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I. Einführung
1. Am 28. Oktober 1965 eröffnete die Erklärung des
Zweiten Vatikanischen KonzilsNostra aetate „über die Beziehungen der Kirche zu den nichtchristlichen Religionen” ein
neues Kapitel in der Geschichte der Beziehungen zwischen Katholiken, Juden und
Gläubigen anderer Religionen und geistlicher Traditionen. Mehr als ein einfacher
Text, bezeichnete sie einen tiefen Wandel im Verständnis und im Ausdruck der
Beziehung der Kirche zu den Gläubigen anderer Religionen. In dieser Erklärung
bekräftigte sie ausdrücklich: „Die katholische Kirche lehnt nichts von alledem
ab, was in diesen Religionen wahr und heilig ist“, und ruft die Gläubigen auf,
„jene Handlungs- und Lebensweisen, jene Vorschriften und Lehren“[1] mit Wertschätzung und Respekt zu betrachten. Verfasst im
Kontext der kreativen und von Mitbrüderlichkeit geprägten Lebendigkeit des
Konzils, besitzt das Dokument auch heute noch große Aktualität in einer zum
einen von einer weit verbreiteten Abschottungshaltung und andererseits von der
Suche nach einem Zusammenleben in einer auf Geschwisterlichkeit und
gegenseitiger Anerkennung beruhenden Weltbürgerschaft geprägten Welt.
2. In diesem Sinne steht
Nostra aetate in einer Linie mit der anderen Konzilserklärung
Dignitatis humanae, in deren Mittelpunkt das Recht auf Religionsfreiheit steht. Keine respektvolle
Beziehung zu anderen Religionen ist aufrichtig und kann zustande kommen, ohne
gleichzeitig die Religionsfreiheit anderer zu achten: „Diese Forderung nach
Freiheit in der menschlichen Gesellschaft bezieht sich besonders auf die
geistigen Werte des Menschen und am meisten auf das, was zur freien Übung der
Religion in der Gesellschaft gehört“[2]. Diese Überzeugung
veranlasst uns, dieselbe Freiheit für die Christen in den Ländern zu fordern, in
denen sie in der Minderheit sind[3].
3. Sechzig Jahre nach ihrer Veröffentlichung beeinflusst
Nostra aetate weiterhin die pastoralen und theologischen Weichenstellungen der Kirche
und fördert jenen Dialog, der selbst die Form ist, in der sich das menschliche
Leben darstellt und in den Gesellschaften unserer Zeit zunehmend unverzichtbar
geworden ist. Dieser Dialog stellt birgt jedoch auch eine ständige
Herausforderung, nämlich: Wie lässt sich die Treue zur christlichen Identität
mit einer aufrichtigen Offenheit für die Andersartigkeit des Anderen in Einklang
bringen? Wie können wir den Ruf nach universaler Geschwisterlichkeit in
Gesellschaften, die von wachsender kultureller und religiöser Vielfalt sowie von
Krieg und Gewalt geprägt sind und die sich durch ein zunehmendes Streben nach
Säkularisierung auszeichnen, in die Praxis umsetzen? Dieses Dokument anlässlich
des Jubiläums zielt darauf ab, die wichtigsten Etappen des interreligiösen
Dialogs seit
Nostra aetate nachzuzeichnen, dessen Errungenschaften und Herausforderungen zu bewerten
sowie einige Zukunftsperspektiven aufzuzeigen.
Ursprung und Tragweite von
Nostra aetate. Eine Antwort auf die Shoah
4. Die Erklärung Nostra aetate hat ihren Ursprung nach dem zweiten Weltkrieg
und bezog sich anfangs nicht auf den Dialog mit den anderen Religionen, sondern
positionierte sich als Antwort auf die tragischen Konsequenzen des in der Shoah
gipfelnden Antisemitismus. Bereits sehr aufgeschlossen für das Thema,
beauftragte der heilige Johannes XIII., in der Folge eines durch die Gründerin
des Segretariato Attività Ecumeniche, Maria Vingiani, möglich gewordenen
Treffens mit dem Juden Jules Isaac, Kardinal Augustin Bea einen Konzilstext mit
der Zielsetzung zu verfassen, die Beziehungen zwischen der Kirche und dem
jüdischen Volk zu heilen und zu erneuern. Dieses Vorhaben wurde auf den
Konzilssitzungen entwickelt und hat eine konkrete Form in einem Text gefunden,
der – wie das Senfkorn des Evangeliums (vgl. Mk 4,31-32) – über alle
Erwartungen hinausgewachsen und zu einem großen Baum geworden ist, der über die
Beziehungen mit dem Judentum hinaus den Dialog mit den verschiedenen Religionen
eingeschlossen hat. Darin lässt sich die Absicht einer immer umfassenderen
Gastfreundschaft erkennen, die die Kirche ihren Brüdern und Schwestern anderer
religiöser Traditionen in gegenseitigem Respekt und im gemeinsamen Streben nach
der Wahrheit entgegenbringen möchte.
5. Der katholisch-jüdische Dialog hat die Grundlage für seine offizielle und
institutionelle Form in Nr. 4 der Erklärung. Es handelt sich dabei um die erste
Stellungnahme des Lehramtes, die die jüdischen Wurzeln des Christentums klar
anerkennt. Darin wird auf die Stelle in Röm 9,4-5 bezuggenommen, die
bezeugt, dass die Patriarchen zu den Israeliten gehören und dass Christus dem
Fleische nach von ihnen abstammt. Die Erklärung bezeugt ebenso, „daß aus dem
jüdischen Volk die Apostel stammen, die Grundfesten und Säulen der Kirche, sowie
die meisten jener ersten Jünger, die das Evangelium Christi der Welt verkündet
haben“[4]. Diesbezüglich spezifiziert ein Dokument der
Kommission für die religiösen Beziehungen mit dem Judentum des Sekretariats
für die Einheit der Christen (heute das Dikasterium zur Förderung der Einheit
der Christen), wenn es über die Person Jesu spricht: „Jesus ist Jude und er ist
es für immer […]. Jesus ist ganzheitlich ein Mann seiner Zeit und seiner
jüdisch-palästinensischen Umwelt des ersten Jahrhunderts, deren Freuden und
Hoffnungen er geteilt hat. Das unterstreicht, wie es uns in der Heiligen Schrift
offenbart wurde (vgl. Röm 1,3-4; Gal 4,4-5), sowohl die
Wirklichkeit der Menschwerdung sowie die eigentliche Bedeutung der
Heilsgeschichte.“[5] Um es mit dem Evangelisten Johannes
(vgl. Joh 1,14) gemäß der Auslegung des evangelischen Theologen Karl
Barth zu sagen: Das Wort wurde „jüdisches Fleisch“[6] und
kam, um unter uns zu wohnen. Diese Wohnung Jesu ist das Judentum seiner Zeit,
eben der ursprüngliche Boden aus dem sich die Ecclesia ex circumcisione
und dann die Ecclesia ex gentibus entwickelt haben (vgl. das Mosaik in
der Basilika Santa Sabina in Rom).
Der Dialog mit den Religionen
6. Seit der Eröffnung des
Zweiten Vatikanischen Konzils im Jahr 1962 rief der als „Vorläufer des Dialogs“[7] betrachtete
heilige Johannes XXIII. ausdrücklich zur Förderung nicht nur der Einheit der Christen, sondern
auch einer auf gegenseitiger „Hochachtung und Ehrfurcht“[8] gegründeten
Brüderlichkeit gegenüber den Gläubigen anderer Religionen auf. Diese authentisch
menschliche und zutiefst evangeliumsgemäße Sichtweise setzte sich zunehmend mit
theologischer und pastoraler Deutlichkeit durch: Die respektvolle Begegnung mit
dem Anderen ist unabdingbare Voraussetzung dafür, das Evangelium in seiner Fülle
zu leben. Wenige Monate später rief der Papst in der Enzyklika
Pacem in Terris alle dazu auf, die Würde jedes Einzelnen zu achten[9].
7. Der heilige
Paul VI. bestätigte diese Ausrichtung in der Enzyklika
Ecclesiam Suam, indem er die Kirche „zu einem Dialog mit der Welt […], in der sie nun einmal
lebt“[10], aufrief. Gemäß dieser Enzyklika ist die Kirche
berufen, mit erneutem Eifer „den Dialog mit allen Menschen guten Willens
innerhalb und außerhalb ihres eigenen Bereiches zu führen“[11],
ohne irgendjemanden auszuschließen, sondern mit Achtung gegenüber den
Besonderheiten und den Dynamiken, die den verschiedenen Kontexten des Dialogs
eigen sind. Die Sichtweise eines methodisch in verschiedene Bereiche
gegliederten Dialogs – der Dialog für den Frieden, der Dialog mit den an Gott
Glaubenden und der Dialog mit den „getrennten christlichen Brüdern“[12] – hat sich für die Entwicklung des ökumenischen,
interreligiösen und interkulturellen Dialogs in der nachkonziliaren Zeit als
richtungsweisend erwiesen. Diese Herangehensweise wird als wesentlicher
Bestandteil des Auftrags der Kirche betrachtet und beruht auf der Klarheit der
Lehre, auf dem aufrichtigen Zuhören und auf einer tiefen Achtung gegenüber den
Gesprächspartnern der Christen[13]. So bekräftigt die
Kirche unmissverständlich: Der Weg des Dialogs ist weder eine aus der Not
entstandene Strategie noch ein Verzicht auf die eigene Identität, sondern ein
authentischer Weg im Sinne des Evangeliums.
8. Der heilige
Paul VI. unterstrich die Besonderheit des Beitrages von
Nostra aetate anlässlich des Abschlusses des Zweiten Vatikanischen Konzils: „Mögen auch
unsere lieben Brüder, die noch von der vollen Gemeinschaft mit uns getrennt
sind, diesen Ausdruck des verschönerten Antlitzes der Kirche betrachten; mögen
ihn ebenso die Anhänger anderer Religionen betrachten, und unter allen jene, mit
denen uns die Verwandtschaft mit Abraham verbindet, insbesondere die Juden,
damit sie nie wieder Gegenstand von Missbilligung oder Misstrauen, sondern von
Achtung, Liebe und Hoffnung sind. So schreitet die Kirche voran im Feststehen in
der Wahrheit und im Glauben, in der Ausbreitung der Gerechtigkeit und der
Nächstenliebe. So lebt die Kirche“[14].
9.
Nostra aetatestellt ein wesentliches Grundprinzip heraus. Achtung und Wertschätzung sind die
unverzichtbaren Grundlagen des interreligiösen Dialogs und der Beziehungen zum
Judentum; sie ermöglichen es, Haltungen der Ausgrenzung, Verachtung oder
Gleichgültigkeit zu überwinden, die lange Zeit vorherrschend waren: „Wir können
aber Gott, den Vater aller, nicht anrufen, wenn wir irgendwelchen Menschen, die
ja nach dem Ebenbild Gottes geschaffen sind, die brüderliche Haltung verweigern.
[…] Deshalb verwirft die Kirche jede Diskriminierung eines Menschen oder jeden
Gewaltakt gegen ihn um seiner Rasse oder Farbe, seines Standes oder seiner
Religion willen, weil dies dem Geist Christi widerspricht“[15].
In diesem Sinne ordnet sich die Erklärung in die Anthropologie der Beziehung von
Gaudium et spes ein, in der der andere nicht als Bedrohung wahrgenommen, sondern als
Gesprächspartner anerkannt wird, mit dem im Geiste der Gegenseitigkeit eine
gerechtere und geschwisterlichere Gesellschaft aufgebaut werden kann.
