APOSTOLISCHE REISE VON PAPST LEO XIV.
NACH ALGERIEN, KAMERUN, ANGOLA UND ÄQUATORIALGUINEA
(13.-23. APRIL 2026)
PREDIGT VON PAPST LEO XIV.
Basilika der Unbefleckten Empfängnis (Mongomo)
Mittwoch, 22. April 2026
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Gruß und Segen vor der Heiligen Messe in Mongomo
Worte des Heiligen Vaters bei der Überreichung des Kelches vor dem Schlussegen
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Gruß und Segen vor der Heiligen Messe in Mongomo, 22. April 2026
Guten Morgen. Einen herzlichen Gruß an euch alle. Ich freue mich sehr, dass ihr hier seid – wie schön, dass wir alle zusammen sind, um den Herrn zu preisen, ihm für seine Gaben zu danken und seinen Segen zu empfangen!
Es ist ein vom Herrn gesegneter Tag. Jetzt, in diesem Moment, in euer aller Gegenwart, möchten wir um den Segen für jeden einzelnen von euch und eure Familien bitten: Das werden wir während der heiligen Messe tun. Aber in diesem Moment möchten wir den Segen des Herrn für diesen Grundstein erbitten, der hierhergebracht wurde und mit dem der Bau der zukünftigen Kathedrale oder Kirche der Ciudad de la Paz begonnen werden soll.
Wir wollen unseren Glauben erneuern, wir wollen unser Versprechen erneuern, Jesus Christus treu in seiner Kirche – in der katholischen Kirche – nachzufolgen. Lasst uns alle immer in der katholischen Kirche vereint sein!
Und so bitten wir um den Segen des Herrn.
Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen
Gieße, Herr, deinen Segen über dein ganzes Volk aus, heute ganz besonders über diesen Stein, der die Kraft des Glaubens symbolisiert – die Kraft, die uns vereint, die Kraft, die uns zu Brüdern und Schwestern in Jesus Christus macht, zu Söhnen und Töchtern des einen Gottes.
Gott segne euch an diesem Tag, er segne diesen Stein und helfe uns, immer in der Liebe des Herrn vereint zu sein, der uns erschaffen hat, der uns zu seinen Kindern gemacht hat, der uns immer begleitet.
Und der Segen des allmächtigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, komme stets auf diesen Stein und auf euch alle herab.
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Liebe Brüder und Schwestern,
in dieser herrlichen Kathedrale, die der Unbefleckten Empfängnis, der Mutter des fleischgewordenen Wortes und Patronin Äquatorialguineas geweiht ist, sind wir versammelt, um das Wort des Herrn zu hören und das Gedächtnis zu feiern, das er uns als Höhepunkt und Quelle des Lebens und der Sendung der Kirche hinterlassen hat. Die Eucharistie umfasst wahrhaftig das gesamte geistliche Gut der Kirche: Sie ist Christus, unser Ostern, der sich uns hingibt; sie ist das lebendige Brot, das uns sättigt; sie ist die Gegenwart, die uns die unendliche Liebe Gottes zur gesamten Menschheitsfamilie offenbart und sein Entgegenkommen gegenüber jeder Frau und jedem Mann, auch heute.
Ich freue mich, gemeinsam mit euch feiern zu können und dem Herrn für die 170 Jahre Evangelisierung in diesen Gebieten Äquatorialguineas zu danken. Dies ist eine passende Gelegenheit, sich all das Gute in Erinnerung zu rufen, das der Herr gewirkt hat, und zugleich möchte ich den vielen Missionaren, Missionarinnen, Diözesanpriestern, Katecheten und Laien meinen Dank aussprechen, die ihr Leben in den Dienst des Evangeliums gestellt haben.
Diese haben die Erwartungen, Fragen und Wunden eures Volkes erfasst, sie mit dem Wort des Herrn erhellt und sind so zu einem Zeichen der Liebe Gottes in eurer Mitte geworden; durch ihr Lebenszeugnis haben sie am Kommen des Reiches Gottes mitgewirkt, ohne Furcht, für ihre Treue zu Christus leiden zu müssen.
Diese Geschichte könnt ihr nicht vergessen. Sie verbindet euch einerseits mit der apostolischen und universalen Kirche, die euch vorausgegangen ist und euch andererseits dabei geholfen hat, selbst aktiv das Evangelium zu verkünden und den Glauben zu bezeugen, womit sich jene prophetischen Worte erfüllen, die Papst Paul VI. auf afrikanischem Boden ausgesprochen hat: »Afrikaner, ihr seid von nun an eure eigenen Missionare. Die Kirche Christi ist wahrhaftig in diesem gesegneten Land verwurzelt« (Predigt zum Abschluss des Bischofssymposiums in Afrika, Kampala, Uganda, 31. Juli 1969).
In dieser Perspektive seid ihr aufgerufen, den Weg heute fortzusetzen, den die Missionare, Hirten und Laien vor euch beschritten und vorgezeichnet haben. Von allen und jedem Einzelnen ist ein persönliches Engagement verlangt, welches das Leben ganz miteinbezieht, damit der Glaube, der in euren Gemeinschaften und in euren Liturgien so festlich gefeiert wird, euer karitatives Wirken und die Verantwortung gegenüber dem Nächsten nährt, zur Förderung des Wohls aller.
