SCHREIBEN VON PAPST LEO XIV.
AN S.E. KARD. ARTHUR ROCHE
ZUR LITURGISCHEN TAGUNG IN DER
"MOUNT ANGEL ABBEY"
[Mount Angel Abbey (Oregon, USA)]
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An Seine Eminenz Kardinal Arthur Roche
Präfekt des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung
Ich sende herzliche Grüße an Sie und an alle, die sich in der Abtei »Mount Angel« in Oregon versammelt haben, um das wichtige Thema der liturgischen Bildung des Gottesvolkes zu erörtern.
Im Apostolischen Schreiben Desiderio desideravi, in dem die Schönheit der theologischen und geistlichen Tiefe der Liturgie beschrieben wird, hat Papst Franziskus betont, dass für Klerus und Laien gleichermaßen eine aufmerksame und ständige Weiterbildung notwendig, um das liturgische Leben der Weltkirche neu zu beleben (vgl. Nr. 38). Dann erinnerte er uns daran, dass es bei dieser Art der Bildung »nicht um eine Spezialisierung für einige wenige Experten, sondern um eine innere Haltung des gesamten Gottesvolkes« geht (Ansprache an die Teilnehmer an der Vollversammlung des Dikasteriums für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, 8. Februar 2024). Ich möchte Euch daher ermutigen, konkrete Wege für die liturgische Bildung auf allen Ebenen im Leib Christi zu erkunden. Gleichzeitig dürfen wir nicht ausschließen, »dass es eine Priorität gibt hinsichtlich der Bildung derjenigen, die durch das Weihesakrament berufen sind, Mystagogen zu sein, das heißt, dass sie die Gläubigen bei der Kenntnis der heiligen Geheimnisse an die Hand nehmen und sie begleiten sollen« (ebd.).
Erste konkrete Möglichkeiten zur liturgischen Bildung ergeben sich aus unserer regelmäßigen Praxis, uns jeden Sonntag zu versammeln, um Eucharistie zu feiern. Diese Feiern sind im Rhythmus des Kirchenjahres verankert, in dessen Mittelpunkt das Paschamysterium steht. Aus diesem Grund ist es von grundlegender Bedeutung, dass sie zutiefst bildend wirken und ein immer besseres Verständnis der ars celebrandi fördern, die nicht nur vom Zelebranten der Liturgie, sondern auch von der gesamten Versammlung zum Ausdruck gebracht wird (vgl. Desiderio desideravi, 54). Auf diese Weise werden die Katholiken durch angemessene Bildung und ehrfürchtigen Gottesdienst sowohl zur Liturgie hin als auch von der Liturgie her gebildet (vgl. ebd., 34).
Darüber hinaus müssen wir, um eine würdige Feier der heiligen Geheimnisse zu fördern, die Notwendigkeit der Treue gegen-über den approbierten Texten und Vorschriften betonen. In meinen Katechesen zur Konstitution über die Heilige Liturgie, Sacrosanctum Concilium, habe ich vor Kurzem darauf hingewiesen, dass alle, die berufen sind, die Feier der göttlichen Geheimnisse vorzubereiten – insbesondere die Priester –, den von den heiligen Päpsten Paul VI. und Johannes Paul II. promulgierten Riten Achtung entgegenbringen müssen. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass diese Achtung »einer inneren Haltung der Verfügbarkeit und des Vertrauens auf Gott entspringt und Demut vor seiner Größe sowie aufrichtige Treue zur kirchlichen Gemeinschaft zeigt« (Katechese, 27. Mai 2026).
Mit diesen Gedanken vertraue ich Eure Beratungen Maria, dem Sitz der Weisheit, an und erteile Ihnen und allen Anwesenden bei dieser Zusammenkunft gerne meinen Apostolischen Segen als Unterpfand der Weisheit und des Friedens im Herrn.
Aus dem Vatikan, am 29. Juni 2026
Leo XIV.
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