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PAPST LEO XIV.

REGINA CAELI

Petersplatz
Sonntag, 26. April 2026

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Brüder und Schwestern, guten Tag und einen schönen Sonntag!

Während wir unseren Weg durch die Osterzeit fortsetzen, überliefert uns das Evangelium heute die Worte Jesu, der sich selbst mit einem Hirten und anschließend mit der Tür zum Schafstall vergleicht (vgl. Joh 10,1–10).

Jesus stellt den Hirten und den Dieb einander gegenüber. Er sagt nämlich: »Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber« (V. 1). Und etwas später sagt er noch deutlicher: »Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben« (V. 10). Der Unterschied ist klar: Der Hirte hat eine besondere Bindung zu seinen Schafen und kann daher durch die Tür des Schafstalls eintreten; wenn jemand hingegen über den Zaun klettern muss, dann ist er sicher ein Dieb, der die Schafe stehlen will.

Jesus sagt uns, dass er durch eine Freundschaftsbeziehung mit uns verbunden ist: Er kennt uns, ruft uns beim Namen und leitet uns; er sucht uns, wie ein Hirte seine Schafe, wenn wir uns verirren und er verbindet unsere Wunden, wenn wir verletzt sind (vgl. Ez 34,16). Jesus kommt nicht wie ein Dieb, um uns unser Leben und unsere Freiheit zu rauben, sondern um uns auf die rechten Wege zu führen. Er kommt nicht, um unser Gewissen zu vereinnahmen oder zu täuschen, sondern um es mit dem Licht seiner Weisheit zu erleuchten. Er kommt nicht, um unsere irdischen Freuden zu trüben, sondern um sie für ein erfüllteres und dauerhaftes Glück zu öffnen. Wer sich ihm anvertraut, hat nichts zu befürchten: Er tötet unser Leben nicht ab, sondern kommt, um es uns in Fülle zu schenken (vgl. V. 10).

Brüder und Schwestern, wir sind aufgerufen, uns zu besinnen und vor allem auf die Umfriedung unseres Herzens und unseres Lebens zu achten, denn wer dort Einlass findet, kann die Freude vervielfachen oder sie uns – wie ein Dieb – rauben. Die „Diebe“ können viele Gesichter haben: Es sind jene, die ungeachtet des äußeren Anscheins unsere Freiheit ersticken oder unsere Würde nicht achten; es sind Überzeugungen und Vorurteile, die uns daran hindern, einen heiteren Blick auf andere und auf das Leben zu werfen; es sind falsche Vorstellungen, die uns dazu verleiten können, schlechte Entscheidungen zu treffen; es sind oberflächliche oder von Konsumdenken geprägte Lebensweisen, die uns innerlich aushöhlen und uns dazu treiben, nur noch außerhalb unserer selbst zu leben. Und vergessen wir auch jene „Diebe“ nicht, die durch die Plünderung der Ressourcen der Erde, durch das Führen blutiger Kriege oder durch das Nähren des Bösen in jeglicher Form nichts anderes tun, als uns allen die Möglichkeit einer Zukunft in Frieden und Unbeschwertheit zu rauben.

Wir können uns fragen: Von wem wollen wir uns in unserem Leben leiten lassen? Welches sind die „Diebe“, die versucht haben, in unsere Umfriedung einzudringen? Ist es ihnen gelungen, oder konnten wir sie zurückdrängen?

Das heutige Evangelium lädt uns ein, auf den Herrn zu vertrauen: Er kommt nicht, um uns etwas zu rauben, er ist vielmehr der gute Hirte, der das Leben mehrt und es uns in Fülle schenkt. Möge uns die Jungfrau Maria stets auf unserem Weg begleiten und für uns und die ganze Welt Fürsprache halten.

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Nach dem Regina Caeli:

Liebe Brüder und Schwestern,

heute jährt sich zum 40. Mal der tragische Unfall von Tschernobyl, der das Bewusstsein der Menschheit nachhaltig geprägt hat. Er bleibt eine Mahnung hinsichtlich der Risiken, die mit dem Einsatz immer leistungsfähigerer Technologien verbunden sind. Vertrauen wir die Opfer und all jene, die noch immer unter den Folgen leiden, der Barmherzigkeit Gottes an. Ich wünsche, dass auf allen Entscheidungsebenen stets Urteilsvermögen und Verantwortungsbewusstsein zum Tragen kommen, damit jegliche Nutzung der Atomenergie im Dienste des Lebens und des Friedens steht.

Und nun wende ich mich an euch, die Römer und Pilger aus unterschiedlichen Ländern: Herzlich willkommen!

Ich begrüße die Ritter und Damen des St. Georgs-Ordens, einen europäischen Orden des Hauses Habsburg-Lothringen. Ich heiße die Kinder der Tanzgruppe Malva aus Brovary in der Ukraine willkommen; den Chor Cantica Sacra des Erzbistums Trnava in der Slowakei; die Gläubigen aus Wien, Madrid und von den Kanarischen Inseln; die Schulleitung und die Lehrer der Schule São Tomás in Lissabon.

Ich grüße die große Gruppe von Jugendlichen aus dem Val Camonica (Bistum Brescia) und die jungen Ministranten aus Biadene und Caonada; ebenso die Gläubigen aus Treviso, Vicenza, Crotone und Cariati, Oria und Lecce; sowie die Teilnehmer der Tagung der Vereinigung der Apostel der Göttlichen Barmherzigkeit.

Ein besonderer Gruß gilt den Familienangehörigen und Freunden der Neupriester des Bistums Rom, die ich heute Vormittag in der Petersbasilika geweiht habe: Begleitet diese jungen Diener des Evangeliums stets mit eurem Gebet.

Euch allen wünsche ich einen schönen Sonntag.