Dieses Bemühen erfordert Ausdauer, kostet Mühe, manchmal Opfer, ist aber das Zeichen dafür, dass wir wirklich die Kirche Christi sind. Die erste Lesung, die wir gehört haben, erzählt uns nämlich in wenigen Versen, wie eine Kirche, die das Evangelium mit Freude und ohne Furcht verkündet, auch eine Kirche ist, die möglicherweise gerade deshalb verfolgt wird (vgl. Apg 8,1-8). Andererseits sagt uns die Apostelgeschichte jedoch, dass, während die Christen zur Flucht gezwungen werden und sich zerstreuen, sehr viele dem Wort des Herrn näherkommen und mit eigenen Augen sehen können, wie körperlich und geistig Erkrankte geheilt werden. Das sind die wunderbaren Zeichen der Gegenwart Gottes, die in der ganzen Stadt große Freude hervorrufen (vgl. V. 6–8).
So, liebe Brüder und Schwestern, können wir, auch wenn die persönlichen, familiären und gesellschaftlichen Umstände, die wir erleben, nicht immer günstig sind, auf das Wirken des Herrn vertrauen, der den guten Samen seines Reiches auf uns unbekannte Weise keimen lässt, selbst wenn alles um uns herum karg erscheint und sogar in Zeiten der Finsternis. Mit diesem Vertrauen, das mehr in der Kraft seiner Liebe als in unseren Verdiensten gründet, sind wir aufgerufen, dem Evangelium treu zu bleiben, es zu verkünden, es in seiner Fülle zu leben und mit Freude davon Zeugnis zu geben. Gott wird uns die Zeichen seiner Gegenwart nicht vorenthalten, und wieder einmal wird er, wie Jesus uns im eben gehörten Evangelium gesagt hat, für uns „Brot des Lebens“ sein, das unseren Hunger stillt (vgl. Joh 6,35).
Welchen Hunger verspüren wir? Und wonach hungert dieses Land heute? Das Motto meines Besuchs lautet: »Christus, Licht Äquatorialguineas auf dem Weg in eine Zukunft der Hoffnung«, und vielleicht ist genau dies heute der größte Hunger: Es gibt einen Hunger nach Zukunft, aber nach einer Zukunft, die von Hoffnung erfüllt ist, die eine neue Gerechtigkeit hervorbringen kann, die Früchte des Friedens und der Geschwisterlichkeit tragen kann. Und es handelt sich nicht um eine unbekannte Zukunft, auf die wir passiv warten müssen, sondern um eine Zukunft, die gerade wir gerufen sind, mit Gottes Gnade aufzubauen. Die Zukunft Äquatorialguineas gestaltet ihr mit euren Entscheidungen mit. Sie ist eurem Verantwortungsgefühl und eurem gemeinsamen Einsatz für den Schutz des Lebens und der Würde jedes Menschen anvertraut.
Es ist daher notwendig, dass sich alle Getauften in das Werk der Evangelisierung miteinbezogen fühlen und zu Aposteln der Nächstenliebe und Zeugen einer neuen Menschlichkeit werden.
Es geht darum, mit dem Licht und der Kraft des Evangeliums an der ganzheitlichen Entwicklung dieses Landes, an seiner Erneuerung und seiner Umgestaltung teilzunehmen. Zahlreich sind die natürlichen Reichtümer, mit denen der Schöpfer euch ausgestattet hat: Ich ersuche euch, gemeinsam darauf hinzuwirken, dass sie allen zum Segen gereichen. Der Herr helfe euch, dass ihr immer mehr zu einer Gesellschaft werdet, welche die Ungleichheit zwischen Privilegierten und Benachteiligten überwindet, indem jeder sich gemäß der ihm übertragenen Verantwortung für das Gemeinwohl einsetzt und nicht für Einzelinteressen. Mögen Räume der Freiheit wachsen, möge die Würde des Menschen stets gewahrt bleiben: Ich denke an die Ärmsten, an die Familien in Not; ich denke an die Gefangenen, die oft gezwungen sind, unter besorgniserregenden hygienischen und sanitären Bedingungen zu leben.
Brüder und Schwestern, es braucht Christen, die das Schicksal Äquatorialguineas in die Hand nehmen. Deshalb möchte ich euch ermutigen: Habt keine Angst, das Evangelium zu verkünden und zu bezeugen! Baut mit an einer Zukunft der Hoffnung, des Friedens und der Versöhnung und setzt das Werk fort, das die Missionare vor 170 Jahren begonnen haben.
Die Unbefleckte Jungfrau Maria begleite euch auf diesem Weg. Sie trete für euch ein und mache euch zu großherzigen und freudigen Jüngern Christi.
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Worte des Heiligen Vaters bei der Überreichung des Kelches vor dem Schlussegen
Und wir möchten dieser Gemeinschaft, dieser Kirche, auch den Kelch als Geschenk hinterlassen, den wir zur Feier der Eucharistie an diesem Altar verwendet haben. Möge uns stets die Gemeinschaft mit Christus verbinden.
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