HOCHFEST ALLERHEILIGEN
PAPST LEO XIV.
ANGELUS
Petersplatz
Sonntag, 1. November 2026
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Liebe Brüder und Schwestern, einen schönen Sonntag!
Das Hochfest Allerheiligen, das wir heute feiern, lädt uns dazu ein, die Freude jener unzählbaren Familie von Männern und Frauen zu verspüren, die ihr Leben zu einem Geschenk an Gott und den Nächsten gemacht haben, indem sie Jesus, dem Herrn, folgten. Auf unterschiedlichen Wegen der Heiligung haben sie nach dem »Ozean der unendlichen Liebe« gestrebt, wie es Papst Benedikt XVI. so schön ausgedrückt hat (Enzyklika Spe salvi, 12).
Die Liturgie des Wortes Gottes an diesem Fest beschreibt sie uns als eine »unermessliche Schar, die niemand zählen konnte, aus allen Nationen und Stämmen, Völkern und Sprachen« (Offb 7,9). Heute feiern wir nämlich alle Heiligen: jene, die die Kirche als solche erkannt hat, und auch die unzähligen, die es nicht sind, die jedoch Gott kennt. Wie uns das heutige Evangelium (Mt 5,1–12) in Erinnerung ruft, handelt es sich um Menschen, die zwar arm im Geist sind, aber reich an der Liebe Gottes. Ihre Gesichter sind von Tränen gezeichnet, doch sie finden Trost im Gebet. Sie sind sanftmütig angesichts von Gewalt und werden vom Vater belohnt. Sie hungern nach Gerechtigkeit und werden im Innersten ihres Gewissens gesättigt. Sie sind bereit zur Vergebung und werden von der Barmherzigkeit umarmt. Im Herzen sind sie unbewaffnet, werden jedoch von Gott beschützt. Sie sind Friedensstifter, die von Gott beim Namen gerufen sind. Sie werden verfolgt und beleidigt, sind aber stark im Glauben und in der Nächstenliebe.
Es ist tatsächlich unmöglich, die Schar dieser Brüder und Schwestern zu „zählen“ – und zwar nicht nur in zahlenmäßiger Hinsicht: Heiligkeit lässt sich nämlich auf keinerlei Berechnung reduzieren, denn ebenso verhält es sich mit dem Guten, das alle Heiligen um sich herum in der Welt verbreitet haben. Wenn wir sie voll Bewunderung betrachten, fragen wir uns: Was haben diese Menschen durch die Gnade Gottes bewirkt? Im Wesentlichen handelt es sich um Taten und Entscheidungen der Liebe, die das Kalkül der Gier und die Übermacht des Bösen übertreffen, das manchmal die Oberhand zu gewinnen scheint. Die Heiligen sind das schönste und stärkste Zeichen für das kommende Reich Gottes; vielmehr für das Reich Gottes, das – wie Jesus lehrt – bereits unter uns ist (vgl. Lk 17,20–21). Darüber hinaus umfasst diese selige Schar die unterschiedlichsten Herkunftsorte, Kulturen und Lebensumstände: Heiligkeit ist kein Privileg für wenige, sondern eine allgemeine Berufung, die einen jeden von uns dort anspricht, wo wir leben. Dies ist die hoffnungsvolle Botschaft des heutigen Festes: Gott sieht das Gute, das wir nicht sehen, er kennt Geschichten, die wir nicht kennen, und er erreicht Herzen, zu denen wir keinen Zugang haben.
Die Jungfrau Maria, die selig ist, weil sie dem Wort des Herrn geglaubt hat, begleite unsere Schritte auf dem Weg zur Heiligkeit, damit wir nicht müde werden, Frieden zu stiften, sowohl in besonders wichtigen Situationen als auch in den alltäglichen.
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Nach dem Angelusgebet
Liebe Brüder und Schwestern,
gestern sind in Savannah, Georgia, in den Vereinigten Staaten von Amerika, Pedro de Corpa und vier Gefährten aus dem Franziskanerorden seliggesprochen worden, die 1597 aus Glaubenshass ermordet wurden. Sie stammten aus Spanien und folgten selbstlos dem Ruf des Herrn, den Völkern Amerikas das Evangelium zu verkünden, bis zur Hingabe ihres eigenen Lebens. Erbitten wir die Fürsprache dieser Märtyrer für alle Missionare der Frohen Botschaft.
In diesen Tagen ist die humanitäre Hilfsaktion zugunsten der Zivilbevölkerung in der Stadt Oleschky erfolgt. Ich wünsche, dass die Zusammenarbeit zwischen den Parteien, die diese pflichtschuldige Geste der Menschlichkeit ermöglicht hat, die Bereitschaft zum Dialog stärkt und zu neuen konkreten Friedensinitiativen führt. Vertrauen wir Maria, der Königin des Friedens und aller Heiligen, all jene an, die in den verschiedenen Weltgegenden unter Kriegen leiden.
Seit gestern finden in Dakar, der Hauptstadt des Senegals bis zum 13. November die Olympischen Jugendspiele für Athleten im Alter von 15 bis 18 Jahren statt. Es ist das erste olympische Ereignis, das auf dem afrikanischen Kontinent organisiert wird. Neben den Wettkämpfen umfassen diese Spiele auch Bildungs- und Kulturveranstaltungen, um die olympischen Werte zu fördern und den Austausch zwischen Jugendlichen aus aller Welt zu stärken. Dies ist erneut ein Zeichen der Hoffnung, das aus der Welt des Sports kommt! Ich grüße alle Teilnehmer herzlich und segne sie von Herzen.
Vom 8. bis zum 15. November findet in Rom die von den Franziskanern geförderte Mission mit den Armen statt. Ich gratuliere den Söhnen des heiligen Franziskus, die mit dieser Initiative die Armen in den Mittelpunkt stellen, so wie es Jesus, der Herr, und wie es der heilige Franziskus von Assisi taten. Und ich danke den staatlichen Institutionen sowie den Ordnungskräften, die uneingeschränkte Zusammenarbeit geleistet haben.
Und nun begrüße ich euch alle, Römer und Pilger aus verschiedenen Ländern!
Mit Freude heiße ich die syro-malabarischen Gläubigen mit ihren Hirten willkommen. Meine Lieben, gemeinsam mit euch danke ich dem Herrn für das Wachstum eurer Gemeinschaften in ganz Europa.
Ich grüße die Gruppe „Capiteo“ aus Borbiago di Mira in der Provinz Venedig sowie die Teilnehmer der „Corsa dei Santi“, die die Don Bosco Missionen auch in diesem Jahr wieder in Rom organisiert haben, um den Sport als pädagogische Erfahrung zu fördern.
Morgen Nachmittag werde ich anlässlich des Allerseelentags die heilige Messe am Friedhof Campo Verano feiern. In diesen Tagen können wir uns in der Gemeinschaft der Heiligen mit der großen Familie unserer Brüder und Schwestern verbunden fühlen, die uns auf unserem irdischen Pilgerweg vorausgegangen sind; beten wir für alle Verstorbenen, insbesondere für diejenigen, an die sich niemand mehr erinnert.
Danke an alle und ein gesegnetes Hochfest!
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