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Der heilige John Henry Newman ist zum Kirchenlehrer erhoben
und in den römischen Generalkalender aufgenommen

Der heilige John Henry Newman ist zum Kirchenlehrer erhoben
und in den römischen Generalkalender aufgenommen

Am 1. November 2025 feierte Papst Leo XIV. auf dem Petersplatz das Hochfest Allerheiligen in Anwesenheit von Vertretern des Bildungswesens, die zum Heiligen Jahr nach Rom gekommen waren. Bei dieser Gelegenheit erhob er den heiligen Priester John Henry Newman zum Kirchenlehrer und erklärte ihn „zusammen mit dem heiligen Thomas von Aquin zum Mitpatron all jener …, die am Bildungsprozess teilhaben“ (Papst Leo XIV., Homilie).

Das Dikasterium für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung hat im Namen des Heiligen Vaters ein Dekret erlassen (Prot. Nr. 760/25, vom 9. November 2025, dem Fest der Weihe der Lateranbasilika), mit dem der heilige John Henry Newman, Priester und Kirchenlehrer, in das Calendarium Romanum Generale am 9. Oktober im Rang eines nichtgebotenen Gedenktages aufgenommen wurde. Zusammen mit dem Dekret wurden die Texte in lateinischer Sprache veröffentlicht, die in alle Kalender, in das Missale Romanum, in die Liturgia Horarum und in das Martyrologium Romanum aufgenommen werden sollen. Nun ist es Aufgabe der Bischofskonferenzen, die liturgischen Texte für diese Feier gemäß den geltenden Normen zu übersetzen, zu approbieren und nach der confirmatio/recognitio dieses Dikasteriums zu veröffentlichen [vgl. Apostolisches Schreiben in Form eines Motu proprio Magnum principium in AAS 109/10 (2017) 967-970; Anwendungsdekret Postquam Summus Pontifex in Notitiae 57 (2021) 152-222].

Die Aufnahme des heiligen John Henry Newman in das Calendarium Romanum Generale aufgrund seiner Erhebung zum Kirchenlehrer hat zum Ziel, ihn als außergewöhnliches Beispiel für die ständige Suche nach der Wahrheit, die erleuchtet und rettet, vorzustellen.

In seiner Homilie während der Eucharistiefeier, in deren Rahmen die Erhebung des heiligen John Henry Newman stattfand, erinnerte Papst Leo XIV. daran, dass „der Hinweis auf die Dunkelheit, die uns umgibt, … uns an einen der bekanntesten Texte des Heiligen [erinnert], … den Hymnus Lead, kindly light („Führ, freundlich Licht”)“. Und er fuhr fort: „Es ist Aufgabe der Bildung, dieses freundliche Licht denen weiterzugeben, die sonst in den besonders heimtückischen Schatten des Pessimismus und der Angst gefangen bleiben könnten. Deshalb möchte ich euch sagen: Entkräften wir die falschen Gründe für Resignation und Ohnmacht und machen wir in der Welt von heute die starken Gründe für die Hoffnung bekannt.“ Der verstorbene Papst Franziskus betonte in seiner Enzyklika Dilexit nos ebenfalls eine weitere bedeutende Tatsache aus dem Leben des heiligen John Henry Newman, der „den Satz „Cor ad cor loquitur“ zu seinem Leitspruch [wählte], denn jenseits aller Dialektik rettet uns der Herr, indem er aus seinem Heiligsten Herzen zu unserem Herzen spricht. Dieselbe Logik bedeutete für ihn, einen großen Denker, dass der Ort der tiefsten Begegnung mit sich selbst und mit dem Herrn nicht die Lektüre oder das Nachdenken war, sondern die Zwiesprache im Gebet, von Herz zu Herz, mit dem lebendigen und gegenwärtigen Christus.“ (Nr. 26).

In den liturgischen Texten für diese Feier offenbart uns das Tagesgebet das Wesen des geistlichen Weges des Heiligen: Gott hat ihn mit seinem „freundlichen Licht” geleitet, bis er ihn in den Frieden seiner Kirche geführt hat. Seine Reise wird zu einer Inspiration und einem Grund zur Fürbitte auch für uns, die wir aus den Schatten und Scheinbildern herausgeführt werden möchten, um zum vollen Licht der Wahrheit zu gelangen.

Die vorgeschlagenen biblischen Lesungen sollen einige Charakteristika des Lebens und der Person des Heiligen beleuchten. Die erste Lesung aus dem Buch Jesus Sirach stellt einen Mann vor, der durch den Willen des Herrn mit dem Geist der Weisheit erfüllt wird (vgl. Sir 39, 8-14). Der Psalm (Ps 40 (39), 2 und 4ab. 7-8a. 8b-9. 10) mit seinem Refrain – Siehe, ich komme, Herr, um deinen Willen zu tun – bringt die Gemeinde dazu, den Wunsch zu äußern, wie der Heilige auch in widrigen Situationen in voller Ergebenheit nach dem Willen Gottes zu leben. Der Abschnitt aus dem Evangelium, dem die Gemeinde mit einem Ruf der Anerkennung und Annahme des einzigen Vaters im Himmel und des einzigen Lehrers, Christus (vgl. Mt 23, 9b. 10b), vorausgeht, stammt aus dem Matthäusevangelium (Mt 13, 47-52), in dem das Reich Gottes mit einem Netz verglichen wird, das ins Meer geworfen wird und alle Arten von Fischen fängt. Nur wer sich zum Jünger macht, kann das Gleichnis vom Reich Gottes verstehen und wird so wie ein Hausherr, der „aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt”. John Henry Newman wurde ein Jünger auf der Suche nach der Wahrheit Gottes: Deshalb ist er für die Gemeinschaft der Gläubigen zu einem Lehrer des Glaubens geworden, der in der Lage ist, aus seinem Schatz Neues und Altes hervorzuholen, indem er aus dem gesamten Schatz der Offenbarung schöpft, aus dem die Weisheit der Heiligen unablässig schöpft.

In der Stundenliturgie wird nach der hagiografischen Angabe als zweite Lesung der Lesehore ein Auszug aus der Apologia pro Vita Sua vorgeschlagen, einem Werk, das der Heilige 1864 verfasst hat und in dem er seine Bekehrung zum Katholizismus schildert, indem er sie mit einem Schiff vergleicht, das den Hafen anläuft, nachdem es die stürmische See hinter sich gelassen hat.

Schließlich stellt das Martyrologium Romanum die Eulogie des heiligen Lehrers an die erste Stelle unter den Heiligen, die am 9. Oktober gefeiert werden.

Die Aufnahme dieser Feier in das Calendarium Romanum Generale hilft uns, den heiligen John Henry Newman als einen Mann zu betrachten, der vom „freundlichen Licht“ der Gnade Gottes dazu geführt wurde, Frieden in der katholischen Kirche zu finden. Seine bedeutenden theologischen und ekklesiologischen Beiträge sowie seine poetischen Werke und für die Frömmigkeit geschaffenen Verse inspirieren weiterhin den spirituellen und intellektuellen Weg der Gläubigen, während sein ständiges Streben, aus den Schatten und Scheinbildern herauszutreten und zur Fülle der Wahrheit zu gelangen, ein leuchtendes Beispiel für jeden Jünger des Auferstandenen bleibt.

Arthur Kard. Roche
Präfekt des Dikasteriums für den Gottesdienst
und die Sakramentenordnung