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APOSTOLISCHE REISE VON PAPST LEO XIV. NACH SPANIEN
(6.–12. Juni 2026)

BEGEGNUNG MIT DEN BISCHÖFEN SPANIENS

ANSPRACHE VON PAPST LEO XIV. 

Sitz der Bischofskonferenz (Madrid)
Montag, 8. Juni 2026

[Multimedia]

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Liebe Mitbrüder im Bischofsamt,

mit großer Freude stehe ich heute, am dritten Tag meiner Apostolischen Reise nach Spanien, vor euch. Nachdem ich die Vertreter der Politik begrüßt habe, die mich im Parlament empfangen haben, möchte ich nun diese gemeinsamen Momente nutzen, um die Gemeinschaft zu beleben, so wie Jesus es seinen Aposteln geraten hat (vgl. Mk 6,31). Ich danke Erzbischof Luis Javier Argüello García für die freundlichen Worte, die er als Vorsitzender der Bischofskonferenz im Namen aller an mich gerichtet hat. Ich hoffe, dass meine Worte in dieses Gespräch im Heiligen Geist einfließen können, das darin besteht, all das Gute anzunehmen, was der Herr uns durch den Bruder sagt. Der von der Kirche eingeschlagene synodale Weg ist ein Prozess intensiven Zuhörens. Die Fähigkeit, die Stimme Gottes zu erkennen, die durch die kirchliche Gemeinschaft spricht, ist einer seiner grundlegenden Werte.

Es ist ein fruchtbarer Dialog, den ihr als Kirche auf verschiedene Weise gestaltet. Ein konkretes Beispiel, das wir hier anführen können, sind die Kongresse, die ihr veranstaltet. Ich möchte insbesondere auf die Kongresse von 2020 und 2025 eingehen, die besondere Resonanz gefunden haben: „Das Volk Gottes im Aufbruch” und „Für wen bin ich da? Versammlung der zur Mission Berufenen”. Ihre Themen berühren die wesentlichen Fragen: Wie können die aktuellen Herausforderungen angegangen werden? Und wer ist berufen, diese Aufgabe zu übernehmen?

In meinem Beitrag zu dieser Reflexion möchte ich euch das Bild einer Reise vorschlagen, deren Ziel Gott ist, zu dem wir unseren Blick erheben. Es ist eine Reise sui generis, da wir uns zwar nicht physisch fortbewegen, aber dennoch unser Herz fliegen lassen wollen.

Eine Versuchung beim Reisen besteht darin, dass wir uns auf das fixieren, was wir zurücklassen – die Orte, die Dinge, die Gewohnheiten –, ohne uns in Gehorsam gegenüber dem Heiligen Geist für das Neue zu öffnen, das uns begegnet. Hinzu kommt die Versuchung bezüglich des Gepäcks, das wir aus ähnlichen Gründen mit unnützen Dingen füllen, die uns letztlich nur zur Last fallen. Andererseits sollten wir auch nicht vergessen, was uns die Schicksale der vielen Migranten lehren: Ein Mensch, der allein ist, ohne Wurzeln und ohne Mittel, leidet schrecklich und kann dort, wo er ankommt, nur mit großer Mühe feste Bindungen aufbauen.

So muss unsere Antwort auf die Frage, wie wir diese Herausforderung, der wir uns gestellt haben, bewältigen können, in dieser ersten Phase unserer Reise Freiheit und Mut umsichtig miteinander verbinden, um Strukturen hinter uns zu lassen, die uns nicht helfen, nicht unseren Zielen entsprechen oder uns sogar davon entfernen, und gleichzeitig die Kraft zu bewahren, das, was uns dabei hilft, wie einen Schatz zu hüten. Wie könnten wir an dieser Stelle nicht an das immense christliche Erbe eures Landes denken, an die enorme Anziehungskraft, die dieser Reichtum auf uns ausübt: durch seine Schönheit, die selbst Nichtgläubige erreicht, oder durch die Bande der Zugehörigkeit, die er in die geistige Identität dieses geliebten Volkes eingewoben hat und die auch in den Momenten präsent bleiben, in denen der Glaube ins Wanken gerät. Eine gewaltige Herausforderung, gewiss, auf die wir mutig reagieren müssen, damit dieses Erbe die Früchte hervorbringt, zur denen es fähig ist.

