallererst mit den anderen Priestern intensivieren. So erinnerte auch Benedikt XVI. die Priester: „Die Beziehung zu Christus, der persönliche Dialog mit Christus ist eine grundlegende pastorale Priorität, sie ist die Bedingung für unsere Arbeit für die anderen! Und das Gebet ist nichts Nebensächliches: Beten ist der ‚Beruf‘ des Priesters, auch stellvertretend für die Menschen, die nicht wissen, wie man betet, oder die keine Zeit zum Beten finden.“[195]

2.2. Mit Christus im Gebet verweilen

Primat des geistlichen Lebens

49. Der Priester wurde in jenem langen Gebet sozusagen konzipiert, als Jesus zum Vater von seinen Aposteln gesprochen hat und sicherlich von allen, die im Lauf der Jahrhunderte an seiner Sendung partizipieren würden (vgl. Lk 6,12; Joh 17,15-20)[196]. Auch das ganz auf das priesterliche Golgatha-Opfer ausgerichtete Gebet Jesu im Garten von Getsemani (vgl. Mt 26,36-44 par.), zeigt in paradigmatischer Weise, „wie unser Priestertum zutiefst an das Gebet gebunden sein muss: verwurzelt im Gebet“[197].

Aus diesen Gebeten geboren und zur sakramentalen und unblutigen Erneuerung des von ihnen untrennbaren Opfers berufen, werden die Priester ihren Dienst lebendig erhalten durch ein spirituelles Leben, dem sie den absoluten Vorrang einräumen, indem sie vermeiden, es wegen diverser Aktivitäten zu vernachlässigen.

Gerade um den pastoralen Dienst fruchtbar gestalten zu können, braucht der Priester den besonderen und tiefen Einklang mit Christus, dem Guten Hirten, der allein der eigentliche Protagonist jeder pastoralen Tätigkeit bleibt: „Darum bleibt er [Christus] immerfort Ursprung und Quelle für die Einheit ihres Lebens. Die Priester werden also ihrem Leben eine einheitliche Linie geben, wenn sie sich mit Christus vereinigen im Erkennen des väterlichen Willens und in der Hingabe für die ihnen anvertraute Herde. Wenn sie so die Rolle des Guten Hirten übernehmen, werden sie gerade in der Betätigung der Hirtenliebe das Band der priesterlichen Vollkommenheit finden, das ihr Leben und ihr Wirken zur Einheit verknüpft.“[198]

Mittel für das geistliche Leben

50. Unter den tiefen Widersprüchen der relativistischen Kultur tritt eine Zersplitterung der Persönlichkeit hervor, die von der Verdunkelung der Wahrheit über den Menschen verursacht wird. Die Gefahr eines Dualismus im Leben des Priesters ist immer gegeben.

Ein solches spirituelles Leben muss in der Existenz jedes Priesters inkarniert werden, sowohl durch die Liturgie und durch das persönliche Gebet als auch durch entsprechenden Lebensstil und durch Praxis der christlichen Tugenden, die zum Gelingen des priesterlichen Dienstes beitragen. Christus gleichförmig zu werden verlangt vom Priester, eine Atmosphäre der Freundschaft mit Jesus, dem Herrn, zu pflegen, indem er eine Erfahrung der persönlichen Begegnung mit ihm macht und indem er sich in den Dienst der Kirche stellt, die sein Leib ist und die der Priester offensichtlich liebt, indem er treu und unermüdlich seine Pflichten im pastoralen Dienst erfüllt.[199]

Daher darf im Gebetsleben des Priesters folgendes niemals fehlen: die tägliche Eucharistiefeier[200] mit geeigneter Vorbereitung und anschließender Danksagung; die häufige Beichte[201] und die bereits im Seminar und häufig schon vorher praktizierte Seelenführung[202]; die vollständige und eifrige Feier des Stundengebetes[203], wozu er täglich angehalten ist[204]; die Gewissenserforschung[205]; das betrachtende Gebet im engeren Sinn[206]; die lectio divina[207], die ausgedehnten Zeiten des Schweigens und des Gesprächs, vor allem in den Exerzitien und in regelmäßigen Einkehrtagen[208]; die kostbaren Ausdrucksformen marianischer Frömmigkeit, wie der Rosenkranz[209]; die Via Crucis und die übrigen Frömmigkeitsübungen[210]; die fruchtbringende hagiographische Lektüre[211]; etc. Selbstverständlich wird der gute Nutzen der Zeit aus Liebe zu Gott und zur Kirche es dem Priester erlauben, leichter ein solides Gebetsleben aufrechtzuerhalten. In der Tat ist zu raten, dass der Priester sich mit der Hilfe seines geistlichen Leiters darum bemühen soll, sich ausdauernd an diesen Lebensplan zu halten, der es ihm erlaubt innerlich zu wachsen in einem Kontext, in dem die vielfachen Anforderungen des Lebens häufig zum Aktivismus verleiten könnten und dazu, die geistliche Dimension zu vernachlässigen.

Jedes Jahr, während der Chrisam-Messe des Gründonnerstags, sollen die Priester vor ihrem Bischof und zusammen mit ihm als Zeichen dauernden Treuebemühens, die in der Priesterweihe gegebenen Versprechen erneuern. [212]

Die Sorge um das geistliche Leben, das den Feind der Lauheit fernhält, muss vom Priester selbst als freudige Pflicht wahrgenommen werden, aber auch als ein Recht der Gläubigen, die in ihm bewusst oder unbewusst den Mann Gottes suchen, den Berater, den Friedensstifter, den treuen und klugen Freund, den sicheren Begleiter, dem man sich in den härtesten Augenblicken des Lebens anvertrauen kann, um Trost und Sicherheit zu finden[213].

Das Lehramt Benedikts XVI. enthält einen sehr bedeutungsvollen Text über den Kampf gegen die geistliche Lauheit, den auch diejenigen führen müssen, die dem Herrn aufgrund ihres Amtes näher sind: „Niemand ist seinem Herrn so nahe wie der Diener, der ins Privateste seines Lebens Zugang hat. Insofern bedeutet Dienen Nähe, fordert Vertrautheit. Diese Vertrautheit birgt auch eine Gefahr: Das Heilige, dem wir immerfort begegnen, wird uns gewöhnlich. Die Ehrfurcht erlischt. Wir spüren durch alle Gewohnheiten hindurch das Große, Neue, Überraschende nicht mehr, dass Er selber da ist, zu uns redet, sich uns schenkt. Dieser Gewöhnung ans Große, der Gleichgültigkeit des Herzens müssen wir immer wieder entgegentreten, immer neu unsere Armseligkeit erkennen und die Gnade, die es ist, dass Er sich so in unsere Hände gibt.“[214]

Das Vorbild des betenden Christus

51. Aufgrund vieler Verpflichtungen, die in hohem Maß mit der pastoralen Tätigkeit zu tun haben, ist das Leben der Priester heute mehr denn je einer Reihe von Anforderungen ausgesetzt, die es in Richtung eines wachsenden Aktivismus lenken und es manchmal einem frenetischen und überfordernden Rhythmus unterwerfen.

Gegenüber solcher „Versuchung“ darf man nicht vergessen, dass die erste Absicht Jesu jene war, Apostel um sich zu sammeln, damit sie „mit ihm seien“ (Mk 3,14).

Der Sohn Gottes selbst wollte uns auch das Zeugnis seines Gebetes hinterlassen. Tatsächlich präsentieren uns die Evangelien mit großer Häufigkeit Christus im Gebet: bei der Offenbarung seiner Sendung durch den Vater (vgl. Lk 3,21-22), vor der Berufung der Apostel (vgl. Lk 6, 12), in der Danksagung an Gott bei der Brotvermehrung (vgl. Mt 14,19; 15,36; Mk 6,41; 8,7; Lk 9,16; Joh 6,11), bei der Verklärung auf dem Berg (vgl. Lk 9,28-29), als er den Taubstummen heilt (vgl. Mk 7,34) und Lazarus erweckt (vgl. Joh 11,41ff.), vor dem Petrusbekenntnis (vgl. Lk 9,18), als er die Jünger beten lehrt (vgl. Lk 11,1) und diese dann von der Mission zurückkehren (vgl. Mt 11,25ff.; Lk 10,21ff.), bei der Segnung der Kinder (vgl. Mt 19,13) und beim Gebet für Petrus (vgl. Lk 22,32), etc.

All sein tägliches Tun kam aus dem Gebet. So zog er sich in die Wüste oder auf den Berg zurück, um zu beten (vgl. Mk 1,35; 6,46; Lk 5,16; Mt 4,1; Mt 14,23), er stand früh am Morgen auf (vgl. Mk 1,35) und verbrachte die ganze Nacht im Gebet mit Gott (vgl. Mt 14,23.25; Mk 6,46.48; Lk 6,12).

Bis ans Ende seines Lebens, beim Letzten Abendmahl (vgl. Joh 17,1-26), in der Agonie (vgl. Mt 26,36-44) und am Kreuz (vgl. Lk 23,34.46; Mt 27,46; Mk 15,34), hat der göttliche Meister gezeigt, dass das Gebet seinen messianischen Dienst und seinen österlichen Exodus beseelte. Auferweckt vom Tod, lebt er für immer und betet für uns (vgl. Hebr 7,25)[215].

Deshalb hat für den Priester seine persönliche Beziehung zu Christus fundamentale Priorität: durch eine Fülle der Momente der Stille und des Gebets, in denen er sein persönliches Verhältnis zum lebendigen Herrn Jesus Christus pflegt und vertieft. Nach dem Vorbild des heiligen Josef ist das Schweigen des Priesters „nicht Audruck innerer Leere, sondern im Gegenteil der Fülle des Glaubens, den er im Herzen trägt und der alle seine Gedanken und Handlungen leitet“[216]. Eine Stille, die wie die des heiligen Patriarchen, „das Wort Gottes bewahrt, das er in der Heiligen Schrift kennengelernt hatte“ und dem er „fortwährend die Ereignisse im Leben Jesu gegenüberstellt; sein Schweigen ist durchdrungen von beständigem Gebet – ein Gebet des Lobpreises an den Herrn, der Anbetung seines heiligen Willens und der vollkommenen Hingabe an seine Vorsehung“[217].

In der Gemeinschaft der Heiligen Familie von Nazaret steht die Stille Josefs in harmonischer Übereinstimmung mit der Sammlung Mariens, die den Glaubensgehorsam am vollkommensten verwirklicht hat[218] und „die alle großen Dinge des Allmächtigen im Gedächtnis bewahrt und in ihrem Herzen bedenkt“[219].

Auf diese Weise werden die Gläubigen im Priester einen von der Leidenschaft zu Christus ergriffenen Mann sehen, der das Feuer Seiner Liebe in sich trägt; ein Mann, der sich von Gott gerufen weiß und von der Liebe zu den Seinen ganz erfüllt ist.

Das Vorbild der betenden Kirche

52. Um der Verpflichtung seines „Mit-Jesus-Seins“ treu zu bleiben, soll sich der Priester die betende Kirche zum Vorbild nehmen.

Bei der Weitergabe des Wortes Gottes sei der Priester eingedenk der an ihn am Tag seiner Priesterweihe vom Bischof gerichteten Mahnung: „Damit mache das Wort zum Gegenstand deiner ständigen Betrachtung, glaube immer was du liest, lehre was du glaubst, verwirkliche im Leben was du lehrst. So wirst du mit der Glaubenslehre das Volk Gottes nähren und es mit dem guten Beispiel deines Lebens trösten und unterstützen. Du wirst mitbauen am Tempel Gottes, der die Kirche ist.“ Ähnliches gilt hinsichtlich der Feier der Sakramente und insbesondere der Eucharistie: „Sei dir daher bewusst, was du tust, ahme nach, was du vollziehst. Weil du das Mysterium des Todes und der Auferstehung des Herrn feierst, trage den Tod Christi in deinem Leib und gehe ein in sein neues Leben.“ Und schließlich gilt es hinsichtlich der pastoralen Leitung des Gottesvolkes, damit es hingeführt wird zum Vater, durch Christus und im Heiligen Geist: „Damit höre nie auf, den Blick auf Christus, den Guten Hirten zu richten, der nicht gekommen ist, sich bedienen zu lassen, sondern um zu dienen und jene zu suchen und zu retten, die verloren waren.“[220]

Gebet als „communio“

53. Kraft der besonderen Bindung an den Herrn wird der Priester jene Augenblicke zu bestehen wissen, in denen er sich mitten unter den Menschen einsam fühlen könnte; und zwar indem er nachdrücklich sein Sein mit Christus in der Eucharistie erneuert, wahrer Ort der Gegenwart seines Herrn.

Wie Jesus, der im Alleinsein ständig mit dem Vater war (vgl. Lk 3,21; Mk 1,35), so muss auch der Priester ein Mensch sein, der in der Sammlung, der Stille, der Einsamkeit die Gemeinschaft mit Gott findet[221], um dann mit dem heiligen Ambrosius sagen zu können: „Nie bin ich weniger einsam als dann, wenn ich einsam zu sein scheine.“[222]

Beim Herrn wird der Priester Kraft und Mittel finden, um die Menschen wieder Gott anzunähern, um ihren Glauben zu entfachen und um Einsatz und Mitarbeit zu erreichen.

2.3. Pastorale Liebe

Zeichen der Liebe Christi

54. Die pastorale Liebe, eng verbunden mit der Eucharistie, bildet das innere und dynamische Prinzip, das die vielfältigen und verschiedenen pastoralen Tätigkeiten des Priesters einen und die Menschen zu einem Leben in der Gnade führen kann.

Der priesterliche Dienst muss eine Manifestation der Liebe Christi sein, deren Einstellungen und Haltungen der Priester erkennen lassen wird, bis zur eigenen Ganzhingabe für die Herde, die ihm anvertraut wurde.[223] Er wird den Leidenden, den Kleinen und Schwachen, den Kindern, den Menschen in Schwierigkeiten, den Ausgegrenzten und Armen besonders nahe sein und allen die Liebe und Barmherzigkeit des Guten Hirten bringen.

Die Nachahmung der Hirtenliebe Christi bis zur entsprechenden Gestaltung des eigenen Lebens, ist ein Ziel, das vom Priester ein tiefes eucharistisches Leben sowie Bemühungen und fortwährende Opfer verlangt, weil diese Liebe nicht im Improvisieren besteht, noch ein Pausemachen oder ein Ein-für-allemal-Erreichthaben kennt. Der Diener Christi wird sich verpflichtet fühlen, diese Realität immer und überall zu leben und zu bezeugen, auch wenn er aus Altersgründen von den pastoralen Aufgaben entbunden ist.

Jenseits des Funktionalismus

55. Die pastorale Liebe läuft vor allem heute Gefahr, durch den sogenannten Funktionalismus ihres Sinnes entleert zu werden. Tatsächlich nimmt man nicht selten, auch seitens einiger Priester, den Einfluss einer Mentalität wahr, die irrigerweise dazu neigt, das Amtspriestertum lediglich auf die funktionalen Aspekte zu reduzieren. Von Beruf Priester sein, dabei einzelne Serviceleistungen anbieten und manche Dienste garantieren, wäre demnach die ganze priesterliche Existenz. Aber der Priester übt nicht lediglich einen „Beruf“ aus, im Anschluss an den er dann frei wäre für sich selbst: Eine derart reduzierte Auffassung von Identität und Amt des Priesters riskiert dessen Leben in Richtung einer Leere zu drängen, die dann oft mit nicht zum eigenen Amt passenden Lebensformen ausgefüllt wird.

Der Priester, der weiß, dass er Diener Christi und der Kirche ist, und der als jemand, der von der Leidenschaft für Christus ergriffen wurde, mit allen Kräften seines Lebens im Dienst an Gott und an den Menschen wirkt, wird im Gebet, im Studium und in der geistlichen Lesung die nötige Kraft finden, auch diese Gefahr zu überwinden.[224]

2.4. Der Gehorsam

Fundament des Gehorsams

56. Der Gehorsam ist eine Tugend von vorrangiger Wichtigkeit und steht in enger Verbindung zur Liebe. Wie der Diener Gottes Paul VI. lehrt, wird das „rechtliche Gehorsamsverhältnis […] durch die Hirtenliebe nur noch fester und der Gehorsam selbst williger, aufrichtiger und sicherer“[225]. Das Kreuzesopfer Jesu erwarb selbst Wert und Heilsbedeutung aufgrund seines Gehorsams und seiner Treue zum Willen des Vaters. Er war „gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz“ (Phil 2,8). Der Hebräerbrief unterstreicht auch, dass Jesus „durch sein Leiden Gehorsam gelernt hat“ (Hebr 5,8). Man kann also sagen, dass der Gehorsam gegenüber dem Vater im Herzen des Priestertums Christi selbst ist.

Wie für Christus ist auch für den Priester der Gehorsam Ausdruck der totalen und freudigen Bereitschaft, den Willen Gottes zu erfüllen. Daher anerkennt der Priester, dass sich dieser göttliche Wille auch in den Hinweisen der legitimen Oberen offenbart. Die Verfügbarkeit ihnen gegenüber muss als wahre Verwirklichung der persönlichen Freiheit verstanden werden und als Konsequenz einer im Gebet vor dem Angesicht Gottes konstant gereiften Entscheidung. Die Tugend des Gehorsams, vom Wesen des Sakraments und der hierarchischen Struktur der Kirche her gefordert, wird vom Kleriker klar versprochen, zunächst bei der Diakonweihe und dann bei der Priesterweihe. Damit verstärkt der Priester seinen Willen zur Gemeinschaft und begibt sich so in die Dynamik des Gehorsams Christi, der sich zum Knecht gemacht hat, gehorsam bis zum Tod am Kreuz (vgl. Phil 2,7-8)[226].

In der zeitgenössischen Kultur werden die Bedeutung der Subjektivität und der Autonomie des Individuums als dem Wesen seiner Würde entsprechend hervorgehoben. Diese an sich positiven Aspekte nehmen, wenn sie verabsolutiert und außerhalb des rechtmäßigen Kontextes eingefordert werden, eine negative Bedeutung an.[227] Dies kann sich auch im kirchlichen Bereich und im Leben des Priesters selbst zeigen, so dass es in diesem Falle dazu kommt, dass die Aktivitäten, die er zum Wohl der Gemeinde entwickelt, zu einer rein subjektiven Angelegenheit reduziert werden.

In Wirklichkeit befindet sich der Priester aufgrund der eigentlichen Natur seines Amtes im Dienst Christi und der Kirche. Er wird sich also bereitwillig zeigen, anzunehmen, was ihm rechtmäßig von den Vorgesetzten aufgetragen ist, und insbesondere, wenn er nicht legitimerweise gehindert ist, muss er die ihm von seinem Ordinarius anvertraute Aufgabe akzeptieren und treu erfüllen.[228]

Das Dekret Presbyterorum Ordinis beschreibt die Grundlagen des priesterlichen Gehorsams ausgehend vom göttlichen Werk, zu dem sie berufen sind, und verdeutlicht anschließend den Rahmen, in den dieser Gehorsam einzuordnen ist:

- das Geheiminis der Kirche: Weil „der priesterliche Dienst ein Dienst der Kirche ist, kann er nur in der hierarchischen Gemeinschaft des ganzen Leibes ausgeübt werden“.[229]

- die christliche Brüderlichkeit: „Die Hirtenliebe drängt also die Priester dazu, in dieser Gemeinschaft zu handeln und darum den eigenen Willen gehorsam in den Dienst für Gott und die Brüder zu stellen, indem sie gläubigen Geistes annehmen und ausführen, was der Papst und der eigene Bischof sowie andere Vorgesetzte vorschreiben oder nahelegen; gern geben sie alles hin und sich selbst dazu, in jeglichem Dienst, der ihnen anvertraut wird, sei er auch gering und ärmlich. Auf diese Weise bewahren und stärken sie die notwendige Einheit mit ihren Mitbrüdern im Amt, vor allem aber mit denjenigen, der der Herr zu sichtbaren Leitern seiner Kirche bestellt hat, und tragen so zum Aufbau des Leibes Christi bei, der ‚durch jedes Band der Hilfeleistung‘ wächst.“[230].

Hierarchischer Gehorsam

57. Dem Priester obliegt dem Papst und dem eigenen Ordinarius gegenüber „die besondere Pflicht der Ehrfurcht und des Gehorsams“[231]. Aufgrund der Zugehörigkeit zu einem bestimmten Presbyterium ist der Priester sodann dem Dienst in einer Teilkirche zugeordnet. Das Prinzip und Fundament ihrer Einheit ist der Bischof[232], der dazu über alle für die Ausübung seines pastoralen Amtes nötige, ordentliche, eigenberechtigte und unmittelbare Gewalt verfügt.[233] Die vom Weihesakrament geforderte hierarchische Unterordnung findet ihre ekklesiologisch-strukturelle Verwirklichung in Bezug auf den eigenen Bischof und auf den Papst, der den Primat (principatus) der ordentlichen Gewalt über alle Teilkirchen innehat.[234]

Die Verpflichtung, dem Lehramt in Glaubens- und Sittenlehre anzuhangen, ist an alle Funktionen, die der Priester in der Kirche auszuüben hat, zuinnerst gebunden.[235] Dissens in dieser Hinsicht ist als schwerwiegend anzusehen, weil er unter den Gläubigen Anstoß und Verwirrung hervorruft. Der Aufruf zum Ungehorsam, insbesondere in Bezug zum endgültigen Lehramt der Kirche, ist kein Weg zur Erneuerung der Kirche.[236] Deren unerschöpfliche Lebendigkeit kann nur aus der Nachfolge des Meisters entspringen, der gehorsam bis zum Kreuz war und an dessen Sendung sie mitwirkt, erfüllt „von der Freude des Glaubens, der Radikalität des Gehorsams, der Dynamik der Hoffnung und der Kraft der Liebe“[237].

Niemand ist sich mehr als der Priester der Tatsache bewusst, dass die Kirche Normen braucht, die dazu dienen, die der Kirche anvertrauten Gaben des Heiligen Geistes angemessen zu hüten; da nämlich ihre hierarchische und organische Struktur sichtbar ist, muss die Ausübung der ihr von Gott anvertrauten Funktionen, besonders jene der Leitung und der Sakramentenspendung, entsprechend organisiert sein.[238]

Als Diener Christi und seiner Kirche macht sich der Priester großmütig die Aufgabe zu eigen, treu alle einzelnen Normen zu erfüllen, indem er jene Formen einer nach subjektiven Kriterien bloß teilweisen Einhaltung vermeidet, die Spaltungen schaffen und mit beträchtlichem pastoralem Schaden Rückwirkungen auf die Gläubigen und auf die öffentliche Meinung haben. In der Tat „verlangen die kanonischen Gesetze naturgemäß deren Einhaltung“ und sie erfordern, dass „was vom Haupt befohlen wird, von den Gliedern ausgeführt werde“[239].

Indem der Priester der eingesetzten Autorität gehorcht, begünstigt er unter anderem die gegenseitige Liebe innerhalb des Presbyteriums und jene Einheit, die ihr Fundament in der Wahrheit hat.

Autorität mit Liebe ausüben

58. Damit die Beobachtung des Gehorsams verwirklicht und der kirchlichen Gemeinschaft von Nutzen sein kann, müssen jene, die als Autorität eingesetzt sind (alle Ordinarien, die Ordensoberen, die Moderatoren der Gemeinschaften apostolischen Lebens), neben der nötigen und konstanten persönlichen Beispielgebung, mit Liebe das eigene institutionelle Charisma ausüben, indem sie in entsprechender Art und zur rechten Zeit, das Anhangen an jede Disposition im Bereich des Lehramtes und der Disziplin vorsehen und verlangen.[240]

Solche Zustimmung ist Quelle der Freiheit, insofern es die reife Spontaneität des Priesters nicht hindert, sondern stimuliert. Er wird es verstehen, eine frohe und ausgeglichene pastorale Haltung an den Tag zu legen, indem er die Harmonie herbeiführt, in der die persönlichen Züge mit einer Einheit, die auf höherer Ebene liegt, verschmelzen.

Einhaltung der liturgischen Normen

59. Unter den verschiedenen Aspekten des Problems, die heute häufig aufgezeigt werden, verdient jener hervorgehoben zu werden, der die überzeugte Liebe zu den liturgischen Normen und ihre Respektierung betrifft.

Die Liturgie ist Ausübung des Priestertums Christi[241], „der Gipfel, auf den das Tun der Kirche hinstrebt und gleichfalls die Quelle, aus der alle ihre Tugenden hervorfließen“[242]. Sie bildet einen Bereich, wo sich der Priester in besonderer Weise bewusst sein muss, dass er Amtsträger ist, das heißt Diener, und dass er der Kirche treu gehorchen muss. „Das Recht, die heilige Liturgie zu ordnen, steht einzig der Autorität der Kirche zu. Diese Autorität liegt beim Apostolischen Stuhl und nach Maßgabe des Rechtes beim Bischof.“[243] Deshalb wird der Priester nach eigenem Gutdünken in dieser Materie nichts hinzufügen, wegnehmen oder ändern.[244]

Dies gilt in besonderer Weise für die Feier der Sakramente, die herausragende Akte Christi und der Kirche sind und die der Priester in der Person Christi, des Hauptes, und im Namen der Kirche zum Wohl der Gläubigen spendet.[245] Diese haben ein wahres Recht darauf, an liturgischen Feiern teilzunehmen, wie sie die Kirche will, und nicht nach dem persönlichen Geschmack des einzelnen Amtsträgers, nach partikularistischen Ritualen, die nicht approbiert sind, oder nach den Ausdrucksweisen einzelner Gruppen, die dazu neigen, sich der Universalität des Volkes Gottes zu verschließen.

Einheit in den Pastoralplänen

60. Es ist notwendig, dass die Priester in der Ausübung ihres Dienstes nicht nur an der Erstellung von Pastoralplänen, die der Bischof in Zusammenarbeit mit dem Priesterrat[246] vorlegt, verantwortungsbewusst mitarbeiten, sondern auch, dass sie deren praktische Verwirklichung in ihren eigenen Gemeinden danach ausrichten.

Die der Reife des Priesters entsprechende weise schöpferische Kraft und der Sinn für Initiative werden so nicht abgetötet, sondern im Gegenteil zum Vorteil der pastoralen Fruchtbarkeit entsprechend gewürdigt. Getrennte Wege auf diesem Gebiet einzuschlagen, kann effektiv die Schwächung des Werkes der Evangelisierung bedeuten.

Bedeutung und Vorschrift der Priesterkleidung

61. In einer säkularisierten und tendentiell materialistischen Gesellschaft, wo auch äußere Zeichen sakraler und übernatürlicher Wirklichkeiten im Schwinden begriffen sind, wird besonders die Notwendigkeit empfunden, dass der Priester – als Mann Gottes und als Ausspender seiner Geheimnisse – den Augen der Gemeinde auch durch seine Kleidung als unmißverständliches Zeichen seiner Hingabe und seiner Identität als Träger eines öffentlichen Amtes zu erkennen sei.[247] Der Priester muss vor allem durch sein Verhalten erkennbar sein, aber auch durch seine Bekleidung, so dass jedem Gläubigen und überhaupt jedem Menschen[248] seine Identität und seine Zugehörigkeit zu Gott und zur Kirche unmittelbar erkenntlich ist.

Die geistliche Kleidung ist äußeres Zeichen einer inneren Wirklichkeit: „Denn der Priester gehört nicht mehr sich selbst, sondern ist durch das empfangene sakramentale Siegel (vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 1563, 1582) ‚Eigentum‘ Gottes. Dieses sein ‚einem Anderen zu gehören‘ muss durch ein klares Zeugnis für alle erkennbar sein. In seiner Art zu denken, zu sprechen, die Gegebenheiten der Welt zu beurteilen, zu dienen und zu lieben, mit den Menschen auch im Priestergewand in Beziehung zu treten, soll der Priester aus seiner sakramentalen Zugehörigkeit, aus seinem tiefsten Wesen prophetische Kraft beziehen.“[249]

Aus diesem Grund muss der Kleriker wie auch der Diakon, der Anwärter auf den Presbyterat ist[250]:

a) den Priestertalar oder „gemäß den von der Bischofskonferenz herausgegebenen Normen und gemäß den legitimen lokalen Gewohnheiten eine schickliche kirchliche Kleidung tragen“[251]; sollte dies nicht der Talar sein, muss die Kleidung verschieden von der Art der Kleidung der Laien und mit der Würde und Sakralität des Amtes konform sein. Schnitt und Farbe müssen von der Bischofskonferenz festgelegt werden.

b) wegen ihrer Inkohärenz mit dem Geist solcher Disziplin, können konträre Praktiken nicht als legitime Gewohnheiten[252] angesehen werden und müssen von den zuständigen Autoritäten abgeschafft werden[253].

