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APOSTOLISCHE REISE VON PAPST LEO XIV.
NACH ALGERIEN, KAMERUN, ANGOLA UND ÄQUATORIALGUINEA
(13.-23. APRIL 2026)

BESUCH IM GEFÄNGNIS VON BATA 

GRUSSWORT VON PAPST LEO XIV. 

Bata
Mittwoch, 22. April 2026

[Multimedia]

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Liebe Brüder, liebe Schwestern,

manche sagen, der Regen sei ein Zeichen für Gottes Segen. Bitten wir darum, dass es so ist. Und lasst uns diesen Moment auch als Zeichen der Nähe Gottes erleben, Gottes, der uns nie verlässt.

Ich habe euren Worten aufmerksam zugehört. Danke für eure Klarheit und dafür, dass ihr uns gezeigt habt, dass auch inmitten von Schwierigkeiten die Menschenwürde und die Hoffnung niemals verloren gehen.

Heute bin ich hier, um euch etwas ganz Einfaches zu sagen: Niemand ist von der Liebe Gottes ausgeschlossen! Jeder von uns, mit seiner eigenen Geschichte, seinen Fehlern und seinem Leid, ist und bleibt in den Augen des Herrn wertvoll. Das können wir mit Gewissheit sagen, denn Jesus hat uns dies in jeder Begegnung, in jeder Geste und in jedem Wort offenbart. Selbst als er ohne jede Schuld verhaftet, verurteilt und hingerichtet wurde, hat er uns bis zum Ende geliebt und damit gezeigt, dass er an die Möglichkeit glaubt, dass die Liebe selbst das verhärtetste Herz verwandeln kann.

Auf dieser meiner Reise erlebe ich Äquatorialguinea als ein Land, das reich an Kulturen, Sprachen und Traditionen ist. Eure Familien, eure Gemeinschaften und euer Glaube sind eine große Kraft für diese Nation. Auch ihr seid Teil dieses Landes. Die Rechtspflege hat zum Ziel, die Gesellschaft zu schützen, doch um wirksam zu sein, muss sie stets auf die Würde und das Potenzial jedes Einzelnen setzen. Wahre Gerechtigkeit zielt nicht so sehr darauf ab, zu bestrafen, sondern vor allem darauf, dabei zu helfen, sowohl das Leben der Opfer als auch das der Täter und der vom Übel geschädigten Gemeinschaften wiederaufzubauen. Es gibt keine Gerechtigkeit ohne Versöhnung. Es ist eine gewaltige Aufgabe, die zum Teil im Gefängnis und zum noch größeren Teil unter Einbeziehung der gesamten nationalen Gemeinschaft erfolgen muss, um die durch Ungerechtigkeit verursachten Wunden zu verhüten und zu heilen.

Ich möchte vor allem über Hoffnung und Veränderung zu euch sprechen. Auch wenn das Gefängnis als ein Ort der Einsamkeit und Trostlosigkeit erscheint, kann diese Zeit – wie bereits gesagt wurde – zu einer Zeit der Besinnung, der Versöhnung und des persönlichen Wachstums werden. So soll beispielsweise alles getan werden, damit ihr im Gefängnis die Möglichkeit habt, zu studieren und in Würde zu arbeiten. Das Leben wird nicht nur durch begangene Fehler bestimmt, die meist das Ergebnis schwerer und komplexer Umstände sind: Es gibt immer die Möglichkeit, wieder aufzustehen, zu lernen und ein neuer Mensch zu werden.

Brüder und Schwestern, ihr seid nicht allein. Eure Familien lieben euch und warten auf euch, und viele außerhalb dieser Mauern beten für euch. Und selbst wenn jemand befürchten sollte, von allen verlassen worden zu sein, wird Gott euch niemals verlassen, und die Kirche wird euch zur Seite stehen. Denkt auch an euer Land, an die jungen Menschen in Äquatorialguinea, die Vorbilder für Ausdauer, Verantwortung und Glauben brauchen. Jede Bemühung um Versöhnung, jede Geste der Güte kann zu einem Funken der Hoffnung für andere werden.

Ich möchte auch denen danken, die in dieser Haftanstalt arbeiten: dem Direktor, den Beamten und dem Seelsorger. Ihr Dienst ist von grundlegender Bedeutung, wenn er Sicherheit, Respekt und Menschlichkeit vereint und die notwendige Ordnung gewährleistet, um die Häftlinge auf einem Weg der Wiedereingliederung und der Erneuerung ihres Lebens zu begleiten.

Liebe Brüder, Gott wird nie müde, zu vergeben. Er öffnet immer eine neue Tür für diejenigen, die ihre Fehler erkennen und sich ändern wollen. Lasst nicht zu, dass die Vergangenheit euch die Hoffnung auf die Zukunft raubt. Jeder Tag kann ein Neuanfang sein.

Vertrauen wir diesen Weg der Jungfrau Maria, der Mutter der Barmherzigkeit, an. Möge sie euch auf eurem Lebensweg begleiten, eure Herzen trösten und eure Familien beschützen. Heute möchte ich euch meiner Nähe und meines Gebets für euch und für das gesamte Volk von Äquatorialguinea versichern. Und denkt immer daran: Ein Mensch, der nach einem Sturz wieder aufsteht, ist stärker als vorher. Der Herr schenke euch Frieden, Hoffnung und Kraft zum Neuanfang.

Schwestern und Brüder, lasst uns unter diesem Regen, der ein Segen Gottes ist, gemeinsam das Gebet sprechen, das Christus uns gelehrt hat: Vater unser

Segen