Ein weiterer Schatz, den wir in unserem Gepäck nicht vergessen dürfen, ist das Viatikum des Pilgers. Das Brot des Wortes und der Eucharistie ist uns noch notwendiger als die körperliche Nahrung, denn es eröffnet uns den Weg zur Erlösung. Es geht nicht darum, wie man die Feier mehr oder weniger attraktiv gestalten kann, sondern darum, zu spüren, dass – wenn wir teilhaben an diesem Brot – sein Fehlen in uns ein Unwohlsein hervorruft, das wir mit dem körperlichen Hunger vergleichen können. Das sakramentale Leben bestimmt den Rhythmus unseres Lebens, wie bei einem Kind, das von seiner Mutter genährt wird, oder einem Sportler, der seine Kräfte einteilt, um das Ziel zu erreichen.

Andererseits fällt es uns auf Reisen oft sehr schwer, mit anderen zu kommunizieren. Sei es aufgrund unterschiedlicher Sprachen und Kulturen, sei es aus Misstrauen gegenüber dem Unbekannten oder wegen der Streitigkeiten und Missverständnisse, die selbst zwischen nahestehenden Menschen auftreten können. Wir fühlen uns eingeschränkt, wenn es darum geht, uns auszudrücken oder unseren Gesprächspartner zu verstehen. Diese Erfahrung können wir auf die Verkündigung des Evangeliums, die Aufnahme des anderen, die Fähigkeit, auf die Fragen der Welt um uns herum zu antworten, oder auf die Notwendigkeit übertragen, die Mitverantwortung der Gemeinde in unserem pastoralen Handeln zu fördern. Wenn wir zuvor gesagt haben, dass wir alles hinter uns lassen müssen, was uns bremst und trennt, muss nun das Motto lauten, dass unser Erbe stets ein Instrument und eine Gelegenheit für den Dialog mit denen sein soll, denen wir auf unserem Weg begegnen.

So wie die Pilger auf dem Jakobsweg können auch wir auf unserem Weg in jene weiten kastilischen Ebenen gelangen, die uns leer erscheinen. Die wenigen Begegnungen dieser Pilger mit einigen älteren Menschen oder mit ausländischen Arbeitskräften können als Metapher für viele gesellschaftliche Situationen dienen, die leider in einigen eurer kirchlichen Wirklichkeiten zu beobachten sind. Es ist nicht das erste Mal, dass Spanien mit einer ähnlichen Situation konfrontiert ist. In der Vergangenheit zum Beispiel, als die Kirche in den verwüsteten Landstrichen wieder neu anfangen musste, entstanden Evangelisierungsmodelle, die später nach Amerika exportiert wurden und uns hier bei unserer Mission helfen können.

Wie damals sind wir aufgerufen, durch respektvollen Dialog und den Einsatz neuer Sprachen etwas Neues aufzubauen, so wie es der berühmte heilige Rechtsgelehrte von Granada, Bruder Hernando de Talavera, tat und später in Amerika der heilige Toribio de Mogrovejo, der vor 300 Jahren heiliggesprochen wurde und den wir heute als vorbildlichen Bischof „im Aufbruch“ in einer Zeit der Mission und der kirchlichen Neuordnung feiern. Auch wenn die Sprachen in diesem digitalen Zeitalter andere sind und sich die Kulturen, die heute mit Migranten aus allen Teilen der Welt das Mosaik unserer Wirklichkeiten bilden, ebenfalls verändert haben, so muss doch der Geist derselbe bleiben.

Was sind die Wesensmerkmale dieses Geistes? Das erste betrifft die Fähigkeit zur Kommunikation, zum Dialog mit allen Wirklichkeiten in unserem Territorium, dazu, sich auf andere einzulassen – nicht nur, um zu verstehen, sondern auch, um sich mitzuteilen. Nur wenn wir all das Gute, das in unserem eigenen Erbe vorhanden ist, einbringen und jeder seinen Beitrag leistet, können wir eine neue Wirklichkeit errichten, wo der Glaube tiefe Wurzeln schlagen kann. Dazu müssen wir natürlich damit beginnen, die Sprache des anderen zu lernen, Prozesse in Gang zu setzen und Verbindungen zu knüpfen, wo wir den Samen des Reiches Gottes säen können. Das zweite Wesensmerkmal ist die Aufforderung, Verhältnisse zu schaffen, die es ermöglichen, die eigene Glaubenserfahrung mitzuteilen, die es möglich machen, wie im Fall von Toribio, die Erfahrung von Granada nach Amerika zu bringen; das heißt, es geht darum, in unserem Gepäck diejenigen Ressourcen zu bewahren, die es uns ermöglichen, den immer neuen Herausforderungen der Evangelisierung unter allen Umständen offen zu begegnen.