Abgesehen von ganz außergewöhnlichen Situationen, kann der Nichtgebrauch der kirchlichen Kleidung seitens des Klerikers, ein schwaches Bewusstsein für die eigene Identität als ein ganz dem Dienst der Kirche ergebener Hirte zum Ausdruck bringen.[254]

Darüber hinaus ist der Talar – auch in Form, Farbe und Würdigkeit – besonders angemessen, weil er die Priester klar von den Laien unterschiedet und den heiligen Charakter ihres Dienstes besser verständlich macht, indem er den Priester selbst daran erinnert, dass er in jedem Augenblick Priester ist, geweiht, um zu dienen, zu lehren, zu leiten und die Seelen zu heiligen, insbesondere durch die Feier der Sakramente und die Verkündigung des Wortes Gottes. Den Priestertalar zu tragen ist außerdem ein Schutz der Armut und der Keuschheit.

2.5. Verkündigung des Wortes

Treue zum Wort

62. Christus hat den Aposteln und der Kirche den Auftrag zur Verkündigung der Frohbotschaft an alle Menschen anvertraut.

Die Weitergabe des Glaubens ist, dem Herrn ein Volk zu bereiten, sie ist Aufdecken, Verkünden und Vertiefen der christlichen Berufung; d.h. der Ruf Gottes ergeht an jeden Menschen, dem das Heilsgeheimnis gezeigt wird und damit gleichzeitig der Platz, den er unter Bezugnahme auf jenes Geheimnis als Sohn im Sohn einnehmen soll.[255] Dieser doppelte Aspekt wird zusammengefasst im Glaubensbekenntnis hervorgehoben, das eine der maßgebenden Ausdrucksweisen jenes Glaubens ist, mit dem die Kirche immer auf den Ruf Gottes geantwortet hat.[256]

Nun stellen sich dem priesterlichen Dienst zwei notwendige Aufgaben. Da ist zunächst der missionarische Charakter der Weitergabe des Glaubens. Der Dienst am Wort kann nicht abstrakt und fern vom Leben der Menschen sein; im Gegenteil, er muss auf den Lebenssinn des Menschen, jedes Menschen, direkten Bezug nehmen und daher auf die drängendsten Fragen eingehen, die sich dem menschlichen Gewissen stellen.

Andererseits ist Authentizität erforderlich, sowie Konformität mit dem Glauben der Kirche, welche die Wahrheit über Gott und über den Menschen bewahrt. Dies muss mit äußerstem Verantwortungsbewusstsein geschehen, geht es doch dabei um die wichtigsten Fragen nach dem Leben und nach dem Sinn der Existenz des Menschen.

Für einen fruchtbaren Dienst am Wort wird der Priester in diesem Kontext den Vorrang des gelebten Zeugnisses berücksichtigen, das die Macht der Liebe Gottes entdecken lässt und sein Wort überzeugend macht. Darüber hinaus wird er die Predigt über das Geheimnis Christi an die Gläubigen, an die Nicht-Christen und an die Nicht-Glaubenden nicht vernachlässigen, ebensowenig wie die Katechese, die eine geordnete und organische Darlegung der Lehre der Kirche ist, und auch die Anwendung der geoffenbarten Wahrheit zur Lösung konkreter Fälle.[257]

Das Bewusstsein der absoluten Notwendigkeit, dem Wort Gottes und der Tradition treu zu sein und ihnen verankert zu „bleiben“, um wahrhaft Jünger Christi zu sein und die Wahrheit zu erkennen (vgl. Joh 8,31-32), hat die Geschichte der priesterlichen Spiritualität immer begleitet. Dies wurde auch vom II. Vatikanischen Konzil maßgeblich bekräftigt.[258] Darin erweist sich die Nützlichkeit „der altbewährten Praxis der lectio divina, der ‚geistlichen Lesung‘ der Heiligen Schrift […]. Sie besteht darin, sich lange mit einem Bibeltext zu beschäftigen, ihn wieder und wieder zu lesen, gleichsam um ihn ‚wiederzukäuen‘, wie die Kirchenväter sagen, und um sozusagen seinen ganzen ‚Saft‘ herauszupressen, damit er die Meditation und Betrachtung nähre und das konkrete Leben gewissermaßen bewässere.“[259]

Besonders die zeitgenössische Gesellschaft, die in vielen Ländern vom theoretischen und praktischen Materialismus, von Subjektivismus und kulturellem Relativismus gekennzeichnet ist, hat es nötig, dass ihr das Evangelium als „die Macht Gottes, die jene retten kann, die glauben“ (vgl. Röm 1,6), angeboten wird. Die Priester, eingedenk dessen, dass „der Glaube vom Hören kommt, vom Hören auf das Wort Christi“ (Röm 10,17), werden alle ihre Energien aufbringen, um dieser Mission, die in ihrem Dienst vorrangig ist, zu entsprechen. Sie sind ja nicht nur Zeugen, sondern auch Verkünder und Überlieferer des Glaubens.[260]

Dieser Dienst – ausgeübt in der hierarchischen Gemeinschaft – befähigt sie, mit Autorität den katholischen Glauben darzulegen und den Glauben im Namen der Kirche zu bezeugen. Denn „das Volk Gottes wird an erster Stelle geeint durch das Wort des lebendigen Gottes, das man mit Recht vom Priester verlangt“[261].

Um authentisch zu sein, muss das Wort ohne Doppelzüngigkeit und ohne jede Verfälschung, sondern als offenes Lehren der Wahrheit vor Gott (vgl. 2 Kor 42) überliefert werden. Der Priester wird es mit gereifter Verantwortung vermeiden, die göttliche Botschaft zu verkehren, zu reduzieren, zu verzerren oder zu verwässern. Seine Aufgabe ist nämlich „nicht eine eigene Weisheit zu lehren, vielmehr das Wort Gottes zu lehren und alle nachdrücklich zur Bekehrung und zur Heiligkeit einzuladen“[262]. „Demgemäß müssen seine Worte, Entscheidungen und Haltungen zunehmend eine Transparenz, eine Verkündigung und ein Zeugnis des Evangeliums darstellen. ‚Nur wenn er im Wort bleibt, wird der Priester ein vollkommener Jünger des Herrn werden, wird er die Wahrheit erkennen und wirklich frei sein‘.“[263]

Die Predigt kann sich also nicht darauf beschränken, eigene Gedanken mitzuteilen, die persönliche Erfahrung hervorzukehren und simple Erklärungen psychologischer[264], soziologischer oder philanthropischer Art anzubieten; genau so wenig kann sie exzessiv in faszinierender Rhetorik schwelgen, wie es in den Massenmedien oft geschieht. Es geht darum, ein Wort zu verkünden, worüber nicht willkürlich verfügt werden kann, weil es der Kirche anvertraut ist, damit es gehütet, erforscht und treu überliefert wird.[265] In jedem Fall ist es notwendig, dass der Priester seine Predigt angemessen vorbereitet durch Gebet, ernsthaftes Studium auf dem neuesten Stand und das Bemühen, sie auf die konkrete Situation der Adressaten auszurichten. Benedikt XVI. wies dabei auf folgendes hin: „Es erscheint angebracht, den Gläubigen – ausgehend vom Drei-Jahres-Lektionar – wohlbedacht thematische Homilien zu halten, die im Laufe des liturgischen Jahres die großen Themen des christlichen Glaubens behandeln und dabei auf das zurückgreifen, was vom Lehramt maßgebend vorgeschlagen wird in den ‚vier Säulen‘ des Katechismus der Katholischen Kirche und dem später erschienenen Kompendium: dem Glaubensbekenntnis, der Feier des christlichen Mysteriums, dem Leben in Christus und dem christlichen Gebet.“[266] So werden die Homilien, Katechesen, etc. eine echte Hilfe für die Gläubigen sein können, ihr Leben der Beziehung zu Gott und zu den anderen zu verbessern.

Wort und Leben

63. Das Bewusstsein der eigenen Sendung als Verkünder des Evangeliums, als Werkzeug Christi und des Heiligen Geistes, wird immer mehr pastoral konkretisiert werden müssen, damit der Priester im Licht des Wortes Gottes die verschiedenen Situationen und Umfelder, in denen er seinen Dienst ausübt, entsprechend beleben kann.

Um wirkungsvoll und glaubhaft sein zu können, ist es daher wichtig, dass der Priester – aus der Sicht seines Glaubens und seines Dienstes – mit konstruktivem kritischem Sinn, die Ideologien, die Sprache, die kulturellen Verflechtungen und die Typologien, die von den Massenmedien verbreitet werden und die weithin Geisteshaltungen konditionieren, zu durchschauen vermag.

Angeregt vom Apostel, der ausrief: „Weh mir, wenn ich das Evangelium nicht verkünde!“ (1Kor 9,16), wird er alle jene Kommunikationsmittel, die ihm die Wissenschaft und die moderne Technik anbieten, zu nützen wissen.

Sicherlich hängt nicht alles von solchen Mitteln oder von menschlichen Fähigkeiten ab, da ja die göttliche Gnade ihren Zweck auch unabhängig vom Werk der Menschen erreichen kann. Aber im Plan Gottes ist die Wortverkündigung normalerweise der privilegierte Weg der Glaubensweitergabe und der Evangelisierung.

Für die vielen, die heute außerhalb oder fern der Christusverkündigung sind, wird der Priester die dramatischen Fragen besonders dringlich und aktuell empfinden: „Wie sollen sie an den glauben, von dem sie nichts gehört haben? Und wie sollen sie hören, wenn niemand verkündigt?“ (Röm 10,14).

Um auf derartige Fragen zu antworten, wird er sich persönlich verpflichtet fühlen, durch das Studium einer gesunden, vor allem patristischen Exegese mit der Heiligen Schrift besonders vertraut zu werden, auch durch Meditation nach Methoden, die sich in der spirituellen Tradition der Kirche bewährt haben, um sich solchermaßen ein von Liebe beseeltes Verständnis anzueignen.[267] Es ist besonders wichtig, zu einer Pflege dieser persönlichen Beziehung zum Wort Gottes schon in den Jahren des Priesterseminars hinzuführen, wenn die Priesteramtskandidaten aufgerufen sind, die Heilige Schrift zu studieren: „Das Studium der Schrift muss das Geheimnis der göttlichen Offenbarung stärker zu Bewusstsein bringen und gegenüber dem Herrn, der spricht, eine Haltung betender Antwort erwecken. Andererseits lässt auch ein echtes Gebetsleben in der Seele des Kandidaten von selbst den Wunsch wachsen, den Gott, der sich in seinem Wort als unendliche Liebe offenbart hat, immer besser kennenzulernen.“[268]

64. Deshalb wird der Priester die Pflicht spüren, der lang- und kurzfristigen Vorbereitung der liturgischen Homilie besondere Aufmerksamkeit zu widmen, hinsichtlich der Inhalte, indem er die von der Liturgie vorgegebenen Texte, vor allem das Evangelium, nachklingen lässt, sowie hinsichtlich der Ausgewogenheit zwischen Auslegung und Anwendung, der Pädagogik und der Vortragstechnik, bis hin zur guten Diktion, die Rücksicht nimmt auf die Würde der Sache und der Adressaten.[269] „Zu vermeiden sind allgemein gehaltene und abstrakte Predigten, die die Einfachheit des Wortes Gottes verdunkeln, ebenso wie nutzlose Abschweifungen, bei denen Gefahr besteht, dass sie die Aufmerksamkeit mehr auf den Prediger als auf den Kernpunkt der Botschaft des Evangeliums lenken. Die Gläubigen müssen deutlich erkennen, dass es dem Prediger am Herzen liegt, Christus aufzuzeigen, der im Mittelpunkt einer jeden Predigt stehen muss.“[270]

Wort und Katechese

65. Heutzutage, wo sich in vielen Lebensumfeldern ein religiöser Analphabetismus verbreitet und die Grundelemente des Glaubens immer weniger bekannt sind, erweist sich die Katechese als bedeutsamer Teil des Evangelisierungsauftrags der Kirche, da sie ein privilegiertes Mittel der Lehre und der Reifung des Glaubens ist.[271]

Der Priester trägt als Mitarbeiter und Beauftragter des Bischofs die Verantwortung dafür, die katechetischen Aktivitäten der ihm anvertrauten Gemeinde anzuregen, zu koordinieren und zu leiten. Es ist wichtig, dass er es versteht, solche Aktivitäten in ein organisches Projekt der Evangelisierung zu integrieren und dabei vor allem die Einmütigkeit der Katechese der eigenen Gemeinde mit der Person des Bischofs, mit der Ortskirche und mit der Gesamtkirche zu garantieren.[272]

Insbesonders wird er darauf bedacht sein, eine rechte und angemessene Verantwortung und Mitarbeit hinsichtlich der Katechese zu erreichen, sei es bei Mitgliedern von Instituten des geweihten Lebens und von Gemeinschaften apostolischen Lebens, sei es bei entsprechend vorbereiteten gläubigen Laien[273], denen er Anerkennung und Achtung für die katechetische Aufgabe entgegenbringt.

Spezielles Bemühen wird er für die Grundausbildung und für die Weiterbildung der Katecheten aufbringen, sowie für Vereinigungen und für Bewegungen. Im Rahmen des Möglichen sollte der Priester der Katechet der Katecheten sein, der mit ihnen eine wahre Gemeinschaft der Jünger des Herrn bildet, die als Bezugspunkt für die Katechese-Teilnehmer dient. So wird er sie lehren, dass sich der Dienst am Amt des Lehrens mit dem Wort Gottes messen muss und nicht an Theorien und Privatmeinungen: es ist „der Glaube der Kirche, dessen Diener wir sind“[274].

Als Lehrer[275] und Erzieher[276] des Glaubens wird der Priester sicherstellen, dass die Katechese überhaupt einen privilegierten Teil der christlichen Erziehung in der Familie, im Religionsunterricht, im Ausbildungswesen der apostolischen Bewegungen, etc. darstellt und dass sie alle Kategorien von Gläubigen erreicht: Kinder, Jugendliche, Erwachsene, Senioren. Darüber hinaus wird er es verstehen, katechetische Lehrinhalte weiterzugeben, indem er sämtliche Hilfen benützt wie etwa didaktische Hilfsmittel und Kommunikationsmittel, die wirkungsvoll sein können, damit die Gläubigen entsprechend ihrem Verstehenshorizont, ihren Fähigkeiten, ihrem Lebensalter und ihren praktischen Lebensverhältnissen, in die Lage versetzt werden, die christliche Lehre umfassender zu erfahren und sie auf geeignete Weise in die Praxis umzusetzen.[277]

Zu diesem Zweck wird der Priester als hauptsächlichen Bezugspunkt den Katechismus der Katholischen Kirche und dessen Kompendium nehmen. Diese Texte stellen nämlich die sichere und authentische Norm der kirchlichen Lehre dar[278], und deshalb muss man deren Lektüre und Studium ermutigen. Sie müssen stets die sichere und unersetzliche Grundlage bilden für „die Lehre der grundlegenden Glaubensinhalte […], die im Katechismus der Katholischen Kirche systematisch und organisch zusammengefasst sind“[279]. Denn, auch daran erinnert uns Benedikt XVI, im Katechismus „leuchtet nämlich der Reichtum der Lehre auf, die die Kirche in den zweitausend Jahren ihrer Geschichte empfangen, gehütet und dargeboten hat. Von der Heiligen Schrift zu den Kirchenvätern, von den Lehrern der Theologie zu den Heiligen über die Jahrhunderte hin bietet der Katechismus eine bleibende Erinnerung an die vielen Weisen, in denen die Kirche über den Glauben meditiert und Fortschritte in der Lehre hervorgebracht hat, um den Gläubigen in ihrem Glaubensleben Sicherheit zu geben.“[280]

2.6. Das Sakrament der Eucharistie

Das eucharistische Geheimnis

66. Wenn der Dienst am Wort das Grundelement des priesterlichen Amtes ist, so bildet dessen Herz und vitales Zentrum ohne Zweifel die Eucharistie, die vor allem die Realpräsenz des einzigen und ewigen Opfers Christi in der Zeit ist.[281]

Als sakramentales Gedenken des Todes und der Auferstehung Christi, als reale und wirksame Vergegenwärtigung des einzigen Erlösungsopfers, als Quelle und Gipfelpunkt des christlichen Lebens und aller Evangelisierung[282], ist die Eucharistie der Anfang, die Mitte und das Ziel des priesterlichen Dienstes, denn „alle kirchlichen Dienste und Apostolatswerke sind eng an die Eucharistie gebunden und auf sie hingeordnet“[283]. Geweiht, um das heilige Opfer weiterhin darzubringen, offenbart der Priester auf augenfällige Weise seine Identität.[284]

Es gibt nämlich einen engen Zusammenhang zwischen der Zentralität der Eucharistie, der pastoralen Liebe und der Einheit des Lebens des Priesters[285], welcher in ihr entscheidende Weisungen für den Weg der Heiligkeit erhält, zu der er auf besondere Weise berufen ist.

Wenn der Priester durch den eigenen Dienst, Christus, dem ewigen Hohenpriester, Intelligenz, Willen, Stimme und Hände anbietet, damit er dem Vater das sakramentale Opfer der Erlösung darbringen kann, muss er sich die innere Einstellung des Meisters zu eigen machen und wie Er als Gabe für seine Brüder leben. Deshalb muss er lernen, sich mit der Opfergabe innig zu vereinen, indem er auf dem Opferaltar sein ganzes Leben als sichtbares Zeichen der freien und zuvorkommenden Liebe Gottes darbringt.

Die Eucharistie gut feiern

67. Der Priester ist aufgerufen, das heilige Opfer der Eucharistie zu feiern, beständig über dessen Bedeutung nachzudenken und sein Leben in eine Eucharistiefeier zu verwandeln, was in der Liebe zum täglichen Opfer und vor allem in der Erfüllung der Standespflichten zum Ausdruck kommt. Die Liebe zum Kreuz führt den Priester dazu, selbst – in Christus – ein dem Vater wohlgefälliges Opfer zu werden (vgl. Röm 12,1). In einer hedonistischen Gesellschaft das Kreuz zu lieben erregt Anstoß, aus der Sicht des Glaubens aber ist es Quelle des inneren Lebens. Der Priester muss mit seinem Lebensstil den erlösenden Wert des Kreuzes predigen.

Es ist notwendig, an den unersetzlichen Wert zu erinnern, den die tägliche Zelebration der heiligen Messe – „Quelle und Höhepunkt“[286] des priesterlichen Lebens – für den Priester hat, auch wenn dafür keine Gläubigen zusammenkommen sollten.[287] In diesem Zusammenhang lehrt Benedikt XVI.: „Gemeinsam mit den Synodenvätern empfehle ich den Priestern deshalb ‚die tägliche Feier der heiligen Messe, auch wenn keine Gläubigen teilnehmen‘. Diese Empfehlung steht zunächst in Einklang mit dem objektiv unendlichen Wert jeder Eucharistiefeier und hat überdies seinen Beweggrund in ihrer einzigartigen geistlichen Wirkkraft, denn wenn die heilige Messe mit Aufmerksamkeit und Glauben erlebt wird, ist sie formend im tiefsten Sinn des Wortes, da sie die Gleichgestaltung mit Christus fördert und den Priester in seiner Berufung stärkt.“[288]

Er wird sie als den zentralen Moment des ganzen Tages und des täglichen Dienstes erleben, als Frucht ehrlicher Sehnsucht und als Gelegenheit zur tiefen und wirksamen Begegnung mit Christus. In der Eucharistie lernt der Priester, sich jeden Tag hinzuschenken, nicht nur in Augenblicken großer Schwierigkeiten, sondern auch in den kleinen Widrigkeiten des Alltags. Dieses Lernen spiegelt sich in der Liebe, um sich auf die Feier des heiligen Opfers vorzubereiten, um es andächtig und fromm zu feiern, ohne Eile, und dabei sorgfältig die liturgischen Normen und Vorschriften zu beachten, damit die Gläubigen so darin eine echte Katechese sehen können.[289]

In einer Zivilisation, die immer mehr sensibel ist für die Kommunikation durch Zeichen und Bilder, wird der Priester all dem sein Augenmerk schenken, was Schmuck und Sakralität der Eucharistiefeier erhöhen kann. Es ist wichtig, bei der Eucharistiefeier die Eignung und Sauberkeit des Ortes in rechter Weise zu berücksichtigen, die Architektur des Altares und des Tabernakels[290], die Erhabenheit der liturgischen Gefäße, der Paramente[291], des Gesangs[292], der Musik[293], das heilige Schweigen[294], die Verwendung des Weihrauchs in den festlicheren Eucharistiefeiern, etc., in der Wiederholung jener liebevollen Geste Marias gegenüber dem Herrn, als sie „ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl nahm, Jesus die Füße salbte und sie mit ihrem Haar trocknete. Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt“ (Joh 12,3). All dies sind Elemente, die zu einer besseren Teilnahme am eucharistischen Opfer beitragen können. Zuwenig Aufmerksamkeit nämlich für die symbolischen Aspekte der Liturgie, weiter Auslassungen und Eile, Oberflächlichkeit und Unordnung, entleeren die Zeichenhaftigkeit und schwächen das Glaubenswachstum.[295] Wer schlecht zelebriert, zeigt damit die Schwachheit seines Glaubens und erzieht andere nicht zum Glauben. Gut zelebrieren dagegen bildet eine erste wichtige Katechese über das heilige Opfer.

Insbesondere müssen bei der Eucharistiefeier die liturgischen Normen mit großherziger Treue beachtet werden. „Sie sind ein konkreter Ausdruck der authentischen Kirchlichkeit der Eucharistie; das ist ihr tiefster Sinn. Die Liturgie ist niemals Privatbesitz von irgend jemandem, weder vom Zelebranten noch von der Gemeinde, in der die Mysterien gefeiert werden. […] Auch in unserer Zeit muss der Gehorsam gegenüber den liturgischen Normen wiederentdeckt und als Spiegel und Zeugnis der einen und universalen Kirche, die in jeder Eucharistiefeier gegenwärtig wird, geschätzt werden. Der Priester, der die heilige Messe getreu nach den liturgischen Normen feiert, und die Gemeinde, die sich diesen Normen anpasst, bekunden schweigend und doch beredt ihre Liebe zur Kirche.“[296]

Dann muss sich der Priester, auch wenn er alle seine Talente in den Dienst der Eucharistiefeier stellt, um sie in der Mitfeier aller Gläubigen lebendig zu gestalten, an den festgelegten Ritus halten, gemäß den von den zuständigen Autoritäten approbierten liturgischen Büchern, ohne Hinzufügungen, ohne Weglassungen und ohne irgendwelchen Veränderungen.[297] So wird sein Zelebrieren wirklich ein Zelebrieren der Kirche und mit der Kirche: Er tut nicht etwas „Eigenes“, sondern er ist zusammen mit der Kirche im Gespräch mit Gott. Das begünstigt auch eine angemessene aktive Teilnahme der Gläubigen an der heiligen Liturgie: „Die ars celebrandi ist die beste Bedingung für die actuosa participatio. Die ars celebrandi entspringt aus dem treuen Gehorsam gegenüber den liturgischen Normen in ihrer Vollständigkeit, denn gerade diese Art zu zelebrieren ist es, die seit zweitausend Jahren das Glaubensleben aller Gläubigen sicherstellt, die dazu berufen sind, die Zelebration als Gottesvolk, als königliches Priestertum, als heiliger Stamm zu erleben (vgl. 1Petr 2,4-5.9).“[298]

Die Ordinarien, die Oberen der Institute des geweihten Lebens und die Moderatoren der Gesellschaften apostolischen Lebens haben die ernste Pflicht, mit gutem Beispiel voranzugehen und außerdem darüber zu wachen, dass die liturgischen Normen bezüglich der Eucharistiefeier stets überall von allen treu befolgt werden.

Zelebrierende und auch konzelebrierende Priester haben die von den liturgischen Normen vorgeschriebenen heiligen Gewänder anzulegen.[299]

Eucharistische Anbetung

68. Die zentrale Stellung der Eucharistie soll nicht nur durch die würdige Feier des Opfers erkennbar sein, sondern auch durch häufige Anbetung des Sakraments in solcher Form, dass der Priester damit der Gemeinde auch Vorbild ist, was fromme Aufmerksamkeit und eifrige Meditation – wo immer es möglich ist – vor dem im Tabernakel gegenwärtigen Herrn betrifft. Es ist zu wünschen, dass mit Gemeindeleitung beauftragte Priester der gemeinschaftlichen Anbetung breiten Raum geben – zum Beispiel jeden Donnerstag, an den Gebetstagen um Berufungen, etc. – und dafür sorgen, dass das allerheiligste Sakrament des Altares auch außerhalb der Meßfeier mehr als jeder andere Ritus und Gestus beachtet und in Ehren gehalten wird. „Der Glaube und die Liebe zur Eucharistie können nicht gestatten, dass der im Tabernakel gegenwärtige Christus allein bleibt.“[300] Vom Glaubensvorbild der Hirten angespornt, werden auch die Gläubigen im Laufe der Woche Gelegenheiten suchen, sich in die Kirche zu begeben, um unseren Herrn anzubeten, der im Tabernakel gegenwärtig ist.

Eine privilegierte Zeit der eucharistischen Anbetung kann die Feier des Stundengebetes sein, die während des Tages die echte Fortsetzung des Lob- und Dankopfers darstellt, das in der heiligen Messe sein Zentrum und seinen sakramentalen Ursprung hat. In der Feier des Stundengebetes ist der mit Christus vereinte Priester die Stimme der Kirche für die ganze Welt. Die Feier wird, wenn möglich auch gemeinschaftlich, in geeigneter Form so erfolgen, dass sie „Interpret und Übertragungsmittel der universalen Stimme ist, die die Herrlichkeit Gottes besingt und das Heil des Menschen erfleht“[301].

Beispielhafte Feierlichkeit soll bei diesen Gottesdiensten von den Kapiteln der Kanoniker beachtet werden.

Man sollte immer dafür sorgen, dass die gemeinschaftliche oder individuelle Feier mit Liebe und im Sühnegedanken ausgeführt wird, ohne sie auf eine bloße Pflicht zu reduzieren, die mechanisch wie eine einfache und hastige Lesung abläuft, ohne die nötige Aufmerksamkeit für den Sinn des Textes.

Meßintentionen

69. „Die Eucharistie ist also ein Opfer, denn sie stellt das Opfer des Kreuzes dar (und macht es dadurch gegenwärtig), ist dessen Gedächtnis und wendet dessen Frucht zu.“[302]Jede Eucharistiefeier vergegenwärtigt das eine, vollkommene und endgültige Opfer Christi, der die Welt am Kreuz ein für allemal gerettet hat. Die Eucharistie wird vor allem zur Ehre Gottes gefeiert und als Danksagung für das Heil der Menschheit. Einer sehr alten Tradition folgend bitten die Gläubigen den Priester, die heilige Messe zu feiern, damit sie „zur Vergebung der Sünden der Lebenden und der Toten dargebracht [wird] und um von Gott geistliche und zeitliche Wohltaten zu erlangen“[303]. „Den Priestern wird eindringlich empfohlen, die Messe […] nach Meinung der Gläubigen […] zu feiern.“[304]

Um auf ihre Weise am Opfer des Herrn teilzuhaben, nicht nur mit der Hingabe ihrer selbst, sondern auch eines Teils ihres Besitzes, fügen die Gläubigen, die in einer bestimmten Meinung eine heilige Messe applizieren lassen wollen, diesem eine Spende bei, gewöhnlich eine Geldsumme. Es handelt sich dabei in keinster Weise um eine Vergütung, da das eucharistische Opfer vollkommen umsonst ist. „Aus frommer und kirchlicher Gesinnung“ wollen die Gläubigen „gleichsam ein gewisses eigenes Opfer dem eucharistischen Opfer anschließen, um daran tätiger teilzunehmen. Auf diese Weise leisten sie für ihren Teil einen Beitrag zu den Bedürfnissen der Kirche, vor allem zum Unterhalt ihrer Diener.“[305] Das Stipendium für die Feier heiliger Messen ist als „eine ausgezeichnete Form des Almosens“ zu betrachten.[306]

Diesen Brauch „hat die Kirche daher nicht nur gebilligt, sondern auch gefördert. Denn sie sieht darin ein Zeichen der Verbundenheit des getauften Menschen mit Christus und auch des Gläubigen mit dem Priester, der sein Dienstamt zum Besten des Gläubigen ausübt“[307]. Die Priester müssen diesen Brauch demnach durch eine entsprechende Katechese fördern, indem sie den Gläubigen dessen geistlichen Sinn und dessen Fruchtbarkeit erläutern. Sie werden selbst Sorge dafür tragen, die Eucharistie mit einem lebendigen Bewusstsein dafür zu feiern, dass sie in Christus und mit Christus Fürsprecher vor Gott sind, nicht nur um allgemein das Kreuzesopfer auf das Heil der Menschheit zu applizieren, sondern auch um dem göttlichen Wohlwollen die ihnen anvertraute besondere Intention darzubringen. Dies stellt für sie eine herausragende Weise dar, um aktiv an der Feier des Gedächtnisses des Herrn teilzunehmen.

