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APOSTOLISCHE REISE SEINER HEILIGKEIT LEO XIV.
IN DAS FÜRSTENTUM MONACO

BEGEGNUNG MIT JUNGENDLICHEN UND KATECHUMENEN

ANSPRACHE VON PAPST LEO XIV.

Kirche "Sainte-Dévote"
Samstag, 28. März 2026

[Multimedia]

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Liebe Brüder und Schwestern,
liebe Jugendliche! Liebe Freunde, guten Tag!

Ich freue mich sehr, hier bei euch zu sein, und grüße euch herzlich. Ich danke dem Erzbischof für die Worte, die er an mich gerichtet hat.

Wie er betont hat, ist die Kirche, in der wir uns befinden, der heiligen Devota geweiht, der Patronin des Fürstentums Monaco: einer mutigen jungen Frau, die es verstand, ihren Glauben gegenüber der Gewalt ihrer Verfolger bis zum Martyrium zu bezeugen. Ihr Leichnam gelangte auf wundersame Weise von Korsika hierher, an die heutige Küste Monacos. Man wollte sie vernichten, jede Erinnerung an sie auslöschen, doch stattdessen hat ihr Opfer die Botschaft des Friedens und der Liebe des Evangeliums noch weitergetragen. Das hilft uns beim Nachdenken darüber, dass das Gute stärker ist als das Böse, auch wenn es manchmal auf den ersten Blick so aussieht, als hätte das Böse die Oberhand. Wir werden aber auch daran erinnert, dass das Glaubenszeugnis wie ein Same ist, der ferne Herzen und Orte erreichen und befruchten kann, weit über unsere Erwartungen und Möglichkeiten hinaus.

In dieser Kirche hat man vor kurzem das Gedenken an die heilige Märtyrerin Devota mit jenem an den heiligen Carlo Acutis verbunden, der ebenfalls ein junger Mensch war, der Jesus liebte und der Freundschaft mit Christus bis zum Ende treu blieb, wenn auch in völlig anderen Zeiten und auf ganz andere Weise: in der Nächstenliebe, durch sein Apostolat im Internet, als dessen Schutzpatron wir ihn verehren, und zuletzt in seiner Krankheit.

Liebe junge Freunde, diese beiden Heiligen ermutigen uns und spornen uns an, ihnen nachzueifern. Wie bereits erwähnt wurde, steht der Glaube auch heute vor Herausforderungen und Hindernissen, doch nichts kann seine Schönheit und Wahrheit trüben. Ein Beweis dafür sind die vielen Männer und Frauen jeden Alters, die in wachsender Zahl den Herrn kennenlernen möchten und um die Taufe bitten.

In euren Zeugnissen habt ihr von all dem gesprochen. Benjamin, dem ich für seine Worte danke, fragt, was man tun kann, um sich angesichts der Ablenkungen einer sich ständig wandelnden Welt – unserer Welt – nicht von sich selbst, von den anderen und von Gott zu entfernen. Seine Frage ist wichtig und betrifft einen grundlegenden Aspekt des christlichen Lebens: die Lebendigkeit der Beziehung zu Christus und damit verbunden das Gefühl der Einheit, das in uns selbst und mit den anderen entsteht. Ein großer Erzieher junger Menschen hat diesbezüglich gesagt: »Die Wurzel der Einheit des Lebens befindet sich im Herzen, […] sie ist eine Angelegenheit des Herzens, sie ist ein Geschenk Gottes, um das man in Demut bitten muss« (C.M. Martini, Da Betlemme al cuore dell’uomo, Edizioni Terra Santa, 2013).

Die Moderne und die Postmoderne haben uns um viele gute Dinge bereichert, die uns auf vielen Ebenen Impulse und bisher unbekannte Möglichkeiten bieten: im Bereich der Kultur, der Medizin und Gesundheit bis hin zu Technik und Kommunikation. Sie stellen uns jedoch auch vor bedeutende Herausforderungen, die wir nicht ignorieren dürfen und denen wir uns klar und bewusst stellen müssen. Wie Benjamin sagte, leben wir in einer Welt, die immer in Eile zu sein scheint, sich nach Neuem sehnt, eine Fluidität ohne Bindungen pflegt und von einem fast zwanghaften Bedürfnis nach ständiger Veränderung gekennzeichnet ist: in der Mode, im Aussehen, in den Beziehungen, in den Ideen und sogar in den für die eigene Identität konstitutiven Dimensionen des Menschen.

Was dem Leben jedoch Stabilität verleiht, ist die Liebe: zuallererst die grundlegende Erfahrung der Liebe Gottes und dann, als ihr Widerschein, die erleuchtende und heilige Erfahrung gegenseitiger Liebe. Und einander zu lieben verlangt einerseits die Bereitschaft zu wachsen und damit auch sich zu verändern, andererseits verlangt es nach Treue, Beständigkeit und nach der Bereitschaft, im Alltag Opfer zu bringen. Nur so findet die Unruhe zum Frieden – auch wir wünschen uns Frieden! – und füllt sich die innere Leere, von der Andreia sprach, nicht mit materiellen und vergänglichen Dingen, auch nicht mit der virtuellen Zustimmung Tausender von likes oder mit konditionierenden, künstlichen, manchmal sogar gewalttätigen Zugehörigkeiten. Diese Dinge müssen von der Tür zum Herzen weggeräumt werden, damit die gesunde und sauerstoffreiche Luft der Gnade die Räume wieder erfrischen und mit Leben erfüllen kann, und damit der kräftige Wind des Heiligen Geistes die Segel unseres Lebens wieder aufblähen und es dem wahren Glück zuführen kann.