Die Besonderheit des Dialoges mit den Juden
10. Sowohl das heutige Judentum als auch das zeitgenössische Christentum beruhen
auf dem im Ersten Testament offenbarten Wort und haben ihre Wurzeln im Judentum
der Zeit Jesu. Letzteres wandelte sich seit der Zerstörung des Tempels in
Jerusalem im Jahr 70 n. Chr. im Laufe der Zeit insbesondere zum rabbinischen
Judentum, während sich das Urchristentum aus der von Jesus und seinen Jüngern
ins Leben gerufenen Bewegung heraus entwickelte und sich im Laufe der Zeit von
den verschiedenen Formen des Judentums abgrenzte. Mit dem Juden Jesus übernahmen
die ersten Christen tatsächlich Grundsätze des damaligen Judentums und passten
sie der neuen nachösterlichen Situation an. So hält die Erklärung
Nostra aetate fest: „Da also das Christen und Juden gemeinsame geistliche Erbe so reich
ist, will die Heilige Synode die gegenseitige Kenntnis und Achtung fördern, die
vor allem die Frucht biblischer und theologischer Studien sowie des brüderlichen
Gespräches ist“[16]. Dieses reiche gemeinsame Erbe bildet ein solides Fundament, einen wahren
Schatz für den jüdisch-christlichen Dialog.
11. Was aber Jesus an jüdischem Erbe in das Christentum eingebracht hat, ist
Teil der theologischen Struktur des Christentums selbst. Im Abschnitt mit dem
Titel „Grundlegende Themen der Heiligen Schrift des jüdischen Volkes und ihre
Rezeption im Glauben an Christus“ (Nr. 19-65) geht das Dokument der Päpstlichen
Bibelkommission vom 24. Mai 2001, „Das jüdische Volk und seine Heilige Schrift
in der christlichen Bibel“, auf die biblischen Hauptaspekte und deren Auslegung
ein. Es handelt sich um einen Text von hohem Wert.
12. Tatsächlich ist es gemeinsame Überzeugung von Juden und Christen, dass sich
der Gott Israels in seinem Wort offenbart hat und sich so an die Menschen
wendet. Dass Gott als Schöpfer von Himmel und Erde den Lebensraum für den
Menschen geschaffen hat, dass er diesen Raum umgibt und bewahrt, dass der Mensch
als „Ebenbild Gottes“ (vgl. Gen 1,26-27), dessen Sachwalter ist
und die gebührende Verantwortung gegenüber der Schöpfung übernehmen muss und
dass er für das Wohl seiner Mitmenschen, insbesondere der Armen, verantwortlich
ist, dies sind Wahrheiten, die dem Judentum und dem Christentum gemeinsam sind[17]. Jede ethische Lehre über die richtige Beziehung des Menschen zu Gott, zur den
Menschen umgebenden Welt und zum Nächsten hat ihren Ursprung in Gott selbst und
in der Würde jedes Menschen, die sich daraus ergibt, dass er „Ebenbild Gottes“
ist; wie das rabbinische Judentum hat auch das Christentum die „Zehn Gebote“
übernommen. Diese sind zudem zu einem von vielen Menschen anerkannten
moralischen Erbe geworden. Jesu Doppelgebot der Liebe, nämlich Gott mit ganzem
Herzen, mit ganzer Seele, mit ganzem Verstand und mit aller Kraft zu lieben und
den Nächsten zu lieben wie sich selbst (vgl. Mk 12,30-31, Mt
22,37-39; Lk 10,27), entstammt dem Ersten Testament, auch wenn dort die
beiden Gebote nicht ausdrücklich miteinander verbunden wurden (vgl. Dtn
6,5 und Lev 19,18). Deshalb betrachtete Papst Benedikt VI. die Juden als
unsere „Väter im Glauben“[18] und betonte, dass der Dialog zwischen den beiden Glaubensrichtungen von der
Dankbarkeit der Christen gegenüber den Juden ausgehen müsse, da diese trotz der
Schwierigkeiten, die sie durchgemacht hätten, den Glauben an den einen Gott
bewahrt hätten. Daher konnte der damalige Kardinal Ratzinger bekräftigen: „Ein
solcher Dialog muss, um fruchtbar zu sein, mit einem Gebet an unseren Gott
beginnen, dass er vor allem uns Christen eine größere Hochschätzung und Liebe zu
diesem Volk, den Israeliten, gebe“[19].
13. Angesichts dieses reichen geistlichen, Juden und Christen gemeinsamen Erbes,
lässt sich leicht verstehen, dass der jüdisch-christliche Dialog für Christen
nicht als Nebensache betrachtet werden kann, deren Ziel lediglich darin besteht,
das Judentum besser kennenzulernen oder diplomatische Beziehungen oder auch nur
Freundschaft mit dem jüdischen Volk zu pflegen. Es geht vielmehr darum, sich der
eigenen ursprünglichen Identität voll und ganz bewusst zu werden. Gottes Bund
mit dem jüdischen Volk ist unwiderruflich[20], und dies fordert die Kirche beständig heraus. Dies bedeutet nicht für die
Christen, dass es zwei verschiedene Heilswege gäbe[21] und dass der Bund mit dem Volk Israel parallel zum christlichen Heilsweg
stünde; die Kirche lehrt, dass Christus der einzige Erlöser ist
[22]. Dennoch hat dieser unwiderrufliche Bund eine theologische Bedeutung. Je mehr
ein Christ die jüdischen Wurzeln seiner eigenen Tradition kennt und liebt, desto
besser versteht er sich selbst in seiner Glaubenspraxis, und desto
stärker wird seine religiöse Identität, wobei es, damit dies geschehen kann,
auch unerlässlich ist, dass der Christ seine eigene Glaubenstradition gut kennt
und fest darin verwurzelt ist. Wenn wir in Bezug auf das Judentum bekräftigen,
dass wir nicht ohne einander auskommen können, bedeutet dies auch, dass die
Glaubenspraxis der heutigen Juden – und nicht nur jene, die mit dem Ersten
Testament verbunden ist – für die Christen von Bedeutung ist. Papst Franziskus
drückt sich so aus: „Gott wirkt weiterhin im Volk des Alten Bundes“[23]. Die jüdische Glaubenspraxis kann nämlich als eine Auswirkung des
offenbarten Wortes betrachtet werden, das stets lebendig und wirksam ist und
das sie angenommen haben; aus diesem Grund handelt es sich um einen
tatsächlichen und dynamischen Wert, der uns stets bereichern kann (vgl. Röm
11,29). Von grundlegender Bedeutung ist daher die biblische, exegetische,
liturgische und theologische Vertiefung der Beziehung zum Judentum gemäß den
Grundsätzen, die in den beiden Konstitutionen des Konzils
Dei Verbum und
Lumen gentium dargelegt sind.
14. Diese Solidarität mit dem jüdischen Volk schließt auch den gemeinsamen Kampf
gegen den Antisemitismus ein. Bereits Nostra aetate erklärt
unmissverständlich, dass die Kirche „alle Haßausbrüche, Verfolgungen und
Manifestationen des Antisemitismus, die sich zu irgendeiner Zeit und von irgend
jemandem gegen die Juden gerichtet haben“[24], beklagt. So wird bestätigt und gleichzeitig ein weiterer Schritt zu dem
hinzugefügt, was bereits die damalige Suprema Sacra Congregatio Sancti
Officii am 25. März 1928 erklärt hatte[25]. Der Antisemitismus hat sich im Laufe der Geschichte, auch in unserer Zeit, auf
grausame Weise gezeigt; doch seinen dunkelsten Höhepunkt fand er zweifellos in
der Shoah. In diesem Zusammenhang sind die Worte nach wie vor sehr
präzise und eindringlich, die Benedikt XVI. während der Generalaudienz am 28.
Januar 2009, dem Tag nach dem jährlichen Gedenken, fand: „In diesen Tagen, in
denen wir der Shoah gedenken, kommen mir Bilder meiner wiederholten Besuche in
Auschwitz wieder in Erinnerung, einem jener Lager, in denen der grausame Mord an
Millionen von Juden, den unschuldigen Opfern eines blinden Rassen- und
Religionshasses, verübt wurde. Während ich erneut aus ganzem Herzen meine volle
und unbestreitbare Solidarität mit unseren Brüdern, den Trägern des ersten
Bundes, zum Ausdruck bringe, wünsche ich, daß die Shoah die Menschheit dazu
bewege, über die unvorhersehbare Macht des Bösen nachzudenken, die das Herz des
Menschen ergreifen kann. Die Shoah sei für alle eine Mahnung gegen das
Vergessen, gegen die Leugnung oder die Verharmlosung. Denn Gewalt, die gegen
einen einzigen Menschen ausgeübt wird, wird gegen alle verübt. Kein Mensch ist
eine Insel, schrieb ein bekannter Poet. Die Shoah möge sowohl die alten als auch
die jungen Generationen lehren, daß nur der mühsame Weg des Aufeinander-Hörens,
des Dialogs, der Liebe und der Vergebung die Völker, Kulturen und Religionen der
Welt zum gewünschten Ziel der Brüderlichkeit und des Friedens in Wahrheit führt.
Die Würde des Menschen darf nie wieder von der Gewalt erniedrigt werden!“[26].
15. Die Konflikte, die in den letzten Jahren im Nahen Osten ausgebrochen sind,
haben auch den jüdisch-christlichen Dialog geprägt. Viele Kommunikationsbrücken
sind ins Wanken geraten und werden aufgrund der unterschiedlichen Deutung der
Geschehnisse, die oft selbst innerhalb der jeweiligen Religionsgemeinschaften
nicht eindeutig ist, weiterhin auf die Probe gestellt. Dennoch sind die Säulen
des Dialogs unter Gläubigen, die in sechzig Jahren gemeinsamer Arbeit errichtet
wurden, stabil geblieben. Auf diesen Säulen ist es möglich und notwendig, weiter
aufzubauen und dabei weiterhin Inspiration aus den Empfehlungen der Konzilsväter
zu schöpfen, um in gegenseitigem Kennenlernen und gegenseitiger Wertschätzung zu
wachsen, vor allem durch „die Frucht biblischer und theologischer Studien sowie des brüderlichen
Gespräches“[27].
II. Entwicklungen nach dem Konzil; eine durch die nachfolgenden Päpste bereicherte
Kontinuität
Hl. Paul VI.
16. Die aus dem Zweiten Vatikanischen Konzil hervorgegangene neue Haltung der
Kirche gegenüber anderen Glaubensrichtungen und religiösen Traditionen wird von
Papst Paul VI. in den Rahmen des in seiner Enzyklika
Ecclesiam Suam umrissenen und im späteren Lehramt weiterentwickelten „Dialogs mit der
Welt“ gestellt. So betont der Papst in der Enzyklika
Populorum progressio: „Entwicklung ist nicht einfach gleichbedeutend mit wirtschaftlichem Wachstum.
Wahre Entwicklung muß umfassend sein, sie muß jeden Menschen und den ganzen
Menschen im Auge haben…“[28]. Daraus ergibt sich ein
nachdrücklicher Aufruf zur Brüderlichkeit, gestützt auf einen ständigen Dialog
mit den Kulturen, Religionen und Gewissen, im Hinblick auf eine solidarische
Entwicklung, die offen für das Transzendente und auf die universale
Brüderlichkeit ausgerichtet ist.[29] In dieser Perspektive
hat der heilige Paul VI. dem interreligiösen Dialog einen entscheidenden Impuls gegeben, indem er
ihn in die Strukturen der Römischen Kurie selbst einbettete.
17. Aus diesem Grund hatte der Papst bereits 1964 das Sekretariat für
Nichtchristen eingerichtet, aus dem das jetzige Dikasterium für den
interreligiösen Dialog[30] hervorgegangen ist. Dieser
mitten in der Zeit des Konzils, noch vor der Promulgation von
Nostra aetate und der Enzyklika
Ecclesiam Suam, ins Leben gerufene Organismus hatte die Aufgabe, die Beziehungen der Kirche zu
den Andersgläubigen zu steuern, zu unterstützen und zu koordinieren. Auch heute
noch „fördert das Dikasterium eine echte Suche nach Gott unter allen Menschen“[31].
18. Der heilige
Paul VI. betonte nachdrücklich, dass nichtchristliche Religionen nicht mehr
als Gegner, sondern als Weggefährten und als „Teil einer zukünftigen und bereits
begonnenen Freundschaft“[32] wahrgenommen werden müssten.
