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APOSTOLISCHE REISE VON PAPST LEO XIV.
NACH SPANIEN

(6.-12. JUNI 2026)

BESUCH DER STRAFVOLLZUGSANSTALT „BRIANS 1“

GRUSSWORT VON PAPST LEO XIV. 

Barcelona, Centro Penitenciario Brians 1
Mittwoch, 10. Juni 2026

[Multimedia]

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Liebe Brüder und Schwestern,

vielen Dank für euren so freundlichen und herzlichen Empfang!

Das Zeugnis, das Montse und Josefina gegeben haben, ist für mich sehr aufbauend. Vielen Dank. Ich danke auch Pater Jesús für seine Worte, die das Engagement der Seelsorger und ehrenamtlichen Mitarbeiter der diözesanen Gefängnisseelsorge von Sant Feliu de Llobregat beleuchten.

Jeder Mensch ist „würdig“ schlicht auf Grund der Tatsache, dass er »von Gott gewollt, geschaffen und geliebt ist« (vgl. Magnifica humanitas, 52). Es gibt also keine Situation, die den Herrn dazu veranlassen würde, seinen Blick von uns abzuwenden. Das ist eine tröstliche Wahrheit, die uns in jedem Augenblick begleitet und uns daran erinnert, dass seine barmherzige Liebe immer größer ist als alles Gute oder Böse, das wir getan haben.

Dies gilt in besonderer Weise für euch, liebe Brüder und Schwestern, die ihr die Last tragt, von euren Lieben getrennt zu sein und zudem unter eurer gegenwärtigen Lage leidet. Wenn ihr in Versuchung geratet, euch minderwertig zu fühlen, und denkt, es lohne sich nicht, weiterzumachen, dann „erhebt eure Augen“ zu Ihm, der euch durch die Gegenwart so vieler Menschen unaufhörlich seine Liebe und Nähe zeigt.

Auch wenn Bedrückung und Traurigkeit manche Momente eures Weges prägen, denkt daran, dass die Fehler im Leben nicht die Identität eines Menschen bestimmen. Der heilige Augustinus erzählt uns in seinen Bekenntnissen von seinem Lebensweg und spricht darüber: Wenn wir auf die göttliche Gnade vertrauen und uns von ihr leiten und verwandeln lassen, entdecken wir, dass die Vergangenheit in unserem Leben nicht die Zukunft brandmarkt, sondern uns die Möglichkeit bietet, unsere Entscheidungen und unsere Wege zu ändern.

Schaffen wir im Herzen Platz für den Herrn und suchen wir sein Angesicht. Lassen wir uns von seiner Liebe begleiten. Halten wir uns fest an ihn, der uns immer wieder zur Hoffnung einlädt und uns einen wunderbaren Horizont auftut, von dem uns keine physische Barriere fernhalten kann. Er spricht heute weiterhin in der Tiefe unseres Gewissens zu uns, um uns entdecken zu lassen, dass er mitten unter uns wohnt. Er wartet nur darauf, dass wir ihm eine Möglichkeit geben.

 Liebe Freunde und Freundinnen, ich lade euch ein, weiterhin den Traum Gottes zu träumen. Jedem von euch sage ich: Gott liebt dich so, wie du bist, aber er hat noch größeres mit dir vor! Der Herr ermöglicht uns allen, immer wieder neu anzufangen, denn das Mensch- und Christsein besteht nicht darin, keine Fehler zu machen, sondern darin, in der Fähigkeit zu wachsen, sich zu bekehren, zu bereuen, sich zu bessern und vor allem, sich zu versöhnen und zu vergeben.

Ich vertraue euch in besonderer Weise der mütterlichen Fürsprache Unserer Lieben Frau de la Merced an und bitte den Herrn von ganzem Herzen, euch zu segnen. Vielen Dank.