Die Priester müssen auch davon überzeugt sein, dass „da die Sache direkt das Allerheiligste Sakrament berührt, auch der geringste Anschein von Gewinnstreben und mehr noch von Simonie Ärgernis erregen würde“[308]. Aus diesem Grund hat die Kirche diesbezüglich eine genaue Regelung erlassen[309] und bestraft mit einer gerechten Strafe diejenigen, die „unrechtmäßig aus einem Mess-Stipendium Gewinn ziehen“[310]. Jeder Priester, der die Verpflichtung übernommen hat, eine Messe nach Meinung derer, die ein Stipendium gegeben haben, zu feiern, muss diese Verpflichtung aus Gerechtigkeit erfüllen, indem er so viele Messen appliziert, wie es Meinungen sind.[311]

Es ist dem Priester nicht erlaubt, eine größere Summe zu verlangen als die im Dekret von der zuständigen Autorität festgelegte oder, falls dies nicht der Fall sein sollte, eine den in der Diözese herrschenden Gewohnheiten entsprechende Summe. Es ist ihm aber erlaubt, eine geringere Summe als die festgelegte anzunehmen, und auch eine höhere, wenn sie aus eigenem Antrieb gegeben wird.[312]

„Jeder Priester muss genau aufzeichnen, welche Messen er zu feiern angenommen und welche er gefeiert hat.“[313] Der Pfarrer wie auch der Rektor einer Kirche haben ein besonderes Buch zu führen, in das sie diese eintragen.[314]

Man darf nur Stipendien für heilige Messen annehmen, die innerhalb eines Jahres gefeiert werden können.[315] „Priester, die in großer Zahl Stipendien für Messfeiern nach besonderen Meinungen erhalten […] und die persönlich im Laufe eines Jahres den übernommenen Verpflichtungen nicht entsprechen können, sollen diese nicht zurückweisen und damit die fromme Absicht der Spender enttäuschen und sie um ihren guten Vorsatz bringen, sondern sie anderen Priestern (vgl. CIC can. 955) oder dem eigenen Ordinarius weitergeben (vgl. CIC can. 956).“[316]

„Wenn die Spender zuvor und ausdrücklich informiert worden sind und in Freiheit zustimmen, dass ihre Gaben mit anderen zur Feier einer einzigen Messe zusammengefasst werden, ist es erlaubt, mit einer einzigen Messe nach einer ‚kollektiven‘ Meinung den übernommenen Verpflichtungen zu entsprechen. In diesem Fall müssen notwendig öffentlich Ort und Zeit angegeben werden, wo und wann diese Messe gefeiert wird; dies darf nicht öfter als zweimal wöchentlich geschehen.“[317] Sollte diese Ausnahme vom in Kraft befindlichen Kirchenrecht allzusehr ausgeweitet werden, würde dies einen tadelnswerten Missbrauch darstellen.[318]

Wenn der Priester mehrmals am Tag zelebriert, behält er nur das Stipendium für eine Messe und führt die anderen den vom Ordinarius vorgeschriebenen Zwecken zu.[319]

Jeder Pfarrer ist „verpflichtet, an allen Sonntagen und gebotenen Feiertagen eine Messe für das ihm anvertraute Volk zu applizieren“.[320]

2.7. Das Sakrament der Buße

Diener der Versöhnung

70. Die Gabe des Auferstandenen an die Apostel ist der Heilige Geist zur Vergebung der Sünden: „Empfangt den Heiligen Geist! Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben; wem ihr die Vergebung verweigert, dem ist sie verweigert“ (Joh 20,22-23). Christus hat das sakramentale Werk der Versöhnung des Menschen mit Gott ausschließlich seinen Aposteln und ihren Nachfolgern anvertraut. Priester sind daher nach dem Willen Christi die einzigen Ausspender des Sakramentes der Versöhnung.[321] Sie sind wie Christus gesandt, Sünder zur Bekehrung aufzurufen und durch barmherziges Urteil zum Vater zurückzubringen.

Die sakramentale Versöhnung stellt die Freundschaft mit Gott Vater wieder her und mit allen seinen Kindern in seiner Familie, welche die Kirche ist, die damit verjüngt und in allen ihren Dimensionen auferbaut wird: universal, diözesan, pfarrlich.[322]

Trotz der traurigen Feststellung, dass in den Kulturen unserer Zeit der Sinn für die Sünde weithin abhanden gekommen ist, muss der Priester mit Freude und Hingabe den Dienst der Gewissensbildung, der Vergebung und des Friedens ausüben.

Deshalb soll er sich gewissermaßen mit dem Sakrament zu identifizieren wissen und sich in Annahme der Haltung Christi wie ein guter Samariter über die verwundete Menschheit beugend, das christlich Neue an der heilsamen Dimension der Buße erkennbar machen, die auf Heilung und Vergebung hinzielt.[323]

Hingabe im Dienst der Versöhnung

71. Der Priester muss aufgrund seines Amtes[324] und aufgrund seiner sakramentalen Weihe zum Beichthören Zeit und Energie aufwenden, auch zu festgesetzten Zeiten an bestimmten Tagen.[325] Wie die Erfahrung zeigt, kommen die Gläubigen gerne zum Sakramentenempfang, wenn sie wissen und sehen, dass dafür Priester zur Verfügung stehen. Darüber hinaus sollte den einzelnen Gläubigen der Empfang des Sakramentes der Buße und Versöhnung auch während der Feier der heiligen Messe erleichtert werden.[326] Dies gilt überall, aber vor allem für die meistbesuchten Kirchen und für die Wallfahrtskirchen, wo eine brüderliche und verantwortungsvolle Zusammenarbeit mit Ordensangehörigen und älteren Priestern möglich ist.[327]

Wir dürfen nicht vergessen, dass „die gläubige und großzügige Bereitschaft der Priester, nach dem Vorbild der großen Heiligen der Geschichte, vom hl. Jean Marie Vianney und dem hl. Johannes Bosco, vom hl. Josemaría Escrivá bis zum hl. Pio da Pietrelcina, vom hl. Giuseppe Cafasso bis zum hl. Leopold Mandić, Beichte zu hören, uns allen zeigt, dass der Beichtstuhl ein wirklicher ‚Ort‘ der Heiligung sein kann“[328].

Jeder Priester wird sich an die kirchlichen Normen halten, die den Wert der individuellen Beichte verteidigen und fördern, das persönliche umfassende Sündenbekenntnis im direkten Gespräch mit dem Beichthörenden.[329] „Das persönliche und vollständige Bekenntnis und die Absolution bilden den einzigen ordentlichen Weg, auf dem ein Gläubiger, der sich einer schweren Sünde bewusst ist, mit Gott und der Kirche versöhnt wird“, und deshalb ist „jeder, dem von Amts wegen die Seelsorge aufgetragen ist, zur Vorsorge dafür verpflichtet, dass die Beichten der ihm anvertrauten Gläubigen gehört werden“[330]. Die Vornahme gemeinschaftlicher Absolutionen ohne die Einhaltung der geltenden Normen ist als schwerer Missbrauch zu betrachten.[331]

Hinsichtliche des Ortes für die Entgegennahme sakramentaler Beichten werden die Normen von der Bischofskonferenz erlassen; „dabei ist jedoch sicherzustellen, dass sich immer an offen zugänglichem Ort Beichtstühle befinden, die mit einem festen Gitter zwischen Pönitent und Beichtvater versehen sind, damit die Gläubigen, die dies wünschen, frei davon Gebrauch machen können“[332]. Der Beichthörende soll das Gewissen des Pönitenten mit womöglich wenigen, jedoch der konkreten Situation angepassten Worten erhellen, um derart eine persönliche Neuorientieung in Richtung der Bekehrung zu födern und tiefgründig auf seinen spirituellen Weg einzugehen, auch durch Auferlegung einer angemessenen Genugtuung.[333] So wird die Beichte auch als ein Moment der geistlichen Leitung erlebt werden können.

Jedenfalls wird es der Priester verstehen, die Feier der Versöhnung auf der sakramentalen Ebene zu halten, indem er die Reue über die Sünden, das Vertrauen in die Gnade anregt, etc., und zugleich der Gefahr zu begegnen, sie auf eine bloß psychologische oder einfach formalistische Tätigkeit zu reduzieren.

Dies wird sich unter anderem auch durch treue Einhaltung der geltenden Disziplin hinsichtlich des Ortes und des Beichtstuhls zeigen. „Außerhalb des Beichtstuhls dürfen Beichten nur aus gerechtem Grund entgegengenommen werden.“[334]

Beichten als Notwendigkeit

72. Wie jeder Gläubige hat es auch der Priester nötig, die eigenen Sünden und Schwächen zu beichten. Er weiß als erster, dass ihn die Praxis dieses Sakraments im Glauben sowie in der Gottes- und Nächstenliebe stärkt.

Damit unter besten Bedingungen und wirksam die Schönheit der Buße gezeigt werden kann, ist es wesentlich, dass der Diener des Sakramentes ein persönliches Zeugnis bietet und den anderen Gläubigen in der Erfahrung von Vergebung vorangeht. Dies ist auch die erste Bedingung für eine pastorale Wiederaufwertung des Sakraments der Versöhnung: in der häufigen Beichte lernt der Priester, die anderen zu verstehen, und wird – dem Vorbild der Heiligen folgend – gedrängt, „es wieder ins Zentrum […][der] pastoralen Sorge zu setzen“[335].

In diesem Sinn ist es gut, wenn die Gläubigen wissen und sehen, dass auch ihre Priester regelmäßig beichten gehen.[336] „Die ganze priesterliche Existenz würde unweigerlich schweren Schaden nehmen, wenn man es aus Nachlässigkeit oder anderen Gründen unterließe, regelmäßig und mit echtem Glauben und tiefer Frömmigkeit das Bußsakrament zu empfangen. Wenn ein Priester nicht mehr zur Beichte geht oder nicht gut beichtet, so schlägt sich das sehr schnell in seinem priesterlichen Leben und Wirken nieder, und auch die Gemeinde, deren Hirte er ist, wird dessen bald gewahr.“[337]

Seelenführung für sich und für andere

73. Parallel zum Sakrament der Versöhnung wird es der Priester auch am Dienst der Seelenführung[338] nicht fehlen lassen. Die Wiederentdeckung und Verbreitung dieser Praxis, auch zu anderen als zu den für die Beichte vorgesehenen Zeiten, ist eine große Wohltat für die Kirche in der gegenwärtigen Zeit.[339] Die großzügige und aktive Einstellung der Priester, die sie praktizieren, ist auch eine wichtige Gelegenheit, Berufungen zum Priestertum und zu den verschiedenen Formen des geweihten Lebens auszumachen und zu unterstützen.

Um zur Verbesserung ihrer Spiritualität beizutragen, ist es notwendig, dass die Priester selbst die Seelenführung praktizieren, denn „anhand einer […] geistlichen Begleitung oder Beratung ist es leichter, im Leben eines jeden Menschen das Wirken des Heiligen Geistes zu erkennen“ [340]. Indem sie die Formung ihrer Seele in die Hände eines weisen Mitbruders – Werkzeug des Heiligen Geistes – legen, werden sie schon von den ersten Schritten im Dienst an ein Bewusstsein entwickeln für die Wichtigkeit, nicht allein die Wege des geistlichen Lebens und des pastoralen Einsatzes zu gehen. Beim Gebrauch dieses in der Kirche sosehr erprobten und wirksamen Mittels der geistlichen Formung, werden die Priester volle Freiheit in der Wahl jener Person haben, die sie führen kann.

2.8. Stundengebet

74. Eine grundlegende Weise für den Priester, vor dem Herrn zu verweilen, ist das Stundengebet: darin beten wir als Menschen, die einen Dialog mit Gott brauchen, indem wir auch all denen eine Stimme geben und in ihrem Namen stellvertretend beten, die nicht beten können, es nicht wollen oder keine Zeit dafür finden.

Das Zweite Ökumenische Vatikanische Konzil weist darauf hin, dass die Gläubigen, „die das vollbringen, eine der Kirche obliegende Pflicht erfüllen und zugleich Anteil haben an der höchsten Ehre der Braut Christi; denn indem sie Gott das Lob darbringen, stehen sie im Namen der Mutter Kirche vor dem Throne Gottes“[341]. Dieses Gebet ist „die Stimme der Braut, die zum Bräutigam spricht, ja es ist das Gebet, das Christus vereint mit seinem Leibe an seinen Vater richtet“[342]. In diesem Sinne lässt der Priester das Gebet Christi, des Priesters, fortdauern und aktualisiert es.

75. Die Verpflichtung, täglich das Brevier (das Stundengebet) zu beten, gehört zu den feierlichen Verpflichtungen, die bei der Diakonweihe öffentlich übernommen worden sind und die man nicht ohne schwerwiegenden Grund unterlassen darf. Es handelt sich um eine Verpflichtung der Liebe, die in allen Situationen eingehalten werden muss, auch in den Ferien. Der Priester ist „verpflichtet, täglich alle Horen zu beten“[343], das heißt Laudes und Vesper wie auch die Lesehore, wenigstens einen Teil der Hora media und die Komplet.

76. Damit die Priester die Bedeutung des Stundengebets vertiefen können, ist es nicht nur erforderlich „die Stimme mit dem betenden Herzen in Einklang zu bringen, sondern auch ‚sich eine reichere liturgische und biblische Bildung‘ anzueignen, ‚zumal was die Psalmen betrifft‘“[344]. So muss das Wort Gottes verinnerlicht werden, aufmerksam darauf, was der Herr „mir“ mit diesem Wort sagen will, dann sind die Kommentare der Kirchenväter oder auch des Zweiten Ökumenischen Vatikanischen Konzils zu hören, das Leben der Heiligen oder auch die Ansprachen des Papstes zu vertiefen, in der zweiten Lesung der Lesehore, und mit dieser großen Anrufung zu beten, die die Psalmen darstellen, durch die wir in das Gebet der Kirche eingefügt sind. „In dem Maße, in dem wir diese Struktur verinnerlicht, sie verstanden und die Worte der Liturgie in uns aufgenommen haben, können wir eintreten in diesen inneren Einklang und daher nicht nur als Einzelpersonen mit Gott sprechen, sondern in das ,Wir‘ der betenden Kirche eintreten. Und auf diese Weise können wir auch unser ,Ich‘ verwandeln, indem wir in das ‚Wir‘ der Kirche eintreten, dieses ,Ich‘ reicher und weiter machen, mit der Kirche, mit den Worten der Kirche beten und so wirklich im Gespräch mit Gott stehen.“[345] Mehr als das Brevier zu rezitieren geht es darum, eine Haltung des Hörens zu fördern und auch die „Erfahrung der Stille“[346] zu machen. Denn das Wort kann nur in der Stille gesprochen und gehört werden. Zugleich weiß der Priester allerdings, dass unsere Zeit der stillen Sammlung nicht förderlich ist. Oftmals hat man den Eindruck, dass es so etwas wie eine Angst gibt, sich auch nur einen Augenblick von den Massenkommunikationsmitteln zu trennen.[347]

Daher müssen die Priester die Bedeutung der Sammlung und der inneren Ruhe wiederentdecken, „um in den Herzen den vollen Klang der Stimme des Heiligen Geistes zu vernehmen und um das persönliche Gebet enger mit dem Wort Gottes und mit der öffentlichen Stimme der Kirche zu vereinen“[348]. Der Priester muss immer mehr sein Wesen als Fürsprecher verinnerlichen.[349]

Mit der Eucharistie, für die er „geweiht“ und der er „zugeordnet“ ist, wird der Priester qualifizierter Fürsprecher, um mit großer Einfachheit des Herzens (simpliciter) mit Gott die Fragen und Probleme seiner Mitmenschen, seiner Brüder und Schwestern zu besprechen. Papst Johannes Paul II. sagte dazu in seiner Ansprache zum 30. Jahrestag des Dekrets Presbyterorum Ordinis: „Die priesterliche Identität ist eine Frage der Treue zu Christus und zum Volk Gottes, zu dem wir gesandt sind. Sie ist nicht nur etwas Inneres […]. Sie ist eine Realität, die von den Menschen ständig kontrolliert und geprüft wird, weil der Priester ‚aus den Menschen ausgewählt, für das Wohl der Menschen einsetzt wird in den Dingen, die Gott betreffen‘. […] Da der Priester Mittler zwischen Gott und den Menschen ist, wenden sich viele Menschen an ihn und bitten um Gebete. Das Gebet ‚macht‘ also in gewissem Sinn den Priester, besonders als Seelsorger. Und zugleich ‚macht‘ jeder Priester durch das Gebet ständig sich selbst. Ich denke an das herrliche Gebet des Breviers – Officium Divinum –, worin die ganze Kirche durch die Lippen ihrer Amtsträger zusammen mit Christus betet.“[350]

2.9. Gemeindeleiter

Priester für die Gemeinde

77. Der Priester ist aufgefordert, sich mit den typischen Anforderungen eines weiteren Aspektes seines Amtes auseinanderzusetzen, neben den bereits behandelten. Es handelt sich um die Sorge für das Leben der ihm anvertrauten Gemeinde, die sich vor allem im Zeugnis der Liebe ausdrückt.

Als Hirte der Gemeinde – nach dem Bild des Guten Hirten, der sein ganzes Leben für die Kirche hingibt – existiert und lebt der Priester für sie; für sie betet, studiert, arbeitet er und für sie opfert er sich. Für sie ist er bereit, sein Leben hinzugeben, indem er sie liebt wie Christus und ihr all seine Liebe und Hochachtung entgegenbringt[351], indem er sich mit allen Kräften und ohne Zeitgrenzen zu setzen für sie verschwendet, um sie gemäß dem Bild der Kirche als Braut Christi zum Wohlgefallen des Vaters immer schöner und der Liebe des Heiligen Geistes würdig erscheinen zu lassen.

Diese bräutliche Dimension des Priesterlebens als Hirte wird bewirken, dass er seine Gemeinde leiten wird, indem er hingebungsvoll allen und jedem ihrer Mitglieder dient, ihnen ihr Bewusstsein mit dem Licht der geoffenbarten Wahrheit erhellt, mit Vollmacht Sorge trägt für die evangeliumsgemäße Authentizität des christlichen Lebens, Irrtümer korrigiert, verzeiht, Wunden heilt, die Betrübten tröstet und die Brüderlichkeit fördert.[352]

Diese Gesamtheit von Aufmerksamkeiten garantiert nicht nur ein immer mehr transparentes und wirksames Zeugnis der Liebe, darüberhinaus wird es auch die tiefe Gemeinschaft sichtbar machen, die zwischen dem Priester und seiner Gemeinde entsteht, gleichsam als Fortsetzung und Aktualisierung der Gemeinschaft mit Gott, mit Christus und mit der Kirche.[353] In der Nachfolge Jesu ist der Priester nicht gerufen, sich dienen zu lassen, sondern zu dienen (vgl. Mt 20,28). Er muss beständig wachsam sein gegenüber der Versuchung, im Hinblick auf einen persönlichen Vorteil den großen Respekt und die Verehrung zu missbrauchen, die die Gläubigen dem Priestertum und der Kirche entgegenbringen.

Sentire cum Ecclesia“

78. Um ein guter Leiter seines Volkes zu sein, wird der Priester darauf achten, die Zeichen der Zeit zu erkennen: jene, die die Gesamtkirche und ihren Weg in der Menschheitsgeschichte betreffen, sowie jene, die eher die konkrete Situation der einzelnen Gemeinde betreffen.

Diese Unterscheidung erfordert die ständige und korrekte Aktualisierung im Studium der theologischen Wissenschaften mit Bezug auf die verschiedenen theologischen und pastoralen Probleme, sowie die Durchführung einer gewissenhaften Reflexion der sozialen, kulturellen und wissenschaftlichen Daten und Fakten, die unsere Zeit kennzeichnen.

Diese Anforderung werden die Priester in der Ausübung ihres Amtes in eine konstante und ehrliche Haltung des „sentire cum Ecclesia“ einzubringen wissen, so dass sie stets in verbindlicher Gemeinschaft mit dem Papst wirken werden, mit den Bischöfen, mit den anderen Mitbrüdern im Priestertum, mit den Diakonen, mit den durch die Gelübde der evangelischen Räte gottgeweihten Gläubigen und mit allen Gläubigen.

Die Priester sollen eine brennende Liebe zur Kirche zeigen, die die Mutter unserer christlichen Existenz ist, und sie sollen die Freude der kirchlichen Zugehörigkeit als kostbares Zeugnis für das ganze Volk Gottes leben.

Sie werden bei der Ausübung ihrer Tätigkeit überdies nicht versäumen, um die Mitarbeit von Gottgeweihten und gläubigen Laien zu ersuchen, unter Berücksichtigung der legitimen Formen und der jeweiligen Fähigkeiten jeder einzelnen Person.

2.10. Der priesterliche Zölibat

Fester Wille der Kirche

79. Überzeugt von den tiefen theologischen und pastoralen Gründen, welche die Beziehung zwischen Priestertum und Zölibat unterstützen, und erleuchtet vom Zeugnis, das auch heute den spirituellen und evangeliumsgemäßen Wert in so vielen priesterlichen Existenzen bestätigt, hat die Kirche beim Zweiten Vatikanischen Konzil und wiederholt bei späteren päpstlichen Lehraussagen den „festen Willen bekräftigt, das Gesetz beizubehalten, das von den Priesterkandidaten im lateinischen Ritus den frei gewählten und dauernden Zölibat verlangt“[354].

Der Zölibat ist nämlich eine freudige Gabe, welche die Kirche erhalten hat und bewahren will, davon überzeugt, dass er für sie selbst und für die Welt ein hohes Gut ist.

Theologisch-spirituelle Begründung des Zölibats

80. Wie jeder Wert des Evangeliums muss auch der Zölibat als Gabe der göttlichen Barmherzigkeit, als das befreiend Neue gelebt werden, als besonderes Zeugnis der Radikalität in der Nachfolge Christi und als Zeichen eschatologischer Realität: „Der Zölibat ist eine Vorwegnahme, die möglich wird durch die Gnade des Herrn, der uns zu sich ,zieht‘, zur Welt der Auferstehung hin; er lädt uns immer von neuem ein, uns selbst zu übersteigen, diese Gegenwart, hin auf die wahre Gegenwart der Zukunft, die heute Gegenwart wird.“[355]

„Nicht alle können dieses Wort erfassen, sondern nur die, denen es gegeben ist. Denn es ist so: Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht, und manche haben sich selbst dazu gemacht – um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, der erfasse es“ (Mt 19,10-12).[356] Der Zölibat erweist sich als Entsprechung in der Liebe eines Menschen, der „Vater und Mutter verlässt und Jesus folgt, dem Guten Hirten, in eine apostolische Gemeinschaft, um dem Volk Gottes zu dienen“[357].

Um mit Liebe und Großmut die erhaltene Gabe zu leben, ist es besonders wichtig, dass der Priester schon von der Seminarausbildung an die theologische Dimension und die spirituelle Begründung der kirchlichen Disziplin des Zölibats versteht[358]. Dieser verlangt als Gabe Gottes und als besonderes Charisma die Einhaltung der Keuschheit, also der vollkommenen und dauernden Enthaltsamkeit um des Himmelreiches willen, damit die geweihten Diener Christus mit ungeteiltem Herzen leichter anhangen und sich freier dem Dienst für Gott und für die Menschen widmen können[359]: „Der Zölibat trägt, da er den Menschen zu einer wunderbaren Würde erhöht, wahrhaft zur Vollendung des Menschseins bei.“[360] Bevor noch jemand seinen Willen bekundet, dazu bereit zu sein, manifestiert die kirchliche Disziplin den Willen der Kirche, der seinen tiefsten Grund im engen Band zwischen Zölibat und heiliger Weihe findet, die den Priester mit Jesus Christus, dem Haupt und Bräutigam der Kirche, konfiguriert.[361]

Der Brief an die Epheser stellt die priesterliche Gabe Christi (vgl. 5,25) in einen engen Zusammenhang mit der Heiligung der Kirche (vgl. 5,26), welche mit bräutlicher Liebe geliebt wird. Sakramental eingefügt in dieses Priestertum der exklusiven Liebe Christi zur Kirche, seiner treuen Braut, bringt der Priester mit seinem zölibatären Einsatz solche Liebe zum Ausdruck, die auch fruchtbare Quelle pastoraler Wirksamkeit wird.

Der Zölibat ist also weder ein Einfluss, der von außen auf den priesterlichen Dienst einwirkt, noch kann er einfach als eine vom Gesetz auferlegte Institution betrachtet werden. Denn wer das Weihesakrament empfängt, hat sich bewusst und frei verpflichtet[362], nach mehrjähriger Vorbereitung, gründlicher Reflexion und eifrigem Gebet. Zur festen Überzeugung gelangt, dass ihm Christus diese Gabe gibt für das Wohl der Kirche und für den Dienst an den anderen, übernimmt der Priester den Zölibat für das ganze Leben und bekräftigt diesen seinen Willen gemäss dem schon während der Diakonatsweihe gegebenen Versprechen. [363]

Aus diesen Gründen bestätigt das kirchliche Gesetz einerseits das Charisma des Zölibats und zeigt auf, wie innig es mit dem heiligen Dienst verbunden ist in jener doppelten Dimension der Beziehung zwischen Christus und der Kirche. Andererseits schützt sie die Freiheit dessen, der ihn übernimmt.[364] Der demnach unter einem neuen und hehren Titel[365] Christus geweihte Priester muss sich voll bewusst sein, dass er von Gott eine Gabe erhalten hat, von einem rechtsverbindlich genau festgelegten Band sanktioniert, aus der sich eine moralische Verpflichtung zur Einhaltung ergibt. Diese freiwillig übernommene rechtsverbindliche Verpflichtung hat noch vor dem rechtlichen Aspekt theologischen und moralischen Charakter. Sie ist Zeichen jener bräutlichen Wirklichkeit, die in der sakramentalen Weihe zum Tragen kommt.

Durch die Gabe des Zölibats übernimmt der Priester auch jene geistliche und doch reale Vaterschaft, die eine universale Dimension hat und dann besonders gegenüber der ihm anvertrauten Gemeinde konkretisiert wird.[366] „Sie sind Kinder seines Geistes, Menschen, die der Gute Hirt seiner Sorge anvertraut hat. Es sind viele Menschen, mehr als eine normale menschliche Familie umfassen kann. […] Soll das Herz des Priesters für einen solchen Dienst, für solche Sorge und Liebe verfügbar werden, so muss es frei sein. Der Zölibat ist so Zeichen einer Freiheit, die sich zum Dienst bereit macht. Aufgrund dieses Zeichens ist das hierarchische oder Amtspriestertum nach der Tradition unserer Kirche unmittelbar auf das gemeinsame Priestertum der Gläubigen hingeordnet.“[367]

Das Beispiel Jesu

81. Der Zölibat ist also Sich-selbst-Hingeben „in“ und „mit“ Christus an seine Kirche und Ausdruck despriesterlichen Dienstes an der Kirche „in“ und „mit“ dem Herrn.[368]

Das Vorbild ist der Herr selbst, indem er, entgegen der zu seiner Zeit dominierenden Kultur, sich frei entschieden hat, zölibatär zu leben. In seiner Nachfolge verließen die Jünger „alles“, um die ihnen anvertraute Mission auszuführen (Lk 18,28-30).