In diesem Sinne wurden ein Jahrzehnt später zwei Sonderkommissionen
eingerichtet, eine für die religiösen Beziehungen zum Judentum, die andere für
die Beziehungen zum Islam,[33] mit dem Ziel, die Begegnung
mit Juden und Muslimen zu vertiefen und die Zusammenarbeit zu stärken, auch im
Verhältnis zu den anderen christlichen Konfessionen[34].
Auf Wunsch des heiligen
Paul VI. hat sich der Dialog in den Institutionen der Kirche, aber auch in ihrem
missionarischen Herzen verwurzelt. Er ist zu einem bedeutenden Bestandteil des
christlichen Lebens geworden, nämlich zu einer authentischen Form
evangeliumsgemäßen Zeugnisses, in Stimmigkeit mit einer von der Vielfalt der
Glaubensrichtungen und Kulturen geprägten Welt.
Hl. Johannes Paul II.
19. Der heilige
Johannes Paul II. verlieh der Intuition des Zweiten Vatikanums bezüglich des interreligiösen
Dialogs große Sichtbarkeit. Sein Wirken zur Umsetzung der Grundsätze von
Nostra aetate war entscheidend, insbesondere durch das Zustandekommen des historischen
Treffens in Assisi am 27. Oktober 1986. Zum ersten Mal kamen führende Vertreter
der Religionen aus aller Welt zusammen, um – jeder als Ausdruck seines eigenen
Glaubens – für den Frieden zu beten. Dieser zutiefst symbolträchtige Moment war
ein klarer und eindringlicher Aufruf, die Religionen nicht länger als Quellen
der Spaltung zu betrachten, sondern als wesentliche Akteure eines dauerhaften
Friedens, der auf gegenseitiger Wertschätzung und brüderlicher Zusammenarbeit
beruht[35]. Zum Abschluss dieses Weltgebetstages erklärte
der Papst vor den Vertretern der unterschiedlichen Religionen: „Mehr vielleicht
als je zuvor in der Geschichte ist die innere Verbindung zwischen einer
aufrichtigen religiösen Haltung und dem großen Gut des Friedens allen deutlich
geworden […] Die Menschheit ist in eine Ära erhöhter Solidarität und größeren
Hungers nach sozialer Gerechtigkeit eingetreten“[36].
20. Was den Dialog mit den Juden betrifft, konnte der heilige
Johannes Paul II. am 13. April 1986 anlässlich seines Besuchs in der Synagoge von Rom vor
seinen jüdischen Gesprächspartnern erklären: „Die jüdische Religion ist für uns
nicht etwas ‚Äußerliches‘, sondern gehört in gewisser Weise zum ‚Inneren‘
unserer Religion. Zu ihr haben wir somit Beziehungen wie zu keiner anderen
Religion. Ihr seid unsere bevorzugten Brüder und, so könnte man gewissermaßen
sagen, unsere älteren Brüder“[37]. Da Jesus Jude war,
besteht zwischen der Kirche und dem Judentum eine einzigartige Bindung, eine
Beziehung, die es gegenüber anderen Religionen nicht gibt.
21. Darüber hinaus teilte der heilige
Johannes Paul II., der das förderte, was später als ‚die Logik von Assisi‘[38] bezeichnet
wurde, mit dem heiligen
Paul VI. die Erkenntnis der Notwendigkeit einer Klärung einiger Aspekte der
Beziehung zwischen Dialog und Evangelisierung. Sein Pontifikat war von der
Veröffentlichung mehrerer grundlegender Dokumente geprägt, wie Dialog und
Mission (1984) des Sekretariats für die Nichtchristen[39] und
der Enzyklika
Redemptoris missio (1990), die den bleibenden Wert des Missionsauftrags neu bekräftigte,
gefolgt von Dialog und Verkündigung (1991), verfasst vom Päpstlichen Rat
für den interreligiösen Dialog in Zusammenarbeit mit der Kongregation für die
Evangelisierung der Völker[40].
22. Auf derselben Linie des Zweiten Vatikanischen Konzils bringen diese Texte
zwei untrennbare Anforderungen zum Ausdruck, deren Aktualität nach wie vor
ungebrochen ist. Denjenigen, die versucht wären, ausschließlich auf die
Verpflichtung zur Verkündigung Christi zu bestehen, wird in Erinnerung gerufen,
dass die Erklärung
Nostra aetate die Notwendigkeit des Dialogs mit anderen religiösen Traditionen
einbezieht, da dieser mittlerweile „Teil der Sendung der Kirche zur Verkündigung
des Evangeliums“[41] ist. Diejenigen hingegen, die im
Gegenteil dazu neigen, ihre Identität zu relativieren, erinnert dieselbe
Erklärung an die Notwendigkeit der Treue zu Jesus Christus, der „der Weg, die
Wahrheit und das Leben“ (Joh 14,6) ist.[42] Der
Dialog setzt daher ein klares Bewusstsein der eigenen religiösen und kulturellen
Identität voraus, verbunden mit einer echten Offenheit gegenüber dem Anderssein,
die eine unverzichtbare Voraussetzung für das Zusammenleben in pluralistischen
Gesellschaften ist. Er muss frei von Zweideutigkeiten sein, Relativismus und
Synkretismus vermeiden, unter Wahrung der größtmöglichen Identität und im
Streben nach einem möglichst intensiven Dialog.
23. Eines der Hauptanliegen des Pontifikats des heiligen Johannes Paul II. war
zweifellos die Förderung eines echten „Dialogs zwischen den Kulturen“[43] im Dienste des Weltfriedens, insbesondere angesichts der
immer zahlreicheren Gewalttaten, die im Namen Gottes begangen wurden. Zu Beginn
des Jahres 2000 bekräftigte der Papst nachdrücklich, dass es den Gläubigen
obliegt, zu zeigen, dass die Religionen kein Hindernis für den Frieden sind,
sondern ein wesentlicher Bestandteil davon. Jede Instrumentalisierung der
Religion für gewalttätige Zwecke ist eine schwerwiegende Verzerrung ihres
Wesens. Die Religion darf niemals als Vorwand für Konflikte dienen: „Religion
und Frieden gehen Hand in Hand; Krieg im Namen der Religion zu führen ist ein
eklatanter Widerspruch“[44]. Daraus ergibt sich ein klarer
Appell an die führenden Vertreter der Religionen: Es ist ihre Aufgabe, durch
Taten und Engagement zu bezeugen, dass es ihr eigener Glaube ist, der sie dazu
bewegt, sich für den Frieden einzusetzen.
Benedikt XVI.
24. Ebenfalls im Geiste von
Nostra aetate und anlässlich des zwanzigsten Jahrestags des Ereignisses von Assisi im
Jahr 2006 bekräftigte
Papst Benedikt XVI.: „wir [können] ‚Gott, den Vater aller, nicht anrufen, wenn wir
irgendwelchen Menschen, die ja nach dem Ebenbild Gottes geschaffen sind, die
brüderliche Haltung verweigern‘[45]“, denn der Glaube an
Gott kann nur zu Beziehungen universaler Brüderlichkeit unter allen Menschen
ermutigen.[46] Im interreligiösen Dialog zu bleiben, soll
ein Beweis dafür sein, dass Fundamentalismus eine Verfälschung der Religionen
darstellt, die ihrer tiefsten Berufung entgegensteht. In einer berühmten Rede
stellte er, die Worte eines byzantinischen Kaisers aufgreifend, fest, dass
„Glaubensverbreitung durch Gewalt widersinnig ist. Sie steht im Widerspruch zum
Wesen Gottes und zum Wesen der Seele“[47].
25. Indem er das Streben nach Frieden eng mit den Erfordernissen der Vernunft
und der Wahrheit verband, bekräftigte
Benedikt XVI. immer wieder, dass keine Religion und keine Kultur Fanatismus oder den
Rückgriff auf Gewalt in legitimer Weise rechtfertigen kann. Deshalb müssen die
Gläubigen einander weiterhin begegnen und haben die gemeinsame Pflicht, der
Wahrheit und damit der Menschheit zu dienen. Insbesondere: „Der interreligiöse
und interkulturelle Dialog zwischen Christen und Muslimen darf nicht auf eine
saisonbedingte Entscheidung reduziert werden. Tatsächlich ist er eine vitale
Notwendigkeit, von der zum großen Teil unsere Zukunft abhängt“[48].
26. Andererseits muss der Dialog auch mit den Kulturen, den Wissenschaften und
den politischen Institutionen im Hinblick auf ein tieferes Verständnis des
Menschen in seiner ganzen Komplexität stattfinden. Dieser „erweiterte“ Dialog
hat die ganzheitliche Entwicklung des Menschen und die Harmonie der Gesellschaft
zum Ziel. Denn in Wirklichkeit liegt die wahre Gefahr nicht so sehr im Konflikt
zwischen religiösen Blöcken, sondern vielmehr im Konflikt zwischen Kulturen, die
unfähig sind, einander zu verstehen und miteinander in Dialog zu treten.
Franziskus
27.
Papst Franziskus hat die Umsetzung von
Nostra aetate im Sinne der Lehre seiner Vorgänger fortgeführt und erklärt: „Drei
grundlegende Ausrichtungen können, wenn sie gut miteinander verbunden werden,
für den Dialog hilfreich sein: die Verpflichtung zur Wahrung der Identität,
der Mut zur Andersheit und die Aufrichtigkeit der Absichten“[49]. Der Dialog mit anderen religiösen Traditionen muss von
einer Haltung der Offenheit in Wahrheit und Nächstenliebe geprägt sein[50], „trotz der verschiedenen Hindernisse und
Schwierigkeiten“. Und er bekräftigte, dass dieser Dialog „eine notwendige
Voraussetzung für den Weltfrieden ist und daher für Christen ebenso wie für
andere Religionsgemeinschaften eine Pflicht darstellt“[51].
28. Was die spezifischen Merkmale des Dialogs mit den Juden betrifft, hat
Papst Franziskus seit Beginn seines Pontifikats auf die theologische Grundlage des
jüdisch-christlichen Dialogs Bezug genommen, wenn er auf Basis von
Nostra aetate bekräftigte: „Diese Grundlage ist theologischer Natur und nicht einfach
ein Ausdruck unseres Wunsches nach gegenseitiger Achtung und Wertschätzung. Es
ist daher wichtig, dass unser Dialog stets zutiefst vom Bewusstsein unserer
Beziehung zu Gott gekennzeichnet ist“[52].
29. Von großer Bedeutung sind die drei den Beziehungen zum Judentum gewidmeten
Absätze des Apostolischen Schreibens
Evangelii gaudium[53], das das grundlegende Dokument für die Deutung seines Pontifikats bildet.
Einige der Themen, die der Papst herausgearbeitet hat, um das Verständnis der
Beziehung zwischen der katholischen Kirche und dem Judentum zu definieren, sind
die gemeinsame Annahme des offenbarten Wortes mit dem jüdischen Volk, um uns
gegenseitig zu helfen, „die Reichtümer des Wortes Gottes zu ergründen“[54], der Dialog und die Freundschaft als Teil des Lebens der
Jünger Jesu, das Bedauern über die schrecklichen Verfolgungen, denen das
jüdische Volk ausgesetzt war, insbesondere jene, an denen auch Christen
beteiligt waren, sowie die vielen gemeinsamen ethischen Überzeugungen und das
gemeinsame Anliegen für Gerechtigkeit und die Entwicklung der Völker.
30. Mit
Papst Franziskus ist der interreligiöse Dialog in eine neue Phase eingetreten, tief geprägt
von der Sichtweise der ‚allumfassenden Brüderlichkeit’[55] im
eigentlichen Sinn der Brüderlichkeit beim heiligen Franz von Assisi. So sagt die
Enzyklika
Fratelli tutti: „Tatsächlich bietet der Glaube wichtige Beweggründe für die Anerkennung des
anderen; denn wer glaubt, kann erkennen, dass Gott jeden Menschen mit einer
unendlichen Liebe liebt“[56]. In Übereinstimmung mit dem
Prinzip, „die Einheit [ist] … dem Konflikt überlegen“[57],
bezeichnet der Papst „die Kultur des Dialogs als Weg, die allgemeine
Zusammenarbeit als Verhaltensregel und das gegenseitige Verständnis als Methode
und Maßstab“[58]. Angesichts der Versuchung, die Welt in
hermetisch abgeschottete kulturelle und religiöse Welten zu zersplittern, hat
Papst Franziskus dazu aufgerufen, die „Mauern der Trennung“[59] einzureißen
und sich entschlossen für die Begegnung zu entscheiden: „Isolierung: nein; Nähe:
ja. Kultur der Konfrontation: nein; Kultur der Begegnung: ja”[60].
