APOSTOLISCHE REISE VON PAPST LEO XIV.
NACH SPANIEN
(6.-12. JUNI 2026)
ROSENKRANZGEBET
ANSPRACHE VON PAPST LEO XIV.
Abtei „Unsere Liebe Frau von Montserrat“
Mittwoch, 10. Juni 2026
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Herzlich begrüße ich Eure Exzellenz, Xavier Gómez García, den Abt von Montserrat, Manel Gasch i Hurios, und auch die Bischöfe, Priester, Ordensleute, Seminaristen und alle Gläubigen, die an dieser Wallfahrt teilnehmen, insbesondere die Kinder, die uns heute begleiten. Vielen Dank für die Gastfreundschaft, vielen Dank für euer Kommen.
Danke für den Empfang, danke für euer Kommen.
Ich freue mich, hier zu Füßen der Moreneta zu sein, um ihr im Vertrauen auf ihre mütterliche Fürsprache meinen Petrusdienst und die Sendung der Kirche in einer Welt anzuvertrauen, die nach Gerechtigkeit und Frieden schreit.
Ich habe schöne Erinnerungen an meine Zeit als Pfarrer der Pfarrei Santa María de Montserrat in Trujillo, Peru. Die Moreneta hat mich immer begleitet. Danke, Katalonien, für deinen Glauben.
Die Mauern dieser Gebäude könnten uns unzählige Geschichten erzählen über die Frömmigkeit, Dankbarkeit und Hoffnung, die sie im Laufe der Jahrhunderte rund um die Mare de Déu von Montserrat miterlebt haben, und sie waren auch Zeugen des Blutes, das aus Liebe zu Jesus Christus vergossen wurde.
Sie verwahren in ihrem Inneren die Freuden und Leiden, die Glücksmomente und die Tränen so vieler Gläubiger und haben auch die himmlischen Stimmen des ältesten Knabenchores Europas vernommen.
Als mein Vorgänger Papst Franziskus im Jahr 2023 diesem verehrten Bildnis die goldene Rose überreichte, lud er uns dazu ein, darüber nachzusinnen, wie seit Jahrhunderten die unterschiedlichsten Gläubigen dieses Heiligtum aufsuchen und dabei den Rosenkranz beten, denn Maria, die Mare de Déu, ist für das Leben jedes Christen von grundlegender Bedeutung. Bei derselben Gelegenheit wies er darauf hin, dass »gegenüber der Mutter […] die edelsten Gefühle eines Menschen geweckt« werden (Ansprache an die Mitglieder der Bruderschaft Unserer Lieben Frau von Montserrat, 7. Oktober 2023). Tatsächlich bewirkt sie in uns tiefgehende Bekehrungen, wie beim heiligen Ignatius von Loyola, der an diesem eindrucksvollen Ort, nach einer Nacht im Gebet vor der Jungfrau, seine Waffen als Ritter ablegte, womit für ihn ein neues Leben im Dienst Christi begann.
Mit derselben kindlichen Haltung lade ich euch ein, heute Marias Einladung anzunehmen: »Was er euch sagt, das tut« (Joh 2,5). Diese Worte, die in Kana in Galiläa gesprochen wurden, sind ein wahres Programm für das christliche Leben, denn Maria führt uns zu Christus und lehrt uns, auf seine Stimme zu hören, seinem Wort zu gehorchen und zuzulassen, dass er uns verwandelt. Der Wille Jesu ist klar: »Das trage ich euch auf, dass ihr einander liebt« (Joh 15,17). Es handelt sich um eine Liebe, die in ihm selbst ihren Maßstab und ihre Quelle hat: »So wie ich euch geliebt habe« (V. 12). Wenn Maria uns also sagt: »Was er euch sagt, das tut«, lädt sie uns ein, unser Herz nach den Maßstäben des Evangeliums zu bilden.
Jesus weist uns den Weg der Barmherzigkeit, der Versöhnung, der Wahrheit und der Güte. Gleichzeitig entlarvt er die Gewalt, die sich in unseren Worten und Haltungen verbergen kann: erniedrigende Kritik, zerstörerische Verurteilung und spaltende Aggressivität. Diese verborgene Gewalt tarnt sich oft als eine Art Rüstung, mit der wir versuchen, unsere Wunden, unsere Ängste oder das Leid zu verdecken, das uns durch Ungerechtigkeiten zugefügt wurde.