Aus diesem Grund wollte die Kirche seit den Zeiten der Apostel die Gabe der dauernden Enthaltsamkeit der Kleriker bewahren, und sie ist dazu übergegangen, die Kandidaten für heilige Weihen unter den Zölibatären auszuwählen (vgl. 2Thess 2,15; 1Kor 7,5; 9,5; 1Tim 3,2.12; 5,9; Tit 1,6.8).[369]

Der Zölibat ist eine Gabe, die man von der Barmherzigkeit Gottes empfängt[370], als freie Wahl und dankbare Annahme einer besonderen Berufung der Liebe zu Gott und zu den Menschen. Er darf nicht verstanden und gelebt werden als bloße Begleiterscheinung des Priestertums.

Schwierigkeiten und Einwände

82. Im aktuellen kulturellen Klima, häufig konditioniert von einer Sicht des Menschen ohne Werte und vor allem unfähig, der menschlichen Sexualität einen vollen, positiven und befreienden Sinn zu geben, stellt man immer wieder die Frage nach der Wichtigkeit und der Bedeutung des priesterlichen Zölibats oder manchmal danach, inwiefern die Angemessenheit seiner engen Verbindung und seines tiefen Einklangs mit dem Amtspriestertum zu bejahen ist.

„In gewisser Hinsicht mag diese beständige Kritik am Zölibat überraschen, in einer Zeit, in der es immer mehr Mode wird, nicht zu heiraten. Aber dieses Nicht-Heiraten ist etwas vollständig und grundlegend anderes als der Zölibat, denn das Nicht-Heiraten ist auf den Willen gegründet, nur für sich selbst zu leben, keine endgültige Bindung zu akzeptieren, das Leben zu jedem Zeitpunkt in vollkommener Autonomie zu leben, jeden Augenblick zu entscheiden, was zu tun ist, was man vom Leben nimmt; es ist daher ein ‚Nein‘ zur Bindung, ein ‚Nein‘ zur Endgültigkeit, es bedeutet, das Leben nur für sich allein zu haben. Der Zölibat dagegen ist genau das Gegenteil: er ist ein endgültiges ‚Ja‘, ein sich von den Händen Gottes Ergreifenlassen, ein sich in die Hände Gottes, in sein ‚Ich‘ Hineinlegen, das heißt es ist ein Akt der Treue und des Vertrauens, ein Akt, der auch Voraussetzung ist für die Treue in der Ehe. Es ist genau das Gegenteil dieses ‚Nein‘, dieser Autonomie, die sich nicht verpflichten will, die keine Bindung eingehen will.“[371]

Der Priester verkündet nicht sich selbst, „im eigenen Menschsein und durch das eigene Menschsein muss jeder Priester sich bewusst sein, dass er einen anderen, Gott selbst, in die Welt trägt. Gott ist der einzige Reichtum, den die Menschen letztendlich in einem Priester finden wollen.“[372] Das priesterliche Vorbild ist das eines Zeugen des Absoluten: die Tatsache, dass der Zölibat heute in vielen Bereichen wenig verstanden und geschätzt wird, darf nicht dazu führen, andere Szenarien zu entwerfen. Vielmehr erfordert es die Neuentdeckung dieser Gabe der Liebe Gottes an die Menschen. Denn der priesterliche Zölibat wird auch von vielen Menschen, die keine Christen sind, bewundert und geschätzt.

Man darf nicht vergessen, dass der Zölibat von der Praxis der Tugend der Keuschheit belebt wird, die nur gelebt werden kann durch die Pflege der Reinheit mit übernatürlicher und menschlicher Reife[373], insofern sie wesentlich ist, um das „Talent“ der Berufung zu entwickeln. Es ist unmöglich, mit einem unreinen Herzen Christus und die anderen zu lieben. Die Tugend der Reinheit macht es möglich, die Aufforderung des Apostels zu leben: „Verherrlicht also Gott in eurem Leib!“ (1Kor 6,20). Andernfalls werden, wenn diese Tugend fehlt, auch alle anderen Dimensionen beeinträchtigt. Auch wenn es wahr ist, dass es im aktuellen Kontext verschiedene Schwierigkeiten gibt, die heilige Reinheit zu leben, so ist es doch umso wahrer, dass der Herr seine Gnade überreich erweist und die notwendigen Mittel schenkt, um diese Tugend mit Freude und Gelassenheit zu praktizieren.

Um dieser Gabe ein Klima froher Ausgeglichenheit und spirituellen Fortschritts zu sichern und zu bewahren, müssen alle jene Maßnahmen ergriffen werden, die den Priester von möglichen Schwierigkeiten fernhalten.[374]

Es ist daher notwendig, dass sich Priester mit entsprechender Klugheit im Umgang mit Personen verhalten, mit denen vertraut zu sein die Treue zur Gabe gefährden oder bei den Gläubigen Ärgernis hervorrufen könnte.[375] In Einzelfällen muss man sich dem Urteil des Bischofs unterwerfen, der verpflichtet ist, in der Materie genaue Normen zu erlassen.[376] Konsequenterweise muss sich der Priester allen zweideutigen Verhaltens enthalten und darf seine Hauptpflicht nicht vergessen, die darin besteht, von der erlösenden Liebe Christi Zeugnis zu geben. Im Zusammenhang mit diesem Thema haben sich unglücklicherweise Situationen ergeben, die der Kirche und ihrer Glaubwürdigkeit großen Schaden zugefügt haben, auch wenn es in der Welt viel mehr solcher Situationen gibt. Der aktuelle Kontext verlangt von den Priestern eine noch größere Sensibilität und Klugheit in Bezug auf die Beziehung zu Kindern und Schutzbefohlenen.[377] Insbesondere sind Situationen zu vermeiden, die Anlass zu Gerede geben könnten (z.B. Kinder allein ins Pfarrhaus zu lassen oder Minderjährige im Auto mitzunehmen). Was die Beichte angeht, wäre es angebracht, wenn die Minderjährigen normalerweise im Beichtstuhl während der Öffnungszeiten der Kirche beichten oder andernfalls, wenn aus irgendeinem Grund eine andere Lösung notwendig wäre, die entsprechenden Gebote der Klugheit beachtet werden.

Überdies sollen die Priester jene asketischen Regeln befolgen, die von der Erfahrung der Kirche garantiert sind und die von den heutigen Umständen erst recht eingefordert werden. Daher sollen sie klugerweise vermeiden, gewisse Orte zu frequentieren und Vorstellungen beizuwohnen, sich schlechter Lektüre zu widmen oder Internetseiten aufzurufen, was immer die Einhaltung der zölibatären Keuschheit gefährden[378] oder sogar Anlass zu schweren Sünden gegen die christliche Moral sein könnte. Beim Gebrauch von sozialen Kommunikationsmitteln, als Mitarbeiter oder als Nutznießer derselben, sollen sie die nötige Diskretion wahren und alles vermeiden, was der Berufung schaden könnte.

Um in einem Klima ausgeprägter sexueller Permissivität die empfangene Gabe mit Liebe zu bewahren, müssen die Priester auf all jene natürlichen und übernatürlichen Mittel zurückgreifen, an denen die Tradition der Kirche so reich ist. Zum einen die priesterliche Freundschaft, die Pflege guter Beziehungen, die Askese und die Selbstbeherrschung, die Abtötung; es ist auch nützlich, eine Kultur der Schönheit in den verschiedenen Bereichen des Lebens zu fördern, die im Kampf gegen alles, was entwürdigend und schädlich ist, hilft, eine gewisse Leidenschaft für den eigenen apostolischen Dienst zu hegen, eine gewisse Einsamkeit freudig zu akzeptieren, eine weise und fruchtbare Einteilung der Freizeit, damit diese keine unausgefüllte Zeit wird. Ebensowichtig ist die Gemeinschaft mit Christus, eine tiefe eucharistische Spiritualität, die häufige Beichte, die geistliche Leitung, Einkehrtage und Exerzitien, einen Geist der Annahme der Kreuze des täglichen Lebens, das Vertrauen in und die Liebe zur Kirche, die kindliche Verehrung der seligen Jungfrau Maria, ebenso wie die Betrachtung der Beispiele heiliger Priester aller Zeiten.[379]

Schwierigkeiten und Einwände haben im Lauf der Jahrhunderte immer die Entscheidung der lateinischen und mancher orientalischen Kirche begleitet, das Amtspriestertum nur solchen Männern zu übertragen, die von Gott die Gabe der Keuschheit im Zölibat erhalten haben. Die Disziplin der anderen orientalischen Kirchen, die verheiratete Priester zulassen, steht in keinem Widerspruch zur lateinischen Kirche. Immerhin verlangen dieselben orientalischen Kirchen nämlich den Zölibat der Bischöfe. Außerdem gestatten sie nicht die Heirat von Priestern und sie erlauben nicht die Wiederverheiratung von Witwern. Es handelt sich immer und nur um die Weihe bereits verheirateter Männer.

Die Einwände, die manche auch heute vorbringen, werden oft mit einem Vorwand als Argument begründet, wie zum Beispiel der Vorwurf eines fleischlosen Spiritualismus oder der Vorwurf, dass Enthaltsamkeit Misstrauen und Verachtung der Sexualität bedeute, oder man geht von traurigen und schmerzlichen Einzelfällen aus, die verallgemeinert werden. Man vergisst allerdings das Zeugnis, das von der überwiegenden Mehrheit der Priester gegeben wird, die den eigenen Zölibat mit innerer Freiheit leben, mit reichhaltiger aus dem Evangelium geschöpfter Motivation, mit spiritueller Fruchtbarkeit, in einem Horizont überzeugter Treue und voll Freude über die eigene Berufung und Sendung, ganz zu schweigen von den vielen Laien, die glücklich sind, einen fruchtbaren apostolischen Zölibat zu leben.

2.11. Priesterliche Armut

Armut als Verfügbarkeit

83. Die Armut Jesu ist auf das Heil bezogen: Christus, der reich war, hat sich für uns arm gemacht, damit wir durch seine Armut reich würden (2Kor 8,9).

Der Brief an die Philipper zeigt die Beziehung zwischen Entäußerung seiner selbst und dem Geist des Dienstes, der das pastorale Amt beseelen muss. Paulus schreibt ja, dass Jesus nicht „daran festhielt, Gott gleich zu sein, sondern sich entäußerte und wie ein Sklave wurde“ (2,6-7). In Wahrheit wird der Priester schwerlich zum wahren Knecht und Diener seiner Brüder werden, wenn er sich allzusehr um seine Annehmlichkeiten und um ein exzessives Wohlergehen kümmert.

Durch seine Armut zeigt Christus, dass er alles von Ewigkeit her vom Vater empfangen hat und ihm alles bis zur Ganzhingabe seines Lebens zurückgibt.

Das Beispiel Christi muss den Priester dahin bringen, ihm gleichförmig zu werden, in innerer Freiheit gegenüber allen Gütern und Reichtümern der Welt.[380] Der Herr lehrt uns, dass das wahre Gut Gott ist und dass der wahre Reichtum im Gewinn des ewigen Lebens besteht: „Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber seine Seele verliert, sein Leben einbüßt? Um welchen Preis könnte ein Mensch sein Leben zurückkaufen?“ (Mk 8,36-37). Jeder Priester ist gerufen, die Tugend der Armut zu leben, die wesentlich darin besteht, sein Herz Christus zu übergeben, als wahren Schatz, und es nicht an die materiellen Güter zu verlieren.

Der Priester, dessen Erbteil der Herr ist (vgl. Num 18,20)[381], weiß darum, dass seine Sendung wie jene der Kirche inmitten der Welt auszuführen ist und dass die geschaffenen Güter für die persönliche Entwicklung des Menschen nötig sind. Er wird jedoch solche Güter mit Sinn für Verantwortung und Bescheidenheit gebrauchen, mit rechter Intention und Abstand, eben wie jemand, der seinen Schatz im Himmel hat und weiß, dass alles zum Aufbau des Reiches Gottes genützt werden muss (Lk 10,7; Mt 10,9-10; 1Kor 9,14; Gal 6,6)[382]. Daher wird er sich gewinnbringender Tätigkeiten enthalten, die nicht seinem Amt entsprechen.[383] Der Priester muss außerdem vermeiden, auch nur den geringsten Anlass zu Unterstellungen zu geben hinsichtlich der Tatsache, dass er sein Amt auch als Gelegenheit verstehen könnte, Nutzen daraus zu ziehen, die Seinen zu begünstigen oder privilegierte Positionen anzustreben. Er muss vielmehr mitten unter den Menschen sein, um den anderen ohne Einschränkung zu dienen, indem er dem Beispiel Christi, des Guten Hirten, folgt (vgl. Joh 10,10). Sich überdies erinnernd, dass das Geschenk, welches er erhalten hat, umsonst ist, sei er bereit, umsonst zu geben (Mt 10,8; Apg 8,18-25)[384], und was er bei der Ausübung seines Amtes erhalten hat, für das Wohl der Kirche und karitative Zwecke einzusetzen, nachdem er für den eigenen angemessenen Unterhalt und für die Erfüllung seiner Standespflichten gesorgt hat.[385]

Schließlich ist der Priester, obwohl er Armut nicht durch ein öffentliches Gelübde versprochen hat, an eine einfache Lebensführung gehalten. Er muss sich all dessen enthalten, was den Beigeschmack der „vanitas“[386] hat, und so die freiwillige Armut annehmen, um so Christus in größerer Nähe zu folgen[387]. In allem (Wohnung, Transportmittel, Urlaub, usw.) vermeide der Priester jede Art von Wählerischsein und Luxus.[388] In diesem Sinne muss der Priester Tag für Tag dagegen ankämpfen, dass er nicht dem Konsumismus erliegt und einem bequemen Leben verfällt, von dem heute die Gesellschaft in vielen Teilen der Welt durchdrungen ist. Eine ernsthafte Gewissenserforschung wird ihm helfen, festzustellen, wie sein Lebensstandard aussieht, wie es um seine Bereitschaft bestellt ist, für die Gläubigen Sorge zu tragen und die eigenen Pflichten zu erfüllen. Sie wird ihm helfen, sich zu fragen, ob die Mittel, derer er sich bedient, einer echten Notwendigkeit entsprechen oder ob er im Gegenteil Bequemlichkeit sucht und das Opfer scheut. Gerade in der Übereinstimmung zwischen dem, was er sagt, und dem, was er tut, insbesondere in Bezug auf die Armut, steht zum großen Teil die Glaubwürdigkeit des Priesters und die Wirksamkeit seines Apostolats auf dem Spiel.

Als Freund der Ärmsten wird er ihnen die besondere Aufmerksamkeit seiner pastoralen Liebe widmen, mit einer bevorzugenden Option für jegliche Form von alter und neuer Armut, die es tragischerweise auf der Welt gibt. Er erinnert sich immer daran, dass das erste Elend, von dem der Mensch befreit werden muss, die Sünde ist, die tiefste Wurzel jeden Übels.

2.12. Marienverehrung

Die Tugenden der Mutter nachahmen

84. Es gibt eine „wesenhafte Beziehung zwischen der Mutter Jesu und dem Priestertum der Diener ihres Sohnes“, die aus jener zwischen der Gottesmutterschaft Marias und dem Priestertum Christi hervorgeht.[389]

In dieser Beziehung ist die marianische Spiritualität jedes Priesters verwurzelt. Priesterliche Spiritualität kann nicht vollständig sein ohne die ernsthafte Erwägung des letzen Willens Christi am Kreuz, der die Mutter dem auserwählten Jünger anvertraute und durch ihn allen Priestern, die zur Fortführung seines Erlösungswerkes berufen sind.

Wie dem Johannes zu Füßen des Kreuzes, so ist in besonderer Weise jedem Priester Maria als Mutter anvertraut (vgl. Joh 19,26-27).

Die Priester, die zu den am meisten geliebten Jüngern des gekreuzigten und auferstandenen Jesus zählen, müssen Maria als ihre Mutter in ihr eigenes Leben aufnehmen und sie zum Objekt ständiger Aufmerksamkeit und Gebetsverbundenheit machen. Die immerwährende Jungfrau wird dann die Mutter, die sie zu Christus hinführt, die sie authentische Liebe zur Kirche lehrt, die für sie eintritt und zum Himmelreich geleitet.

85. Jeder Priester weiß, dass Maria eben weil sie Mutter ist, auch die hervorragendste Erzieherin in seinem Priestertum ist, ja, dass sie es ist, die sein priesterliches Herz zu formen, ihn vor Gefahren, vor Müdigkeiten und vor Entmutigungen zu schützen weiß, sowie mit mütterlichem Eifer wacht, bis er an Weisheit, Alter und Gnade zunimmt, vor Gott und vor den Menschen (vgl. Lk 2,40).

Allerdings sind jene keine guten Söhne, welche die Tugenden der Mutter nicht nachzuahmen wissen. Der Priester wird also auf Maria schauen, um ein demütiger, gehorsamer, keuscher Diener zu sein und um die Liebe in der Ganzhingabe an den Herrn und an die Kirche zu bezeugen.[390]

Die Eucharistie und Maria

86. In jeder Eucharistiefeier hören wir jenes „Siehe dein Sohn!“, das der Sohn zu seiner Mutter sagt, während er selbst an uns gerichtet wiederholt: „Siehe deine Mutter!“ (Joh 19,26-27). Die Eucharistie zu leben bedeutet auch, kontinuierlich dieses Geschenk zu empfangen: „In ihrem ganzen Leben ist Maria eine ‚eucharistische‘ Frau. Die Kirche, die auf Maria wie auf ihr Urbild blickt, ist berufen, sie auch in ihrer Beziehung zu diesem heiligsten Mysterium nachzuahmen. […] Mit der Kirche und als Mutter der Kirche ist Maria in jeder unserer Eucharistiefeiern anwesend. Wenn die Kirche und die Eucharistie untrennbar miteinander verbunden sind, muss dasselbe auch von Maria und der Eucharistie gesagt werden.“[391] So umfasst die Begegnung mit Jesus im Altarsopfer unweigerlich auch eine Begegnung mit Maria, seiner Mutter. Denn „durch seine Identifizierung und sakramentale Gleichgestaltung mit Jesus, dem Sohn Gottes und Sohn Marias, kann und muss jeder Priester sich wirklich als besonders geliebter Sohn dieser erhabenen und zutiefst demütigen Mutter fühlen“[392].

Als erste Frucht des priesterlichen Opfers Christi repräsentiert die immerwährende Jungfrau und Gottesmutter die Kirche in reinster Form, „ohne Flecken und Falten“, ganz „heilig und makellos“ (Eph 5,27). Diese Betrachtung der seligen Jungfrau – zu der sich auch der heilige Josef gesellt, Meister des inneren Lebens – stellt dem Priester das Ideal vor Augen, das es im Dienst an der eigenen Gemeinde hochzuhalten gilt, bis auch sie „verherrlichte Kirche“ (ibid.) wird durch das priesterliche Geschenk des eigenen Lebens.

III. FORMATIO PERMANENS

Für den Priester besteht stets die Notwendigkeit, seine Bildung und Formung zu vertiefen. Auch wenn er am Tag seiner Weihe das unauslöschliche Siegel erhalten hat, das ihn in æternum Christus, dem Haupt und Hirten, gleichgestaltet, ist er zu steter Verbesserung aufgerufen, um seinen Dienst wirksamer auszuüben. In dieser Hinsicht ist es von grundlegender Bedeutung, dass die Priester sich der Tatsache bewusst sind, dass ihre Ausbildung mit den Jahren im Priesterseminar nicht abgeschlossen ist. Im Gegenteil, vom Tag seiner Weihe an, muss der Priester die Notwendigkeit spüren, sich beständig zu vervollkommnen, um immer mehr Christus, dem Herrn, zu gehören.

3.1. Grundsätze

Notwendigkeit von Weiterbildung heute

87. Benedikt XVI. hat darauf hingewiesen, dass „das Thema der priesterlichen Identität […] für die Ausübung des Amtspriestertums in Gegenwart und Zukunft entscheidend“[393] ist. Diese Worte des Heiligen Vaters bilden den Bezugspunkt, auf den hin die beständige Weiterbildung des Klerus ausgerichtet sein muss: Hilfestellung zu geben, um die Bedeutung des Priesterseins zu vertiefen. „Die grundlegende Beziehung für den Priester ist die zu Jesus Christus, dem Haupt und Hirten“[394], und in diesem Sinne müsste die beständige Weiterbildung ein Mittel sein, um diese „exklusive“ Beziehung wachsen zu lassen, die sich notwendigerweise auf das gesamte Sein und Tun des Priesters auswirkt. Die Weiterbildung ist ein Erfordernis, das entsteht und sich entfaltet aus dem Empfang des Weihesakramentes, durch das der Priester nicht nur vom Vater „geweiht“ und vom Sohn „gesandt“ wird, sondern auch „beseelt“ wird vom Heiligen Geist. Sie ist deshalb dazu bestimmt fortschreitend Leben und Wirken des Priesters immer tiefer zu ergreifen und umzugestalten in Treue zur empfangenen Gabe: „Darum rufe ich dir ins Gedächtnis: Entfache die Gnade Gottes wieder, die dir durch die Auflegung meiner Hände zuteil geworden ist“ (2Tim 1,6).

Es handelt sich dabei um eine Notwendigkeit, die zutiefst verbunden ist mit der göttlichen Gabe selbst[395], die immerfort „belebt“ werden muss, auf dass der Priester seiner Berufung angemessen entsprechen kann. Als geschichtlich eingebundenem Menschen eignet ihm das Bedürfnis, sich in allen Aspekten seiner menschlichen und geistlichen Existenz zu vervollkommnen, um jene Gleichförmigkeit mit Christus zu erreichen, die das einende Prinzip von allem darstellt.

Die schnellen und vielfältigen Veränderungen und ein oft säkularisiertes soziales Umfeld sind Kennzeichen der gegenwärtigen Welt und darüberhinaus Faktoren, die eine Verpflichtung des Priesters unabweisbar machen, angemessen vorbereitet zu sein, um die eigene Identität nicht zu verwässern und auf die Anforderungen der neuen Evangelisierung zu antworten. Diese bereits schwere Verpflichtung geht einher mit einem ausdrücklichen Recht der Gläubigen, denen die Früchte der guten Ausbildung und Heiligkeit der Priester zugute kommen.[396]

88. Das geistliche Leben des Priesters und sein pastoraler Dienst sind mit der fortgesetzten Arbeit an sich selbst – Mitwirkung am heiligenden Wirken des Heiligen Geistes – in einer Weise zu vereinen, die es erlaubt, dass sowohl die geistliche, als auch die menschliche, wie die geistige und pastorale Bildung vertieft und in eine harmonische Synthese gebracht werden. Diese Arbeit, die mit der Seminarzeit beginnen muss, ist von den Bischöfen auf verschiedenen Ebenen zu fördern: national, regional und vor allem diözesan.

Es ist Anlass zur Ermutigung, feststellen zu können, dass bereits zahlreiche Diözesen und Bischofskonferenzen vielversprechende Initiativen unternehmen, um eine echte Weiterbildung der eigenen Priester zu gewährleisten. Es ist zu wünschen, dass alle Diözesen sich diesem Erfordernis stellen. Wo dies jedoch momentan nicht geschehen kann, ist es ratsam, dass solche sich untereinander verständigen oder Kontakt aufnehmen mit jenen Einrichtungen oder Personen, die besonders geeignet sind für die Ausführung einer so bedeutsamen Aufgabe.[397]

Mittel der Heiligung

89. Die Weiterbildung erweist sich für den Priester als notwendiges Mittel, um den Sinn seiner Berufung zu erfüllen: den Dienst für Gott und an seinem Volk.

Praktisch besteht sie darin, allen Priestern zu helfen, großzügig dem Einsatz zu entsprechen, den die Würde und die Verantwortung erfordern, die Gott ihnen durch das Weihesakrament übertragen hat; im Bewahren, Verteidigen und Entfalten ihrer spezifischen Identität und Berufung; in der Heiligung ihrer selbst und der anderen durch die Ausübung ihres heiligen Dienstes.

Dies bedeutet, dass der Priester jeglichen Dualismus zwischen Spiritualität und Dienstamt vermeiden muss, die wesentliche Ursache mancher Krise.

Klar ist: Um diese Zielsetzungen übernatürlicher Ordnung zu erreichen, müssen die allgemeinen Kriterien freigelegt und analysiert werden, mit denen die Weiterbildung der Priester strukturiert werden soll.

Diese allgemeinen Kriterien oder Prinzipien der Organisation müssen entworfen werden von ihrer Zielsetzung her, die ihnen vorgegeben ist, oder – treffender ausgedrückt – sie sind in ihr zu suchen.

Sie muss von der Kirche erteilt werden

90. Weiterbildung ist Recht und Pflicht des Priesters, sie zu erteilen, ist Recht und Pflicht der Kirche. Dies ist daher vom allgemeinen Recht festgelegt.[398] Wie nämlich die Berufung zum heiligen Dienst empfangen wird in der Kirche, so kommt es allein der Kirche zu, die spezifische Ausbildung gemäß der Verantwortung dieses Dienstes vorzuschreiben. Weil die Weiterbildung eine Unternehmung ist, die an die Ausübung des Amtspriestertums gebunden ist, gehört sie in die Verantwortung des Papstes und der Bischöfe. Die Kirche hat deshalb die Pflicht und das Recht, die Ausbildung ihrer Diener fortzuführen, um ihnen beim Fortschritt zu helfen im großzügigen Antworten auf die Gabe, die Gott ihnen verliehen hat.

Der Amtsträger hat mit der Weihe – als Erfordernis der Gabe – auch das Recht erhalten, seitens der Kirche die nötige Hilfe zu empfangen, um seinen Dienst wirksam und heiligmäßig zu erfüllen.

Sie muss kontinuierlich sein

91. Die Bildungstätigkeit gründet auf einem dynamischen, dem Charisma des Amtes innewohnenden Anspruch, wobei das Amt selbst in sich fortdauernd Bestand hat und unwiderruflich ist. Sie kann darum niemals als abgeschlossen gelten, weder auf seiten der Kirche, die sie vorschreibt, noch auf seiten des Amtsträgers, der sie erhält. Es ist also notwendig, sie in solcher Weise zu konzipieren und zu entfalten, dass alle Priester sie stets empfangen können, wobei jenen Möglichkeiten und Eigenheiten Rechnung zu tragen ist, die mit der Verschiedenheit in Alter, Lebensbedingungen und anvertrauten Aufgaben verbunden sind.[399]

Sie muss umfassend sein

92. Eine solche Ausbildung soll alle Dimensionen der priesterlichen Bildung umfassen und aufeinander abstimmen. Sie soll also darauf ausgerichtet sein, dass jedem Priester zur Entfaltung einer menschlich gereiften Persönlichkeit im Geist des Dienstes an den anderen verholfen wird, welche Aufgabe auch immer ihm anvertraut wird; dass er in Übereinstimmung mit dem Lehramt der Kirche in den theologischen[400] und auch in den Humanwissenschaften, die mit seinem Dienst verbunden sind, intellektuell ausgebildet ist, damit er mit größerer Wirksamkeit seine Aufgabe als Zeuge des Glaubens ausüben kann; dass er ein tiefes und solides geistliches Leben zu führen vermag, das von der Vertrautheit mit Jesus Christus und von der Liebe zur Kirche genährt wird; dass er seinen pastoralen Dienst mit Einsatz und Hingabe ausüben kann.

Daher muss eine solche Ausbildung umfassend sein: in gleicher Weise spirituell, pastoral, menschlich, intellektuell, systematisch und personal.

Menschliche Bildung

93. Die menschliche Bildung ist besonders wichtig, denn „ohne eine angemessene menschliche Bildung entbehrte die ganze Priesterausbildung ihrer notwendigen Grundlage“[401]; sie stellt objektiv die Grundlage dar, auf der es möglich ist, den Bau der intellektuellen, geistlichen und pastoralen Formung zu errichten. Der Priester darf nicht vergessen, dass er „aus den Menschen erwählt, […] einer von ihnen bleibt und gerufen ist, ihnen zu dienen, indem er ihnen das Leben Gottes schenkt“[402]. Darum wird sich der Priester als Bruder unter Brüdern, um sich zu heiligen und um seine priesterliche Sendung zu erfüllen, mit einer guten Ausrüstung an menschlichen Tugenden präsentieren müssen, die ihn der Achtung seiner Brüder wert werden lassen. Man muss daran erinnern, dass es „für den Priester, der andere auf dem Weg durchs Leben und bis zur Pforte des Todes begleiten soll, wichtig ist, dass er selbst Herz und Verstand, Vernunft und Gefühl, Leib und Seele ins rechte Gleichgewicht gebracht hat und menschlich ‚integer‘ ist.“[403]

Den Blick fest auf Christus gerichtet, wird er besonders die Herzensgüte praktizieren müssen, Geduld, Liebenswürdigkeit, Charakterfestigkeit, Gerechtigkeitssinn, Ausgeglichenheit, Treue zum gegebenen Wort, Kohärenz mit freiwillig übernommenen Verpflichtungen, etc.[404]

Ebenso ist es wichtig, dass der Priester über sein soziales Verhalten nachdenkt, über die Korrektheit der verschiedenen Formen menschlicher Beziehungen, über Werte der Freundschaft, über gute Umgangsformen, usw. Die beständige Weiterbildung in diesem Bereich begünstigt das Wachstum in den menschlichen Tugenden und hilft dem Priester, jeden Augenblick „die Einheit des Lebens in der Erfüllung ihres Dienstes“[405] zu leben, von den herzlichen Umgangsformen über die normalen Regeln eines guten Verhaltens bis hin zur Fähigkeit, sich in jedem Kontext entsprechend zu verhalten.