31. Menschen und Völker können nur dann wirklich gute Frucht hervorbringen, wenn
sie bereit sind, sich den Anderen mit Kreativität und Großzügigkeit zu öffnen.
In diesem Zusammenhang hat Papst Franziskus auch daran erinnert, dass es
unmöglich ist, sich selbst vollständig zu verstehen oder die Wirklichkeit des
eigenen Landes, der eigenen Kirche oder der eigenen Gemeinschaft tiefgreifend zu
erfassen, ohne sich respektvoll mit denen auseinanderzusetzen, die anders sind.
Das Anderssein wird so zu einer Quelle gegenseitiger Bereicherung, unter der
Voraussetzung, dass andere Glaubensrichtungen oder geistliche Traditionen und
Kulturen nicht als Bedrohung wahrgenommen werden.
32. Dennoch gilt es daran zu erinnern: „‚Dialog‘ ist keine magische Formel“[61]. Er geschieht nicht von selbst, und diejenigen, die sich
dafür einsetzen, dürfen weder naiv noch blinde Idealisten sein; sie sind dazu
berufen, die „Helden der Zukunft“[62] zu sein. Indem sie
sowohl den Rückzug in die eigene Identität als auch die Logik der Aggression
ablehnen, beschreiten sie einen anspruchsvollen, aber fruchtbaren Mittelweg: den
des geduldigen Aufbaus der menschlichen Geschwisterlichkeit[63].
Ein grundlegendes Prinzip muss ihr Handeln stets leiten, nämlich, das
Bewusstsein, dass der Glaube an Gott und dessen Anbetung nicht zwangsläufig ein
Leben garantiert, das seinem Willen entspricht[64]. Daraus
erwächst die Bedeutung eines allgemeinen Unterscheidungskriteriums, das in den
heiligen Texten der verschiedenen Religionen gefunden werden kann: die
Aufnahme oder das Abweisen des Verletzten an den Straßenrändern. Die
konkrete Aufmerksamkeit für die Schwächsten ist der wesentliche Maßstab, um die
Richtigkeit jedes Vorhabens zu beurteilen, sei es politischer, wirtschaftlicher,
sozialer, akademischer, religiöser oder kultureller Natur. Der Arme – in allen
Formen seiner Zerbrechlichkeit – ist der Kompass, der uns erkennen lässt, ob wir
uns in die richtige Richtung bewegen[65].
Leo XIV.
33. In seiner ersten Ansprache an das Diplomatische Korps erinnerte
Papst Leo XIV. an die drei Schlüsselbegriffe, die jede Form des Dialogs begleiten müssen:
Frieden, Gerechtigkeit, Wahrheit.[66] Auf den Spuren
seiner Vorgänger hat
Papst Leo XIV. anschließend des 60. Jahrestags der Erklärung
Nostra aetate gedacht und bekräftigt, mit diesem Dokument „wurde ein Samenkorn der
Hoffnung für den interreligiösen Dialog gesät“[67]. Der
Papst erinnerte auch daran, dass es Märtyrer des Dialogs gegeben habe, die ihr
Leben hingaben, um der Gewalt und dem Hass entgegenzutreten.[68] Darüber
hinaus betonte er, dass „wir unsere Völker dazu anleiten [können], Propheten
unserer Zeit zu werden – zu Stimmen, die Gewalt und Ungerechtigkeit anprangern,
Spaltungen heilen und Frieden für alle unsere Brüder und Schwestern verkünden“[69]. Schließlich hat der Heilige Vater in der
Nostra aetategewidmeten Generalaudienz vom 29. Oktober 2025 bekräftigt: „Dieses erhellende
Dokument lehrt uns, den Vertretern anderer Religionen nicht als Fremde, sondern
als Weggefährten auf dem Weg der Wahrheit zu begegnen; die Unterschiede
wertzuschätzen und gleichzeitig unsere gemeinsame Menschlichkeit zu betonen; und
in jeder aufrichtigen religiösen Suche einen Widerschein des einen göttlichen
Geheimnisses zu erkennen, das die ganze Schöpfung umfängt“[70].
34. In seiner ersten Ansprache an Vertreter anderer Kirchen und kirchlicher
Gemeinschaften sowie anderer Religionen am 19. Mai 2025 fasst
Papst Leo XIV. den Kern des jüdisch-christlichen Gespräches zusammen und unterstreicht
auch die Bedeutung des theologischen Dialogs: „Aufgrund der jüdischen Wurzeln
des Christentums haben alle Christen eine besondere Beziehung zum Judentum. Die
Konzilserklärung Nostra aetate(Nr. 4) unterstreicht die Größe des gemeinsamen geistigen Erbes von Christen und
Juden und ermutigt zu gegenseitiger Kenntnis und Wertschätzung. Der theologische
Dialog zwischen Christen und Juden bleibt stets wichtig und liegt mir am Herzen.
Auch in diesen schwierigen Zeiten, die von Konflikten und Missverständnissen
geprägt sind, ist es nötig, diesen wertvollen Dialog kraftvoll fortzuführen“[71]. Christen und Juden, die nicht ohne einander auskommen
können, sollten diesen Weg gemeinsam bis zum Ende der irdischen Zeit
beschreiten. Und gemeinsam sollten sie auf den Tag warten, „der nur Gott bekannt
ist, an dem alle Völker mit einer Stimme den Herrn anrufen und ihm ‚Schulter an
Schulter dienen‘ (Zeph 3,9)“.[72]
35. Das Anliegen, den Dialog mit den verschiedenen Religionen zu fördern und zu
pflegen, wird unter anderen Themen in der gemeinsamen Erklärung mit dem
Ökumenischen Patriarchen Bartholomäus I. vom 29. November 2025 deutlich
aufgegriffen: „Insbesondere lehnen wir jede Instrumentalisierung der Religion
und des Namens Gottes zur Rechtfertigung von Gewalt ab. Wir glauben, ein
authentischer interreligiöser Dialog, fern einer Ursache für Synkretismus und
Verwirrung, ist vielmehr für das Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher
Traditionen und Kulturen unverzichtbar. Im Hinblick auf den 60. Jahrestag der
Erklärung
Nostra aetate rufen wir alle Menschen guten Willens dazu auf, gemeinsam am Aufbau einer
gerechteren und solidarischeren Welt zusammenzuarbeiten und für die Schöpfung zu
sorgen, die uns von Gott anvertraut wurde. Nur so kann die Menschheitsfamilie
Gleichgültigkeit, Herrschaftsstreben, Profitgier und Fremdenfeindlichkeit
überwinden“[73]. In dieser Perspektive ist der sich in der
Linie von
Nostra aetate auftuende Dialog keine rein theoretische Übung, sondern ein gemeinsames
ethisches und geistliches Engagement, das auf Frieden, Gerechtigkeit und den
Schutz unseres gemeinsamen Hauses ausgerichtet ist.
36. Gerade im aktuellen internationalen Kontext, der leider stark von vielen
Kriegen gezeichnet ist, die täglich zahlreiche Opfer fordern und Situationen
enormen und ungerechten Leidens verursachen, wollte
Papst Leo XIV. die entscheidende Rolle des interreligiösen Dialogs bei der Ablehnung der
Logik der Gewalt bekräftigen: „Diejenigen, die den Namen Gottes benutzen, um
Terrorismus, Gewalt oder Krieg zu legitimieren, verraten sein Antlitz: Im Namen
der Religion zu kämpfen bedeutet in Wirklichkeit, die Religion selbst
anzugreifen. Der von
Johannes Paul II. ausgelöste und durch das Engagement von Papst Franziskus – beispielsweise
im Dialog mit dem Großimam der Al-Azhar-Universität – vertiefte ‚Geist von
Assisi‘ zeigt, dass die Gläubigen erneut aus den authentischsten Quellen ihrer
geistlichen Traditionen schöpfen können, in denen es keinen Platz für
sakralisierten Hass gibt“[74].
III. Auswirkungen und Herausforderungen der Erklärung
Nostra aetate heute
Sichtbare und stille Auswirkungen
37. Sechzig Jahre nach ihrer Promulgation sind die positiven Auswirkungen
deutlich, die
Nostra aetate auf die Beziehungen zum Judentum und auf den Dialog mit dem Islam und
anderen Religionen hatte. Um einige Beispiele zu nennen, was letztere betrifft,
so hat die katholische Kirche in diesem Zeitraum mit den Anhängern des
Hinduismus, des Buddhismus, des Jainismus, des Sikhismus, des Shintoismus, des
Taoismus, des Konfuzianismus und des Zoroastrismus sowie mit den traditionellen
Religionen, insbesondere den afrikanischen, in verschiedenen Bereichen und auf
verschiedenen Ebenen Dialog geführt und zusammengearbeitet.
38. Eine der bedeutendsten Auswirkungen von
Nostra aetate war zweifellos ein Wandel der Sichtweise mit weitreichenden Folgen. Es
sind dauerhafte freundschaftliche Beziehungen zwischen religiösen
Verantwortungsträgern entstanden, gemeinsame Bildungs- und Sozialprojekte ins
Leben gerufen worden, und gemeinsame Erklärungen angesichts humanitärer
Katastrophen, Kriege oder Umweltkrisen veröffentlicht[75].
Wo einst Ablehnung, Misstrauen oder Unwissenheit herrschten, haben diese
konkreten Gesten dazu beigetragen, eine Kultur des Dialogs und eine „Kultur der
Begegnung“[76] zu schaffen. Die vom Dikasterium für den
interreligiösen Dialog herausgegebene Zeitschrift Pro Dialogo berichtet
regelmäßig über diese zahlreichen Initiativen und sammelt und verbreitet die
vielfältigen Früchte dieser Begegnungen auf der ganzen Welt. Darüber hinaus
sendet das Dikasterium für den interreligiösen Dialog anlässlich ihrer
wichtigsten Feste Grußbotschaften an die Freunde in den anderen religiösen
Traditionen, um die Bande der gegenseitigen Wertschätzung und Zusammenarbeit zu
beleben und zu stärken. Dasselbe tut die Kommission für die religiösen
Beziehungen zum Judentum.
39. Als Folge der theologischen Reflexion und der pastoralen Entwicklung des
interreligiösen, der ursprünglichen Intuition des heiligen
Paul VI. folgenden Dialogs[77] findet dieser mittlerweile in
verschiedenen Bereichen statt, die im Dokument Dialog und Verkündigung
aufgegriffen werden: der Dialog im Leben, der den multireligiösen Alltag
sowohl in den Dörfern als auch in den großen und kleinen Städten umfasst; der
Dialog im Handeln durch gemeinsame Initiativen, die die Anhänger verschiedener
Religionen im gegenseitigen Einvernehmen ergreifen können; der theologische, von
Experten geführte Dialog, der im Austausch religiöser Erkenntnisse auf
überwiegend lehrmäßiger Ebene besteht; und schließlich der Dialog der religiösen
Erfahrung, der vor allem von Mönchen und Nonnen getragen wird, die dem
Interreligiösen monastischen Dialog[78] angehören.
40. Zu den Ergebnissen des mit
Nostra aetate eingeleiteten Dialogs zählt unter anderem das vom Dikasterium für den
interreligiösen Dialog geförderte Women’s Network for Interreligious
Dialogue, um die Beteiligung von Frauen auszuweiten, sowie die
jahrzehntelange Zusammenarbeit zwischen diesem Dikasterium und der Kommission
für interreligiösen Dialog des Ökumenischen Rates der Kirchen, die zu wichtigen
Dokumenten wie
Christliches Zeugnis in einer multireligiösen Welt. Empfehlungen für einen
Verhaltenskodex (2011) geführt hat.