Betrachten wir Maria von Montserrat, die uns Jesus als wehrloses Kind zeigt, das auf ihrem Schoß ruht, denn hier ist sie, zusammen mit ihrem Sohn, und lädt uns ein, einander zu lieben. Legen wir heute zu ihren Füßen die Rüstungen nieder, die unser Herz nach und nach verhärtet haben.
Das göttliche Kind in Marias Armen trägt keine Rüstung, und er selbst wird sich später, nackt am Kreuz, ganz dem Vater hingeben, um uns mit der unbewaffneten und entwaffnenden Kraft der Liebe zu retten.
Erheben wir unsere Augen zu Maria und bitten wir sie inständig, sie möge uns helfen, uns ausschließlich mit den Waffen Gottes zu rüsten, gemäß der Mahnung des heiligen Paulus: »Steht also da, eure Hüften umgürtet mit Wahrheit, angetan mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit, die Füße beschuht mit der Bereitschaft für das Evangelium des Friedens. Vor allem greift zum Schild des Glaubens! […] Und nehmt den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes!« (Eph 6,14-17).
Lasst uns heute als Pilger in Montserrat unseren aufrichtigen Wunsch zum Ausdruck bringen, unseren Dienst an Gott, dem Vater, zu bekräftigen, den uns Jesus Christus offenbart hat, der zu uns sagt: »Wer ein solches Kind in meinem Namen aufnimmt, der nimmt mich auf; und wer mich aufnimmt, der nimmt nicht nur mich auf, sondern den, der mich gesandt hat« (Mk 9,37).
Betrachten wir auch, wie die Jungfrau Maria in ihrer rechten Hand die Weltkugel hält, ein Zeichen ihrer mütterlichen Fürsorge, denn die ganze Welt findet in ihrem Herzen Platz. Sie lädt uns ein, uns als Brüder und Schwestern anzuerkennen, wo niemand ausgeschlossen wird und wo die Gemeinschaft stärker ist als jede Spaltung.
Bitten wir Maria, die Königin des Friedens, dass sie uns lehrt, von verletzenden Worten, voreiligen Urteilen, Lästereien und Verleumdungen abzusehen. Und dass wir lernen, die Liebe in der Familie, unter Freunden, am Arbeitsplatz, in den sozialen Netzwerken, in politischen Debatten und in christlichen Gemeinschaften zu bewahren und zu pflegen, damit der Hass der Hoffnung und dem Frieden weicht.
Möge Maria, die Mutter der Kirche, uns stets zu Jesus führen. Ich lade euch ein, sie mit diesen Worten zu ehren, die ihr gut kennt:
Für die Katalanen wirst du immer die Fürstin sein,
für die Spanier und die ganze Welt die Liebe;
Sag uns: „Ihr seid mein Schatz,
ich bin eure Mutter, fürchtet euch nicht“.
Amen.
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Spontane Worte vom Balkon der Abtei
Liebe Brüder und Schwestern, guten Tag.
Danke, dass ihr hier seid. Danke für diesen wunderschönen Ausdruck des Glaubens. Wir alle vereint in einer einzigen Familie, unter dem Schutz unserer Mutter Maria, der Virgen de Montserrat.
Die Freude, die Begeisterung und der tiefe Glaube, die wir in diesen Tagen erleben: zuerst Madrid, jetzt Barcelona, Katalonien, dann die Kanarischen Inseln. Ganz Spanien ist erfüllt von Glauben, von Liebe, von dem Wunsch, Gott zu preisen, ihm zu danken und vereint zu sein.
Danke an Katalonien, dass es so viele Menschen aus anderen Ländern aufgenommen hat, denn es zeigt, wie man alle in einer einzigen Familie integrieren kann.
Vielen Dank an die Glaubensgemeinschaft und an die Gemeinschaft unserer Brüder, der Mönche, die alle Pilger empfangen und willkommen heißen, die kommen, um zu Maria, unserer Herrin, zu beten.
Ich danke jedem Einzelnen und euch allen, die ihr heute Morgen hier seid, um alle – in Katalonien, in Spanien, auf der ganzen Welt – daran zu erinnern, dass der Glaube Leben schenkt und Hoffnung gibt.
Jesus hat uns Maria vom Kreuz herab zur Mutter gegeben – und diese Maria begleitet uns; sie ist das Sinnbild mütterlicher Liebe, die uns immer begleiten wird.
Segen
Danke, danke an alle.
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