Es gibt eine Verbindung zwischen natürlich-menschlichem Leben und geistlichem Leben, die abhängt von der dem menschlichen Wesen eigenen Einheit von Leib und Seele, und aus diesem Grund ist die „Struktur“ der menschlichen Persönlichkeit, dort wo schwerwiegende menschliche Defizite bestehen, niemals sicher vor plötzlichen „Zusammenbrüchen“.

Ebenso ist es wichtig, dass der Priester über sein soziales Verhalten nachdenkt, über die Korrektheit und die gute Erziehung – die auch der Liebe und der Demut enstammen – in den verschiedenen Formen menschlicher Beziehungen, über die Werte der Freundschaft, über gute Umgangsformen, etc.

Schließlich muss diese Bildung in der heutigen kulturellen Situation auch so ausgerichtet sein, dass sie zur menschlichen Reifung beiträgt, auch unter Zuhilfenahme, falls dies sich als als notwendig erweisen sollte, der psychologischen Wissenschaften[406]. Auch wenn diese Formung in ihren Inhalten schwer zu bestimmen ist, wird sie unweigerlich Ausgeglichenheit und Harmonie umfassen in der Integration der Bestrebungen und der Werte, sowie eine psychische und affektive Stabilität, Klugheit, Objektivität in den Urteilen, Stärke in der Beherrschung des eigenen Charakters, Aufgeschlossenheit, etc. Auf diese Weise wird man den Priestern, vor allem den jüngeren unter ihnen, helfen, an menschlicher und affektiver Reife zu gewinnen. In Bezug auf letzteren Aspekt wird man auch lehren, mit Taktgefühl die Keuschheit zu leben, verbunden mit Bescheidenheit und Zurückhaltung, insbesondere im weisen Gebrauch von Fernsehen und Internet.

Besonders wichtig ist in der Tat eine Bildung im Gebrauch des Internet und der neuen Kommunikationstechnologien allgemein. Nüchternheit und Maß sind notwendig, um Hindernisse für ein Leben in der Vertrautheit mit Gott zu umgehen. Das Web enthält große Potentialitäten im Hinblick auf die Evangelisierung. Wenn aber diese Potentialitäten schlecht genutzt werden, können sie den Seelen auch schweren Schaden zufügen; zuweilen kann sich unter dem Vorwand einer besseren Zeitausnutzung oder des notwendigen Informiertseins eine ungeordnete Neugier entwickeln, die die stets notwendige Sammlung behindert, von der die Wirksamkeit des Einsatzes abhängt.

Zweifellos bildet der Gebrauch des Internet eine nützliche Gelegenheit, um mit der Verkündigung des Evangeliums viele Menschen zu erreichen. Dennoch muss der Priester klug und ausgewogen seinen Einsatz abwägen, so dass er seinem pastoralen Dienst keine Zeit stiehlt, im Hinblick auf die Verkündigung des Wortes Gottes, die Feier der Sakramente, die geistliche Leitung, etc., Aspekte, in denen er wirklich unersetzlich ist. In jedem Fall wird seine Beteiligung in diesen Bereichen stets eine besondere Nächstenliebe spiegeln müssen, einen Sinn für das Übernatürliche, Nüchternheit und Maß, um zu bewirken, dass sich alle nicht so sehr von der Person des Priesters als vielmehr von Jesus Christus, unserem Herrn selbst angezogen fühlen.

Spirituelle Formung

94. Unter Bezugnahme auf all das, was bereits ausführlich zum geistlichen Leben dargelegt wurde, wird an dieser Stelle lediglich auf einige praktische Methoden der Bildung verwiesen.

Vor allem wäre es notwendig, die entscheidenden Aspekte der priesterlichen Existenz zu vertiefen, indem besonders die biblische, patristische, theologische und hagiographische Lehre herangezogen werden. Darin soll sich der Priester ständig auf dem Laufenden halten, nicht nur durch die Lektüre guter Bücher, sondern auch durch die Teilnahme an Kursen, Tagungen, usw. [407]

Besondere Studientage sollten der Sorge um die Feier der Sakramente gewidmet sein, wie auch dem Studium von Fragen der Spiritualität, wie etwa christliche und menschliche Tugenden, Formen des Gebets, Beziehung zwischen dem geistlichen Leben und liturgischem Dienst, Pastoral, usw.

Konkret wäre es wünschenswert, dass jeder Priester, womöglich in zeitlicher Übereinstimmung mit geistlichen Übungen, einen eigenen Entwurf seines persönlichen Lebens ausarbeitet, in Absprache mit seinem geistlichen Begleiter. Dafür wollen wir einige Punkte andeuten: 1. tägliche Meditation des Wortes der Schrift oder eines Glaubensgeheimnisses; 2. tägliche Begegnung mit Jesus in der Eucharistie, über die andächtige Feier der Heiligen Messe und die häufige Beichte hinaus; 3. marianische Frömmigkeit (Rosenkranz, Weihe, vertrautes Zwiegespräch); 4. Zeit für theologische und hagiographische Weiterbildung; 5. gebührende Ruhepause; 6. erneutes Bemühen um Verwirklichung der Weisungen des eigenen Bischofs und Überprüfung der eigenen überzeugten Zustimmung zum Lehramt und zur Ordnung der Kirche; 7. Pflege von Einheit sowie Freundschaft und Brüderlichkeit unter den Priestern. Andere Aspekte wie die eigene Zeiteinteilung und der Gebrauch des Besitzes, die Arbeit und die Wichtigkeit, mit anderen zusammenzuarbeiten, sollten ebenfalls vertieft werden.

Intellektuelle Bildung

95. Im Blick auf den enormen Einfluss humanistisch-philosophischer Strömungen in der modernen Kultur und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Priester nicht immer entsprechende Ausbildung in diesen Disziplinen erworben haben (vielleicht auch, weil sie von unterschiedlichen Studienausrichtungen geprägt sind), ist es notwendig, dass in den Studientagen die hauptsächlichen humanistischen und philosophischen Themen behandelt werden oder auch Themen, „die mit den theologischen [Wissenschaften] verbunden sind, […] soweit sie im besonderen zur Ausübung des Hirtendienstes“ beitragen.[408]

Diese Themen stellen auch eine wertvolle Hilfe dar, um die Hauptfragen der Heiligen Schrift, der Fundamentaltheologie, der Dogmatik und der Moraltheologie, der Liturgie, des Kanonischen Rechts, des Ökumenismus, usw. in der richtigen Weise zu behandeln. Dabei ist darauf zu achten, dass die Darlegung dieser Themen weder nur „problematisierend“ noch rein theoretisch oder informativ erfolgt, sondern zu einer authentischen Bildung, d.h. zum Gebet, zur Gemeinschaft und zum pastoralen Handeln, führen soll. Außerdem wird das – möglichst tägliche – Studium von Handbüchern oder philosophischen oder theologischen Abhandlungen und dem Kirchenrecht eine große Hilfe sein, um das sentire cum Ecclesia zu vertiefen; in dieser Aufgabe stellen der Katechismus der Katholischen Kirche und sein Kompendium ein wertvolles und grundlegendes Mittel dar.

In den Studientagen sollen die Dokumente des Lehramtes gemeinsam und unter kompetenter Anleitung vertieft werden, um in der diözesanen Pastoral jene Einheit der Interpretation und der Praxis zu erleichtern, die dem Bemühen um die Evangelisierung so sehr nützt.

Besonders wichtig für die intellektuelle Bildung ist die Behandlung aktueller Themen, wie z.B. jener, die sich auf die Sozialethik, die Bioethik, sowie auf andere Themen von größerer pastoraler Bedeutung beziehen.

Eine eingehende Behandlung soll ferner jenen Fragen gewidmet sein, die sich aus dem technischen Fortschritt ergeben, der ja die Geisteshaltung und das Leben der heutigen Menschen so tief beeinflusst. Der Priester darf sich der Erfordernis nicht entziehen, in angemessener Weise auf dem Laufenden zu bleiben sowie bereit zu sein, Rede und Antwort zu stehen und Zeugnis zu geben von seiner Hoffnung (vgl. 1Pt 3,15) angesichts der Fragen, die ihm die Gläubigen – von denen viele eine höhere Bildung haben – stellen können, indem er von den Fortschritten im Bereich der Wissenschaften unterrichtet ist und es nicht unterlässt, auf die Beratung ausgebildeter und zuverlässiger Fachleute zurückzugreifen. So muss der Priester in der Darlegung der Heiligen Schrift die progressive Zunahme der intellektuellen Bildung der Menschen berücksichtigen und sich ihrem Niveau anzupassen wissen, den verschiedenen Gruppen oder ihrer Herkunft entsprechend.

Äußerst wichtig ist es ferner, die Soziallehre der Kirche zu studieren, zu vertiefen und zu verbreiten. Den Anregungen des Lehramtes folgend ist es erforderlich, dass das Interesse jedes Priesters – und, durch sie, das Interesse aller Gläubigen – zugunsten der Bedürftigen nicht auf der Ebene eines frommen Wunsches bleibt, sondern sich in eine konkrete Verpflichtung des Lebens übersetzt. „Heute mehr denn je ist sich die Kirche bewusst, dass ihre soziale Botschaft in erster Linie im Zeugnis der Werke Glaubwürdigkeit erlangt, eher noch als in ihrer Kohärenz und inneren Logik.“[409]

Ein unerlässliches Erfordernis für die intellektuelle Bildung der Priester ist die Kenntnis und der weise Gebrauch der sozialen Kommunikationsmittel in ihrer Tätigkeit. Diese stellen, wenn sie gut verwendet werden, ein providentielles Instrument der Evangelisierung dar, indem so nicht nur eine große Zahl von Gläubigen erreicht, sondern auch tiefgehend auf ihre Geisteshaltung und Verhaltensweise eingewirkt werden kann.

Dazu wäre es angemessen, dass der Bischof oder die Bischofskonferenz selbst Programme und technische Mittel vorbereiten, die für diesen Zweck geeignet sind. Zugleich muss der Priester jede Art von Zurschaustellung vermeiden, so dass nicht er es ist, der vor den Frauen und Männern seiner Zeit brilliert, sondern dass Christus hervortritt.

Pastorale Ausbildung

96. Für eine entsprechende pastorale Bildung ist es nötig, Studientage zu veranstalten, die als Hauptziel die Reflexion über den Pastoralplan der Diözese haben sollten. Es sollte auch die Behandlung all jener Fragen nicht fehlen, die zum Leben und zur pastoralen Tätigkeit der Priester gehören, wie z.B. die Fundamentalmoral, die Berufs- und Sozialethik, etc. Von besonderem Interesse könnte die Veranstaltung von Kursen oder Seminaren über die Pastoral des Bußsakraments sein[410] oder über praktische Fragen der geistlichen Leitung, sowohl allgemein wie auch in besonderen Situationen. Die praktische Ausbildung im Bereich der Liturgie ist ebenso von besonderer Wichtigkeit. Besondere Aufmerksamkeit sollte darauf gerichtet werden, zu lernen, die heilige Messe gut zu zelebrieren – wie bereits bemerkt wurde ist die ars celebrandi eine Bedingung sine qua non der actuosa partecipatio der Gläubigen – und auch auf die Anbetung außerhalb der Messe.

Andere Themen, deren Behandlung für eine entsprechende pastorale Bildung besonders nützlich ist, können jene sein, die sich auf die Katechese, die Familie, die Berufungen zum Priestertum oder zum Ordensleben, die Kenntnis des Lebens und der Spiritualität der Heiligen, die Jugend, die Menschen im vorgerückten Alter, den Ökumenismus, die sogenannten „Fernstehenden“, Fragen der Bioethik etc. beziehen.

Es ist für die Pastoral unter den gegenwärtigen Bedingungen sehr wichtig, dass besondere Kurse veranstaltet werden, um den Katechismus der Katholischen Kirche zu vertiefen und sich anzueignen. Dieser stellt ja, besonders für die Priester, ein wertvolles Instrument der Bildung dar, sowohl für die Predigt als auch für die Evangelisierung im allgemeinen.

Sie muss systematisch und vollständig sein

97. Damit die Weiterbildung umfassend sei, soll sie entsprechend strukturiert sein, „nicht als etwas Episodisches, sondern als systematisches, inhaltliches Angebot, das sich durch verschiedene Etappen hindurch entfaltet und durch präzise Formen bestimmt ist“[411]. Dies macht eine gewisse organisatorische Struktur notwendig, die in angemessener Weise Mittel, Zeiten und Inhalte für ihre konkrete und adäquate Verwirklichung vorsieht. In dieser Hinsicht wird es nützlich sein, im Leben des Priesters auf Themen zurückzukommen wie: die Kenntnis der Heiligen Schrift in ihrer Gesamtheit, die Kenntnis der Kirchenväter und der großen Konzilien; der einzelnen Glaubensinhalte in ihrer Einheit; der wesentlichen Fragen der Moraltheologie und der Soziallehre der Kirche; der Theologie der Ökumene und der grundlegenden Leitlinien hinsichtlich der großen Religionen in Bezug auf den ökumenischen, interreligiösen und interkulturellen Dialog; der Philosophie und des Kirchenrechts.[412]

Dieser organisierten Weiterbildung muss sich das persönliche Studium anschließen, weil auch periodische Kurse von geringem Nutzen wären, wenn sie nicht vom persönlichen Studium begleitet wären.[413]

Sie muss auf die einzelne Person zugeschnitten sein

98. Auch wenn sie sich an alle wendet, bleibt das direkte Ziel der Weiterbildung der Dienst an jedem einzelnen, der sie in Anspruch nimmt. Deshalb muss es neben den kollektiven oder gemeinsamen Mitteln auch andere geben, die darauf abzielen, die persönliche Bildung zu einer wirklich personalen zu machen.

Aus diesem Grund ist, besonders unter den Verantwortlichen, das Bewusstsein zu fördern, dass jeder Priester persönlich erreicht werden soll, indem man sich um jeden sorgt, und sich nicht damit zufrieden gibt, allen die verschiedenen Angebote zur Verfügung zu stellen.

Jeder Priester soll sich seinerseits ermutigt fühlen, nach dem Wort und dem Beispiel seines Bischofs und der Mitbrüder im Priesteramt, die eigene Verantwortung für seine Bildung zu übernehmen, da er der erste Ausbilder seiner selbst ist.[414]

3.2. Organisation und Mittel

Studientage und Priestertreffen

99. Das Programm der Studientage für Priestertreffen soll durch Einheitlichkeit und durch etappenweises Fortschreiten gekennzeichnet sein.

Diese Einheitlichkeit soll in der Angleichung an Christus zur Konvergenz kommen, und zwar so, dass die Wahrheit des Glaubens, das geistliche Leben und die Ausübung des Dienstes zur fortschreitenden Reifung des gesamten Presbyteriums führen.

Der einheitliche Bildungsweg ist durch klar definierte Etappen zu gliedern. Dies wird besondere Aufmerksamkeit für die verschiedenen Altersgruppen unter den Priestern erfordern, von denen keine übersehen werden darf, wie auch eine Überprüfung der zurückgelegten Etappen. Dabei ist darauf zu achten, die gemeinsamen Bildungswege mit den persönlichen Bildungswegen, ohne die die ersteren nicht zum Erfolg führen könnten, in Übereinstimmung zu bringen.

Die Studientage der Priester sind erforderlich, um in der Gemeinschaft zu wachsen, für eine immer größere Bewusstseinsbildung und für eine angemessene Behandlung der jeder Altersgruppe eigenen Probleme.

Bezüglich der Inhalte solcher Studientage kann man auf Themen zurückgreifen, die eventuell von nationalen oder regionalen Bischofskonferenzen vorgeschlagen wurden. Auf jeden Fall ist es notwendig, dass diese Inhalte in einer genauen Bildungsplanung der Diözese festgelegt werden, die möglichst jedes Jahr zu erneuern ist.[415]

Organisation und Realisierung können vom Bischof in kluger Weise einer Fakultät sowie theologischen oder pastoralen Instituten anvertraut werden, dem Seminar, Organisationen oder Einrichtungen, die sich der Priesterbildung widmen,[416] oder einem anderen spezialisierten Zentrum oder Institut, jeweils nach den gegebenen Möglichkeiten, sei es ein diözesanes, regionales oder nationales. Es soll dabei nur die Übereinstimmung mit den Erfordernissen der Rechtgläubigkeit, der Treue zum Lehramt und zur kirchlichen Ordnung ebenso wie die wissenschaftliche Kompetenz und die angemessene Kenntnis der wirklichen pastoralen Situationen gewährleistet sein.

Pastoraljahr

100. Es ist Aufgabe des Bischofs, eventuell auch durch eine klug gewählte Zusammenarbeit, dafür zu sorgen, dass in dem auf die Weihe zum Priester oder zum Diakon folgenden Jahr ein sogenanntes Pastoraljahr geplant wird. Dieses soll den Übergang vom unerlässlichen Leben im Seminar zur Ausübung des heiligen Dienstes durch ein stufenweises Vorgehen erleichtern und so eine fortschreitende, harmonische, menschliche und spezifisch priesterliche Reifung unterstützen.[417]

Während dieses Jahres wird es erforderlich sein, zu vermeiden, dass die Neugeweihten übermäßig schwierigen oder heiklen Situationen ausgesetzt werden. Ebenso sind Einsatzorte zu vermeiden, in denen sie weit entfernt von den Mitbrüdern arbeiten müssen. Es wäre im Gegenteil gut, nach Möglichkeit eine geeignete Form gemeinsamen Lebens zu fördern.

Diese Zeit der Ausbildung könnte in einem ausdrücklich dafür vorgesehenen Haus (Wohnhaus für Kleriker) verbracht werden oder an einem Ort, der einen bestimmten und zuverlässigen Bezugspunkt für alle Priester während der Periode der ersten pastoralen Erfahrungen darstellen könnte. Dies würde das Gespräch und die Begegnung mit dem Bischof und mit den Mitbrüdern, das gemeinsame Gebet, insbesondere das Stundengebet, wie auch andere fruchtbare Frömmigkeitsübungen, darunter die eucharistische Anbetung, der Rosenkranz, etc., den Austausch von Erfahrungen, die gegenseitige Ermutigung sowie die Entstehung guter freundschaftlicher Beziehungen erleichtern.

Es ist angebracht, dass der Bischof die Neugeweihten zu Mitbrüdern sendet, die sich durch beispielhaftes Leben und pastoralen Eifer auszeichnen. Der erste Einsatzort sollte, trotz der oft schweren pastoralen Nöte, vor allem dazu geeignet sein, die jungen Priester in rechter Weise einzuführen. Das Opfer eines Jahres könnte sich in der Zukunft als sehr fruchtbringend erweisen.

Im besonderen soll unterstrichen werden, dass dieses heikle und wertvolle Jahr zum Ziel hat, die volle Reifung der bereits im Seminar begonnenen Bekanntschaft zwischen Priester und Bischof zu fördern, die eine echte Beziehung, wie zwischen Vater und Sohn, werden soll.

In Bezug auf die intellektuelle Seite sollte dieses Jahr nicht so sehr eine Zeit des Erlernens neuer Inhalte sein, sondern eher der vertieften Aneignung und Verinnerlichung dessen dienen, was in den vorgeschriebenen Kursen studiert wurde. Auf diese Weise soll die Heranbildung einer Geisteshaltung unterstützt werden, die in der Lage ist, das Einzelne im Licht des Heilsplanes Gottes zu deuten.[418]

In diesen Zusammenhang könnten in geeigneter Form Vorlesungen und Seminare über praktische Fragen der Beichte, der Liturgie, der Katechese und der Predigt, des Kanonischen Rechts, der Spiritualität der Priester, der Laien sowie der Ordensmänner und Ordensfrauen, der Soziallehre, der Kommunikation und ihrer Mittel, der Kenntnis von Sekten und Formen „neuer Religiosität“, etc. eingebaut werden.

Praktisch kann also gesagt werden, dass der Weg, den das Pastoraljahr durchlaufen soll, das Bemühen um Synthese ist. Jedes Element soll so dem grundlegenden Projekt der Reifung des geistlichen Lebens entsprechen.

Der Erfolg des Pastoraljahres ist im übrigen immer vom persönlichen Einsatz des Betroffenen abhängig, der sich jeden Tag um Heiligung bemühen soll, und dabei all jene Formen anzuwenden sucht, die ihm bereits im Seminar geholfen haben. Wenn es in einigen Diözesen praktische Schwierigkeiten geben sollte – Priestermangel, eine große Menge an Pastoralarbeit, etc. –, dann muss der Bischof, um ein Jahr mit den oben genannten Kennzeichen möglich zu machen, überlegen, wie er die verschiedenen Vorschläge für das Pastoraljahr den konkreten Gegebenheiten anpassen kann. Dabei muss er berücksichtigen, dass sich dieses Jahr als sehr wichtig für die Formung und die Ausdauer der jungen Priester in ihrem Dienst erweist.

Zeiten der Erholung

101. Die Gefahr der Gewohnheit, die körperliche Erschöpfung aufgrund der Arbeitslast, der insbesondere heutzutage die Priester in ihrem Dienst unterliegen, ebenso psychische Erschöpfung, oft verursacht durch die häufige Auseinandersetzung mit Verkennung, Missverständnissen, Vorurteilen, der Widerstand gegen organisierte und machtvolle Kräfte, die in der Öffentlichkeit die Meinung durchsetzen wollen, dass der Priester heute zu einer kulturell überlebten Minderheit gehöre: das alles sind darüber hinaus Faktoren, die im Gemüt des Seelsorgers dazu führen können, dass er sich nicht mehr wohl fühlt.

Ungeachtet der pastoralen Dringlichkeiten, ja gerade um ihnen wirksam und angemessen zu begegnen, ist es notwendig, unsere Grenzen zu erkennen, „die Demut zu finden und zu haben, den Mut zu haben auszuruhen“[419]. Auch wenn die regelmäßige normale Erholung das wirksamste Mittel ist, die Kräfte zu stärken und für das Reich Gottes weiterzuarbeiten, kann es nützlich sein, den Priestern mehr oder weniger ausgedehnte Zeiten zu gewähren, um in größerer Ruhe und intensiver mit Jesus, dem Herrn, zusammen sein zu können und dabei wieder Kraft und Mut zu finden für die Fortsetzung des Weges der Heiligung.

Um diesem besonderen Erfordernis zu entsprechen, sind vielerorts verschiedene Initiativen erprobt worden, oft mit vielversprechenden Ergebnissen. Diese Erfahrungen sind wertvoll und können in Erwägung gezogen werden trotz der Schwierigkeiten, die in einigen Gebieten auftreten, wo man mehr unter zahlenmäßigem Priestermangel leidet.

Für diesen Zweck könnten die Klöster, Wallfahrtsstätten oder andere Gnadenorte eine bedeutende Funktion übernehmen. Sie sollten möglichst außerhalb der Ballungszentren gelegen sein und den Priester für den Zeitraum, in dem er sich dort zurückzieht, von unmittelbaren pastoralen Verantwortlichkeiten befreien.

In einigen Fällen könnte nützlich sein, dass diese Aufenthalte zur Zielsetzung das Studium haben oder die Vertiefung der theologischen Wissenschaften, ohne gleichzeitig dabei den Zweck der geistlichen und apostolischen Wiedererstarkung zu vernachlässigen.

In jedem Falle sei sorgfältig die Gefahr vermieden, diese Zeiten als Ferien zu betrachten oder als Anrecht einzufordern; und ganz besonders soll der Priester in den Tagen der Erholung das Bedürfnis spüren, das eucharistische Opfer zu feiern, Zentrum und Quelle seines Lebens.

Priesterhaus

102. Wo es möglich ist, ist die Errichtung eines „Hauses des Klerus“ wünschenswert, in denen nicht nur die erwähnten Zusammenkünfte zur Aus- und Weiterbildung gehalten werden, sondern das auch Ort der Begegnung und Bezugspunkt für zahlreiche andere Gelegenheiten sein könnte. So ein Haus müsste alle jene organisatorischen Einrichtungen bieten, die es angenehm und anziehend machen können.

Wo es ein derartiges Zentrum noch nicht gibt und die Notwendigkeit es nahelegt, ist es empfehlenswert, auf nationaler oder regionaler Ebene geeignete Einrichtungen für Priester in besonderen Notlagen zu errichten, wo sie die physischen, psychischen und geistlichen Kräfte wiedererlangen können.

Einkehrtage und Exerzitien

103. Wie die lange spirituelle Erfahrung der Kirche zeigt, sind Einkehrtage und Exerzitien geeignetes und wirksames Instrument für eine angemessene und dauernde Fortbildung des Klerus. Sie bewahren auch heute zur Gänze ihre Notwendigkeit und Aktualität. Gegen eine Praxis, die dazu neigt, dem Menschen alles abzusprechen, was Innerlichkeit ist, muss der Priester Gott und sich selbst finden, indem er geistlich innehält, um sich in Meditation und Gebet zu vertiefen.

Daher legt das Kirchenrecht fest, dass die Kleriker „zu geistlichen Einkehrtagen gemäß den Vorschriften des Partikularrechtes verpflichtet“ sind.[420] Die beiden gebräuchlichsten Arten, die vom Bischof in seiner eigenen Diözese vorgeschrieben werden könnten, sind der Einkehrtag, womöglich monatlich, und die jährlichen, zum Beispiel sechstägigen Exerzitien.

Es ist sehr angebracht, dass der Bischof Einkehrtage und jährliche Exerzitien so plant und organisiert, dass jedem Priester die Möglichkeit bleibt, die jährlichen Exerzitien aus jenen zu wählen, die normalerweise in der Diözese stattfinden, oder unter denen, die außerhalb der Diözese von beispielhaften Priestern gehalten werden, oder von Priestervereinigungen[421] oder Ordensgemeinschaften, die durch das ihnen eigene Charisma in der geistlichen Ausbildung erfahren sind, oder in Klöstern.

Es ist auch empfehlenswert, einen besonderen Einkehrtag für die Priester zu veranstalten, die in den letzten Jahren geweiht wurden, an diesem möge auch der Bischof aktiv teilnehmen.[422]

Während solcher Zusammenkünfte ist es wichtig, dass geistliche Themen im Mittelpunkt stehen. Sie sollen weiten Raum für Stille und Gebet bieten. Besondere Sorgfalt soll den liturgischen Feiern, dem Sakrament der Buße, der eucharistischen Anbetung, der geistlichen Begleitung und der Verehrung der seligen Jungfrau Maria gelten.

Um diesen Mitteln der formatio permanens größere Wichtigkeit und Wirksamkeit zu verleihen, könnte der Bischof einen Priester eigens mit der Aufgabe betrauen, die Termine und den Ablauf zu planen. Jedenfalls sollen die Einkehrtage und besonders die jährlichen Exerzitien Zeiten intensiven Gebetes sein und nicht die Form von Kursen zur theologisch-pastoralen Weiterbildung annehmen.

Nötige Planung

104. Auch wenn man die Schwierigkeiten anerkennt, die einer beständigen Weiterbildung gewöhnlich entgegenstehen, vor allem wegen der zahlreichen und belastenden Aufgaben, zu denen die Priester gerufen sind, können doch alle Schwierigkeiten überwunden werden, wenn man sich dafür wahrhaft mit Verantwortungsbewusstsein einsetzt.

Um den Gegebenheiten gewachsen zu bleiben und sich den Ansprüchen der dringenden Aufgabe der Evangelisierung zu stellen, wird – unter anderem – eine mutige Aktion pastoraler Leitung notwendig, deren Ziel in ganz besonderer Weise die Sorge um die Priester ist. Es ist unverzichtbar, dass die Bischöfe mit der Kraft der Liebe verlangen, dass ihre Priester großherzig die Anordnungen ausführen, die bezüglich dieser Materie rechtskräftig erlassen worden sind.