41. Diese Auswirkungen werden oft auch in Stille und Zurückhaltung, verwurzelt
im Alltag, gelebt. Priester, Ordensleute und Laien leben heute in
multireligiösen Stadtvierteln, wo schon die einfache Tatsache, in Frieden zu
leben und als Nachbarn füreinander da zu sein, ein Zeugnis ist. Interreligiöse
Paare, Jugendgruppen und örtliche Gemeinschaften entwickeln immer wieder
neue Formen des Zusammenlebens. All diese Ergebnisse verkörpern, wenn auch
manchmal noch im Anfangsstadium, unsichtbar, aber fruchtbar, die Leitidee von
Nostra aetate, nämlich in der Welt als Zeugen der Liebe Gottes zu leben, im Dialog mit allen.
42. In Kontinuität mit der Einsicht von
Nostra aetate und der Lehre des jüngeren Lehramtes ist, mit neuer Urteilskraft, die
Förderung von Gesprächen und Formen von Zusammenarbeit auch mit Mitgliedern der
„neuen religiösen Bewegungen“ und mit Vertretern neuer religiöser Erfahrungen
wünschenswert. Solche geschwisterlichen Begegnungen, die weder als ökumenischer
Dialog noch als interreligiöser Dialog verstanden werden dürfen und auf der
Klarheit der eigenen Identität sowie auf gegenseitigem Respekt beruhen, können
konkrete Gelegenheiten bieten, zusammen an der Förderung gemeinsamer Werte und
am Streben nach dem Gemeinwohl zu arbeiten. Darüber hinaus können sie zu einem
aufmerksameren Verständnis der zeitgenössischen geistlichen Strömungen beitragen
und die Räume für das Zeugnis, für gegenseitiges Kennenlernen und Zusammenarbeit
im Dienst der Würde des Menschen, des sozialen Friedens und der Bewahrung der
Schöpfung erweitern.
43. Schließlich sei an das zunehmend kritische Bewusstsein gegenüber den
Erscheinungsformen der Islamfeindlichkeit im westlichen Kontext erinnert, die
nicht angemessen zwischen Fällen von Fundamentalismus und Gewalt einerseits und
dem friedlichen Leben der anderen muslimischen Gläubigen andererseits
unterscheiden, die in den sie aufnehmenden Ländern arbeiten und sich
integrieren. Wir müssen jenen christlichen Gemeinschaften danken, die im Geiste
der Gastfreundschaft sowie eines besseren Verständnisses und einer größeren
Wertschätzung gegenüber muslimischen Gläubigen gewachsen sind, die, wie
Nostra aetate in Erinnerung ruft, „den alleinigen Gott anbeten, den lebendigen und in
sich seienden, barmherzigen und allmächtigen, den Schöpfer Himmels und der Erde,
der zu den Menschen gesprochen hat. Sie mühen sich, auch seinen verborgenen
Ratschlüssen sich mit ganzer Seele zu unterwerfen, so wie Abraham sich Gott
unterworfen hat, auf den der islamische Glaube sich gerne beruft. … Deshalb
legen sie Wert auf sittliche Lebenshaltung und verehren Gott besonders durch
Gebet, Almosen und Fasten“[79].
Anhaltende Widerstände und Missverständnisse
44. Trotz dieser Fortschritte bleiben weiterhin Schwierigkeiten im Dialog
bestehen. In einigen Kreisen werden weiterhin Zweifel an seiner Angebrachtheit
geäußert, da man einen lehrmäßigen Relativismus oder eine Verwässerung der
religiösen Identität befürchtet. Auch nach dem Dokument Dialog und
Verkündigung bestehen weiterhin Missverständnisse über das Wesen des
Dialogs. Manche fragen sich nach wie vor, ob es sich dabei um ein pastorales
Problem, um einen Akt der Nächstenliebe, um einen theologischen Austausch oder
um die Notwendigkeit eines politischen Einsatzes zugunsten des Gemeinwohls
handelt.
45. Auch über die kirchlichen Grenzen hinaus sind die Missverständnisse nicht
geringer. In einigen regionalen Gebieten sind die Beziehungen zwischen Gläubigen
verschiedener Religionen historisch von Konflikten geprägt, und die Erinnerung
an alte Wunden erschwert das gegenseitige Vertrauen, trotz der Aufforderung in
der Erklärung
Nostra aetate, „das Vergangene beiseite zu lassen, sich aufrichtig um gegenseitiges Verstehen
zu bemühen“[80], insbesondere zwischen Christen und
Muslimen. Diesbezüglich seien die folgenden Worte
Papst Franziskus in Erinnerung gerufen: „Um den Dialog mit dem Islam zu führen, ist eine
entsprechende Bildung der Gesprächspartner unerlässlich, nicht nur damit sie
fest und froh in ihrer eigenen Identität verwurzelt sind, sondern auch um fähig
zu sein, die Werte der anderen anzuerkennen, die Sorgen zu verstehen, die ihren
Forderungen zugrunde liegen, und die gemeinsamen Überzeugungen ans Licht zu
bringen. Wir Christen müssten die islamischen Einwanderer, die in unsere Länder
kommen, mit Zuneigung und Achtung aufnehmen, so wie wir hoffen und bitten, in
den Ländern islamischer Tradition aufgenommen und geachtet zu werden. Bitte! Ich
ersuche diese Länder demütig darum, in Anbetracht der Freiheit, welche die
Angehörigen des Islam in den westlichen Ländern genießen, den Christen Freiheit
zu gewährleisten, damit sie ihren Gottesdienst feiern und ihren Glauben leben
können“.[81] Anderswo untergraben das Erstarken von
Fundamentalismen, das Fortbestehen von Vorurteilen, die politische Manipulation
religiöser Zugehörigkeiten oder Gewalt im Namen Gottes die eigentlichen
Grundlagen des Dialogs. In säkularisierten Gesellschaften wird das Religiöse
manchmal an den Rand gedrängt oder instrumentalisiert, auf Folklore oder
subjektive Meinungen reduziert oder gänzlich ausgeblendet.
46. Der Weg bleibt anspruchsvoll. Er erfordert Demut, Mut und
Unterscheidungsvermögen. Für den Christen ist diese Anforderung nicht
erstaunlich, denn der wirkliche Gläubige lässt sich nicht von Arroganz leiten;
„im Gegenteil, die Wahrheit lässt ihn demütig werden, da er weiß, dass nicht wir
sie besitzen, sondern vielmehr sie es ist, die uns umfängt und uns besitzt. Weit
davon entfernt, uns zu verhärten, bringt uns die Glaubensgewissheit in Bewegung
und ermöglicht das Zeugnis und den Dialog mit allen“[82].
Dieser Dialog bedarf oft „unermüdlicher Geduld“[83] und
kann nicht auf einen einfachen generellen Konsens reduziert werden. Verwurzelt
im Verkündigungsauftrag der Kirche, zu dessen wesentlichem Bestand der Dialog
gehört, setzt er aufrichtiges Bemühen, eine gründliche Kenntnis des anderen und
die Anerkennung der Gewissensfreiheit als Grundlage jeder authentischen
Beziehung voraus.[84] Es geht also nicht darum, der
Wahrheit zu entsagen, sondern vielmehr sie in evangeliumsgemäßer Weise zu
verkünden, nämlich mit Wertschätzung, Zuhören und Nächstenliebe. Er ist ein
wirkliches Mitteilen dessen, was im eigenen Herzen wohnt: „Von Christus durch
das Zeugnis oder das Wort so zu sprechen, dass andere sich nicht besonders
anstrengen müssen, um ihn zu lieben, das ist der größte Wunsch von jemandem, der
mit ganzer Seele Missionar ist. In dieser Dynamik der Liebe gibt es keinen
Proselytismus: Die Worte des Liebenden stören nicht, drängen nichts auf,
erzwingen nichts, sondern bringen die anderen lediglich dazu, sich zu fragen,
wie eine solche Liebe möglich ist. Mit größtem Respekt vor der Freiheit und der
Würde des anderen hofft der Liebende einfach darauf, dass er von dieser
Freundschaft erzählen darf, die sein Leben erfüllt“[85].
47. Zuletzt, aber sicherlich nicht weniger wichtig, muss auf die Verfolgungen
hingewiesen werden, denen Christen in verschiedenen Teilen der Welt durch
extremistische religiöse Gruppen ausgesetzt sind. Jede Verfolgung aus religiösen
Gründen ist stets eine Verletzung der Menschenwürde, auf die dringend eine
gemeinsame Antwort gefunden werden muss, die im Geiste von
Nostra aetate bei allen und gegenüber allen Respekt, Dialog und friedliches
Zusammenleben fördert.
Eine zu vertiefende Pädagogik des Dialogs
48. Angesichts der heutigen Herausforderungen ist die Kirche aufgerufen, ihre
Pädagogik des Dialogs zu erneuern und zu intensivieren. Dies setzt vor allem
eine gründliche Ausbildung in den Priesterseminaren, theologischen Instituten
und pastoralen Ausbildungsgängen voraus. Es genügt nicht mehr, die Bedeutung des
Dialogs zu betonen. Nun gilt es, ihn zu leben und den Gläubigen die Mittel an
die Hand zu geben, um sich fundiert, kritisch und sachlich daran zu beteiligen.
Die Kenntnis der Religionen, die Geschichte der interreligiösen Beziehungen, die
Ausarbeitung von Leitlinien für den Dialog und die Förderung der religiösen
Sprachfähigkeit sind Faktoren, die die Begegnung und den interreligiösen Dialog
begünstigen und unterstützen; ebenso ist es notwendig, das Verständnis für
aktuelle kulturelle und geopolitische Fragen in die christliche Bildung zu
integrieren.
49. Gleichzeitig gilt es, die konkreten Initiativen der an vorderster Front
stehenden Ortskirchen zu würdigen. Sie sind es, die vor Ort die kreativsten und
mutigsten Formen der Begegnung entwickeln: Dialogkommissionen, gemeinsame
Projekte, Bildungs- oder humanitäre Maßnahmen, gemeinsame Feiern. Indem die
Weltkirche diese Erfahrungen sammelt, teilt und vernetzt, kann sie sich nicht
nur bereichern, sondern auch neue pastorale Wege erkennen und begleiten.
50. Besondere Aufmerksamkeit muss auch der geistlichen Dimension des Dialogs
gewidmet werden. Denn das, worauf hingearbeitet werden soll, ist keine bloße
intellektuelle Übung, sondern eine authentische Begegnung – eine Begegnung mit
einem gläubigen Anderssein im Geiste des Friedens, der Freundschaft und des
gemeinsamen Strebens nach der Wahrheit und dem Guten.[86] Ein
aufrichtiger Dialog schließt jede Form der Instrumentalisierung aus. Er zielt
auf gegenseitiges Verständnis ab, auf die Entdeckung dessen, was für alle
richtig und authentisch ist. Ein Dialog im Geiste von
Nostra aetate setzt daher einen kontemplativen Blick auf den „ungleichartigen anderen“
voraus: „Aufeinander zugehen, sich äußern, einander zuhören, sich anschauen,
sich kennenlernen, versuchen, einander zu verstehen, nach Berührungspunkten
suchen – all dies wird in dem Wort Dialog zusammengefasst“[87].
51. In diesem Sinne kann der interreligiöse Dialog zu einer Gelegenheit für eine
größere Treue zur allumfassenden Liebe Gottes werden, die sich in Jesus Christus
offenbart hat. Er verwandelt Menschen, Gemeinschaften und manchmal sogar
kirchliche Strukturen. Weit davon entfernt, ein Randthema zu sein, ist er ein
theologischer Ort, an dem der Heilige Geist durch die Begegnung mit dem Anderen
zu Wort kommen möchte[88].