Neben den Wüstenebenen finden wir auch große Städte, in denen Stille und Ferne nicht räumlicher, sondern innerer Natur sind. Die Antworten mögen unterschiedlich sein, doch die Vorgehensweise ist dieselbe: Zuhören, Verständnis, Respekt, Großzügigkeit und Offenheit.

Pilger brechen oft nachts auf, und die anfängliche Dunkelheit des Weges macht ihnen nicht selten Angst. Wir könnten an den Vesper-Hymnus „Die Nacht ist die Zeit der Erlösung“ anknüpfen, um zu verdeutlichen, dass sich die Schwierigkeiten des Weges und die Gefahr, sich zu verirren, verringern, wenn wir in guter Gesellschaft unterwegs sind. Es ist der Herr, der uns führt; er ist der Herr der Geschichte und jeder einzelnen unserer Geschichten; er bestimmt den Lauf der Zeit. Wir gehen hinter ihm her, mehr noch, wir gehen mit ihm als Glieder eines einzigen Leibes. Diese tiefe Verbundenheit verlangt von der Kirche in dieser Zeit immer stärkerer Polarisierungen und Kontraste ein Zeugnis der Einheit in der Vielfalt: eine Gemeinschaft, die fähig ist, den Reichtum der Gaben, Charismen und Empfindungen anzunehmen, die der Heilige Geist im Volk Gottes weckt. Das Bild Christi lässt sich im lebendigen Mosaik der Kirche erkennen, wo sich viele Mosaiksteine, ohne miteinander zu verschmelzen, zu einem Ganzen zusammenfügen, um die Schönheit des einen Herrn zu offenbaren.   

Bei dieser Aufgabe kommt dem Bischofsamt eine besondere Verantwortung zu. Wir sind dazu berufen, sichtbares Zeichen der Gemeinschaft zu sein, in erster Linie der Gemeinschaft mit Christus, indem wir den empfangenen Glauben in Liebe bewahren, im Gehorsam gegenüber dem Wort Gottes und der lebendigen Tradition der Kirche; dann in der Gemeinschaft mit dem Nachfolger Petri und mit der Weltkirche, mit dem Presbyterium und mit der eigenen diözesanen Gemeinschaft, mit den Männern und Frauen gottgeweihten Lebens, mit den Bewegungen, mit den Vereinigungen und mit jedem authentischen Charisma, das der Heilige Geist zur gemeinsamen Auferbauung schenkt. Eure Sendung verlangt von euch, die Einheit zu wahren, den Dialog zu fördern, Brüche zu heilen und den Weg des euch anvertrauten Volkes zu begleiten.

Eine so gelebte Gemeinschaft besitzt auch eine missionarische Kraft. Eine innerlich versöhnte Kirche kann mit größerer Freiheit zu den Brüdern und Schwestern anderer christlicher Konfessionen und anderer Religionen, zu den Nichtgläubigen, zu den staatlichen Behörden und zu allen Menschen guten Willens sprechen, die sich für das Gemeinwohl einsetzen.

Dieser Ruf, Zeichen der Gemeinschaft in Christus zu sein, in Einheit zu wandeln und dem Bruder, dem wir begegnen, die Hand zu reichen, stellt uns vor eine weitere Herausforderung, die heute das Herz vieler Menschen berührt: die Schwierigkeit, endgültige Verpflichtungen einzugehen und tiefgreifende Entscheidungen für das Leben zu treffen. Bei so vielen jungen Menschen – und nicht nur bei ihnen – schwingt in der Frage: „Für wen bin ich da?“ eine aufrichtige Suche nach Sinn, Zugehörigkeit und Hingabe mit. Das menschliche Herz wird nicht durch das Anhäufen von Erfahrungen, Möglichkeiten oder vorübergehenden Sicherheiten erfüllt, sondern dadurch, dass es eine Berufung entdeckt, dass es begreift, dass das Leben nur dann Erfüllung findet, wenn es zu einer Gabe wird.

