ANSPRACHE VON PAPST LEO XIV.
AN DIE MITGLIEDER DER STIFTUNG
"JOHANNES PAUL II. FÜR DIE SAHELZONE"
Samstag, 9. Mai 2026
________________________
Exzellenzen,
verehrte Mitglieder des Verwaltungsrats,
ehrwürdige Schwester,
hochwürdige Patres, Brüder und Schwestern,
der Friede sei mit euch!
Dieser uralte Gruß, der auch heute noch in vielen Kulturen gebräuchlich ist, entfaltete seine ganze Kraft am Abend des Osterfestes, als ihn der Auferstandene aussprach. »Der Friede hat den Atem des Ewigen.« Der heilige Augustinus bekräftigt diese Aussage, indem er die Christen ermahnt, eine unauflösliche Freundschaft mit dem Frieden zu schließen. Wenn sie ihn im Innersten ihres Geistes bewahren, können sie seine Wärme in ihre ganze Umgebung ausstrahlen (vgl. Botschaft zum 59. Weltfriedenstag, 1. Januar 2026). Mit diesem Wunsch nach Frieden für unsere Welt im Herzen, freue ich mich über diese Audienz, die mir die Gelegenheit bietet, euch als Mitglieder des Verwaltungsrats der Stiftung Johannes Paul II. für die Sahelzone zum ersten Mal zu treffen.
Zunächst möchte ich Bischof Hassa Florent Koné dafür danken, dass er das ihm von meinem Vorgänger Papst Franziskus anvertraute Amt des Päpstlichen Delegaten engagiert ausgeübt hat. Er hat im synodalen Stil mit allen Verwaltungsmitgliedern und auch mit der Römischen Kurie zusammengearbeitet – dem Dikasterium für den Dienst zu-gunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen, dem Staatssekretariat, dem Wirtschaftssekretariat und andere –, um gemeinsam die Stiftung auf ihrem Weg zu einem Neuanfang zu begleiten. Ich danke allen und ermutige euch, mit Gottes Gnade eine Erneuerung der Aufgaben der Stiftung Johannes Paul II. für die Sahelzone einzuleiten.
Liebe Brüder und Schwestern, nach vierzig Jahren ihres Bestehens steht die Stiftung an einem Wendepunkt, der auch durch externe Herausforderungen im Zusammenhang mit den vielschichtigen internationalen Wirtschaftskrisen geprägt ist. Vor diesem Hintergrund ist eine Neubelebung ihres Auftrags im Einklang mit den geltenden Vorschriften des Heiligen Stuhls unumgänglich geworden. In diesem Sinne war die Sitzung des Verwaltungsrats im vergangenen Februar in Dakar geprägt von der Verabschiedung der neuen Satzung, der Wahl des neuen Präsidenten und der Ernennung der neuen Mitglieder des Verwaltungsrats. Ich danke euch allen für euren konstruktiven Beitrag zu diesem Prozess. Mit diesen neuen Statuten tritt die Stiftung Johannes Paul II. für die Sahelzone unter Fortführung ihres Auftrags in eine neue Phase ein, als wirksames Zeichen der Liebe der Kirche zu ihren Söhnen und Töchtern in Westafrika, ganz im Sinne des feierlichen Aufrufs ihres heiligen Gründers, Papst Johannes Paul II., 1980 in Ouagadougou.
Liebe Brüder und Schwestern, in einer Welt, die mit komplexen Herausforderungen wie geopolitischen Spannungen, Ungleichheiten, Kriegen, Problemen im Zusammenhang mit Unsicherheit, Terrorismus, politischer und wirtschaftlicher Instabilität sowie Klimakrisen konfrontiert ist – zu deren Folgen unter anderem Migrationsströme gehören –, erscheint die Bedeutung des Auftrags dieser Stiftung deutlicher denn je! Durch ihr Hauptziel trägt sie zum Werk Gottes und zum Schutz des »gemeinsamen Hauses« bei und unterstreicht eure gesellschaftliche Verantwortung. Den Opfern einer Naturkatastrophe oder schutzbedürftigen Menschen zu helfen, ist in der Tat schon eher eine Frage der Gerechtigkeit als der Nächstenliebe. In diesem Sinne begrüße ich eure einstimmige Entscheidung, die Stiftung Johannes Paul II. für die Sahelzone als Päpstliche Stiftung im Geiste ihres heiligen Gründers und im Lichte ihrer neuen Statuten fortzuführen. Da sie eine juristische Person unter dem Dikasterium für den Dienst zugunsten der ganzheitlichen Entwicklung des Menschen ist, wünsche ich mir und fordere ich euch auf, dass eure Stiftung im Sinne der Subsidiarität und in Synodalität mit diesem Dikasterium und den anderen Institutionen des Heiligen Stuhls zusammenarbeitet und durch Projekte zur ganzheitlichen menschlichen Entwicklung zur Achtung und Förderung der unveräußerlichen Menschenwürde der Völker der Sahelzone beiträgt.
Ich bin mir sicher, dass dieser neue Weg der Stiftung mit einer unbekannten Zukunft konfrontieren wird, die von Herausforderungen geprägt ist. Wie Papst Franziskus sagte, sind diese Herausforderungen gewaltig, doch gemeinsam werden wir im synodalen Geist mit neuem Engagement voranschreiten, ohne die Hoffnung zu verlieren. Ich vertraue euch alle dem mütterlichen Schutz der allerseligsten Jungfrau Maria und der Fürsprache des heiligen Johannes Paul II. an und erteile euch von Herzen meinen Segen.
Copyright © Dikasterium für Kommunikation - Libreria Editrice Vaticana