IV. Ausblicke und Orientierungen für die Zukunft des interreligiösen Dialogs
52. Die Zukunft des interreligiösen Dialogs bedarf heute einer erneuten
Reflexion und besonders klarer Entschlüsse. Während es in den Jahrzehnten nach
dem Zweiten Vatikanischen Konzil gelungen ist, harmonischere Beziehungen zwischen den verschiedenen
religiösen Traditionen aufzubauen, stellen die geopolitischen, kulturellen und
ökologischen Veränderungen der letzten Jahre bisher unbekannte Herausforderungen
dar. Identitätskonflikte, die Abschottung von Gemeinschaften,
fundamentalistische Ideologien, Konflikte mit religiösem Hintergrund, die
politische Manipulation des Religiösen, aber auch die in vielen Ländern
zunehmende Gleichgültigkeit gegenüber jeder Form von Spiritualität zwingen dazu,
die Formen des Dialogs in einer sich rasch wandelnden Welt neu zu gestalten.
53. Es geht in Wahrheit nicht darum, eine große Weltreligion zu gründen, in der
alle Glaubensrichtungen nivelliert werden. Diese Möglichkeit muss aus Respekt
vor sich selbst und vor anderen ausgeschlossen werden. Es geht vielmehr darum,
eine geschwisterliche Gesellschaft aufzubauen, die fähig ist, Unterschiede zu
akzeptieren. Diese Absicht steht nach wie vor im Mittelpunkt des interreligiösen
Dialogs, wie es bereits in der Erklärung
Nostra aetate der Fall war und in den Bemühungen in dieser Richtung, die die Jahrzehnte
nach ihrer Promulgation geprägt haben. Dialog besteht nicht nur im Darlegen der
eigenen Lehren oder im Vergleich der eigenen Weltanschauungen; angesichts derer,
die Spaltungen schüren und Konflikte vorbereiten, sind heute die Gläubigen der
verschiedenen Traditionen und an erster Stelle ihre Oberhäupter, die sich ihrer
unüberbrückbaren Unterschiede bewusst sind, aufgerufen, mit Klarheit und
Hoffnung nach den Voraussetzungen für ein friedliches Zusammenleben zu suchen.
54. Um dieses Ziel zu erreichen, ist ein wirklicher Mentalitätswandel
erforderlich, nämlich das Aufgeben der Logik der Abwehr, der Feindseligkeit oder
der Eroberung und stattdessen das Einnehmen einer offenen, wohlwollenden und
mutigen Haltung. Monolithische und isolierte, eine engstirnige Sichtweise auf
die Wirklichkeit fördernde Modelle erweisen sich zunehmend als unzulänglich und
sind letztendlich Quelle von Gewalt und Leid für die Schwächsten. Die abweisende
Verteidigung der eigenen Position und der Proselytismus als einzige Form der
Begegnung mit dem „Anderen“ haben keinen Sinn mehr in einer Welt, die immer mehr
einem vernetzten und ständig in Bewegung befindlichen globalen Dorf gleicht.
Daran erinnerte Papst Franziskus 2019 an der Chulalongkorn-Universität in
Bangkok vor religiösen Vertretern des Buddhismus, des Islam, des Hinduismus, des
Sikhismus und des Christentums: „Die Epochen sind vorbei, in denen das Denken
einer zeitlich-räumlichen Abschottung vorherrschen und sich als wirksamer
Mechanismus zur Lösung von Konflikten behaupten konnte. Heute ist es an der
Zeit, sich kühn Folgendes vorzustellen: die Logik der Begegnung und des
gegenseitigen Dialogs als Weg; die gemeinsame Zusammenarbeit als Verhaltensregel
und das gegenseitige Kennenlernen als Methode und Kriterium. Und auf diese Weise
muss ein neues Muster zur Lösung der Konflikte angeboten, zum Verständnis
zwischen den Personen beigetragen und die Schöpfung bewahrt werden. Ich denke,
dass in diesem Bereich die Religionen wie auch die Universitäten viel
beizusteuern und anzubieten haben, ohne dabei ihre eigenen Merkmale und
besonderen Gaben aufgeben zu müssen; alles, was wir in diesem Sinn tun, ist ein
bedeutender Schritt, um den jüngeren Generationen ihr Recht auf die Zukunft zu
gewährleisten, und wird auch ein Dienst für die Gerechtigkeit und den Frieden
sein“.[89]
55. Als Gegenpol zu jenen starren Haltungen, die Konfliktlösungen mit Gewalt
fordern, ist es an der Zeit, eine neue Ethik des Dialogs zu fördern und somit
eine Kultur der Komplexität, der Flexibilität und der Freundschaft. Es geht
nicht mehr darum, „den anderen Gläubigen“, eine andere Zivilisation, eine andere
Denkweise zu fürchten oder auf Distanz zu halten, sondern die Begegnung zu
wagen. Derjenige, der einst als Bedrohung, als zu fürchtender, aus der Ferne zu
respektierender oder gar als zu zerstörender Feind wahrgenommen wurde, kann zu
einem Gesprächspartner, einem Verbündeten, einem Freund, ja sogar zu einem
„Pilger der Wahrheit“[90] werden, mit dem man ein Stück
des Weges gemeinsam teilen kann. Zivilisationen und Religionen können sicherlich
in Konflikt geraten, aber sie können auch miteinander in Resonanz treten, in
eine kreative Dynamik, die es versteht, Vielfalt in Solidarität zu verwandeln.
Das Anderssein darf nicht länger als Hindernis erlebt werden, sondern als
Herausforderung, der man sich stellen muss. In einer Welt, die im Erstickenden
der Immanenz gefangen ist, wollen Gläubige verschiedener Religionen nicht darauf
verzichten, der Welt die Wahrheit der Transzendenz und die Liebe Gottes zu allen
Menschen zu verkünden. Dies ist besonders in dieser Zeit bedeutsam, in ihr
werden zuweilen „Schriften verachtet, die im Bereich einer Glaubensüberzeugung
entstanden sind, und man vergisst dabei, dass die klassischen religiösen Texte
für alle Zeiten von Bedeutung sein können und eine motivierende Kraft besitzen,
die immer neue Horizonte öffnet, das Denken anregt, den Geist weitet und das
Feingefühl erhöht“[91].
56. Ein reichhaltigeres und vielschichtigeres Gesprächsmodell ist daher nicht
nur für die Zukunft wünschenswert, sondern es zeigt sich bereits im Keim
innerhalb der Kirche und in ihren Beziehungen zu anderen religiösen Traditionen.
Dieses facettenreiche Modell ließe sich mit einem Polyeder vergleichen; es
erfordert das gleichzeitige Sich-Auseinandersetzen mit mehreren Dimensionen, das
Zeigen von Geduld und Klarheit, aber auch von Vorstellungskraft und Kreativität.[92] In diesem gegenseitigen Austausch entsteht eine
gemeinsame Zukunft, in der Frieden und Freundschaft keine Utopien mehr sind,
sondern reife Früchte der Begegnung.
V. Schluss
57. Sechzig Jahre nach der Erklärung
Nostra aetate blickt die katholische Kirche mit tiefer Dankbarkeit auf den
zurückgelegten Weg zurück. In sechs Jahrzehnten hat dieser kurze, aber mutige
Text das Gesicht der interreligiösen Beziehungen radikal verändert. Die Kirche
ist von einer oft zurückhaltenden oder distanzierten Haltung zu einem mutigen
Weg des aufrichtigen Dialogs, der respektvollen Begegnung und der
geschwisterlichen Zusammenarbeit übergegangen. Dieses Erbe ist mittlerweile zu
einem lebendigen und unverzichtbaren Gut geworden, das die Gläubigen von heute
weiterhin herausfordert und sie dazu verpflichtet, dieses für unsere Zeit so
wichtige menschliche und geistliche Abenteuer fortzusetzen.
58. In einer zugleich tief miteinander vernetzten und zersplitterten Welt bleibt
die Botschaft von
Nostra aetate daher von großer Aktualität. Die Geschwisterlichkeit unter Gläubigen
verschiedener religiöser Traditionen ist kein bloßes Ideal, sondern eine
moralische, geistliche und soziale Notwendigkeit. Angesichts der
Herausforderungen unserer Zeit, darunter religiöser Extremismus, globale
Migration, Säkularisierung, ökologische und soziale Krisen, sind die Religionen
aufgerufen, die Welt und die Gesellschaft so zu gestalten, dass sie
geschwisterlicher Ausdruck des Willens Gottes sind. Diese Verpflichtung
erfordert zwangsläufig, insbesondere bei den jungen Generationen, eine erneuerte
Erziehung zum Dialog, um Ängste und Vorurteile zu überwinden und eine
authentische Kultur der Begegnung zu verwurzeln.
59. Anlässlich des 60. Jahrestags der Erklärung
Nostra aetate bekräftigt die Kirche mit Überzeugung ihre Entschlossenheit, diesen
anspruchsvollen Weg im Hören auf den Heiligen Geist fortzusetzen, der stets in
der Geschichte der Menschheit und in den verschiedenen Kulturen und Religionen
der Völker wirkt, in denen er auf eine Weise, die nur er kennt, die Flamme der
Weisheit entzündet und seine vielfältigen Gaben austeilt. Die Kirche lädt alle
dazu ein, „Brückenbauer statt Mauerbauer“[93] zu werden,
Friedensstifter und Verfechter der Geschwisterlichkeit, die fähig sind, den
anderen in seiner Andersartigkeit anzunehmen, seinen geistigen Reichtum
anzuerkennen und am Aufbau einer gerechteren und menschlicheren Gesellschaft
mitzuwirken. Wie Papst Leo XIV. es ausgedrückt hat: „Das Zeugnis unserer
Geschwisterlichkeit, das wir, wie ich hoffe, mit wirksamen Gesten werden unter
Beweis stellen können, wird sicher zum Aufbau einer friedlicheren Welt
beitragen, wie es sich alle Männer und Frauen guten Willens von Herzen wünschen“[94].
60. Heute ist es mehr denn je notwendig, entschlossen in diese Richtung
voranzuschreiten, gestützt auf die Gnade Gottes und den geistlichen Reichtum der
religiösen Traditionen.
Nostra aetate „hat vor 60 Jahren Hoffnung in die Welt der Nachkriegszeit gebracht. Heute
sind wir aufgerufen, diese Hoffnung in unserer vom Krieg verwüsteten Welt und in
unserer geschädigten Umwelt neu zu begründen“.[95] Dieser
Weg der Hoffnung bleibt offen, und wir alle sind eingeladen, ihn gemeinsam mutig
zu gehen.
Papst Leo XIV. hat bei der Audienz, die den unterzeichneten Präfekten und Sekretären des
Dikasteriums für die Glaubenslehre, des Dikasteriums für die Förderung der
Einheit der Christen und des Dikasteriums für den interreligiösen Dialog am 22.
Juni 2026 gewährt wurde, die vorliegende Note approbiert und ihre Veröffentlichung angeordnet.
Gegeben zu Rom, am Sitz des Dikasteriums für die Glaubenslehre, des Dikasteriums
für die Förderung der Einheit der Christen und des Dikasteriums für den
interreligiösen Dialog, am 16. September 2026, am Gedenktag der heiligen
Märtyrer Papst Kornelius und Cyprian, Bischof von Karthago.
|
Víctor Manuel Kard. Fernández
Präfekt
|
Kurt Kard. Koch
Präfekt
|
|
George Jacob Kard. Koovakad
Präfekt
|
|
Msgr. Armando Matteo
Sekretär
|
Erzbischof Flavio Pace
Sekretär |
|
Msgr. Indunil Janakaratne Kodithuwakku Kankanamalage
Sekretär
|
Ex Audientia Die 22 Iunii 2026
Leo PP XIV
[1] II. Vatikan. Konzil, Erkl.
Nostra aetate (28. Oktober 1965), Nr. 2, in: AAS 58 (1966), 741.
[2] II. Vatikan. Konzil, Erkl.
Dignitatis humanae (7. Dezember 1965), Nr. 1, in: AAS 58 (1966), 929-930.
[3] Vgl. Franziskus, Apost. Schreiben
Evangelii gaudium (24. November 2013), Nr. 253, in: AAS 105 (2013), 1121.
[4] II. Vatikan. Konzil, Erkl.