Deshalb darf sich die Berufungspastoral nicht auf ein einfaches Erreichen von Zahlen beschränken. Sie entsteht aus lebendigen Gemeinschaften, aus glücklichen Priestern, aus Familien, die fähig sind, die Schönheit der Treue zu bezeugen, aus einer Kirche, die in aller Einfachheit zu zeigen versteht, dass die Nachfolge Christi das Leben nicht arm macht, sondern bereichert. Wo das Evangelium in Freude, Dienstbereitschaft und Gemeinschaft gelebt wird, kann auch der Ruf des Herrn wieder als Verheißung des Lebens gehört werden.

Wir haben zuvor schon über schweres Gepäck gesprochen, und die Pilger auf dem Jakobsweg wissen nur zu gut, dass man im Rucksack nur das Wesentliche mitnehmen sollte. Wie Papst Franziskus mehrfach betont hat, muss im Hinblick auf die aktuelle Situation der Berufungen gesagt werden, dass die Erhaltung von Strukturen nicht über das Gut der Berufung gestellt werden darf. Die Seminaristen haben ein Recht auf die bestmögliche Ausbildung, und die Kirche ihrerseits hat ein Recht auf gut ausgebildete Priester. Das Kriterium dafür, dass Seminare wahre Ausbildungsstätten sind, ist, dass sie eine angemessene Erfahrung des Gemeinschaftslebens gewährleisten; dass es Ausbilder gibt, die sich voll und ganz dem Studium und der Lehre widmen und über Erfahrung in der geistlichen Begleitung verfügen; und dass es theologische Hochschuleinrichtungen gibt, die mit den notwendigen Mitteln ausgestattet sind, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Dazu ist es notwendig, nicht nur Kräfte zu bündeln, sondern auch zu lernen, bei der Bewältigung dieser Herausforderungen zusammenzuarbeiten.

In diesem Bereich können Schwierigkeiten als Chancen erlebt werden. Manchmal fällt es uns schwer, die Berufung der Laien und ihre Einbindung in diesen Weg des Lebens, den wir als Kirche beschreiten, darzustellen. Andererseits sehen wir, dass in vielen Bereichen, die traditionell von Ordensleuten getragen wurden, auf Laienmitarbeiter zurückgegriffen wird, um die Arbeit fortsetzen zu können. Es ist eine Schwierigkeit, die wir in eine Chance der Begegnung, des Dialogs und der Kommunikation verwandeln können. Es hängt von uns ab, dass diese Laien ihre Teilnahme an diesem kirchlichen Dienst als einen Aufruf Gottes wahrnehmen, ihre Verantwortung als Christen wahrzunehmen, den Geist zu verinnerlichen und sich als Teil der Sendung zu fühlen, die der Herr den Ordensleuten anvertraut hatte, die sie bisher erfüllt haben.

Wie ihr seht, ist unsere Reise von Begegnungen geprägt, darunter auch mit Menschen, die gerade dunkle Zeiten durchleben und uns bitten, für sie zu Samaritern zu werden. Besonders schmerzhaft ist die Begegnung mit jenen, die gerade von denen verletzt wurden, die sich um sie kümmern sollten, auch von Mitgliedern des Klerus. Angesichts dieses Übels ist die kirchliche Gemeinschaft aufgerufen, darauf mit Zuhören, Wahrheit, Gerechtigkeit, Wiedergutmachung und einem immer entschlosseneren Handeln in Sachen Prävention und einer Kultur der Fürsorge zu reagieren. Allen verletzten Personen muss ehrlich Gehör geschenkt werden, sie müssen Annahme und Schutz erfahren und ihnen müssen echte Wege der Heilung ermöglicht werden.

Dieselbe Logik gilt auch für die Herausforderungen einer säkularisierten Welt. Viele Männer und Frauen unserer Zeit lehnen Gott nicht einfach ab; oft tragen sie in ihrem Herzen eine tiefe Sehnsucht nach Sinn, Wahrheit, Zugehörigkeit und Hoffnung, auch wenn sie ihr keinen Namen geben können. Die Kirche ist gerufen, diese Sehnsüchte anzuerkennen, ihnen mit Respekt zu begegnen und ihnen – wie Petrus und Johannes dem Gelähmten am Tempeltor – den Schatz anzubieten, der ihr anvertraut wurde: Jesus Christus, in dessen Namen der Mensch aufstehen und gehen kann (vgl. Apg 3,1-10). Auch wenn sie mit anderen religiösen oder zivilen Institutionen zusammenarbeitet, auch wenn sie materielle Hilfe, Bildung, Unterstützung oder Förderung des Menschen anbietet, hört die Kirche nie auf, das anzubieten, was ihr eigen ist: die in Christus offenbarte Liebe Gottes. Diese Botschaft geht ein in die Gesellschaft, die nicht zögert, ihre Wertschätzung für viele dieser Werke zum Ausdruck zu bringen. So trägt jede Geste christlicher Nächstenliebe, die ihren Ursprung im Evangelium hat, ein noch größeres Versprechen in sich: den Menschen wieder davon zu überzeugen, dass er geliebt ist.