Das Vorhandensein eines Plans zur beständigen Weiterbildung bringt es mit sich, dass er nicht nur entworfen wird, sondern dass zu seiner Verwirklichung auch geeignete Schritte gesetzt werden. Daher ist eine klare Strukturierung der Arbeit, nach Zielen, Inhalten und geeigneten Mitteln zu ihrer Realisierung erforderlich. „Diese Verantwortung führt den Bischof in Gemeinschaft mit seinem Presbyterium dazu, einen Plan und ein Programm zu entwerfen, die geeignet sind, die Weiterbildung zu gestalten, nicht als etwas Vorübergehendes, sondern als systematisches, inhaltliches Konzept, das sich schrittweise entfaltet und zu einer genauen Vorgehensweise wird.“[423]

3.3. Die Verantwortlichen

Der Priester selbst

105. Der erste und wichtigste Verantwortliche der eigenen Weiterbildung ist der Presbyter selbst. Tatsächlich kommt jedem Priester die Pflicht zu, der Gabe Gottes und der Dynamik der täglichen Bekehrung treu zu sein, die aus dem Geschenk Gottes selbst kommt.[424]

Diese Pflicht beruht auf der Tatsache, dass niemand den einzelnen Presbyter im Achten auf sich selbst (vgl. 1Tim 4,16) ersetzen kann. In der Teilnahme am alleinigen Priestertum Christi ist er nämlich gerufen, gemäß seiner einzigartigen und unwiederholbaren Berufung, einige Aspekte des außerordentlichen Reichtums der Gnade, die er empfangen hat, zu offenbaren und zu verwirklichen.

Auf der anderen Seite sind die Bedingungen und Situationen des Lebens jedes einzelnen Priesters so, dass sie, auch vom einfach menschlichen Standpunkt aus, fordern, dass er sich persönlich so auf seine Weiterbildung einlässt, dass er seine eigenen Fähigkeiten und Möglichkeiten zur Entfaltung bringt.

Er soll daher aktiv an den Zusammenkünften zur Weiterbildung teilnehmen, indem er seinen eigenen Beitrag aufgrund seiner Kompetenzen und konkreten Möglichkeiten leistet. Er soll sich Bücher und Zeitschriften beschaffen und lesen, die der rechten Lehre entsprechen und von bewährter Brauchbarkeit für sein geistliches Leben und die fruchtbare Ausübung seines Dienstes sind.

Den ersten Platz in der Lektüre müssen die Heilige Schrift, sodann die Kirchenväter, die Kirchenlehrer sowie die klassischen und modernen geistlichen Lehrmeister und die Dokumente des kirchlichen Lehramtes einnehmen. Letztere bilden die Quelle für die Weiterbildung, die am meisten maßgebend und auf dem neuesten Stand ist; darüber hinaus sind auch die Schriften von Heiligen und über ihr Leben sehr nützlich. Die Priester sollen sie daher direkt und persönlich studieren und vertiefen, um sie in angemessener Weise den gläubigen Laien darlegen zu können.

Hilfe der Mitbrüder

106. In allen Aspekten der priesterlichen Existenz sollen „die besonderen Bande der apostolischen Liebe, des Dienstes und der Brüderlichkeit“[425] sichtbar werden, auf die sich die gegenseitige Hilfe gründet, die die Presbyter einander zukommen lassen.[426] Es ist wünschenswert, dass die Zusammenarbeit aller Priester in der Sorge um ihr geistliches und menschliches Leben, um den priesterlichen Dienst und um alle Aspekte des täglichen Daseins sich entwickelt und wächst. Die Hilfe, die in diesem Bereich den Priestern gegeben werden muss, kann eine solide Unterstützung in den verschiedenen Priestervereinigungen finden. Es handelt sich um Vereinigungen, die „nach von der zuständigen Autorität gebilligten Statuten, durch eine geeignete und allgemein anerkannte Lebensordnung sowie durch brüderlichen Beistand ihre Heiligkeit in der Ausübung des Dienstes fördern und der Einheit der Kleriker untereinander und mit dem eigenen Bischof dienen“[427].

Aus dieser Sicht ist es erforderlich, sorgfältig das Recht jedes Diözesanpriesters zu respektieren, sein eigenes geistliches Leben in der Weise zu gestalten, die er für am meisten angemessen hält, klarerweise immer entsprechend den Merkmalen der eigenen Berufung und den Verbindlichkeiten, die daraus erwachsen.

Die Arbeit, die diese Vereinigungen wie auch die Bewegungen und approbierten neuen Gemeinschaften zum Wohl der Priester erfüllen, wird von der Kirche hoch geschätzt.[428] Sie erkennt heute darin ein Zeichen der Lebendigkeit, mit der der Heilige Geist sie fortwährend erneuert.

Der Bischof

107. Wie groß und der pastoralen Sorge bedürftig auch der Teil des Volkes Gottes sein mag, der dem Bischof anvertraut ist, so soll er doch eine ganz besondere, seinem Dienstamt entsprechende, Fürsorge für die formatio permanens seiner Presbyter aufwenden.[429]

Die besondere Beziehung, die zwischen dem Bischof und den Presbytern aufgrund der Tatsache besteht, „dass die Priester durch ihn ihr Priestertum empfangen und mit ihm die pastorale Sorge um das Gottesvolk teilen“[430], bestimmt auch die eigene und besondere Verantwortung des Bischofs im Bereich der priesterlichen Weiterbildung. Der Bischof muss in der Tat die Haltung eines Vaters gegenüber den eigenen Priestern haben, angefangen bei den Seminaristen. Dabei muss er die Ferne und einen Stil, der einem bloßen Arbeitgeber zueigen ist, vermeiden. Kraft dieser seiner Funktion muss er seinen Priestern immer nahe und leicht für sie zu erreichen sein: seine erste Sorge müssen die eigenen Priester sein, das heißt die Mitarbeiter in seinem bischöflichen Dienst.

Diese Verantwortung äußert sich sowohl gegenüber den einzelnen Presbytern in der Weise, dass die Weiterbildung soweit wie möglich personalisiert ist, als auch gegenüber allen, insoweit sie das diözesane Presbyterium bilden. In diesem Sinn soll der Bischof es nicht unterlassen, zuvorkommend die Kommunikation und die Gemeinschaft unter den Presbytern zu pflegen. Im besonderen soll er dafür Sorge tragen, das wahre Wesen der formatio permanens zu bewahren und zu fördern. Er soll den Sinn der Priester für deren Wichtigkeit und Notwendigkeit verfeinern und schließlich für ihre Planung und Organisation sorgen, indem er ein Konzept zur Weiterbildung festlegt, die notwendigen Einrichtungen schafft und geeignete Personen mit der Realisierung beauftragt.[431]

In der Sorge für die Weiterbildung seiner Priester ist es notwendig, dass der Bischof sich selbst auf die eigene und persönliche formatio permanens einlässt. Die Erfahrung lehrt, dass, je mehr der Bischof, als erster, sich um die eigene Weiterbildung bemüht und davon überzeugt ist, um so mehr wird er es verstehen, die Weiterbildung seines Presbyteriums zu fördern und zu unterstützen.

In dieser delikaten Aufgabe soll der Bischof den Priesterrat um seine Mitarbeit bitten, auch wenn er selbst als Bischof dabei eine unersetzbare, nicht delegierbare Rolle innehat. Der Priesterrat scheint durch sein Wesen und seine Zielsetzung die geeignete Einrichtung, ihn dabei besonders zu unterstützen, was z.B. die Ausarbeitung des Konzeptes zur Weiterbildung betrifft.

Außerdem wird jeder Bischof in der Bischofskonferenz von den anderen Mitbrüdern im Bischofsamt Unterstützung und Hilfe für seine Aufgabe erfahren.[432]

Ausbildung der Ausbilder

108. Keine Weiterbildung ist möglich, wenn nicht – neben der Person, die sie erhalten soll – auch die Person vorhanden ist, die sie vermittelt. Die Qualität und Wirksamkeit eines Konzeptes zur Weiterbildung sind zum Teil von den entsprechenden Einrichtungen abhängig, in erster Linie aber von den Personen, die Weiterbildung vermitteln.

Es liegt auf der Hand, dass die Verantwortung des Bischofs gegenüber diesen Personen besonders unerlässlich ist, da er an erster Stelle die schwierige Aufgabe hat, die Ausbilder auszubilden, damit sie „jene ‚Wissenschaft der Liebe‘ haben, „die man nur im ‚Herz-an-Herz-Sein‘ mit Christus erlernt“[433]. So werden diese Priester unter der Führung des Bischofs lernen, keinen anderen Wunsch zu haben als den, ihren Mitbrüdern durch diese Arbeit der Formung und Ausbildung zu dienen.

Es ist daher notwendig, dass der Bischof selbst eine Gruppe von Personen mit der Weiterbildung beauftragt. Diese Personen müssen unter jenen Priestern ausgewählt werden, die durch ihre Ausbildung und menschliche, geistliche, kulturelle und pastorale Reife hoch qualifiziert und deswegen sehr geachtet werden. Die mit der Weiterbildung beauftragten Personen müssen vor allem wirklich Menschen des Gebetes sein, Lehrende mit einem starken Sinn für das Übernatürliche, mit tiefem geistlichen Leben, einer beispielhaften Lebensführung, mit entsprechender Erfahrung im priesterlichen Dienst, mit der Fähigkeit, wie die Kirchenväter und die heiligen Lehrer aller Zeiten, die geistlichen Erfordernisse mit denen im eigentlicheren Sinn menschlichen des Priesters zu verbinden. Sie können auch aus den Mitgliedern der Seminarien, der von der kirchlichen Autorität approbierten akademischen Zentren oder Institutionen ausgewählt werden, sowie innerhalb jener Orden und geistlichen Gemeinschaften, deren Charisma sich gerade auf das Leben und die priesterliche Spiritualität bezieht. Auf jeden Fall müssen die Rechtgläubigkeit der Lehre und die Treue zur kirchlichen Ordnung garantiert sein. Die Personen, die mit der Weiterbildung betraut sind, müssen überdies für den Bischof Mitarbeiter seines Vertrauens sein; der Bischof bleibt der Letztverantwortliche für die Weiterbildung der Priester, die seine kostbarsten Mitarbeiter sind.

Es ist angebracht, dass eine Gruppe für die Planung und Verwirklichung gebildet wird, aus Mitgliedern, die nicht zum Kreis der Ausbilder gehören, und deren Ziel es ist, dem Bischof zu helfen, die Inhalte festzulegen, die jährlich in jedem Bereich der formatio permanens zu entwickeln sind; deren Aufgabe ist auch die Vorbereitung der notwendigen Unterlagen; die Vorbereitung von Kursen, Sitzungen, Zusammenkünften, Einkehrtagen; die Organisation der Termine in der Weise, dass für die Vertretung der abwesenden Presbyter vorgesorgt wird etc. Um ein gutes Programm zu erhalten, kann auch der Rat von Fachleuten zu besonderen Themen in Anspruch genommen werden.

Während es ausreicht, dass eine Gruppe von Personen mit der Weiterbildung beauftragt ist, können – wenn notwendig – verschiedene Gruppen für die Planung und Realisierung bestehen.

Zusammenarbeit der Teilkirchen

109. Was vor allem die gemeinsamen Einrichtungen und die Planung ihrer Nutzung für die Weiterbildung und deren konkrete Inhalte betrifft – unter Beibehaltung der Verantwortlichkeit des eigenen Bischofs für sein Territorium –, kann durch gemeinsame Übereinkunft zwischen den verschiedenen Teilkirchen festgelegt werden, sei es auf nationaler Ebene, sei es auf regionaler mittels der betreffenden Bischofskonferenzen, vor allem, zwischen angrenzenden oder nahe beieinanderliegenden Diözesen. So könnte man zum Beispiel, wenn es für geeignet erachtet wird, jene interdiözesanen Strukturen benützen, wie Fakultäten, theologische und pastorale Institute und Einrichtungen oder Vereinigungen, die mit der presbyteralen Ausbildung befasst sind. Diese Vereinigung der Kräfte könnte, außer der Verwirklichung der authentischen Communio zwischen den Teilkirchen, allen qualifiziertere Möglichkeiten für eine bessere Förderung der Weiterbildung bieten.[434]

Zusammenarbeit akademischer und spiritueller Zentren

110. Überdies können Institute für Studium und Forschung, spirituelle Zentren, sowie Klöster von beispielhafter Observanz und Wallfahrtskirchen ebenfalls Bezugspunkte für die theologische und pastorale Weiterbildung sein, wie auch Orte der Stille, des Gebets, der sakramentalen Beichte und der geistlichen Begleitung, der heilsamen auch physischen Ruhe, der Gelegenheit zu priesterlicher Gemeinschaft. Auf diese Weise könnten auch die religiösen Gemeinschaften an der Weiterbildung mitarbeiten und zu jener Erneuerung des Klerus beitragen, die für die Neu-Evangelisierung des dritten Jahrtausends erforderlich ist.

3.4. Anforderungen bezüglich diverser Lebensalter und Situationen

Die ersten Jahre des Priestertums

111. Während der ersten Jahre nach der Priesterweihe sollten die Priester äußerst bevorzugt werden, wenn es darum geht, jene Lebens- und Arbeitsbedingungen zu finden, die ihnen erlauben, die in der Ausbildungszeit im Seminar erworbenen Ideale in die Praxis umsetzen zu können.[435] Diese ersten Jahre, die nach der ersten schwierigen Begegnung mit der Realität die Stunde der Wahrheit hinsichtlich der Grundausbildung darstellen, sind die für die Zukunft entscheidendsten. Sie setzen deshalb eine harmonische Reifung voraus, um dann schwierigen Momenten mit Glaube und Starkmut zu begegnen. Die jungen Priester müssten gegebenenfalls auf die persönliche Beziehung zum eigenen Bischof und zu einem weisen geistlichen Vater zurückgreifen können; weiters auf Momente des Ausruhens, auf Meditation und auf eine monatliche Rekollektio. Im übrigen scheint es angebracht, die Notwendigkeit zu unterstreichen, dass vor allem die jungen Priester in einen authentischen Weg des Glaubens im Presbyterium oder in der Pfarrgemeinde eingefügt werden, begleitet vom Bischof und von den damit beauftragten priesterlichen Mitbrüdern.

Weiters liegen unter Berücksichtigung dessen, was bereits über das Pastoraljahr gesagt wurde, jährliche Bildungsveranstaltungen nahe, wo man entsprechende theologische, juristische, spirituelle und kulturelle Themen bearbeitet und vertieft, ev. mit speziellen Runden für moralische Probleme, Pastoral, Liturgie etc. Solche Veranstaltungen können auch Gelegenheit bieten, um die Beichterlaubnis zu erneuern, wie es vom Kodex des Kanonischen Rechts und vom Bischof festgelegt ist.[436] Es wäre auch angebracht, bei jungen Priestern familiäres Zusammenleben untereinander und mit solchen, die schon reifer sind, zu fördern, damit Erfahrungsaustausch, gegenseitiges Kennenlernen und auch die evangeliumsgemäße Praxis der „correctio fraterna“ ermöglicht wird.

Vielerorts hat man auch gute Erfahrungen gemacht mit der Veranstaltung von kürzeren, über das Jahr verteilten Treffen unter der Leitung des Bischofs für junge Priester, zum Beispiel mit weniger als zehn Jahren priesterlichem Dienst, mit dem Ziel, sie in diesen ersten Jahren aus größerer Nähe zu begleiten. Zweifelsohne werden dies auch Gelegenheiten sein, um über die priesterliche Spiritualität, die Herausforderungen für die Amtsträger, die pastorale Praxis, etc. zu sprechen, in einer Atmosphäre des brüderlichen und priesterlichen Zusammenseins.

Schließlich sollte der junge Klerus in einer spirituellen Umgebung von echter Brüderlichkeit und Feingefühl reifen, was sich in persönlicher Aufmerksamkeit zeigt, auch was physische Gesundheit und verschiedene materielle Aspekte des Lebens betrifft.

Nach einer gewissen Anzahl von Jahren

112. Nach einigen Jahren im Amt erwerben die Priester viel Erfahrung und das große Verdienst, sich in der täglichen Arbeit für die Ausbreitung des Reiches Gottes ganz hinzugeben. Dieser Teil der Priester stellt eine große spirituelle und pastorale Ressource dar.

Sie brauchen Ermutigung, eine kluge Nutzung ihrer Fähigkeiten und neuerliche Vertiefung der Ausbildung in allen ihren Dimensionen, um sich selbst und ihr eigenes Handeln zu überprüfen. Um die Motivationen für den heiligen Dienst wieder aufleben zu lassen, um über die pastoralen Methoden im Hinblick auf das Wesentliche nachzudenken in der priesterlichen Gemeinschaft und in der Freundschaft mit dem eigenen Bischof; um eventuelle Gefühle von Müdigkeit, Frustration Einsamkeit zu überwinden; und um schließlich die Quellen priesterlicher Spiritualität wiederzuentdecken.[437]

Wichtig ist deshalb, dass diese Priester von speziellen und gründlichen Bildungsangeboten Gebrauch machen, wo sie neben den theologisch-pastoralen Inhalten auch jene psychologischen und affektiven Schwierigkeiten behandeln können, die in dieser Zeit manchmal entstehen. Daher ist es ratsam, dass an solchen Zusammenkünften nicht nur der Bischof, sondern auch solche Experten teilnehmen, die einen wertvollen und sicheren Beitrag zur genannten Problemlösung leisten können.

Im vorgerückten Alter

113. Auch Priester in fortgeschrittenem Lebensalter, denen alle Achtung gebührt, bedürfen der dauernden Weiterbildung, nicht sosehr als vertiefendes Studium und als Kulturdebatte, sondern als „Bestätigung und Zusicherung der Rolle, die ihnen im Presbyterium immer noch zusteht“[438].

Sie können neben den Bildungsangeboten, die für Priester in mittleren Jahren organisiert werden, auch solche nützen, die speziell den kontemplativen Sinn des priesterlichen Lebens vertiefen, um die Reichhaltigkeit der früher studierten kirchlichen Lehre wiederzuentdecken und neu daran Geschmack zu finden, um sich gebraucht zu fühlen, was ja stimmt, um sich in geeigneten Formen der eigenen Dienstausübung zu bewähren, vor allem als Beichthörende und als Seelenführer. Sie könnten mit anderen ihre eigenen Erfahrungen austauschen, Ermutigung schenken, Gastfreundschaft anbieten, Zuhören und Gelassenheit an die Mitbrüder verschenken, sowie verfügbar sein, wenn sie um den Dienst ersucht werden, „ihrerseits zu wirkungsvollen Begleitern und Helfern für andere Priester zu werden“[439].

Priester in besonderen Situationen

114. Unabhängig vom Lebensalter können sich Priester in „einem Zustand physischer Schwächung oder moralischer Müdigkeit“[440] befinden. Sie tragen mit der Aufopferung ihres Leidens in besonderer Art zum Erlösungswerk bei, indem sie „ein Zeugnis geben, das von der entschiedenen Annahme des Kreuzes, von Hoffnung und Osterfreude bezeichnet ist“[441].

Die Weiterbildung muss diesen Priestern Anregungen bieten, „gelassen und starkmütig ihren Dienst an der Kirche fortzusetzen“[442] und beredsames Zeichen zu sein für den Primat des Seins über das Handeln, der Inhalte über die Techniken, der Gnade über den äußeren Erfolg. So könnten sie die Erfahrung des heiligen Paulus leben: „Jetzt freue ich mich in den Leiden, die ich für euch ertrage. Für den Leib Christi, die Kirche, ergänze in meinem irdischen Leben das, was an den Leiden Christi noch fehlt“ (Kol 1,24).

Der Bischof und die Mitbrüder dürfen periodische Besuche bei erkrankten Mitbrüdern nicht versäumen, die man über die Vorgänge in der Diözese auf dem Laufenden halten kann, um sie spüren zu lassen, dass sie Mitglieder des Prebyteriums der Gesamtkirche sind, die sie mit ihren Leiden aufbauen.

Von ganz besonderer und einfühlsamer Aufmerksamkeit müssten die Priester umgeben werden, die ihre Erdentage bald beschließen, die sie im Dienst an Gott für das Heil der Mitmenschen verbracht haben.

Dem dauernden Glaubensbeistand und der Zuvorkommenheit in der Spendung der Sakramente, wird dann unter Teilnahme des gesamten Presbyteriums das Begräbnis folgen.

Einsamkeit des Priesters

115. Der Priester kann in jedem Lebensalter und in jedwelcher Situation das Gefühl der Einsamkeit verspüren.[443] Dies kann, ohne es als psychologische Isolierung zu deuten, ganz normal und Konsequenz des ehrlichen Bemühens um Nachfolge im Sinn des Evangeliums sein und eine kostbare Dimension des eigenen Lebens bilden. Bei manchen könnte es auf spezielle Schwierigkeiten zurückzuführen sein, wie etwa Ausgrenzung, Unverständnis, Abwege, Verlassenheit, Torheiten, charakterliche Grenzen bei sich selbst und bei anderen, Verleumdungen, Demütigungen usw. Daraus kann sich ein bohrendes Gefühl der Frustration entwickeln, das extrem bedrückend wäre.

Aber auch diese schwierigen Momente können mit der Hilfe des Herrn privilegierte Möglichkeiten des Wachstums auf dem Weg der Heiligkeit und des Apostolates werden. Darin kann der Priester womöglich entdecken, dass es sich um „eine von der Gegenwart des Herrn bewohnte Einsamkeit handelt“[444]. Selbstverständlich darf dies nicht die schwerwiegende Verantwortung des Bischofs und des gesamten Presbyteriums vergessen lassen, jede durch Nachlässigkeit in der priesterlichen Gemeinschaft entstehende Einsamkeit zu vermeiden. Es ist Aufgabe der Diözese festzulegen, wie man Priestertreffen durchführen kann, damit die Priester das Zusammensein erleben, einer vom anderen lernen, sich gegenseitig helfen und korrigieren, denn niemand ist allein Priester und ausschließlich in dieser Gemeinschaft mit dem Bischof kann jeder seinen Dienst leisten.

Man darf schließlich jene Mitbrüder nicht vergessen, die die Ausübung ihres heiligen Amtes aufgegeben haben und denen die nötige Hilfe anzubieten ist, vor allem in Gebet und Buße. Die ihnen geschuldete verständnisvolle Haltung soll aber keineswegs zu Überlegungen führen, ihnen etwa kirchliche Aufgaben anzuvertrauen, was besonders unter den Gläubigen wegen ihrer Situation eher Verwirrung stiften und Mißbilligung hervorrufen könnte.

 

 SCHLUSS

Der Herr der Ernte, der die Arbeiter ruft und zur Arbeit auf sein Feld schickt (vgl. Mt 9,38), hat mit ewiger Treue versprochen: „Ich gebe euch Hirten nach meinem Herzen“ (Jer 3,15). Noch heute ist diese Verheißung Gottes in der Kirche lebendig und wirksam.[445] Darauf beruht die Hoffnung, ausreichend viele und heilige Priesterberufungen zu empfangen, was übrigens in vielen Ländern bereits der Fall ist. Darauf beruht auch die Gewissheit, dass es der Herr seiner Kirche nicht am nötigen Licht mangeln lassen wird, um das leidenschaftliche Abenteuer anzugehen, die Netze auszuwerfen.

Dem Geschenk Gottes antwortet die Kirche mit Danksagung, Treue, Hören auf den Geist, demütigem und inständigem Gebet.

Um seine apostolische Sendung zu verwirklichen, wird jeder Priester in seinem eigenen Herzen die Worte Jesu eingemeißelt tragen: „Vater, ich habe dich auf Erden verherrlicht und das Werk vollbracht, das du mir aufgetragen hast, um den Menschen ewiges Leben zu geben“ (Joh 17,2-4). Deshalb wird er sein Leben zur Selbsthingabe – Wurzel und Zusammenfassung der pastoralen Liebe – an die Kirche machen, nach dem Bild der Hingabe Christi.[446] So wird er mit Freude und in Frieden all seine Kräfte verzehren, um seinen Brüdern und Schwestern zu helfen, und als Zeichen der übernatürlichen Liebe, in Gehorsam, in zölibatärer Keuschheit, in der Einfachheit des Lebens und im Respektieren der comunionalen Disziplin der Kirche leben.

In seinem Evangelisierungswerk transzendiert der Priester die natürliche Ordnung, um sich beständig „dem Dienst vor Gott“ (Hebr 5,1) zuzuwenden. Er ist nämlich berufen, den Menschen aufzurichten und im göttlichen Leben einzupflanzen, sowie ihn darin bis zur Fülle Christi wachsen zu lassen. Genau deshalb bildet ein authentischer Priester, der in seiner Treue zu Christus und zur Kirche motiviert ist, wirklich eine unvergleichliche Kraft für den wahren Fortschritt der ganzen Welt.

„Die Neu-Evangelisierung braucht neue Verkünder, und das sind die Priester, die sich verpflichten, ihr Priestertum als besonderen Weg zur Heiligkeit zu leben.“[447] Der Mann Gottes ist es, der die Werke Gottes vollbringt!

Wie Christus muss sich der Priester der Welt als Vorbild übernatürlichen Lebens darstellen: „Ich habe euch ein Beispiel gegeben, damit auch ihr so handelt, wie ich an euch gehandelt habe“ (Joh 13,15).

Das durch das Leben gegebene Zeugnis qualifiziert den Priester und bildet die überzeugendste Predigt. Die kirchliche Disziplin, die mit authentischer innerer Motivation gelebt wird, erweist sich als fruchtbarer Dienst zum Leben der eigenen Identität, zur Förderung der Liebe und zur Leuchtkraft des Zeugnisses, ohne die jedwelche kulturelle Bildung und rigorose Planung bloß eine Illusion wäre. Zu nichts nützt das „Machen“, wenn das „Sein mit Christus“ fehlt.

Hierin liegt der Horizont der Identität, des Lebens, des Dienstes und der Weiterbildung des Priesters. Es ist eine immense, offene, mutige, vom Glauben erleuchtete, von Hoffnung getragene und in der Liebe verwurzelte Arbeit und Aufgabe.

Bei diesem sowohl notwendigen als auch dringlichen Werk ist niemand allein. Es ist nötig, dass den Priestern geholfen wird, und zwar durch den exemplarischen, anerkannten und starkmütigen pastoralen Leitungsdienst der eigenen Bischöfe, in erkennbarer Gemeinschaft mit dem Heiligen Stuhl und schließlich durch die brüderliche Zusammenarbeit mit dem gesamten Presbyterium und mit dem ganzen Volk Gottes.

Jeder Priester möge sich Maria, dem Stern der Neuevangelisierung, empfehlen. In ihr, „die in ihrem Leben das Beispiel jener mütterlichen Liebe war, von der alle beseelt sein müssen, die in der apostolischen Sendung der Kirche zur Wiedergeburt der Menschen mitwirken“[448], werden die Priester dauernd Schutz und Hilfe für die Erneuerung des eigenen Lebens finden, damit aus ihrem Priestertum, in diesem dritten Jahrtausend der Erlösung, ein intensiver und erneuerter Elan der Evangelisierung hervorgeht.

Papst Benedikt XVI. hat das vorliegende Direktorium am 14. Januar 2013 approbiert und seine Veröffentlichung angeordnet.

Rom, am Sitz der Kongregation, 11. Februar 2013, Gedenktag Unserer Lieben Frau in Lourdes

Mauro Card. Piacenza
Präfekt

+ Celso Morga Iruzubieta
Titularerzbischof von Alba marittima
Sekretär

 

 Gebet zu Maria [449]

Maria,
Mutter Jesu Christi und Mutter der Priester,
empfange diesen Namen, den wir Dir entgegenbringen,
um Deine Mutterschaft zu feiern
und mit Dir das Priestertum
Deines Sohnes und Deiner Söhne
zu betrachten,
Heilige Gottesmutter.

Mutter Christi,
dem Messias und Priester
hast Du einen menschlichen Leib geschenkt
durch die Kraft des Heiligen Geistes,
zum Heil der Armen und im Herzen Betrübten:
behüte die Priester
in Deinem Herzen und in der Kirche,
Mutter des Erlösers.

Mutter des Glaubens,
Du hast den Menschensohn zum Tempel geleitet,
in Erfüllung der den Vätern gegebenen Verheißung:
empfiehl die Priester Deines Sohnes
dem Vater zu seiner Verherrlichung,
Arche des Bundes.