Nostra aetate (28. Oktober 1965), Nr. 4, in: AAS 58 (1966), 742.
[5] Sekretariat für die Einheit der Christen, Ebrei ed ebraismo nella Chiesa
Cattolica (24. Juni 1985), III, 1, in: EV 9, 1639.
[6] Vgl. K. Barth, Die Kirchliche Dogmatik, IV/1, 1953, 181.
[7] J.-L. Tauran, «Cinquant’anni di dialogo interreligioso», in: Pro Dialogo
151-152 (2016), 71.
[8] Johannes XXIII., Ansprache zur feierlichen Eröffnung des Zweiten
Vatikanischen Konzils (11. Oktober 1962), Nr. 8.2, in: AAS 54 (1962),
794.
[9] Vgl. Johannes XXIII, Enz.
Pacem in terris (11. April 1963), Nr. 83, in: AAS 55 (1963), 299.
[10] Paul VI., Enz.
Ecclesiam Suam (6. August 1964), Nr. 67, in: AAS 56 (1964), 639.
[11] Paul VI., Enz.
Ecclesiam Suam (6. August 1964), Nr. 97, in: AAS
56 (1964), 649.
[12] Vgl. Paul VI., Enz.
Ecclesiam Suam (6. August 1964), Nr. 110-115, in: AAS 56 (1964), 654-657.
[13] Vgl. Paul VI., Enz.
Ecclesiam Suam (6. August 1964), Nr. 83, in: AAS 56 (1964), 644-645: So ist der
Dialog, wie der Heilige Vater feststellt, „quasi als Handlungsweise für das
Ausüben der apostolischen Sendung und das Zusammenführen der Seelen anzusehen“.
Der Papst definiert auch dessen Eigenschaften: zuerst und vor allem die
Klarheit, dann die Sanftheit. Vgl. Paul VI., Enz.
Ecclesiam Suam (6. August 1964), Nr. 83, in: AAS 56 (1964), 645: „Der Dialog ist
nicht hochmütig, verletzend oder beleidigend. Seine Autorität wohnt ihm durch
die Wahrheit, die er darlegt, inne […]. Er ist friedfertig und meidet die
heftigen Ausdrücke; er ist geduldig und großmütig“. Dann ist da noch das
Vertrauen, und schließlich die pädagogische Umsicht, um den psychologischen und
moralischen Gegebenheiten des Zuhörers Rechnung zu tragen.
[14] Paul VI., Homilie anlässlich der Promulgation fünf neuer Dokumente des
Zweiten Vatikanischen Konzils (28. Oktober 1965), in: AAS 57 (1965),
903.
[15] II. Vatikan. Konzil, Erkl.
Nostra aetate (28. Oktober 1965), Nr. 5, in: AAS 58 (1966), 743-744.
[16] II. Vatikan. Konzil, Erkl.
Nostra aetate (28. Oktober 1965), Nr. 4, in: AAS 58 (1966), 743.
[17] Vgl. N. Hofmann, «Nella „Giornata dell’ebraismo”. Tradizioni, valori e impegni
comuni», in: L’Osservatore Romano, 17. Januar 2023, 5.
[18] Vgl. Benedikt XVI.,
Ansprache an die Mitglieder der „Conference of Presidents of Jewish American
Organisations“ (12. Februar 2009), vgl. Insegnamenti, V/1 (2009), 235; Benedikt XVI. –
P. Seewald, Licht der Welt. Der Papst, die Kirche und die Zeichen der Zeit,
Freiburg i. Br. 2010, 106.
[19] J. Ratzinger, «L’eredità d’Abramo: dono di Natale», in: L’Osservatore Romano,
29. Dezember 2000, 1; dt. Übersetzung: „Das Erbe Abrahams“, in: HEUTE in
Kirche und Welt 2/2001 (vgl.
https://ratzinger-papst-benedikt-stiftung.de/archiv/theol_erbe_abraham/ [bes. 6/07/2026]).
[20] Vgl.
Katechismus der Katholischen Kirche, Nr. 121.
[21] Vgl. Sekretariat für die Einheit der Christen, Ebrei ed ebraismo nella
Chiesa Cattolica (24. Juni 1985), I, 7, in: EV 9, 1623.
[22] Vgl. Päpstl. Rat zur Förderung der Einheit der Christen, „Perché i doni e la
chiamata di Dio sono irrevocabili” (Rm 11,29). Riflessioni su questioni
teologiche attinenti alle relazioni cattolico-ebraiche in occasione del 50°
anniversario di Nostra aetate (Nr. 4) (10. Dezember 2015), Nr. 35, in: EV
31, 2055; Kongr. für die Glaubenslehre, Erkl. Dominus Iesus (6. August
2000), in: AAS 92 (2000) 742-765.
[23] Franziskus, Apost. Schreiben
Evangelii gaudium (24. November 2013), Nr. 249, in: AAS 105 (2013), 1120.
[24] II. Vatikan. Konzil, Erkl.
Nostra aetate (28. Oktober 1965), Nr. 4, in: AAS 58 (1966), 743.
[25] Vgl. AAS 20 (1928), 103-104.
[26] Benedikt XVI.,
Generalaudienz, Dritte Stellungnahme (28. Januar 2009), vgl. Insegnamenti, V/1 (2009), 157.
[27] II. Vatikan. Konzil, Erkl.
Nostra aetate (28. Oktober 1965), Nr. 4, in, in: AAS 58 (1966), 743.
[28] Paul VI., Enz.
Populorum progressio (26. März 1967), Nr. 14, in, in: AAS 59 (1967), 264.
[29] Vgl. Paul VI., Enz.
Populorum progressio (26. März 1967), Nr. 42, in: AAS 59 (1967), 278.
[30] Das Sekretariat für die Nichtchristen wurde von Papst Paul VI. mit dem Apost.
Schreiben in Form eines ‚Motu proprio‘ Progrediente Concilio (vgl. AAS
56 [1964], 560) mit dem Ziel eingerichtet, „denen Aufmerksamkeit zu
schenken, die der christlichen Religion fernstehen und auf die sich offenbar
auch die Worte des Herrn beziehen: ‚Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus
diesem Stall sind; auch diese muss ich herführen‘ (Joh 10,16)“ (ebd.).
Seine Gründung ist notwendig geworden, „vor allem in diesen Zeiten, in denen
sich unter den Menschen aller Rassen, Sprachen und Religionen vielfältige
Beziehungen entwickeln“ (ebd.). 1988 nahm das Sekretariat den Namen
Päpstlicher Rat für den interreligiösen Dialog an (vgl. Johannes Paul II.,
Apost. Konst.
Pastor Bonus [28. Juni 1988], Art. 159-162, in: AAS
80 [1988], 902) und nennt sich seit 2022 Dikasterium für den
interreligiösen Dialog (vgl. Franziskus, Apost. Konst.
Praedicate Evangelium [19. März 2022], Art. 147-152, in: AAS 114 [2022], 426-427).
[31] Franziskus, Apost. Konst.
Praedicate Evangelium (19. März 2022), art. 149 §1, in: AAS 114 (2022), 426.
[32] Paul VI., Ansprache zur Eröffnung der III. Generalversammlung der
Bischofssynode (27. September 1974), in: AAS 66 (1974), 561.
[33] Die Kommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum und die Kommission
für die religiösen Beziehungen zu den Muslimen wurden am selben Tag, dem 22.
Oktober 1974, ins Leben gerufen.
[34] Vgl. P. Rossano, «Le cheminement du dialogue interreligieux de
Nostra aetate à nos jours», in: Pro Dialogo 74 (1991), 131-142; S. Schmidt,
«Cardinal Bea and Interreligious Dialogue», in: Pro Dialogo 74 (1991),
143-149.
[35] Vgl. Johannes Paul II.,
Generalaudienz (22. Oktober 1986), Nr. 5: „Nachdem sie oft Ursache von Spaltungen gewesen
sind, möchten sie jetzt eine entscheidende Rolle beim Aufbau des Weltfriedens
spielen“, vgl. Insegnamenti, IX/2 (1986), 1147.
[36] Johannes Paul II.,
Ansprache an die in Assisi versammelten Vertreter der christlichen Kirchen und
der kirchlichen Gemeinschaften und der Weltreligionen (27. Oktober 1986), Nr. 6.8, vgl. Insegnamenti, IX/2 (1986), 1268.1269.
[37] Johannes Paul II.,
Ansprache anlässlich des Treffens mit der jüdischen Gemeinde in der
Hauptsynagoge in Rom (13. April 1986), Nr. 4, vgl. Insegnamenti, IX/1 (1986), 1027.
[38] Johannes Paul II., Botschaft zum 21. Weltfriedenstag (1. Januar 1988),
Nr. 4, in: AAS 80 (1988), 284-285.
[39] Das Dokument Dialog und Mission ist eine wesentliche Grundlage für das
Verständnis der Sichtweise der Kirche auf den interreligiösen Dialog. Darin wird
bekräftigt, dass der Dialog ein integraler Bestandteil des
Evangelisierungsauftrags der Kirche ist, wobei jedoch klargestellt wird, dass er
die ausdrückliche Verkündigung Christi nicht ersetzt, sondern diese begleitet
und bereichert. Das Dokument unterscheidet vier sich ergänzende Ebenen: Den
Dialog des Lebens, der in einem respektvollen und brüderlichen Zusammenleben
zwischen Gläubigen verschiedener Religionen besteht; den Dialog der Werke, der
auf einer konkreten Zusammenarbeit im Dienst der Gerechtigkeit und des Friedens
beruht; den theologischen Dialog, der den intellektuellen und lehrmäßigen
Austausch zwischen Fachleuten und religiösen Verantwortlichen fördert; und
schließlich den geistlichen Dialog, der auf einer authentischen Begegnung der
religiösen Traditionen im Gebet und in der Kontemplation gründet. Durch die
Präzisierung dieser Ebenen legt der Text somit die Grundlagen für ein konkretes
und vielschichtiges Engagement der Kirche innerhalb pluralistischer
Gesellschaften vor.
[40] Das Dokument Dialog und Verkündigung vertieft die Reflexion über das
Verhältnis zwischen interreligiösem Dialog und direkter Verkündigung des
Evangeliums. Er erinnert zwar ausdrücklich daran, dass die Verkündigung Christi
das bleibende Herzstück der christlichen Mission bleibt, betont aber zugleich,
dass der interreligiöse Dialog mit dieser Verkündigung nicht nur vereinbar ist,
sondern eine wesentliche und ergänzende Dimension derselben darstellt. Der
Dialog wird als authentischer geistlicher Weg, als ein bevorzugtes Mittel für
Christen, ihren Glauben im Respekt und im aufrichtigen Zuhören gegenüber dem
anderen zu bezeugen, dargestellt. Das Dokument betont, dass Dialog und
Verkündigung niemals im Widerspruch zueinander stehen. Sie sind vielmehr zwei
sich ergänzende Wege desselben kirchlichen Auftrags, der in der Liebe Gottes und
in der tiefen Anerkennung der Würde und Freiheit jedes Menschen verwurzelt ist.
[41] Johannes Paul II., Enz.
Redemptoris missio (7. Dezember 1990), Nr. 55, in: AAS 83 (1991), 302.
[42] Vgl. II. Vatikan. Konzil, Erkl.
Nostra aetate (28. Oktober 1965), Nr. 2, in: AAS 58 (1966), 741.
[43] Johannes Paul II.,
Botschaft zum 34. Weltfriedenstag (1. Januar 2001), in: AAS 93 (2001), 234-247.
[44] Johannes Paul II.,
Ansprache anlässlich der Abschlusszeremonie der interreligiösen Versammlung auf
dem Petersplatz (28. Oktober 1999), Nr. 3, vgl. Insegnamenti, XXII/2 (1999), 653.
[45] II. Vatikan. Konzil, Erkl.
Nostra aetate (28. Oktober 1965), Nr. 5, in: AAS 58 (1966), 743.