Unsere Reise führt uns durch das Land, das der heilige Johannes Paul II. gerne als »Land Mariens« bezeichnete. [1] In der Allerseligsten Jungfrau habt ihr eure erste Wegbegleiterin und euren größten Schatz, denn sie zeigt uns durch ihr Leben, wie man das Wort aufnimmt und es im Herzen bewahrt, wie man die Jünger auf diesem Weg begleitet und als Mutter der Gemeinschaft und der Hoffnung auf dem Weg der Kirche stets gegenwärtig bleibt. Ihr vertraue ich euren Dienst an, damit sie euch hilft, inmitten des Volkes, das euch anvertraut ist, jener verborgene Sauerteig zu sein, von dem das Evangelium spricht. Klein in den Augen der Welt, aber in Verbindung mit Christus fähig, den Teig aufgehen zu lassen (vgl. Mt 13,33). Die Kraft der Kirche kommt nicht aus der Fülle ihrer Mittel, sondern aus der Heiligkeit ihrer Kinder, aus der Gemeinschaft ihrer Hirten, aus der demütigen und beharrlichen Treue derer, die sich vom Heiligen Geist leiten lassen.

Auf diesem Weg begleitet euch auch der heilige Johannes von Ávila, der Patron des spanischen Klerus, in diesem Jahr, in dem wir des 500. Jahrestags seiner Priesterweihe gedenken. Der heilige Papst Paul VI. nannte ihn »einen gütigen und weisen Lehrer des geistlichen Lebens, einen vorbildlichen Erneuerer des kirchlichen Lebens und der christlichen Sitten« und zugleich »einen einfachen Priester«. [2] In diesem heiligen Lehrer erkennt die Kirche das priesterliche Leben, das jeder Bischof in seinem eigenen Presbyterium bewahren und fördern soll.

Wenn ich auf ihn schaue, denke ich an jene, die auf diesem Weg die engsten Weggefährten der Bischöfe sind, an diese „einfachen Priester“ im besten und anspruchsvollsten Sinne des Wortes. Unser gemeinsamer Weg mit ihnen sollte den Wert dieser wesentlichen Merkmale vermitteln: Priester zu sein, die in Christus verliebt sind, im Gebet verwurzelt, der Kirche treu, dem Volk nah und fähig, solide Lehre, apostolischen Eifer und pastorale Nächstenliebe miteinander zu verbinden. Priester, die im Bischof nicht nur eine anerkannte Autorität finden, sondern einen Vater, der sie begleitet; und in den anderen Priestern Brüder, mit denen sie die Mühen und Freuden dieses Pilgerwegs voller Begegnungen teilen können, auf dem wir alle Christus suchen.

Beschließen wir diese geistliche Reise mit einem Gebet des heiligen Lehrers, das uns daran erinnert, dass jede kirchliche Erneuerung aus einem Herzen entspringt, das Christus gleichgestaltet ist: »Wenn du mir aufträgst, Herr, das zu tun, was du getan hast, dann gib mir dein Herz« (Sermón 57,20). Das sei auch unser Gebet: Herr, gib uns dein Herz, ein Herz, das fähig ist, zu dir aufzublicken, sich auf den Weg zu machen, zuzuhören, zu unterscheiden, zu dienen, in Liebe zu korrigieren, geduldig zu sein und mit Freude das Evangelium zu verkünden. Denn die Kirche, die das Herz Christi empfängt, trägt die Feuersäule in sich, die sie leitet, trägt, verteidigt und stärkt, die notwendige Ausrüstung, um jeder Herausforderung zu begegnen.

Gott segne euch. Vielen Dank.       

 

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[1] Homilie beim Wortgottesdienst und der Nationalen Marienweihe in Saragossa, 6. November 1982, 1.

[2] Homilie bei der Heiligsprechung des seligen Johannes von Ávila, 31. Mai 1970.