Mutter der Kirche,
inmitten der Jünger im Abendmahlssaal
hast Du zum Heiligen Geist
gebetet für das Neue Volk
und die Hirten: erhalte dem Priesterstand
die Früchte der Gaben,
Königin der Apostel.

Mutter Jesu Christi,
Du warst bei Ihm in den Anfängen seines Lebens
und seiner Sendung. Ihn, den Meister,
hast Du in der Menschenmenge gesucht,
Ihm bist du beigestanden,
da er von der Erde erhöht wurde
und sich hingab als das eine und ewige Opfer;
Du hattest Johannes bei Dir, Deinen Sohn:
nimm an, die von Anfang an gerufen sind,
schütze ihr Wachsen,
begleite Deine Söhne in ihrem Leben und Dienst,
Mutter der Priester.

Amen!



 
[1]     Cfr. II. Ökumen. Vat. Konz., Dogmatische Konstitution über die Kirche Lumen gentium :AAS 57 (1965), 28; Dekret über die Ausbildung der Priester Optatam totius: AAS 58 (1966), 22; Dekret über die Hirtenaufgabe der Bischöfe in der Kirche Christus Dominus: AAS 58 (1966), 16; Dekret über Dienst und Leben der Priester Presbyterorum Ordinis: AAS 58 (1966), 991-1024 ; Paul VI., Enzyklika Sacerdotalis caelibatus (24. Juni 1967): AAS 59 (1967), 657-697; Kongregation für den Klerus, Rundschreiben Inter ea (4. November 1969): AAS 62 (1970), 123-134; Bischofssynode, Dokument über das Amtspriestertum Ultimis temporibus (30. November 1971): AAS 63 (1971), 898-922; Codex Iuris Canonici (25. Januar 1983), cann. 273-289; 232-264; 1008-1054; Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Ratio Fundamentalis Institutionis Sacerdotalis (19. März 1985), 101; Johannes Paul II., Briefe an die Priester zum Gründonnerstag; Katechesen über die Priester in den Generalaudienzen vom 31. März bis 22. September 1993.
[2] Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis (25. März 1992): AAS 84 (1992), 657-804.
[3]     Kongregation für den Klerus, Direktorium für Dienst und Leben der Priester (31. März 1994), LEV, Vatikanstadt 1994.
[4]     Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 18.
[5]     Cfr., zum Beispiel, Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben in Form eines Motu proprio Misericordia Dei (7. April 2002): AAS 94 (2002), 452-459; Enzyklika Ecclesia de Eucharistia (17. April 2003): AAS 95 (2003), 433-475; Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores gregis (16. Oktober 2003): AAS 96 (2004), 825-924; Briefe an die Priester (1995-2002; 2004-2005); Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis (22. Februar 2007): AAS 99 (2007), 105-180; Botschaft an die Teilnehmer des XX. Kurses für das Forum internum, veranstaltet von der Apostolischen Pönitentiarie (12. März 2009): Insegnamenti V/1 (2009), 374-377; Ansprache an die Teilnehmer der Vollversammlung der Kongregation für den Klerus (16. März 2009): Insegnamenti V/1 (2009), 391-394; Schreiben zum Beginn des Prieserjahres aus Anlaß des 150. Jahrestages des “Dies natalis” von Johannes Maria Vianney (16. Juni 2009): AAS 101 (2009), 569-579; Ansprache an die Teilnehmer eines von der Apostolischen Pönitentiarie veranstalteten Kurses (11. März 2010): Insegnamenti VI/1 (2010), 318-321; Ansprache an die Teilnehmer eines von der Kongregation für den Klerus veranstalteten Theologischen Kongresses (12. März 2010): l.c., 240-242; Gebetsvigil zum Abschluss des Priesterjahres (10. Juni 2010): AAS 102 (2010), 397-406; Brief an die Seminaristen (18. Oktober 2010): AAS 102 (2010), 793-798.
[6]     Cfr. Benedikt XVI., Apostolisches Schreiben in Form eines Motu proprio Ubicumque et semper, mit dem der Päpstliche Rat zur Förderung der Neuevangelisierung eingerichtet wird (21. September 2010): AAS 102 (2010), 788-792.
[8]     Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 15: AAS 84 (1992), 679-681.
[9]     II. Vat. Konzil, Dekret Presbyterorum Ordinis, 2.
[10]    II. Vat. Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 1.
[11]    Vgl. II. Vat. Konzil, Dekret Presbyterorum Ordinis, 2.
[13]    Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 11.
[14]    Ibid., 15.
[15]    Ibid., 21; vgl. II. Vat. Konzil, Dekret Presbyterorum Ordinis, 2; 12.
[16]    Vgl. ibid., 12.
[17]    Ibid., 23.
[18]    Ibid., 18; Botschaft der Synodenväter an das Volk Gottes (28. Oktober 1990), III, “L’Osservatore Romano”, 29.-30. Oktober 1990.
[19]    Ibid., 16.
[20]    Vgl. ibid., 12.
[21]    Vgl. Konzil von Trient, Sessio XXIII, De sacramento Ordinis: DS, 1763-1778; Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 11-18; Generalaudienz (31. März 1993): Insegnamenti XVI/1, 784-797.
[22]    II. Vat. Konzil, Dekret Presbyterorum Ordinis, 2.
[23]    Vgl. II. Vat. Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 18-31; Dekret Presbyterorum Ordinis, 2; CIC, can. 1008.
[24]    Vgl. II. Vat. Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 10; Dekret Presbyterorum Ordinis, 2.
[25]    Vgl. II. Vat. Konzil., Dekret Apostolicam actuositatem: AAS 58 (1966), 3; Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Christifideles laici (30. Dezember 1988), 14: AAS 81 (1989), 409-413.
[26]    Vgl. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 13-14; Generalaudienz (31. März 1993): l.c., 784-797.
[28]    Ibid.
[30]    Vgl. II. Vat. Konzil, Konstitution Gaudium et spes, 22: AAS 58 (1966),1042.
[31]    Vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Erklärung Dominus Iesus über die Einzigkeit und Heilsuniversalität Jesu Christi und der Kirche (6. August 2000), 13-15: AAS 92 (2000), 754-756.
[32]    Vgl. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 18.
[33]    Vgl. ibid., 15.
[34]    Vgl. II. Vat. Konzil, Dekret Presbyterorum Ordinis, 12.
[35]    Vgl. II. Vat. Konzil, Dogmatische Konstitution Dei Verbum: AAS 58 (1966), 10; Dekret Presbyterorum Ordinis, 4.
[36]    Vgl. II. Vat. Konzil, Dekret Presbyterorum Ordinis, 5; Katechismus der Katholischen Kirche, 1120.
[37]    Vgl. Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis, 13; 48.
[38]    Vgl. II. Vat. Konzil, Dekret Presbyterorum Ordinis, 6.
[39]    Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 16.
[40]    Vgl. ibid.
[41]    Institutio Generalis Missalis Romani (2002), 78.
[42]    Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 3.
[43]    Vgl. II. Vat. Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 28; Dekret Presbyterorum Ordinis, 7; Dekret Christus Dominus, 28; Dekret Ad gentes, 19; Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 17.
[44]    Vgl. II. Vat. Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium 28; Pontificale romanum, Ordinatio Episcoporum, Presbyterorum et Diaconorum, cap. I., n. 51, Ed. typica altera, 1990, 26.
[45]    II. Vat. Konzil, Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 28.
[46]    Vgl. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 16.
[47]    Vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Brief über die Kirche als Gemeinschaft Communionis notio (28. Mai 1992), 10: AAS 85 (1993), 844.
[48]    Vgl. Johannes Paul II., Enzyklika Redemptoris missio (7. Dezember 1990), 23: AAS 83 (1991), 269.
[49]    II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 10; vgl. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 32.
[50]    Vgl. II. Vat. Konz., Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 28; Dekret Presbyterorum Ordinis, 7.
[51]    Vgl. CIC, can. 266, § 1.
[52]    Vgl. II. Vat. Konz., Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 23; 26; Kongregation für den Klerus, Instruktion Postquam Apostoli (25. März 1980), 5; 14; 23: AAS 72 (1980), 346-347; 353-354; 360-361; Tertullian, De praescriptione, 20, 5-9: CCL 1, 201-202; Kongregation für die Glaubenslehre, Schreiben Communionis notio über einige Aspekte der Kirche als Communio, 10: l.c., 844.
[53]    Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis, 85.
[54]    Johannes Paul II., Enzyklika Redemptoris missio, 67.
[55]    Vgl. Kongregation für den Klerus, Rundschreiben Die missionarische Identität des Priesters in der Kirche: eine der Ausübung der tria munera innewohnende Dimension (29. Juni 2010), 3.3.5: LEV, Vatikanstadt 2011, 307.
[56]    Vgl. II. Vat. Konz., Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 23; Dekret Presbyterorum Ordinis, 10; Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 32; Kongregation für den Klerus, Instruktion Postquam Apostoli (25. März 1980): l.c., 343-364; Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Pastorale Leitlinien für Diözesanpriester in den von der Kongregation für die Evangelisierung der Völker abhängenden Teilkirchen (1. Oktober 1989), 4: EV 11, 1588-1590; CIC, can. 271.
[57]    Kongregation für die Glaubenslehre, Lehrmäßige Note zu einigen Aspekten der Evangelisierung (3. Dezember 2007), 3: AAS 100 (2008), 491.
[58]    Paul VI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Evangelii nuntiandi (8. Dezember 1975), 80: AAS 68 (1976), 74.
[59]    II. Vat. Konz., Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 13.
[60]    Vgl. Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Pastorale Leitlinien für Diözesanpriester in den von der Kongregation für die Evangelisierung der Völker abhängenden Teilkirchen, l.c., 1580-1650; Johannes Paul II., Enzyklika Redemptoris missio, 54; 67.
[61] Ratzinger Kard. Joseph, Vortrag zum Jubiläum der Katecheten und Religionslehrer (10. Dezember 2000).
[62]   Kongregation für die Glaubenslehre, Lehrmäßige Note zu einigen Aspekten der Evangelisierung (3. Dezember 2007), 12: AAS 100 (2008), 501.
[63]    Vgl. Kongregation für den Klerus, Allgemeines Direktorium für die Katechese (15. August 1997), 53: LEV, Vatikanstadt 1997, 55-56.
[64]    Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Christifideles laici (30. Dezember 1988), 37: l.c., 460-462.
[65]    Kongregation für den Klerus, Allgemeines Direktorium für die Katechese (15. August 1997), 49: l.c., 51.
[66]    Ratzinger Kard. Joseph, Vortrag zum Jubiläum der Katecheten und Religionslehrer (10. Dezember 2000).
[67]    Kongregation für den Klerus, Rundschreiben Die missionarische Identität des Priesters in der Kirche: eine der Ausübung der tria munera innewohnende Dimension (29. Juni 2010), 3.3: l.c., 27.
[68]    Paul VI., Ansprache an das Kardinalskollegium (22. Juni 1973): AAS 65, 1973, 383, zitiert im Nachsynodalen Apostolischen Schreiben Evangelii nuntiandi (8. Dezember 1975), 3.
[69]    Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Novo millennio ineunte (6. Januar 2001), 40: AAS 93 (2001), 294-295.
[70]    Johannes Paul II., Ansprache an die Vollversammlung des CELAM, Port-au-Prince (9. März 1983): AAS 75 (1983), 771-779.
[71]    Johannes Paul II., Predigt in der heiligen Messe in der Heilig-Kreuz-Kirche von Mogila (9. Juni 1979): AAS 71 (1979), 865.
[72]    Ratzinger Kard. Joseph, Vortrag zum Jubiläum der Katecheten und Religionslehrer (10. Dezember 2000).
[73]    Benedikt XVI., Apostolisches Schreiben in Form eines Motu proprio Ubicumque et semper, mit dem der Päpstliche Rat zur Förderung der Neuevangelisierung eingerichtet wird (21. September 2010): l.c., 790-791.
[74]    Vgl. Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Africae munus (19. November 2011), LEV, Vatikanstadt 2011, 165.
[75]    Benedikt XVI., Apostolisches Schreiben in Form eines Motu proprio Ubicumque et semper, mit dem der Päpstliche Rat zur Förderung der Neuevangelisierung eingerichtet wird (21. September 2010): l.c., 790-791.
[76]    II. Vat. Konz., Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 28; vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Lehrmäßige Note zu einigen Aspekten der Evangelisierung (3. Dezember 2007), 12: l.c., 501; Paul VI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben  Evangelii nuntiandi (8. Dezember 1975), 52.
[77]    II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 4.
[78]    Ibid., 2.
[79]    Ibid., 4.
[80]    Johannes Paul II., Enzyklika Redemptoris missio (7. Dezember 1990), 3: AAS 83 (1991), 251-252.
[81]    Ibid.
[82]    Johannes Paul II., Ansprache an die Vollversammlung des CELAM, Port-au-Prince (9. März 1983): l.c., 771-779.
[83]    Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Novo millennio ineunte (6. Januar 2001), 40.
[84]    Ibid.
[85]    Johannes Paul II., Enzyklika Redemptoris missio (7. Dezember 1990), 11: l.c., 259-260.
[86]    Benedikt XVI., Apostolisches Schreiben in Form eines Motu Proprio Ubicumque et semper, mit dem der Päpstliche Rat zur Förderung der Neuevangelisierung eingerichtet wird (21. September 2010): l.c., 790-791.
[87]    Kongregation für den Klerus, Rundschreiben Die missionarische Identität des Priesters in der Kirche: eine der Ausübung der tria munera innewohnende Dimension (29. Juni 2010), 3.3.1.
[88]    Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Novo millennio ineunte (6. Januar 2001), 40.
[89]    Vgl. Johannes Paul II., Predigt in der heiligen Messe im Heiligtum des Kreuzes von Mogila  (9. Juni 1979), l.c.
[90]    Kongregation für den Klerus, Rundschreiben Die missionarische Identität des Priesters in der Kirche: eine der Ausübung der tria munera innewohnende Dimension (29. Juni 2010), Schluss.
[91]    Ibid., 11.
[92]    Ibid., 28.
[93]    Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores gregis (16. Oktober 2003), 37.
[94]    Benedikt XVI., Apostolisches Schreiben in Form eines Motu proprio Porta fidei (11. Oktober 2011), 9: AAS 103 (2011), 728.
[95]    Vgl. Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Africae munus (19. November 2011).
[96]    Paul VI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Evangelii nuntiandi (8. Dezember 1975), 80.
[97]    Johannes Paul II., Enzyklika Redemptoris missio (7. Dezember 1990), 2.
[98]    Vgl. Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Africae munus (19. November 2011).
[99]    Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Novo millennio ineunte (6. Januar 2001), 40.
[100]   II. Vat. Konz., Konstitution Gaudium et spes, 44.
[101]   Vgl. Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Novo millennio ineunte (6. Januar 2001), 40.
[102]   Johannes Paul II., Gründonnerstagsbrief an die Priester (8. April 1979), 8: AAS 71 (1979), 393-417.
[103]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 16; Paul VI., Enzyklika Sacerdotalis caelibatus (24. Juni 1967), 56.
[104]   Hl. Johannes Maria Vianney, in B. Nodet, Le curé d’Ars. Sa pensée - Son cœur, éd. Xavier Mappus, Foi Vivante, 1966, 98-99 (zitiert in Benedikt XVI., Schreiben zum Beginn des Priesterjahres anlässlich des 150. Jahrestages des “Dies natalis” von Johannes Maria Vianney (16. Juni 2009).
[105]   Vgl. Hl. Agustinus, In Iohannis Evangelium Tractatus, 123, 5: CCL 36, 678; II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 14.
[107]   Vgl. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 21; CIC, can. 274.
[108]   Vgl. CIC, cann. 275, § 2; 529, § 1.
[109]   Vgl. ibid., can. 574, § 1.
[110]   Vgl. Konzil von Trient, Sessio XXIII, De sacramento Ordinis, cap. I e IV, cann. 3, 4, 6: DS, 1763-1776; II. Vat. Konz., Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 10; Kongregation für die Glaubenslehre, Schreiben Sacerdotium ministeriale (6. August 1983), 1: AAS 75 (1983), 1001.
[111]   Vgl. II. Vat. Konz., Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 9, 32; CIC, can. 208.
[112]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 7.
[113]   Vgl. ibid.
[114]   II. Vat. Konz., Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 10.
[115]   Vgl. Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Pastorale Leitlinien für Diözesanpriester in den von der Kongregation für die Evangelisierung der Völker abhängenden Teilkirchen, 3: l.c., 1586-1588.
[116]   Vgl.. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 11.
[117]   Vgl. Johannes Paul II., Ansprache an die Schweizer Bischöfe (15. Juni 1984): Insegnamenti VII/1 (1984), 1784.
[118]   Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 23.
[119]   Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 12; vgl. II. Vat. Konz., Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 1.
[120]   Vgl. II. Vat. Konz., Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 8.
[121]   Vgl. Hl. Augustinus, Sermo 46, 30: CCL 41, 555-557.
[122]   Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 28.
[123]   II. Vat. Konz., Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 27.
[124]   Vgl. II. Vat. Konz., Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 22; Dekret Christus Dominus, 4; CIC, can. 336.
[125]   Vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Schreiben Communionis notio über einige Aspekte der Kirche als Communio, 14.
[126]   Vgl. CIC, can. 902; Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Decr. part. Promulgato Codice (12. September 1983), II, I, 153: Notitiae 19 (1983), 542.
[127]   Vgl. Hl. Thomas von Aquin, Summa theol., III, q. 82, a. 2 ad 2; Sent. IV, d. 13, q. 1, a 2, q 2; II. Vat. Konz., Konstitution Sacrosanctum Concilium, 41, 57.
[128]   Vgl. Hl. Ritenkongregation, Instruktion Eucharisticum Mysterium (25. Mai 1967), 47: AAS 59 (1967), 565-566.
[129]   Vgl. CIC, can. 273.
[130]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 15; Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 65; 79.
[131]   Hl. Ignatius von Antiochien, Ad Ephesios, XX, 1-2: „Wenn der Herr mir offenbart, dass ihr, jeder einzelne für sich und alle gemeinsam... dem Bischof und dem Presbyterium in unumstößlicher Ergebenheit herzlich verbunden seid, indem ihr das eine Brot brecht, das Arznei der Unsterblichkeit, Gegengift des Todes ist und vielmehr erwirkt, immer in Jesus Christus zu leben“: Patres Apostolici, ed. F.X. Funk, II, 203-205.
[132]   Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 17; vgl. II. Vat. Konz., Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 28; Dekret Presbyterorum Ordinis, 8; CIC, can. 275, § 1.
[133]   Vgl. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 74; Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Pastorale Leitlinien für Diözesanpriester in Missionsgebieten, 6.
[134]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 8; CIC, cann. 369; 498; 499.
[135]   Vgl. II. Vat. Konz., Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 6; Benedikt XVI., Angelus (19. Juni 2005): Insegnamenti I (2005), 255-256; Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Ecclesia in Africa (14. September 1995): AAS 88 (1996), 63.
[136]   Vgl. Pontificale Romanum, De Ordinatione Episcopi, Presbyterorum et Diaconorum, cap. II, 105; 130; II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 8.
[137]   Katechismus der Katholischen Kirche, 875.
[138]   CIC, can. 265.
[139]   Vgl. Johannes Paul II., Ansprache in der Kathedrale von Quito an die Bischöfe, Priester, Ordensleute und Seminaristen (29. Januar 1985): Insegnamenti VIII/1 (1985), 247-253.
[140]   Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 31.
[141]   Vgl. ibid., 17; 74.
[142]   CIC, can. 498, § 1, 2°.
[143]   Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 31.
[144]   Vgl. ibid., 31; 41; 68.
[145]   Vgl. CIC, cann. 214-215.
[146]   Vgl. CIC, can. 271.
[147]   Vgl. Benedikt XVI., Botschaft zur Fastenzeit 2012 (3. November 2011): AAS 104 (2012), 199-204.
[148]   Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 74.
[149]   Vgl. Johannes Paul II., Generalaudienz (4. August 1993), 4: Insegnamenti XVI/2, 139-140.
[150]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 12-14.
[151]   Vgl. ibid., 8.
[152]   Vgl. S. Agostino, Sermones 355, 356, De vita et moribus clericorum: PL 39, 1568-1581.
[153]   Vgl. II. Vat. Konz., Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 28; Dekret Presbyterorum Ordinis, 8; Dekret Christus Dominus, 30.
[154]   Vgl. Kongregation für die Bischöfe, Direktorium Ecclesiae Imago (22. Februar 1973), 112; Kongregation für die Bischöfe, Direktorium Apostolorum Successores für den Hirtendienst der Bischöfe (22. Februar 2004), LEV, Vatikanstadt 2004, 211; CIC, cann. 280; 245, § 2; 550, § 1; Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 81.
[156]   Paul VI., Enzyklika Sacerdotalis caelibatus (24. Juni 1967), 80.
[157]   Vgl. II. Vat. Konz., Konstitution Sacrosanctum Concilium, 26; 99; Institutio generalis Liturgiae Horarum, 25.
[158]   Vgl. CIC, can. 278, § 2; Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 31; 68; 81.
[159]   Vgl. CIC, can. 550, § 2.
[160]   Vgl. ibid., can. 545, § 1.
[161]   Vgl.. ibid., can. 533, § 1.
[162]   Vgl. ibid., cann. 1226; 1228.
[164]   Benedikt XVI., Predigt in der Vesper (Fatima, 12. Mai 2010): Insegnamenti VI/1 (2010), 685-688.
[166] Hl. Zyprianus, De Oratione Domini, 23: PL 4, 553; vgl. II. Vat. Konz., Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 4.
[167]Johannes Paul II.,Generalaudienz (4. August 1993), 4: Insegnamenti XVI/2, 139-140.
[168]   Vgl. Johannes Paul II., Generalaudienz (7. Juli 1993): Insegnamenti XVI/2, 34-44; II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordiniss, 15.
[169]   Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 15.
[170]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 9; CIC, cann. 275, § 2; 529, § 2.
[171]   Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 74.
[172]   Vgl. CIC, can. 529, § 2.
[173]   Vgl. II. Vat. Konz., Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 31.
[174]   Vgl. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 74; Paul VI., Enzyklika Ecclesiam suam (6. August 1964), III: AAS 56 (1964), 647.
[175]   Vgl. Kongregation für den Klerus, Der Priester, Diener der Göttlichen Barmherzigkeit. Arbeitshilfe für Beichtväter und geistliche Begleiter (9. März 2011): LEV, Vatikanstadt 2011.
[176]   Vgl. Johannes Paul II., Generalaudienz (7. Juli 1993): l.c., 34-44.
[177]   Vgl. CIC, can. 529, § 1.
[178]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 11; CIC, can. 233, § 1.
[179]   Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 74.
[180]   Vgl. CIC, can. 287, § 2; Kongregation für den Klerus, Dekret Quidam Episcopi (8. März 1982), AAS 74 (1982), 642-645.
[181]   Vgl. Kongregation für die Evangelisierung der Völker, Pastorale Leitlinien für Priester in Missionsgebieten, 9; Kongregation für den Klerus, Dekret Quidam Episcopi (8. März 1982), l.c., 642-645.
[182]   Johannes Paul II., Generalaudienz (28. Juli 1993), 3: Insegnamenti XVI/2, 109-110; vgl. II. Vat. Konz., Pastorale Konstitution Gaudium et spes, 43; Bischofssynode, Dokument über das Amtspriestertum Ultimis temporibus (30. November 1971), II, I, 2: l.c., 912-913; CIC, cann. 285, § 3; 287, § 1.
[183]   Katechismus der Katholischen Kirche, 2442; CIC, can. 227.
[184]   Bischofssynode, Dokument über das Amtspriestertum Ultimis temporibus (30. November 1971), II, I, 2.
[185]   Vgl. Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Novo millennio ineunte (6. Januar 2001): AAS 93 (2001), 266-309; Benedikt XVI., Generalaudienz (13. April 2011), “L’Osservatore Romano”, 14. April 2011, 8.
[186]   Vgl. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 5.
[187]   Johannes Paul II., Generalaudienz (26. Mai 1993): Insegnamenti XVI/1 (1993), 1328-1340.
[188]   Vgl. Johannes Paul II., Eröffnungsansprache zur IV. Vollversammlung des lateinamerikanischen Episkopats (Santo Domingo, 12-28. Oktober 1992), 24: AAS 85 (1993), 826.
[189]   Ibid., 1.
[190]   Ibid., 25.
[191]   Vgl. ibid.
[192]   Päpstlicher Rat für den Interreligiösen Dialog, Dokument Jesus Christus - Bringer des Wassers des Lebens. Eine christliche Betrachtung zu „New Age“, § 6.2 (3. Februar 2003): EV 22, 54-137.
[193]   Ibid.
[194]   II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 14.
[195]   Benedikt XVI., Vigil zum Abschluss des Priesterjahres (10. Juni 2010): l.c., 397-406.
[196]   Vgl. Benedikt XVI., Predigt in der Chrisam-Messe (9. April 2009): Insegnamenti V/1 (2009), 578-583.
[197]   Johannes Paul II., Brief an die Priester zum Gründonnerstag (13. April 1987): AAS 79 (1987), 1285-1295.
[198]   II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 14.
[199]   Vgl. CIC, can. 276, § 2, 1°.
[200]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordiniss, 5; 18; Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 23; 26; 38; 46; 48; CIC, cann. 246, § 1; 276, § 2, 2°.
[201]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 5; 18; CIC, cann. 246, § 4; 276, § 2, 5°; Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 26; 48.
[202]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 18; CIC, can. 239; Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 40; 50; 81.
[203]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 18 CIC, cann. 246, § 2; 276, § 2, 3°; Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 26; 72; Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Antworten Celebratio integra auf Fragen hinsichtlich der Verpflichtung zum Stundengebet (15. November 2000), in Notitiae 37 (2001), 190-194.
[204]   Vgl. CIC, can., 1174, § 1.
[205]   II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 18; Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 26; 37-38; 47; 51; 53; 72.
[206]   Vgl. CIC, can. 276, § 2, 5°.
[207]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 4; 13; 18; Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 26; 47; 53; 70; 72.
[208]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 18; CIC, can. 276, § 2, 4°; Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 80.
[209]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis 18; CIC, cann. 246, § 3; 276, § 2, 5°. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 36; 38; 45; 82.
[210]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 18; Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 26; 37-38; 47; 51; 53; 72.
[211]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 18.
[212]   Vgl. Johannes Paul II., Brief an die Priester zum Gründonnerstag 1979 (8. April 1979), 1: l.c., 394; Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 80.
[213]   Vgl. Possidius, Vita Sancti Aurelii Augustini, 31: PL 32, 63-66.
[214]   Benedikt XVI., Predigt in der Chrisam-Messe (20. März 2008): Insegnamenti IV/1 (2008), 442-446.
[215]   Vgl. Institutio Generalis Liturgiae Horarum, 3-4; Katechismus der Katholischen Kirche, 2598-2606.
[216]   Benedikt XVI., Angelus (18. Dezember 2005): Insegnamenti I (2005), 1003.
[217]   Ibid.
[218]   Katechismus der Katholischen Kirche, 144.
[219]   Ibid., 2599; vgl. Lk 2, 19.51.
[220]   Pontificale Romanum, De ordinatione Episcopi, Presbyterorum et Diaconorum, II, 151.
[221]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 18; Bischofssynode, Dokument über das Amtspriestertum Ultimis temporibus (30. November 1971), II, I, 3; Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 46-47; Generalaudienz (2. Juni 1993), 3: Insegnamenti XVI/1, 1389.
[222]   „Numquam enim minus solus sum, quam cum solus esse videor”: Epist. 33 (Maur. 49), 1: CSEL 82, 229.
[223]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 14; Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 23.