All dies, meine Lieben, erfordert Gebet, Räume der Stille und des Hörens, um die Hektik des Tuns und Redens, der Nachrichten, der reels und der chats zum Schweigen zu bringen und um die Schönheit des echten und konkreten Zusammenseins tiefer erleben und genießen zu können. Der heilige Carlo Acutis sprach in diesem Zusammenhang von der Eucharistie als der „Autobahn zum Himmel“ und von der Eucharistischen Anbetung als einem Sonnenbad, das die Seele zu bräunen vermag.

Vielleicht liegt hier auch eine Antwort auf Ethans Frage bezüglich der Vorbereitung auf den baldigen Empfang der Taufe in der Osternacht: die Karwoche miterleben – in der Betrachtung der Leidensgeheimnisse, in einer Atmosphäre des Hörens auf die Stimme des Heiligen Geistes und auf das, was im eigenen Herzen geschieht, und indem man das zum Anlass nimmt für eine gelassene und tiefgehende Überprüfung des eigenen vergangenen und gegenwärtigen Lebens.

Das gilt für das geistliche Leben und das Gebet und ebenso gilt es für die tätige Nächstenliebe. Ethan fragte, wie wir Zeugnis ablegen können von dem Geschenk des Lebens, das wir in Christus empfangen; und Sophie fragte, wie wir Zeugen der Hoffnung sein können für jene, die vom Leid gezeichnet sind und Gefahr laufen, das Licht und den Trost des Glaubens zu verlieren. Im Blick auf Herausforderungen hat Jesus uns empfohlen: »Macht euch keine Sorgen, wie und was ihr reden sollt […]. Nicht ihr werdet reden, sondern der Geist eures Vaters wird durch euch reden« (Mt 10,19-20).Er bezog sich auf die Verfolgungen um des Evangeliums willen, doch wir können seine Worte auf jede Situation anwenden, in der die Liebe es von uns verlangt, eine für uns und die Anderen wichtige Prüfung zu bestehen. Die Worte und Gesten des Zeugnisses und der Hoffnung lassen sich nicht improvisieren und wir tun sie nicht aus uns selbst heraus: Sie entspringen einer tiefen Beziehung zu Gott, in der wir als Erste die grundlegenden Antworten des Lebens finden. Wenn der Kanal seines Wirkens in uns offen ist und wenn der gegenseitige Austausch offen stattfindet, durch den wir diese Liebesbeziehung zu einem gemeinsamen und mit anderen geteilten Geschenk machen, können wir darauf vertrauen, dass die rechten Worte und die nötige Kraft zum Handeln zum richtigen Zeitpunkt kommen werden.

In diesem Sinne könnten wir auch den wunderschönen, aber manchmal missverstandenen Satz des heiligen Augustinus lesen: »Liebe und tu, was du willst« (In litteram Ioannis ad Parthos, 7, 8). Liebe, das heißt: Sei ein selbstloses Geschenk für Gott und für die anderen; sei nah, geh nicht weg, auch wenn du nicht alle Probleme lösen und alle Schwierigkeiten beheben kannst. Bleibe, mit Liebe und mit Glauben. Monaco ist ein wunderschönes Land, aber die wahre Schönheit trägst du selbst bei, wenn du denen in die Augen schauen kannst, die leiden oder sich inmitten der Lichter der Stadt unsichtbar vorkommen.

Auf diese Weise fand die heilige Devota die Kraft, ihr Leben ganz zu einem Geschenk zu machen, und auf diese Weise ging der heilige Carlo Acutis seinen Weg der Heiligkeit und hinterließ so auch in der Welt Internets eine Spur des Lichts.

Liebe junge Menschen, habt keine Angst davor, Gott und euren Brüdern und Schwestern alles zu geben – eure Zeit, eure Kräfte – und euch ganz für den Herrn und eure Mitmenschen einzusetzen. Nur so werdet ihr eine immer neue Freude und einen immer tieferen Sinn im Leben finden. Die Welt braucht euer Zeugnis, um die Irrwege unserer Zeit zu überwinden und sich ihren Herausforderungen zu stellen, und vor allem, um den Wohlgeschmack der Gottes- und Nächstenliebe neu zu entdecken.

Euch jungen Katechumenen, die ihr euch auf die Taufe vorbereitet, und euch, die ihr dieses Geschenk der Gnade bereits empfangen habt, wünsche ich von ganzem Herzen, dass ihr in Christus ein erfülltes und wahres Leben führen könnt; dass ihr zum Wohl aller im Glauben, in der Hoffnung, in der Gerechtigkeit und in der Liebe Friedensstifter sein könnt. Ihr seid das junge Antlitz dieser Kirche und dieses Staates. Monaco ist ein kleines Land, aber es kann eine große Werkstatt der Solidarität sein, ein Fenster der Hoffnung. Bezieht das Evangelium in eure beruflichen Entscheidungen, in euer gesellschaftliches und politisches Engagement mit ein, um denen eine Stimme zu verleihen, die keine haben, und so eine Kultur der Fürsorge zu verbreiten. Macht alles zu einem Geschenk an Gott und lebt alles als eine Sendung, bei der ihr Freunde in Christus und treue Weggefährten seid.

Ich vertraue euch der Fürsprache Marias, unserer Mutter, der heiligen Devota und des heiligen Carlo Acutis an. Und ich erteile euch von Herzen meinen Segen.