[46] Vgl. Benedikt XVI.,
Schreiben an S.E. Msgr. Domenico Sorrentino anlässlich des 20. Jahrestags des Internationalen Treffens zum Gebet für den Frieden (2. September 2006), in: AAS 98 (2006), 750.
[47] Benedikt XVI.,
Ansprache anlässlich des Treffens mit Vertretern der Wissenschaften in
Regensburg (12. September 2006), vgl. Insegnamenti, II/2 (2006), 259.
[48] Benedikt XVI.,
Ansprache anlässlich des Treffens mit Vertretern muslimischer Gemeinden in Köln (20. August 2005), vgl. Insegnamenti, I (2005), 448. Vgl.
Ders.,
Ansprache an die Botschafter der muslimischen Staaten beim Heiligen Stuhl und
einige Vertreter muslimischer Gemeinden in Italien (25. September 2006), in: AAS 98 (2006), 705.
[49] Franziskus,
Ansprache an die Teilnehmer der Internationalen Friedenskonferenz (28. April 2017), in: AAS 109 (2017), 495.
[50] Vgl. Päpstl. Rat für den interreligiösen Dialog, Dialogo nella verità e
nella carità. Orientamenti pastorali per il dialogo interreligioso (19. Mai 2014), in: EV 30, 843-928.
[51] Franziskus, Apost. Schreiben
Evangelii gaudium (24. November 2013), Nr. 250, in: AAS 105 (2013), 1120.
[52] Franziskus,
Ansprache an eine Delegation des „American Jewish Committee” (13. Februar 2014),
Insegnamenti, II/1 (2014), 166.
[53] Franziskus, Apost. Schreiben
Evangelii gaudium (24. November 2013), Nr. 247-249, in: AAS 105 (2013), 1119-1120.
[54] Franziskus, Apost. Schreiben
Evangelii gaudium (24. November 2013), Nr. 249, in: AAS 105 (2013), 1120.
[55] Vgl.
Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches
Zusammenleben in der Welt, unterzeichnet von Papst Franziskus und Großimam Ahmad
Al-Tayyeb (4. Februar 2019), in: AAS 111 (2019), 349-356.
[56] Franziskus, Enz.
Fratelli tutti (3. Oktober 2020), Nr. 85, in: AAS 112 (2020), 998.
[57] Franziskus, Enz.
Lumen Fidei (29. Juni 2013), Nr. 55, in: AAS 105 (2013), 592. Vgl. Ders.,
Apost. Schreiben
Evangelii gaudium (24. November 2013), Nr. 226-230, in: AAS 105 (2013), 1112-1113.
[58] Franziskus, Enz.
Fratelli tutti (3. Oktober 2020), Nr. 285, in: AAS 112 (2020), 1073, er zitiert
das
Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches
Zusammenleben in der Welt, unterzeichnet von Papst Franziskus und Großimam Ahmad
Al-Tayyeb (4. Februar 2019), in: AAS 111 (2019), 350.
[59] Franziskus,
Ansprache anlässlich der Konferenz „Theologie nach ‚Veritatis Gaudium‘ im
Kontext des Mittelmeerraumes” (21. Juni 2019), in: AAS 111 (2019), 1098.
[60] Franziskus, Enz.
Fratelli tutti (3. Oktober 2020), Nr. 30, in: AAS 112 (2020), 980.
[61] Franziskus, Ansprache anlässlich der Konferenz „Theologie nach ‚Veritatis Gaudium‘
im Kontext des Mittelmeerraumes” (21. Juni 2019), in: AAS 111 (2019), 1101.
[62] Franziskus, Enz.
Fratelli tutti (3. Oktober 2020), Nr. 202, in: AAS 112 (2020), 1041.
[63] Vgl. Franziskus, Enz.
Fratelli tutti (3. Oktober 2020), Nr. 199, in: AAS 112 (2020), 1040.
[64] Vgl. Franziskus, Enz.
Fratelli tutti (3. Oktober 2020), Nr. 74, in: AAS 112 (2020), 995.
[65] Vgl. Franziskus, Enz.
Fratelli tutti (3. Oktober 2020), Nr. 69, in: AAS 112 (2020), 993.
[66] Vgl. Leo XIV.,
Audienz für das beim Heiligen Stuhl akkreditierte Diplomatische Korps (16. Mai 2025), in: L’Osservatore Romano, 16 Mai 2025, 1-3.
[67] Leo XIV.,
Ansprache zum 60. Jahrestag von ‚Nostra aetate‘, „Gemeinsam in der Hoffnung
voranschreiten“ (28. Oktober 2025), in: L’Osservatore Romano, 29. Oktober 2025, 4.
[68] Vgl. Leo XIV.,
Ansprache zum 60. Jahrestag von ‚Nostra aetate‘, „Gemeinsam in der Hoffnung
voranschreiten“ (28. Oktober 2025), in: L’Osservatore Romano, 29. Oktober 2025, 4-5.
[69] Leo XIV.,
Ansprache zum 60. Jahrestag von ‚Nostra aetate‘, „Gemeinsam in der Hoffnung
voranschreiten“ (28. Oktober 2025), in: L’Osservatore Romano, 29. Oktober 2025, 5.
[70] Leo XIV.,
Generalaudienz (29. Oktober 2025),
Katechese zum 60. Jahrestages der Konzilserklärung ‚Nostra aetate‘, in: L’Osservatore Romano, 29. Oktober 2025, 2.
[71] Leo XIV.,
Ansprache an die Vertreter der anderen Kirchen, kirchlicher Gemeinschaften und
anderer Religionen (19. Mai 2025), in: L’Osservatore Romano, 19. Mai 2025, 6.
[72] II. Vatikan. Konzil, Erkl.
Nostra aetate (28. Oktober 1965), Nr. 4, in: AAS 58 (1966), 743.
[73]Gemeinsame Erklärung, unterzeichnet von Papst Leo XIV. und vom Ökumenischen
Patriarchen Bartholomäus I. (Istanbul, 29. November 2025), in: AAS 117 (2025), 1644.
[74] Leo XIV., Enz.
Magnifica Humanitas (15. Mai 2026), Nr. 223, inneres Zitat: Franziskus,
Ansprache anlässlich des Weltgebetstages für den Frieden in Assisi. „Durst nach
Frieden. Religionen und Kulturen im Dialog“ (20. September 2016), in: AAS 108 (2016), 1124.
[75] Vgl.
Dokument über die Brüderlichkeit aller Menschen für ein friedliches
Zusammenleben in der Welt, unterzeichnet von Papst Franziskus und Ahmad
Al-Tayyeb (Abu Dhabi, 4. Februar 2019); Abschlusserklärung des 7. Kongresses der
führenden Vertreter der Weltreligionen und der traditionellen Religionen
(Nur-Sultan, 15. September 2022); Gemeinsame Erklärung von Istiqlal,
unterzeichnet von Papst Franziskus und Großimam Nasaruddin Umar (Jakarta, 5.
September 2024). All diese Texte zeugen von dem unermüdlichen Einsatz für
gegenseitiges Verständnis, konkrete Zusammenarbeit und friedliches Zusammenleben
zwischen Menschen unterschiedlicher religiöser Traditionen.
[76] Franziskus,
Ansprache anlässlich der Schlusssitzung der „Rencontres Méditerranéennes” (23. September 2023), in: AAS 115 (2023), 1146.
[77] Im Kontext des religiösen Pluralismus bedeutet Dialog „‚die Gesamtheit der
positiven und konstruktiven interreligiösen Beziehungen zu Menschen und
Gemeinschaften anderer Glaubensrichtungen im Sinne eines gegenseitigen
Kennenlernens und einer gegenseitigen Bereicherung‘, im Geiste der Wahrheit und
unter Achtung der Freiheit. Dies umfasst sowohl das Zeugnis als auch das
Entdecken der jeweiligen religiösen Überzeugungen“ (Päpstl. Rat für den interreligiösen Dialog – Kongr. für die Evangelisierung der Völker,
Instr. Dialog und Verkündigung [19. Mai 1991], Nr. 9, in: AAS 84
[1992], 417-418, inneres Zitat: Sekretariat für die Nichtchristen, Die
Haltung der Kirche gegenüber den Anhängern anderer Religionen: Überlegungen und
Leitlinien zu Dialog und Mission, ital. Orig. in: Bollettino del Segretariato per i non-Cristiani 56 [1984/2],
Nr. 13).
[78] Vgl. Päpstl. Rat für den interreligiösen Dialog – Kongr. für die
Evangelisierung der Völker, Instr. Dialog und Verkündigung (19. Mai
1991), Nr. 42, in: AAS 84 (1992), 428.
[79] II. Vatikan. Konzil, Erkl.
Nostra aetate (28. Oktober 1965), Nr. 3, in: AAS 58 (1966), 741.
[80] II. Vatikan. Konzil, Erkl.
Nostra aetate (28. Oktober 1965), Nr. 3, in: AAS 58 (1966), 742.
[81] Franziskus, Apost. Schreiben
Evangelii gaudium (24. November 2013), Nr. 253, in: AAS 105 (2013), 1121.
[82] Franziskus, Enz.
Lumen Fidei (29. Juni 2013), Nr. 34, in: AAS 105 (2013), 577.
[83] G.C. Anawati, O.P., Exkurs zum Konzilstext über die Muslim, in: H.
Vorgrimler (Schriftl.), Lexikon für Theologie und Kirche. Das Zweite
Vatikanische Konzil. Dokumente und Kommentare 2 (1967), S. 487.
[84] Vgl. Päpstl. Rat für den interreligiösen Dialog – Kongr. für die Evangelisierung der Völker,
Instr. Dialog und Verkündigung (19. Mai 1991), Nr. 77, in: AAS 84
(1992), 441-442; vgl. Verlautbarungen des Apost. Stuhls 102 (Hg. Sekretariat der
Deutschen Bischofskonferenz): Dies., Dialog und Verkündigung,
Überlegungen und Orientierungen zum Interreligiösen Dialog und zur Verkündigung
des Evangeliums Jesu Christi (19. Mai 1991).
[85]Franziskus, Enz.
Dilexit nos (24. Oktober 2024), Nr. 210, in: AAS 116 (2024), 1435-1436.
[86] Vgl. Franziskus, Enz.
Fratelli tutti (3. Oktober 2020), Nr. 271, in: AAS 112 (2020), 1066.
[87] Franziskus, Enz.
Fratelli tutti (3. Oktober 2020), Nr. 198, in: AAS 112 (2020), 1039.
[88] Vgl. Päpstl. Rat für den interreligiösen Dialog – Kongr. für die
Evangelisierung der Völker, Instr. Dialog und Verkündigung (19. Mai
1991), Nr. 38, in: AAS 84 (1992), 427.
[89] Franziskus,
Ansprache anlässlich der Begegnung mit den Christlichen Religionsführern und
denen anderer Religionen(Chulalongkorn-Universität Bangkok, 22. November 2019), in: AAS 111
(2019), 1957.
[90] Benedikt XVI.,
Ansprache anlässlich des Tages der Reflexion, des Dialoges und des Gebetes für
den Frieden und die Gerechtigkeit in der Welt: „Pilger der Wahrheit, Pilger des
Friedens” (Assisi, 27. Oktober 2011), vgl. Insegnamenti, VII/2 (2011), 514.
[91] Franziskus, Apost. Schreiben
Evangelii gaudium (24. November 2013), Nr. 256, in: AAS 105 (2013), 1123.
[92] Vgl. Franziskus, Apost. Schreiben
Evangelii gaudium (24. November 2013), Nr. 236, in: AAS 105 (2013), 1115.
[93] Franziskus,
Botschaft Urbi et orbi (21. April 2019), in: AAS 111 (2019), 731.
[94] Leo XIV.,
Ansprache an die Vertreter anderer Kirchen und kirchlicher Gemeinschaften und
anderer Religionen (19. Mai 2025), in: L’Osservatore Romano, 19. Mai 2025, 6.
[95] Leo XIV.,
Generalaudienz (29. Oktober 2025),
Katechese zum 60. Jahrestag der Konzilserklärung „Nostra aetate“, in: L’Osservatore Romano, 29. Oktober 2025, 3. |