[224]   Vgl. CIC, can. 279, § 1.
[225]   Paul VI., Enzyklika Sacerdotalis caelibatus (24. Juni 1967), 93.
[226]   Vgl. ibid., 15; Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 27.
[227]   Vgl. Johannes Paul II., Enzyklika Veritatis splendor (6. August 1993), 31; 32; 106: AAS 85 (1993), 1158-1159; 1159-1160; 1216.
[228]   Vgl. CIC, can. 274, § 2.
[229]   II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 15.
[230]   Ibid.
[231]   Vgl. CIC, can. 273.
[232]   Vgl. II. Vat. Konz., Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 23.
[233]   Vgl. ibid., 27; CIC, can. 381, § 1.
[234]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Christus Dominus, 2; Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 22; CIC, can. 333, § 1.
[236]   Vgl. Benedikt XVI., Predigt in der Chrisam-Messe (5. April 2012), “L'Osservatore Romano”, 6. April 2012, 7.
[237]   Ibid.
[238]   Vgl. Johannes Paul II., Apostolische Konstitution Sacrae disciplinae leges (25. Januar 1983): AAS 75 (1983), Pars II, XIII; Ansprache an die Teilnehmer des Internationalen Symposiums «Ius in vita et in missione Ecclesiae» (23. April 1993), “L’Osservatore Romano”, 25. April 1993, 4.
[239]   Vgl. Johannes Paul II., Apostolische Konstitution Sacrae disciplinae leges (25. Januar 1983): l.c., Pars II, XIII.
[240]   Vgl. CIC, cann. 392; 619.
[241]   Vgl. II. Vat. Konz., Konstitution Sacrosanctum Concilium, 7.
[242]   Ibid., 10.
[243]   CIC, can. 838.
[244]   Vgl. II. Vat. Konz., Konstitution Sacrosanctum Concilium, 22.
[245]   Vgl. CIC, can. 846, § 1.
[246]   Vgl. Kongregation für den Klerus, Rundschreiben Omnes Christifideles (25. Januar 1973), 9: EV 5, 1207-1208.
[247]   Johannes Paul II., Brief an den Kardinalvikar von Rom (8. September 1982): Insegnamenti V/2 (1982), 847-849.
[248]   Vgl. Paul VI., Ansprachen an den Klerus (17. Februar 1969; 17. Februar 1972; 10. Februar 1978): AAS 61 (1969), 190; 64 (1972), 223; 70 (1978), 191; Johannes Paul II., Brief an die Priester zum Gründonnerstag 1979 (8. April 1979), 7: l.c., 403-405; Ansprachen an den Klerus (9. November 1978; 19. April 1979): Insegnamenti I (1978), 116; II (1979), 929.
[249]   Benedikt XVI., Ansprache an die Teilnehmer eines von der Kongregation für den Klerus veranstalteten Theologischen Kongresses zum Priesterjahr (12. März 2010).
[250]   Vgl. Päpstlicher Rat für die Interpretation von Gesetzes-texten, Klärungen bezüglich der Verbindlichkeit von Art. 66 des Direktoriums für Dienst und Leben der Priester (22. Oktober 1994), “Communicationes” 27 (1995), 192-194.
[251]   CIC, can. 284.
[252]   Vgl. ibid., can. 24, § 2.
[253]   Vgl. Paul VI., Motu Proprio Ecclesiae Sanctae, I, 25, § 2: AAS 58 (1966), 770; Kongregation für die Bischöfe, Rundschreiben an alle Päpstlichen Vertreter Per venire incontro (27. Januar 1976): EV 5, 1162-1163; Kongregation für das katholische Bildungswesen, Rundschreiben The document (6. Januar 1980), “L’Osservatore Romano” suppl., 12. April 1980.
[254]   Vgl. Paul VI., Generalaudienz (17. September 1969); Ansprache an den Klerus (1. März 1973): Insegnamenti VII (1969), 1065; XI (1973), 176.
[255]   Vgl. II. Vat. Konz., Dogmatische Konstitution Dei Verbum, 5; Katechismus der Katholischen Kirche, 1-2, 142.
[256]   Vgl. ibid., 150-152, 185-187.
[257]   Vgl. Johannes Paul II., Generalaudienz (21. April 1993), 6: Insegnamenti XVI/1 (1993), 936-947.
[258]   Vgl. II. Vat. Konz., Dogmatische Konstitution Dei Verbum, 25.
[259]   Benedikt XVI., Angelus (6. November 2005): Insegnamenti I/1 (2005), 759-762.
[260]   Vgl. CIC, cann. 757; 762; 776.
[261]   II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 4.
[262]   Ibid.; vgl. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 26.
[263]   Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Verbum Domini (30. September 2010), 80: AAS 102 (2010), 751-752.
[264]   Vgl. Johannes Paul II., Generalaudienz (12. Mai 1993): Insegnamenti XVI/1 (1993), 1194-1204.
[265]   Vgl. II. Vat. Konz., Dogmatische Konstitution Dei Verbum, 10; Johannes Paul II., Generalaudienz (12. Mai 1993): l.c., 1194-1204.
[266]   Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis, 46.
[267]   Vgl. Hl. Thomas von Aquin, Summa theologiae, I, q. 43, a. 5.
[268]   Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Verbum Domini(30. September 2010), 82.
[269]   Vgl. CIC, can. 769.
[270]   Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Verbum Domini (30. September 2010), 59.
[271]   Vgl. Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Catechesi tradendae (16. Oktober 1979), 18: AAS 71 (1979), 1291-1292.
[272]   Vgl. CIC, can. 768.
[273]   Vgl. CIC, cann. 528, § 1 e 776.
[274]   Benedikt XVI., Predigt in der Chrisam-Messe (5. April 2012): l.c., 7.
[275]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 9.
[276]   Vgl. ibid., 6.
[277]   Vgl. CIC, can. 779.
[278]   Vgl. Johannes Paul II., Apostolische Konstitution Fidei Depositum (11. Oktober 1992): AAS 86 (1992), 113-118.
[279]   Benedikt XVI., Apostolisches Schreiben in Form eines Motu proprio Porta fidei (11. Oktober 2011), 11: AAS 103 (2011), 730.
[280]   Ibid.
[281]   Vgl. Johannes Paul II., Generalaudienz (12. Mai 1993), 3: l.c., 1195-1196.
[282]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 5; Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis , 78; 84-88.
[283]   Ibid.
[284]   „Sacerdos habet duos actus: unum principalem, supra corpus Christi verum; et alium secundarium, supra corpus Christi mysticum. Secundus autem actus dependet a primo, sed non convertitur“ (Hl.Thomas, Summa theologiae, Suppl., q. 36, a. 2, ad 1).
[285]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 5; 13; Hl. Justinus, Apologia I, 67: PG 6, 429-432; Hl. Augustinus, In Iohannis Evangelium Tractatus, 26, 13-15: CCL 36, 266-268; Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis, 80; Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Instruktion Redemptionis Sacramentum über einige Dinge bezüglich der heiligsten Eucharistie, die einzuhalten und zu vermeiden sind (25. März 2004), 110: AAS 96 (2004), 581.
[286]   II. Vat. Konz., Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 11; vgl. auch das Dekret Presbyterorum Ordinis, 18.
[287]   Vgl. CIC, can. 904.
[288]   Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis, 80.
[289]   Vgl. ibid., 64.
[290]   Vgl. II. Vat. Konz., Konstitution Sacrosanctum Concilium, 128; Johannes Paul II., Enzyklika Ecclesia de Eucharistia (17. April 2003), 49-50: l.c., 465-467; Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis, 80.
[291]   Vgl. II. Vat. Konz., Konstitution Sacrosanctum Concilium, 122-124; Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Instruktion Redemptionis Sacramentum (25. März 2004), 121-128: l.c., 583-585.
[292]   Vgl. II. Vat. Konz., Konstitution Sacrosanctum Concilium, 112, 114, 116; Johannes Paul II., Enzyklika Ecclesia de Eucharistia (17. April 2003), 49: l.c., 465-466; Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis, 42.
[293]   Vgl. II. Vat. Konz., Konstitution Sacrosanctum Concilium, 120.
[294]   Vgl. ibid., 30; Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis, 55.
[295]   Vgl. CIC, can. 899, § 3.
[296]   Johannes Paul II., Enzyklika Ecclesia de Eucharistia (17. April 2003), 52. Vgl. Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Instruktion Redemptionis Sacramentum (25. März 2004).
[297]   Vgl. II. Vat. Konz., Konstitution Sacrosanctum Concilium, 22; CIC, can. 846, § 1; Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis, 40.
[298]   Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis, 38.
[299]   Vgl. CIC, can. 929; Institutio Generalis Missalis Romani (2002), 81; 298; Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Instruktion Liturgicae instaurationes (5. September 1970), 8: AAS 62 (1970), 701; Instruktion Redemptionis Sacramentum (25. März 2004), 121-128: l.c., 583-585.
[300]   Johannes Paul II., Generalaudienz (9. Juni 1993), 6: Insegnamenti XVI/1 (1993), 1469-1461; vgl. Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 48: l.c., 744; Katechismus der Katholischen Kirche, 1418; Johannes Paul II., Enzyklika Ecclesia de Eucharistia  (17. April 2003), 25; Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, Instruktion Redemptionis Sacramentum (25. März 2004), 134; Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Sacramentum caritatis, 67-68.
[301]   Johannes Paul II., Generalaudienz (2. Juni 1993), 5: l.c., 1390-1391; vgl. II. Vat. Konz., Konstitution Sacrosanctum Concilium, 99-100.
[302]   Katechismus der Katholischen Kirche, 1366.
[303]   Ibid., 1414; vgl. CIC, can. 901.
[304]   Vgl. CIC, can. 945, § 2.
[305]   Paul VI., Motu Proprio Firma in Traditione (13. Juni 1974): AAS 66 (1974), 308.
[306]   Kongregation für den Klerus, Dekret Mos iugiter (22. Februar 1991), art. 7: AAS 83 (1991), 446.
[307]   Paul VI., Motu Proprio Firma in Traditione (13. Juni 1974): l.c., 308.
[308]   Kongregation für den Klerus, Dekret Mos iugiter (22. Februar 1991): l.c., 443-446.
[309]   Vgl. CIC, cann. 945-958.
[310]   Ibid., can. 1385.
[311]   Vgl. ibid., cann. 948-949; 199, 5°.
[312]   Vgl. CIC, can. 952.
[313]   Ibid., can. 955, 4.
[314]   Vgl. ibid., can. 958, § 1.
[315]   Vgl. ibid., can. 953.
[316]   Kongregation für den Klerus, Dekret Mos iugiter (22. Februar 1991), art. 5, § 1: l.c., 443-446.
[317]   Ibid., art. 2, §§ 1-2, 443-446.
[318]   Vgl. ibid., art. 2, § 3, 443-446.
[319]   Vgl. CIC, can. 951.
[320]   Ibid., can. 534, § 1.
[321]   Vgl. Konzil von Trient., Sessio VI, De Iustificatione, c. 14; Sessio XIV, De Poenitentia, c. 1, 2, 5-7, can. 10; Sessio XXIII, De Ordine, c. 1; II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 2, 5; CIC, can. 965.
[322]   Vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, 1443-1445.
[323]   Vgl. CIC, cann. 966, § 1; 978, § 1; 981; Johannes Paul II., Ansprache an die Apostolische Pönitentiarie (27. März 1993): Insegnamenti XVI/1 (1993), 761-766.
[324]   Vgl. CIC, can. 986.
[325]   Vgl. Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben in Form eines Motu proprio Misericordia Dei (7. April 2002), 1-2: l.c., 455.
[326]   „Die Ortsordinarien sowie die Pfarrer und Rektoren von Kirchen und Heiligtümern müssen periodisch überprüfen, dass tatsächlich die größtmöglichen Erleichterungen für die Beichte der Gläubigen bestehen. Empfohlen wird insbesondere die sichtbare Anwesenheit der Beichtväter in den Kultstätten während der vorgesehenen Zeiten, die Anpassung dieser Zeiten an die reale Lebenssituation der Pönitenten und die spezielle Bereitschaft dazu, vor den Meßfeiern die Beichte abzunehmen und, sofern andere Priester zur Verfügung stehen, dem Bedürfnis der Gläubigen nach der Beichte auch während der Messfeier nachzukommen“ (Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Misericordia Dei (7. April 2002), 2: l.c., 455.
[327]   Vgl. Kongregation für den Klerus, Rundschreiben an die Direktoren der Wallfahrtskirchen (15. August 2011), “L’Osservatore Romano”, 12. August 2011, 7.
[328]   Benedikt XVI., Ansprache an die Teilnehmer eines Kurses der Apostolischen Pönitentiarie (25. März 2011), “L’Osservatore Romano”, 26. März 2011, 7.
[329]   Vgl. CIC, can. 960; Johannes Paul II., Enzyklika Redemptor hominis, 20: AAS 64 (1979), 257-324; Apostolisches Schreiben Misericordia Dei (7. April 2002), 3.
[330]   Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Misericordia Dei (7. April 2002), 1.
[331]   Beichte und gemeinschaftliche Absolution werden nur in den außergewöhnlichen Fällen und unter den vorgeschriebenen Bedingungen von den folgenden gültigen Regelungen vorgesehen: vgl. CIC, cann. 961-963; Paul VI., Ansprache (20. März 1978): AAS 70 (1978), 328-332; Johannes Paul II., Ansprache (30. Januar 1981): AAS 73 (1981), 201-204; Nachsynodales Apostolisches Schreiben Reconciliatio et paenitentia (2. Dezember 1984), 33: AAS 77 (1985), 270; Apostolisches Schreiben Misericordia Dei (7. April 2002), 4-5.
[332]   CIC, can. 964, § 2. Darüber hinaus kann der Sakramentenspender aus gerechtem Grund und der Fall von Notwendigkeit ausgeschlossen zu Recht entscheiden, auch wenn es der Pönitent eventuell anders wünscht, dass die sakramentale Beichte in einem Beichtstuhl mit einem festen Gitter gehört wird (Vgl. Päpstlicher Rat für die Interpretation von Gesetzestexten, Responsio ad propositum dubium: de loco excipiendi sacramentales confessiones: AAS 90 [1998], 711).
[333]   Vgl. CIC, cann. 978, § 1; 981.
[334]   Ibid., can. 964; vgl.. Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Misericordia Dei (7. April 2002), 9.
[336]   Vgl. CIC, can. 276, § 2, 5°; II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 18.
[337]   Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Reconciliatio et paenitentia (2. Dezember 1984), 31; Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 26.
[338]   Vgl. Benedikt XVI., Botschaft an Kard. James Francis Stafford, Großpönitentiar, und an die Teilnehmer des XX. Kurses für das Forum internum, veranstaltet von der Apostolischen Pönitentiarie (12. März 2009): l.c., 374-377; Kongregation für den Klerus, Der Priester, Diener der göttlichen Barmherzigkeit. Arbeitshilfe für Beichtväter und geistliche Begleiter (9. März 2011), 64-134.
[339]   Vgl. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Reconciliatio et paenitentia  (2. Dezember 1984), 32.
[340]   Kongregation für den Klerus, Der Priester, Diener der göttlichen Barmherzigkeit. Arbeitshilfe für Beichtväter und geistliche Begleiter (9. März 2011), 98; vgl. ibid. 110-111.
[341]   II. Vat. Konz., Konstitution Sacrosanctum Concilium, 85.
[342]   Ibid., 84.
[343]   Benedikt XVI.,Nachsynodales Apostolisches Schreiben Verbum Domini (30. September 2010), 62; vgl. Institutio Generalis Liturgiae Horarum, 29; CIC, cann. 276, § 3; 1174, § 1.
[344]   Katechismus der Katholischen Kirche, 1176, mit Zitat aus II. Vat. Konz., Konstitution Sacrosanctum Concilium, 90.
[345]   Benedikt XVI., Begegnung mit den Priestern der Diözese Albano, Castel Gandolfo (31. August 2006): Insegnamenti II/2 (2006), 163-179.
[346]   Johannes Paul II., Apostolisches Schreiben Spiritus et Sponsa, 13: AAS 96 (2004), 425.
[347]   Vgl. Benedikt XVI., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Verbum Domini, 66.
[348]   Institutio Generalis Liturgiae Horarum, 202.
[349]   Vgl. Katechismus der Katholischen Kirche, 2634-2636.
[350]   Johannes Paul II., Ansprache an den Teilnehmer des Internationalen Symposium anlässlich des 30. Jahrestages der Promulgation des Konzilsdekretes Presbyterorum Ordinis, (27. Oktober 1995), 5.
[351]   Vgl. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 22-23; vgl. Apostolisches Schreiben Mulieris dignitatem (15. August 1988), 26: AAS 80 (1988), 1715-1716.
[352]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 6; CIC, can. 529, § 1.
[353]   Hl. Johannes Chrysostomus, De sacerdotio, III, 6: PG 48, 643-644: „Die geistige Geburt der Seelen ist ein Privileg der Priester: Diese rufen sie durch die Taufe ins Gnadenleben; mit ihrer Hilfe ziehen wir Christus an, sind wir mit dem Gottessohn gemeinsam begraben und werden wir Mitglieder dieses seligen Hauptes (vgl. Röm 6,1; Gal 3,27). Daher müssen wir sie nicht nur mehr als Könige und Fürsten achten, sondern sie mehr ehren als unsere Eltern. Diese in der Tat haben uns aus dem Blut und dem Willen des Fleisches gezeugt (vgl. Joh 1,13); jene aber gebären uns als Söhne Gottes; sie sind die Werkzeuge unserer seligen Wiedergeburt, unserer Freiheit und unserer Adoption in der Gnadenordnung.“
[354]   Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 29; vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 16; Paul VI., Enzyklika Sacerdotalis caelibatus (24. Juni 1967), 14; CIC, can. 277, § 1.
[355]   Benedikt XVI., Gebetsvigil aus Anlass des Abschlusses des Priesterjahres (10. Juni 2010): l.c., 397-406.
[356]   Vgl. Johannes Paul II., Enzyklika Veritatis splendor (6. August 1993), 22.
[357]   Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 29.
[358]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Optatam totius, 10; CIC, can. 247, § 1; Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Ratio Fundamentalis Institutionis Sacerdotalis (19. März 1985), 48; Bildungsrichtlinien zur Vorbereitung auf den priesterlichen Zölibat (11. April 1974), 16: EV 5 (1974-1976), 200-201.
[359]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 16; Johannes Paul II., Brief an die Priester zum Gründonnerstag 1979 (8. April 1979), 8: l.c., 405-409; Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 29; CIC, can. 277, § 1.
[360]   Paul VI., Enzyklika Sacerdotalis caelibatus (24. Juni 1967), 55.
[361]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 16; Paul VI., Enzyklika Sacerdotalis caelibatus (24. Juni 1967), 14: l.c., 662.
[362]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 16; CIC, cann. 1036; 1037.
[363]   Vgl. Pontificale Romanum, De ordinatione Episcopi, Presbyterorum et Diaconorum, III, 228, l.c., 134; Johannes Paul II., Brief an die Priester zum Gründonnerstag 1979 (8. April 1979), 9: l.c., 409-411.
[364]   Vgl. Bischofssynode, Dokument über das Amtspriestertum Ultimis temporibus (30. November 1971), II, I, 4.
[365]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 16.
[366]   Vgl. ibid.
[367]   Johannes Paul II., Brief an die Priester zum Gründonnerstag (8. April 1979), 8: Insegnamenti II/1 (1979), 841-862.
[368]   Vgl. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 29.
[369]   Zur Interpretation dieser Texte, vgl. Konzil von Elvira (305), cann. 27; 33: Bruns Herm., Canones Apostolorum et Conciliorum saec. IV-VI II, 5-6; Konzil von Neocesarea (314), can. 1: Pont. Commissio ad redigendum CIC Orientalis, IX, I/2, 74-82; Konzil von Nizäa I (325), can. 3: Conc. Oecum. Dekret, 6; Konzil von Karthago (390): Concilia Africae a. 345-525, CCL 149, 13. 133ss; Synode von Rom (386): Conc. Oecum. Dekret, 58-63; Konzil von Trullo II (691), cann. 3, 6, 12, 13, 26, 30, 48: Pont. Commissio ad redigendum CIC Orientalis, IX, I/1, 125-186; Siricius, Decretale Directa (386): PL 13, 1131-1147; Innozenz I, Brief Dominus inter (405): Bruns cit. 274-277; Hl. Leo Der Große, Brief an Rusticus (456): PL 54, 1191; Eusebius von Caesarea, Demonstratio Evangelica, 1, 9: PG, 22, 82; Epiphanius von Salamina, Panarion: PG 41, 868. 1024; Expositio Fidei, PG 42, 823ss.
[370]   Vgl. Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Bildungsrichtlinien zur Vorbereitung auf den priesterlichen Zölibat (11. April 1974), 16.
[371]   Benedikt XVI., Gebetsvigil aus Anlass des Abschlusses des Priesterjahres (10. Juni 2010): l.c., 397-406.
[373]   Vgl.. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 29; 50; Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Instruktion über Kriterien zur Berufungsklärung von Personen mit homosexuellen Tendenzen im Hinblick auf ihre Zulassung für das Priesteramt und zu den heiligen Weihen (4. November 2005): AAS 97 (2005), 1007-1013; Bildungsrichtlinien zur Vorbereitung auf den priesterlichen Zölibat (11. April 1974): EV 5 (1974-1976), 188-256.
[374]   Vgl. Hl. Johannes Chrysostomus, De Sacerdotio, VI, 2: PG 48, 679: „Die Seele des Priesters muss reiner als die Strahlen der Sonne sein, damit der Heilige Geist ihn nicht verlässt und er sagen kann: ‚Nicht mehr ich lebe, sondern Christus lebt in mir‘ (Gal 2,20). Wenn die Anachoreten der Wüste, weit entfernt von Städten, öffentlichen Versammlungsorten und allem dort üblichen Lärm, sich nicht dazu verleiten lassen, auf die Sicherheit ihres derartigen Lebens, wo sie Zuflucht und Stille in vollem Maß genießen, zu bauen, und im Gegenteil obendrein unendlich viel mehr Bedachtsamkeit verwenden, indem sie sich nach allen Seiten hin wappnen und sich einüben, alles mit großer Sorgfalt zu tun oder zu sagen, damit sie, soweit das menschenmöglich ist, im Vertrauen und in unbescholtener Reinheit vor das Angesicht Gottes treten können; welche Kraft und Gewalt erscheint dir dann, muss der Priester besitzen, um seine Seele jeder Beschmutzung zu entziehen und ihre geistige Schönheit unbefleckt zu bewahren? Er bedarf sicherlich einer exzellenteren Keuschheit als die Mönche. Und darüber hinaus ist er, der ihrer mehr bedarf, zahlreicheren unvermeidlichen Gelegenheiten ausgesetzt, bei denen er verunreinigt werden kann, wenn er nicht seine Seele mit eifriger Nüchternheit und Wachsamkeit für jene Hinterhalte unnahbar macht.“
[375]   Vgl. CIC, can. 277, § 2.
[376]   Vgl. ibid., can. 277, § 3.
[377]   Vgl. Johannes Paul II., Litterae apostolicae Motu Proprio datae Sacramentorum sanctitatis tutela quibus Normae de gravioribus delictis Congregationi pro Doctrina Fidei reservatis promulgantur (30. April 2001): AAS 93 (2001), 737-739 (modifiziert von Benedikt XVI. am 21. Mai 2010: AAS 102 [2010] 419-430).
[378]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 16.
[379]   Vgl. Paul VI, EnzyklikaSacerdotalis caelibatus (24 giugno 1967), 79-81;Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 29.
[380]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 17; 20-21.
[381] Vgl.. Benedikt XVI., Ansprache an die Römische Kurie (22. Dezember 2006): AAS, 98 (2006).
[382]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 17; Johannes Paul II., Generalaudienz (21. Juli 1993), 3: Insegnamenti XVI/2 (1993), 89-90.
[383]   Vgl. CIC, cann. 286; 1392.
[384]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 17.
[385]   Vgl. ibid.; CIC, cann. 282; 222, § 2; 529, § 1.
[386]   Vgl. CIC, can. 282, § 1.
[387]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 17.
[388]   Vgl. ibid., 17.
[389]   Vgl. Johannes Paul II., Generalaudienz (30. Juni 1993): Insegnamenti XVI/1 (1993), 1689-1699.
[390]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 18.
[391]   Johannes Paul II., Enzyklika Ecclesia de Eucharistia (17. April 2003).
[392]   Benedikt XVI., Generalaudienz (12. August 2009): Insegnamenti V/2 (2009), 94.
[394]   Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 16.
[395]   Vgl. ibid., 70.
[396]   Vgl. ibid.
[397]   Vgl. ibid., 79.
[398]   Vgl. CIC, can. 279.
[399]   Vgl. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 76.
[400]   Vgl. Kongregation für die Glaubenslehre, Instruktion Donum veritatis über die kirchliche Berufung des Theologen (24. Mai 1990), 21-41: AAS 82 (1990), 1559-1569; Internationale Theologische Kommission, Theses Rationes magisterii cum theologia über die Beziehung zwischen kirchlichem Lehramt und Theologie (6. Juni 1976), These Nr. 8: “Gregorianum” 57 (1976), 549-556.
[401]   Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 43; vgl.. II. Vat. Konz., Dekret Optatam totius, 11.
[402]   Benedikt XVI., Videobotschaft an die Teilnehmer der Internationalen Priesterexerzitien in Ars (27. September – 3. Oktober 2009): Insegnamenti V/2 (2009), 300-303.
[403]   Benedikt XVI., Brief an die Seminaristen (18. Oktober 2010), 6: l.c., 797-798.
[404]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 3.
[405]   Ibid., 14.
[406]   Vgl. Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Leitlinien für die Anwendung der Psychologie bei der Aufnahme und Ausbildung von Priesteramtskandidaten (29. Juni 2008), 5: “L’Osservatore Romano”, 31. Oktober 2008, 4f.
[407]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 19; Dekret Optatam totius, 22; CIC, can. 279, § 2; Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Ratio Fundamentalis Institutionis Sacerdotalis (19. März 1985), 101.
[408]   CIC, can. 279, § 3; Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Dekret zur Reform der kirchlichen Studien der Philosophie (28. Januar 2011), 8ff.: AAS 103 (2011), 148ff.
[409]   Vgl. Johannes Paul II., Enzyklika Centesimus annus (1. Mai 1991), 57: AAS 83 (1991), 862-863.
[410]    Vgl. Päpstlicher Rat für die Familie, “Vademecum” für Beichtväter in einigen Fragen der Ehemoral (12. Februar 1997), “L’Osservatore Romano”, 2. März 1997, suppl.
[411]   Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 79.
[412]    Vgl. Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Ratio fundamentalis institutionis sacerdotalis (19. März 1985), 76ss.
[413]   Vgl. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 79.
[414]   Vgl. ibid.
[415]   Vgl. ibid.
[416]   Vgl. ibid.; II. Vat. Konz., Dekret Optatam totius, 22; Dekret Presbyterorum Ordinis, 19.
[417]   Vgl. Paul VI., Apostolisches Schreiben Ecclesiae Sanctae (6. August 1966), I, 7: AAS 58 (1966), 761; Kongregation für den Klerus, Rundschreiben an die Vorsitzenden der Bischofskonferenzen Inter ea (4. November 1969), 16: l.c., 130-131; Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Ratio Fundamentalis Institutionis Sacerdotalis (19. März 1985), 63; 101; CIC, can. 1032, § 2.
[418]   Vgl. Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Ratio Fundamentalis Institutionis Sacerdotalis (19. März 1985), 63.
[419]   Benedikt XVI., Gebetsvigil zum Abschluss des Priesterjahres (10. Juni 2010): l.c., 397-406.
[420]   CIC, can. 276, § 2, 4°; vgl. cann. 533, § 2; 550, § 3.
[421]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 8.
[422]   Vgl. Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Ratio Fundamentalis Institutionis Sacerdotalis (19. März 1985), 101.
[423]   Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 79.
[424]   Vgl. ibid., 70.
[425]   II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 8.
[426]   Vgl. ibid.
[427]   CIC, can. 278, § 2.
[428]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Presbyterorum Ordinis, 8; CIC, can. 278, § 2; Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 81.
[429]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Christus Dominus, 16; Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores gregis (16. Oktober 2003), 47.
[430]   Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 79.
[431]   Vgl. ibid.: l.c., 797-798.
[432]   Vgl. II. Vat. Konz., Dekret Optatam totius, 22; Kongregation für das Katholische Bildungswesen, Ratio Fundamentalis Institutionis Sacerdotalis (19. März 1985), 101.
[433]   Benedikt XVI., Predigt. Eröffnung des Priesterjahres mit der Zweiten Vesper am Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu (19. Juni 2009): Insegnamenti V/1 (2009), 1036.
[434]   Vgl. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 79.
[435]   Vgl. ibid., 76.
[436]   Vgl. CIC, cann. 970; 972.
[437]   Vgl. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 77.
[438]   Ibid.
[439]   Ibid.
[440]   Ibid.
[441]   Ibid., 41.
[442]   Ibid., 77.
[443]   Vgl. ibid., 74.
[444]   Ibid.
[445]   Vgl. Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 82.
[446]    Vgl. ibid., 23.
[447]   Ibid., 82.
[448]   II. Vat. Konz., Dogmatische Konstitution Lumen gentium, 65.
[449]   Johannes Paul II., Nachsynodales Apostolisches Schreiben Pastores dabo vobis, 82.

 

 

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